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Sonntag, 12. August 2018

Marvel's Cloak & Dagger: Staffel 1 - Rückblick

Die erste Staffel der neuen "Marvel"-Serie "Cloak & Dagger" ist letzte Woche mit der finalen zehnten Folge zu Ende gegangen. In diesem Post lasse ich die Geschichte um die zwei jungen Superhelden noch einmal Revue passieren. Ich spreche über die Dinge, die mir besonders gut gefallen haben und die Aspekte, die mich gestört haben. Da die Serie bereits verlängert wurde, erwähne ich außerdem meine Wünsche für die zweite Staffel. 


Top Charaktere

Eine Serie mit interessanten Helden
Foto: Freeform/Marvel
Von Beginn an war ich begeistert von dem gründlichen Aufbau der Hauptfiguren Tandy (Olivia Holt) und Tyrone (Aubrey Joseph) und ihrer Persönlichkeiten. Bereits nach der ersten Folge hatte ich das Gefühl, sie nicht nur auf einer oberflächlichen Ebene kennengelernt zu haben. Der Fokus auf die Charakterentwicklung hat sich durch die gesamte Staffel gezogen, was gleichzeitig ungewöhnlich und interessant war. Besonders ab der vorletzten Folge waren die Charaktere für mich richtig greifbar und ich habe ihre Handlungen und Entscheidungen immer nachvollziehen können. Gerade da hat sich wirklich gezeigt, wie gut die ausführliche Vorstellung der Figuren funktioniert. Für mich sind die Charaktere die größte Stärke der Serie. Selbst Episoden, in denen die Handlung sehr langsam vorangekommen ist, war das Zuschauen nicht langweilig, weil die Protagonisten so spannend sind. Dazu haben natürlich die Schauspieler von Tandy und Tyrone ganz viel beigetragen. Olivia Holt und Aubrey Joseph schaffen es, ihre Rollen wirklich greifbar zu machen. Es wird dabei deutlich, dass sie sich sehr gut mit ihren Charakteren auseinandergesetzt haben müssen. Ansonsten hätten sie die Persönlichkeiten nicht so glaubwürdig und verständlich präsentieren können. Ich fand besonders Holts Darbietung in der siebten Episode beeindruckend. Ihre Reaktion, als sie plötzlich mit ihrem toten Vater sprechen konnte und zum ersten Mal nach acht Jahren seine Stimme gehört hat, war so ehrlich und ergreifend. Ich konnte in diesem Moment wirklich verstehen, was in ihr vorgeht und deshalb ihre Entscheidung, in dem gefährlichen Ort in Ivan Hess' (Tim Kang) Gedanken bleiben zu wollen, nachvollziehen. Genauso berührend war ihr Gefühlsausbruch Ty gegenüber, als sie ihm offenbart hat, wie sehr sie es hasst, in der echten Welt niemanden zu haben, der für sie da ist. Die beste Szene mit Tyrone war für mich sein Streit mit Duane, einem Freund seines ermordeten Bruders, in Folge sechs. Der Zuschauer konnte seinen Schmerz, seine Enttäuschung und Wut mitfühlen. Joseph schafft es unglaublich gut, in diesem paar Momenten zu zeigen, wie viele negative Emotionen in ihm hochkochen. Vor allem die Verzweiflung, keine Gerechtigkeit für seinen toten Bruder zu bekommen, ist wirklich greifbar. Das sind nur zwei Beispiele für die tollen schauspielerischen Momente der Hauptdarsteller. In der gesamten Staffel gab es noch viele mehr.

Gemischte Gegner

Connors ist wirklich unausstehlich
Foto: Screenshot
Connors (J. D. Evermore) als korrupter Cop, der sich alles erlauben kann, ist zwar nicht der ausgefallenste Gegenspieler, dafür aber ein sehr glaubhafter. Der ganze Konflikt zwischen ihm und Tyrone wirkte alles andere als an den Haaren herbeigezogen, sondern leider sehr realistisch. Einerseits die Tatsache, dass ein Cop damit durchkommt, einen Schwarzen erschossen zu haben und andererseits, dass Tyrone als Kind niemand geglaubt hat, es sei Mord gewesen. Er ist zudem nicht nur im Drogengeschäft involviert,  er hätte auch nicht davor zurückgeschreckt, Tyrone ebenfalls zu erschießen, weil er ihm in die Quere gekommen ist. Besonders widerlich wurde seine Figur, als er die aufgebrachte O'Reilly (Emma Lahana) zusammengeschlagen hat, während die anderen Polizisten die Situation einfach haben geschehen lassen. Er ist nicht nur bedrohlich, er hat auch Macht, was seine Rolle noch perfider macht. Er war definitiv der interessantere Antagonist in dieser Staffel. "Roxxon" und der CEO Peter Scarborough (Wayne Péré) hingegen konnten mich die gesamte Handlung über nicht wirklich überzeugen. Der Zuschauer hat viel zu wenig über das erfahren, was wirklich in der Firma abläuft. Es wurde immer nur darüber gesprochen, dass sie damals den Unfall vertuscht und Tandys Vater Nathan Bowen die Schuld an der Explosion gegeben haben. Das sind beides Dinge aus der Vergangenheit, während in der Gegenwart nichts passiert ist, von dem man als Zuschauer etwas mitbekommen hat. Scarborough hat sogar einen Moment, in dem er hätte zeigen können, dass er gefährlich ist: Als Tandy in entführt und erpresst hat. Doch auch da ist er sehr langweilig, austauschbar und alles andere als bedrohlich gewesen. Es wurde nicht einmal gezeigt, wie er letztendlich "entkommt" und seine ehrliche Reaktion auf die Entführung. Es gab also keine Anhaltspunkte, die seine Gedanken oder Motivationen offenbaren. Als er dann in der vorletzten Folge jemanden zu Tandys Mutter geschickt hat, um sie zu bedrohen, wurde das vorher überhaupt nicht aufgebaut. Deshalb fehlte auch hier jeglicher Spannungsaufbau und es hat seine Figur definitiv nicht interessanter oder bedrohlicher gemacht. Als weitere Gegenspieler sind dann wohl noch die Besessenen zu nennen. Die sind meiner Meinung nach tatsächlich kaum erwähnenswert. Zum einen sind sie erst im Finale aufgetaucht. Zum anderen haben sie überhaupt nicht für Chaos gesorgt oder die Protagonisten und andere Figuren in lebensbedrohliche Situationen gebracht. In meinen Augen waren sie sehr unspektakulär.

Fähigkeiten der anderen Art

Der Lichtdolch ist nur eine von Tandys Kräften
Foto: Screenshot
Was mich zu Beginn der Serie überrascht hat, ist die ungewohnte Umsetzung einer Superheldengeschichte. In den meisten Fällen sind solche Serien temporeich und haben viele Actionszenen. "Cloak & Dagger" wählt einen ganz anderen Ansatz. Kampfszenen wurden sehr selten gezeigt und außerdem "hetzte" der Zuschauer nicht von einem intensiven Erlebnis zum nächsten. Gerade anfangs habe ich das als eine angenehme Abwechslung empfunden. Gegen Ende hat mir dadurch dann doch etwas gefehlt, aber darauf gehe ich im Detail im nächsten Abschnitt ein. Eine weitere Besonderheit, die ihren Ursprung natürlich in der Comicvorlage hat: die Superkräfte der Helden. Auch die sind mal etwas ganz anderes. Zwar haben sie beide eine "körperliche" Kraft - Tandys Lichtdolch und Tyrones Teleportation - doch darüber hinaus auch noch Fähigkeiten, die nicht einfach so sichtbar sind. Die Idee, dass sie die Hoffnungen bzw. Ängste der Menschen sehen, die sie berühren, fand ich sehr interessant. Im Laufe der Staffel wurde damit auch immer auf sehr verschiedene Weisen gespielt. Am besten hat mir die siebte Folge gefallen. Denn da haben sie dank ihrer Kräfte Ivan Hess aus seinem katatonischen Zustand geholt, in dem er seit dem Unfall vor acht Jahren gewesen ist. So ein Einsatz von Heldenfähigkeiten ist wirklich außergewöhnlich, weshalb ich davon so fasziniert bin. Außerdem habe ich das Gefühl, dass sie weitere Kräfte haben, die nur noch nicht entdeckt wurden. Das wurde ja schon im Staffelfinale angedeutet, als Tyrone Connors mit seinem schwarzen Rauch "aufgesaugt" hat. Der einzige problematische Punkt, den ich im Zusammenhang mit den Fähigkeiten sehe (und über den ich vor allem in meiner Rezension zur vierten Folge ausführlich gesprochen habe und auch noch einmal in meiner Kritik zur darauffolgenden Episode aufgreife), ist der Umgang mit einem sensiblen Thema: Tandy konnte ihre Fähigkeiten erst kontrollieren, nachdem sie versucht hat, sich umzubringen. Leider wurde die Thematik des Selbstmords viel zu oberflächlich behandelt und überhaupt nicht besprochen. Viel mehr wurde er eingesetzt, um ein paar Minuten Dramatik einzubauen. Am Ende blieb dann der Eindruck zurück, dass der Suizidversuch unbedingt nötig gewesen ist, damit sie ihre Kräfte unter Kontrolle hat. Das ist meiner Meinung nach sehr bedenklich. 

Das Tempo der Serie ist gewöhnungsbedürftig

Auch wenn der Plot stockt, machen ihre Szenen Spaß
Foto: Screenshot
So sehr ich den intensiven Charakteraufbau auch mag, er führte letztendlich dazu, dass der Plot etwas zu kurz gekommen ist. In manchen Folgen lief die Handlung kaum voran, wodurch sich die Geschichte lang gezogen anfühlte. Nur durch die tollen Figuren ließen sich auch die fast ereignislosen Episoden bis zum Ende durchschauen. In den letzten Minuten folgte dann meistens ein Cliffhanger, der die Neugier geweckt hat. Doch in vielen Fällen ging die kommende Folge erst einmal nicht darauf ein. Die Aufhänger der achten Folge wurden zum Beispiel erst am Ende der Neunten behandelt. Auch das bremste das Tempo immer wieder aufs Neue. Ein weiteres Problem: Manche Aspekte werden entweder nicht aufgegriffen oder fallen gelassen. Ich fand es beispielsweise sehr komisch, dass nie gezeigt wurde, wie Tandy herausgefunden hat, dass sie die Hoffnungen der Menschen nicht nur anschauen, sondern auch manipulieren und sogar stehlen kann. Der Zuschauer wurde damit einfach überrumpelt und wartete vergeblich auf Erklärungen. Wie problematisch dieses Langziehen des Plots wirklich ist, wurde dann im Staffelfinale deutlich. Ich fand, dass es dort fast komplett an Spannung fehlte. Alle Probleme müssen irgendwie aufgegriffen und am besten noch gelöst werden. Das ist dann nicht nur rasend schnell passiert, sodass kaum Zeit geblieben ist, um eine packende Stimmung aufzubauen. Die Lösungen der Konflikte waren auch noch viel zu simpel. Die Figuren mussten kaum Hürden überwinden und das Verhindern der großen Katastrophe basierte mehr oder weniger auf Zufall. Das war wirklich schade, weil es durchaus Folgen gab, die aufregend waren. Vor allem die Siebte hat mir in dieser Hinsicht gut gefallen. Der Abschluss der Staffel konnte da nicht wirklich mithalten und hat mich deshalb etwas enttäuscht zurückgelassen. Es wurde außerdem nicht einmal mehr gezeigt, was genau mit den Besessenen passiert ist (darunter auch Mina (Ally Maki)!), nachdem Tandy und Ty die Stadt gerettet haben. Scheinbar hat auch dafür die Zeit gefehlt.

Wünsche für Staffel 2

Wird Evitas Rolle in der nächsten Staffel bedeutender?
Foto: Screenshot
Hätte die erste Staffel mehr Folgen gehabt, hätte die Serie vor allem im Hinblick auf den Plot und das Erzähltempo noch besser werden können. Die kommende Staffel wird allerdings ebenfalls nur zehn Episoden haben. Ich hoffe daher, dass der Fokus stärker auf der Geschichte liegt. Tandy und Tyrone kennen die Zuschauer mittlerweile ziemlich gut, ich denke nicht, dass daher noch komplette Folgen benötigt werden, um sie weiter auszubauen. Ich wünsche mir außerdem, dass es an der einen oder anderen Stelle etwas mehr Action gibt. Die wenigen solcher Szenen haben gezeigt, dass die Serie auch das kann, denn die Kampfszenen haben mir wirklich gefallen. Die Protagonisten müssen deshalb nicht alle fünf Minuten mit sinnlosen körperlichen Auseinandersetzungen konfrontiert werden. Aber eine kleine Steigerung in diese Richtung würde die Handlung vielleicht schon etwas temporeicher machen. 
O'Reilly hat jetzt auch übermenschliche Kräfte
Foto: Screenshot
Ansonsten bin ich unheimlich gespannt darauf, wie es mit O'Reilly weitergeht. Im Finale wurde nur ganz kurz gezeigt, dass sie sich übermenschlich schnell bewegen kann. Ich hoffe, dass das nicht die einzige Fähigkeit bleibt. Ich fände es zudem spannend, wenn sie zu Beginn tatsächlich die neue Gegenspielerin der Helden wird. Ich würde gerne sehen, wie Tandy und vor allem Tyrone damit umgehen. Schließlich hat die Polizistin ihm oftmals geholfen. Neben O'Reilly bin ich auch interessiert daran, zu sehen, wie es mit Evita (Noëlle Renée Bercy) weitergeht. Mein Wunsch ist, dass sie mehr Screen Time bekommt und zudem die Voodoo-Geschichte mit ihrer Tante Chantelle (Angela Davis) ebenfalls noch eine Rolle spielt. Ich bin außerdem sehr neugierig, wie es mit Connors weitergeht - wenn es überhaupt irgendwie weitergeht. Ich hoffe, es gibt eine Aufklärung, was geschehen ist und wieso Tyrone ihn "aufsaugen" konnte. Da er der spannendste Gegner war, wäre es schade, wenn er wirklich nicht mehr auftaucht. Er hat für mehrere aufregende Szenen gesorgt und ist wirklich ein Charakter gewesen, den ich überhaupt nicht ausstehen konnte. Falls er nicht mehr vorkommen sollte, wird es hoffentlich einen ebenbürtigen - oder sogar noch besseren - Antagonisten geben. Ganz allgemein freue ich mich auch schon darauf, die Weiterentwicklung von Tandys und Tys Beziehung zu verfolgen. Da mir ihre gemeinsamen Szenen immer sehr gut gefallen haben, fände ich es toll, wenn es in der kommenden Staffel noch mehr geben würde, da sie insgesamt doch sehr rar waren. Bis jetzt sind sie immer noch kein richtiges Superheldenteam geworden, das hat erst Finale langsam erste Formen angenommen. Mein Wunsch für die zweite Staffel ist daher, dass sie endlich wirklich zu Cloak und Dagger werden.


Auch wenn es ein paar Störfaktoren gibt, habe ich diese "Marvel"-Serie sehr gerne geschaut und freue mich schon auf die zweite Staffel. Jetzt heißt es erst einmal warten und hoffen, dass es bald neue Infos geben wird. Alle meine Rezensionen zur ersten Staffel findet ihr hier. 

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Sonntag, 5. August 2018

Marvel's Cloak & Dagger: Staffel 1, Folge 10 (Staffelfinale) - Rezension

- Der folgende Text enthält Spoiler - 

Die Stadt New Orleans schwebt in großer Gefahr. Die Energiequelle, die "Roxxon" entdeckt hat, droht in der ganzen Gegend auszutreten. Jeder, der damit oder mit anderen Infizierten in Berührung kommt, wird zu "Besessenen" wie damals auf der Bohrinsel. Die Einzigen, die diese Katastrophe verhindern können, sind Tandy (Olivia Holt) und Tyrone (Aubrey Joseph). Die beiden haben allerdings noch andere Probleme: Tandy muss ihre Mutter (Andrea Roth) vor "Roxxon" beschützen und Tyrone ist auf der Flucht vor der Polizei, nachdem Connors (J. D. Evermore) behauptet hat, er hätte Fuchs (Lane Miller) ermordet. Trotzdem versuchen sie alles, um die Stadt zu retten und erfahren dabei von Evita (Noëlle Renée Bercy), dass sie die Auserwählten sind: Um die Katastrophe abzuwenden, muss einer von ihnen sterben. 


Ein schnelles Finale

Tyrone und Tandy sind bereit, Helden zu werden
Foto: Screenshot
Eigentlich ist die Serie dafür bekannt, das Tempo gemächlich zu halten, um der Charakterentwicklung viel Platz zu geben. Dieser Fokus, der mehr auf den Figuren als der Geschichte liegt, wird für das Finale "Colony Collapse" (dt.: Zerstörung") zu einem Hindernis. Die neunte Folge endete mit vielen offenen Handlungssträngen, die irgendwie in der letzten Episode behandelt oder abgeschlossen werden müssen: Tandys Mutter wird im Auftrag von Scarborough (Wayne Péré) bedroht, Tyrone muss vor der Polizei fliehen, Connors will sowohl Ty als auch O'Reilly  (Emma Lahana) für ihre Aktion umbringen und dann wäre da noch das Problem mit der Energiequelle. Tatsächlich wird all das im Finale abgehandelt. Allerdings fällt auf, dass die 40 Minuten Laufzeit eigentlich nicht dafür ausreichen. Die komplette Handlung der Folge wirkt gehetzt und einige der Konflikte werden zu schnell und simpel aufgelöst. So wird der Plot um Tandy, ihre Mutter und "Roxxon" in den ersten paar Minuten abgehakt. Diese Firma ist gemeinsam mit Scarborough danach kein Thema mehr. Besonders enttäuschend ist aber der große Höhepunkt - der Kampf der Helden, um die Stadt zu retten. Der kommt viel zu schnell und einfach zu einem Ende. Es will keine Spannung aufkommen, weil schlicht und ergreifend zu wenig Zeit vorhanden ist, um diese überhaupt aufzubauen. Das zeigt sich beispielsweise an der einzigen gemeinsamen Kampfszene von Tandy und Ty. Die ist weder dramatisch noch packend, weil sie nur wenige Sekunden andauert und der Zuschauer kaum Auseinandersetzungen sieht. Sie kommen nicht einmal ansatzweise an ihre Grenzen und landen nicht in einer lebensbedrohlichen Situation. Außerdem erinnert sie stark an die Auseinandersetzung aus der siebten Folge, in der die Zwei auch gegen Besessene gekämpft haben. Daher ist sie zusätzlich nicht sonderlich interessant anzusehen, weil sie sich wie eine Wiederholung anfühlt. 
O'Reilly muss genauso wie Tyrone um ihr Leben fürchten
Foto: Screenshot
Die Besessenen habe ich mir zudem etwas spektakulärer vorgestellt. Sie werden zwar in verschiedenen Situationen gezeigt, aber sie rennen meist einfach nur wild in der Gegend herum, schmeißen mit Gegenstände oder versuchen, andere Menschen anzugreifen. Es sind auch noch relativ wenige, sodass die allgemeine Bevölkerung noch nicht in Gefahr ist oder falls sie es ist, wird es nicht gezeigt. Das alles wirkt daher kaum bedrohlich, besonders, weil sie nie wirklich jemand anderen richtig stark verletzen. Die intensivste Szene ist die, in der Mina (Ally Maki) infiziert wird und in der dunklen Lagerhalle lauert, um Tandy anzugreifen. Was mit ihr passiert ist, nachdem Tyrone im richtigen Moment aufgetaucht ist, um sie mit einem Taser auszuschalten, ist unklar. Da es keine Auflösung dazu gibt, gehe ich davon aus, Tandy und Ty haben sie einfach bewusstlos liegen lassen. Diese Lücke finde ich schon merkwürdig, da am Ende genug Zeit wäre, um nach dem Verhindern der Katastrophe ihren Verbleib kurz zu behandeln. Genauso wenig erfährt der Zuschauer, was mit ihrem Vater Ivan Hess los ist. Zu Beginn der Folge gibt es die Andeutung, "Roxxon" könnte möglicherweise auch diese Familie aus dem Weg räumen. Als Tandy zu Mina geht und vor zwei Besessenen rettet, wird ihr Vater aber kein einziges Mal erwähnt. Genauso unklar bleibt, was mit den Infizierten passiert ist, nachdem die Protagonisten die Krise aufhalten konnten. Wurden sie einfach wieder normal, sind sie vielleicht sogar gestorben oder rennen ein paar von ihnen immer noch infiziert durch die Gegend? Es ist ein bisschen ärgerlich, dass dieser Teil nicht mehr aufgegriffen wird. Wenn die erste Staffel wenigstens 15 Folgen gehabt hätte, wären solche Lücken vielleicht nicht entstanden. Ich denke, um den gesamten Plot ausführlich und spannend auszuführen, ohne dabei die Charakterentwicklung zu kürzen, sind die vorhandenen zehn Episoden einfach nicht genug gewesen. 

Eine merkwürdige Auflösung 

Tyrone kann sich ohne Umhang nicht wegteleportieren
Foto: Screenshot
Mit dem Ende habe ich aber abgesehen von der fehlenden Spannung noch ein anderes Problem. Es wird überhaupt nicht klar, was überhaupt geschieht. Die letzten Augenblicke, bevor Tandy und Ty die Stadt retten, wirken sehr komisch zusammengeschnitten. In einem Moment sind sie noch bei den Druckventilen, aus denen die Energiequelle strömt, und halten sich an den Händen. Kurz darauf sind sie dann plötzlich nicht mehr in diesem Raum, sondern fliegen durch die Luft. Das sieht dann auch noch richtig schlecht animiert aus, so als hätten die Schauspieler auf einem Green Screen gelegen und der Himmel wäre danach noch eingefügt worden. Noch dazu sind nur ihre Oberkörper zu sehen, der Rest ist am unteren Bildrand abgeschnitten, was die Sequenz noch künstlicher erscheinen lässt. In allen anderen Episoden sind mir die Spezialeffekte nie negativ ins Auge gefallen. Aber diese Szene hat wirklich nicht authentisch gewirkt sondern eher albern. Nach diesem merkwürdigen Flug liegen sie dann letztendlich auf dem Dach des Gebäudes. Damit endet ihr "Kampf". Es wird nicht verständlich, was mit der Energiequelle passiert, nachdem Tandy und Ty sich an den Händen halten und ihre Kräfte damit vereinen. Zuvor konnten sie sich nie berühren, weil sie sich immer voneinander angestoßen haben. Wieso sie dann in dieser Situation auf die Idee kommen, ihre Hände zu halten, macht eher einen undurchdachten Eindruck. Damit basiert alles nur auf Zufall und Glück und hätte auch genauso gut nicht klappen können. Was genau ihre Berührung mit der Quelle anstellt, wird ebenfalls nicht gezeigt, da sie ja schon in der Luft sind und keine Aufnahmen mehr aus dem Inneren des Gebäudes folgen. Dadurch wirkt das ganze Ende, genauso wie der Rest der Folge, zu zusammengeschustert und gehetzt. Es ist auch keine große Überraschung, Tandy und Tyrone beide lebend aus der Katastrophe kommen zu sehen. Ich habe schon zuvor damit gerechnet oder mit einer Reanimation im Falle des Todes. Sie sind ja nicht einmal "offiziell" zu Cloak und Dagger geworden, warum sollte dann schon einer von ihnen endgültig sterben? Zudem kennt der Zuschauer die Charaktere mittlerweile zu gut, um wirklich überrascht darüber zu sein, dass Tandy Tyrone nicht alleine lässt, als er sich selbst opfern will, um die Stadt zu beschützen. Sie hat in der gesamten Staffel nie halbe Sachen gemacht und ist immer bestimmt gewesen, ihre Pläne zu Ende zu bringen. Da wäre es schon sehr untypisch für sie gewesen, einfach aufzugeben und Ty seinem angeblichen Schicksal zu überlassen, für New Orleans zu sterben.
Evita ist die Übermittlerin der schlechten Nachricht
Foto: Screenshot
Evitas Rolle ist in dem ganzen hastigen Plot nicht so groß, wie ich es mir erhofft habe. Die Hauptfiguren wollen ohnehin schon die Stadt retten und wissen, wo sie hin müssen. Sie kommt dann bloß kurz zu ihnen - der Ort ist Tandys Versteck in der Kirche, wie auch immer sie das gefunden hat - und trägt nicht wirklich etwas zum Plot bei. Dank ihr erfahren sie nur von der Prophezeiung und dem bevorstehenden Tod von einem von ihnen. Ich denke, die Handlung wäre ohne ihre kurze Erklärung nicht anders verlaufen. Trotzdem ist die Szene, in der sie sich von Tyrone verabschiedet, sehr angenehm. Statt ein großes Drama zu machen oder theatralisch zu weinen, bleibt sie ruhig und sorgt nicht für noch mehr Aufregung. Dieses beherrschte und rationale Verhalten gefällt mir richtig gut. Ich hoffe, dass sie in der zweiten Staffel eine größere Rolle spielen wird, weil ich gerne sehen würde, wie sie sich mehr in die Geschichte einbringt.
Connors will O'Reilly und Tyrone beseitigen
Foto: Screenshot
Auch wenn mich das Finale insgesamt nicht ganz so mitreißen konnte, wie ich gehofft habe, gibt es einige aufregende Aufhänger für die zweite Staffel. Der größte dreht sich um die "Verwandlung" von Detective O'Reilly. Nachdem Connors auf sie geschossen und ihren leblosen Körper ins Wasser befördert hat, habe ich fest damit gerechnet, die Polizistin nicht zum letzten Mal gesehen zu haben. Denn bevor sie zusammengebrochen ist, hat sie etwas von der Energiequelle abbekommen, das aus dem Ventil neben ihr geströmt ist. Außerdem wäre ihr Abgang viel zu schnell gewesen, da sie im Rest der Staffel eine wichtige Rolle gespielt hat. Deshalb wäre für mich nur eine ausführlichere Abschiedsszene ein Indiz für ihren richtigen Tod gewesen. Die letzte Szene in dieser Folge, in der sie dann aus dem Wasser klettert, ist sehr interessant. Ich denke, es kann schon sicher gesagt werden, dass sie nun ebenfalls Fähigkeiten besitzt. Ansonsten hätte sie sich nicht so übermenschlich schnell bewegen können. Der Plot um sie herum könnte wirklich spannend werden, da sie zusätzich zur Schnelligkeit auch noch den wütenden, aggressiven Blick der Besessenen hat. Vielleicht wird sie ja die neue Gegenspielerin, was eine sehr spannende Wendung wäre, da sie vor allem Tyrone immer geholfen hat. Die beiden dann auf unterschiedlichen Seiten zu sehen, könnte aufregend werden. Ebenfalls interessant ist die neu entdeckte Kraft von Ty. Als Connors ihn ebenfalls ausschalten will, packt er den Cop und teleportiert sich mit ihm zusammen auf ein Dach. Als er ihn dann nicht hinunterstößt, sondern liegen lässt, "saugt" ihn der schwarze Rauch um ihn herum einfach auf, ohne, dass Tyrone es kontrollieren kann. Es wäre auch hier spannend, wenn das noch nicht Connors Ende ist und er in irgendeiner Form noch einmal auftaucht. Schließlich ist nicht klar, ob Tyrone ihn dadurch wirklich getötet hat oder ob er noch lebt, sich aber an einem anderen Ort befindet, zu dem Tyrones schwarzer Rauch vielleicht eine Art Tor ist. Hoffentlich gibt es dazu dann auch Erklärungen. Ich bin also insgesamt auf jeden Fall gespannt, wie die Geschichte in der nächsten Staffel weitergehen wird. Da die Charaktere in der Ersten so gut aufgebaut wurden, bleibt dadurch vielleicht auch mehr Zeit, um den Plot mehr in den Fokus zu stellen und etwas temporeicher sowie spannender zu werden. Letztendlich sind aber die Figuren, die so toll erschaffen wurden, der große Pluspunkt der Serie und der Hauptgrund, wieso ich die Serie weiterverfolgen werde.

Fazit

Das Staffelfinale von "Cloak & Dagger" wirkt insgesamt etwas zu schnell und gehetzt. Da in den vorherigen Episoden der Fokus meistens auf der Entwicklung der Figuren lag und das Tempo der Handlung dabei eher ruhig war, fehlt es jetzt an Zeit. Der Plot kann nicht so ausführlich abgeschlossen werden, wie es mit ein paar mehr Folgen vielleicht möglich gewesen wäre. So lösen sich die Probleme und vor allem die große Katastrophe viel zu schnell und simpel. Dadurch kommt kaum Spannung auf. Dennoch schafft es die Serie, die meisten Handlungen weitestgehend zu beenden, wenn auch mit einigen offenen Fragen. Gleichzeitig kommen neue Aufhänger dazu, die die Neugier auf die zweite Staffel wecken. 


Die zehn Wochen sind ziemlich schnell vergangen. Um die ganze Staffel Revue passieren zu lassen, wird in der kommenden Woche als Abschluss ein Rückblick folgen. Darin werde ich unter anderem noch einmal auf alles eingehen, was mir gut und weniger gut gefallen hat und darüber sprechen, was ich mir von der nächsten Staffel erhoffe.
Bis dahin findet ihr alle Rezensionen zu "Cloak & Dagger" hier.

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Dienstag, 31. Juli 2018

Ant-Man and the Wasp - Rezension

Nachdem im April der dritte Teil von "Avengers" zu sehen war (hier kommt ihr zu meiner Rezension), läuft seit dem 26. Juli bereits der nächste Streifen aus dem "Marvel Cinematic Universe" in den Kinos. Ich habe "Ant-Man and the Wasp" am Wochenende angeschaut und verrate euch, ob sich der Film lohnt.

Scott Lang (Paul Rudd) steht unter Hausarrest, seit er Captain America in Deutschland als Ant-Man dabei geholfen hat, gegen Iron Man und sein Team zu kämpfen. Er wird vom FBI mit einer Fußfessel überwacht und darf sein Grundstück nicht verlassen. Da er die Aktion nicht mit Hank Pym (Michael Douglas) stehen sie seitdem auf Kriegsfuß. Er ist der Erfinder des Anzugs, der den Träger schrumpfen und wachsen lassen kann. Seine Tochter Hope (Evangeline Lilly, Little Evil) und er müssen sich deshalb vor dem FBI verstecken, da sie als Komplizen angesehen werden. Trotzdem konzentrieren sie sich darauf, Hopes Mutter Janet aus dem Subatomaren Raum zu retten - mithilfe einer Maschine, die es möglich machen soll, dorthin zu gelangen. Vor vielen Jahren hat sie sich während einer Mission auf diese Ebene geschrumpft und konnte daraus nicht mehr zurückkommen. Hank und Hope hoffen, dass sie noch immer am Leben ist. Scott, der ebenfalls schon im Subatomaren Raum war, es aber wieder heraus geschafft hat, hat kurz vor Ende seines Hausarrests eine Vision von Janet. Als er Hank daraufhin anruft, holen sie ihn zu sich. Sie glauben, dass mit seiner Hilfe ihr genauer Standort gefunden werden kann. Allerdings interessieren sich noch andere für die außergewöhnliche Technik. Scott, Hope und Hank müssen es mit "Ghost" (Hannah John-Kamen) aufnehmen, einer jungen Frau, die wie ein Geist unsichtbar werden und durch Wände gehen kann. 


Langsamer Start, aber danach wird's gut

Hier verändern Helden ihre Größe
Foto: Marvel Studios
Der dritte Teil von "Captain America" liegt mittlerweile schon über ein Jahr zurück. In "Avengers: Infinity War" spielen die Ereignisse keine Rolle mehr. In "Ant-Man and the Wasp" hingegen werden sie noch einmal durchgekaut. Die Handlung spielt ungefähr zeitgleich zu der im dritten "Avengers". Der Kampf in Deutschland hat für den Protagonisten Scott aber noch deutlich mehr Bedeutung. Das hat zur Folge, dass in den ersten zwanzig bis dreißig Minuten immer wieder Fragen dazu aufkommen oder Diskussionen darüber geführt werden. Der Beginn dreht sich nur darum, dass der Zuschauer zu sehen bekommt, wie Scott seinen Hausarrest verbringt und sich mit dem FBI herumschlagen muss, das ihn akribisch kontrolliert. Selbst als er dann bei Hope und Hank ist, steht diese Thematik immer noch mit im Fokus. Dadurch braucht es eine Weile, bis die eigentliche Handlung im Film richtig losgeht. Wenn dann aber endlich jeder seinen Senf zu Scotts Aktion gegeben hat, rückt dieser Aspekt in den Hintergrund und ab da wird die Geschichte sehr gut. Der Plot ist spannend und bietet ein paar gute Wendungen. Eine große Stärke ist dabei die außergewöhnliche Art von Verfolgungsjagden und Kämpfen. Schon im ersten Teil hat das Schrumpfen und Wachsen des Protagonisten durch seinen Anzug für ausgefallene Situationen gesorgt. In der Fortsetzung wird das noch einmal übertroffen. Zum einen, weil es jetzt gleich zwei Helden in solchen Anzügen gibt. Hope, die in diesem Film auch einen eigenen Anzug hat, ist in gefährlichen Situationen und Kämpfen deutlich sicherer und kompetenter als Scott. Der nimmt eher alles so, wie es kommt und wirkt dabei immer etwas ungeschickter. Beide sorgen aber dafür, dass viel Tempo und Action ins Spiel kommen. Mit Ausnahme vom etwas zähen Anfang vergeht die Zeit im Kino wirklich schnell. Zum anderen gibt es im Vergleich zum ersten Teil deutlich mehr Szenen, in denen nicht nur die Figuren, sondern auch Autos, Salzstreuer und andere Gegenstände mal riesengroß oder winzig klein werden. Besonders gut ist eine Moment, in dem man geschickt getäuscht wird: Als Zuschauer glaubt man, eine normale Autofahrt zu sehen, um kurze Zeit später zu erkennen, dass der Wagen die ganze Zeit winzig klein war und unter den normal großen Fahrzeugen gefahren ist. Besonders lustig ist dabei, dass sich der Motor ganz normal anhört, wenn Szenen im Auto gezeigt werden. Wenn dann aber eine Aufnahme von draußen folgt, ist zu hören, dass der Motor eigentlich wie der eines Spielzeugautos klingt. 
Ein weiterer Pluspunkt ist der Humor. Vor allem Scotts Geschäftspartner Luis (Michael Peña) sorgt mit seiner sympathisch direkten und witzigen Art für den ein oder anderen unterhaltsamen Moment. Ein Highlight ist dabei seine lustige Erzählweise, die schon aus dem ersten Teil bekannt ist. Auf der Leinwand sind in dem Moment die Szenen zu sehen, von denen er berichtet, aber anstatt der Stimmen der Charaktere hört man ihn, wie er sie imitiert. Dabei benutzt er aber viel "Ey", "Yo", "Voll krass" und ähnliches und klingt nicht einmal ansatzweise wie die echten Figuren, was einfach sehr komisch ist. Ein anderes kleines Highlight ist für mich die Anspielung auf die "Inkognito"-Verkleidung von verschiedenen "Marvel"-Helden. In einigen anderen Filmen tragen sie dabei einfach bloß Sonnenbrille und Baseballcap, um nicht aufzufallen. Diese ziemlich schlechte Verkleidung nimmt der zweite "Ant-Man" auf die Schippe: Scott, Hope und Hank laufen selbst mit diesen Dingen durch die Gegend. Statt zu glauben, das wäre clever, beschwert sich Scott, wie lächerlich der Versuch ist, damit unerkannt zu bleiben. Ich liebe es, wenn in den MCU-Filmen kleine Anspielungen wie diese auftauchen. Neben witzigen Momenten gibt es aber auch einige emotionale. Da gibt es zum einen die Beziehung zwischen Scott und seiner Tochter Cassie (Abby Ryder Fortson). Ihre Interaktionen sind immer sehr herzerwärmend und ich nehme ihnen ihre Vater-Tochter-Dynamik wirklich ab. Aber vor allem die Geschichte um Hope, Hank und die Rettung von Janet sorgt für berührende Szenen durch den ganzen Film hindurch. Somit hat diese Fortsetzung insgesamt eine gute, ausgeglichene Mischung aus Action, Spannung, Humor und Emotionen, ohne dass dabei eines der Elemente zu viel Gewicht hat.

Durchwachsene Gegner

Ghost lässt ihr Ziel nicht aus den Augen
Foto: Marvel Studios
In diesem Film gibt es nicht nur einen Gegenspieler, es gibt gleich mehrere, die alle nicht so ganz überzeugen können. Der stärkste ist wohl noch "Ghost". Sie hat nicht nur durch ihr gespenstisches Auftreten etwas Unheimliches. Im einen Moment steht sie vor jemandem, dann flackert sie, ist verschwunden und taucht an einer anderen unerwarteten Stelle wieder auf. Zudem handelt sie sehr emotionsgesteuert - vor allem ihre Wut treibt sie an - und wird dadurch unberechenbar. Sie ist entschlossen, ihren Plan ohne Kompromisse durchzuziehen und es ist ihr egal, ob dabei andere zu Schaden kommen. Damit ist sie die einzige, die als Gegner für ständige Spannung sorgt. Allerdings ist der Hass, den sie auf Hank hat, etwas an den Haaren herbeigezogen. Sie macht ihn für etwas verantwortlich, für das er nicht wirklich etwas konnte. Da ihr Hauptziel aber ohnehin nicht die Rache an ihm ist, stört dieser Aspekt nicht allzu sehr. Ein weiterer Gegenspieler, der Schwarzmarkthändler Sonny Birch (Walton Goggins), hingegen ist ein ziemlich austauschbarer Antagonist. Sein einziges Motiv ist Geld, das er mit der Technik von Hank und seiner Tochter machen will. Mich hat er mit seinen arroganten Sprüchen an Justin Hammer aus "Iron Man 2" erinnert, den ich damals auch ziemlich langweilig fand, weil er auch nur auf Geld und Ruhm aus war. Interessant ist bei "Ant-Man and the Wasp" aber, dass auch eine Person auftritt, die irgendwo zwischen Gut und Böse liegt. Das kam für mich überraschend und ist eine nette Abwechslung, weil es solche Charaktere in MCU-Filmen kaum gibt. Diese Figur zieht klare Grenzen, was für sie vertretbar ist, um ihr Ziel zu erreichen und was nicht und sie ist kein Freund von sinnloser Gewalt. Das hat mir ziemlich gut gefallen. Zusätzlich zu all diesen Leuten kommt dann auch noch das FBI ins Spiel. Obwohl das fast schon zu viele Figuren sind, funktioniert die Story trotzdem sehr gut, ohne von den ganzen Charakteren überladen zu werden. Es war für mich jedenfalls nicht schwierig, den Überblick über den Plot zu behalten und darüber, wer sich gerade wo befindet und welche Ziele verfolgt. Alle Nebenhandlungen fügen sich gut in die große Geschichte ein.
Dann gibt es noch ein paar Logikschwächen. Es gibt keine genauen Erklärungen, warum bestimmte Dinge so funktionieren oder funktionieren könnten, wie es sich die Figuren denken. Das fängt schon bei der Maschine an, mit der Hope in den Subatomaren Raum gelangen will. Es gibt nur ein paar Momente, in denen irgendwelche Fachbegriffe in den Raum geworfen werden. Die scheinen ohnehin nicht dazu da zu sein, um vom Zuschauer verstanden zu werden und im Grunde sind es auch keine richtigen Erklärungen. Somit befindet sich alles eher in einem "So ist es halt"-Stadium, das wohl einfach akzeptiert werden muss. Vor allem der Plan von "Ghost" wird nicht genauer aufgegriffen. Was sie vorhat, wird zwar erläutert, aber wie sie darauf gekommen ist, dass es funktionieren muss, bleibt im Dunkeln. Bei einem Film, in dem gefühlt alle zwei Minuten jemand oder etwas blitzschnell die Größe ändern kann, sind Fragen nach logischen Erklärungen allerdings auch nicht unbedingt das Wichtigste. Es ist mir in diesem Teil aber deutlich mehr ins Auge gefallen als noch im Ersten. 
Zum Schluss gibt es noch einen großen Tipp von mir: Es sollte mittlerweile ja bekannt sein, dass man bei "Marvel"-Filmen nie vor dem Abspann das Kino verlassen sollte, weil immer noch ein oder zwei kurze Szenen zu sehen sind. In diesem Fall ist es sehr sinnvoll, sitzen zu bleiben! Eine der Szenen ist meiner Meinung nach die beste und überraschendste Abspannszene, die es bisher im MCU gegeben hat. Sagen wir mal so: Das Ende vor dem Abspann ist definitiv nicht das Ende...

Fazit

"Ant-Man and the Wasp" ist ein gelungener Superheldenfilm. Zu Beginn braucht die eigentliche Geschichte etwas zu lange, um in Fahrt zu kommen, weil die Ereignisse aus dem dritten "Captain America" aufgearbeitet werden. Danach legt die Handlung aber deutlich an Tempo zu und hat keine unnötigen Längen. Es ist eine gute Mischung aus Action, Witz und Gefühlen zu sehen. Leider sind die Gegenspieler teilweise nicht ganz so überzeugend und etwas zu uninteressant, um lange im Gedächtnis zu bleiben. Trotzdem bietet der zweite "Ant-Man" gute Unterhaltung bis zum Schluss und außerdem eine Szene im Abspann, die man nicht verpassen sollte. 


Hier kommt ihr zu allen anderen Posts zum Thema "Marvel" (wie beispielsweise meineKritik zu "The Defenders", meine "Cloak & Dagger"-Rezensionen oder meine Top 10 "Marvel"-Filme).

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Sonntag, 29. Juli 2018

Marvel's Cloak & Dagger: Staffel 1, Folge 9 - Rezension

- Der folgende Text enthält Spoiler - 

Tandy (Olivia Holt), Tyrone (Aubrey Joseph) und Detective O'Reilly (Emma Lahana) konnten ihre Ziele in der letzten Folge zwar erreichen, haben aber trotzdem verloren. Tandy hat es geschafft, den "Roxxon"-CEO Scarborough (Wayne Péré) mit Beweismitteln zu erpressen, musste dann aber erfahren, dass ihr verstorbener Vater gewalttätig war und ihre Mutter (Andrea Roth) geschlagen hat. Tyrone und O'Reilly konnten ein Geständnis von Connors (J. D. Evermore) bekommen, doch das reicht letztendlich doch nicht, um ihn hinter Gitter zu bringen. Obwohl die Wahrheit nun draußen ist, scheint es Tys Eltern nicht zu interessieren, dass ihr anderer Sohn von einem Polizisten erschossen wurde. Es gibt immer noch keine Gerechtigkeit für Tys toten Bruder. O'Reilly muss zudem den Tod ihres Freunds Fuchs (Lane Miller) verkraften. Alle drei fallen in ein Loch. Tandy fängt wieder an, Leute zu bestehlen. Statt materieller Dinge nimmt sie sich allerdings die Hoffnungen der Menschen. Tyrone legt ein zunehmend aggressives Verhalten an den Tag und will nicht länger der perfekte Musterschüler sein. O'Reilly ertrinkt ihre Trauer im Alkohol. Währenddessen sagt Evitas (Noëlle Renée Bercy) Tante Chantelle (Angela Davis) voraus, dass "Roxxon" die entscheidende Rolle darin spielen wird, die Stadt ins Chaos zu stürzen. Nur Tandy und Tyrone können das laut ihrer Prophezeiung verhindern. 


Zu viel Fokus auf den Charakteren

Tyrone hat es satt, alles immer perfekt zu machen
Foto: Screenshot
"Back Breaker" (dt.: Wer sind wir") ist die mittlerweile neunte Folge der ersten Staffel und die letzte vor dem Finale. Daher lässt mich der intensive Charakteraufbau in dieser Episode besonders zwiegespalten zurück. Wäre gerade einmal die Hälfte der Staffel vorbei und damit noch genug Zeit, den Plot weiter auszuführen, fände ich diese starke Konzentration auf ihre Personen großartig. Generell habe ich noch keine andere Serie gesehen, die ihre Figuren so akribisch zeichnet und dem Zuschauer so eindrucksvoll vorstellt. Gerade in dieser Episode ist es wirklich interessant, Tandy und Ty an ihren Tiefpunkten zu sehen. Denn an keiner Stelle wirken ihre Entscheidungen und ihr Verhalten unglaubwürdig oder unstimmig. Dank des gelungenen Aufbaus ihrer Persönlichkeiten habe ich wirklich das Gefühl, sie richtig gut zu kennen. Da Tandy schon in vorherigen Folgen gezeigt hat, dass sie bei Problemen über die Stränge schlägt, ist es keine Überraschung, dass sie es nun auch tut. Ebenso ist ihr sehr kindisches, eifersüchtiges Verhalten Mina (Ally Maki) gegenüber keine Überraschung, weil auch dieser Aspekt ihres Charakters schon bekannt ist. Ich habe Tandy in dem Moment, als sie Mina eiskalt ihre Hoffnung stiehlt, verflucht, weil dieses Verhalten das Letzte ist. Die engagierte Umweltingenieurin kann sicher nichts dafür, dass Tandy keinen Vater mehr hat und sie selbst ihren wieder gesund zurückbekommen hat. Aber ich habe mich nicht gefragt: "Warum hat sie das denn getan???" Das spricht definitiv dafür, dass die Serienmacher einen grandiosen Job gemacht haben, die Charaktere zu formen und verständlich zu machen. Ähnlich ist es bei Tyrone. Als Zuschauer hat man mehr als ein paarmal dabei zugeschaut, wie er den verzweifelten Kampf führt, Gerechtigkeit für seinen toten Bruder zu bekommen. Auch hier macht es Sinn, dass er vollkommen neben der Spur ist, nachdem seine Anstrengungen umsonst waren. Genauso bekannt ist mittlerweile, wie sprunghaft die Beziehung zwischen den beiden Protagonisten ist. Nur weil sie sich in einer Situation super verstehen, heißt das nicht, dass das so bleibt. Auch das hat die Serie schon mehrfach veranschaulicht. Daher ist der Streit, den sie in dieser Episode haben, nichts Irritierendes (Wenn auch extrem anstrengend, weil ich endlich sehen will, wie sie ein richtiges Team werden!). Besonders in dieser Folge wird deutlich, wie viel die akribische Auseinandersetzung mit den Charakteren gebracht hat. Sie sind als Figuren so greifbar und vertraut wie nie zuvor. 
Tandy verbrennt aus Hass auf ihren Vater ein Familienfoto
Foto: Screenshot
Doch da nicht noch zehn weitere Episoden folgen, bin ich eher skeptisch, wie gut das Finale sein wird. Es fällt extrem auf, dass das Vorstellen und Aufbauen der Protagonisten massiv dazu beiträgt, den Plot in die Länge zu ziehen. Mit Ausnahme der letzten Minuten entwickelt sich die Handlung nämlich überhaupt nicht weiter. Der einzige wirklich aufregende Moment ist die Szene, in der Mina miterlebt, wie drei "Roxxon"-Mitarbeiter von der gefährlichen Energiequelle getroffen werden und sie danach jagen. Wie dieses Ereignis ausgeht, wird allerdings in dieser Folge nicht gezeigt. Die Antworten auf Fragen nach "Roxxons" und Connors möglichen nächsten Schritten bekommt der Zuschauer erst zum Schluss der Episode. Sprich: In den anderen gut 35 Minuten verfolgt man die Figuren in ihren Miseren. Meiner Meinung nach ist das Verhältnis zu unausgeglichen. Ich habe am Schluss der vorherigen Folge damit gerechnet, die Handlung würde jetzt temporeich weitergehen, weil entweder Connors oder Scarborough im Fokus stehen. Damit würde sich dann schon ein handfester Konflikt für das Finale aufbauen. Doch stattdessen wird der Plot erst einmal wieder ausgebremst. Wie ich schon in meiner letzten Rezension vermutet habe, glaube ich nun erst recht, dass sowohl "Roxxon" als auch Connors in der zehnten Episode in irgendeiner Form "bekämpft" oder sogar besiegt werden müssten. Tyrone muss zudem vor der Polizei flüchten, da der korrupte Cop ihn als Mörder an Fuchs "identifiziert" hat. Dann kommt natürlich noch die Katastrophe hinzu, die Evitas Tante vorhergesagt hat, die ebenfalls untergebracht werden müsste. Ich bin gespannt, da ich mir nur schwer vorstellen kann, wie die Folge unter diesen Umständen nicht überladen wirken kann. Sollte es dazu kommen, dass das Ende vollkommen offen bleibt, gibt es immerhin gute Nachrichten: Die Serie wurde am 20. Juli um eine zweite Staffel verlängert!

Wie gefährlich ist "Roxxon" überhaupt?

Mina will Tandy sogar einen Job anbieten
Foto: Screenshot
Was mir schon in der letzten Folge aufgefallen und jetzt noch deutlicher geworden ist: Der Zuschauer weiß so gut wie nichts über "Roxxon" und Scarborough als Gegenspieler. Das wird besonders offensichtlich, weil man Connors als Vergleich hat. Es ist klar, wozu er fähig ist und vor allem, dass er eine akute Gefahr darstellt. Das war nicht erst nach dem Mord an Fuchs ersichtlich, für den er wahrscheinlich jemanden beauftragt hat. Der Zuschauer erkennt einfach, wie er tickt, was ihn als Gegner greifbar und interessant macht. Besonders in dieser Folge wird das wieder sehr gut veranschaulicht, als er - als freier Mann - in der Bar auftaucht, in der O'Reilly ist. Als sie ihn dann voller Wut angreift, schlägt er sie zusammen, während die anderen Polizisten in der Bar nichts tun. Bei dieser Szene wurde mir fast übel, weil sie nicht einmal überzogen wirkt, sondern traurigerweise sehr realistisch. Wahrscheinlich wissen sie alle, wer Fuchs auf dem Gewissen hat, aber Connors ist vermutlich unantastbar, was seine Figur nur noch beunruhigender macht. Bei dem "Roxxon"-CEO fehlt so ein Herantasten an seine Persönlichkeit vollkommen. Als am Ende dieser Episode Tandys Mutter im Namen von Scarborough mit einer Waffe bedroht wird, hat das nicht so eine starke Wirkung auf mich gehabt. Bis zu diesem Moment wusste der Zuschauer nur, dass die Firma korrupt ist, weil sie die wahre Ursache der Explosion vertuscht haben. Es gab aber nie eine Bestätigung, dass sie aktiv Menschen aus dem Weg räumen könnten. Somit wurde diese Szene mit Tandys Mutter überhaupt nicht wirklich "aufgebaut", weil es keine Einblicke in Scarboroughs Figur gibt. Es wurde in der letzten Folge nicht einmal gezeigt, wie Tandys Entführung des CEO geendet hat. Konnte er sich selbst befreien? Ist Tandy doch noch zurückgekommen, nachdem sie ihn gefesselt zurückgelassen hat? Das alles bleibt offen. Es wird daher komplett außen vorgelassen, wie er im Nachhinein wirklich darauf reagiert hat. Wenn es wenigstens eine einzige Szene gegeben hätte, die veranschaulicht, dass er noch nicht mit Tandy fertig ist, hätte das die ganze Gelegenheit viel spannender gemacht. Die ganze Handlung hat eher Fragen aufgeworfen wie: Wird "Roxxon" noch reagieren oder nicht? Das ist aber nicht so nervenaufreibend wie die Möglichkeit, dass sich Scarborough noch rächen will, weil dann die Ungewissheit ins Spiel kommt, wann und wie er zuschlägt. Da das nicht der Fall ist, bleibt nicht nur sein Charakter komplett platt und uninteressant, auch der Plot um ihn herum ist nicht so packend - besonders im Vergleich zu Connors'. 
Evita (r.) soll Ty von der Prophezeiung ihrer Tante (l.) erzählen
Foto: Screenshot
Evita hingegen ist in dieser Folge interessanter geworden. Ich war positiv überrascht, wie unbeeindruckt sie von Tandys aufrausendem Aufkreuzen in der Schule ist. Tandy hat eine starke Persönlichkeit und ist nicht leicht in die Enge zu treiben, doch Evita beweist, dass sie es locker mit ihr aufnehmen kann. Sie tritt ihr selbstbewusst gegenüber und sagt ihr die Meinung, als sie Tyrone anschnauzt, weil er kurz zuvor in einer Hoffnung aufgetaucht ist. Noch viel besser ist aber, dass sie Tandy davon abhalten kann, ihre Hoffnung zu rauben. Als Tandy schon kurz davor ist, sie zu stehlen, dreht sich Evita in der Hoffnung abrupt um und wehrt sie mit einem bestimmten "Nein!" ab. Ich hoffe, dass noch aufgeklärt wird, warum sie dazu in der Lage ist. Ihre Tante Chantelle ist zwar Voodoopriesterin, aber auch sie wird wohl noch niemanden mit Tandys Fähigkeiten getroffen haben. Daher interessiert mich wirklich, ob sie irgendwie gelernt hat, ihren Geist und ihre Gedanken zu schützen oder ob etwas anderes dahinter steckt. Außerdem bin ich sehr froh, dass Evita weiterhin nicht nur Tyrones Freundin ist und mehr nicht. Sie hat ihre eigene Nebenhandlung und vielleicht sind ihr Wissen sowie ihr Können sogar noch entscheidend für das Finale. Sie ist außerdem die einzige Person, die Ty vermitteln kann, dass er und Tandy sich zusammentun müssen, um eine Katastrophe zu verhindern. Ich bin daher gespannt, ob sie mit in die letzte Folge eingebaut wird und wenn ja, wie genau ihre Rolle aussehen wird. 

Fazit

Die neunte Episode legt den Fokus erneut stark auf die Charaktere. Einerseits lässt das die Figuren noch greifbarer und interessanter werden. Andererseits gerät der Plot dadurch fast zum Stillstand. Problematisch ist das vor allem, weil nur eine Folge übrig ist. Dadurch könnte das Finale zu überladen werden, im Versuch, die erste Staffel in irgendeiner Form abzuschließen. Zudem wird in "Back Breaker" sehr deutlich, wie schlecht einer der Gegenspieler vorgestellt wurde. Dadurch wirkt er weder überzeugend noch kann er dazu beitragen, wirkliche Spannung und Nervenkitzel zu erzeugen. Da aber auch diese Episode - wie fast alle anderen - mit guten Cliffhangern endet, bleibt wieder die Neugier auf die nächste - und somit letzte - Folge bestehen.


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Sonntag, 22. Juli 2018

Marvel's Cloak & Dagger: Staffel 1, Folge 8 - Rezension

- Der folgende Text enthält Spoiler -

Es ist der Jahrestag der großen Explosion auf der Bohrinsel und damit auch der Todestag von Tandys Vater und Tyrones Bruder. Beide wollen diesen Tag nutzen, um Gerechtigkeit für ihre verstorbenen Verwandten zu bekommen. Tandy (Olivia Holt) erfährt von Ivan Hess (Tim Kang), dass ihr Vater vor seinem Tod Beweise gegen "Roxxon" in einem Schließfach versteckt hatte. Bei den Unterlagen befindet sich ein Memo, in dem er die Firma ausdrücklich davor gewarnt hatte, nach der unbekannten Energiequelle ohne starke Schutzvorrichtungen zu bohren. Damit kann sie den CEO Peter Scarborough (Wayne Péré) erpressen. Sie kidnapped ihn kurzerhand und verlangt, dass er den Ruf ihres Vaters wiederherstellt. Tyrone (Aubrey Joseph) beschließt währenddessen, Connors (J. D. Evermore) endlich für den Tod seines Bruders zur Verantwortung zu ziehen. Mit seiner Teleportationsfähigkeit will er ihm vorspielen, er sei der Geist von Billy, um ihm ein Geständnis zu entlocken. Unterstützung bekommt er dabei von O'Reilly (Emma Lahana), die den korrupten Polizisten ebenfalls hinter Gitter bringen will. 


Zu viel Vorhersehbarkeit

Tandy will, dass die Wahrheit ans Licht kommt
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Schon die letzte Folge "Lotus Eaters" hatte eine leicht vorhersehbare Handlung, die aber insgesamt spannend umgesetzt wurde und nicht komplett durchschaubar war. Die achte Episode "Ghost Stories" (dt.: "Gespenstergeschichten") hingegen hält überhaupt keine Überraschungen bereit. Außerdem fehlt es ihr an fast jeder Stelle an Spannung, obwohl sich die Ereignisse eigentlich dazu angeboten haben. Tandy besorgt die Beweise und schnappt sich den CEO. Daraufhin legt sie ihm das Memo vor und er bietet ihr Geld an. Auf ihre Forderung, den Ruf ihre Vaters wieder herzustellen, wirft er lediglich die vage Frage in den Raum, ob sie überhaupt wisse, wie ihr Vater wirklich war. Das schreit schon danach, dass im Laufe der Folge wohl noch irgendein dunkles Geheimnis ans Licht kommen wird. Abgesehen davon wirken diese Szenen zwischen ihnen sehr unspektakulär und langweilig. Der CEO macht keinen besonders bedrohlichen Eindruck und Tandy hat viel zu leichtes Spiel mit ihm, sodass mich dieser Plot kaum packen konnte. Im Vergleich zu Tys Handlungsstrang in dieser Episode macht ihrer außerdem den Eindruck, als wäre er sehr stark "zusammengeschnitten". Alles passiert zu abgehackt und das ganze Geschehen erscheint gehetzt, so als wäre eigentlich noch mehr Material da gewesen, das aber für den Rest des Plots gekürzt wurde. Einmal sieht man Tandy, wie sie sich bei "Roxxon" hineinschleicht. Dann folgt eine zusammenhanglose Szene, in der sie einfach nur mit ihrem Lichtdolch etwas Schaden anrichtet. Im nächsten Moment sorgt sie für einen Stromausfall, um dann in der danach kommenden Szene bereits Scarborough zu bedrohen. Das alles wirkte für mich immer so, als würde zwischen diesen Augenblicken etwas fehlen. 
Tandy hat keine Angst davor, ihre Fähigkeit zu offenbaren
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Außerdem ist ihre Mission für mich sehr unbefriedigend. Als am Ende herauskommt, dass ihr Vater ihre Mutter geschlagen hat, ist ihr eigentliches Ziel irrelevant und sie nimmt doch das Geld an, das der CEO ihr zuvor angeboten hat. Ihre Reaktion ist natürlich verständlich - und vorhersehbar - aber bedeutet das wirklich, dass damit die Geschichte um "Roxxon" abgehakt ist? Seit Beginn der Serie hat sich diese Handlung langsam aufgebaut und geht dann so einfach und "leise" zu Ende? Das wäre sehr antiklimatisch. Ich habe zwar noch die Hoffnung, dass das nicht alles war, aber falls doch, wäre das enttäuschend. Vor allem, weil die Firma dann tatsächlich mit der Vertuschung davonkommen würde. Das einzige Anzeichen, dass der "Roxxon"-Fall noch nicht ganz abgeschlossen sein könnte, sind die Worte von Ivan Hess: "'Roxxon' darf man nicht unterschätzen. Die sind sehr gefährlich." Da in der Gegenwart bis jetzt noch nicht wirklich ersichtlich war, wieso sie sehr gefährlich sind, wird das vielleicht wirklich noch Teil der letzten zwei Episoden sein. Nur deshalb hält sich bei mir weiterhin ein bisschen die Spannung aufrecht, dass dieser Konflikt ein aufregendes Staffelfinale bieten könnte. Apropos Finale: Die "Voodoo"-Geschichte wurde weder in der letzten noch in dieser Episode noch einmal aufgegriffen. Um genau zu sein, scheint Evita (Noëlle Renée Bercy) gerade wie vom Erdboden verschluckt zu sein, dabei ist sie doch jetzt Tyrones Freundin. Von Mina Hess (Ally Maki) fehlt auch jede Spur. Hat sie sich nicht gefragt, wie ihr Vater so plötzlich gesund geworden ist, kurz nachdem sie Tandy kennengelernt hat? Haben sie danach nicht mehr miteinander geredet? Ich fand es schon in der letzten Folge etwas komisch, dass nur ein einziger Handlungsstrang erzählt und alles andere fallen gelassen wurde. Da hat es mich aber nicht so sehr gestört, weil der Plot die gut 40 Minuten locker alleine füllen konnte. Jetzt finde ich es schon etwas ärgerlich, dass gleich zwei Nebenhandlungen in dieser Folge nicht existent sind - eine davon sogar schon seit zwei! Hat Evita seit der Prophezeiung ihrer Tante (Angela Davis) tatsächlich nicht mit Tyrone darüber gesprochen? Das wirkt nicht sehr glaubwürdig, sondern eher so, als hätten noch weitere Szenen einfach nicht mehr in die Laufzeit gepasst. Langsam frage ich mich auch, auf welchen Höhepunkt die erste Staffel hinauslaufen könnte. Werden "Roxxon", Connors und die Prophezeiung alle eine Rolle darin spielen? Falls ja, habe ich die Sorge, dass das Finale dann vollkommen überladen sein könnte. Daher bin ich wirklich gespannt, wie die letzten Episoden verlaufen werden.

Noch mehr Vorhersehbarkeit, aber auch etwas Spannung

Tyrone (r.) vertraut sich O'Reilly (l.) und Fuchs an
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Während die Serie bis jetzt immer sehr gut darin war, die Screen Time der beiden Protagonisten gleich aufzuteilen, ist Tandys Handlung dieses Mal etwas nebensächlicher und der Fokus liegt deutlich mehr auf Tyrone, Connors und O'Reilly. Bis auf die Szene, in der Ty den korrupten Polizisten "heimsucht", fand ich aber auch diese Storyline zu uninteressant und vorhersehbar. Die "Heimsuchung" ist sehr fesselnd, was auch an den gelungenen Aufnahmen, Kamerawinkeln und Schnitten liegt. Als Tyrone Connors das erste Mal "erschreckt", bleibt die Kamera sehr dicht an dem Polizisten, sodass man Ty nur im Hintergrund erkennen kann. Auch als er ihm die Waffe unbemerkt klaut und dann wieder in das Holster zurücksteckt, sieht man als Zuschauer kaum mehr als das, was Connors mitbekommt. Dadurch überträgt sich das Gefühl, man würde, genauso wie er, gerade verfolgt. Denn man weiß selber nicht, wo Ty gerade ist und wann er wieder auftaucht. Bei der Verfolgungsjagd am Hafen entsteht ein ähnliches Gefühl. Oft sind nur die Geräusche von Tyrones Schritten hörbar oder man sieht für den Bruchteil einer Sekunde, wie sein Umhang hinter einem der Container verschwindet. Hier wird man quasi in Connors Situation hineinversetzt. Er wirkt in diesen Szenen überhaupt nicht so bedrohlich und Angst einflößend wie sonst, sondern wirklich wie das Opfer einer Geisterheimsuchung. So spannend, wie diese Verfolgung ist, so unaufgeregt ist dann das Ende. Connors ist tatsächlich auf Tyrones Spiel hereingefallen und gesteht die Tat und schon ist O'Reilly da, um ihm die Handschellen anzulegen. Auch hier ist wieder zu vorhersehbar, dass noch etwas Großes passieren muss und die Geschichte um den Polizisten unmöglich schon abgeschlossen sein kann. Genauso wie bei der "Roxxon"-Handlung wurde Connors in den vorherigen Folgen dafür viel zu sehr in den Fokus gestellt, um jetzt so einfach besiegt zu werden. Es dauert dann auch nicht lange, bis man sehr gut erahnen kann, was am Schluss dieser Episode wartet. 
Connors hat wirklich Angst
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Damit komme ich gleichzeitig zu meinem größten Störfaktor in dieser Episode: Die Romanze zwischen O'Reilly und dem Polizisten Fuchs (Lane Miller). Bis auf ein paar sehr kurze Szenen in zwei oder drei vorherigen Folgen wird der Zuschauer weder an den Charakter des Polizisten noch an die Beziehung zwischen ihm und O'Reilly herangeführt. Als Zuschauer hat man keine Ahnung, warum sie zusammen sind und was sie aneinander finden. Sie haben nicht einmal eine wirkliche Chemie. Das alles führt dann dazu, dass mir ihre Beziehung ziemlich egal war. Fuchs kann in den kurzen Augenblicken auf dem Bildschirm natürlich auch kaum Vielschichtigkeit oder irgendetwas anderes Interessantes transportieren. Mit diesen eher schlechten Voraussetzungen fand ich es sehr auffällig, dass die Serie sich in dieser Folge so intensiv auf ihre Beziehung fokussiert. Der Zuschauer bekommt dabei sogar ein paar kitschig-romantische Momente vorgelegt. Abgesehen davon, dass ich ihnen das Verliebtsein so überhaupt nicht abgekauft habe, hat das vollkommen offensichtlich gemacht, dass die Romanze in Gefahr ist. Mal ehrlich: Wie können die beiden auch so dumm sein und sich nach Connors Verhaftung vor seinen Augen auf der Polizeiwache anschmachten und dann auch noch küssen? Viel offensichtlicher hätte O'Reilly ihm ihre Schwäche ja wohl nicht offenbaren können. Der Mord an Fuchs kommt nach dieser Szene dann so gar nicht überraschend. Nur die Art, wie seine Leiche präsentiert wird - zusammengekrümmt im Kühlschrank - hat für einen kleinen Schockmoment gesorgt. 
Tyrone sieht richtig unheimlich aus - wie ein echter Geist
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Ich finde es etwas schade, dass die Serienmacher nicht etwas subtiler gearbeitet haben, damit der Tod nicht schon vorher vollkommen vorhersehbar war. Nichtsdestotrotz feuert dieser Ausgang die Gefahr an, die von Connors ausgeht. Es ist auch etwas enttäuschend, dass O'Reilly nicht einmal daran gedacht hat, dass der korrupte (!) Polizist auch verhaftet noch Dinge in Bewegung setzen kann und genug Leute auf seiner Seite hat, die seine Drecksarbeit für ihn erledigen. Obwohl die Folge selber also nicht so aufregend war, sorgt dieses Ende dafür, dass ich weiter gespannt bin, was Connors als Nächstes tun könnte. Ich wäre ehrlich gesagt auch sehr irritiert gewesen, wenn er so einfach hätte besiegt werden können. Da bleibt nur zu hoffen, dass er - genauso wie "Roxxon" - wirklich noch für einen spektakulären Höhepunkt sorgt, der die Protagonisten vor eine große Herausforderung stellt. Dann arbeiten sie vielleicht auch wieder als Team zusammen. Tandy und Ty als Duo zu verfolgen macht nämlich auch viel mehr Spaß als sie in ihren einzelnen Missionen zu erleben. 

Fazit

Die achte Episode liegt im Hinblick auf die gesamte Serie nur im Durchschnitt. Es will keine wirkliche Spannung aufkommen. Der Hauptgrund dafür ist die Vorhersehbarkeit der Handlung. Es wird dem Zuschauer zu einfach gemacht, zu erraten, wie es weitergeht. Dadurch kommt es zu keinen unerwarteten Wendungen oder Überraschungen. Vor allem ein Ereignis wird so offensichtlich vorbereitet, dass es letztendlich kaum eine erschreckende Wirkung erzielen kann. Zudem wirken manche Szenen zu "zusammengeschnitten" und dadurch abgehakt, als würde etwas fehlen. Insgesamt erreichen die Protagonisten ihre Ziele zu schnell und einfach, wodurch die Episode kaum fesseln kann. Nur die möglichen Hinweise darauf, was in den letzten zwei Folgen noch passieren könnte, lässt die Neugier darauf nicht ganz abklingen.


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Donnerstag, 19. Juli 2018

Filme unserer Kindheit (Disney Channel Original Movies) - Watch.Read.Discuss.

Es macht großen Spaß, für unsere "Watch.Read.Discuss."-Reihe "Kinderserien der 2000er" regelmäßig in Erinnerungen zu schwelgen. Euch, unseren Lesern, scheint es genauso zu gehen, denn die Posts zu diesem Thema landen regelmäßig in unserer Top-Liste der am meisten geklicktesten Beiträge des Monats (hier findet ihr sie alle). Aus diesen Gründen haben wir uns entschlossen, nicht nur über die Serien zu reden, die unsere Kindheit und Jugend geprägt haben, sondern auch über Filme. In dieser ersten Ausgabe sprechen wir über "Disney Channel Original Movies" (DCOM), also Fernsehfilme, die vom "Disney Channel" produziert wurden.
Klickt auf die Titel, um euch die Trailer anzuschauen.


Katrin

Movie Star - Küssen bis zum Happy End

Leider ein eher unbekannter Film
Foto: Disney Channel
Der High-School-Schüler Josh Rosen (Matt Prokop) liebt Filme und träumt von einer Karriere als Regisseur. Für ein Filmfestival soll er eine Dokumentation zum Thema Beliebtheit drehen. Als Protagonistin wählt er Dylan Schoenfield (Sarah Hyland), das beliebteste Mädchen der Schule. Die kandidiert gerade für den Titel der "Blossom Queen" und sieht in Joshs Film einen Vorteil gegenüber ihren Konkurrentinnen. Dylans divenhaftes Verhalten führt jedoch dazu, dass sich die beiden schnell zerstreiten und der Film zu scheitern droht. Josh startet einen zweiten Versuch und freundet sich nach und nach mit der versnobten Tochter aus gutem Hause an. Während Dylan ihm hilft, bei seinem Schwarm Amy (Sasha Pieterse) zu landen, versucht sich der aufstrebende Regisseur in seine Protagonistin hineinzudenken und sie möglichst lebensnah darzustellen. Schließlich verstehen sich die beiden so gut, dass sich ihre jeweiligen Freunde von ihnen abwenden. Doch die Dokumentation steht noch zwischen ihnen. 
Obwohl ich kein Fan von Filmen bin, bei denen eine Liebesgeschichte im Vordergrund steht, ist dieser einer meiner liebsten "Disney Channel Original Movies" - auch wenn der deutsche Titel furchtbar ist (im Original heißt er deutlich schlichter: "Geek Charming"). Der Hauptgrund ist die herrlich schräge Art der Hauptcharaktere. Sie werden übertrieben stereotypisch und albern dargestellt - je weiter der Film jedoch voranschreitet, desto nachvollziehbarer werden sie. Außerdem mag ich den Ansatz, dass sich nicht - wie in den meisten anderen Filmen - eine Hauptfigur durch den Einfluss einer anderen verändert. Stattdessen machen beide Hauptcharaktere eine Entwicklung durch, wodurch sie in ihrem Freundeskreis zu Außenseitern werden. Außerdem mag ich die Tatsache, dass Dylan weder als "böse", arrogante Zicke noch als armes Mädchen mit einer traurigen Vorgeschichte abgestempelt wird. Sie hat gewisse Charakterzüge aus beiden Sparten, aber je nachdem in welcher Stimmung und mit wem sie zusammen ist, scheinen andere Eigenschaften durch. Dasselbe gilt für Josh: Er ist einerseits ein Nerd, anderseits aber auch noch zu cool für die anderen Nerds, wodurch er nicht wirklich irgendwo dazu gehört. Die Eltern der beiden sind ebenfalls klasse. So ist Dylans alleinerziehender Vater Alan Schoenfield (Andrew Airlie) zwar ein vielbeschäftigter, steinreicher Businessmann, entspricht aber überhaupt nicht dem Klischee. Er ist freundlich, gut gelaunt, macht gerne Witze und findet Josh sofort sympathisch. Genau wie dessen fertige Popularitäts-Doku zeigt auch "Movie Star", dass in jedem Menschen mehr steckt, als der erste Blick vermuten lässt. Ein relativ typisches Fazit für einen "Disney"-Film und dennoch verpackt dieser die Botschaft deutlich witziger und unterhaltsamer als die meisten anderen. Die echte Liebesgeschichte zwischen den beiden Hauptdarstellern hatte jedoch leider kein gutes Ende

Radio Rebel - Unüberhörbar

Unlogisch, unlogischer, Radio Rebel
Foto: Disney Channel
Tara Adams (Debby Ryan, Letztendlich sind wir dem Universum egal) ist eine extrem schüchterne 17-Jährige, die in der Schule so gut wie kein Wort herausbringt. Kaum ist der Unterricht allerdings zu Ende, startet sie ihren erfolgreichen Podcast "Radio Rebel". Ihre Mitschüler lieben die coole Moderatorin, wissen aber nicht, dass es sich dabei um Tara handelt. Als ihr Stiefvater Rob (Martin Cummins), der Besitzer eines großen Radiosenders, "Radio Rebel" hört und herausfindet, wer sich hinter dem Alias verbirgt, gibt er seiner Stieftochter eine eigene Sendung. Gemeinsam mit der DJane Cami Q (Mercedes de la Zerda) organisiert Tara eine wilde Tanzparty an ihrer High School. Die wütende Direktorin Moreno (Nancy Robertson) verkündet daraufhin, dass der Prom abgesagt wird, sollte sich "Radio Rebel" nicht zu erkennen geben. Viele Schüler sind sauer und rufen in der Sendung an, um ihrem Ärger Luft zu machen. Also entschließt sich Tara, in Zusammenarbeit mit dem Radiosender einen eigenen Abschlussball zu veranstalten. Doch die arrogante Stacy (Merritt Patterson) ahnt mittlerweile, wer hinter "Radio Rebel" steckt und erpresst Tara.
Diesen Film habe ich einmal angesehen und werde es vermutlich kein zweites Mal tun. "Radio Rebel" ist einer dieser Teenie-Streifen, die so wirken, als habe jemand eine Idee gehabt und die mit kleinem Budget, einem halbfertigen Drehbuch und einem altbekannten "Nummer sicher"-Star verfilmt. Die Handlung, die aber tatsächlich auf einem Buch basiert, ist ziemlich uninspiriert und hat keinerlei nennenswerte Höhepunkte oder Überraschungsmomente. Dazu kommen stereotypische, langweilige Charaktere, wie sie in absolut jedem Teenager-Format vorkommen. Im Gegensatz zu "Movie Star" nimmt der Film sich und seine klischeehaften Figuren jedoch nicht selbst auf die Schippe, sondern meint alles total ernst. Da liegt die große Schwachstelle. Ich konnte weder die Geschichte noch die Charaktere oder das ganze Szenario irgendwie ernst nehmen. Tara ist alles, nur keine Revolutionärin und alle ihre Probleme wirken ziemlich hausgemacht. Außerdem war es auch schon 2012, im Erscheinungsjahr des Films, nicht mehr sonderlich realistisch, dass Jugendliche regelmäßig Podcasts oder gar Radiosendungen hören. Alles in allem ist "Radio Rebel" ziemlich inhaltslos, langweilig und lebensfern.

Laura: Ich habe von diesem Film nur mal die ersten zehn, zwanzig Minuten gesehen und dann abgeschaltet. Mir ist dieser übertrieben unglaubwürdige Widerspruch in Taras Charakter zu sehr auf die Nerven gegangen. Dass sie in der Schule nicht einmal ein Wort sagen kann und in ihrer Radioshow das Selbstbewusstsein in Person ist, war für mich überhaupt nicht realistisch!

Laura

Camp Rock

Meistens eher Pop und weniger Rock
Foto: Disney Channel
Mitchie Torres' (Demi Lovato) Leidenschaft ist das Singen und sie möchte im Sommer unbedingt zum "Camp Rock" - einem Sommerprogramm für musikbegeisterte Jugendliche. Als ihre Mutter (Maria Canals-Barrera) einen Job als Köchin im Camp angeboten bekommt, kann Mitchie mitfahren. Doch ihr ist es peinlich, dass sie es sich eigentlich nicht leisten kann. Daher verheimlicht sie es und behauptet sogar, dass sie eine reiche Mutter habe, um vor Tess Tyler (Meaghan Martin) anzugeben. Daraufhin wird sie Teil der angesagten Clique und darf zusammen mit Ella (Anna Maria Perez de Taglé) und Peggy (Jasmine Richards) im Background singen, während Tess im Mittelpunkt steht. Im Camp ist auch der Popstar Shane Gray (Joe Jonas), der dort lernen soll, seine Arroganz in den Griff zu bekommen. Eines Tages hört er durch Zufall Mitchie singen, ohne sie dabei zu sehen. Als er sie dann persönlich trifft, hat er keine Ahnung, dass sie die Stimme ist, die ihn so verzaubert hat.
Ich mochte den ersten Teil von "Camp Rock" sehr gerne und habe ihn immer geschaut, wenn er gerade im Fernsehen kam. Damals fand ich die meisten Lieder richtig toll und konnte sie natürlich alle mitsingen. Auch wenn ich mir die meisten heute nicht mehr anhören würde (vor allem nicht das schnulzige "Gotta Find You" oder das nichtssagende "Too Cool"), mag ich "Play My Music" immer noch, weil es wirklich gute Laune macht. Die Handlung war für mich schon als Kind sehr vorhersehbar, es ist halt der bekannte Ablauf: Schüchternes Mädchen wird vor eine Herausforderung gestellt, läuft erst davor weg, bevor sie sich doch traut und dabei eine Transformation durchlebt und sich selber akzeptiert, so wie sie ist. Daneben darf natürlich nicht die Oberzicke fehlen, die mit aller Macht versucht, ihr das Leben schwer zu machen. Auch wenn das nichts Neues ist, hat mir der Film früher  trotzdem gut gefallen. Das lag auch an dem Setting. Das Camp am See mit nichts als Natur rundherum fand ich damals richtig schön. Die Love Story ist passend zum Rest der Handlung auch nichts besonders Ausgefallenes. Ich finde es bis heute komisch, warum Shane so lange nicht erkannt hat, dass Mitchie das Mädchen ist, dessen Stimme er gehört hat. Das nötige Drama gibt es dann, weil die Protagonistin bezüglich ihrer Mutter lügt. Das fand ich damals auch nicht in Ordnung, habe aber verstanden, warum sie es tut - obwohl sie die Lüge unnötig groß aufbauscht. Die Reaktion der anderen auf die Wahrheit habe ich dagegen als vollkommen übertrieben und kindisch empfunden. Der einzige Teil, der mich bei der ganzen Geschichte überrascht hat, ist das Ende. Peggy gewinnt den Wettbewerb. Schön, dass die Filmmacher den Fokus nicht komplett auf die Hauptfigur gesetzt haben. Mit ihrem Song "Here I Am" hat sie den Sieg auch wirklich verdient, denn die Botschaft dahinter ist sehr berührend und stark!

Katrin: Ich habe "Camp Rock" zwar ein paar Mal geguckt, war aber nie ein sonderlich großer Fan des Films. Für mich war er immer nur ein "Gewollt-aber-nicht-gekonnt-High-School-Musical". Der Hauptgrund waren die Charaktere. Mit Ausnahme von Mitchies Mutter und ihrer Camp-Freundin Caitlyn (Alyson Stoner) waren sie alle unglaublich unsympathisch und dumm. Dazu kamen noch die inhaltslosen Songs (auch wenn man die gut bei "Disney: Sing It" mitsingen konnte!) und die völlig lieblose Handlung. Den zweiten Teil habe ich mir jedenfalls noch nie angesehen.

Lemonade Mouth - Die Geschichte einer Band

Eine ziemlich coole Band
Foto: Disney Channel
Olivia (Bridgit Mendler), Mohini "Mo" (Naomi Scott, Power Rangers), Charlie (Blake Michael), Stella (Hayley Kiyoko) und Wen (Adam Hicks) gehen alle auf die gleiche High School, haben aber nichts miteinander zu tun. Doch dann landen sie am selben Tag beim Nachsitzen. Als die Musiklehrerin Miss Reznick (Tisha Campbell-Martin) sie kurz unbeaufsichtigt lässt, entwickeln die Fünf spontan einen Song. Als Miss Reznick das mitbekommt, ist sie begeistert und schlägt ihnen vor, eine Band zu gründen. Als "Lemonade Mouth" wollen sie beim Musikwettbewerb "Rising Star" mitmachen. Bis dahin müssen sie aber noch einige Hürden überwinden und als Band richtig zusammenwachsen. 
Die Charaktere sind für einen Teenagerfilm überraschend wenig klischeebehaftet. Eigentlich wirken sie alle angenehm "unaufgeregt" und einfach wie normale Jugendliche. Sie waren mir schon beim ersten Mal Schauen sehr sympathisch. Außerdem hat jeder von ihnen ein Problem, das sie belastet. Dank ihrer Freundschaft, die sich im Laufe des Films aufbaut, können sie diese aber überwinden, was eine schöne Botschaft ist. Auch wenn es teilweise um Liebesbeziehungen geht, steht bei "Lemonade Mouth" der Zusammenhalt der Band im Vordergrund und das ist richtig erfrischend. Besonders als sie zusammen den Song "More Than a Band" singen, wird wirklich deutlich, wie wichtig sie einander sind. Im Gegensatz zu "Camp Rock" hat hier wirklich jedes Lied eine Bedeutung und alle fügen sich schön in die Geschichte ein und wirken nie unpassend oder erzwungen. Dazu kommt, dass die meisten Songs einen rockigen und kraftvollen Ton anschlagen. Das Lied "Determinate" hat mich damals umgehauen! Im Vergleich zu "High School Musical" oder "Camp Rock" war das eine tolle Abwechslung. Die ganze Geschichte, wie sie letztendlich zu einer Band werden, ist spannend und humorvoll erzählt. Doch es gibt bei diesem Film auch vorhersehbare Momente. Der Klassischste ist wohl der, als ihre Band scheinbar zerbricht. Das sorgt natürlich nur für kurzzeitige Dramatik, denn dass es nicht so zu Ende gehen wird, weiß man durch den Anfang des Films. Dem Zuschauer wird zu Beginn gezeigt, dass "Lemonade Mouth" groß rausgekommen ist und der Film beschreibt den Weg dahin. Ich hätte es damals aber besser gefunden, wenn man nicht schon so früh sieht, wie es letztendlich ausgeht. Einerseits ist das ein "Disney Channel"-Film - also geht am Ende natürlich alles gut aus - dafür brauche ich keine "Versicherung" bevor die Geschichte überhaupt losgeht. Andererseits hätte ich es viel überraschender gefunden, erst am Ende zu wissen, WIE groß sie tatsächlich herauskommen.

Katrin: "Lemonade Mouth" habe ich vor wenigen Jahren zufällig zum ersten Mal geguckt und mich gefragt, warum mir der Film vorher nicht aufgefallen ist. Die Lieder sind ganz cool, die meisten Charaktere unterhaltsam und auch die Geschichte hat Pep. Letztere ist für einen Film aus dem Hause "Disney" auch an einigen Stellen überraschend anders. So kommen nicht alle Hauptcharaktere mit der Person zusammen, in die sie verliebt sind und es gibt auch eine Handvoll ernster Momente.


Welche "Disney Channel Original Movies" habt ihr in eurer Kindheit und Jugend gerne geguckt? Teilt es uns in den Kommentaren mit. Wir planen weitere Diskussionsbeiträge zu diesem Thema, vielleicht kommt euer Favorit in einem zukünftigen Post vor.

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