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Samstag, 1. Juli 2017

Kinderserien der 2000er (Zeichentrick) - Watch.Read.Discuss.

Dies ist der dritte Teil unserer Reihe "Watch.Read.Discuss.", bei der wir Autoren uns mit demselben Thema beschäftigen. Heute stellen wir euch einige Zeichentrickserien vor, die wir in unserer Kindheit gerne gesehen haben. Dabei konzentrieren wir uns auf Sendungen, die in den 2000er Jahren in Deutschland gelaufen sind. Die weiteren Teile der Reihe “Kinderserien der 2000er“ findet ihr hier.
Klickt auf die Titel, um euch die Intros anzuschauen.


Katrin

Disneys Fillmore!

Ingrid und Fillmore sind ein tolles Team
Foto: Screenshot
Eine meiner liebsten Kinderserien ist "Fillmore!". Leider hat sie nur 26 Folgen, aber ich habe jede genossen. Es geht um Cornelius Fillmore und Ingrid Third, die Schüler an der "X Middle School" und Officers des dortigen "Security Teams" sind. Gemeinsam mit ihrer fünfköpfigen Truppe (Durch die titelgebende dunkelhäutige Hauptfigur, einen Hispanier und ein japanischstämmiges Mädchen deutlich vielfältiger als die meisten Sendungen für Erwachsene.) klären die beiden Verbrechen an ihrer Schule auf. Die ganze Serie ist eine Parodie auf amerikanische Krimis - die Fälle sind hier Schultoiletten-Vandalismus, Diebstahl von Maskottchen und Stinkbombenanschläge anstelle von Mord, Banküberfällen und Terrorismus. Spurensuche, Verhöre und nervende Vorgesetzte gibt es bei "Fillmore!" daher auch.
Die Kriminalfälle sind alle äußerst clever und laden zum Miträtseln ein. An der "X Middle School" gibt es allerlei schräge Schüler, die die kreativsten Verbrechen begehen. Auch die Protagonisten Ingrid und Fillmore sind keine braven Lehrerlieblinge, sondern haben eine Vergangenheit als Störenfriede. Ich finde, dass die Serie Kindern ein sehr differenziertes Bild von "gut" und "böse" vermittelt. Die "Täter" haben meist menschlich nachvollziehbare Gründe für ihre Fehltritte und die "Officers" legen die Schule bei Verfolgungsjagden regelmäßig in Schutt und Asche. Dabei beweist die Serie einen bissigen, aber kindgerechten Humor, wie man ihn nur selten findet. Für mich hat "Fillmore!" den Grundstein für eine lebenslange Liebe zu Krimis gelegt.

Laura: Ich habe "Fillmore!" auch immer super gerne geschaut. An einige der Fälle erinnere ich mich sogar heute noch. Obwohl ich mich manchmal wirklich gefragt habe, wie die Zwei überhaupt Zeit für sowas wie Unterricht und Hausaufgaben hatten, haha. 


Disneys Große Pause


v.l.: Vince, Spinelli, Mikey, T.J., Gretchen und Gus
Foto: Walt Disney Company
Gleich noch ein weiterer "Disney"-Hit. Diese Serie dreht sich um eine Gruppe aus sechs Freunden, die gemeinsam die vierte Klasse einer Grundschule besuchen. Die Hauptcharaktere sind völlig unterschiedlich, weswegen es einfach ist, jemanden zu finden, mit dem man sich identifizieren kann: T.J. ist der vorlaute Anführer, Vince das coole Sport-Ass, Spinelli die taffe Wrestlerin, Gretchen das technikaffine Genie, Mikey der verträumte Poet und Gus der schüchterne Militärfan. Die Folgen spielen weitestgehend während der großen Pause, in der die Freunde auf dem Schulhof allerlei Probleme bewältigen. Dabei kommen immer wieder dieselben schrägen Mitschüler vor, wie die beiden Buddler, die auf dem Gelände tiefe Löcher und Stollen graben.
Früher mochte ich die Serie vor allem, weil sie so bodenständig ist. Die Kinder haben keine magischen Fähigkeiten und erleben keine halsbrecherischen Abenteuer. Sie sind ziemlich normal und müssen sich mit alltäglichen Situationen auseinandersetzen, die ihrem Alter (und dem ihrer Zuschauer) angemessen sind. Vor Kurzem habe ich angefangen die Serie noch einmal von Anfang an zu gucken - diesmal auf Englisch (Ashley Johnson - Patterson aus Blindspot - spricht übrigens Gretchen). Mit älterer Sichtweise fallen mir jetzt die ganzen cleveren Anspielungen auf. Ähnlich wie bei "Fillmore!" werden auch bei "Disneys Große Pause" zahlreiche Themen für Kinder aufbereitet - beispielsweise Mobbing, Krieg, Sucht, Kapitalismus und Demonstrationen. Doch nicht aufdringlich. Im Fokus steht immer die Clique um T.J., die trotz ihrer Differenzen unzertrennlich ist. Damals wie heute macht es Spaß ihnen beim Erwachsenwerden zuzusehen und gemeinsam Randall, die fiese Petze, zu hassen.

Laura: Die Serie habe ich richtig oft geschaut und selbst als ich manche Folgen zum zehnten Mal gesehen habe, wurden sie immer noch nicht langweilig. Mir hat es auch gefallen, dass die Kinder so normal waren und mit alltäglichen Problemen zu kämpfen hatten.


Laura

Digimon

Wahre Freundschaft zwischen Kindern & ihren Digimon
Foto: Toei Animation
In diesem japanischen Anime geht es um die Kinder Tai, Matt, T.K., Sora, Izzy, Joe und Mimi. Sie sind in einem Sommercamp, als sie plötzlich in eine andere Welt, die Digiwelt, transportiert werden. Dort findet jeder ein Digimon (digitales Monster), das fortan ihr jeweiliger Partner ist. Sowohl die Digiwelt als auch die Menschenwelt schweben in Gefahr, weil ein mächtiges Digimon sie vereinen und regieren will. Die Kinder müssen das mithilfe ihrer Partnermonster verhindern. Diese Geschichte der ersten Generation enthält insgesamt 54 Episoden. Mit "Digimon 02" wurde eine neue Gruppe von Kindern eingeführt. Diese Folgen habe ich allerdings nicht mehr verfolgt. 
"Digimon" zählt zu den absoluten Lieblingsserien meiner Kindheit. Die Abenteuer der sieben Freunde und ihrer Digimon waren für mich immer etwas Besonderes. Die Serie hat sich dadurch abgehoben, dass sie eine fortlaufende Geschichte erzählt. Außerdem bietet sie viel mehr als nur Spannung, Action und kämpfende Monster. Es geht um Freundschaft und Vertrauen. Dabei steht nicht nur die Beziehung der Kinder im Fokus, sondern auch die zu ihren Digimon. Diese können, anders als Pokémon, sogar richtig sprechen. Die sieben Protagonisten durchleben aber ebenfalls ganz normale Probleme des Erwachsenwerdens, machen Fehler, müssen sich Ängsten stellen oder zerstreiten sich. Deshalb gibt einem dieser Anime sehr viel mit und vermittelt wichtige Werte. Zusätzlich zu den inhaltlichen Aspekten liebe ich das erste Intro der Serie und es macht mich auch heute noch emotional. Wer sich ein Wiedersehen mit den Charakteren wünscht, sollte unbedingt die Filmreihe "Digimon Adventure tri" schauen. Seit 2015 wird dort die Geschichte der Kinder, die mittlerweile sechs Jahre älter sind, weitergeführt. 


Typisch Andy

Andy, der selbsternannte "Meister der Scherze"
Foto: Screenshot
Die Idee hinter dieser Kinderserie ist schnell erklärt: Der Schüler Andy interessiert sich nur für Streiche und hat es sich zum Ziel gemacht, seine Mitmenschen mit den verrücktesten Scherzen zu nerven. Unterstützung bekommt er dabei oft von seinem besten Freund Danny. Zwar gelingen ihm seine Streiche so gut wie immer, doch das beschert ihm am Ende jede Menge Ärger.
Auch diese Serie habe ich als Kind geliebt. Es hat immer Spaß gemacht, Andy bei seinen skurrilen Scherzen und Albernheiten zu beobachten. Viele davon sind wirklich kreativ und raffiniert. Ich habe als Kind bei dieser Serie ziemlich oft gelacht, nicht nur wegen der Streiche, sondern auch der Probleme, in die sich Andy dabei immer wieder manövriert. In Erinnerung geblieben sind mir dabei vor allem die Momente, in denen er quasi die Zeit anhält, um einen albernen Kommentar zu machen oder zu erklären, wie er in diese Situation geraten ist. Dieses Ansprechen "durch den Bildschirm" hat mir gefallen, weil es eine Besonderheit war, die viele andere Kinderserien nicht hatten. Tatsächlich sind mir sogar einige Folgen im Gedächtnis geblieben, beispielsweise als er wegen einer Wette einen ganzen Tag nur in Reimen redet. Ich werde dadurch nie vergessen, was sich auf Orange reimt: Melange. Einprägsam ist außerdem das Intro, das ich immer richtig cool fand, als Kind aber kaum mitsingen konnte, weil es zu schnell für mich war.

Katrin: Ich fand den Titelsong vor allem furchtbar nervtötend, genauso wie den unsympathischen Protagonisten. Vielleicht war ich auch einfach zu brav, um seine Scherze lustig zu finden...


Welche Serien habt ihr in eurer Kindheit gerne geguckt? Teilt es uns in den Kommentaren mit. Wir planen weitere Diskussionsbeiträge zum Thema Kindersendungen (alle bisherigen Posts dazu gibt es hier), vielleicht wird euer Favorit in einem zukünftigen Post thematisiert.

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Sonntag, 24. September 2017

Kinderserien der 2000er Teil 4 (Zeichentrick) - Watch.Read.Discuss.

In unserem vierten Teil der Reihe "Kinderserien der 2000er" werden wir erneut einen Blick auf verschiedene Zeichentricksendungen werfen, die wir in unserer Kindheit angeschaut haben. Die vorherigen Beiträge, in denen wir über Sendungen wie "Disneys Große Pause", "Kim Possible" oder "Total Genial" diskutieren, findet ihr hier. Dieser Post gehört zur Rubrik "Watch.Read.Discuss.", bei der wir Autoren uns mit demselben Thema beschäftigen. 
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Laura

Disneys Wochenend-Kids

Jedes Wochenende ist was los
Foto: Screenshot
In dieser "Disney"-Zeichentrickserie werden die Wochenenderlebnisse der vier Freunde Tino, Tish, Lor und Carver erzählt. Von freitags bis sonntags gibt die Sendung einen Einblick in das Leben der Schüler. Die Themen reichen von alltäglichen Problemen wie Lernstress, über erste Schritte zum Erwachsenwerden, bis hin zu verrückten Ereignissen wie einem "Pudding-Werf-Wettbewerb". Insgesamt vier Staffeln und 78 Episoden hat diese Idee hergegeben.
Wenn ich an die Serie denke, kommt mir zuerst das coole Intro in den Sinn. Darüber hinaus ist mir die gesamte Musik positiv im Gedächtnis geblieben, weil sie wirklich eingängig war und gut zur Gesamtstimmung der Sendung gepasst hat. Eine weitere sehr prägnante Erinnerung ist die Pizzeria "Pizza Place", die jede Woche nach einem neuen, meist total verrückten Thema gestaltet war. Das ist natürlich unrealistisch ohne Ende, aber eine richtig witzige Idee. Mir hat auch der Humor in dieser Serie gut gefallen, da es teilweise wirklich viel Ironie und Sarkasmus gab. Besonders Tino mochte ich wegen seiner witzigen Bemerkungen. Er hat außerdem die meisten Folgen "moderiert". Ab und zu stoppt er das Geschehen, um mit den Zuschauern zu sprechen, ganz ähnlich wie bei "Typisch Andy". Dieses "Interagieren" fand ich damals immer ziemlich cool. Ein weiterer positiver Aspekt war, dass die Eltern ab und zu in die Geschichten eingebunden wurden. Besonders gut erinnere ich mich an Tinos Mutter, die ihm mit tollen Ratschlägen geholfen hat, aber auch eine schreckliche Köchin war. Dadurch wurde die Serie sogar recht realitätsnah, weil die Eltern nicht einfach "ausgeblendet" wurden.

Katrin: Ich muss zugeben: Ich erinnere mich nur noch grob an die Handlung von zwei Folgen und das war's. Den "Pizza Place" habe ich allerdings nicht vergessen. Die Idee mit den verschiedenen Thematisierungen jede Folge war so cool - wieso gibt es so wenig Motto-Restaurants?!? Was ich mich allerdings bis heute frage: Was soll diese komische Pause im Intro?


Mona der Vampir

Fakt oder Fiktion? Wer weiß das schon...
Foto: Cinar Europe Limited
Mona ist ein zehnjähriges Mädchen mit unglaublich viel Fantasie. Sie hält sich für einen Vampir und kämpft gegen böse Monster, wie Zombies, Mumien oder gemeine Roboter. In Wahrheit sind es aber ganz normale Menschen. Monas beste Freunde Lily und Charley sind bei der fiktiven Monsterjagd mit von der Partie. Sie schlüpfen ebenfalls in ihre Heldenrollen namens "Prinzessin Gigantia" und "Turbo-Man". 
Diese KiKA-Serie ist mir nicht unbedingt durch besonders interessante Charaktere oder mitreißende Geschichten im Gedächtnis geblieben, sondern vor allem wegen einer Frage: Waren die Monster real oder hatten diese Kinder tatsächlich eine so enorme Fantasie? Zwar soll angeblich alles Einbildung sein, aber so ganz überzeugt war ich davon nie. Die Sendung hat diesen Aspekt immer offen gelassen. Am Ende einer Folge kam oft noch ein kleiner Moment, der die rationalen Erklärungen infrage gestellt hat. In einer Episode hat Mona den Hut einer gehirnfressenden Vogelscheuche geklaut, weil das Monster ohne ihn keine Macht mehr hatte. Es sollte sich eigentlich herausstellen, dass die "Vogelscheuche" ein Gärtner war, aber der hatte seinen eigenen Hut, der exakt genauso aussah. Woher hatte Mona dann bitte den anderen? Selbst das Intro will den jungen Zuschauern weismachen, dass die Zehnjährige wirklich ein Vampir ist. Da wird nichts gesungen wie: "Mona hat so viel Fantasie, sie glaubt Menschen sind Monster." Nein, da heißt es: "Sie ist ein Vampir, ein echter Vampir." Ist es da wirklich verwunderlich, dass man als Kind verwirrt ist, was man denn nun glauben soll? Wenn doch alles Fantasie gewesen ist, würde ich mir übrigens wirklich Gedanken darüber machen, ob Mona nicht an ziemlich heftigen Wahnvorstellungen litt und ihre Paranoia auf ihre Freunde übertragen hat. 

Katrin: Dein letzter Satz, Laura: Genial! :D Mein Bruder und ich haben uns auch immer gefragt, ob die Erlebnisse der drei Freunde echt waren. Aber hey, solange sie Spaß hatten ist ihr Leben echt beneidenswert. Den Titelsong kann ich noch immer mitsingen und ich wäre immer noch gerne in deren Monsterjägertruppe. Irgendwie fände ich es cool, wenn es eine Fortsetzung gäbe, in der die drei als Teenager oder Studenten Ähnliches erleben und der Welt beweisen müssten, dass sie nicht spinnen. Ich fand die Serie immer richtig cool! Auch weil es den dreien egal ist, wenn über sie gelästert wird.


Katrin

Der Wunschpunsch

Den Zauberspruch kann ich noch!
Foto: CinéGroupe/Fox Kids
Die Serie basiert auf dem Buch "Der satanarchäolügenialkohöllische Wunschpunsch" des deutschen Autors Michael Ende und wurde im KiKA gezeigt. Es geht um die beiden bösen Zauberer Beelzebub Irrwitzer und Tyrannja Vamperl. Die beiden haben sich dazu verpflichtet, die Stadt Mikropolis zu verfluchen. Dazu brauen sie den satanarchäolügenialkohöllische Wunschpunsch und denken sich jedes Mal ein anderes Desaster aus - so werden in einer Folge alle Menschen zu Tieren, in einer anderen bekommt man durch jeden Blick in den Spiegel einen Doppelgänger oder entsorgter Müll kommt in doppelter Menge zurück. Die Verwünschungen sind jedoch nie von langer Dauer. Denn Beelzebubs Kater Maurizio und Tyrannjas Rabe Jakob sind Spione des "Hohen Rat der Tiere" und brechen alle Flüche, bevor sie unumkehrbar werden würden.
Ich habe "Der Wunschpunsch" als Kind sehr gerne geguckt! Ich mochte, dass die Serie ein bisschen düsterer war als viele andere. Beispielsweise die Darstellung von Maledictus Made, der die beiden Zauberer regelmäßig daran erinnert, dass sie Mikropolis tyrannisieren sollen. Er ist ein menschenähnliches Insekt und hat ein ziemlich gruseliges "Lächeln" mit scharfen Zähnen. Außerdem bestraft er Beelzebub und Tyrannja jedes Mal, wenn wieder ein Bann gebrochen wurde. Was mir auch gefallen hat, war der "Rätselrat". Denn jeder Fluch musste ganz individuell gebrochen werden. Dafür bekamen Maurizio und Jakob von Tante Noah, dem Oberhaupt des "Hohen Rat der Tiere" einen "Rätselrat". Den mussten sie lösen, um zu wissen, wie sie die Stadt dieses Mal retten können. Ich fand es spannend mit zu raten. Außerdem waren die bösen Flüche der Zauberer meist eher lustig als tatsächlich böse. Auf dem Weg zu Tante Noah konnten Maurizio und Jakob erleben, wie es in der Stadt aktuell aussieht und das war immer sehr chaotisch-witzig. Am meisten mochte ich aber die Zauberformel des Wunschpunschs, die kann ich bis heute auswendig: "Durch die Kraft von 66 umgekehrten Pentagrammen zeigen unecht oder echt sich Teile die von Ganzem stammen. Formel aus der Zeit der Nacht bist du es zeig' deine Macht. Füg' sie flugs und flink zusammen unter Donner, Blitz und Flammen! Achtung, fertig, Wunschpunsch!"

Laura: "Der Wunschpunsch" zählt definitiv auch zu meinen liebsten Kinderserien. Mir hat vor allem die Mischung aus schauriger Stimmung und witzigen Elementen gefallen. Maledictus Made fand ich auch immer leicht beängstigend. Ich habe außerdem jedes Mal richtig mitgefiebert, ob Maurizio und Jakob es noch rechtzeitig schaffen, den Zauber zu brechen. Ende letzten Jahres habe ich die Buchvorlage gelesen und geliebt! Anders als in der Serie müssen Kater und Rabe einen einzigen großen Wunschpunsch an Silvester verhindern. Die Geschichte hat einen richtig bissigen Humor, ist noch ein bisschen düsterer und genauso mitreißend wie die Zeichentricksendung.



Die Retter von Redwall

Matthias (l.) kämpft gegen die Rattenarmee
Foto: Nelvana/BBC One
Die Sendung basiert auf einigen Bänden der Kinder- und Jugendbuchreihe "Redwall". Sie spielt in einer mittelalterlichen Welt, die von anthropomorphen Tieren bevölkert wird. Die Handlung fokussiert sich auf die Abtei Redwall, die regelmäßig von Banden angegriffen und überfallen wird. Die Bewohner versuchen ihr Bestes, um das Kloster zu schützen. Ihr Vorbild ist der tapfere Krieger Martin, dessen Geschichte auf einem Wandteppich verewigt wurde. Die junge Maus Matthias möchte sein Schwert finden und der nächste Retter von Redwall werden. 
Ich muss zugeben: Ich erinnere mich nur noch grob an die Handlung, da die Serie, meiner Erinnerung nach, auch nicht sehr lange im KiKA lief. Trotzdem ist sie mir bis heute im Gedächtnis geblieben, da sie überhaupt nicht wie andere Kindersendungen war. Zum einen ist "Die Retter von Redwall" sehr spannend und verschont die Zuschauer nicht. Mehrfach sterben beliebte Hauptcharaktere und die feindlichen Ratten werden sehr brutal und angsteinflößend dargestellt. Im Gegensatz zu den meisten Kinderserien sind die einzelnen Episoden nicht in sich abgeschlossen, sondern erzählen eine zusammenhängende Geschichte über die Staffel hinweg. Was mir persönlich aber am besten gefallen hat, war der Wandteppich. Auf ihm ist die ganze Handlung in einzelnen Bildern verewigt und ich finde diese Darstellungen, die völlig anders gezeichnet sind als die Serie, noch immer wunderschön. Leider erinnern sich nicht viele Leute in meinem Umfeld an "Die Retter von Redwall". Das ist wirklich schade, da sich die Sendung durch ihre anspruchsvollen Themen, die zusammenhängende Handlung und die wunderbaren Charaktere deutlich von den meisten bunten, schrillen und hektischen Kinderprogrammen abgesetzt hat.


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Donnerstag, 17. August 2017

Kinderserien der 2000er Teil 3 (Zeichentrick) - Watch.Read.Discuss.

Nachdem wir uns im letzten Teil der Reihe "Kinderserien der 2000er" mit einigen Realserien beschäftigt haben, folgen in diesem dritten Teil wieder vier verschiedene Zeichentricksendungen aus unserer Kindheit. Der Post gehört zur Serie "Watch.Read.Discuss.", bei der wir Autoren uns mit demselben Thema beschäftigen. 
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Katrin

SimsalaGrimm

Yoyo (l.) und Crocy starten in ein neues Abenteuer
Foto: Greenlight Media/KiKA 
Die deutsche Serie "SimsalaGrimm" gehörte zum klassischen "KiKA"-Vorabendprogramm. Es geht um die beiden Abenteurer Yoyo und Doc Croc "Crocy", die in jeder Folge von einem magischen Buch in die Märchenwelt gebracht werden. Dort treffen sie Figuren der Brüder Grimm, wie Aschenputtel, König Drosselbart oder Rotkäppchen. Gemeinsam erleben sie die bekannten Märchengeschichten. Dabei nehmen Yoyo und Crocy aktiv am Geschehen teil. Sie werden erst wieder von ihrem fliegenden Buch abgeholt, wenn es ein Happyend gibt.
Bei meiner Recherche habe ich gerade ziemlich geschockt festgestellt, dass es im Jahr 2010, elf Jahre nach Erstausstrahlung der beiden Staffeln, noch eine dritte gab. Dort wurden auch Geschichten erzählt, die nicht von den Brüdern Grimm stammen, wie "Kalif Storch" von Wilhelm Hauff, "Des Kaisers neue Kleider" von Hans Christian Andersen oder das französische Volksmärchen "Die Schöne und das Biest". Also werde ich jetzt mit diesem Text reinhauen und dann die dritte Staffel bingewatchen - auch wenn das tolle Intro leicht verändert wurde. Schade, denn es ist wirklich magisch. Bis heute kann ich den ganzen Wortlaut auswendig und bekomme bei "Abra Kadabra SimsalaGrimm" eine Gänsehaut. Da in den ersten beiden Staffeln die bekanntesten Märchen behandelt wurden, kannte ich sie als Kind schon. Dennoch habe ich es geliebt zu sehen, wie die beiden niedlichen, witzigen Hauptcharaktere durch die Geschichte stolpern. Obwohl man die Handlung schon kennt, wird es nicht langweilig, denn Yoyo und Crocy bringen ihren eigenen Charme ein. Sie retten die Märchen, wenn die Figuren nicht mehr weiterwissen. Durch das liebevolle Design sowie den tollen Soundtrack, wird die Serie wahrhaft magisch. 

Laura: Die Idee hinter "SimsalaGrimm" fand ich richtig toll. Man kannte viele der Märchen aus seiner Kindheit, aber es war überhaupt nicht langweilig, weil die zwei Hauptfiguren die Geschichte begleitet haben. Dadurch wurden sie fast zu ganz neuen Abenteuern. Am stärksten in Erinnerung geblieben ist mir aber tatsächlich das schöne Titellied.


Danny Phantom

Danny Phantom = Danny Fenton fällt keinem auf
Foto: Nickelodeon
In dieser "Nickelodeon"-Serie geht es um den 14-jährigen Danny Fenton, dessen Eltern Geisterjäger sind. Sie arbeiten an einem Geisterportal, das jedoch scheinbar nicht funktioniert. Als ihr Sohn es neugierig inspiziert, aktiviert er die Maschine versehentlich und wird in einen Halb-Geist verwandelt. Von da an beschützt Danny seine Heimatstadt Amity Park vor Angriffen aus der Geisterwelt. Gleichzeitig versucht er seine Identität geheim zu halten - besonders vor seinen Eltern, die "Danny Phantom" unbedingt fangen wollen. Die einzigen, die das Geheimnis hinter dem stadtbekannten Geisterjungen kennen, sind seine Freunde Tucker Foley und Samantha "Sam" Manson.
"Danny Phantom" war meine Lieblingszeichentrickserie auf "Nickelodeon". Ich mochte die übernatürliche Geschichte und die sarkastischen Charaktere. Im Gegensatz zu vielen anderen Sendungen, wurden die jugendlichen Hauptcharaktere nicht als altklug oder unglaublich talentiert dargestellt, sondern als ganz normal. Danny und seine Freunde sind unscheinbare, mäßig beliebte Schüler, die mit ganz normalen Problemen zu kämpfen haben, wie zum Beispiel Eltern mit völlig anderer Einstellung zum Leben, fiese Klassenkameraden oder nervige Geschwister (Die Kabbeleien zwischen Danny und seiner Schwester Jazz konnte ich sehr gut nachvollziehen!). Bei der Geisterjagd machen die drei zu Beginn auch noch jede Menge Fehler, da sie im Gegensatz zu vielen anderen TV-Helden keinen "Lehrmeister" haben, der sie über ihre Gegner aufklärt und mit Waffen ausstattet. Mir hat außerdem gefallen, dass es nicht nur böse Geister gab, sondern auch völlig harmlose, witzige, wie beispielsweise einen Klempner-Geist, der auf der Suche nach Freunden ist. Die Serie, mit nur 53 Folgen viel zu früh abgesetzt, ist mir auch wegen des ziemlich coolen Titelsongs in Erinnerung geblieben. 

Laura: Ich habe diese Sendung erst recht spät entdeckt, wahrscheinlich so mit 14 oder 15. Doch ich war von Anfang an richtig begeistert von ihr und habe sie ab da täglich geschaut. Mir hat besonders der coole Humor gefallen. Hinsichtlich der Charaktere bin ich mit Katrin einer Meinung: Ich fand es auch sehr angenehm, dass sie so unaufgeregt waren.


Laura

Kim Possible

Die nächste Mission wartet schon
Foto: Disney Channel
Diese "Disney"-Serie zählt zu den absoluten Favoriten meiner Kindheit. Kim Possible scheint auf den ersten Blick eine normale Schülerin zu sein, doch sie hat einen außergewöhnlichen "Nebenjob": Die Welt retten. Zusammen mit ihrem besten Freund Ron Stoppable und dem Technikgenie Wade, der sie virtuell über den "Kimmunicator" unterstützt, begibt sie sich auf gefährliche Missionen. 
Klar ist das alles ein wenig realitätsfern. Welche 15-Jährige kriegt schulische Verpflichtungen und Weltretten unter einen Hut? Wie kann sie nur mit Cheerleading-Qualitäten Bösewichte bekämpfen, die mit ziemlich gefährlichen Waffen ausgestattet sind? Welche Erwachsenen wenden sich an eine Jugendliche, wenn sie in Schwierigkeiten sind? Doch als Kind fand ich das großartig. Auch heute schaue ich gerne rein, wenn zufällig eine Folge läuft. Die Kampfszenen habe ich immer besonders gemocht, weil Kim dank des Cheerleadings sehr elegant kämpft. In solchen Momenten ist die Titelheldin mutig und stark, doch im Schulalltag zeigt auch sie Unsicherheiten oder gerät in peinliche Situationen. Das macht sie so sympathisch. Der tollpatschige Ron sorgt zusammen mit seinem Nacktmull Rufus für komische Momente. Oftmals ist er derjenige, der von Kim gerettet werden muss, was eine tolle Abwechslung gewesen ist. Die besten Gegenspieler waren natürlich Dr. Drakken und Shego. Vor allem die Komik ihrer Auftritte hat mich immer amüsiert. Generell hatte "Kim Possible" einen guten Humor, der einen auch noch anspricht, wenn man älter ist. Zum Schluss muss ich das Intro erwähnen, denn das ist richtig toll gestaltet und hat einen genialen Song.

Katrin: "Kim Possible" war definitiv eine der coolsten Sendungen der 2000er! Was mir an der Serie besonders gefallen hat: Kim hat ihre Missionen nie verheimlicht. Ihre Familie und Freunde wussten Bescheid, ihre Schulkameraden auch. Alle fanden es völlig normal, niemand hat versucht es ihr auszureden, weil es gefährlich sein könnte oder sie zu jung ist. Kim war einfach eine tolle Heldin, wenn auch manchmal ein bisschen zu fantastisch und zu talentiert. Deshalb mochte ich Ron und Rufus am liebsten. Mit Shego hatte die Serie außerdem die vermutlich sarkastischste und coolste Gegenspielerin aller Zeiten!


Flipper und Lopaka

Flipper und Lopaka gehen durch dick und dünn
Foto: Studio 100
Diese australische Zeichentrickserie handelt von der Freundschaft zwischen dem elfjährigen Lopaka und dem Delfin Flipper. Der Junge, der auf der Insel Illoka fernab von moderner Technologie lebt, kentert in einen Sturm mit seinem Kanu. Dabei verliert er das Bewusstsein, doch Flipper rettet ihm das Leben. Kurze Zeit später treffen sie wieder aufeinander und der Delfin nimmt Lopaka mit in seine Unterwasserwelt Quetso. Er kann nun unter Wasser atmen und auch mit allen Meeresbewohnern sprechen. 
Für mich sticht die Serie durch das Intro heraus. Mit elf oder zwölf Jahren habe ich es zusammen mit einer Freundin jeden Tag gesungen. Ich erinnere mich bis heute an den gesamten Text. Bei der Serie hat mir gefallen, dass sowohl Erlebnisse in Quetso als auch auf Illoka behandelt wurden. So hat man auch Lopakas menschliche Freunde kennengelernt. Oftmals geht es darum, dass der Krake Dexter mit fiesen Plänen über die Unterwasserstadt herrschen will, woraufhin die zwei Hauptcharaktere ihn stoppen. Die Folgen legen dabei den Fokus immer mal auf verschiedene Figuren oder Handlungen, sodass nie wirklich Langeweile aufkommt. In der zweiten Staffel taucht außerdem ein Forscher-Ehepaar mit ihrem Sohn Spike auf. Das Aufeinandertreffen von ihm und Lopaka war besonders interessant: Dem Inseljungen ist moderne Technik fremd, während der andere damit aufgewachsen ist. Schlussendlich werden sie aber trotz anfänglicher Konflikte zu Freunden. "Flipper und Lopaka" war insgesamt eine tolle Serie, die wenigstens in gewisser Weise eine fortlaufende Handlung hatte und durch die Einführung neuer Charaktere für Abwechslung gesorgt hat.

Katrin: Ich erinnere mich noch gut daran, als Laura und eine weitere Freundin ständig das Titellied gesungen haben. Das war übrigens nicht nur mit "elf oder zwölf Jahren". ;) Ich habe "Flipper und Lopaka" auch sehr oft geguckt, war aber nicht so ein großer Fan wie Laura. Mich hat es immer gestört, dass es kaum weibliche Charaktere gab und die Handlung der Episoden oft ähnlich war.


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Mittwoch, 21. Februar 2018

Kinderserien der 2000er Teil 7 (Realserien) - Watch.Read.Discuss.

In unserem siebten Teil der Reihe "Kinderserien der 2000er" werden wir erneut einen Blick auf verschiedene Realserien werfen, die wir in unserer Kindheit angeschaut haben. Die vorherigen Beiträge, in denen wir über Sendungen wie "Disneys Große Pause", "Powerpuff Girls" oder "H2O - Plötzlich Meerjungfrau" diskutieren, findet ihr hier. Dieser Post gehört zur Rubrik "Watch.Read.Discuss.", bei der wir Autoren uns mit demselben Thema beschäftigen. 
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Katrin

Zoey 101

Zoey selbst mochte ich nie
Foto: Nickelodeon
Im Fokus der Nickelodeon-Serie steht die "Pacific Coast Academy", kurz PCA, ein Internat in Kalifornien: Kaum Unterricht, tolle Zimmer, weitläufiges Areal, direkt am Strand und viele coole Aktivitäten - der Traum aller 2000er-Teenies. Zoey Brooks (Jamie Lynn Spears) ist eins der ersten Mädchen, die auf der vormals reinen Jungenschule angemeldet werden. Ihr Bruder Dustin (Paul Butcher) ist dort bereits Schüler und gar nicht glücklich darüber, dass seine große Schwester ihn vor seinen Kumpels bloßstellt. Zoey schließt schnell Freundschaft mit Dana Cruz (Kristin Herrera), Nicole Bristow (Alexa Nikolas), Chase Matthews (Sean Flynn), Michael Barret (Christopher Massey), Logan Reese (Matthew Underwood) und Quinn Pensky (Erin Sanders) - später kommen noch Lola Martinez (Victoria Justice) und James Garret (Austin Butler) dazu. Sie haben nicht viel gemeinsam, halten aber stets zusammen, wenn es um Schulstress, Liebeleien, Probleme oder Kummer geht.
"Zoey 101" war eine der Serien, die praktisch jeder geguckt hat. Sie zählt nicht zu meinen allerliebsten, aber ich habe sie wirklich gerne verfolgt. Dabei fand ich die meisten der PCA-Schüler unglaublich nervig. Ich kann Charaktere nicht leiden, deren Haupteigenschaft es ist, alles perfekt zu machen und alle anderen "auf den richtigen Weg zu führen". Zoey ist der Inbegriff dessen: Sie wird in mehrere Sportteams geholt, obwohl sie vorher nie trainiert hat; alle Mädchen wollen ihre Freundinnen sein; alle Jungs wollen sie daten; die Erwachsenen auf dem Campus wenden sich regelmäßig hilfesuchend an sie und sie macht alle Probleme zu ihren eigenen. So viel Perfektion ist langweilig und unglaubwürdig. Der einzige Charakter, der sie in diesen Punkten noch übertrifft, ist Chase. Seine einzige Funktion in der Serie ist es, bis über beide Ohren verliebt in Zoey zu sein. Dabei haben die beiden null Chemie und wirken auch sonst sehr blutleer. Cool fand ich hingegen Quinn, die sich mit ihrer Leidenschaft für die MINT-Fächer und ihrer "Mir-ist-egal-was-die-anderen-denken"-Einstellung deutlich von anderen weiblichen Figuren in Teenie-Sendungen abhebt. Die Probleme der PCA-Schüler spielen zwar manchmal in einer eigenen Liga (In einer Folge werden die Hauptcharaktere von einem Geist verfolgt und in einer anderen gibt es einen Wettbewerb, bei dem die Kinder einen Flug im Privatjet gewinnen können.), aber sind in den meisten Fällen nachvollziehbar, sodass man sich als Zuschauer mit den Figuren identifizieren kann.

Laura: "Zoey 101" habe ich damals super gerne geschaut. Ich fand das Setting auch immer richtig cool. Wer würde denn nicht an so einer coolen Schule unterrichtet werden? Allerdings ging es mir bei den Charakteren ähnlich wie Katrin. Zoey zählte nie zu meinen Lieblingsfiguren und die Liebesgeschichte mit ihr und Chase hat sich definitiv zu oft im Kreis gedreht, ohne sich ansatzweise weiterzuentwickeln. Deshalb war ich davon irgendwann nur noch genervt. Ansonsten haben mir die meisten anderen Charaktere aber gefallen. Außerdem mochte ich den Humor der Serie, auch wenn er manchmal etwas übertrieben war. 


Die Pfefferkörner

Das Original: Cem, Jana, Vivi, Fiete & Natascha (v.l.)
Foto: NDR/KiKA
Ende Dezember 1999 wurde die erste Folge der populären KiKA-Sendung ausgestrahlt. Es geht um eine Gruppe junger Detektive, die regelmäßig in Kriminalfälle verwickelt werden und diese selbstständig aufklären. In den ersten Episoden bestanden "Die Pfefferkörner" aus Anführer Fiete Overbeck (Julian Paeth), seiner kleinen Schwester Vivi (Aglaja Brix), seiner Freundin Natascha (Vijnessa Ferkic) sowie den späteren Stiefgeschwistern Jana Holstein-Coutré (Anna-Elena Herzog) und Cem Gülec (İhsan Ay). Mittlerweile ermitteln Mia Goldman (Marleen Quentin), ihre Schwester Alice (Emilia Flint), Johannes von Wied–Litzow (Luke Matt Röntgen), Bennet Jansen (Ruben Storck) und Lisha Schulze (Emma Roth) in der vierzehnten Staffel. Sie sind die neunte Generation Junior-Detektive und wurden zum ersten Mal nicht in der Serie, sondern in einem dazugehörigen Kinofilm vorgestellt.
Beim Recherchieren ist mir bewusst geworden, dass die aktuellen "Pfefferkörner" noch gar nicht geboren waren, als die erste Folge ausgestrahlt wurde - zum Teil waren sie erst bei der fünften Staffel auf der Welt. Einerseits fühle ich mich bei dem Gedanken wirklich alt, andererseits ist es cool, dass sich die Serie so lange gehalten hat und noch immer Millionen von Kindern begeistert. Einer der Gründe dafür ist, dass sich die Geschichten weiterentwickeln. Die Sendung hat immer Themen angesprochen, mit denen viele junge Zuschauer sonst nicht oder selten in Berührung gekommen sind - schon gar nicht im KiKA-Programm. In meiner Generation gab es zum Beispiel eine Folge, in der Fietes Eltern ihn und Natascha im Bett erwischt haben, in einer anderen wurde nach Pflegeeltern für ein verwaistes Mädchen gesucht. 2017 gab es Themen wie das Mobbing einer Transgender-Schülerin und die Situation von unbegleiteten Minderjährigen in Flüchtlingsheimen. Ich finde es klasse, dass sich die Sendung über all die Jahre hinweg an der Lebenssituation der Zuschauer orientiert hat und immer realistisch geblieben ist. Zwar wurden nie so krasse Szenarien angesprochen wie bei der anderen KiKA-Reihe "Krimi.de", aber "Die Pfefferkörner" richten sich auch an eine etwas jüngere Zielgruppe. Ich habe die Serie jedenfalls geliebt, da ich mich gut mit den Hauptcharakteren identifizieren konnte und es immer toll fand, wie sie aus ihrer eigenen Motivation, Kraft und Intelligenz heraus Fälle gelöst haben.

Laura: Diese Sendung habe ich damals richtig gerne geschaut und mir persönlich hat sie auch immer besser gefallen als "Krimi.de". Das lag wahrscheinlich daran, dass ich die Charaktere sehr sympathisch fand und die Fälle immer spannend. Ich kann mich jedenfalls noch daran erinnern, dass ich keine Folge verpassen wollte. Als es doch mal passiert ist, war ich ziemlich traurig - damals gab es schließlich noch nicht die Möglichkeit, die Episoden einfach so im Internet anzuschauen. 


Laura

Clarissa

Clarissa ist bekannt für ihren bunten Kleidungsstil
Foto: Nickelodeon
In dieser Sendung geht es um das Leben der 14-jährigen Clarissa Darling (Melissa Joan Hart). Hauptthemen sind die üblichen Probleme eines Teenagers, aber auch die Verrücktheiten von Clarissas Familie. Dabei spielt sich die Handlung die meiste Zeit nur innerhalb von ihrem Zuhause ab, wo sie auch regelmäßig Besuch von ihrem besten Freund Sam (Sean O'Neal) bekommt. Die Serie lief zwar in Deutschland erstmals 1995 auf Nickelodeon, doch ich habe sie auf Super RTL gesehen, wo sie in den 2000ern ausgestrahlt wurde. Deshalb taucht sie hier in unserem Post auf. 
Clarissa mochte ich sehr gerne, weil sie cool und lässig war. Ihre Figur war sehr nahbar, weil sie weder abgehoben noch vollkommen überdreht war. Außerdem hat sie die Zuschauer immer direkt angesprochen und ihre Gedanken und Gefühle mit ihnen geteilt. Dabei hatte sie auch noch einen tollen Humor mit viel Ironie. Sie war außerdem ein Fan von Videospielen und hat auf ihrem Computer sogar selber welche programmiert. Das fand ich richtig cool und rückblickend war die Serie da doch echt fortschrittlich. Vielleicht hat sie sogar bei manchen Mädchen Interesse an Informatik geweckt? Ich mochte außerdem die leicht schrägen Einfälle der Serie, zum Beispiel, dass Sam statt der Haustür eine Leiter nimmt, um Clarissa in ihrem Zimmer zu besuchen. Oder ihr ausgefallenes Haustier: Ein Alligator namens Elvis, den die Zuschauer nur gehört, nie gesehen haben. Es wurde zwar über Probleme des Erwachsenwerdens, gesprochen, aber es gab kein typisches Teenie-Drama, das man aus vielen anderen Sendungen kennt, was mir ebenfalls positiv im Gedächtnis geblieben ist. Ich konnte mich bei der Sendung meist super entspannen. Außer wenn Ferguson (Jason Zimbler), Clarissas schrecklicher kleiner Bruder, auftauchte und Chaos stiftete. Ich habe zwar keine kleinen Geschwister, aber trotzdem sehr mit der Protagonistin mitgefühlt. Was den Unterhaltungswert angeht, kann diese Serie mit jüngeren Nickelodeon-Serien wie "Drake & Josh" oder "iCarly" locker mithalten. Das finde ich schon bemerkenswert, wenn man bedenkt, dass die Sendung vor fast 30 (!!) Jahren ihre Premiere feierte. 


Wie erziehe ich meine Eltern?

Der Hund war immer super!
Foto: MDR
In dieser Serie geht es um die zwei Kinder Felix Wolkenfuß (Maximilian Seidel) und Johanna "Johnny" Freytag (Sina Tkotsch), deren Wege sich auf sehr chaotische Weise kreuzen: Felix' Vater (Heinrich Schafmeister), ein Psychiater, und Johnnys Mutter (Amina Gusner), eine Zahnärztin, haben ohne es zu wissen dieselbe Doppelhaushälfte gekauft. Nun müssen sich die Familien irgendwie mit der Situation arrangieren. Damit ist das Chaos schon vorprogrammiert. In dieser Serie sind die Rollen quasi vertauscht. Während sich die Eltern kindisch und albern benehmen, sind die Kinder deutlich vernünftiger und versuchen immer, den Frieden im Haus aufrechtzuerhalten. Unterstützung bekommen sie von der manchmal etwas verwirrten Nachbarin Asta Engel-Butz (Ursula Staack). Außerdem gibt es noch Hund Rollo, dessen unterhaltsame Gedanken die Zuschauer über eine Stimme aus dem Off mitbekommen. 
Ich weiß noch, dass ich die Serie regelmäßig geschaut habe, aber trotzdem sind mir keine der Folgen wirklich im Gedächtnis geblieben. Es war für mich eine typische Sendung für zwischendurch, die weder superdramatisch noch vollkommen langweilig war. Die Episoden folgten auch keinem roten Faden, sondern waren in sich abgeschlossen. Ich weiß aber noch, dass mich vor allem die Eltern hin und wieder genervt haben. Der Rollentausch wurde teilweise etwas überstrapaziert. Das Verhalten des Psychologen und der Zahnärztin war manchmal so drüber, dass ich mich ernsthaft gefragt habe, wie sie überhaupt noch Patienten haben können. Frau Engel-Butz hat für den ein oder anderen witzigen Moment gesorgt, war aber durch ihre übertriebene Neugier auch etwas anstrengend. Die Kinder waren zwar deutlich angenehmer, aber ihr rationales Handeln und ihre Vernunft haben sie als Charaktere auch nicht wirklich interessant gemacht. Ich konnte mich nie wirklich mit ihnen identifizieren. Insgesamt fand ich die Idee, den Spieß mal umzudrehen, aber ganz lustig und auch der Humor war in Ordnung. Das Intro fand ich allerdings immer etwas nervig. 

Katrin: "Wie erziehe ich meine Eltern?" ist mir nicht wirklich im Gedächtnis geblieben. Ich habe zwar ein paar Folgen geguckt, aber eigentlich erinnere ich mich nur an das Intro, das ich, genau wie Laura, furchtbar nervig fand und... gab es da nicht so einen Spiegel im Bad, durch den die beiden Familien miteinander geredet haben?


Welche Serien habt ihr in eurer Kindheit gerne geguckt? Teilt es uns in den Kommentaren mit. Wir planen weitere Diskussionsbeiträge zum Thema Kindersendungen (alle bisherigen Posts dazu gibt es hier), vielleicht wird euer Favorit in einem zukünftigen Post thematisiert.

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Donnerstag, 13. Juli 2017

Kinderserien der 2000er Teil 2 (Realserien) - Watch.Read.Discuss.

Dies ist der vierte Teil unserer Serie "Watch.Read.Discuss.", bei der wir Autoren uns mit demselben Thema beschäftigen. Es ist außerdem der zweite Teil unserer Diskussion über Serien der 2000er, die wir in unserer Kindheit gesehen haben. Im ersten Teil ging es um Zeichentrickserien. In diesem Post besprechen wir verschiedene Live-Action-Sendungen, die in den 2000er Jahren in Deutschland gelaufen sind.
Klickt auf die Titel, um euch die Intros anzuschauen.


Laura

Der Sleepover Club

Tolle Mädchen-Clique
Foto: Nine Network
In dieser australischen Sendung geht es um die Freundinnen Frankie, Rosie, Fliss, Kenny und Lyndz. Sie haben ihren eigenen Club gegründet und treffen sich einmal in der Woche zu einer gemeinsamen Übernachtung. Unter der Woche erleben sie aber auch einiges. So verfolgt der Zuschauer sie in der Schule, bei ihren Hobbys oder beim Kleinkrieg gegen die Jungsclique "M&Ms".
Jedes der Mädchen hat sehr individuelle Charaktermerkmale und Interessen, somit kann man sich gut in einzelnen Figuren wiederfinden. Die Streiche und Rachepläne der Clique gegen die Jungs oder ihre anderen "Rivalinnen" Sara und Alana sind lustig und unterhaltsam. Es hat mir immer gut gefallen, dass sich der "Sleepover Club" von den "M&Ms" nichts gefallen lässt. Da kam gerne Schadenfreude auf, wenn die Mädchen am Ende triumphiert haben. Dieser "Geschlechter-Kampf" war für mich zwar manchmal etwas überzogen, dafür ist die Freundschaft zwischen den fünf sehr realistisch. Das liegt vor allem daran, dass die Freundinnen sich nicht immer super gut verstehen. Es gibt Streit und Uneinigkeiten, aber am Ende werden diese gelöst und es kommt zur Versöhnung. Dieser Zusammenhalt vom "Sleepover Club" hat mir immer gut gefallen. Die Clubmitglieder haben zudem mit lebensnahen Problemen und Ängsten des Erwachsenwerdens zu kämpfen. Daher konnte ich mich immer wieder mit ihnen identifizieren. Es gibt leider nur eine Staffel über die Freundinnen und ihren Club, was ich damals schade fand, weil ich so gerne noch mehr von ihren Abenteuern miterlebt hätte. Die zweite Staffel, in der es um eine neue Mädchengruppe geht, hat mich nicht mehr angesprochen. Sie wirkte einfach wie eine schlechtere Version des ersten Clubs.

Katrin: Beim "Sleepover Club" habe ich immer gerne eingeschaltet. Ich bin zwar mit keiner der fünf Freundinnen wirklich warm geworden (Besonders Fliss übertriebenes Gehabe hat mich genervt.), aber ich fand die Club-Idee toll. Besonders schön waren die thematisierten Übernachtungspartys. In Erinnerung ist mir der "griechische Sleepover" geblieben, bei dem die Mädchen alles im Stil Griechenlands dekoriert und griechisches Essen gegessen haben. Außerdem ist der Titelsong klasse!


Lizzie McGuire

Lizzies innere Stimme ist eine Cartoon-Figur
Foto: Disney Channel
In dieser Serie geht es um das Leben der 13-jährigen Schülerin Lizzie McGuire. Das läuft eigentlich ziemlich normal ab: Freunde, Familie, Schule, Schwärmereien und alles, was ein Teenie eben so durchlebt.
Diese Serie ist allerdings nicht zu 100 Prozent Live-Action, denn es gibt eine kleine Besonderheit: Eine kleine Zeichentrick-Version von Lizzie, die für die inneren Gedanken und Gefühle der Hauptfigur steht. Ihre Kommentare und Reaktionen in bestimmten Augenblicken fand ich immer richtig cool und einzigartig. Man hat sich der Protagonistin dadurch auch viel näher gefühlt. Lizzie hat zudem ein Talent dafür, sich in peinliche Situationen zu manövrieren, wodurch die Serie zusätzlich einen komödiantischen Faktor besitzt. Dazu zählen auch ihre Eltern, wobei ich mich vor allem an die Mutter erinnere. Sie ist einerseits ziemlich schrill und verrückt, hat aber gleichzeitig immer gute Tipps und Ratschläge, die für die Zuschauer manchmal genauso hilfreich sein können. Die besten Freunde, Miranda und Gordo, mochte ich ebenfalls sehr gerne. Ich fand es allerdings immer etwas unnötig, dass Letzterer heimlich in Lizzie verliebt ist. Die Serie hätte sicherlich genauso gut funktioniert, wenn dieser Aspekt nicht vorhanden gewesen wäre. Insgesamt ist mir die Sendung als sehr bodenständig im Gedächtnis geblieben. Lizzie McGuire ist ein ganz normales Mädchen, mit dem man sich schnell identifizieren kann. Ihre Erlebnisse und Probleme wirken nie übertrieben oder vollkommen fernab von der Realität. Zusätzlich zur Serie gibt es einen Film ("Popstar auf Umwegen"), in dem es um einen Schultrip nach Rom geht und Lizzie in die Rolle eines Popstars schlüpft. Definitiv eine nette Ergänzung, aber die Sendung hat mir deutlich besser gefallen.

Katrin: Im Gegensatz zu Laura, habe ich die Lizzie-Zeichentrickfigur nie gemocht. Ihre Kommentare waren unnötig, da sie meist genau das gesagt hat, was man sowieso schon wusste. Wieso die innere Lizzie und die reale Lizzie unterschiedliche Stimmen hatten, habe ich auch nie verstanden. Ansonsten mochte ich die Serie, obwohl ich die Hauptfigur und ihren kleinen Bruder manchmal ganz schön nervig fand. Die armen Eltern!


Katrin

Total genial

Toby und Elisabeths Fähigkeiten trotzen der Natur
Foto: Jonathan M. Shiff Productions/ZDF
Bei der australischen Serie "Total genial" geht es um Toby, einen durchschnittlichen Schüler. Gemeinsam mit Streberin Elisabeth bereitet er nach der Schule ein Experiment vor, doch dabei geht etwas schief und die beiden werden von einem mysteriösen Flash getroffen. Von da an haben sie regelmäßig wissenschaftliche Geistesblitze und sind fähig Dinosaurier zu klonen, farbwechselndes Make-up oder einen Schrumpfstrahl zu erfinden. Während Toby mit seinen Fähigkeiten herumspielt und nach kurzer Zeit beschließt sie geheim zu halten, nutzt Elisabeth ihre, um Macht auszuüben und sich zu profilieren. Dabei bringt sie dauernd die Schule in Gefahr und benötigt Tobys Hilfe, um ihre wissenschaftlichen Projekte im Zaum zu halten.
Was mich an der Serie besonders fasziniert hat, waren die Spezialeffekte, die es ermöglichen, dass ein Dinosaurier durch die Schule läuft oder Rasenmäher fliegen. Mal davon abgesehen, dass so etwas Anfang der 2000er eher selten in Kinder- und Jugendsendungen zu finden war, sehen die, selbst aus heutiger Sicht, ziemlich cool aus. Mit Elisabeth gibt es ausnahmsweise mal einen weiblichen Antagonisten. Das fand ich klasse, auch wenn sie ständig von Toby gerettet werden muss. Einige Einfälle der beiden sind ziemlich kreativ und es ist witzig zu sehen, wie sie ihre Genialität im Alltag einsetzen, um relativ normale Probleme zu lösen. Zwei Dinge stören mich an der Serie aber bis heute. Erstens: Woher bekommen die beiden ihre Materialien? Sie sind zwar Genies, scheinen aber kein Geld damit zu verdienen. Woher kommen die nötigen Utensilien für ihre Projekte? Elisabeth hat später sogar ein riesiges geheimes Labor in der Schule. Wie finanziert sie das? Zweitens habe ich bis heute nicht verstanden, was genau das strubbelige Serienfinale sollte. Warum passiert in der Folge dasselbe mit demselben Experiment wie in einer früheren Folge? Außerdem: Was geschieht danach mit Toby und Elisabeth?

Laura: Ich habe "Total genial" auch gerne und regelmäßig geschaut. Die Experimente und Erfindungen fand ich immer toll, besonders als Elisabeth einen Dinosaurier klont! Ich mochte vor allem die Momente der Geistesblitze von Toby und Elisabeth. Da wurde immer super schnell an ein Auge rangezoomt und man hat quasi einen Einblick ins Gehirn bekommen. Die Charaktere haben mich hingegen nie so richtig angesprochen, denn ich fand keinen von ihnen besonders interessant oder sympathisch.


Krimi.de

Leipziger Team mit "Tatort"-Kommissar Ehrlicher
Foto: KiKA
Zur Abwechslung noch eine deutsche Serie. "Krimi.de" lief von 2005 bis 2013 im KiKA. Die Krimi-Reihe wurde mit der Warnung ausgestrahlt, dass sie jüngere Zuschauer gruseln könnte. Wie beim "Tatort" und "Polizeiruf" für Erwachsene, gibt es auch bei "Krimi.de" verschiedene Teams, die in unterschiedlichen Städten bundesweit ermitteln. Eine Einheit besteht immer aus zwei bis vier jugendlichen Detektiven und einem erwachsenen Kommissar bei der Polizei, der ihnen in brenzligen Situationen zur Seite steht (darunter auch "Tatort"-Schauspieler in ihren jeweiligen Rollen). Zwar werden keine Morde aufgeklärt, dennoch spricht die Reihe regelmäßig harte Themen wie Missbrauch, Nationalsozialismus, streng durchgesetzte Familienehre, Mobbing oder Drogen an. Im Laufe der Jahre ist die Sendung mehrfach für verschiedene Folgen ausgezeichnet worden.
Nach "Disneys Fillmore!" war "Krimi.de" meine nächste große Krimi-Leidenschaft. Was mich an der Serie damals wie heute begeistert, ist vor allem der unverblümte Umgang mit vermeintlich "erwachsenen" Themen. In meinen Augen zählt die Reihe zum Besten, was das Fernsehen für Kinder und Jugendliche zu bieten hat. Im Titel habe ich die Folge "Missbraucht" verlinkt, da ich kein separates Intro gefunden habe. Falls ihr Zeit habt, schaut euch die Episode an und ihr werdet verstehen, wenn ich sage, dass "Krimi.de" harte Bilder (in diesem Fall der sexuelle Missbrauch eines Mädchens durch ihren älteren Bruder) selten zeigt. Stattdessen wird das Thema subtil angedeutet, sodass unmissverständlich klar ist, was passiert, ohne irgendetwas bildlich darzustellen oder auszusprechen. Tatsächlich habe ich auch heute bei vielen Folgen "Krimi.de" Gänsehaut, da sie, anders als Krimis für Erwachsene, statt Blut und Gewalt auf subtilen Horror und menschliche Schicksale setzen. Die Ermittler sind ganz normale Kinder und Jugendliche, die in der Schule oder beim Sport mit ihren Fällen konfrontiert werden. Während beispielsweise "Die Pfefferkörner", eine andere Sendung mit jungen Detektiven, ständig in groß angelegte Raubüberfälle oder Schmuggelgeschäfte hineinstolpern, sind die Themen bei "Krimi.de" alle nachvollziehbar und könnten sich so an jeder Schule Deutschlands abspielen. Viele der Folgen haben mich noch lange beschäftigt und ich denke bis heute, dass die Absetzung der Jugend-Krimireihe ein großer Verlust für die Fernsehlandschaft - auch die der Erwachsenen - war.

Laura: Diese Serie habe ich nur sehr sporadisch geschaut, wenn ich durch Zufall beim KiKA gelandet bin. Doch die wenigen Folgen, die ich davon kenne, haben auch bei mir einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Genauso wie Katrin, fand ich, dass die Fälle nah an der Realität und auf subtile Weise beklemmend waren. Ich wusste das mit den "Tatort"-Kommissaren übrigens gar nicht. Eine wirklich coole Idee!


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Mittwoch, 29. August 2018

Kinderserien der 2000er Teil 9 (Realserien) - Watch.Read.Discuss.

In unserem neunten Teil der Reihe "Kinderserien der 2000er" werfen wir erneut einen Blick auf verschiedene Realserien, die wir in unserer Kindheit angeschaut haben. Dieses Mal geht es nur um "Nickelodeon"-Sendungen. Die vorherigen Beiträge, in denen wir über Sendungen wie "Disneys Große Pause", "Powerpuff Girls" oder "H2O - Plötzlich Meerjungfrau" diskutieren, findet ihr hier. Dieser Post gehört zur Rubrik "Watch.Read.Discuss.", bei der wir Autoren uns mit demselben Thema beschäftigen. 
Klickt auf die Titel, um euch die Intros anzuschauen.


Katrin

Jane (l.) ist eine Nervensäge!!!
Foto: Family Channel
"Highschool Halleluja" (Originaltitel: "Wingin' It") ist eine Serie des kanadischen Senders "Family Channel" und wurde in Deutschland auf "Nickelodeon" gezeigt. Sie handelt vom fünfzehnjährigen Pechvogel Carl Montclaire (Dylan Everett), der in der Schule für seine ständigen Missgeschicke verspottet wird. Sein Leben ändert sich schlagartig, als ihm der EiA (Engel in Ausbildung) Porter Jackson (Demetrius Joyette) zur Seite gestellt wird. Der muss Carl zum beliebtesten Schüler an der Bennett High School machen, um sich seine Flügel zu verdienen. Vertrauenslehrer Dr. Cassabi (Wayne Thomas Yorke) entpuppt sich ebenfalls als Engel, der ein wachsames Auge auf den jungen Flügelanwärter hat. Das ist auch bitter nötig, denn Porters unausgereifte magische Kräfte und sein endloser Enthusiasmus sorgen regelmäßig für Chaos und bringen alle Beteiligten in Schwierigkeiten.
"Highschool Halleluja" ist eine Serie, die ich immer gerne geguckt habe, ohne ein großer Fan zu sein. Das Konzept hat mir von Anfang an gefallen, da es zwar um Engel geht und die auch regelmäßig im "Himmel" gezeigt werden, die Sendung aber nicht religiös ist. Die Schutzengel wollen den Menschen das Leben erleichtern und ihnen helfen, aber sie treten nie als "kirchliche Vertreter" auf. Es wird auch nie darüber gesprochen, wo die Wesen eigentlich herkommen und was genau der Himmel ist. Die Engel werden zudem nicht als weise, unfehlbar und brav dargestellt, sondern sind genauso emotional, impulsiv und voreilig wie die Menschen - allerdings mit magischen Fähigkeiten. In meinen Augen ist die Serie in der zweiten Staffel noch um einiges besser geworden, als mit Denise (Kendra Timmins) ein zweiter EiA an die Bennett High kam. Ihr Enthusiasmus, ihr Charme, ihre Dusseligkeit und ihre Lebensfreude haben die von Porter noch locker getoppt. Außerdem stimmte die Chemie zwischen den beiden EiAs und Carl. Was die Sendung für mich getrübt hat, sind die anderen Charaktere - allen voran Carls beste Freundin, die Nachwuchsjournalistin Jane Casey (Brittany Adams). Sie ist altklug, nervig und ändert ständig ihre Meinung. Dabei trägt sie nichts als Drama zur Geschichte bei und bremst die Handlung damit konsequent aus. Die anderen Schüler - darunter der eigenartige Außenseiter Alex Horatio P. Rodriguez (Brian Alexander White), die beliebte und nicht sehr intelligente Brittany Hanson (Hannah Lochner) sowie der mobbende Sportler Serge Delvecchio (Sebastian Hearn) - entsprechen den typischen High School-Klischees und haben keinerlei interessante Charakterzüge. Obwohl sie kaum Einfluss auf die Handlung und nur kleine Rollen haben, gehören sie trotzdem zu den rund zehn Leuten, die im Vorspann namentlich genannt werden. "Highschool Halleluja" wäre jedenfalls noch um Längen besser gewesen, wenn sich die Geschichte auf Carl, Porter und Denise beschränkt hätte.


Troop - Die Monsterjäger

Sieht aus wie T-Rex, ist es aber nicht  
Foto: Nickelodeon
Diese Serie, die im Original "The Troop" heißt, dreht sich um den Comics liebenden, durchschnittlichen High School Schüler Jake Collins (Nicholas Purcell), der eines Tages von seinem Lehrer Mr. Stockley (John Marshall Jones) für eine geheime Organisation angeworben wird. Die "Troop" ist eine Vereinigung, die sich der Jagd auf Monster verschrieben hat. Da Erwachsene beim Anblick der Kreaturen vor Angst erstarren, werden Teenager als Monsterjäger eingesetzt. Eine der vielen Zentralen ist unter Jakes High School. Zum Team gehören neben ihm auch der hochintelligente Einzelgänger Felix Garcia (David Del Rio) und die vielbeschäftigte Cheerleaderin Hayley Steele (Gage Golightly, Step Sisters). Gemeinsam beschützen die drei ihren Bezirk, indem sie Monster aufspüren und einfangen.
"Troop" gehört nicht zu den Sendungen, die ich unter keinen Umständen verpassen wollte. Dennoch habe ich die Abenteuer der Monsterjäger immer gerne verfolgt. Mir hat besonders gefallen, dass die drei Protagonisten nicht so extrem stereotypisch waren, wie in vielen anderen Kinder und Teenieserien. Zwar musste beispielsweise Felix immer den Klugscheißer raushängen lassen, aber die Persönlichkeiten der Charaktere wurden nicht nur auf ein Attribut heruntergebrochen. Die Vielschichtigkeit hat sich übrigens nicht nur in den menschlichen Figuren, sondern auch bei den Kreaturen gezeigt. In Bezug auf Gruselfaktor, Boshaftigkeit und Fähigkeiten waren sie verschieden. Es gab zum Beispiel auch menschenähnliche Monster oder welche, die den Jägern geholfen haben - wie das knuddelige, süße Wesen, dessen Schrei das Gedächtnis von Zeugen gelöscht hat, sodass sie sich nicht an die Geschehnisse erinnern konnten. Allerdings hat mich bei der Serie immer gestört, wie "talentiert" und "weise" die Teenager dargestellt wurden. Ich fand es beispielsweise total albern, dass alle Erwachsenen (Selbst die, die in ihrer Schulzeit selbst Monsterjäger waren!!!) beim Anblick der Kreaturen vor Angst erstarrt sind, während drei pubertierende Jugendliche mit kreativen Lösungen regelmäßig die Stadt gerettet haben


Laura

Unfabulous

Viel Teenie-Drama, aber immerhin glaubhaft
Foto: Nickelodeon
Die 12-jährige Addie Singer (Emma Roberts) ist zusammen mit ihren besten Freunden Geena (Malese Jow) und Zach (Jordan Calloway) vor Kurzem in die siebte Klasse gekommen. Wie alle Teenager muss auch sie sich mit ganz alltäglichen Problemen herumschlagen: Egal ob Pickel am Schulfototag, peinliche Erlebnisse im Unterricht oder Stress mit ihren Eltern (Molly Hagan und Markus Flanagan) und ihrem älteren Bruder Ben (Brandon Kelly). In Sachen Liebe beschäftigt sie vor allem ihr Schwarm Jake (Raja Fenske), der sie nur als Kumpel sieht. Statt einfach bloß Tagebuch zu führen, um all die Gefühle und Erlebnisse zu verarbeiten, singt Addie lieber Songs. Die schreibt sie selbst und lässt sich die Melodien dazu auf der Gitarre einfallen. 
Diese Serie habe ich ziemlich regelmäßig verfolgt, weil sie wirklich unterhaltsam war. Außerdem konnte ich sie immer gut nebenbei schauen, weil die Handlung nicht vollkommen abgedreht oder verwirrend war. Im Grunde ist diese "Nickelodeon"-Sendung eine gute und halbwegs realistische Darstellung von den Problemen eines Teenagers. Aus heutiger Sicht finde ich diese ganzen Dramen vollkommen überzogen, aber damals konnte ich mich in einigen Folgen in den Figuren wiederfinden. Addie war zwar nie eine meiner absoluten Lieblingsfiguren einer Teenie-Sendung, aber es hat trotzdem immer Spaß gemacht, ihr Leben zu verfolgen. Ihre besten Freunde Geena und Zach mochte ich ganz gerne und sie alle drei haben ein gutes Team abgegeben. Sie waren damals eine glaubwürdige Freundesgruppe. Sie haben sich nicht ständig super gut verstanden, haben auch mal gestritten oder sich über die anderen lustig gemacht - wie es Freunde eben machen. An Addies Eltern kann ich mich kaum erinnern. Ihr älterer Bruder hingegen war die meiste Zeit richtig nervtötend und auch hin und wieder gemein - was aber als Zuschauer teilweise sehr unterhaltsam war. Die Sache mit den Songs fand ich früher echt lustig und ich finde die Idee auch heute noch kreativer als das übliche Tagebuchschreiben. Ich würde die Serie heute definitiv nicht mehr schauen, weil sie wirklich für eine bestimmte Zielgruppe gemacht wurde und man sich als Nicht-Teeanger einfach mit nichts identifizieren kann. Aus damaliger Sicht hat sie mich aber gut unterhalten.

Katrin: "Unfabulous" war eine der wenigen 2000er Realserien, die ich wirklich nicht mochte und bei der ich regelmäßig aus- oder umgeschaltet habe. Der Grund dafür war das übermäßige Drama in jeder Folge. Addies Probleme waren zwar halbwegs realistisch, aber sie wurden IMMER zu einer absoluten Katastrophe aufgebauscht. Jeder normale Jugendliche hätte dieselben Probleme schnell gelöst oder vergessen, bei "Unfabulous" ging nichts ohne Weltuntergangsstimmung - einfach nur nervig und langweilig. Außerdem hatte die Show kein wirkliches Konzept. Ein Protagonist, der mit seinem weiblichen und seinem männlichen besten Freund die Schule überstehen muss: Das gibt es hundertfach, aber bei "Unfabulous" bleibt es dabei. Es gibt kein Alleinstellungsmerkmal - wenn man mal von Addies furchtbar schlechten Liedern absieht.


Big Time Rush

Die Gruppe "pausiert" seit 2014
Foto: Nickelodeon
Die vier Freunde Kendall (Kendall Schmidt), James (James Maslow), Logan (Logan Henderson) und Carlos (Carlos PenaVega) leben komplett normale Leben als Teenager in Minnesota. Bis der Musikproduzent Gustavo Rocque (Stephen Kramer Glickman) Kendall durch Zufall beim Singen eines albernen Songs hört. Spontan bietet er ihm an, zu einem Vorsingen zu kommen. Der Jugendliche ist davon überhaupt nicht begeistert, lässt sich aber überreden. Er will allerdings nur kommen, wenn James, Logan und Carlos die gleiche Chance erhalten. Letztendlich kann Kendall Gustavo  nicht nur beim Vorsingen von sich überzeugen, er kann ihn sogar überreden, die anderen drei ebenfalls unter Vertrag zu nehmen. Sie werden zur Boy-Band "Big Time Rush", ziehen nach L.A. und müssen sich im Musik-Business behaupten. Währenddessen sind sie immer noch die chaotische Bande aus Minnesota, die sich ständig in Schlamassel bringt, womit sie Gustavo und seiner Assistentin Kelly (Tanya Chisholm) tagtäglich auf die Nerven gehen.
"Big Time Rush" war für mich eine pure Unterhaltungsshow. Es geht fast ausschließlich um dumme und alberne Situationen und zwischendrin gibt es paar Songs. Zusätzlich sieht der Zuschauer die Erlebnisse von Kendalls kleiner Schwester Katie, die viel zu clever und durchdacht für ein Kind ist. Diese Szenen fand ich zwar lustig, aber ansonsten eher uninteressant. Hinzu kommt dann noch in jeder Folge mindestens ein Wutanfall von Gustavo, der nach dem zehnten Mal auch nicht mehr sehr witzig ist. Tiefgang gibt es so gut wie gar nicht und die Romanzen sind oftmals auch eher oberflächlich und nicht wirklich glaubhaft. Die vollkommen platte Beziehung zwischen Kendall und Jo fand ich immer unglaublich langweilig. Trotzdem konnte mich das Konzept dieser Serie über eine Band, die es wirklich gibt, überzeugen. Das hat mich selbst überrascht: Die "Jonas Brothers", die ebenfalls eine echte Band mit eigener Sendung waren, habe ich mit Ausnahme von "Camp Rock" nie verfolgt. Auch "Hannah Montana" konnte mich nie umhauen. Das war bei BTR anders. Die Geschichte um die chaotischen Freunde fand ich toll. Das lag wohl vor allem an der guten Chemie zwischen den Jungs. Der Humor ist wie bei anderen "Nickelodeon"-Sendungen oft etwas zu überzogen, aber das hat mir nie etwas ausgemacht. Außerdem mochte ich die meisten Lieder, die in der Serie vorkamen. Manche Songs gefallen mir heute noch, zum Beispiel das Titellied "Big Time Rush", "Stuck" oder "Worldwide". Insgesamt war diese Sendung wirklich witzig und unterhaltsam und die Gruppe hatte wirklich Potenzial, groß rauszukommen. Es ist daher echt schade, dass es seit 2014 still um sie geworden ist. Sie wurde zwar nicht aufgelöst, aber dass es irgendwann noch ein Comeback geben wird, finde ich ziemlich unwahrscheinlich.

Katrin: Obwohl ich die Charaktere manchmal echt nervig fand (Ich stimme Laura in ihrer Meinung über Kendall und Jo absolut zu!), mochte ich "Big Time Rush" wirklich gerne. Eine der wenigen Serien mit guten Songs, guter Laune und ohne den Anspruch, den jungen Zuschauern gezwungenermaßen etwas beibringen zu müssen. Dass es die Band nur noch auf dem Papier gibt, finde ich auch sehr schade. Laura und ich waren zwar keine Hardcore-Fans, aber ein Konzert haben wir trotzdem besucht. War cool. ;)


Welche Serien habt ihr in eurer Kindheit gerne geguckt? Teilt es uns in den Kommentaren mit. Wir planen weitere Diskussionsbeiträge zum Thema Kindersendungen (alle bisherigen Posts dazu gibt es hier), vielleicht wird euer Favorit in einem zukünftigen Post thematisiert.

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