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Sonntag, 12. August 2018

Marvel's Cloak & Dagger: Staffel 1 - Rückblick

Die erste Staffel der neuen "Marvel"-Serie "Cloak & Dagger" ist letzte Woche mit der finalen zehnten Folge zu Ende gegangen. In diesem Post lasse ich die Geschichte um die zwei jungen Superhelden noch einmal Revue passieren. Ich spreche über die Dinge, die mir besonders gut gefallen haben und die Aspekte, die mich gestört haben. Da die Serie bereits verlängert wurde, erwähne ich außerdem meine Wünsche für die zweite Staffel. 


Top Charaktere

Eine Serie mit interessanten Helden
Foto: Freeform/Marvel
Von Beginn an war ich begeistert von dem gründlichen Aufbau der Hauptfiguren Tandy (Olivia Holt) und Tyrone (Aubrey Joseph) und ihrer Persönlichkeiten. Bereits nach der ersten Folge hatte ich das Gefühl, sie nicht nur auf einer oberflächlichen Ebene kennengelernt zu haben. Der Fokus auf die Charakterentwicklung hat sich durch die gesamte Staffel gezogen, was gleichzeitig ungewöhnlich und interessant war. Besonders ab der vorletzten Folge waren die Charaktere für mich richtig greifbar und ich habe ihre Handlungen und Entscheidungen immer nachvollziehen können. Gerade da hat sich wirklich gezeigt, wie gut die ausführliche Vorstellung der Figuren funktioniert. Für mich sind die Charaktere die größte Stärke der Serie. Selbst Episoden, in denen die Handlung sehr langsam vorangekommen ist, war das Zuschauen nicht langweilig, weil die Protagonisten so spannend sind. Dazu haben natürlich die Schauspieler von Tandy und Tyrone ganz viel beigetragen. Olivia Holt und Aubrey Joseph schaffen es, ihre Rollen wirklich greifbar zu machen. Es wird dabei deutlich, dass sie sich sehr gut mit ihren Charakteren auseinandergesetzt haben müssen. Ansonsten hätten sie die Persönlichkeiten nicht so glaubwürdig und verständlich präsentieren können. Ich fand besonders Holts Darbietung in der siebten Episode beeindruckend. Ihre Reaktion, als sie plötzlich mit ihrem toten Vater sprechen konnte und zum ersten Mal nach acht Jahren seine Stimme gehört hat, war so ehrlich und ergreifend. Ich konnte in diesem Moment wirklich verstehen, was in ihr vorgeht und deshalb ihre Entscheidung, in dem gefährlichen Ort in Ivan Hess' (Tim Kang) Gedanken bleiben zu wollen, nachvollziehen. Genauso berührend war ihr Gefühlsausbruch Ty gegenüber, als sie ihm offenbart hat, wie sehr sie es hasst, in der echten Welt niemanden zu haben, der für sie da ist. Die beste Szene mit Tyrone war für mich sein Streit mit Duane, einem Freund seines ermordeten Bruders, in Folge sechs. Der Zuschauer konnte seinen Schmerz, seine Enttäuschung und Wut mitfühlen. Joseph schafft es unglaublich gut, in diesem paar Momenten zu zeigen, wie viele negative Emotionen in ihm hochkochen. Vor allem die Verzweiflung, keine Gerechtigkeit für seinen toten Bruder zu bekommen, ist wirklich greifbar. Das sind nur zwei Beispiele für die tollen schauspielerischen Momente der Hauptdarsteller. In der gesamten Staffel gab es noch viele mehr.

Gemischte Gegner

Connors ist wirklich unausstehlich
Foto: Screenshot
Connors (J. D. Evermore) als korrupter Cop, der sich alles erlauben kann, ist zwar nicht der ausgefallenste Gegenspieler, dafür aber ein sehr glaubhafter. Der ganze Konflikt zwischen ihm und Tyrone wirkte alles andere als an den Haaren herbeigezogen, sondern leider sehr realistisch. Einerseits die Tatsache, dass ein Cop damit durchkommt, einen Schwarzen erschossen zu haben und andererseits, dass Tyrone als Kind niemand geglaubt hat, es sei Mord gewesen. Er ist zudem nicht nur im Drogengeschäft involviert,  er hätte auch nicht davor zurückgeschreckt, Tyrone ebenfalls zu erschießen, weil er ihm in die Quere gekommen ist. Besonders widerlich wurde seine Figur, als er die aufgebrachte O'Reilly (Emma Lahana) zusammengeschlagen hat, während die anderen Polizisten die Situation einfach haben geschehen lassen. Er ist nicht nur bedrohlich, er hat auch Macht, was seine Rolle noch perfider macht. Er war definitiv der interessantere Antagonist in dieser Staffel. "Roxxon" und der CEO Peter Scarborough (Wayne Péré) hingegen konnten mich die gesamte Handlung über nicht wirklich überzeugen. Der Zuschauer hat viel zu wenig über das erfahren, was wirklich in der Firma abläuft. Es wurde immer nur darüber gesprochen, dass sie damals den Unfall vertuscht und Tandys Vater Nathan Bowen die Schuld an der Explosion gegeben haben. Das sind beides Dinge aus der Vergangenheit, während in der Gegenwart nichts passiert ist, von dem man als Zuschauer etwas mitbekommen hat. Scarborough hat sogar einen Moment, in dem er hätte zeigen können, dass er gefährlich ist: Als Tandy in entführt und erpresst hat. Doch auch da ist er sehr langweilig, austauschbar und alles andere als bedrohlich gewesen. Es wurde nicht einmal gezeigt, wie er letztendlich "entkommt" und seine ehrliche Reaktion auf die Entführung. Es gab also keine Anhaltspunkte, die seine Gedanken oder Motivationen offenbaren. Als er dann in der vorletzten Folge jemanden zu Tandys Mutter geschickt hat, um sie zu bedrohen, wurde das vorher überhaupt nicht aufgebaut. Deshalb fehlte auch hier jeglicher Spannungsaufbau und es hat seine Figur definitiv nicht interessanter oder bedrohlicher gemacht. Als weitere Gegenspieler sind dann wohl noch die Besessenen zu nennen. Die sind meiner Meinung nach tatsächlich kaum erwähnenswert. Zum einen sind sie erst im Finale aufgetaucht. Zum anderen haben sie überhaupt nicht für Chaos gesorgt oder die Protagonisten und andere Figuren in lebensbedrohliche Situationen gebracht. In meinen Augen waren sie sehr unspektakulär.

Fähigkeiten der anderen Art

Der Lichtdolch ist nur eine von Tandys Kräften
Foto: Screenshot
Was mich zu Beginn der Serie überrascht hat, ist die ungewohnte Umsetzung einer Superheldengeschichte. In den meisten Fällen sind solche Serien temporeich und haben viele Actionszenen. "Cloak & Dagger" wählt einen ganz anderen Ansatz. Kampfszenen wurden sehr selten gezeigt und außerdem "hetzte" der Zuschauer nicht von einem intensiven Erlebnis zum nächsten. Gerade anfangs habe ich das als eine angenehme Abwechslung empfunden. Gegen Ende hat mir dadurch dann doch etwas gefehlt, aber darauf gehe ich im Detail im nächsten Abschnitt ein. Eine weitere Besonderheit, die ihren Ursprung natürlich in der Comicvorlage hat: die Superkräfte der Helden. Auch die sind mal etwas ganz anderes. Zwar haben sie beide eine "körperliche" Kraft - Tandys Lichtdolch und Tyrones Teleportation - doch darüber hinaus auch noch Fähigkeiten, die nicht einfach so sichtbar sind. Die Idee, dass sie die Hoffnungen bzw. Ängste der Menschen sehen, die sie berühren, fand ich sehr interessant. Im Laufe der Staffel wurde damit auch immer auf sehr verschiedene Weisen gespielt. Am besten hat mir die siebte Folge gefallen. Denn da haben sie dank ihrer Kräfte Ivan Hess aus seinem katatonischen Zustand geholt, in dem er seit dem Unfall vor acht Jahren gewesen ist. So ein Einsatz von Heldenfähigkeiten ist wirklich außergewöhnlich, weshalb ich davon so fasziniert bin. Außerdem habe ich das Gefühl, dass sie weitere Kräfte haben, die nur noch nicht entdeckt wurden. Das wurde ja schon im Staffelfinale angedeutet, als Tyrone Connors mit seinem schwarzen Rauch "aufgesaugt" hat. Der einzige problematische Punkt, den ich im Zusammenhang mit den Fähigkeiten sehe (und über den ich vor allem in meiner Rezension zur vierten Folge ausführlich gesprochen habe und auch noch einmal in meiner Kritik zur darauffolgenden Episode aufgreife), ist der Umgang mit einem sensiblen Thema: Tandy konnte ihre Fähigkeiten erst kontrollieren, nachdem sie versucht hat, sich umzubringen. Leider wurde die Thematik des Selbstmords viel zu oberflächlich behandelt und überhaupt nicht besprochen. Viel mehr wurde er eingesetzt, um ein paar Minuten Dramatik einzubauen. Am Ende blieb dann der Eindruck zurück, dass der Suizidversuch unbedingt nötig gewesen ist, damit sie ihre Kräfte unter Kontrolle hat. Das ist meiner Meinung nach sehr bedenklich. 

Das Tempo der Serie ist gewöhnungsbedürftig

Auch wenn der Plot stockt, machen ihre Szenen Spaß
Foto: Screenshot
So sehr ich den intensiven Charakteraufbau auch mag, er führte letztendlich dazu, dass der Plot etwas zu kurz gekommen ist. In manchen Folgen lief die Handlung kaum voran, wodurch sich die Geschichte lang gezogen anfühlte. Nur durch die tollen Figuren ließen sich auch die fast ereignislosen Episoden bis zum Ende durchschauen. In den letzten Minuten folgte dann meistens ein Cliffhanger, der die Neugier geweckt hat. Doch in vielen Fällen ging die kommende Folge erst einmal nicht darauf ein. Die Aufhänger der achten Folge wurden zum Beispiel erst am Ende der Neunten behandelt. Auch das bremste das Tempo immer wieder aufs Neue. Ein weiteres Problem: Manche Aspekte werden entweder nicht aufgegriffen oder fallen gelassen. Ich fand es beispielsweise sehr komisch, dass nie gezeigt wurde, wie Tandy herausgefunden hat, dass sie die Hoffnungen der Menschen nicht nur anschauen, sondern auch manipulieren und sogar stehlen kann. Der Zuschauer wurde damit einfach überrumpelt und wartete vergeblich auf Erklärungen. Wie problematisch dieses Langziehen des Plots wirklich ist, wurde dann im Staffelfinale deutlich. Ich fand, dass es dort fast komplett an Spannung fehlte. Alle Probleme müssen irgendwie aufgegriffen und am besten noch gelöst werden. Das ist dann nicht nur rasend schnell passiert, sodass kaum Zeit geblieben ist, um eine packende Stimmung aufzubauen. Die Lösungen der Konflikte waren auch noch viel zu simpel. Die Figuren mussten kaum Hürden überwinden und das Verhindern der großen Katastrophe basierte mehr oder weniger auf Zufall. Das war wirklich schade, weil es durchaus Folgen gab, die aufregend waren. Vor allem die Siebte hat mir in dieser Hinsicht gut gefallen. Der Abschluss der Staffel konnte da nicht wirklich mithalten und hat mich deshalb etwas enttäuscht zurückgelassen. Es wurde außerdem nicht einmal mehr gezeigt, was genau mit den Besessenen passiert ist (darunter auch Mina (Ally Maki)!), nachdem Tandy und Ty die Stadt gerettet haben. Scheinbar hat auch dafür die Zeit gefehlt.

Wünsche für Staffel 2

Wird Evitas Rolle in der nächsten Staffel bedeutender?
Foto: Screenshot
Hätte die erste Staffel mehr Folgen gehabt, hätte die Serie vor allem im Hinblick auf den Plot und das Erzähltempo noch besser werden können. Die kommende Staffel wird allerdings ebenfalls nur zehn Episoden haben. Ich hoffe daher, dass der Fokus stärker auf der Geschichte liegt. Tandy und Tyrone kennen die Zuschauer mittlerweile ziemlich gut, ich denke nicht, dass daher noch komplette Folgen benötigt werden, um sie weiter auszubauen. Ich wünsche mir außerdem, dass es an der einen oder anderen Stelle etwas mehr Action gibt. Die wenigen solcher Szenen haben gezeigt, dass die Serie auch das kann, denn die Kampfszenen haben mir wirklich gefallen. Die Protagonisten müssen deshalb nicht alle fünf Minuten mit sinnlosen körperlichen Auseinandersetzungen konfrontiert werden. Aber eine kleine Steigerung in diese Richtung würde die Handlung vielleicht schon etwas temporeicher machen. 
O'Reilly hat jetzt auch übermenschliche Kräfte
Foto: Screenshot
Ansonsten bin ich unheimlich gespannt darauf, wie es mit O'Reilly weitergeht. Im Finale wurde nur ganz kurz gezeigt, dass sie sich übermenschlich schnell bewegen kann. Ich hoffe, dass das nicht die einzige Fähigkeit bleibt. Ich fände es zudem spannend, wenn sie zu Beginn tatsächlich die neue Gegenspielerin der Helden wird. Ich würde gerne sehen, wie Tandy und vor allem Tyrone damit umgehen. Schließlich hat die Polizistin ihm oftmals geholfen. Neben O'Reilly bin ich auch interessiert daran, zu sehen, wie es mit Evita (Noëlle Renée Bercy) weitergeht. Mein Wunsch ist, dass sie mehr Screen Time bekommt und zudem die Voodoo-Geschichte mit ihrer Tante Chantelle (Angela Davis) ebenfalls noch eine Rolle spielt. Ich bin außerdem sehr neugierig, wie es mit Connors weitergeht - wenn es überhaupt irgendwie weitergeht. Ich hoffe, es gibt eine Aufklärung, was geschehen ist und wieso Tyrone ihn "aufsaugen" konnte. Da er der spannendste Gegner war, wäre es schade, wenn er wirklich nicht mehr auftaucht. Er hat für mehrere aufregende Szenen gesorgt und ist wirklich ein Charakter gewesen, den ich überhaupt nicht ausstehen konnte. Falls er nicht mehr vorkommen sollte, wird es hoffentlich einen ebenbürtigen - oder sogar noch besseren - Antagonisten geben. Ganz allgemein freue ich mich auch schon darauf, die Weiterentwicklung von Tandys und Tys Beziehung zu verfolgen. Da mir ihre gemeinsamen Szenen immer sehr gut gefallen haben, fände ich es toll, wenn es in der kommenden Staffel noch mehr geben würde, da sie insgesamt doch sehr rar waren. Bis jetzt sind sie immer noch kein richtiges Superheldenteam geworden, das hat erst Finale langsam erste Formen angenommen. Mein Wunsch für die zweite Staffel ist daher, dass sie endlich wirklich zu Cloak und Dagger werden.


Auch wenn es ein paar Störfaktoren gibt, habe ich diese "Marvel"-Serie sehr gerne geschaut und freue mich schon auf die zweite Staffel. Jetzt heißt es erst einmal warten und hoffen, dass es bald neue Infos geben wird. Alle meine Rezensionen zur ersten Staffel findet ihr hier. 

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Sonntag, 5. August 2018

Marvel's Cloak & Dagger: Staffel 1, Folge 10 (Staffelfinale) - Rezension

- Der folgende Text enthält Spoiler - 

Die Stadt New Orleans schwebt in großer Gefahr. Die Energiequelle, die "Roxxon" entdeckt hat, droht in der ganzen Gegend auszutreten. Jeder, der damit oder mit anderen Infizierten in Berührung kommt, wird zu "Besessenen" wie damals auf der Bohrinsel. Die Einzigen, die diese Katastrophe verhindern können, sind Tandy (Olivia Holt) und Tyrone (Aubrey Joseph). Die beiden haben allerdings noch andere Probleme: Tandy muss ihre Mutter (Andrea Roth) vor "Roxxon" beschützen und Tyrone ist auf der Flucht vor der Polizei, nachdem Connors (J. D. Evermore) behauptet hat, er hätte Fuchs (Lane Miller) ermordet. Trotzdem versuchen sie alles, um die Stadt zu retten und erfahren dabei von Evita (Noëlle Renée Bercy), dass sie die Auserwählten sind: Um die Katastrophe abzuwenden, muss einer von ihnen sterben. 


Ein schnelles Finale

Tyrone und Tandy sind bereit, Helden zu werden
Foto: Screenshot
Eigentlich ist die Serie dafür bekannt, das Tempo gemächlich zu halten, um der Charakterentwicklung viel Platz zu geben. Dieser Fokus, der mehr auf den Figuren als der Geschichte liegt, wird für das Finale "Colony Collapse" (dt.: Zerstörung") zu einem Hindernis. Die neunte Folge endete mit vielen offenen Handlungssträngen, die irgendwie in der letzten Episode behandelt oder abgeschlossen werden müssen: Tandys Mutter wird im Auftrag von Scarborough (Wayne Péré) bedroht, Tyrone muss vor der Polizei fliehen, Connors will sowohl Ty als auch O'Reilly  (Emma Lahana) für ihre Aktion umbringen und dann wäre da noch das Problem mit der Energiequelle. Tatsächlich wird all das im Finale abgehandelt. Allerdings fällt auf, dass die 40 Minuten Laufzeit eigentlich nicht dafür ausreichen. Die komplette Handlung der Folge wirkt gehetzt und einige der Konflikte werden zu schnell und simpel aufgelöst. So wird der Plot um Tandy, ihre Mutter und "Roxxon" in den ersten paar Minuten abgehakt. Diese Firma ist gemeinsam mit Scarborough danach kein Thema mehr. Besonders enttäuschend ist aber der große Höhepunkt - der Kampf der Helden, um die Stadt zu retten. Der kommt viel zu schnell und einfach zu einem Ende. Es will keine Spannung aufkommen, weil schlicht und ergreifend zu wenig Zeit vorhanden ist, um diese überhaupt aufzubauen. Das zeigt sich beispielsweise an der einzigen gemeinsamen Kampfszene von Tandy und Ty. Die ist weder dramatisch noch packend, weil sie nur wenige Sekunden andauert und der Zuschauer kaum Auseinandersetzungen sieht. Sie kommen nicht einmal ansatzweise an ihre Grenzen und landen nicht in einer lebensbedrohlichen Situation. Außerdem erinnert sie stark an die Auseinandersetzung aus der siebten Folge, in der die Zwei auch gegen Besessene gekämpft haben. Daher ist sie zusätzlich nicht sonderlich interessant anzusehen, weil sie sich wie eine Wiederholung anfühlt. 
O'Reilly muss genauso wie Tyrone um ihr Leben fürchten
Foto: Screenshot
Die Besessenen habe ich mir zudem etwas spektakulärer vorgestellt. Sie werden zwar in verschiedenen Situationen gezeigt, aber sie rennen meist einfach nur wild in der Gegend herum, schmeißen mit Gegenstände oder versuchen, andere Menschen anzugreifen. Es sind auch noch relativ wenige, sodass die allgemeine Bevölkerung noch nicht in Gefahr ist oder falls sie es ist, wird es nicht gezeigt. Das alles wirkt daher kaum bedrohlich, besonders, weil sie nie wirklich jemand anderen richtig stark verletzen. Die intensivste Szene ist die, in der Mina (Ally Maki) infiziert wird und in der dunklen Lagerhalle lauert, um Tandy anzugreifen. Was mit ihr passiert ist, nachdem Tyrone im richtigen Moment aufgetaucht ist, um sie mit einem Taser auszuschalten, ist unklar. Da es keine Auflösung dazu gibt, gehe ich davon aus, Tandy und Ty haben sie einfach bewusstlos liegen lassen. Diese Lücke finde ich schon merkwürdig, da am Ende genug Zeit wäre, um nach dem Verhindern der Katastrophe ihren Verbleib kurz zu behandeln. Genauso wenig erfährt der Zuschauer, was mit ihrem Vater Ivan Hess los ist. Zu Beginn der Folge gibt es die Andeutung, "Roxxon" könnte möglicherweise auch diese Familie aus dem Weg räumen. Als Tandy zu Mina geht und vor zwei Besessenen rettet, wird ihr Vater aber kein einziges Mal erwähnt. Genauso unklar bleibt, was mit den Infizierten passiert ist, nachdem die Protagonisten die Krise aufhalten konnten. Wurden sie einfach wieder normal, sind sie vielleicht sogar gestorben oder rennen ein paar von ihnen immer noch infiziert durch die Gegend? Es ist ein bisschen ärgerlich, dass dieser Teil nicht mehr aufgegriffen wird. Wenn die erste Staffel wenigstens 15 Folgen gehabt hätte, wären solche Lücken vielleicht nicht entstanden. Ich denke, um den gesamten Plot ausführlich und spannend auszuführen, ohne dabei die Charakterentwicklung zu kürzen, sind die vorhandenen zehn Episoden einfach nicht genug gewesen. 

Eine merkwürdige Auflösung 

Tyrone kann sich ohne Umhang nicht wegteleportieren
Foto: Screenshot
Mit dem Ende habe ich aber abgesehen von der fehlenden Spannung noch ein anderes Problem. Es wird überhaupt nicht klar, was überhaupt geschieht. Die letzten Augenblicke, bevor Tandy und Ty die Stadt retten, wirken sehr komisch zusammengeschnitten. In einem Moment sind sie noch bei den Druckventilen, aus denen die Energiequelle strömt, und halten sich an den Händen. Kurz darauf sind sie dann plötzlich nicht mehr in diesem Raum, sondern fliegen durch die Luft. Das sieht dann auch noch richtig schlecht animiert aus, so als hätten die Schauspieler auf einem Green Screen gelegen und der Himmel wäre danach noch eingefügt worden. Noch dazu sind nur ihre Oberkörper zu sehen, der Rest ist am unteren Bildrand abgeschnitten, was die Sequenz noch künstlicher erscheinen lässt. In allen anderen Episoden sind mir die Spezialeffekte nie negativ ins Auge gefallen. Aber diese Szene hat wirklich nicht authentisch gewirkt sondern eher albern. Nach diesem merkwürdigen Flug liegen sie dann letztendlich auf dem Dach des Gebäudes. Damit endet ihr "Kampf". Es wird nicht verständlich, was mit der Energiequelle passiert, nachdem Tandy und Ty sich an den Händen halten und ihre Kräfte damit vereinen. Zuvor konnten sie sich nie berühren, weil sie sich immer voneinander angestoßen haben. Wieso sie dann in dieser Situation auf die Idee kommen, ihre Hände zu halten, macht eher einen undurchdachten Eindruck. Damit basiert alles nur auf Zufall und Glück und hätte auch genauso gut nicht klappen können. Was genau ihre Berührung mit der Quelle anstellt, wird ebenfalls nicht gezeigt, da sie ja schon in der Luft sind und keine Aufnahmen mehr aus dem Inneren des Gebäudes folgen. Dadurch wirkt das ganze Ende, genauso wie der Rest der Folge, zu zusammengeschustert und gehetzt. Es ist auch keine große Überraschung, Tandy und Tyrone beide lebend aus der Katastrophe kommen zu sehen. Ich habe schon zuvor damit gerechnet oder mit einer Reanimation im Falle des Todes. Sie sind ja nicht einmal "offiziell" zu Cloak und Dagger geworden, warum sollte dann schon einer von ihnen endgültig sterben? Zudem kennt der Zuschauer die Charaktere mittlerweile zu gut, um wirklich überrascht darüber zu sein, dass Tandy Tyrone nicht alleine lässt, als er sich selbst opfern will, um die Stadt zu beschützen. Sie hat in der gesamten Staffel nie halbe Sachen gemacht und ist immer bestimmt gewesen, ihre Pläne zu Ende zu bringen. Da wäre es schon sehr untypisch für sie gewesen, einfach aufzugeben und Ty seinem angeblichen Schicksal zu überlassen, für New Orleans zu sterben.
Evita ist die Übermittlerin der schlechten Nachricht
Foto: Screenshot
Evitas Rolle ist in dem ganzen hastigen Plot nicht so groß, wie ich es mir erhofft habe. Die Hauptfiguren wollen ohnehin schon die Stadt retten und wissen, wo sie hin müssen. Sie kommt dann bloß kurz zu ihnen - der Ort ist Tandys Versteck in der Kirche, wie auch immer sie das gefunden hat - und trägt nicht wirklich etwas zum Plot bei. Dank ihr erfahren sie nur von der Prophezeiung und dem bevorstehenden Tod von einem von ihnen. Ich denke, die Handlung wäre ohne ihre kurze Erklärung nicht anders verlaufen. Trotzdem ist die Szene, in der sie sich von Tyrone verabschiedet, sehr angenehm. Statt ein großes Drama zu machen oder theatralisch zu weinen, bleibt sie ruhig und sorgt nicht für noch mehr Aufregung. Dieses beherrschte und rationale Verhalten gefällt mir richtig gut. Ich hoffe, dass sie in der zweiten Staffel eine größere Rolle spielen wird, weil ich gerne sehen würde, wie sie sich mehr in die Geschichte einbringt.
Connors will O'Reilly und Tyrone beseitigen
Foto: Screenshot
Auch wenn mich das Finale insgesamt nicht ganz so mitreißen konnte, wie ich gehofft habe, gibt es einige aufregende Aufhänger für die zweite Staffel. Der größte dreht sich um die "Verwandlung" von Detective O'Reilly. Nachdem Connors auf sie geschossen und ihren leblosen Körper ins Wasser befördert hat, habe ich fest damit gerechnet, die Polizistin nicht zum letzten Mal gesehen zu haben. Denn bevor sie zusammengebrochen ist, hat sie etwas von der Energiequelle abbekommen, das aus dem Ventil neben ihr geströmt ist. Außerdem wäre ihr Abgang viel zu schnell gewesen, da sie im Rest der Staffel eine wichtige Rolle gespielt hat. Deshalb wäre für mich nur eine ausführlichere Abschiedsszene ein Indiz für ihren richtigen Tod gewesen. Die letzte Szene in dieser Folge, in der sie dann aus dem Wasser klettert, ist sehr interessant. Ich denke, es kann schon sicher gesagt werden, dass sie nun ebenfalls Fähigkeiten besitzt. Ansonsten hätte sie sich nicht so übermenschlich schnell bewegen können. Der Plot um sie herum könnte wirklich spannend werden, da sie zusätzich zur Schnelligkeit auch noch den wütenden, aggressiven Blick der Besessenen hat. Vielleicht wird sie ja die neue Gegenspielerin, was eine sehr spannende Wendung wäre, da sie vor allem Tyrone immer geholfen hat. Die beiden dann auf unterschiedlichen Seiten zu sehen, könnte aufregend werden. Ebenfalls interessant ist die neu entdeckte Kraft von Ty. Als Connors ihn ebenfalls ausschalten will, packt er den Cop und teleportiert sich mit ihm zusammen auf ein Dach. Als er ihn dann nicht hinunterstößt, sondern liegen lässt, "saugt" ihn der schwarze Rauch um ihn herum einfach auf, ohne, dass Tyrone es kontrollieren kann. Es wäre auch hier spannend, wenn das noch nicht Connors Ende ist und er in irgendeiner Form noch einmal auftaucht. Schließlich ist nicht klar, ob Tyrone ihn dadurch wirklich getötet hat oder ob er noch lebt, sich aber an einem anderen Ort befindet, zu dem Tyrones schwarzer Rauch vielleicht eine Art Tor ist. Hoffentlich gibt es dazu dann auch Erklärungen. Ich bin also insgesamt auf jeden Fall gespannt, wie die Geschichte in der nächsten Staffel weitergehen wird. Da die Charaktere in der Ersten so gut aufgebaut wurden, bleibt dadurch vielleicht auch mehr Zeit, um den Plot mehr in den Fokus zu stellen und etwas temporeicher sowie spannender zu werden. Letztendlich sind aber die Figuren, die so toll erschaffen wurden, der große Pluspunkt der Serie und der Hauptgrund, wieso ich die Serie weiterverfolgen werde.

Fazit

Das Staffelfinale von "Cloak & Dagger" wirkt insgesamt etwas zu schnell und gehetzt. Da in den vorherigen Episoden der Fokus meistens auf der Entwicklung der Figuren lag und das Tempo der Handlung dabei eher ruhig war, fehlt es jetzt an Zeit. Der Plot kann nicht so ausführlich abgeschlossen werden, wie es mit ein paar mehr Folgen vielleicht möglich gewesen wäre. So lösen sich die Probleme und vor allem die große Katastrophe viel zu schnell und simpel. Dadurch kommt kaum Spannung auf. Dennoch schafft es die Serie, die meisten Handlungen weitestgehend zu beenden, wenn auch mit einigen offenen Fragen. Gleichzeitig kommen neue Aufhänger dazu, die die Neugier auf die zweite Staffel wecken. 


Die zehn Wochen sind ziemlich schnell vergangen. Um die ganze Staffel Revue passieren zu lassen, wird in der kommenden Woche als Abschluss ein Rückblick folgen. Darin werde ich unter anderem noch einmal auf alles eingehen, was mir gut und weniger gut gefallen hat und darüber sprechen, was ich mir von der nächsten Staffel erhoffe.
Bis dahin findet ihr alle Rezensionen zu "Cloak & Dagger" hier.

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Sonntag, 29. Juli 2018

Marvel's Cloak & Dagger: Staffel 1, Folge 9 - Rezension

- Der folgende Text enthält Spoiler - 

Tandy (Olivia Holt), Tyrone (Aubrey Joseph) und Detective O'Reilly (Emma Lahana) konnten ihre Ziele in der letzten Folge zwar erreichen, haben aber trotzdem verloren. Tandy hat es geschafft, den "Roxxon"-CEO Scarborough (Wayne Péré) mit Beweismitteln zu erpressen, musste dann aber erfahren, dass ihr verstorbener Vater gewalttätig war und ihre Mutter (Andrea Roth) geschlagen hat. Tyrone und O'Reilly konnten ein Geständnis von Connors (J. D. Evermore) bekommen, doch das reicht letztendlich doch nicht, um ihn hinter Gitter zu bringen. Obwohl die Wahrheit nun draußen ist, scheint es Tys Eltern nicht zu interessieren, dass ihr anderer Sohn von einem Polizisten erschossen wurde. Es gibt immer noch keine Gerechtigkeit für Tys toten Bruder. O'Reilly muss zudem den Tod ihres Freunds Fuchs (Lane Miller) verkraften. Alle drei fallen in ein Loch. Tandy fängt wieder an, Leute zu bestehlen. Statt materieller Dinge nimmt sie sich allerdings die Hoffnungen der Menschen. Tyrone legt ein zunehmend aggressives Verhalten an den Tag und will nicht länger der perfekte Musterschüler sein. O'Reilly ertrinkt ihre Trauer im Alkohol. Währenddessen sagt Evitas (Noëlle Renée Bercy) Tante Chantelle (Angela Davis) voraus, dass "Roxxon" die entscheidende Rolle darin spielen wird, die Stadt ins Chaos zu stürzen. Nur Tandy und Tyrone können das laut ihrer Prophezeiung verhindern. 


Zu viel Fokus auf den Charakteren

Tyrone hat es satt, alles immer perfekt zu machen
Foto: Screenshot
"Back Breaker" (dt.: Wer sind wir") ist die mittlerweile neunte Folge der ersten Staffel und die letzte vor dem Finale. Daher lässt mich der intensive Charakteraufbau in dieser Episode besonders zwiegespalten zurück. Wäre gerade einmal die Hälfte der Staffel vorbei und damit noch genug Zeit, den Plot weiter auszuführen, fände ich diese starke Konzentration auf ihre Personen großartig. Generell habe ich noch keine andere Serie gesehen, die ihre Figuren so akribisch zeichnet und dem Zuschauer so eindrucksvoll vorstellt. Gerade in dieser Episode ist es wirklich interessant, Tandy und Ty an ihren Tiefpunkten zu sehen. Denn an keiner Stelle wirken ihre Entscheidungen und ihr Verhalten unglaubwürdig oder unstimmig. Dank des gelungenen Aufbaus ihrer Persönlichkeiten habe ich wirklich das Gefühl, sie richtig gut zu kennen. Da Tandy schon in vorherigen Folgen gezeigt hat, dass sie bei Problemen über die Stränge schlägt, ist es keine Überraschung, dass sie es nun auch tut. Ebenso ist ihr sehr kindisches, eifersüchtiges Verhalten Mina (Ally Maki) gegenüber keine Überraschung, weil auch dieser Aspekt ihres Charakters schon bekannt ist. Ich habe Tandy in dem Moment, als sie Mina eiskalt ihre Hoffnung stiehlt, verflucht, weil dieses Verhalten das Letzte ist. Die engagierte Umweltingenieurin kann sicher nichts dafür, dass Tandy keinen Vater mehr hat und sie selbst ihren wieder gesund zurückbekommen hat. Aber ich habe mich nicht gefragt: "Warum hat sie das denn getan???" Das spricht definitiv dafür, dass die Serienmacher einen grandiosen Job gemacht haben, die Charaktere zu formen und verständlich zu machen. Ähnlich ist es bei Tyrone. Als Zuschauer hat man mehr als ein paarmal dabei zugeschaut, wie er den verzweifelten Kampf führt, Gerechtigkeit für seinen toten Bruder zu bekommen. Auch hier macht es Sinn, dass er vollkommen neben der Spur ist, nachdem seine Anstrengungen umsonst waren. Genauso bekannt ist mittlerweile, wie sprunghaft die Beziehung zwischen den beiden Protagonisten ist. Nur weil sie sich in einer Situation super verstehen, heißt das nicht, dass das so bleibt. Auch das hat die Serie schon mehrfach veranschaulicht. Daher ist der Streit, den sie in dieser Episode haben, nichts Irritierendes (Wenn auch extrem anstrengend, weil ich endlich sehen will, wie sie ein richtiges Team werden!). Besonders in dieser Folge wird deutlich, wie viel die akribische Auseinandersetzung mit den Charakteren gebracht hat. Sie sind als Figuren so greifbar und vertraut wie nie zuvor. 
Tandy verbrennt aus Hass auf ihren Vater ein Familienfoto
Foto: Screenshot
Doch da nicht noch zehn weitere Episoden folgen, bin ich eher skeptisch, wie gut das Finale sein wird. Es fällt extrem auf, dass das Vorstellen und Aufbauen der Protagonisten massiv dazu beiträgt, den Plot in die Länge zu ziehen. Mit Ausnahme der letzten Minuten entwickelt sich die Handlung nämlich überhaupt nicht weiter. Der einzige wirklich aufregende Moment ist die Szene, in der Mina miterlebt, wie drei "Roxxon"-Mitarbeiter von der gefährlichen Energiequelle getroffen werden und sie danach jagen. Wie dieses Ereignis ausgeht, wird allerdings in dieser Folge nicht gezeigt. Die Antworten auf Fragen nach "Roxxons" und Connors möglichen nächsten Schritten bekommt der Zuschauer erst zum Schluss der Episode. Sprich: In den anderen gut 35 Minuten verfolgt man die Figuren in ihren Miseren. Meiner Meinung nach ist das Verhältnis zu unausgeglichen. Ich habe am Schluss der vorherigen Folge damit gerechnet, die Handlung würde jetzt temporeich weitergehen, weil entweder Connors oder Scarborough im Fokus stehen. Damit würde sich dann schon ein handfester Konflikt für das Finale aufbauen. Doch stattdessen wird der Plot erst einmal wieder ausgebremst. Wie ich schon in meiner letzten Rezension vermutet habe, glaube ich nun erst recht, dass sowohl "Roxxon" als auch Connors in der zehnten Episode in irgendeiner Form "bekämpft" oder sogar besiegt werden müssten. Tyrone muss zudem vor der Polizei flüchten, da der korrupte Cop ihn als Mörder an Fuchs "identifiziert" hat. Dann kommt natürlich noch die Katastrophe hinzu, die Evitas Tante vorhergesagt hat, die ebenfalls untergebracht werden müsste. Ich bin gespannt, da ich mir nur schwer vorstellen kann, wie die Folge unter diesen Umständen nicht überladen wirken kann. Sollte es dazu kommen, dass das Ende vollkommen offen bleibt, gibt es immerhin gute Nachrichten: Die Serie wurde am 20. Juli um eine zweite Staffel verlängert!

Wie gefährlich ist "Roxxon" überhaupt?

Mina will Tandy sogar einen Job anbieten
Foto: Screenshot
Was mir schon in der letzten Folge aufgefallen und jetzt noch deutlicher geworden ist: Der Zuschauer weiß so gut wie nichts über "Roxxon" und Scarborough als Gegenspieler. Das wird besonders offensichtlich, weil man Connors als Vergleich hat. Es ist klar, wozu er fähig ist und vor allem, dass er eine akute Gefahr darstellt. Das war nicht erst nach dem Mord an Fuchs ersichtlich, für den er wahrscheinlich jemanden beauftragt hat. Der Zuschauer erkennt einfach, wie er tickt, was ihn als Gegner greifbar und interessant macht. Besonders in dieser Folge wird das wieder sehr gut veranschaulicht, als er - als freier Mann - in der Bar auftaucht, in der O'Reilly ist. Als sie ihn dann voller Wut angreift, schlägt er sie zusammen, während die anderen Polizisten in der Bar nichts tun. Bei dieser Szene wurde mir fast übel, weil sie nicht einmal überzogen wirkt, sondern traurigerweise sehr realistisch. Wahrscheinlich wissen sie alle, wer Fuchs auf dem Gewissen hat, aber Connors ist vermutlich unantastbar, was seine Figur nur noch beunruhigender macht. Bei dem "Roxxon"-CEO fehlt so ein Herantasten an seine Persönlichkeit vollkommen. Als am Ende dieser Episode Tandys Mutter im Namen von Scarborough mit einer Waffe bedroht wird, hat das nicht so eine starke Wirkung auf mich gehabt. Bis zu diesem Moment wusste der Zuschauer nur, dass die Firma korrupt ist, weil sie die wahre Ursache der Explosion vertuscht haben. Es gab aber nie eine Bestätigung, dass sie aktiv Menschen aus dem Weg räumen könnten. Somit wurde diese Szene mit Tandys Mutter überhaupt nicht wirklich "aufgebaut", weil es keine Einblicke in Scarboroughs Figur gibt. Es wurde in der letzten Folge nicht einmal gezeigt, wie Tandys Entführung des CEO geendet hat. Konnte er sich selbst befreien? Ist Tandy doch noch zurückgekommen, nachdem sie ihn gefesselt zurückgelassen hat? Das alles bleibt offen. Es wird daher komplett außen vorgelassen, wie er im Nachhinein wirklich darauf reagiert hat. Wenn es wenigstens eine einzige Szene gegeben hätte, die veranschaulicht, dass er noch nicht mit Tandy fertig ist, hätte das die ganze Gelegenheit viel spannender gemacht. Die ganze Handlung hat eher Fragen aufgeworfen wie: Wird "Roxxon" noch reagieren oder nicht? Das ist aber nicht so nervenaufreibend wie die Möglichkeit, dass sich Scarborough noch rächen will, weil dann die Ungewissheit ins Spiel kommt, wann und wie er zuschlägt. Da das nicht der Fall ist, bleibt nicht nur sein Charakter komplett platt und uninteressant, auch der Plot um ihn herum ist nicht so packend - besonders im Vergleich zu Connors'. 
Evita (r.) soll Ty von der Prophezeiung ihrer Tante (l.) erzählen
Foto: Screenshot
Evita hingegen ist in dieser Folge interessanter geworden. Ich war positiv überrascht, wie unbeeindruckt sie von Tandys aufrausendem Aufkreuzen in der Schule ist. Tandy hat eine starke Persönlichkeit und ist nicht leicht in die Enge zu treiben, doch Evita beweist, dass sie es locker mit ihr aufnehmen kann. Sie tritt ihr selbstbewusst gegenüber und sagt ihr die Meinung, als sie Tyrone anschnauzt, weil er kurz zuvor in einer Hoffnung aufgetaucht ist. Noch viel besser ist aber, dass sie Tandy davon abhalten kann, ihre Hoffnung zu rauben. Als Tandy schon kurz davor ist, sie zu stehlen, dreht sich Evita in der Hoffnung abrupt um und wehrt sie mit einem bestimmten "Nein!" ab. Ich hoffe, dass noch aufgeklärt wird, warum sie dazu in der Lage ist. Ihre Tante Chantelle ist zwar Voodoopriesterin, aber auch sie wird wohl noch niemanden mit Tandys Fähigkeiten getroffen haben. Daher interessiert mich wirklich, ob sie irgendwie gelernt hat, ihren Geist und ihre Gedanken zu schützen oder ob etwas anderes dahinter steckt. Außerdem bin ich sehr froh, dass Evita weiterhin nicht nur Tyrones Freundin ist und mehr nicht. Sie hat ihre eigene Nebenhandlung und vielleicht sind ihr Wissen sowie ihr Können sogar noch entscheidend für das Finale. Sie ist außerdem die einzige Person, die Ty vermitteln kann, dass er und Tandy sich zusammentun müssen, um eine Katastrophe zu verhindern. Ich bin daher gespannt, ob sie mit in die letzte Folge eingebaut wird und wenn ja, wie genau ihre Rolle aussehen wird. 

Fazit

Die neunte Episode legt den Fokus erneut stark auf die Charaktere. Einerseits lässt das die Figuren noch greifbarer und interessanter werden. Andererseits gerät der Plot dadurch fast zum Stillstand. Problematisch ist das vor allem, weil nur eine Folge übrig ist. Dadurch könnte das Finale zu überladen werden, im Versuch, die erste Staffel in irgendeiner Form abzuschließen. Zudem wird in "Back Breaker" sehr deutlich, wie schlecht einer der Gegenspieler vorgestellt wurde. Dadurch wirkt er weder überzeugend noch kann er dazu beitragen, wirkliche Spannung und Nervenkitzel zu erzeugen. Da aber auch diese Episode - wie fast alle anderen - mit guten Cliffhangern endet, bleibt wieder die Neugier auf die nächste - und somit letzte - Folge bestehen.


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Sonntag, 22. Juli 2018

Marvel's Cloak & Dagger: Staffel 1, Folge 8 - Rezension

- Der folgende Text enthält Spoiler -

Es ist der Jahrestag der großen Explosion auf der Bohrinsel und damit auch der Todestag von Tandys Vater und Tyrones Bruder. Beide wollen diesen Tag nutzen, um Gerechtigkeit für ihre verstorbenen Verwandten zu bekommen. Tandy (Olivia Holt) erfährt von Ivan Hess (Tim Kang), dass ihr Vater vor seinem Tod Beweise gegen "Roxxon" in einem Schließfach versteckt hatte. Bei den Unterlagen befindet sich ein Memo, in dem er die Firma ausdrücklich davor gewarnt hatte, nach der unbekannten Energiequelle ohne starke Schutzvorrichtungen zu bohren. Damit kann sie den CEO Peter Scarborough (Wayne Péré) erpressen. Sie kidnapped ihn kurzerhand und verlangt, dass er den Ruf ihres Vaters wiederherstellt. Tyrone (Aubrey Joseph) beschließt währenddessen, Connors (J. D. Evermore) endlich für den Tod seines Bruders zur Verantwortung zu ziehen. Mit seiner Teleportationsfähigkeit will er ihm vorspielen, er sei der Geist von Billy, um ihm ein Geständnis zu entlocken. Unterstützung bekommt er dabei von O'Reilly (Emma Lahana), die den korrupten Polizisten ebenfalls hinter Gitter bringen will. 


Zu viel Vorhersehbarkeit

Tandy will, dass die Wahrheit ans Licht kommt
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Schon die letzte Folge "Lotus Eaters" hatte eine leicht vorhersehbare Handlung, die aber insgesamt spannend umgesetzt wurde und nicht komplett durchschaubar war. Die achte Episode "Ghost Stories" (dt.: "Gespenstergeschichten") hingegen hält überhaupt keine Überraschungen bereit. Außerdem fehlt es ihr an fast jeder Stelle an Spannung, obwohl sich die Ereignisse eigentlich dazu angeboten haben. Tandy besorgt die Beweise und schnappt sich den CEO. Daraufhin legt sie ihm das Memo vor und er bietet ihr Geld an. Auf ihre Forderung, den Ruf ihre Vaters wieder herzustellen, wirft er lediglich die vage Frage in den Raum, ob sie überhaupt wisse, wie ihr Vater wirklich war. Das schreit schon danach, dass im Laufe der Folge wohl noch irgendein dunkles Geheimnis ans Licht kommen wird. Abgesehen davon wirken diese Szenen zwischen ihnen sehr unspektakulär und langweilig. Der CEO macht keinen besonders bedrohlichen Eindruck und Tandy hat viel zu leichtes Spiel mit ihm, sodass mich dieser Plot kaum packen konnte. Im Vergleich zu Tys Handlungsstrang in dieser Episode macht ihrer außerdem den Eindruck, als wäre er sehr stark "zusammengeschnitten". Alles passiert zu abgehackt und das ganze Geschehen erscheint gehetzt, so als wäre eigentlich noch mehr Material da gewesen, das aber für den Rest des Plots gekürzt wurde. Einmal sieht man Tandy, wie sie sich bei "Roxxon" hineinschleicht. Dann folgt eine zusammenhanglose Szene, in der sie einfach nur mit ihrem Lichtdolch etwas Schaden anrichtet. Im nächsten Moment sorgt sie für einen Stromausfall, um dann in der danach kommenden Szene bereits Scarborough zu bedrohen. Das alles wirkte für mich immer so, als würde zwischen diesen Augenblicken etwas fehlen. 
Tandy hat keine Angst davor, ihre Fähigkeit zu offenbaren
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Außerdem ist ihre Mission für mich sehr unbefriedigend. Als am Ende herauskommt, dass ihr Vater ihre Mutter geschlagen hat, ist ihr eigentliches Ziel irrelevant und sie nimmt doch das Geld an, das der CEO ihr zuvor angeboten hat. Ihre Reaktion ist natürlich verständlich - und vorhersehbar - aber bedeutet das wirklich, dass damit die Geschichte um "Roxxon" abgehakt ist? Seit Beginn der Serie hat sich diese Handlung langsam aufgebaut und geht dann so einfach und "leise" zu Ende? Das wäre sehr antiklimatisch. Ich habe zwar noch die Hoffnung, dass das nicht alles war, aber falls doch, wäre das enttäuschend. Vor allem, weil die Firma dann tatsächlich mit der Vertuschung davonkommen würde. Das einzige Anzeichen, dass der "Roxxon"-Fall noch nicht ganz abgeschlossen sein könnte, sind die Worte von Ivan Hess: "'Roxxon' darf man nicht unterschätzen. Die sind sehr gefährlich." Da in der Gegenwart bis jetzt noch nicht wirklich ersichtlich war, wieso sie sehr gefährlich sind, wird das vielleicht wirklich noch Teil der letzten zwei Episoden sein. Nur deshalb hält sich bei mir weiterhin ein bisschen die Spannung aufrecht, dass dieser Konflikt ein aufregendes Staffelfinale bieten könnte. Apropos Finale: Die "Voodoo"-Geschichte wurde weder in der letzten noch in dieser Episode noch einmal aufgegriffen. Um genau zu sein, scheint Evita (Noëlle Renée Bercy) gerade wie vom Erdboden verschluckt zu sein, dabei ist sie doch jetzt Tyrones Freundin. Von Mina Hess (Ally Maki) fehlt auch jede Spur. Hat sie sich nicht gefragt, wie ihr Vater so plötzlich gesund geworden ist, kurz nachdem sie Tandy kennengelernt hat? Haben sie danach nicht mehr miteinander geredet? Ich fand es schon in der letzten Folge etwas komisch, dass nur ein einziger Handlungsstrang erzählt und alles andere fallen gelassen wurde. Da hat es mich aber nicht so sehr gestört, weil der Plot die gut 40 Minuten locker alleine füllen konnte. Jetzt finde ich es schon etwas ärgerlich, dass gleich zwei Nebenhandlungen in dieser Folge nicht existent sind - eine davon sogar schon seit zwei! Hat Evita seit der Prophezeiung ihrer Tante (Angela Davis) tatsächlich nicht mit Tyrone darüber gesprochen? Das wirkt nicht sehr glaubwürdig, sondern eher so, als hätten noch weitere Szenen einfach nicht mehr in die Laufzeit gepasst. Langsam frage ich mich auch, auf welchen Höhepunkt die erste Staffel hinauslaufen könnte. Werden "Roxxon", Connors und die Prophezeiung alle eine Rolle darin spielen? Falls ja, habe ich die Sorge, dass das Finale dann vollkommen überladen sein könnte. Daher bin ich wirklich gespannt, wie die letzten Episoden verlaufen werden.

Noch mehr Vorhersehbarkeit, aber auch etwas Spannung

Tyrone (r.) vertraut sich O'Reilly (l.) und Fuchs an
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Während die Serie bis jetzt immer sehr gut darin war, die Screen Time der beiden Protagonisten gleich aufzuteilen, ist Tandys Handlung dieses Mal etwas nebensächlicher und der Fokus liegt deutlich mehr auf Tyrone, Connors und O'Reilly. Bis auf die Szene, in der Ty den korrupten Polizisten "heimsucht", fand ich aber auch diese Storyline zu uninteressant und vorhersehbar. Die "Heimsuchung" ist sehr fesselnd, was auch an den gelungenen Aufnahmen, Kamerawinkeln und Schnitten liegt. Als Tyrone Connors das erste Mal "erschreckt", bleibt die Kamera sehr dicht an dem Polizisten, sodass man Ty nur im Hintergrund erkennen kann. Auch als er ihm die Waffe unbemerkt klaut und dann wieder in das Holster zurücksteckt, sieht man als Zuschauer kaum mehr als das, was Connors mitbekommt. Dadurch überträgt sich das Gefühl, man würde, genauso wie er, gerade verfolgt. Denn man weiß selber nicht, wo Ty gerade ist und wann er wieder auftaucht. Bei der Verfolgungsjagd am Hafen entsteht ein ähnliches Gefühl. Oft sind nur die Geräusche von Tyrones Schritten hörbar oder man sieht für den Bruchteil einer Sekunde, wie sein Umhang hinter einem der Container verschwindet. Hier wird man quasi in Connors Situation hineinversetzt. Er wirkt in diesen Szenen überhaupt nicht so bedrohlich und Angst einflößend wie sonst, sondern wirklich wie das Opfer einer Geisterheimsuchung. So spannend, wie diese Verfolgung ist, so unaufgeregt ist dann das Ende. Connors ist tatsächlich auf Tyrones Spiel hereingefallen und gesteht die Tat und schon ist O'Reilly da, um ihm die Handschellen anzulegen. Auch hier ist wieder zu vorhersehbar, dass noch etwas Großes passieren muss und die Geschichte um den Polizisten unmöglich schon abgeschlossen sein kann. Genauso wie bei der "Roxxon"-Handlung wurde Connors in den vorherigen Folgen dafür viel zu sehr in den Fokus gestellt, um jetzt so einfach besiegt zu werden. Es dauert dann auch nicht lange, bis man sehr gut erahnen kann, was am Schluss dieser Episode wartet. 
Connors hat wirklich Angst
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Damit komme ich gleichzeitig zu meinem größten Störfaktor in dieser Episode: Die Romanze zwischen O'Reilly und dem Polizisten Fuchs (Lane Miller). Bis auf ein paar sehr kurze Szenen in zwei oder drei vorherigen Folgen wird der Zuschauer weder an den Charakter des Polizisten noch an die Beziehung zwischen ihm und O'Reilly herangeführt. Als Zuschauer hat man keine Ahnung, warum sie zusammen sind und was sie aneinander finden. Sie haben nicht einmal eine wirkliche Chemie. Das alles führt dann dazu, dass mir ihre Beziehung ziemlich egal war. Fuchs kann in den kurzen Augenblicken auf dem Bildschirm natürlich auch kaum Vielschichtigkeit oder irgendetwas anderes Interessantes transportieren. Mit diesen eher schlechten Voraussetzungen fand ich es sehr auffällig, dass die Serie sich in dieser Folge so intensiv auf ihre Beziehung fokussiert. Der Zuschauer bekommt dabei sogar ein paar kitschig-romantische Momente vorgelegt. Abgesehen davon, dass ich ihnen das Verliebtsein so überhaupt nicht abgekauft habe, hat das vollkommen offensichtlich gemacht, dass die Romanze in Gefahr ist. Mal ehrlich: Wie können die beiden auch so dumm sein und sich nach Connors Verhaftung vor seinen Augen auf der Polizeiwache anschmachten und dann auch noch küssen? Viel offensichtlicher hätte O'Reilly ihm ihre Schwäche ja wohl nicht offenbaren können. Der Mord an Fuchs kommt nach dieser Szene dann so gar nicht überraschend. Nur die Art, wie seine Leiche präsentiert wird - zusammengekrümmt im Kühlschrank - hat für einen kleinen Schockmoment gesorgt. 
Tyrone sieht richtig unheimlich aus - wie ein echter Geist
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Ich finde es etwas schade, dass die Serienmacher nicht etwas subtiler gearbeitet haben, damit der Tod nicht schon vorher vollkommen vorhersehbar war. Nichtsdestotrotz feuert dieser Ausgang die Gefahr an, die von Connors ausgeht. Es ist auch etwas enttäuschend, dass O'Reilly nicht einmal daran gedacht hat, dass der korrupte (!) Polizist auch verhaftet noch Dinge in Bewegung setzen kann und genug Leute auf seiner Seite hat, die seine Drecksarbeit für ihn erledigen. Obwohl die Folge selber also nicht so aufregend war, sorgt dieses Ende dafür, dass ich weiter gespannt bin, was Connors als Nächstes tun könnte. Ich wäre ehrlich gesagt auch sehr irritiert gewesen, wenn er so einfach hätte besiegt werden können. Da bleibt nur zu hoffen, dass er - genauso wie "Roxxon" - wirklich noch für einen spektakulären Höhepunkt sorgt, der die Protagonisten vor eine große Herausforderung stellt. Dann arbeiten sie vielleicht auch wieder als Team zusammen. Tandy und Ty als Duo zu verfolgen macht nämlich auch viel mehr Spaß als sie in ihren einzelnen Missionen zu erleben. 

Fazit

Die achte Episode liegt im Hinblick auf die gesamte Serie nur im Durchschnitt. Es will keine wirkliche Spannung aufkommen. Der Hauptgrund dafür ist die Vorhersehbarkeit der Handlung. Es wird dem Zuschauer zu einfach gemacht, zu erraten, wie es weitergeht. Dadurch kommt es zu keinen unerwarteten Wendungen oder Überraschungen. Vor allem ein Ereignis wird so offensichtlich vorbereitet, dass es letztendlich kaum eine erschreckende Wirkung erzielen kann. Zudem wirken manche Szenen zu "zusammengeschnitten" und dadurch abgehakt, als würde etwas fehlen. Insgesamt erreichen die Protagonisten ihre Ziele zu schnell und einfach, wodurch die Episode kaum fesseln kann. Nur die möglichen Hinweise darauf, was in den letzten zwei Folgen noch passieren könnte, lässt die Neugier darauf nicht ganz abklingen.


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Sonntag, 15. Juli 2018

Marvel's Cloak & Dagger: Staffel 1, Folge 7 - Rezension

- Der folgende Text enthält Spoiler -

Tandy (Olivia Holt) hat durch Mina Hess (Ally Maki) herausgefunden, dass deren Vater Ivan (Tim Kang) der einzige Überlebende der Explosion auf der Bohrinsel ist. Allerdings befindet er sich in einem stark katatonischen Zustand und reagiert auf überhaupt nichts. Tandy will aber nicht aufgeben und bittet Tyrone (Aubrey Joseph), ihr zu helfen. Mit ihren Fähigkeiten gelangen sie in den Verstand von Ivan, um herauszufinden, was genau damals geschehen ist. Dabei finden sie in einer Art Zeitschleife wieder, denn in dem Verstand des ehemaligen "Roxxon"-Mitarbeiters existieren nur noch die letzten Minuten vor der Explosion auf der Bohrinsel. Die beiden erleben das Unglück nun selbst immer wieder mit und versuchen dabei verzweifelt, zu Ivan durchzudringen. Doch als Tandy über ein Telefon mit ihrem toten Vater sprechen kann, ist ihr alles andere plötzlich vollkommen egal. 


Das Niveau der ersten Folgen ist wieder da

Tandy und Ty wissen anfangs nicht, wo sie gelandet sind
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Bereits die letzte Episode "Funhouse Mirrors" (dt.: "Zurück in die Vergangenheit") konnte mich wieder mehr überzeugen als die vorherigen. Doch "Lotus Eaters" (dt.: "Neustart") setzt noch einen drauf drauf und kommt dabei wieder an den Anfang der Serie heran. Der englische Titel verrät dabei schon die Richtung, in die die Handlung gehen wird, wenn man sich etwas mit der griechischen Mythologie auskennt (oder die Götter-Saga "Percy Jackson" gelesen bzw. geschaut hat). Ich hatte die Sorge, dass der Verlauf der Folge zu vorhersehbar wird und das ist er auch zum Teil. Doch durch die ausgefallene Umsetzung bleibt es trotzdem interessant und packend. Die Lotuspflanze, die in der "Odyssee" (das Epos des griechischen Dichters Homer über die Abenteuer von Odysseus) dazu führt, dass alle den Drang verlieren, nach Hause zurückzukehren, wird bei "Cloak & Dagger" in die Stimme von Tandys Vater umgewandelt. Mir war da schnell klar, dass dies die Anpsielung auf die "Lotusesser" ist. Und was dann passiert, ist nicht überraschend: Egal wie lange Ty auf sie einredet, sie will nicht mit ihm in die Realität zurückkommen, sondern im Verstand von Ivan Hess bleiben. Der ist schon lange nur noch ein Schatten seiner selbst: Er weiß nicht mehr, wer er ist, wie er heißt, wo er sich befindet und auch nicht, dass er eine Tochter hat. Er glaubt, diese paar Minuten auf der Bohrinsel sind das einzige, was überhaupt existiert. Dadurch sieht der Zuschauer, was auch mit Tandy bald passieren könnte, wenn Ty sie nicht wieder in die Realität zurückholen kann. Daher ist die Stimmung insgesamt sehr emotional. Schon der Moment, als sie erfährt, dass ihr Vater derjenige ist, der in dieser Zeitschleife jedes Mal anruft, ist sehr ergreifend. Als sie dann das erste Mal den Hörer abnimmt und mit brüchiger Stimme und Tränen in den Augen "Daddy?" sagt, ist deutlich erkennbar, wie es ihr geht. Olivia Holt bringt dem Zuschauer die Gefühle ihrer Figur, die zwischen Freude und Trauer schwanken, sehr nahe. Ihre Reaktion darauf, dass sie plötzlich wieder die Stimme ihres Vaters hören kann, ist sehr echt. Dadurch ist es nachvollziehbar, warum sie deshalb in diese Trance verfällt und nicht mehr weg will. 
Zusammen mit Ivan (r.) verstecken sie sich vor den Killern
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Neben emotionalen Momenten wird auch der Unfall auf der Bohrinsel genauer beleuchtet. Sofern die Gedanken von Ivan dazu stimmen, hatte die Energiequelle, nach der sie dort gebohrt haben, eine extreme Wirkung auf die Mitarbeiter gehabt. Sobald sie von ihr getroffen wurden, sind sie in einen wahnsinnigen, aggressiven Zustand verfallen und haben andere angegriffen. Genau diese Art von Energie hat auch Tandy und Ty getroffen und sich nur deshalb anders ausgewirkt, weil sie unter Wasser waren. Somit ist zumindest klar, dass die beiden ziemliches Glück gehabt haben, da sie auch genauso wie die Mitarbeiter hätten enden können. Hinsichtlich der Zeitschleife bleiben allerdings ein paar Fragen offen. Tandy und Ty landen quasi auf der Bohrinsel und beobachten das Unglück. Dabei befinden sie sich in Wahrheit im Verstand von Ivan und damit ja eigentlich in seiner Erinnerung. Aber sie erleben dort deutlich mehr als das, was er damals mitbekommen haben kann. Tandy kann normale Konversationen mit ihrem toten Vater führen. Wenn sie ihm eine Frage stellt, antwortet er ihr. Er reagiert auf sie, anstatt nur das zu sagen, was er damals seinem Kollegen erzählt hat. Darüber habe ich während der Folge lange gegrübelt. Am Ende wird es damit erklärt, dass es Ivans Verstand ist, mit dem sie in Wirklichkeit redet, da ihr "Vater" nur das weiß, was auch Ivan weiß. Dank dieses Twists schafft es Tyrone letztendlich, Tandy aus ihrer Trance zu reißen. Eine richtige Erklärung ist es allerdings nicht. Eine andere Szene hat mich aber wirklich stutzig gemacht. Minas Vater spricht mehrmals davon, dass er es in all den hunderttausenden von Wiederholungen nie bis zum unteren Teil der Bohrinsel geschafft hat, wo sich der Notfallknopf befindet. Daher vermute ich, dass er es auch beim echten Vorfall nie geschafft hat und daher nicht weiß, was genau dort passiert ist. Ty kann durch seine Teleportationsfähigkeit dorthin gelangen und beobachtet, wie zwei Mitarbeiter von einer Energiequelle getroffen werden und sich kurz darauf in wahnsinnige Killer verwandeln. Hat sich Ivans Verstand dieses Ereignis selber zusammengereimt oder hat diese Zeitschleife in seinem Kopf eine Art Eigenleben entwickelt oder ist es damals wirklich exakt genauso passiert? Wenn Letzteres der Fall ist, wäre das definitiv eine Logiklücke. Denn woher soll diese Erinnerung kommen, wenn es sie in seinem Kopf überhaupt nicht geben kann? Mich hat es jedenfalls gestört, weil es keine klare Antwort darauf gibt, nach welchen Regeln dieser "Ort" genau funktioniert.

Tandy und Ty werden endlich ein Team!

Tyrone ist skeptisch, was Tandys Plan angeht
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Was mir bei dieser Episode besonders gut gefallen hat, ist der erste wirkliche Teameinsatz der Protagonisten. Sie landen in Ivans Verstand und werden sofort von den "Roxxon"-Arbeitern angegriffen. Es macht richtig Spaß, ihre Kräfte endlich so richtig in Aktion zu erleben. Die Kampfszenen sind sehr temporeich und packend. Während Tandy geschickt ihre Lichtdolche gegen sie einsetzt, nutzt Tyrone seine Teleportationsfähigkeit, um sich zu schützen oder überraschend anzugreifen. Als Duo arbeiten sie dabei super zusammen. Tandy lobt Tyrone sogar kurz dafür, dass er mittlerweile viel besser mit seiner Fähigkeit umgehen kann. Es ist auch mal etwas anderes, Superkräfte zu sehen, die auf so vielfältige Weisen eingesetzt werden können. Sie haben Talente, die sie im Kampf einsetzen können, aber gleichzeitig auch Zugriff auf die Hoffnungen und Ängste der Menschen und können es ebenfalls als Werkzeug oder Waffe nutzen. Dass sie dank ihnen wirklich Minas Vater aus seinem katatonischen Zustand herausholen können und er sich wieder an alles erinnert, ist sehr ausgefallen. Oft sind Superkräfte lediglich dafür da, sich zu verteidigen oder andere physisch zu besiegen. Daher ist dieser Zuatz mal eine interessante Abwechslung. Außerdem habe ich dadurch noch mehr darauf gehofft, dass sie ihre Mission auch wirklich schaffen. Denn es ist viel emotionaler als ein typischer Superheldenkampf gegen böse, machtgierige Gegner. Sie haben dabei geholfen, einer Tochter ihren Vater "zurückzuholen", was eine sehr besondere, rührende Art von "Sieg" ist.
Ivan ist gefangen im eigenen Verstand
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Ihre Teamfähigkeit wird zudem direkt auf die Probe gestellt, als Tandy sich weigert, weiterzumachen und nur noch an ihren Vater denkt. Der Gegensatz wird sehr eindrucksvoll dargestellt. Ich weiß, dass ich das in fast jeder Rezension von "Cloak & Dagger" erwähne, aber die Serienmacher können einfach richtig gut mit Bildern arbeiten: Während Tandy in Ivans Büro überglücklich mit ihrem Vater telefoniert, wechselt die Szene zu Ty, der sich in einem anderen Raum gegen die aggressiven Mitarbeiter verteidigen muss. Dabei bleibt aber das Gespräch zwischen Tandy und ihrem Vater weiter im Off zu hören und die Geräusche in Tys Szene sind stumm. Während sie beispielsweise ihrem Vater sagt "Erzähl mir von deinem Tag", muss Tyrone gegen einen "Roxxon"-Arbeiter kämpfen, der ihn erschlagen will. Das veranschaulicht einfach sehr stark, wie weit auseinander die beiden gerade sind, was die Mission angeht. Außerdem bringt es den Zuschauer in ein wahres Wechselbad der Gefühle. Einerseits war ich wütend auf Tandy, weil sie Ty alleine lässt und es tat mir leid, dass er das Problem alleine stemmen muss. Andererseits kann ich auch verstehen, dass sie die Chance, mit ihrem Vater nach acht Jahren zu reden, nutzen will und sich dabei vollkommen verliert. Sie will nicht einmal darüber nachdenken, dass es nicht wirklich ihr Vater ist, aber das konnte ich ihr kaum verübeln. Denn ihre Gefühle sind dank Holts überzeugendem Schauspiel sehr nachvollziehbar. Ich finde es toll, wie Tyrone mit Tandy in der ganze Situation umgeht. Selbst als sie ihn wütend mit ihren Lichtdolchen bewirft, teleportiert er sich einfach weg und versucht dabei weiter, sie zu beruhigen. Er macht ihr keine Vorwürfe, denn er kann verstehen, wieso sie sich so verhält. Das zeigt wieder, was für ein empathischer Charakter er ist. Dass er sie außerdem nicht alleine lässt, obwohl er es könnte, beweist, wie wichtig sie ihm ist. Das ist eine tolle Voraussetzung, wenn sie bald als richtiges Superheldenteam loslegen, und weckt die Vorfreude darauf noch mehr. 
Tandy kann nicht glauben, dass sie mit ihrem Vater spricht
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Wie viel Tyrone die Freundschaft zu Tandy wert ist, wird vor allem in der letzten Szene klar, als er sie anruft. Dieser Schritt hat meiner Meinung nach eine sehr große Bedeutung, was ihre Beziehung zueinander angeht. Tandy hat sich ihm zuvor geöffnet und "verwundbar" gemacht. Er weiß jetzt, dass es sie mitnimmt, dass sie nie angerufen wird, sich niemand für sie zu interessieren scheint und sie keine Freunde hat. Ty hat ihr versucht klarzumachen, dass er ihr Freund ist, doch das hat sie ihm nicht geglaubt. Daher ist es sehr berührend, als er sie nach ihrer Mission anruft, und diese Tat sagt mehr, als seine Worte es gekonnt hätten. Es ist auch erkennbar, wie viel es Tandy bedeutend. Erst ist sie ehrlich überrascht, dass ihr Handy klingelt und als sie merkt, dass Ty am anderen Ende ist, wirkt sie sichtlich gerührt. Letztendlich "schließt sich der Kreis" in dieser Folge sehr schön, als Tyrone Tandy eine alte Tonbandaufnahme von ihm und seinem Bruder abspielt, die er vollkommen vergessen hatte. Er weiß, dass sie die einzige ist, die genau versteht, wie es ist, die Stimme eines geliebten, verstorbenen Menschen nach langer Zeit noch einmal zu hören. Deshalb teilt er diesen emotionalen Moment mit ihr. Dass sie sich langsam annähern und einander vertrauen, gefällt mir gut. Vor allem, weil es so glaubhaft und ehrlich wirkt. Langsam fügt sich alles zusammen: Sie hatten eine erste gemeinsame Mission, sie bauen wirklich eine Freundschaft auf, sind füreinander da und sie beherrschen beide ihre Kräfte. Das alles ist perfekt, um endlich als Superheldenduo so richtig loszulegen und vielversprechend für die letzten drei Folgen der Staffel. 

Fazit

Die siebte Episode überzeugt wieder genauso wie die ersten. Der Titel verrät zwar schon die Richtung, in die die Handlung verläuft, sie ist aber wirklich interessant und mitreißend erzählt. Obwohl der Ablauf etwas vorhersehbar ist, kommt daher trotzdem keine Langeweile auf. Mit einigen ergreifenden Szenen kann die Serie den Zuschauer außerdem erneut auf emotionaler Ebene erreichen. Da der Zuschauer die Protagonisten endlich das erste Mal als Superheldenteam erlebt, sorgt diese Folge auch für etwas mehr Action. Außerdem macht es Spaß, sie auf der gemeinsamen Mission zu begleiten und das weckt die Vorfreude auf den weiteren Verlauf. 


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Sonntag, 8. Juli 2018

Marvel's Cloak & Dagger: Staffel 1, Folge 6 - Rezension

- Der folgende Text enthält Spoiler - 

Nachdem Tandy (Olivia Holt) herausgefunden hat, dass Mina Hess (Ally Maki), die als Umweltingeneurin bei "Roxxon" arbeitet, die Tochter des ehemaligen Ingenieurs Ivan Hess (Tim Kang) ist, gibt sie sich ihr gegenüber als Praktikantin aus. Da ihr eigener und Minas Vater gemeinsam an einem Projekt für das Unternehmen gearbeitet haben, erhofft sie sich, Antworten zu finden. Tyrone (Aubrey Joseph) will ebenfalls an Informationen kommen. Er hat Duane (Dalon J. Holland), einen Freund seines ermordeten Bruders Billy, dabei beobachtet, wie er sich mit Connors (J. D. Evermore) getroffen hat. Da er sich sicher ist, dass es dabei um die Drogengeschäfte des korrupten Polizisten geht, will er sich bei Duane als Drogenkurier "bewerben", um Beweise gegen Connors zu finden. Währenddessen sucht Evita (Noëlle Renée Bercy) ihre Tante und Voodoopriesterin Chantelle (Angela Davis) auf, die ihr etwas Schwerwiegendes über die Zukunft von Ty offenbart. 


Es wird wieder interessanter

Tandy (l.) und Mina verstehen sich auf Anhieb gut
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Obwohl größtenteils wieder wenig Temporeiches passiert, ist diese Folge im Vergleich zu den letzten beiden (hier geht's zu den Rezensionen von Episode 4 und Episode 5) wieder deutlich spannender. Das liegt vor allem daran, dass neue Charaktere mit ins Spiel kommen, von denen der Zuschauer bis jetzt so gut wie nichts gesehen hat. Die Szenen zwischen Tandy und Mina haben mir richtig gut gefallen. Die beiden haben von Anfang an eine tolle Chemie. Mina macht einen sympathischen Eindruck und ihr scheint die Umwelt wirklich am Herzen zu liegen. So begeistert und leidenschaftlich, wie sie über die Pflanzen im Sumpf spricht, wird man gleich mitgerissen. Mir ist sie mit ihrer aufgeweckten Art jedenfalls schnell ans Herz gewachsen. So wie die Situation im Moment aussieht, könnten die beiden noch Freunde werden. Besonders gut hat mir gefallen, dass Mina das Schauspiel durchschaut. Sie schließt es aus dem Alter, Aussehen und den vielen Fragen, die ihre "Praktikantin" ihr über "Roxxon" sowie ihren Vater stellt und konfrontiert sie sehr direkt damit. Tandy hat gar keine Chance, sich herauszureden. Statt ihr deshalb eine Szene zu machen, hört Mina sich an, was Tandy wirklich von ihr möchte und verzeiht ihr. Sie fragt sie dann auch noch, warum sie es nicht von Anfang an mit der Wahrheit versucht hat. Das ist eine interessante Szene, da Tandy ihr entgegnet, dass es ihr nicht einmal in den Sinn gekommen ist. Sie lügt sich mittlerweile seit Jahren durchs Leben und ihre Antwort macht deutlich, wie sehr sie das geprägt hat. Hoffentlich ist Minas verständnisvolle Reaktion ein Beweis für Tandy, dass es manchmal besser ist, ehrlich zu sein. Es könnte ein wichtiger Moment für die weitere Entwicklung ihres Charakters sein. Ich würde mich freuen, wenn die Umweltingenieurin auch in den kommenden Episoden wieder auftaucht und vielleicht sogar herausfindet, dass Tandy und Tyrone Superkräfte besitzen. Dank der gemeinsamen Szenen ist jetzt auch etwas klarer, was bei "Roxxon" vor sich geht. Es wird endlich offenbart, wie der Unfall damals passiert ist. Die Firma hat nicht nach Öl gebohrt, sondern nach etwas anderem, einem Rohstoff "that burned ten times better than oil, gets twice as hot". Dadurch ist es zur Explosion gekommen. 
Ty gibt vor, mit ins Drogengeschäft einsteigen zu wollen
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Tyrone braucht noch etwas Hilfe, um sich bei Duane einzuschleusen. Wieder einmal zeigt ihre gemeinsame Szene, wie gelassen und natürlich sie miteinander umgehen, so als würden sie sich schon seit Jahren gut kennen. Während Ty Tandy dafür bewundert, dass sie ihre Fähigkeit schon so sicher benutzen kann, versucht sie ihm Tipps zu geben, wie er bei dem früheren Freund seines Bruders am besten Nachforschungen betreiben kann. Diese Hilfe nimmt Tyrone dann auch tatsächlich an. Zwischen ihnen besteht bereits eine gewisse Vertrauensbasis. Schon solche kleinen Momente zeigen, was für ein tolles Superheldenteam sie später sein könnten. Doch trotz Tandys Tipps fliegt auch Ty am Ende auf und konfrontiert Duane damit, dass er ihn und Connors zusammen gesehen hat. In dieser Szene lässt er all die Wut und Enttäuschung heraus, die sich seit seiner Entdeckung angestaut hat (Ty: "You were there when Billy got shot. [...] You're working with a cop who killed Billy. He was your friend." Duane: "And he's dead. I'm not. What was I supposed to do?" Ty: "You knew. All these years. You know my parents think I'm a liar? Think I'm crazy? I thought I was crazy." Duane: "You are if you playin' me just to bust some cop." Ty: "Use what you got right? Well, I see what you used." Duane: "Yeah, to build a business." Ty: "My dead brother built this business. His blood's in your mill and you could've changed everything."). 
Tandy hilft Ty beim Lügen
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Dieser Dialog ist schon sehr bewegend, da der Zuschauer merkt, wie sehr Tyrone der unaufgeklärte Mord an seinem Bruder noch immer belastet. Da es die ganze zeit einen weiteren Zeugen gegeben hätte, ist seine Wut sehr gut nachvollziehbar. Doch am Ende der Episode wird es dann noch richtig emotional. Zuerst erschießt O'Reilly (Emma Lahana) Duana. Ty, der das mit ansehen musste und sich durch einen Aufschrei verraten hat, flieht vor Connors. Die Szene, als der Polizist in der Gasse auf den rennenden Tyrone schießt, ist toll gemacht. Tyrones Fähigkeit erwacht in der lebensbedrohlichen Situation wieder von allein, doch nicht sofort. Bevor er sich komplett wegteleportieren kann, "flackert" er mehrmals. Einerseits zeigt es, dass er seine Kräfte immer noch nicht gezielt einsetzen kann und scheinbar weiterhin in gefährlichen Situationen sein muss, um sie zu aktivieren. Andererseits ist diese Verfolgungsjagd sehr aufregend, weil Connors immer dann schießt, wenn Tyrone für eine Sekunde verschwindet und dann wieder auftaucht. Als Zuschauer kann man da erst einmal nicht erkennen, ob er ihn getroffen hat oder nicht. Als Ty sich dann endlich richtig teleportieren kann und körperlich unverletzt bei Tandy landet, folgt die wohl berührendste Szene. Aubrey Joseph spielt den aufgelösten, trauernden Jungen unglaublich überzeugend. Zuerst steht er bloß stumm da und dann verzerrt sich seine Mimik ganz langsam, als er anfängt, leise zu weinen und seine zitternden Hände vor sein Gesicht hält. Seine Schmerzen sind so greifbar, dass es fast wehtut, hinzuschauen. Als wäre das nicht schon traurig genug, kann Tandy ihn nicht einmal trösten. Als sie bestürzt zu ihm läuft und ihn umarmen will, sorgen ihre Kräfte dafür, dass sie von ihm weggestoßen wird. Genauso wie der Zuschauer kann sie also nur mit ansehen, wie Tyrone leidet. Das ist ein sehr eindrucksvoller, ergreifender Moment. 

Gibt es eine Prophezeiung?

Chantelle (r.) sieht eine düstere Zukunft in den Karten
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In dieser Folge gibt es eine Nebenhandlung, die ein wenig die Richtung teasert, in die die Geschichte verlaufen wird: Evita besucht ihre Tante und diese erzählt ihr, was in der Zukunft passieren wird. Ich fand es gut, dass die Voodoo-Geschichte wieder aufgegriffen wird und der Zuschauer mehr über die "Puppe" von Tyrone erfährt, die Chantelle angefertigt hat. Außerdem war es eine nette Abwechslung, Evita in ihrer eigenen Nebengeschichte zu sehen und nicht immer nur als Tys Freundin. In diesen Szenen wirkt sie ehrlich besorgt um ihn und sein mögliches Schicksal. Allerdings finde ich diese "Einer muss leben, einer muss sterben, um eine Katastrophe zu verhindern"-Prophezeiung etwas uninteressant. Erstens wird weder Tandy noch Tyrone wirklich sterben, da sie die Hauptcharaktere sind. Sie sind noch nicht einmal ein Team und haben ihre Kräfte in vollen Zügen eingesetzt. Da wird bestimmt nicht schon nach so kurzer Zeit einer von ihnen gehen. Sollte es doch dazu kommen, wird die Person wahrscheinlich danach wieder zum Leben erweckt. In anderen Superheldengeschichten ist dieser Fall schon öfter eingetreten, daher wäre es nicht überraschend, wenn es hier auch so passiert. Daher ist diese Offenbarung nicht wirklich schockierend oder beängstigend. Zweitens ist diese Art der Vorhersehung nichts Außergewöhnliches. Es gab schon etliche Filme, Serien und Bücher, in denen eine große Katastrophe passieren wird und nur eine Person oder eine Gruppe das aufhalten kann - und dabei vielleicht noch sterben muss. Ich hätte mir eine etwas interessantere Idee gewünscht, die noch nicht so oft benutzt wurde. Abgesehen davon bleibt die Vorhersage natürlich vollkommen vage ("But once the wheel's turning only the divine pairing can stop it from crushing us all under it."). Trotzdem trägt es dazu bei, die Spannung der Serie aufrechtzuerhalten. Denn der Zuschauer weiß jetzt zumindest, dass irgendeine Art von großem Desaster passieren wird. Also wird man wohl nicht nur zu sehen bekommen, wie Tandy und Ty ihre Kräfte für "kleine" Probleme und Gegner einsetzen müssen. Stattdessen werden sie wohl eine deutlich wichtigere Rolle spielen. Da frage ich mich aber auch, wie lange die beiden noch Zeit haben. Laut Chantelle wird es bald passieren. Doch während Tandy ihre Kräfte langsam kontrollieren kann, hat Tyrone noch deutlich mehr Probleme. Ich hoffe, dass er sich bald etwas intensiver mit seinen Fähigkeiten auseinandersetzt und wirklich lernt, sie gezielt einzusetzen. Langsam ist es doch etwas unglaubwürdig, dass er sie weiterhin ignoriert und nicht endlich versucht, sie wirklich in den Griff zu bekommen. Immerhin hat er sie in dieser Folge das erste Mal mit einem Ziel benutzt: Als ihn Kev (Tanner Ellis), einer von Duanes Arbeitern, verfolgt, weil er seinen Rucksack voller Drogen geklaut hat, taucht er in dessen Ängste ein und setzt sie gegen ihn ein. Dass er dazu imstande ist, war bis zu diesem Zeitpunkt nicht klar. Bis jetzt machte es immer den Eindruck, als würden nur Tandy und Ty die Hoffnungen bzw. Albträume der Personen sehen, die sie berühren, ohne dass es einen Einfluss auf die "Berührten" hat. Doch scheinbar kann zumindest Ty seinem Gegenüber diese Albträume sogar durchleben lassen, denn Kev haut danach erschrocken und verstört ab. Es ist definitiv ein interessanter, neuer Aspekt, dass er dieses Talent sogar als eine Art Waffe einsetzen kann. 
Durchschaut Connors seine Kollegin?
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Weiterhin bedeutend für die Geschichte ist wohl auch Connors, da er nun sogar Zeuge von Tyrones Fähigkeiten wird. Mit jeder Episode, in der man mehr von ihm sieht, wirkt er bedrohlicher und kaltblütiger. Im Vergleich zu "Roxxon" und dem CEO Peter Scarborough (Wayne Péré) ist er als Gegenspieler schon deutlich greifbarer. Als er Duane dazu anstiftet, die neugierige O'Reilly zu erschießen, bin ich mir fast sicher, dass die Waffe, die er ihm gegeben hat, nicht geladen war. Ich kann mir nicht vorstellen, dass er die Polizistin einfach umbringen lässt. Selbst wenn er schon einen Verdacht haben könnte, dass sie seine Drogengeschäfte auffliegen lassen will, würde er wahrscheinlich noch nicht so weit gehen und sie töten. Das könnte zu viel Aufsehen erregen. Viel logischer erscheint es da, Duane von der Bildfläche verschwinden zu lassen. Somit könnte der Fall für O'Reilly abgeschlossen sein oder aber erschwert werden, da sie ohne Duane als Anhaltspunkt wieder von vorne anfangen müsste. Er selbst musste sich die Hände dabei nicht einmal schmutzig machen. Das passt viel besser zu seinem Charakter und zu den Worten, mit denen ein anderer Polizist O'Reilly zu Beginn der Folge warnt: "Connors is flamable. Don't play with fire." Ich bin jedenfalls gespannt, wie die jeweils weiteren Schritte der beiden aussehen werden. Noch gefährlicher wird Connors aber, weil er mit eigenen Augen Tyrones Kräfte beobachtet hat. Auch wenn er es sich nicht erklären kann, wird er vielleicht nach Antworten suchen und sie womöglich sogar finden. Diese Ausgangssituation könnte sich ebenfalls noch interessant weiterentwickeln. 

Fazit

Die sechste Folge "Funhouse Mirrors" (dt.: "Zurück in die Vergangenheit") ist insgesamt wieder etwas spannender als die Vorherige. Zwar ist das Tempo größtenteils immer noch eher ruhig, doch der Zuschauer lernt dafür neue, interessante Charaktere kennen. Gegen Ende wird es dann richtig nervenaufreibend und es gibt einen sehr gelungenen Cliffhanger. Diese Episode hält außerdem ein paar wirklich emotionale Szenen bereit, die vor allem durch tolle schauspielerische Leistungen ergreifend sind. Zudem wird angeteastert, wie bedeutend die Protagonisten noch sein werden, was Neugierde auf die weiteren Folgen weckt.


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