Montag, 16. April 2018

Evolution - Die Quelle des Lebens (Thomas Thiemeyer) - Rezension

"Evolution - Die Quelle des Lebens" ist der dritte und letzte Teil aus Thomas Thiemeyers Jugendbuch-Trilogie. Der Roman ist im Arena Verlag erschienen und umfasst 416 Seiten. 

Nachdem die Gruppe um Jem und Lucie den beschwerlichen Weg durch die Wüste überwinden musste, kommt sie endlich am Ziel an: die Oase der Zeitspringer. Doch nicht alle sind wohlbehalten zusammen. Katta ist spurlos verschwunden und Lucie liegt im Koma. Jem und seine Freunde lernen die oberste Ratgeberin GAIA kennen, die sie freundlich aufnimmt und viele ihrer Fragen beantwortet. Schnell beginnen sie darauf zu hoffen, mit ihrer Hilfe wieder ins Jahr 2017 zurückzukommen. Trotzdem ist die Gruppe vorsichtig, den Bewohnern der Oase einfach so zu vertrauen. Denn die scheinen ihre eigenen Ziele zu verfolgen und die Jugendlichen in einen perfiden Plan einbinden zu wollen. Dieser könnte bald über die Zukunft der Erde und aller Lebewesen entscheiden. 


Gelungener Abschluss einer tollen Trilogie

Wartet in der Oase ein Weg nach Hause?
Foto: Arena Verlag
Als ich mit dem Buch begonnen habe, konnte ich wie beim zweiten Teil sehr leicht in die Welt eintauchen. Obwohl es schon ein gutes halbes Jahr her ist, dass ich "Der Turm der Gefangenen" gelesen habe, hatte ich keine Probleme, wieder in die Geschichte zu finden. Eine Hilfe dafür ist auf jeden Fall die kurze Zusammenfassung der letzten beiden Teile im Buch. Ich habe darüber zwar schon bei meiner Rezension zum zweiten Band gesprochen, aber ich möchte trotzdem nochmal erwähnen, dass diese "Was bisher geschah"-Einleitung eine tolle Idee ist und wirklich öfter in Buchreihen benutzt werden sollte. 
In "Die Quelle des Lebens" lernt der Leser wieder eine neue "Welt" kennen. Dieses Mal ist es die technologisch sehr fortgeschrittene Enklave - eine gigantische Glaskuppel, in der die Menschen Schutz vor den Bedrohungen der Umwelt gesucht und eine neue Gesellschaft aufgebaut haben. Mir gefällt es richtig gut, dass jeder Band an einem anderen Ort spielt. Das ist ein tolles Konzept dieser Geschichte. Sie wird über die Trilogie toll erschaffen und wirkt insgesamt sehr durchdacht und rund. Jeder Band bietet dabei etwas Neues - nicht nur eine neue Umgebung, sondern auch neue Charaktere. Es kommt keine Langeweile auf und außerdem habe ich nach Beenden des Finales wirklich das Gefühl, diese Zukunftsversion unserer Erde sehr gut kennengelernt zu haben. 
Wie immer überzeugt Thomas Thiemeyer mit seinem flüssigen und spannenden Schreibstil. Ähnlich wie bei den Vorgängern bin ich auch hier durch die Seiten geflogen und hatte das Buch innerhalb von anderthalb Tagen beendet. Es gibt nicht andauernd nur Action, aber trotzdem gibt es keine langweiligen Stellen. Ich hatte beim Lesen nie den Eindruck, dass sich irgendwelche Szenen zu sehr ziehen, sie haben immer genau die richtige Länge. Es wird zwischen vielen Perspektiven gewechselt, was die Handlung abwechslungsreich und temporeich macht, ohne unübersichtlich zu werden. Ein zusätzlicher Pluspunkt ist definitiv, dass es so gut wie keine Momente gibt, die klischeehaft oder überzogen sind. In vielen Jugendbüchern gibt es hier und da gerne mal Szenen, die so klischeehaft sind, dass ich kurz mit den Augen rollen muss. In diesem Band hatte ich keinen einzigen dieser Momente. Die Figuren wirken immer sehr natürlich und echt. Es wirkt außerdem auch nichts konstruiert, nur um künstlich Spannung zu erzeugen. Die Handlung ist in sich einfach sehr gut aufgebaut und verliert nie den roten Faden. 
Eine Frage, die mich seit dem ersten Teil beschäftigt hat, ist die nach der Zeitreise. Die Geschichte beginnt ja damit, dass die Gruppe mit dem Flugzeug durch die Zeit springt und in der Zukunft landet. In "Die Quelle des Lebens" gibt es darauf endlich Antworten und Erklärungen. Ich habe diese Reihe mit einem wirklich positiven, zufriedenen Gefühl beendet, da auf viele offene Aspekte eingegangen wird und keine großen Fragen zurückbleiben. Das Ende ist zwar nicht wirklich überraschend, doch trotzdem gibt es auf dem Weg dahin einige unerwartete Ereignisse und Wendungen. Mareks Sinneswandel ist einer davon. Seit dem zweiten Teil hat er sich von seinen Freunden abgewendet, sie verraten und ist wie ein Besessener davon überzeugt, dass die neue Welt großartig ist. Am Ende des Finales trifft er dann eine Entscheidung, die gegen all das geht, woran er eigentlich geglaubt hat. Diese Wendung war toll eingebaut und ich habe sie nicht kommen sehen. 

Schlaue Pläne und ein ungewohnter Gegenspieler

Die Beziehung zwischen Mensch und Tier ist eines der zentralen Themen der Reihe. Die ersten zwei Bände haben sich stärker darauf konzentriert, die Feindschaft zwischen den beiden Parteien zu veranschaulichen. Jetzt kommt es auch zu einer Annäherung, die sich schon am Ende von Band zwei angedeutet hat. Mir gefällt besonders gut, dass die verschiedenen Standpunkte sehr ausführlich behandelt werden. Der Leser versteht, wieso die Menschen in der Oase die Tiere verabscheuen, warum Jem, Lucie und ihre Freunde sich ihnen anvertrauen und warum die Tiere sich gegen die Menschen gestellt haben. Es wird sehr interessant veranschaulicht, wie die verschiedenen Positionen zusammenstoßen. ("Lucie ballte verzweifelt die Hände zu Fäusten. 'Es muss doch auch eine Lösung geben, die irgendwo in der Mitte liegt. Eine Koexistenz zwischen Mensch und Tier. Ich kann mir nicht vorstellen, dass wir nur die Wahl zwischen schwarz und weiß haben.'") Dabei gibt es keine kindischen Diskussionen. Die Charaktere agieren meistens sehr erwachsen und treffen nie überstürzte Entscheidungen. Das ist mir besonders in diesem letzten Band sehr positiv aufgefallen. Die Figuren rennen nicht kopflos in gefährliche Situationen: Sie planen, diskutieren und stimmen ab, was sinnvoll ist. Jeder trägt dabei etwas zum Plan bei, sodass es toll ist, mitzuverfolgen, wie er langsam Gestalt annimmt. Außerdem gibt es keine unnötigen, sinnlosen Dramen zwischen ihnen. Dadurch macht es deutlich mehr Spaß, sie bei ihrem Weg zu begleiten, als wenn man als Leser ständig damit rechnen muss, dass jemand etwas Dummes macht. 
Wie schon kurz erwähnt, gibt es auch wieder viele verschiedene Perspektiven und Handlungsstränge, die parallel verlaufen. Obwohl man im ersten Moment meinen könnte, das sorgt für Verwirrung, hat es bei mir das Gegenteil bewirkt. Dank der gleichzeitigen Handlungen ist mehr Zeit vorhanden, um alle Charaktere gut einzubauen, wodurch keiner zu sehr in den Hintergrund rückt. Ich habe mir anfangs Sorgen gemacht, als noch weitere neue Charaktere hinzugekommen sind. Das war eines meiner Probleme im zweiten Band, bei dem ich zwischendurch mal den Überblick verloren habe. Doch in diesem Teil ist das nicht der Fall. Tatsächlich schafft es Thiemeyer hier, den einzelnen Figuren durch die Aufteilung genug einprägsame Szenen zu geben, dass sie alle in Erinnerung bleiben. Bei 13 Charakteren, die abwechselnd im Fokus stehen (nicht jeder bekommt Kapitel aus der eigenen Sicht), ist das definitiv ein ganz schöner Balance-Akt, den der Autor toll gemeistert hat. Ich fand beispielsweise gerade im ersten Band Zoe und Katta recht blass. Im Finale hingegen werden sie deutlich vielschichtiger und interessanter. Katta gerät in eine aussichtslose Lage und ist auf sich alleine gestellt, bevor sie unerwartet Hilfe bekommt. Ihre Entwicklung zu verfolgen hat mir richtig gut gefallen. Anfangs ist sie vollkommen verängstigt und verzweifelt, doch die Situation macht sie letztendlich stärker. Dadurch wird sie als Charakter toll ausgearbeitet. Insgesamt ist deutlich erkennbar, dass die meisten Figuren eine Entwicklung durchgemacht haben und die guten und schlechten Erlebnisse während dieser Zeit sie verändert haben, was mir ebenfalls super gefällt.
Als Gegenspieler haben die Jugendlichen diesmal etwas ganz Besonderes: eine künstliche Intelligenz. Einerseits finde ich das sehr spannend, weil es mal etwas anderes ist. Andererseits ist es als Leser aber auch schwierig, die Entscheidungen dieses Computerprogramms zu verstehen. Es ist schon etwas anderes, wenn ein Mensch etwas tut, weil oft eine Überzeugung dahinter erkennbar ist. Bei diesem Gegner ist das deutlich schwächer vorhanden. Das bringt eine gewisse Unberechenbarkeit mit sich, was gut ist. Thiemeiyer bringt das Unmenschliche, Kalte der künstlichen Intelligenz toll zum Vorschein. Gleichzeitig fehlt dadurch aber auch eine echte Persönlichkeit, was den "Charakter" weniger interessant macht.

Fazit

Das Finale der "Evolution"-Trilogie schließt die Geschichte um Jem, Lucie und ihre Freunde gut ab und beantwortet dabei wichtige offene Fragen aus den Vorgängern. Der letzte Teil kann ebenfalls durch eine tolle Weltenbildung und eine spannende Handlung überzeugen. Der tolle Schreibstil sorgt zusätzlich für einen temporeichen Lesespaß. Trotz der vielen Charaktere entsteht keine Verwirrung, weil die Figuren auf verschiedene Handlungsstränge aufgeteilt werden. Somit rückt keiner in den Hintergrund. Dadurch werden auch die Jugendlichen, die zuvor blass erschienen, vielschichtiger. Insgesamt ist die Reihe sehr durchdacht aufgebaut und erzählt eine in sich sinnvoll abgeschlossene Geschichte. Daher kann ich diese Trilogie definitiv empfehlen.


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Samstag, 14. April 2018

Tatort: Ich töte niemand - Rezension

Der Mord zum Sonntag hat Tradition, deshalb sind auch wir mit Rezension und Live-Tweets (@WatchReadTalkdabei.


In einem heruntergekommenen Haus werden die Leichen eines libyschen Geschwisterpaares gefunden. Ismael und Manousha lebten voll integriert und unauffällig seit vielen Jahren in Deutschland. Dennoch hat ihnen jemand mit Dutzenden Schlägen die Schädel zertrümmert. Ihr Ziehsohn Ahmad (Josef Mohamed) ist verschwunden. Die Nürnberger Kommissare Paula Ringelhahn (Dagmar Manzel) und Felix Voss (Fabian Hinrichs) stoßen auf einen kürzlich geschlossenen Gerichtsprozess, bei dem Ahmad als wichtigster Zeuge ausgesagt hatte. Hat sich jemand dafür gerächt, dass die drei Beschuldigten zu Haftstrafen verurteilt wurden? Kurz darauf stirbt Frank Leitner (André Hennicke) beim Autofahren an einer Wechselwirkung verschiedener Antidepressiva. Er ist Polizist und ein alter Freund von Ringelhahn. In seinem Haus finden sich Hinweise auf eine rechtsradikale Gesinnung. Hatte Leitner etwas mit den Morden zu tun?

Hier ergibt nichts so wirklich Sinn

Voss (l.) und Ringelhahn sind leicht angespannt
Foto: BR/Hager Moss Film GmbH/Luis Zeno Kuhn
So gelesen klingt der Inhalt der Folge verständlich. In der Praxis ist der Fall jedoch sehr verschachtelt und springt immer wieder zwischen verschiedenen Charakteren, Schauplätzen und Ideen hin und her. Ich gebe ehrlich zu: Das ist der erste "Tatort" seit mehreren Jahren, bei dem ich fast den Faden verloren hätte. Zum einen ist die Geschichte sehr komplex, zum anderen so extrem langweilig, dass keine große Lust besteht, Szenen noch einmal anzusehen, um eventuell verpasste Details zu entdecken. Dabei wäre diese Motivation angebracht, denn die Handlung wirkt bruchstückhaft. Es fühlt sich irgendwie so an, als würde man einen Film auf YouTube gucken, bei dem einzelne Sequenzen wegen der GEMA herausgeschnitten wurden. Ständig wird ein neuer Gedanke aufgegriffen, doch bevor der überhaupt zum Zuschauer durchgedrungen ist, springen die Drehbuchautoren Max Färberböck und Catharina Schuchmann bereits zum nächsten. Da hilft es erst recht nicht, dass Ringelhahn, Voss und ihre Kollegen zeitgleich unterschiedlichen Spuren nachgehen. Kaum ist Frank Leitner verunglückt, fokussieren sich die Ermittlungen dann fast ausschließlich auf ihn. Andere Spuren im Fall der toten Libyer werden vernachlässigt. Aber natürlich haben die Kommissare - wie immer in TV-Krimis - einen sechsten Sinn und orientieren sich automatisch in die richtige Richtung. Was überraschend ist, denn in „Ich töte niemand“ (Müsste das nicht "niemanden" heißen? Das macht mich echt verrückt!) sind zumindest die beiden zentralen Ermittler ziemlich durch den Wind. Zu Beginn scheint die Welt noch in Ordnung: Felix Voss (genauso hieß der psychopathische Teenie-Mörder in der Folge letzte Woche) feiert gemeinsam mit den Kollegen seine Einweihungsparty – literweise Alkohol und wilde Knutscherei inklusive. Die ausgelassen fröhliche Stimmung kippt, als das Team zu einem Einsatz gerufen wird. Aus diesem Tief kommen die Kommissare für den Rest des „Tatorts“ nicht mehr heraus.
Wanda Goldwasser bleibt auch in Fall vier farblos
Foto: BR/Hager Moss Film GmbH/Luis Zeno Kuhn
Ringelhahns Gemütszustand ist nachvollziehbar. Nach und nach erfährt der Zuschauer, wie eng ihr Verhältnis zu Leitner wirklich war und wie sehr sein Tod sie belastet. Die depressiven und aggressiven Schübe von Voss scheinen jedoch keinen konkreten, verständlichen Auslöser zu haben. Er hat einfach eine spontane, heftige Sinnkrise und beschwert sich in wirren Monologen lautstark bei seinen Kollegen über die Sinnlosigkeit des Jobs ("Ich meine, unser Leben ist ein schwarzer Raum - rabenschwarz. Wir jagen irgendjemanden, den wir nicht sehen und dann haben wir ihn, werfen ihn vor die Tür und dann schließen wir die Tür ab. Und dann ist schon der Nächste drin."). Die gleiche ermüdende Nebenhandlung musste vor Kurzem auch sein Kölner Kollege Max Ballauf im „Tatort: Mitgehangen“ durchmachen. Nach gerade einmal vier Folgen des Nürnberger Teams sollte es noch nicht solche charakterlichen und erzählerischen Ermüdungserscheinungen geben. Vor allem da es mit Sebastian Fleischer (Andreas Leopold Schadt) und Wanda Goldwasser (Eli Wasserscheid) zwei Kommissare gibt, die bislang so gut wie gar nicht vorgestellt wurden. Voss‘ plötzliche Emotionalität wirkt nicht nur gekünstelt, sondern macht die ohnehin schon komplexen Ermittlungen noch langwieriger. In einer schier endlosen Sequenz versucht er den Hauswart (Roman Sörgel) eines Sportvereins davon zu überzeugen, ihm Informationen zu geben – mit viel Schreierei und völlig unlogischen Drohungen (Voss: "Haben Sie einen Anwalt?" Hauswart: "Was?" Voss: "Ja, wo sind Sie denn mit ihren Gedanken - im Bierhimmel oder was? Sie glauben doch nicht etwa, dass Sie diese Zeit von mir geschenkt bekommen!"). Die ganze Szene wirkt übertrieben. Es ist keine Gefahr im Verzug und Voss weiß nicht einmal, ob der Befragte irgendetwas Sinnvolles zur Ermittlung beitragen kann. Trotzdem geht er ihn an, als müsste das Team innerhalb der nächsten 30 Minuten einen sterbenden Menschen retten und der Hauswart wüsste als Einziger, wo das Opfer ist. Voss ist in diesem Krimi ein nerviger, unausgeglichener und unverständlicher Totalausfall. 

Der Fernseher hängt nicht, das sind Standbilder

Die Kommissare befragen einen der drei Kriminellen
Foto: BR/Hager Moss Film GmbH/Felix Cramer
Leider ist er nicht der einzige. Von der schauspielerischen Leistung her, ist "Ich töte niemand" einer der schwächsten "Tatorte" in diesem Jahr. Besonders die drei jungen Männer, die der flüchtige Ahmad mit seiner Aussage hinter Gittern gebracht hat, agieren hölzern. Sie leiern ihre Texte herunter und schaffen es beim besten Willen nicht, echte Gefühle zu zeigen. Die anderen Darsteller sind überzeugender, wirken aber ebenfalls ein wenig eckig und überemotional. Es gibt aber auch einen Lichtblick: Ursula Strauss als Leitners Witwe Gudrun. Sie hat das Glück, dass ihre Rolle deutlich vielschichtiger ist, als die meisten anderen. Jede dieser Facetten spielt Strauss ein bisschen anders, wodurch ihre Figur nicht nur interessant, sondern auch ein wenig bedrohlich wirkt. Abgesehen von schauspielerischen Glanzleistungen, ist auch Spannung eher Mangelware. Durch die vielen Sprünge bleibt die Geschichte nie lang genug bei einem Schauplatz, um auch nur ein neugieriges Kribbeln beim Zuschauer auszulösen. Das scheint auch das Produktionsteam gemerkt zu haben und setzt auf kleinere Spielereien, um künstlich Spannung zu erzeugen. Zwischen den Szenen gibt es immer wieder schwarze Überblendungen und Standbilder von den Gesichtern der Protagonisten. Letzteres wird jedoch zu so unpassenden Zeiten eingesetzt, dass ich fast jedes Mal gedacht habe, das Video habe sich aufgehängt. Dazu kommt noch ein trister Soundtrack, der an die deutsche "Netflix"-Mysteryserie "Dark" erinnert und einen Tick zu oft wiederholt wird.

Fazit

"Ich töte niemand" ist ein sehr schwacher "Tatort", bei dem kein Aspekt überzeugen kann. Die Protagonisten beginnen schnell zu nerven, da sie übertrieben emotional und aggressiv agieren - zum Teil ohne erkennbaren Grund. Die anderen Kommissare werden hingegen so gut wie gar nicht charakterisiert und wirken nur wie Statisten. Dazu kommt ein verworrener Fall, der zu viele Schauplätze auf einmal bedienen will, wodurch sowohl Spannung als auch Neugierde auf die Auflösung verloren gehen. Während die Schauspieler größtenteils sehr unmotiviert wirken, scheint das Team hinter der Kamera umso inspirierter gewesen zu sein. Durch Standbilder, viele dunkle Farben, lange Monologe und melancholische Musik versuchen sie, dem "Tatort" das Flair eines skandinavischen oder britischen Krimis zu verleihen. Diese Effekte sind allerdings eher störend als spannend und stehen in krassem Gegensatz zu den hektischen, gefühlsbetonten Ausbrüchen der Charaktere.


Nächste Woche ist das Team der Bundespolizei an der Reihe. In "Alles was Sie sagen" geht es um eine interne Ermittlung, die klären soll, wer mit Kommissar Thorsten Falkes (Wotan Wilke Möhring) Dienstwaffe eine Zeugin erschossen hat. Falke und seine Kollegin Julia Grosz (Franziska Weisz) werden befragt und sollen ihre Sicht des Einsatzes schildern. Dabei gibt es Unstimmigkeiten.

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Mittwoch, 11. April 2018

Hard Sun - Rezension

"Hard Sun" ist eine Serie, die vom britischen TV-Sender BBC und dem Streaming-Anbieter Hulu produziert wurde. Ab dem 16.04. werden die drei anderthalbstündigen Folgen im ZDF gezeigt - wahlweise in deutscher Synchronisation oder mit englischer Original-Tonspur. Wer nicht so lange warten will, kann die ganze Sendung schon jetzt in der ZDF-Mediathek anschauen.

Detective Inspector Elaine Renko (Agyness Deyn) hat einen Mordanschlag durch ihren Sohn Daniel (Jojo Macari) nur knapp überlebt. Nach ihrer Genesung tritt sie eine freigewordene Stelle in einem Londoner Polizeirevier an. Undercover soll sie herauszufinden, ob ihr neuer Chef Charlie Hicks (Jim Sturgess) etwas mit dem Mord an ihrem Vorgänger zu tun hat. Bei einer Ermittlung gelangen die beiden ungleichen Detectives in den Besitz eines USB-Sticks, der Beweise für den nahenden Weltuntergang enthält. Die Regierung will eine Massenpanik verhindern und die Dokumente geheim halten. Renko und Hicks geraten in den Fokus der mysteriösen Geheimdienst-Agentin Grace Morrigan (Nikki Amuka-Bird), die ihre Familien als Druckmittel einsetzt, um die beiden Polizisten zur Kooperation zu zwingen. Elaine schlägt ihren Kollegen, der seiner schwangeren Frau zuliebe auf das Angebot eingehen will, nieder und spielt die Dokumente dem Journalisten Will Benedetti (Ukweli Roach, Blindspot) zu. Die Veröffentlichung ruft zahlreiche Verschwörungstheoretiker auf den Plan, die, mit Blick auf das nahende Ende, anfangen zu morden.

Im Zweifelsfall einfach draufhauen

Renko und Hicks prügeln sich gerne
Foto: BBC/Hulu
Wer denkt, dass der Dortmunder "Tatort"-Kommissar Faber durchgeknallt ist, der sollte sich wirklich "Hard Sun" ansehen. Ich habe in den letzten Jahren sicher über hundert verschiedene Krimis geguckt und da waren einige verrückte, ungesetzliche und "kaputte" Ermittler dabei - von Linden und Holder bei "The Killing" bis hin zu Bukow und König im Rostocker "Polizeiruf 110". Gegen Renko und Hicks wirken jedoch alle harm- und problemlos. Die Ausgangssituation: Elaine wurde als junger Teenager vergewaltigt und musste im Alter von 14 Jahren das Kind ihres Vergewaltigers zur Welt bringen. Viele Jahre später sticht ihr Sohn sie erst nieder und steckt dann ihr Haus in Brand. Ihr Chef hat vermutlich seinen Kollegen erschossen und schläft nun mit dessen Ehefrau, während seine eigene schwanger zu Hause sitzt. Im Laufe der Serie begehen die beiden Polizisten eine Vielzahl von Straftaten und die wenigsten davon zum Wohle der Allgemeinheit. Außerdem verprügeln sich die beiden gern gegenseitig - diese Szenen sind sehr brutal und blutig, definitiv nichts für schwache Nerven. Es wundert mich nicht, dass Agyness Deyn Jim Sturgess versehentlich die Nase beim Dreh gebrochen hat. Während andere Ermittler zum Kämpfen ihre Hände und zum Bedrohen eines Kriminellen Pistolen verwenden, benutzen Renko und Hicks in allen Situationen ihre Schlagstöcke. Es hat schon etwas Komödiantisches, wie sie die mit einem lauten Schnappgeräusch wo-auch-immer herziehen (am Hosenbund müsste man sie ja irgendwie sehen) und dabei böse gucken. Sie wirken mehr wie Schläger eines rustikalen, skrupellosen Gangsterbosses, weniger wie Polizisten. Zwischendurch gibt es dann kurze Momente, in denen die beiden plötzlich dicke Freunde sind. Zum einen ist das wenig glaubwürdig, zum anderen bekommen sie in diesen Szenen sehr kitschige Sprüche in den Mund gelegt (Renko: "Man hat doch alles, was man liebt, jetzt hier. Das ist alles, was zählt." Hicks: "Wenn überhaupt, dann gibt es nur einen einzigen Menschen auf dem ganzen Planeten, mit dem ich darüber reden kann und das bist du. Ab jetzt werde ich auf dieser Erde alle anlügen - außer dir."). Aber immerhin sind diese Sequenzen noch deutlich ertragbarer als die, in denen die beiden Detectives melodramatisch herumbrüllen bis sie schließlich einen tränenreichen Nervenzusammenbruch haben. Einen guten Job machen sie dabei auch nicht wirklich. Die meiste Ermittlungsarbeit wird von ihren Kollegen Mishal Ali (Varada Sethu), Keith Greener (Owain Arthur), Herbie Sarafian (Joplin Sibtain) und George Mooney (Adrian Rawlins) erledigt. Alles, was den beiden Protagonisten fehlt, haben die vier: Menschlichkeit, Moral, Humor, Ahnung von ihrem Job und ein halbwegs normales Privatleben. Leider werden sie nur oberflächlich charakterisiert und spielen in der Handlung kaum eine Rolle.

"Wie lange hat die Welt noch?" "Fünf Jahre."

Auf Kunstblut gab es scheinbar Mengenrabatt
Foto: ZDF/Mark Johnson
...sinnieren Renko und Hicks während der ersten Folge. Als ich von der Serie gehört habe, war mir nicht bewusst, dass sie in Richtung Science Fiction geht. Dementsprechend verwirrt war ich, als sich das Projekt "Hard Sun" als Weltuntergang entpuppte - scheinbar ein "natürlicher". Prinzipiell mag ich die Idee, einen vermeintlich normalen Polizei-Thriller mit einem Endzeit-Szenario zu verbinden. Allerdings passt hier einfach nichts zusammen. Dafür, dass ein Weltuntergang eine ziemlich große Sache ist, spielt er eine beunruhigend geringe Rolle. Zwar wurde die Veröffentlichung der Dokumente als "größter Medienskandal seit den Hitler-Tagebüchern" abgetan, doch es scheint kein Wissenschaftler oder Hobby-Forscher auf die Idee zu kommen, ein paar Nachforschungen anzustellen. Die wenigen Charaktere, die eingeweiht sind, schlagen sich auch eher mit ihren alltäglichen Problemen herum, nur um zwischendurch kurz innezuhalten, melancholisch in die Ferne zu sehen und an das bevorstehende Ende zu denken (Will Benedetti: "Ich stelle mir vor, dass in fünf Jahren alles weg ist. Shakespeare, die Sex Pistols und Mozart, Twitter, Carrie Grant, die Teletubbies - alles weg! [zu Renko] Niemand wird je wieder Ihren Lieblingssong singen - nie wieder!"). Die Morde, die Renko und Hicks in den einzelnen Folgen untersuchen, wurden fast alle von Verschwörungstheoretikern begangen, die an den Weltuntergang glauben. Ansonsten gibt es zwischen den Ermittlungen und dem eigentlichen Kernthema der Serie kaum einen Schnittpunkt. Die Fälle selbst sind auch nur mäßig spannend, was vor allem daran liegt, dass sie durch die vielen Nebenschauplätze verwässert und künstlich in die Länge gezogen werden. Statt Nervenkitzel gibt es eher einen Ekelfaktor, da kaum eine Szene ohne Blut auskommt. Die Tatorte sehen größtenteils so aus, als hätte sich jemand mit einem 10-Liter-Eimer Kunstblut in der Hand schnell im Kreis gedreht. Dazu kommen noch massive Logiklöcher. Da es sehr viele gibt, nenne ich an dieser Stelle nur das, was mich am meisten geärgert hat: Der britische Geheimdienst tut alles, um Renko und Hicks dazu zu bringen, den USB-Stick mit den "Hard Sun"-Dokumenten rauszurücken. Es kommt aber keine der beiden Seiten auf die Idee, dass die Dateien locker auf ein zweites oder mehrere andere Speichermedien gezogen werden könnten. Hätte Renko heimlich eine Sicherheitskopie gemacht und den Original-Stick zurückgegeben, wäre das Problem gelöst gewesen... 
Folter und Erpressung sind hier schon völlig normal
Foto: ZDF/Robert Viglasky
Im Kern scheint die Serie vor allem einen Denkanstoß zum Thema Moral und Recht geben zu wollen. So verfolgen die Detectives einen Mörder, der gezielt Menschen tötet, die anderen helfen. Ein anderer hat es auf potenzielle Selbstmörder abgesehen. Die Frage der Moral schwingt immer mit, doch wirklich angesprochen wird sie leider nicht. Schade, hier ist viel Potenzial verschenkt worden. Besonders der Fall mit den Selbstmördern ist in dieser Hinsicht hochinteressant und birgt viel Diskussionspotenzial. Über die beiden Protagonisten muss hingegen nicht mehr gesprochen werden. Es besteht wohl kein Zweifel daran, dass sie viel zu oft viel zu weit gehen: Verbrechen vertuschen oder sie anderen anhängen, extreme Gewalt anwenden und Tote in Kauf nehmen - fast immer um sich selbst oder die Familie zu schützen. Renko und Hicks möchte man wirklich nicht vor der Tür stehen haben, wenn man Hilfe benötigt und die Polizei alarmiert hat. Zwar versucht die Serie, den Ermittlern durch ihre tragischen Familiengeschichten ein bisschen Menschlichkeit zurückzugeben, doch das gelingt nicht (Renko: "Ich kann dir alles wegnehmen, alle Menschen, die du liebst. Ich kann dafür sorgen, dass sie dich hassen. Dann hast du niemanden mehr." Hicks: "Dann erfahre ich ja, wie es dir so geht."). Letztendlich bleibt die Frage, wer hier eigentlich gut und wer böse ist.

Fazit 

"Hard Sun" ist eine wirrer Thriller, in dem Kriminalfälle, Science-Fiction-Elemente, tragische Familiendramen, Actionszenen und literweise Kunstblut unkoordiniert zusammengemischt wurden. Die beiden Protagonisten alleine sorgen schon für genug Probleme, um die gesamte Laufzeit der Serie zu füllen. Dennoch werden unzählige weitere Charaktere und Nebenschauplätze in die drei anderthalbstündigen Episoden gequetscht. Sympathisch und nachvollziehbar sind dabei leider nur die Figuren, die kaum zu sehen sind. Die Hauptpersonen sind nicht nur verrückt, sondern auch völlig untauglich für ihre Jobs. Auf diesen Aspekt sowie die Frage nach der Moral gehen die Macher zu wenig ein. Statt inhaltlicher Diskussion gibt es massenweise kitschige Dialoge, die so gar nicht zu den Charakteren und der Stimmung der Sendung passen wollen. "Hard Sun" mangelt es leider an allem, was eine gute Serie für mich ausmacht.


Habt ihr "Hard Sun" schon gesehen? Wenn ja: Was haltet ihr davon?

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Montag, 9. April 2018

Ready Player One - Buch vs. Film

- Der folgende Text enthält Spoiler - 

Am 5. April ist der Film "Ready Player One" in den deutsche Kinos erschienen, der auf dem gleichnamigen Roman von Ernest Cline basiert. Ich habe das Buch aus dem Jahr 2010 kurz vor dem Kinostart gelesen und werde in diesem "Buch vs. Film" beide Versionen miteinander vergleichen. 

Im Jahr 2045 ist die Erde ein ziemlich trostloser Ort. Viele Menschen flüchten daher in die virtuelle Welt, die OASIS. Dessen Erfinder James Halliday (Mark Rylance) starb fünf Jahre zuvor. Vor seinem Tod hat er in der OASIS mehrere Schlüssel versteckt. Löst man die Aufgaben, erwartet den glücklichen Gewinner ein goldenes Ei, Hallidays "Easter Egg". In seinem Testament hat er veranlasst, dass die Person, die das Ei findet, sein gesamtes Vermögen erhält und außerdem Eigentümer seiner virtuellen Welt wird. Nicht nur leidenschaftliche Gamer nehmen am Rennen um das Ei teil. Die IOI (Innovative Online Industries), ein globales Firmenkonglomerat und größter Internetanbieter der Welt, will den Wettbewerb mit allen Mitteln gewinnen, um die OASIS und alle Nutzer kommerziell auszubeuten. Nach fünf erfolglosen Jahren gelingt es dem 18-jährigen Wade Watts (Tye Sheridan), als erste Person den Schlüssel zu bekommen. Als sein Avatar Parzival erlangt er nun nicht nur in der virtuellen Welt Berühmtheit, sondern wird auch von der IOI in der echten Welt verfolgt. Doch er ist nicht allein, da die Schlüssel nicht einzigartig sind, sondern nach jedem Fund wieder an der gleiichen Stelle auftauchen. Vier weitere Spieler teilen bald Wades Schicksal: sein Online-Freund Aech (Lena Waithe), die Brüder Daito (Win Morisaki) und Shoto (Philip Zhao) sowie Art3mis (Olivia Cooke), in deren virtuelle Persönlichkeit Wade schon lange verknallt ist. Sie alle wollen verhindern, dass der arrogante und gefährliche IOI-Vorsitzende Nolan Sorrento (Ben Mendelsohn) das Ei vor ihnen findet.


Eine knifflige Suche wird zum flachen Actionkampf

Der Film überzeugt vor allem optisch
Foto: Warner Bros. Pictures
Die virtuelle Realität der OASIS können sich Leser bereits im Buch durch die detailreichen Beschreibungen gut bildlich vorstellen. Da ein Großteil der Handlung an diesem Ort spielt, war ich wirklich gespannt darauf, wie er für den Film visualisiert wurde. Ich wurde definitiv nicht enttäuscht. Alles ist optisch toll umgesetzt. Die OASIS wird grandios zum Leben erweckt. Es wird veranschaulicht, wie viele unterschiedliche Welten in ihr existieren und dass jeder so aussehen kann, wie er will. Als Zuschauer taucht man wirklich in dieses kleine Universum ein und es macht Spaß, es zu erkunden. Die verschiedenen Avatare sehen ebenfalls klasse aus. Aber auch die Realität wird ansprechend übernommen. Die Kulisse passt perfekt zu der Atmosphäre einer heruntergekommenen Erde. In der ersten Szene wird Wades Zuhause in den "Stacks" gezeigt. Dieser Ort, an dem sich gigantische Türme von aufeinandergestapelten Wohnwagen befinden, klingt schon im Buch interessant. Auf der Leinwand wirkt er wirklich sehr beeindruckend. Das alles konnte mich während des Films beeindrucken. Neben der Optik kommt allerdings noch ein weitaus wichtigerer Aspekt hinzu: der Inhalt. Leider konnte der mich nicht wirklich überzeugen. Jeder, der das Buch gelesen hat, wird beim Film schnell merken, dass er anders ist. Sehr anders. Ich habe den Roman einen Tag vor meinem Kinobesuch beendet. Die Geschichte hatte ich also noch gut im Gedächtnis. Aber selbst Leser, die früher zum Original gegriffen haben, werden wohl die Veränderungen bemerken. Für mich wirkt es so, als wäre nur die Grundidee eines virtuellen Wettbewerbs genommen worden, um daraus einen reinen Actionfilm zu machen. Die Suche nach den drei Schlüsseln und das Meistern der Aufgaben ist reine Nebensache und hat im Gegensatz zum Buch auch kaum noch etwas mit der Popkultur der 80er Jahre zu tun. Im Roman erwacht dieses Jahrzehnt regelrecht zum Leben. Als Leser kann man die Liebe (und teilweise auch leichte Obsession) dazu auf jeder Seite spüren. Im Film ist von alldem kaum etwas zu merken. Keine einzige der Aufgaben, die Wade im Roman löst, wurde für die Adaption übernommen. Dass nicht alle vorkommen können, macht Sinn. Dafür sind sie zu komplex und langwierig und die Laufzeit des Films soll ja nicht fünf Stunden sein. Aber ich finde es schade, dass nicht mal eine der Aufgaben eingebaut wurde. 
Wade in der Realität, während sein Avatar Abenteuer erlebt
Foto: Warner Bros. Pictures
Insgesamt wirkt das ganze Spiel weniger anspruchsvoll. Im Buch vergehen Monate zwischen Wades Fund des ersten Schlüssels und dem Ende des Wettkampfs. Im Film scheint alles in wenigen Stunden, vielleicht Tagen zu passieren. Das macht den Sieg deutlich unspektakulärer. Das liegt aber wohl auch daran, dass die Rätsel relativ simpel gestaltet sind, während sie im Buch viel Wissen und Können verlangen. In einem Teil des Spiels muss Wade in die Rolle des Protagonisten aus dem Film "WarGames" schlüpfen und jede Szene exakt nachspielen. In einer anderen Aufgabe geht es darum, den Highscore von "Pac-Man" zu knacken, was fast unmöglich ist. Für so etwas muss man wirklich ein echter Nerd sein. In der Adaption landet die Gruppe beispielsweise in einer Simulation des Horrorfilms "Shining", wo ein Schlüssel versteckt liegt. Statt Wissen über den Film anzuwenden, kämpfen sie gegen Zombies, die im Original nicht mal vorkommen und tanzen am Ende mit einer virtuellen Version von Kira (Perdita Weeks), Hallidays Schwarm aus Jugendzeiten. Der Zuschauer erfährt übrigens fast gar nichts über diese Frau und es wird nicht verständlich, wieso sie eine so große Rolle im Spiel bekommen hat. Noch komischer ist aber das abgedrehte Autorennen um den ersten Schlüssel. In fünf Jahren hat es keiner geschafft, das Rennen zu beenden. Die Lösung: Man muss beim Start rückwärts fahren. Dadurch gelangt man auf eine unterirdische Fahrbahn ganz ohne Hindernisse. Es ist extrem unglaubwürdig, dass auf diese Idee in FÜNF JAHREN niemand gekommen ist! Mal abgesehen davon, dass dafür kein Wissen über irgendetwas gebraucht wird. Nachdem es also Jahre gedauert hat, um das erste Rätsel zu lösen, soll der Zuschauer ernsthaft glauben, dass alle anderen Aufgaben innerhalb kürzester Zeit machbar sind? Das ergibt nicht wirklich Sinn. 

Charaktere begeistern im Buch, aber enttäuschen im Film

Wades Alter Ego Parzival
Foto: Warner Bros. Pictures
Die Glaubwürdigkeit der Hauptpersonen ist im gesamten Film ein Problem für mich. Im Roman brennen die Figuren für die Popkultur und vergöttern Halliday und sein Lebenswerk. Das ist teilweise etwas übertrieben und manchmal war ich definitiv genervt, wenn Wade den Lesern sein endloses Wissen präsentiert hat. Aber gerade das macht diese Charaktere so glaubwürdig! Ich habe ihnen zu hundert Prozent geglaubt, dass sie Nerds und perfekt für die Suche nach dem Ei sind. Es macht Sinn, dass sie letztendlich so weit kommen. Im Film hingegen sind die Figuren nicht wirklich herausragend. Besonders Aech, Daito und Shoto bleiben sehr eindimensional. Ich finde es schwierig, sie als leidenschaftliche Geeks wahrzunehmen, weil sie eher wie typische Charaktere in einem Actionfilm wirken und kaum Persönlichkeit haben. So ist Aech beispielsweise nur dafür da, hier und da ein paar coole Sprüche rauszuhauen.
Samantha (alias Art3mis) ist genau bis zu dem Zeitpunkt interessant, als sie und Wade in der realen Welt aufeinandertreffen. Als ihr Avatar erscheint sie sehr stark, clever und geheimnisvoll. In der Realität sieht der Zuschauer davon nicht mehr wirklich viel und sie wird schnell in die Rolle des Love Interests gedrängt. Die Liebesgeschichte finde ich in beiden Versionen nicht wirklich gut gelungen, weil die zwei einfach keine Chemie haben. Im Film entwickelt sich die Beziehung allerdings viel zu schnell und wird dadurch noch unglaubwürdiger. Was mich aber besonders stört, ist die merkwürdige "Rebellion", der die junge Gamerin angehört. Sie spielt für ungefähr fünf Minuten eine Rolle, nur um dann nie wieder erwähnt zu werden. Beim ersten Zusammentreffen mit der IOI werden alle gefasst. Was auch immer mit ihnen passiert, der Zuschauer erfährt es nicht und hat sie sicher nach zehn Minuten bereits vergessen. Was ist das bitte für eine Rebellion? So etwas existiert im Buch überhaupt nicht. Die Charaktere bleiben für sich und sträuben sich sogar, als Team zu spielen. In der Verfilmung werden sie quasi ab der ersten Sekunde zu Freunden und meistern die Aufgaben als Team. Diese Änderung ist die einzige, die ich nachvollziehen kann. Es wäre wahrscheinlich weniger interessant gewesen, über ein Drittel des Films nur Wade als handelnde Figur zu sehen, so wie es im Buch der Fall ist. Trotzdem finde ich es etwas unglaubwürdig, wie schnell diese eigentlich sozial eher unangepassten Nerds sich bei der ersten Gelegenheit zusammentun. 
Samantha und Wade treffen in der echten Welt aufeinander
Foto: Warner Bros. Pictures
Im Roman punktet Wade durch sein kluges Handeln. Nach der verheerenden Explosion, durch die Sorrento ihn umbringen wollte, legt er sich eine neue Identität an. Er lässt IOI weiter im Glauben, er sei tatsächlich gestorben. Im Film wird er kurze Zeit nach der Explosion von Sorrento entdeckt. Sein Verhalten wirkt einfach sehr viel unüberlegter. Leider fehlt ein bestimmter Teil, der mir im Original so ziemlich am besten gefallen hat, weil er zeigt, wie durchdacht Wade gegen IOI vorgeht, komplett. Das Unternehmen ist die einzige bekannte Autorität und hat enormen weltweiten Einfluss. Menschen, die sich verschuldet haben, werden festgenommen, als Zwangsarbeiter eingesetzt und rund um die Uhr überwacht. Sie werden bis zu ihrem Lebensende ausgebeutet. Im Roman lässt Wade sich mit Absicht von der IOI festnehmen. Er schafft es, belastendes Material zu sammeln und wieder zu fliehen. Erstens fand ich diese Wendung richtig gut, weil sie nochmal viel Spannung erzeugt. Außerdem wird dadurch veranschaulicht, wie böse IOI und wie dystopisch die Welt wirklich ist. Der Film lässt diesen gesamten Handlungsstrang aus. Der dystopische Aspekt ist zwar immer noch erkennbar, als das Unternehmen Samantha festnimmt, wird aber deutlich oberflächiger behandelt.
Immerhin gibt es zum Schluss noch eine Übereinstimmung. Wie in der Vorlage geht es um die Botschaft, dass keine noch so gute virtuelle Realität das echte Leben ersetzen kann. Im Gegensatz zum Roman geht der Film sogar noch einen Schritt weiter und gibt einen kurzen Ausblick darauf, was nach Wades Sieg geschieht. Samantha und er sorgen unter anderem dafür, dass die OASIS zweimal pro Woche "geschlossen" ist, damit die Menschen wieder mehr in der Realität leben. So etwas fehlt im Buch, da es kurz nach dem Finden des Eis endet. Doch auch das kann die Adaption für mich nicht mehr retten. 

Fazit

Die Verfilmung von "Ready Player One" nimmt zwar die Grundidee des Romans, ändert aber quasi alle Elemente, die die Geschichte ausmachen. Statt die Popkultur zum Leben zu erwecken, wird sie vielmehr als platte Kulisse für einen Actionfilm genommen. Die Suche nach dem Ei hat kaum noch etwas mit Wissen über Filme, Serien und Spiele der 80er Jahre zu tun. Auch die Charaktere unterscheiden sich stark von ihren Vorbildern aus dem Buch. Es sind keine antisozialen Nerds mehr, sondern Teamspieler, denen ich das Nerdsein nicht wirklich glauben kann. Zwar kann die Adaption optisch überzeugen, doch wenn es um den Inhalt geht, greife ich lieber wieder zum Original. 


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Samstag, 7. April 2018

Tatort: Unter Kriegern - Rezension

Der Mord zum Sonntag hat Tradition, deshalb sind auch wir mit Rezension und Live-Tweets (@WatchReadTalkdabei.


Im Keller des Hessischen Sportleistungszentrums wird die Leiche von Malte Rahmani (Ilyes Raoul Moutaoukkil) gefunden. Jemand hat den Elfjährigen in einem Eisenkessel eingesperrt, wo er qualvoll verdurstet ist. Die Frankfurter Kommissare Anna Janneke (Margarita Broich) und Paul Brix (Wolfram Koch) erfahren, dass sich Malte regelmäßig mit Vereinshausmeister Sven Brunner (Stefan Konarske, bis 2017 "Tatort"-Kommissar in Dortmund) getroffen hat. Der beteuert jedoch seine Unschuld. Joachim Voss (Golo Euler, Tatort: Hardcore), der Leiter des Zentrums, gerät ebenfalls in den Fokus der Ermittlungen. Er verlangt viel von den jungen Sportlern - ganz besonders von seinem zwölfjährigen Stiefsohn Felix (Juri Winkler). Zu Hause lässt Joachim seinen Frust an Ehefrau Meike (Lina Beckmann) aus und auch Felix drangsaliert seine Mutter, wo er nur kann. Die Ermittler blicken in einen familiären Abgrund.

Klugscheißer sind voll im Trend

Erinnert an einen Horrorfilm
Foto: HR
"Wie schwer ist so eine Programmplanung eigentlich?", mag sich der ein oder andere Zuschauer fragen, wenn wieder einmal nur wenige Wochen zwischen zwei Fällen desselben "Tatort"-Teams liegen oder sich drei Folgen in einem Monat mit der gleichen Thematik beschäftigen. "Unter Kriegern" ist so ein Beispiel. Vor sechs Tagen geriet in "Zeit der Frösche" ein altkluge Sprüche aufsagender Dreizehnjähriger unter Mordverdacht. Dieses Mal ist es ein Zwölfjähriger, der in den Fall verwickelt ist und nicht altersgemäß spricht ("Das ist pädagogisch kontraproduktiv. Das wird mein Vater bei der nächsten Elternversammlung zur Sprache bringen müssen. So geht das nämlich nicht."). Eine andere unglückliche Platzierung ist das Casting von Stefan Konarske. Sein Ausstieg aus dem Dortmunder "Tatort" liegt gerade einmal ein Jahr zurück und wird den meisten Zuschauern daher noch gut in Erinnerung sein. Wäre sein Charakter in "Unter Kriegern" so außergewöhnlich, dass Konarske besonders gut gepasst hätte, könnte ich die Entscheidung nachvollziehen. Doch Hausmeister Sven Brunner ist das klassische TV-Beispiel eines geläuterten Ex-Kriminellen, der sich darüber aufregt, dass die Ermittler ihn wegen seiner Vorgeschichte als Erstes verdächtigen. Also eine Rolle, die auch von einem anderen Darsteller hätte verkörpert werden können. Der missverstandene, ehemalige Straftäter und das frühreife, nervige Kind sind nicht die einzigen schablonenhaften Charaktere. Das beste Beispiel ist der cholerische Joachim Voss, dessen Verhalten nicht einfach daher rührt, dass er Spaß an Sadismus hat, sondern die stereotypische Folge eines Kindheitstraumas ist. Die Angst und den Hass seiner Figur stellt Golo Euler sehr anschaulich dar. Auch die anderen Schauspieler zeigen durchweg solide Leistungen. Es ist dennoch schwierig, sich in einige Charaktere hineinzuversetzen. So tauchen an einer Stelle im "Tatort" kompromittierende Bilder auf, bei denen der Zuschauer zwar erfährt, wann sie geschossen wurden, aber nicht aus welcher Motivation heraus. Das kann nur gemutmaßt werden. Dasselbe gilt für die Schlussminute, in der eine wild entschlossene, scheinbar furchtlose Figur plötzlich und ohne klar erkennbaren Grund von ihrer Mission ablässt. Beide Beispiele kann ich leider nicht präzisieren, ohne die Handlung massiv zu spoilern.

Ein Hoch auf die entspanntesten Krimi-Ermittler!

Fanny, Brix und Janneke (v.l.) sind locker befreundet
Foto: HR/Bettina Müller
Dabei wäre das nicht einmal tragisch, denn der Mordfall spielt nur eine untergeordnete Rolle. Im Zentrum der Geschichte stehen Familie Voss und ihre Beziehungen untereinander. Eine ähnliche Konstellation gab es bereits vor drei Wochen im Kölner "Tatort: Mitgehangen". Im Vergleich dazu ist "Unter Kriegern" eine deutliche Verbesserung. Die Figuren agieren zwar undurchsichtig und klischeehaft, doch die Konfrontationen sind prickelnd (Meike zu ihrem Sohn: "Du bist ein Monster, eine Missgeburt! Ich hätte dich wegmachen lassen sollen!"). Die Konflikte nehmen einen Großteil der Handlung ein und geben ihr die Spannung, die beim Mordfall nicht so recht aufkommen will. Dabei gibt es mehrmals kleine Rückblicke, die zeigen, wie das elfjährige Opfer verzweifelt versucht, sich mit bloßen Händen aus seiner dunklen Todesfalle zu befreien. Die Szenen sind herzzerreißend und berühren mehr als all die Ängste und der Hass der anderen Charaktere. Kein Wunder also, dass Kommissarin Janneke am Tatort mit den Tränen ringt. Für mich gehören die Frankfurter zu den Top 5 der aktuellen Sonntagskrimi-Teams. Das liegt vor allem daran, dass sich die Ermittler nicht in den Vordergrund drängen. An fast allen anderen Standorten sind die Marotten oder Beziehungen der Kommissare omnipräsent und müssen in jeder Folge zwanghaft thematisiert werden. Janneke und Brix sind hingegen herrlich unaufgeregt und rund, ohne dabei langweilig zu wirken. Beispielsweise ist Annas kurzer Gefühlsausbruch zu Beginn ein einmaliges Ereignis. Bei den meisten anderen Teams hätte sie sich wohl als dauer-betroffenes, emotionales Wrack durch die restlichen 80 Minuten geschleppt. Es gibt lediglich eine kleine Neuigkeit aus dem Privatleben der Protagonisten: Brix und seine Vermieterin Fanny (Zazie de Paris) sind auf der Suche nach einer neuen Bleibe, nachdem ihr Haus im letzten Fall "Fürchte dich" erst von Geistern heimgesucht wurde und dann abgebrannt ist. Ansonsten treten die Kommissare in diesem "Tatort" anstandslos in den Hintergrund und überlassen den Nebencharakteren und deren Gefühlen die Bühne.
Fosco Cariddi (2.v.l.) hat keinerlei Funktion
Foto: Foto: HR/Bettina Müller
Die nervtötende Ausnahme ist zum wiederholten Mal Kommissariatsleiter Fosco Cariddi (Bruno Cathomas). Er hat bislang noch nie etwas Produktives zu einem Fall beigetragen, die Ermittler in irgendeiner Weise unterstützt oder zurechtgewiesen. Er taucht meist nur wenige Minuten auf, um mit verklärtem Blick Bücher zu rezitieren - dieses Mal ist es die Bibel. Für den Fall interessiert er sich in "Unter Kriegern" gar nicht. Denn zu Beginn der Folge wird er von einem Unbekannten verletzt und setzt danach alles daran, den Übeltäter zu finden. Diese wenige Minuten lange Nebenhandlung wirkt nicht nur ablenkend und völlig unpassend, sondern gipfelt auch noch in einer sinnlosen Auflösung. Es scheint, als sei Drehbuchautor Volker Einrauch gezwungen worden, den nutzlosen Chef einzubauen und die inhaltslose Schläger-Geschichte war seine künstlerische Rache. Cariddi ist jedoch nicht der einzige Charakter, der ein seltsames Verhalten an den Tag legt. In einer Szene schneidet sich Meike Voss mit einem Messer absichtlich in die Hand und schmiert das Blut dann ihrem Sohn ins Gesicht. Dessen Mitschülerin Louisa Berents (Josefine Keller) trifft derweil die unglaublich kluge Entscheidung, alleine durch ein Feld zu laufen (Das nicht weit entfernt von einer Siedlung liegt!), obwohl sie seit Tagen Drohanrufe bekommt. Wie bereits oben angesprochen: Leider kann der Zuschauer den meisten Figuren in diesem Krimi nur vor den Kopf schauen.

Fazit

"Unter Kriegern" gehört nicht zu den guten Folgen des Frankfurter Teams, ist im "Tatort"-Gesamtvergleich aber dennoch ein solider Fall. Die Ermittler halten sich angenehm im Hintergrund und lenken weder durch private Probleme noch ihre eigenen Gefühle von der Handlung ab. Die hat zwar eine vielversprechende Ausgangssituation, ist aber letztendlich aufgrund von vielen Logikschwächen und einem stereotypen Ablauf nur mäßig spannend. Das interessante Familiendrama kann diese Schwächen zum Teil ausgleichen, da es deutlich aufregender und lebendiger gestaltet wird als in den letzten "Tatorten" mit ähnlichem Szenario. Leider bleiben die Charaktere dabei weitestgehend undurchsichtig, sodass ihre Motivationen nicht immer nachvollziehbar sind. Wirklich schlecht ist in diesem Krimi aber nur die Mini-Nebenhandlung um den Kommissariatsleiter.


In der nächsten Woche muss das fünfköpfige Nürnberger Team in "Ich töte niemand" einen grausamen Doppelmord aufklären. Kurz darauf stirbt ein Kollege des Betrugsdezernats, der vergeblich versucht hatte, Kommissarin Paula Ringelhahn (Dagmar Manzel) vor der Tat zu erreichen. Ein Indiz lässt vermuten, dass es zwischen den Todesfällen eine Verbindung gibt.

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Mittwoch, 4. April 2018

Kinderserien der 2000er Teil 8 (Zeichentrick) - Watch.Read.Discuss.

In unserem achten Teil der Reihe "Kinderserien der 2000er" werfen wir erneut einen Blick auf verschiedene Zeichentrickserien, die wir in unserer Kindheit angeschaut haben. Die vorherigen Beiträge, in denen wir über Sendungen wie "Disneys Große Pause", "Powerpuff Girls" oder "H2O - Plötzlich Meerjungfrau" diskutieren, findet ihr hier. Dieser Post gehört zur Rubrik "Watch.Read.Discuss.", bei der wir Autoren uns mit demselben Thema beschäftigen. 
Klickt auf die Titel, um euch die Intros anzuschauen.


Laura

Mickys Clubhaus

Die Bösen wollen auch in den Club
Foto: Buena Vista Television
In dieser "Disney"-Serie, die damals auf "Super RTL" lief, kommen die unterschiedlichsten Charaktere aus allen möglichen Filmen in Micky Maus' Club zusammen. Sei es Arielle, Schneewittchen oder Hercules, sie alle sind Besucher des Clubs, in dem abends Disney-Cartoons gezeigt werden. Eigentlich geht es aber um die Bewohner von Entenhausen, wie Minnie Maus, Daisy und Donald Duck, Goofy und weitere. Sie alle arbeiten in Mickys Club und richten ständig Chaos an, das sie wieder beseitigen müssen, ohne dass es den Gästen auffällt. 
Das Aufeinandertreffen der Disney-Charaktere fand ich immer besonders witzig. Die Figuren außerhalb ihrer eigenen Filme zu sehen und wie sie mit anderen interagieren, war für mich echt unterhaltsam, weil sie sich teilweise so anders verhalten, aber dabei trotzdem nicht ihren Wiedererkennungswert verlieren. Außerdem tauchen nicht nur die Guten auf, sondern auch die Bösewichte. Dabei sind teilweise richtig geniale Szenen herausgekommen. Die Kurzfilme fand ich meistens zwar ganz witzig, aber mir haben die Ereignisse im Club viel besser gefallen. Manchmal waren die kurzen Filme für mich sogar richtig störend, weil ich lieber sehen wollte, wie die Geschichte im Club weitergeht. Diese Serie hat einen tollen Humor und besonders die Charaktere aus Entenhausen haben die besten Dialoge und lustigsten Szenen. Einige dieser Figuren, die in ihren eigenen Filmen eher eindimensional wirken, werden in dieser Sendung interessanter und unterhaltsamer. Obwohl ich die kurzen Cartoons nie so mochte, fand ich den Kontrast toll, wenn teilweise richtig alte Disney Cartoons gezeigt wurden und der Zuschauer danach wieder die moderne Serie erlebt hat. Außerdem zählt das Intro zu meinen Favoriten, weil es so schwungvoll und eingängig ist. 

Katrin: Mir ging es genauso. Ich war auch kein Fan der öden Kurzfilme, mochte aber die Episoden im Clubhaus. Allerdings hatte ich einen anderen Eindruck von den Gästen als Laura. In meinen Augen waren alle, mit Ausnahme der Entenhausener, recht blass und austauschbar. Deshalb habe ich die Serie auch nur sporadisch geguckt.


Oggy und die Kakerlaken

Die Kakerlaken sind wirklich nervtötend
Foto: Screenshot
Die Handlung dieser Serie ist schnell erklärt: Kater Oggy muss sich in jeder der achtminütigen Folgen mit den drei Kakerlaken Joey, Dee-Dee und Marky herumschlagen, die ihm Tag und Nacht böse Streiche spielen. In einigen Episoden tauchen außerdem Oggys Vetter Jack, seine Schwester Monika oder sein Nachbar, eine Bulldogge namens Bob, auf.
Diese Sendung ist rückblickend eindeutig eine dieser komischen Serien, bei denen ich mich frage, wieso ich sie überhaupt geschaut habe. Ich mochte sie nicht mal wirklich, als ich jünger war, aber trotzdem habe ich sie regelmäßig auf "Super RTL" gesehen. An einzelne Folgen kann ich mich definitiv nicht im Detail erinnern. Das Konzept ist ja auch bei jeder Folge gleich und die Laufzeit kurz, also gibt es wahrscheinlich kaum eine Episode, die wirklich heraussticht. Die Idee der Serie ist auch nicht unglaublich ausgefallen. Letztendlich ist es eine Geschichte wie Tom und Jerry, nur merkwürdiger. Definitiv merkwürdiger. Der Handlungsort ist Oggys perfektes Haus in der perfekten Wohnhaussiedlung, wo alles gleich aussieht. Das fand ich immer etwas komisch. Die Charaktere hingegen sind ziemlich ... auffällig. Zwar kann ich mich an kein konkretes Beispiel erinnern, aber ich weiß noch, dass die Streiche der Kakerlaken teilweise richtig krass und gemein waren. Das fand ich dann oft nicht lustig. Manchmal wird auch Bob ungewollt zum Opfer der hinterhältigen Insekten, gibt aber Oggy dafür die Schuld und verprügelt ihn. Das fand ich irgendwann ziemlich ermüdend und auch nicht wirklich lustig. Zwei Dinge, an die ich mich allerdings sehr gut erinnern kann: das Intro, das eine Melodie aus Katzenschreien ist und das unheimlich nervige Gelächter der Kakerlaken.


Katrin

Avatar - Der Herr der Elemente

Avatar Aang (2.v.r.) ist eine furchtbare Nervensäge
Foto: Nickelodeon
In dieser Serie geht es um vier Nationen - die Luftnomaden, die Wasserstämme, das Erdkönigreich und die Feuernation. In jeder von ihnen gibt es Menschen, die das jeweilige Element beherrschen und "bändigen" können. Nur der Avatar kann das Kämpfen mit allen vier Elementen erlernen. Als die Feuernation dem Rest der Welt den Krieg erklärte, verschwand der Avatar. 100 Jahre später finden die Geschwister Katara und Sokka vom südlichen Wasserstamm den zwölfjährigen Aang in einem Eisberg. Sie realisieren, dass er der mächtige Bändiger ist und als einziger den Krieg beenden kann. 
Ich habe "Avatar - Der Herr der Elemente" lange Zeit überhaupt nicht gemocht und sofort umgeschaltet, sobald die Serie kam. Irgendwann habe ich dann doch Gefallen an ihr gefunden und versucht, die ganze Geschichte zu verfolgen. Das war leider gar nicht so einfach, da "Nickelodeon" viele Sendungen nicht linear sendet, sondern bunt gewürfelt irgendwelche Folgen zeigt. Dass ich "Avatar" letztendlich geguckt habe, lag vor allem an der Animation. Jede der Nationen und deren Bewohner sehen anders aus - sie haben ihre ganz eigene Farbgebung und Architektur. Selbst die Bewegungen beim Bändigen unterscheiden sich. Der Zuschauer merkt wirklich, wie viel Zeit das Produktionsteam damit verbracht hat, vier kleine Welten zu schaffen und diese zu vereinen. Die Charaktere haben von dieser Kreativität leider deutlich weniger abbekommen. Sie sind der Hauptgrund, weshalb ich die Serie zwar geguckt, aber dennoch nicht wirklich gemocht habe. Avatar Aang ist ein nerviges, wehleidiges Kind, das mir in jeder Folge schon nach der ersten Szene auf die Nerven ging. Sokka ist der typische "Comic Relief"-Charakter, der nur ans Essen denkt und dumme Fehler macht. Lediglich Katara; Zuko, der verstoßene Kronzprinz der Feuernation und sein weiser Onkel Iroh sind vielschichtig und interessant.


Jim Knopf

Für eine Lokomotive ist Platz, aber nicht für Jim?
Foto: KiKA
Auf der kleinen, beschaulichen Insel Lummerland leben vier Menschen: König Alfons der Viertel-vor-Zwölfte, Herr Ärmel, Frau Waas und Lokomotivführer Lukas. Eines Tages wird ein Paket mit der Post geliefert, in dem sich ein Baby befindet. Die Bewohner adoptieren den kleinen Jungen und geben ihm den Namen "Jim Knopf". Als er älter wird, stellen die Lummerländer fest, dass ihre Insel zu klein für fünf Personen ist. Daraufhin verlassen Jim und sein bester Freund Lukas in dessen Lokomotive Emma ihre Heimat. Auf ihrer Reise kommen sie unter anderem nach Kummerland, wo der böse Drache Frau Mahlzahn die Prinzessin von Mandala, Li Si, gefangen hält.
Das Buch "Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer" wurde von Michael Ende geschrieben und 1960 veröffentlicht. Die wohl bekannteste Version ist die der "Augsburger Puppenkiste". Ich liebe die Stücke des Marionettentheaters und denke auch sofort daran, sobald ich "Jim Knopf" höre. Als Kind habe ich jedoch auch die "KiKA"-Zeichentrickserie gerne angeschaut, in der die Geschichte noch etwas detaillierter erzählt wurde - in insgesamt 52 Folgen. Ich kann mich nur noch grob an die Handlung erinnern und hätte nicht gedacht, dass es so viele waren. In Erinnerung sind mir allerdings, wie schon bei "Avatar", die nervigen Charaktere geblieben. Allen voran das sprechende, neunmalkluge Kleinkind Ping Pong (die asiatischen Figuren hatten leider alle so bescheuerte Namen). Immerhin gab es mit Jim und Lukas zwei entspannte, unkonventionelle Protagonisten, deren Freundschaft nichts erschüttern konnte. Wer wollte nicht in einer fliegenden und schwimmenden Lokomotive auf Weltreise gehen?

Laura: Mir geht es ähnlich: Ich kann mich an die Ereignisse in dieser Serie auch nur sehr wenig erinnern. Vor allem die Hauptcharaktere sind mir im Gedächtnis geblieben, die anderen hingegen kaum. Lukas und Jim mochte ich jedenfalls immer sehr gerne und da ich die Sendung regelmäßig verfolgt habe, fand ich die Handlung wohl interessant genug, um weiterzuschauen. 



Welche Serien habt ihr in eurer Kindheit gerne geguckt? Teilt es uns in den Kommentaren mit. Wir planen weitere Diskussionsbeiträge zum Thema Kindersendungen (alle bisherigen Posts dazu gibt es hier), vielleicht wird euer Favorit in einem zukünftigen Post thematisiert.

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Sonntag, 1. April 2018

Tatort: Zeit der Frösche - Rezension

Der Mord zum Sonntag hat Tradition, deshalb sind auch wir mit Rezension und Live-Tweets (@WatchReadTalkdabei.


Kommissarin Ellen Berlinger (Heike Makatsch) ist nach dem Tod ihrer Mutter mit ihrer kleinen Tochter Greta (Suzan Majewska) von Freiburg nach Mainz gezogen. Dort wohnt Ellens Cousine Maja Ginori (Jule Böwe), die sie von nun an beim Babysitten unterstützen soll. Beim Angeln mit Majas dreizehnjährigem Sohn Jonas (Luis August Kurecki) bekommt die Kommissarin einen Anruf ihres neuen Kollegen Martin Rascher (Sebastian Blomberg): Ein Mann hat gestanden, für eine ungeklärte Mordserie an Teenagern verantwortlich zu sein. Das Verhör zeigt jedoch schnell, dass er nichts mit der Sache zu tun hat. Als ein blutdurchtränkter Kapuzenpullover in Teenagergröße gefunden wird, befürchtet Rascher, dass es ein neues Opfer des Serienkillers gibt. Kurze Zeit später wird die sechzehnjährige Marie Blixen (Aniya Wendel) als vermisst gemeldet. Sie ist nach einer Schulparty verschwunden, wo sie sich mit Jonas gestritten hatte. Ellen erkennt, dass der blutige Hoodie ihrem Neffen gehört. Hat er Marie etwas angetan oder ist er selbst Opfer eines Verbrechens geworden?

Neues, unsympathisches Wrack im Revier

Berlinger ist im Dauerstress
Foto: SWR
Am Ostermontag 2016 ermittelte Heike Makatsch als Kommissarin Ellen Berlinger in einem einmaligen Event-"Tatort" aus Freiburg. Wie aber bereits ihre Kollegen aus Weimar gezeigt haben, bleibt es selten bei einem einmaligen Event. Allerdings sind diesmal ganze zwei Jahre bis zum zweiten Fall vergangen. Damals hatte sich die schwangere Berlinger in ihre Heimatstadt Freiburg versetzen lassen, damit ihre Mutter sie nach der Geburt bei der Kinderbetreuung unterstützen konnte. Dort traf die Kommissarin auch zum ersten Mal auf ihre fünfzehnjährige Tochter, die sie vor 14 Jahren bei ihrer Mutter zurückgelassen hatte. Die zweite Folge beginnt ähnlich: Ellens Mutter ist gestorben, daher hat sie sich nach Mainz versetzen lassen, um die Hilfe ihrer Cousine in Anspruch zu nehmen. Die ältere Tochter wird zwar kurz erwähnt, allerdings erst in der Mitte des Krimis. Die kleine Greta ist auch nicht mehr als ein Requisit, das ihre Mutter irgendjemandem in den Arm drückt, bevor sie schnell zu einem Einsatz rennt. Nach Nina Rubin aus dem Berliner "Tatort", Charlotte Lindholm aus Hannover und Olga Lenski vom deutsch-polnischen "Polizeiruf 110"  reiht sich nun also die nächste TV-Kommissarin in die lange Liste der gestressten Single-"Rabenmütter" ein. Berlinger bringt die üblichen Merkmale mit - hektisch nach einer Kinderbetreuung suchen, Sprösslinge zu spät abholen und dieselben genervt anzubrüllen. Sie geht allerdings sogar noch einen Schritt weiter: Während sie ein Date mit Gretas Kindergärtner Bassi Mahler (Lucas Prisor) hat, wird sie zu einem nächtlichen Einsatz bestellt. Als er gehen möchte, schnauzt sie ihn an, dass sie ihre Tochter doch nicht alleine lassen könnte und knallt ihm die Tür von außen vor der Nase zu. Das ist sogar noch ganz nett im Gegensatz zu einem späteren Gespräch, bei dem sie ihm fürs Babysitten mit den Worten: "Ein Kind ist tot, das andere Kind ist verschwunden und du stiehlst mir hier meine Zeit!" dankt. In "Zeit der Frösche" gibt es nicht einen Moment, in dem die Kommissarin nicht extrem geladen, zickig, gestresst oder unfair ist. Am traurigen Höhepunkt ihrer emotionalen Instabilität hält sie den Kopf eines Verdächtigen unter fließendes Wasser, um ein Geständnis zu erpressen (Rascher: "Nochmal sowas und ich werde dich melden. Wir müssen die sein, die so einen Scheiß nicht machen."). Ich habe prinzipiell nichts gegen "kaputte" oder emotionale Ermittler, da sie den meist eher öden Kriminalfällen ein bisschen Pep geben. Berlinger ist jedoch einfach nur anstrengend und nervig, da sie 88 Minuten lang unter Strom steht, eine irrationale Entscheidung nach der anderen trifft und nicht eine sympathische Charaktereigenschaft besitzt.

Hier ist jeder ein bisschen irre

Kummer und Wut, äh Rascher und Berlinger
Foto: SWR/Julia Terjung
Ellens erster Fall war eine Solomission. In Mainz steht ihr nun Kollege Martin Rascher zur Seite. Anscheinend auch nur er, denn die beiden sind die einzigen Polizisten, die im Fall des Serienkillers ermitteln. Nicht einmal den obligatorischen Paragraphenreiter-Chef gibt es in der Heimatstadt des ZDF. Vermutlich, weil sich sowieso niemand gegen die aggressive Berlinger durchsetzen könnte. Rascher versucht es gar nicht erst. Er wirkt den ganzen Fall über wie ein lebender Toter. Mit hängenden Schultern und Mundwinkeln schleppt er sich durch das dunkle Polizeirevier und philosophiert ("Ich hab' mal gehört, dass Frösche komplett abschalten, wenn es kalt wird. Sie legen sich still und warten, bis es Frühling wird. Manchmal wünschte ich, ich könnte das auch."). Wirklich feinfühlig und professionell ist jedoch auch er nicht. So zeigt er einem Angehörigen des Mörders in den Schlussminuten Bilder vom Tatort und der Leiche. Auch die anderen Figuren sind alles andere als herkömmlich. Mit Jonas, dem dreizehnjährigen Sohn von Ellens Cousine, gibt es einen ungewöhnlichen Hauptverdächtigen. Er belehrt über Liebeshormone, während er einen fangfrischen Fisch erschlägt. Die Klassenkameraden finden ihn seltsam, seine Mutter nennt ihn "besonders". Obwohl er viele Anzeichen von Autismus - Inselbegabung, hohe Intelligenz, Scheu vor Körperkontakt - zeigt, wird die Diagnose nie beim Namen genannt. Generell erfährt der Zuschauer wenig über den Jungen und überhaupt nichts über sein Seelenleben. Stattdessen lässt Drehbuchautor Marco Wiersch den talentierten Jungschauspieler Luis August Kurecki einen altklugen Satz nach dem anderen aufsagen ("Ich weiß, dass das Hormon Oxytocin die Menschen für die Liebe bereit macht. Wenn sie dann jemanden treffen, der die in der Kindheit erlernten Trigger auslöst, verlieben sie sich und produzieren noch mehr von dem Hormon."). Die anderen Verdächtigen bleiben noch blasser und sind nach dem Fall schnell vergessen.
Jonas (vorne) gibt älteren Schülern Nachhilfe
Foto: SWR/Julia Terjung
Doch auch der Mord ist nicht sonderlich einprägsam. Schnell realisieren Ermittler und Zuschauer, dass der blutige Hoodie nicht zu einem weiteren Opfer des Serienkillers gehört. Von da an entspinnt sich ein eher durchschnittlicher Fall, der trotz allerhand falscher Spuren und Ablenkungen nicht so recht in Fahrt kommt. Wirklich interessant ist nur das falsche Geständnis, das Berlinger zu Beginn der Folge auseinandernimmt. Ihre Fragetechnik ist clever und es macht Spaß, dem Wortgefecht zwischen ihr und dem Verdächtigen zuzusehen (Mann: "Ich gestehe, das muss doch reichen." Berlinger: "Ne, das reicht nicht.") Leider erfährt der Zuschauer nie, wer der Mann ist und weshalb er sich unschuldig zu einem Mord bekannt hat. Das spielt im Verlauf des Krimis aber auch keine Rolle mehr, wie so viele andere angerissene Nebenhandlungen. Die wohl seltsamste: Der schmierige Sergio Cammareri (Roberto Guerra) bedrängt Ellens Cousine Maja und scheint Schutzgeld von ihr und ihrem Mann Enzo (Jan Messutat) zu verlangen. Das hat rein gar nichts mit dem Fall zu tun und gerät später in Vergessenheit. Alles in allem bleibt nur wenig Zeit für den eigentlichen Mordfall, der durch einen überlangen Rückblick zu Beginn der Folge angekündigt wird. Doch das ist nicht schlimm: Geübte Krimigucker werden die falschen Fährten früh erkennen und ahnen, worauf der "Tatort" hinausläuft. Nur das Motiv kann tatsächlich überraschen - weil es sehr konstruiert ist.

Fazit

"Zeit der Frösche" schwächelt gleich an mehreren Stellen. Es gelingt dem zweiten Fall nicht, erzählerisch an seinen Vorgänger anzuschließen. Die Vorgeschichte der Kommissarin wirkt recycelt, da es dieselbe Ausgangssituation wie vor zwei Jahren ist. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass der erste Fall eines neuen "Tatort"-Teams meist auch einer ihrer schlechtesten ist. Die Mainzer starten jedoch mit unausgeglichenen, unsympathischen Charakteren, die wenig Lust auf weitere Folgen machen. Durch ihre hausgemachten Probleme und ihre irrationale Art wirkt die Protagonistin wie ein Störfaktor in ihrer eigenen Ermittlung. Der Kriminalfall ist nur mäßig spannend und wird durch zahlreiche ablenkende Spuren und Nebenhandlungen noch zusätzlich ausgebremst. Da keine der Geschichten am Rand vertieft wird, wirft die Folge mehr Fragen auf, als sie beantwortet. Auch der letztendliche Tathergang wirkt an den Haaren herbeigezogen und konstruiert. "Zeit der Frösche" ist alles andere als ein gelungener Einstieg.


Nächste Woche kehrt der "Tatort" wieder zu seinem normalen Sendeplatz zurück. Die Frankfurter Kommissare Paul Brix (Wolfram Koch) und Anna Janneke (Margarita Broich) suchen in "Unter Kriegern" den Mörder eines kleinen Jungen, dessen Leiche in einem streng leistungsorientierten Sportzentrum gefunden wurde.

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