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Donnerstag, 12. Juli 2018

Lauras Top 10 Buchreihen

Bücher begleiten mich schon seit meiner Kindheit und seitdem habe ich nicht nur jede Menge Einzelbände gelesen, sondern auch einige Buchreihen. Daher stelle ich euch in der heutigen "Watch.Read.List." meine zehn Favoriten vor. Es gibt viele Reihen, die ich begonnen habe, aber entweder nach dem ersten Teil abgebrochen, irgendwo mittendrin beendet oder noch nicht komplett gelesen habe. All diese habe ich natürlich nicht mit einbezogen. Es war nicht leicht, die Zehn für mich Besten in eine Rangfolge zu bringen. Oftmals sind es nur Kleinigkeiten, die über einen Platz entschieden haben und ich kann jede der erwähnten Reihen wirklich empfehlen. 
Falls ihr manche der Reihen nicht kennt, klickt einfach auf die Titel, dann gelangt ihr zur Inhaltsbeschreibung. 


10. Der magische Zirkel (Lisa J. Smith) 

Foto: Random House
Diese Geschichte gehört zu einer der ersten, die ich als Teenager gelesen habe und die mir noch sehr prägnant im Gedächtnis geblieben ist. Andere Romane aus dieser Zeit habe ich vollkommen vergessen. Mir hat bei dieser Reihe die Mischung aus ganz normalem Schulalltag und den Erlebnissen des geheimen Zirkels sehr gefallen. Die ganze Stimmung hat etwas Mystisches. Ich mochte diese Reihe auch deutlich lieber als die "Tagebuch eines Vampirs"-Reihe der Autorin. Mittlerweile wurden bzw. werden nachträglich neue Bände  der Hexengeschichte veröffentlicht. Die habe ich nie gelesen, weil die Trilogie, die in den 90ern herausgebracht wurde, für mich sehr gut abgeschlossen ist und auch eigentlich nie weitergeführt werden sollte. Würde ich sie heute noch mal lesen, würde sie mir vielleicht nicht mehr ganz so gut gefallen wie damals, aber als Jugendliche war es für mich eine wirklich tolle, unterhaltsame Reihe.

9. Das Tal (Krystyna Kuhn)

Foto: Arena Verlag
Ich mag die mysteriöse, bedrohliche Stimmung in dieser Reihe unglaublich gerne. Auch die meisten der Hauptcharaktere sind mir sympathisch. Da jeder über die acht Bände mal im Vordergrund steht, hat man wirklich das Gefühl, sie alle gut kennenzulernen. Jeder von ihnen trägt ein dunkles Geheimnis mit sich herum, das erst im Laufe der Zeit offenbart wird, was auch den Figuren etwas Mysteriöses gibt. Die meist lebensbedrohlichen Situationen, in die die Jugendlichen im Tal geraten, sind immer sehr spannend und mitreißend erzählt. Der Schreibstil ist locker und flüssig, sodass ich sogar an einem Tag gleich zwei Teile hintereinander verschlungen habe, weil ich mich nicht von der Geschichte losreißen konnte. Warum diese Reihe nur auf Platz neun gelandet ist, liegt an dem Finale und der Auflösung, was denn nun das große Geheimnis ist, das das Tal und das College umgibt. Da habe ich definitiv mehr erwartet und war enttäuscht, weil es sehr zusammengewürfelt wirkt und nicht zu einhundert Prozent stimmig und schlüssig erscheint. 

8. Die Erben der Nacht (Ulrike Schweikert)

Foto: Random House
Im Vergleich zu den größtenteils romantischen Vampirgeschichten, wie "Twilight" oder "Tagebuch eines Vampirs", hat die Reihe von Ulrike Schweikert eine ganz andere Stimmung, die mir sehr gut gefällt. Beim Lesen kommt das Gefühl auf, eine Abenteuergeschichte zu erleben. Es macht einfach Spaß, die jungen Vampire auf ihrem Weg zu begleiten. Dadurch, dass jeder der fünf Bände ein Schuljahr repräsentiert und sie immer neue Fähigkeiten erlernen, ist eine deutliche Entwicklung erkennbar und es wird nie langweilig oder eintönig. Ich finde besonders die verschiedenen Settings sehr faszinierend. Mit jedem Band lernt der Leser eine andere Stadt im 19. Jahrhundert kennen, z.B. Rom, Wien oder London. Mir hat es unheimlich gut gefallen, diese Orte in der Vergangenheit zu "besuchen". Ein Highlight sind zudem die "Gastauftritte" berühmter Persönlichkeiten. So begleitet der Leser unter anderem Bram Stoker oder Oscar Wilde. Die Idee, sie Teil dieser fiktiven Geschichte werden zu lassen, finde ich genial. Ebenfalls positiv ist, dass die Reihe nie den roten Faden verliert. Insgesamt gibt es aber Reihen, die mich noch etwas mehr begeistern konnten. 

7. Skulduggery Pleasant (Derek Landy)

Foto: Loewe Verlag
Obwohl es diese diese Reihe, die mittlerweile bereits zehn Teile umfasst, schon relativ lange gibt, habe ich sie erst sehr spät für mich entdeckt. Ich bin aber letztendlich wirklich froh, dass ich sie noch gelesen habe! Die Geschichte ist definitiv etwas Besonderes und sticht aus der großen Masse an Kinder- und Jugendbüchern heraus. Wobei ich finde, dass diese Romane nicht nur für diese Altersgruppe gemacht sind. Ich war schon über 18 Jahre alt, als ich damit begonnen habe und ich liebe den cleveren Humor, die temporeichen Abenteuer, die abgedrehten und zugleich liebenswerten Charaktere sowie die fantasievolle Idee hinter "Skulduggery Pleasant". Der Grund, warum diese Reihe "nur" auf dem siebten Platz ist: Es gibt zwar auch ein paar emotionalere Momente und die Figuren sind mir über die Zeit ans Herz gewachsen, aber im Vergleich zu anderen Reihen hat mich Derek Landys Geschichte nicht ganz so sehr berührt. Trotzdem ist es eine spannende, witzige und unterhaltsame Geschichte, die genau deshalb in meiner "Top 10" nicht fehlen darf.

6. Die Sieben Königreiche (Kristin Cashore)

Foto: Carlsen Verlag
Diese Reihe mag ich vor allem wegen der vielen tollen Charaktere, die man während der Trilogie kennenlernt. In jedem der drei Bände gibt es unterschiedliche Protagonisten und alle von ihnen sind sehr liebenswerte und vielschichtige Persönlichkeiten. Nach Beenden des ersten Teils war ich skeptisch, ob die Figuren der kommenden Bände mit denen aus "Die Beschenkte" mithalten können. Doch letztendlich haben sie mir ebenso gut gefallen. Alle von ihnen sind wirklich sympathisch und haben einen Wiedererkennungswert. Darüber hinaus liebe ich die geheimnisvolle, komplexe Welt, die Cashore erschaffen hat. Erst nachdem man alle drei Teile gelesen hat, wird wirklich deutlich, wie gut und sorgfältig die Königreiche und ihre historische Geschichte entwickelt wurden. Diese Trilogie ist nicht weiter oben in der Liste, weil die jeweiligen Handlungen zwar schon spannend sind, aber mich teilweise nicht zu einhundert Prozent begeistern konnten. Manche Stellen sind einfach etwas zu lang gezogen. 

5. Legend (Marie Lu)

Foto: Loewe Verlag
Diese dystopische Trilogie überzeugt vor allem durch die dreidimensionalen, sympathischen Hauptcharaktere. Außerdem erzählt sie eine aufregende, mitreißende Geschichte über eine Revolution. Was mir dabei besonders gut gefällt: Die Handlungen und Entscheidungen der Figuren sind durchdacht und strategisch. Sie rennen nicht einfach blindlings in Kämpfe, sondern gehen wirklich bedacht und clever vor, was die ganze Geschichte sehr rund und stimmig macht. Positiv ist für mich auch die Beziehung zwischen den Protagonisten. Diese Liebesgeschichte ist eine der wenigen aus Jugendbüchern, die ich absolut gelungen finde. Sie ist bedeutend, ohne sich dabei unangenehm in den Vordergrund zu drängen oder den Fokus von den wirklich wichtigen Problemen zu lenken. Beide Figuren stehen für sich und sind nicht vom anderen abhängig, doch als Team sind sie noch besser. Trotzdem ist nicht alles perfekt, aber es gibt nie unnötiges Drama. Wenn es Streit und Auseinandersetzungen gibt, sind die sehr verständlich und keiner der beiden reagiert über. Allerdings sind da immer noch ein paar Reihen, die mir einen Hauch besser gefallen haben; besonders eine aus dem Dystopie-Genre mag ich noch mehr.

4. Die Jette-Thriller (Monika Feth)

Foto: Random House
Diese Reihe begleitet mich schon sehr lange! Ich habe den ersten Teil damals mit 14 gelesen und seitdem bin ich ein großer Fan dieser Thriller. Ein großer Pluspunkt sind hier die Charaktere, die man während der Zeit kennenlernt. Als Leser sieht man dabei zu, wie sie älter werden (im ersten Teil sind sie gerade mit der Schule fertig) und sich verändern. Außerdem kommen immer neue Figuren hinzu. Sie alle wirken immer sehr greifbar und wie reale Personen. Auch der Kommissar, der ebenfalls Kapitel aus seiner Sicht bekommt, ist eine sehr dreidimensionale Figur, die mit jedem Band interessanter wird. Zudem gefällt mir, dass die Autorin sich in diesen Geschichten auch mit ernsten Themen auseinandersetzt, zum Beispiel psychischen Krankheiten - sowohl bei Tätern als auch bei manchen der Hauptfiguren. Mittlerweile ist es einfach ein sehr vertrautes Gefühl, diese Bücher zu lesen. Das Einzige, was mich ab und zu stört: Auch nach vielen durchlebten (lebens-)gefährlichen Situationen (So viel Unglück wie die Protagonisten muss man erst einmal haben ...), begeben sich die jungen Leute immer wieder aufs Neue in bedrohliche Lagen. Einerseits trägt das natürlich zur Spannung bei, aber manchmal ist es wiklich nervig. Diese Reihe ist außerdem nur auf Platz vier gelandet, weil es zwei der mittlerweile sechs Teile gibt, die ich nicht ganz so überzeugend finde. Der schlechteste ist dabei für mich "Der Bilderwächter", weil er sehr schleppend verläuft und erst spät für Nervenkitzel sorgt.

Es gibt übrigens eine neuere Reihe (bis jetzt sind drei Teile erschienen, der erste Band lautet "Teufelsengel"), die so etwas wie ein Spin-Off ist und die ich auch empfehlen kann.

3. Riley Blackthorne - Die Dämonenfängerin (Jana Oliver)

Foto: S. Fischer Verlag
Riley ist eine meiner liebsten weiblichen Hauptcharaktere überhaupt! Sie muss so viel Schlechtes durchleben und kommt dabei immer wieder an ihre Grenzen, aber kämpft sich trotzdem immer wieder durch. Sie wirkt sehr echt und glaubwürdig. Mir war sie von Anfang an sympathisch und ich bin ihr gerne durch die Geschichte gefolgt. Ich liebe außerdem die Idee der Reihe. Ich bin ein Fan der Serie "Supernatural" und kann mich für alles, was mit Übernatürlichem und Dämonen zu tun hat, begeistern. Besonders der Aspekt, dass die Menschen in der Zukunft von der Existenz der Dämonen wissen und man in die Lehre gehen kann, um sie zu fangen, gefällt mir sehr gut. Der gesamte Aufbau der Geschichte und die Welt wirken sehr strukturiert und schlüssig. Neben Riley gibt es außerdem noch weitere tolle Charaktere, beispielsweise ihr bester Freund, der zur Abwechslung mal nicht heimlich in die Heldin verliebt ist und deren Freundschaft wirklich glaubwürdig dargestellt wird. Daneben gibt es auch noch Beck, der zwar oft das Klischee "Harte Schale, weicher Kern" bedient, aber trotzdem ein sehr liebenswürdiger, tiefgründiger Charakter ist. Obwohl ich Beck sehr gerne mag, war mir das Drama zwischen ihm und Riley manchmal allerdings etwas zu viel und übertrieben. Das ist aber auch der einzige Störfaktor. Ich war wirklich traurig, als ich die Reihe beendet habe. Am liebsten hätte ich noch vier weitere Teile! 

2. Das Verbotene Eden (Thomas Thiemeyer)

Foto: Droemer Knaur Verlag
Diese Trilogie erzählt eine sehr spannende, ergreifende Geschichte. Zuerst einmal finde ich das Zukunftsszenario sehr ausgefallen und interessant. Nicht nur die Idee, dass Männer und Frauen getrennt leben, auch das Setting der stark zerstörten Version der Erde ist wirklich gelungen. Hinzu kommen die tollen Figuren, die ich alle sofort in Herz geschlossen habe. In jedem Band geht es um ein anderes Paar, was die Reihe sehr abwechslungsreich macht. Die Sechs könnten nicht unterschiedlicher sein und haben alle sehr einprägsame Merkmale, die sie auszeichnen. Warum mich diese Reihe aber besonders überzeugt hat: Die Liebesgeschichten nehmen einen großen Teil der Handlung ein, aber sie alle sind so wundervoll und glaubhaft erzählt, dass sie nie überzogen, kitschig oder nervtötend wirken. Während des letzten Teils musste ich mehrere Male fast weinen, weil mich die Geschichte so berührt hat. Es gibt wirklich nichts, was mich gestört hat. Daher ist es wirklich eine rein emotionale Entscheidung, warum dieser Reihe auf dem zweiten Platz gelandet ist, weil es noch eine andere Trilogie gibt, die mich ein kleines bisschen mehr gefangen nehmen konnte.

Ich habe übrigens auch die "Evolution"-Trilogie des Autors gelesen, die es zwar nicht in die Liste geschafft hat, aber trotzdem wirklich gut ist! Meine Rezensionen dazu findet ihr hier


1. Die Tribute von Panem (Suzanne Collins)

Foto: Oetinger Verlag
Ich habe den ersten Teil als Hörbuch gehört und die Geschichte hat mich so begeistert und berührt, dass ich sofort wissen musste, wie es weitergeht. Deshalb habe mir dann noch am selben Tag die englischen Ausgaben von Band 2 und 3 bestellt. Innerhalb von zwei Tagen hatte ich sie beide durchgesuchtet. Die Geschichte hat mich nicht losgelassen und auch hier bin ich sehr emotional mit den Charakteren verbunden gewesen. Während dieser drei Bände habe ich beinahe alles empfunden: Trauer, Wut, Angst, Freude, Anspannung. Es gibt einige Stellen, die mich so aufgewühlt haben, dass ich das Buch kurz zur Seite legen musste und andere, die mich zu Tränen gerührt haben. Suzanne Collins hat eine bedrückend düsterere und überzeugende Zukunftsversion erschaffen, die mich auch noch lange nach Beenden der Trilogie beschäftigt hat - das schaffen nicht viele Bücher! Erst vor Kurzem habe ich die Reihe erneut gelesen und sie konnte mich wieder genauso fesseln - auch deshalb ist sie ganz knapp auf dem ersten Platz gelandet.


Das waren meine Top 10 Buchreihen. Welche mögt ihr am liebsten? War euer Favorit vielleicht auch in meiner Liste dabei? Schreibt es gerne in die Kommentare


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Mittwoch, 27. Juni 2018

Bloody Weekend - Neun Jugendliche. Drei Tage. Ein Opfer. (M.A. Bennett) - Rezension

"Bloody Weekend - Neun Jugendliche. Drei Tage. Ein Opfer." ist ein Jugendthriller der Autorin M.A. Bennett. Der Roman ist Anfang des Jahres im "Arena"-Verlag erschienen und umfasst 344 Seiten.

Greer ist seit Kurzem Schülerin am Internat St. Aiden, das vor allem für die sehr traditionsbewusste Einstellung bekannt ist. Egal ob Handy, Internet oder Plastik, das alles wird verachtet, was vor allem an den "Medievals" liegt. Sie sind eine sechsköpfige Gruppe von reichen Schülern, die die Schule "beherrschen" und die Regeln vorgeben, die ihre Mitschüler blindlings befolgen. Angeführt werden sie von Henry de Warlencourt. Greer weiß, dass sie eine Außenseiterin ist und nie zu dieser angesehenen Clique gehören wird. Doch dann erhält sie zusammen mit zwei weiteren Jugendlichen des St. Aiden eine Einladung für ein Jagdwochenende auf Henrys Anwesen. Als sie zusagt, ist ihr nicht klar, dass dort nicht bloß Hirsche, Fasane und Fische gejagt werden. Greer muss schon bald um ihr Leben fürchten. 


Ein vielversprechendes Setting

Das Opfer ist schon sehr früh bekannt
Foto: Arena Verlag
Einer der größten Pluspunkte, mit dem der Roman überzeugen kann, ist die schön düstere Atmosphäre. Das liegt vor allem an der Wahl des Handlungsortes, der sich perfekt für eine unbehagliche Stimmung eignet. Die Geschichte beginnt im Internat. Bereits dort wirkt alles trostlos und leicht beunruhigend, beispielsweise durch Beschreibungen von Hirschköpfen, die als Jagdtrophäen das Gebäude schmücken, oder durch die Schilderungen der sehr traditionellen Einstellung von Angestellten und Schülern. Da bekommt man als Leser wirklich das Gefühl, gut 50 Jahre in die Vergangenheit befördert worden zu sein. Richtig unheimlich wird es dann, als die Gruppe Jugendlicher zum Anwesen von Henrys Familie fährt. Dieser Ort hat wirklich alles, was es für eine schauerliche Geschichte braucht: ein altes, gigantisches Gebäude mitten im Wald, abgelegen von allem, kaum Verbindung zur Außenwelt. Außerdem gibt es seltsames Personal, das alle perfiden Spiele der Jugendlichen bloß stumm beobachtet und geschehen lässt, obwohl sie dort die einzigen Erwachsenen sind. Noch dazu spielt der Roman zur Herbstzeit, was alles noch stimmiger macht. Am beängstigsten sind allerdings die "Medievals". An einigen Stellen wirken diese arroganten Jugendlichen wirklich erschreckend böse ("'Damit die hochrangigen Spezies gedeihen', fuhr Henry in maßvollem, rationalem Ton fort, 'müssen die niederen eingedämmt werden.' [...] 'Was du damit sagen willst, sagte Shafeen langsam, 'ist, dass es manchen Spezies nicht mehr erlaubt werden darf, über sich selbst hinauszuwachsen.' 'Schön zusammengefasst.' 'Sicherlich meinst du damit ausschließlich das Reich der Tiere?', fragte Shafeen. Henry richtete den Blick seiner kühlen, blauen Augen auf ihn. 'Was denn sonst?'"). Sie sind als Gegenspieler vor allem überzeugend, weil sie so realistisch erscheinen. Es wirkt überhaupt nicht aus der Luft gegriffen, dass eine Gruppe privilegierter Schüler durch die Macht und den Einfluss ihrer Familien ihren eigenen Regeln folgen können. Sie beherrschen die Schule und kommen mit allem davon. Was sie für abartige Dinge an diesen "Jagdwochenenden" treiben, ist vielen Lehrern bekannt, doch es wird totgeschwiegen. Bei diesem Szenario musste ich sofort an Jan Guillous autobiografisches Buch "Evil - Das Böse" denken: In den 50er Jahren war der Autor auf einer Schule in Schweden, die von genau solchen Jugendlichen "regiert" wurde und alle Erwachsenen dort haben es zugelassen. "Evil" erzählt nicht nur eine wahre Begebenheit, der Roman ist auch deutlich schockierender als Bennetts Buch, was das Verhalten der Clique in "Bloody Weekend" noch glaubwürdiger erscheinen lässt. Genau dieser Aspekt des Realismus macht die Geschichte so perfide. 
"Evil - Das Böse" wurde übrigens auch verfilmt. Die Wahrscheinlichkeit, dass Greer ihn gesehen hat, ist ziemlich hoch. Einer der prägnantesten Charakterzüge der Protagonistin ist nämlich, dass sie ein Filmfan ist und ziemlich viele kennt. Das lässt sie immer wieder aufblitzen, indem sie ständig Filmanspielungen macht. Wer in seiner Freizeit lieber andere Dinge tut, als ins Kino zu gehen oder stundenlange DVD-Abende zu veranstalten, wird während des Lesens vielleicht an der ein oder anderen Stelle genervt sein. Ich finde Filme auch toll, aber selbst mich hat es gestört, dass Greer auf gefühlt jeder dritten Seite ein Ereignis oder einen Eindruck mit "Kennt ihr den Film ... ?" beschreibt. Bestimmt 30 verschiedene Erwähnungen sind über den Roman verstreut, von "Narnia" über "Sherlock Holmes" bis hin zu "Twilight". Aber es tauchen auch einige auf, von denen ich noch nie etwas gehört habe. Ich bezweifle, dass Jugendliche ab zwölf, die die Zielgruppe des Buches sind, mit den meisten etwas anfangen können. Hin und wieder werden die Anspielungen an passenden Momenten eingesetzt und tragen dazu bei, eine Situation eindrücklicher einzufangen ("Wie formulierte es Hanibal Lector in 'Das Schweigen der Lämmer'? Sorgen muss man sich erst machen, wenn die Schreie verstummen."). Dann aber gibt es viel zu viele Stellen, an denen diese Einwürfe gar nichts bringen, weil sie darauf setzen, dass der Film beim Leser bekannt ist. Nur wenn man den Titel kennt, hilft es einem, ein Bild vor Augen zu haben ("Der See schimmerte in der Dämmerung und sah aus wie der aus 'Excalibur', der See, aus dem Arthur sein Schwert holt und es am Ende wieder hineinwirft."). Statt eine Szene eindrücklicher zu machen, sorgen sie dann eher dafür, dass der Lesefluss unterbrochen wird. 

Wie "bloody" ist das Wochenende?

Die Atmosphäre ist perfekt für einen packenden Thriller. Die Handlung kann da allerdings nur teilweise mithalten. Der Leser weiß von Anfang an, wer am Ende stirbt und wer dafür verantwortlich sein soll. Trotzdem oder gerade deshalb bleibt es lange spannend. Denn die wichtigste Frage, die während der Geschichte aufkommt, ist die nach dem Umstand des Todes: Wie kommt es dazu und was passiert zuvor, das dieses Ende hervorruft? Diese Antworten gibt die Autorin erst spät, weshalb man noch lange mit rätseln kann. Eine weitere Sache, die sofort klar ist, ist der verstörende Twist des Jagdwochenendes. Dass es in diesem Buch nicht bloß um eine Jagd nach Tieren geht, verrät schon der Klappentext. Es gibt außerdem dutzende Stellen, die andeuten, was passieren wird. Das regt beim Leser natürlich die Fantasie an, wie genau Menschen statt Wild zur Beute werden. Genau dieser Umstand hat bei mir leider für Enttäuschung gesorgt. Die Stellen, an denen diese "Jagd" dann tatsählich geschieht, sind insgesamt deutlich weniger blutig und beängstigend, als der Titel vermuten lässt. Die Situationen werden zum Teil so wenig aufgebaut, dass ich kaum eine Chance hatte, davon wirklich geschockt zu sein. Die erste Szene läuft so schnell ab und wird kaum im Detail beschrieben, dass ich nicht sicher war, ob das tatsächlich schon die erste "Jagd" gewesen sein soll. Es ist kaum Spannung spürbar und es wird überhaupt nicht mit der Angst des Lesers gespielt. Letztendlich ist alles, was erzählt oder angedeutet wird, schlimmer als das, was letztendlich an diesem Wochenende wirklich passiert. Ähnlich unspektakulär ist dann auch das Ende mit der Auflösung, wie und warum Henry stirbt. Hier fehlt ebenfalls die nötige spürbare Bedrohung oder Spannung. Das liegt wohl teilweise daran, dass man weiß, dass der Protagonistin nichts passieren kann, da sie die ganze Geschichte nacherzählt. Als dann eine Szene geschildert wird, in der sie in "Lebensgefahr" schwebt, ist das nicht wirklich fesselnd. Außerdem lassen Greers Andeutungen zum Tod des Schülers vermuten, dass sie eine eiskalte Mörderin sei. Der Schluss zeigt dann aber ein ganz anderes Bild, was ebenfalls enttäuschend ist.  
Ein weiterer Aspekt, der Unbehagen erzeugen soll, ist die Greers Schwärmerei für Henry. Das Problem daran: Als Leser erkennt man schnell, wie unsympathisch er ist. Da das Buch aus Greers Sicht geschrieben ist, erscheinen die romantischen Gefühle der Protagonistin daher einfach paradox. Obwohl es genug Hinweise gibt, die ihr zeigen, was für ein Mensch er ist, kann sie ihre Gefühle nicht abstellen und hofft, dass sie mit ihren Vermutungen doch falsch liegt. An einer Stelle spricht sie davon, dass man in seiner Gegenwart gewesen sein muss, um zu wissen, wovon sie redet. Als Leser hat man diese Möglichkeit nicht und die Beschreibungen im Buch bringen seine Rolle in dieser Hinsicht überhaupt nicht eindrücklich und glaubwürdig rüber. Die Idee ist grundlegend gut: Ein Charakter, der sich so gut verstellen kann, dass selbst der Leser hinters Licht geführt wird, hätte ich toll gefunden. Aber das schafft "Bloody Weekend" nicht. Ich habe nicht verstanden, was Greer so toll an ihm findet und warum sie hin- und hergerissen ist, anstatt von ihm angewidert zu sein. Henry kommt immer arrogant oder durchtrieben rüber, selbst in den Szenen, in denen er angeblich nett ist. Da bringt es auch nichts, wenn Greer ihn ab und zu als charmant betitelt. Die Autorin hat diese "zwei Gesichter", die Henry angeblich haben soll, nicht überzeugend dargestellt. Das ist wirklich schade, denn sonst hätte die gesamte Handlung vielleicht noch deutlich beunruhigender sein können. 

Fazit

"Bloody Weekend" überzeugt vor allem mit einer düsteren Atmosphäre. Leider kann die Handlung nicht mit der Stimmung mithalten. Es liegt einerseits immer eine gewisse Spannung in der Luft, weil zwar die Fragen, wer stirbt und wer dafür verantwortlich ist, schon von Beginn an bekannt sind. Doch die lange Zeit unbeantwortete Frage nach dem "Wie" erweckt das Interesse, die Geschichte weiterzuverfolgen. Andererseits verläuft die "Jagd" dann allerdings deutlich unspektakulärer als erwartet und auch der Höhepunkt der Geschichte hat keinen mitreißenden Effekt. Da dieses Jugendbuch unter die Kategorie "Thriller" fällt, habe ich mir insgesamt mehr Nervenkitzel erhofft.


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Montag, 16. April 2018

Evolution - Die Quelle des Lebens (Thomas Thiemeyer) - Rezension

"Evolution - Die Quelle des Lebens" ist der dritte und letzte Teil aus Thomas Thiemeyers Jugendbuch-Trilogie. Der Roman ist im Arena Verlag erschienen und umfasst 416 Seiten. 

Nachdem die Gruppe um Jem und Lucie den beschwerlichen Weg durch die Wüste überwinden musste, kommt sie endlich am Ziel an: die Oase der Zeitspringer. Doch nicht alle sind wohlbehalten zusammen. Katta ist spurlos verschwunden und Lucie liegt im Koma. Jem und seine Freunde lernen die oberste Ratgeberin GAIA kennen, die sie freundlich aufnimmt und viele ihrer Fragen beantwortet. Schnell beginnen sie darauf zu hoffen, mit ihrer Hilfe wieder ins Jahr 2017 zurückzukommen. Trotzdem ist die Gruppe vorsichtig, den Bewohnern der Oase einfach so zu vertrauen. Denn die scheinen ihre eigenen Ziele zu verfolgen und die Jugendlichen in einen perfiden Plan einbinden zu wollen. Dieser könnte bald über die Zukunft der Erde und aller Lebewesen entscheiden. 


Gelungener Abschluss einer tollen Trilogie

Wartet in der Oase ein Weg nach Hause?
Foto: Arena Verlag
Als ich mit dem Buch begonnen habe, konnte ich wie beim zweiten Teil sehr leicht in die Welt eintauchen. Obwohl es schon ein gutes halbes Jahr her ist, dass ich "Der Turm der Gefangenen" gelesen habe, hatte ich keine Probleme, wieder in die Geschichte zu finden. Eine Hilfe dafür ist auf jeden Fall die kurze Zusammenfassung der letzten beiden Teile im Buch. Ich habe darüber zwar schon bei meiner Rezension zum zweiten Band gesprochen, aber ich möchte trotzdem nochmal erwähnen, dass diese "Was bisher geschah"-Einleitung eine tolle Idee ist und wirklich öfter in Buchreihen benutzt werden sollte. 
In "Die Quelle des Lebens" lernt der Leser wieder eine neue "Welt" kennen. Dieses Mal ist es die technologisch sehr fortgeschrittene Enklave - eine gigantische Glaskuppel, in der die Menschen Schutz vor den Bedrohungen der Umwelt gesucht und eine neue Gesellschaft aufgebaut haben. Mir gefällt es richtig gut, dass jeder Band an einem anderen Ort spielt. Das ist ein tolles Konzept dieser Geschichte. Sie wird über die Trilogie toll erschaffen und wirkt insgesamt sehr durchdacht und rund. Jeder Band bietet dabei etwas Neues - nicht nur eine neue Umgebung, sondern auch neue Charaktere. Es kommt keine Langeweile auf und außerdem habe ich nach Beenden des Finales wirklich das Gefühl, diese Zukunftsversion unserer Erde sehr gut kennengelernt zu haben. 
Wie immer überzeugt Thomas Thiemeyer mit seinem flüssigen und spannenden Schreibstil. Ähnlich wie bei den Vorgängern bin ich auch hier durch die Seiten geflogen und hatte das Buch innerhalb von anderthalb Tagen beendet. Es gibt nicht andauernd nur Action, aber trotzdem gibt es keine langweiligen Stellen. Ich hatte beim Lesen nie den Eindruck, dass sich irgendwelche Szenen zu sehr ziehen, sie haben immer genau die richtige Länge. Es wird zwischen vielen Perspektiven gewechselt, was die Handlung abwechslungsreich und temporeich macht, ohne unübersichtlich zu werden. Ein zusätzlicher Pluspunkt ist definitiv, dass es so gut wie keine Momente gibt, die klischeehaft oder überzogen sind. In vielen Jugendbüchern gibt es hier und da gerne mal Szenen, die so klischeehaft sind, dass ich kurz mit den Augen rollen muss. In diesem Band hatte ich keinen einzigen dieser Momente. Die Figuren wirken immer sehr natürlich und echt. Es wirkt außerdem auch nichts konstruiert, nur um künstlich Spannung zu erzeugen. Die Handlung ist in sich einfach sehr gut aufgebaut und verliert nie den roten Faden. 
Eine Frage, die mich seit dem ersten Teil beschäftigt hat, ist die nach der Zeitreise. Die Geschichte beginnt ja damit, dass die Gruppe mit dem Flugzeug durch die Zeit springt und in der Zukunft landet. In "Die Quelle des Lebens" gibt es darauf endlich Antworten und Erklärungen. Ich habe diese Reihe mit einem wirklich positiven, zufriedenen Gefühl beendet, da auf viele offene Aspekte eingegangen wird und keine großen Fragen zurückbleiben. Das Ende ist zwar nicht wirklich überraschend, doch trotzdem gibt es auf dem Weg dahin einige unerwartete Ereignisse und Wendungen. Mareks Sinneswandel ist einer davon. Seit dem zweiten Teil hat er sich von seinen Freunden abgewendet, sie verraten und ist wie ein Besessener davon überzeugt, dass die neue Welt großartig ist. Am Ende des Finales trifft er dann eine Entscheidung, die gegen all das geht, woran er eigentlich geglaubt hat. Diese Wendung war toll eingebaut und ich habe sie nicht kommen sehen. 

Schlaue Pläne und ein ungewohnter Gegenspieler

Die Beziehung zwischen Mensch und Tier ist eines der zentralen Themen der Reihe. Die ersten zwei Bände haben sich stärker darauf konzentriert, die Feindschaft zwischen den beiden Parteien zu veranschaulichen. Jetzt kommt es auch zu einer Annäherung, die sich schon am Ende von Band zwei angedeutet hat. Mir gefällt besonders gut, dass die verschiedenen Standpunkte sehr ausführlich behandelt werden. Der Leser versteht, wieso die Menschen in der Oase die Tiere verabscheuen, warum Jem, Lucie und ihre Freunde sich ihnen anvertrauen und warum die Tiere sich gegen die Menschen gestellt haben. Es wird sehr interessant veranschaulicht, wie die verschiedenen Positionen zusammenstoßen. ("Lucie ballte verzweifelt die Hände zu Fäusten. 'Es muss doch auch eine Lösung geben, die irgendwo in der Mitte liegt. Eine Koexistenz zwischen Mensch und Tier. Ich kann mir nicht vorstellen, dass wir nur die Wahl zwischen schwarz und weiß haben.'") Dabei gibt es keine kindischen Diskussionen. Die Charaktere agieren meistens sehr erwachsen und treffen nie überstürzte Entscheidungen. Das ist mir besonders in diesem letzten Band sehr positiv aufgefallen. Die Figuren rennen nicht kopflos in gefährliche Situationen: Sie planen, diskutieren und stimmen ab, was sinnvoll ist. Jeder trägt dabei etwas zum Plan bei, sodass es toll ist, mitzuverfolgen, wie er langsam Gestalt annimmt. Außerdem gibt es keine unnötigen, sinnlosen Dramen zwischen ihnen. Dadurch macht es deutlich mehr Spaß, sie bei ihrem Weg zu begleiten, als wenn man als Leser ständig damit rechnen muss, dass jemand etwas Dummes macht. 
Wie schon kurz erwähnt, gibt es auch wieder viele verschiedene Perspektiven und Handlungsstränge, die parallel verlaufen. Obwohl man im ersten Moment meinen könnte, das sorgt für Verwirrung, hat es bei mir das Gegenteil bewirkt. Dank der gleichzeitigen Handlungen ist mehr Zeit vorhanden, um alle Charaktere gut einzubauen, wodurch keiner zu sehr in den Hintergrund rückt. Ich habe mir anfangs Sorgen gemacht, als noch weitere neue Charaktere hinzugekommen sind. Das war eines meiner Probleme im zweiten Band, bei dem ich zwischendurch mal den Überblick verloren habe. Doch in diesem Teil ist das nicht der Fall. Tatsächlich schafft es Thiemeyer hier, den einzelnen Figuren durch die Aufteilung genug einprägsame Szenen zu geben, dass sie alle in Erinnerung bleiben. Bei 13 Charakteren, die abwechselnd im Fokus stehen (nicht jeder bekommt Kapitel aus der eigenen Sicht), ist das definitiv ein ganz schöner Balance-Akt, den der Autor toll gemeistert hat. Ich fand beispielsweise gerade im ersten Band Zoe und Katta recht blass. Im Finale hingegen werden sie deutlich vielschichtiger und interessanter. Katta gerät in eine aussichtslose Lage und ist auf sich alleine gestellt, bevor sie unerwartet Hilfe bekommt. Ihre Entwicklung zu verfolgen hat mir richtig gut gefallen. Anfangs ist sie vollkommen verängstigt und verzweifelt, doch die Situation macht sie letztendlich stärker. Dadurch wird sie als Charakter toll ausgearbeitet. Insgesamt ist deutlich erkennbar, dass die meisten Figuren eine Entwicklung durchgemacht haben und die guten und schlechten Erlebnisse während dieser Zeit sie verändert haben, was mir ebenfalls super gefällt.
Als Gegenspieler haben die Jugendlichen diesmal etwas ganz Besonderes: eine künstliche Intelligenz. Einerseits finde ich das sehr spannend, weil es mal etwas anderes ist. Andererseits ist es als Leser aber auch schwierig, die Entscheidungen dieses Computerprogramms zu verstehen. Es ist schon etwas anderes, wenn ein Mensch etwas tut, weil oft eine Überzeugung dahinter erkennbar ist. Bei diesem Gegner ist das deutlich schwächer vorhanden. Das bringt eine gewisse Unberechenbarkeit mit sich, was gut ist. Thiemeiyer bringt das Unmenschliche, Kalte der künstlichen Intelligenz toll zum Vorschein. Gleichzeitig fehlt dadurch aber auch eine echte Persönlichkeit, was den "Charakter" weniger interessant macht.

Fazit

Das Finale der "Evolution"-Trilogie schließt die Geschichte um Jem, Lucie und ihre Freunde gut ab und beantwortet dabei wichtige offene Fragen aus den Vorgängern. Der letzte Teil kann ebenfalls durch eine tolle Weltenbildung und eine spannende Handlung überzeugen. Der tolle Schreibstil sorgt zusätzlich für einen temporeichen Lesespaß. Trotz der vielen Charaktere entsteht keine Verwirrung, weil die Figuren auf verschiedene Handlungsstränge aufgeteilt werden. Somit rückt keiner in den Hintergrund. Dadurch werden auch die Jugendlichen, die zuvor blass erschienen, vielschichtiger. Insgesamt ist die Reihe sehr durchdacht aufgebaut und erzählt eine in sich sinnvoll abgeschlossene Geschichte. Daher kann ich diese Trilogie definitiv empfehlen.


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Mittwoch, 20. September 2017

Evolution - Der Turm der Gefangenen (Thomas Thiemeyer) - Rezension

"Evolution: Der Turm der Gefangenen" ist der zweite Teil aus Thomas Thiemeyers neuester Jugendbuch-Trilogie. Der Roman ist im Januar 2017 im Arena Verlag erschienen und umfasst 376 Seiten.
Meine Rezension zum ersten Band findet ihr hier.

Eigentlich waren Jem, Lucie und die restliche Gruppe jugendlicher Austauschschüler mit dem Flugzeug auf dem Weg nach Amerika, doch stattdessen sind sie durch die Zeit gesprungen. Sie sind in einer fernen Zukunft gelandet, in der es keine Zivilisation mehr gibt und überall gefährliche Tiere lauern. Doch es soll einen Ort geben, an dem Menschen überlebt haben und vor den Bedrohungen der Natur geschützt sind. Nach ihrer beschwerlichen Reise erreicht die Gruppe endlich diesen Ort. Sie sind jedoch nicht vollzählig. Jem wurde in der Wildnis zurückgelassen, wo er nun um sein Überleben kämpfen muss. Lucie und die anderen werden derweil mit Argwohn von den Bewohnern der Stadt aufgenommen. Die dortige Gesellschaft erinnert stark an das Mittelalter. Die Menschen sind streng religiös, außerdem wird Wissenschaft sowie Technologie als Schwarze Magie angesehen. Dennoch hofft die Gruppe zu erfahren, warum sie mit dem Flugzeug durch die Zeit gereist ist und ob es einen Weg zurück nach Hause gibt. Als die Jugendlichen auf der Suche nach Antworten einen Blick in ein verbotenes Buch riskieren, werden sie vom Burgherren hart bestraft. Ihr einziger Ausweg ist die Flucht aus der Stadt. Doch draußen lauern weitere Gefahren, allen voran die tintenfischähnlichen Squids.


Tolle Fortführung der Geschichte

Die Reise geht spannungsreich weiter
Foto: Arena Verlag
Zuerst einmal war ich positiv überrascht von der kurzen Zusammenfassung des ersten Teils, die den Lesern als "Kapitel 0" noch einmal präsentiert wird. Ich finde diese Idee super und würde mir das für andere Reihen ebenfalls wünschen.
Der zweite Band der Trilogie setzt exakt da an, wo der erste aufgehört hat. Dadurch habe ich sehr schnell wieder in die Geschichte und ihre Welt gefunden. Zusätzlich hat auch der fesselnde Schreibstil Thiemeyers dazu beigetragen, dass ich das Gefühl hatte, mitten im Geschehen zu sein. Insgesamt hat mir auch die Entwicklung der Handlung in diesem Band gut gefallen. Genauso wie im Vorgänger gibt es hier durchweg interessante Ereignisse sowie aufregende Szenen. Daher herrscht so gut wie kein Stillstand. Es gab keine Stelle, die mich gelangweilt hat oder bei der ich gedacht habe, dass sie unnötig gewesen wäre. "Der Turm der Gefangenen" ist definitiv kein Füllband, der bis zum Finale der Reihe nur Zeit schinden soll. Er erzählt die Reise der Figuren gut weiter und bietet einen spannenden Cliffhanger, der sehr neugierig auf den letzten Teil macht. 
Es gibt neue Handlungsstränge, Charaktere ebenso wie Herausforderungen. Dadurch bleibt der Roman sowohl vielfältig als auch einnehmend, ohne dabei unübersichtlich zu werden. Jem ist zu Beginn noch immer vom Rest der Gruppe abgeschnitten ist und alleine in der Welt überleben muss, während die anderen sich mit den Bewohnern der Stadt auseinandersetzen müssen. Das gibt der Geschichte eine gute Dynamik. Während im ersten Teil die Gefahren in der Natur lauerten, liegt der Fokus hier auf den Menschen sowie der fragwürdigen Gesellschaft, die sie aufgebaut haben. Das hebt diesen Band inhaltlich deutlich vom Vorgänger ab und macht die gesamte Geschichte abwechslungsreicher. Zudem ist die Bedrohung hier viel subtiler. Die Protagonisten erkennen erst mit der Zeit, wie bedenklich die Situation in Wahrheit ist. Das verleiht dem Buch eine sehr spannungsgeladene Stimmung.
Die schon bestehenden Gefahren werden jedoch nicht einfach beiseitegeschoben. Auch die Squids, die über eine enorme Intelligenz verfügen und andere Tiere kontrollieren, tauchen wieder auf. Die Leser erfahren dabei weitere interessante Aspekte über sie. Es werden nicht zu viele Informationen gegeben, sodass die Geschöpfe weiterhin mysteriös genug bleiben, um noch mehr über sie erfahren zu wollen. Zusätzlich gibt es mehr Details über den Zeitsprung der Protagonisten und darüber, was bis zu diesem Zeitpunkt mit der Menschheit passiert ist. Durch all das wird die gesamte Welt noch greifbarer.

Bekannte Charaktere treffen auf neue 

Am ersten Band hatte ich auszusetzen, dass einige der Figuren sehr blass geblieben sind. Das hat sich in diesem Teil geändert. Die meisten von ihnen werden etwas vielschichtiger, weil sie mehr eigenständige Handlungen bekommen. Dadurch hatte nicht mehr so große Probleme, sie auseinanderzuhalten oder mich daran zu erinnern, dass sie überhaupt existieren. Ein weiterer Aspekt, der mich positiv überrascht hat, ist Jems Charakter. Seine Handlungen in dieser Geschichte sind deutlich glaubwürdiger. Im vorigen Band hatte ich oft das Gefühl, dass er für einen 15-jährigen viel zu oft geniale Lösungen in brenzligen Lagen gefunden hat. Oftmals war er auch der Einzige aus der Gruppe, der dazu imstande schien. In vielen Situationen hat Jem nun Hilfe von anderen, was für mich sehr viel realistischer erschien. Dabei verliert er aber trotzdem nicht seine Eigenschaft, clever zu denken. Es wirkt in diesem Band nur viel glaubwürdiger. Lucie hingegen wurde mir im Laufe der Geschichte unsympathischer, was vor allem an ihrer irrationalen Entscheidungen liegt, die Gruppe heimlich zu verlassen. Ähnlich unverständlich wurde für mich Marek, der sich sehr schnell mit dem Gedanken angefreundet hat, sich den zwielichtigen Leuten der Stadt anzuschließen. Das Buch hat es hier nicht wirklich geschafft, mir seine Beweggründe nahezubringen, obwohl es Kapitel gibt, die aus seiner Perspektive geschrieben sind. 
Neben den bekannten Jugendlichen tauchen ebenfalls neue Charaktere auf, die in einem ähnlichen Alter sind. Zu ihnen habe ich insgesamt schneller Zugang gefunden als als es bei denen im ersten Band der Fall war. Besonders Ragnar, der Sohn des Anführers, entpuppt sich schnell als eine vielschichtige Persönlichkeit. Er stellt das System, in dem er lebt, infrage und trifft eigenständige Entscheidungen.
Die Interaktionen zwischen den Figuren waren wirklich interessant ausgearbeitet, weil diese wortwörtlich aus zwei vollkommen verschiedenen Welten stammen und daher sehr unterschiedliche Ansichten haben. Letztendlich arbeiten einige von ihnen dann dennoch zusammen, wodurch sie  ihre Differenzen überwinden. Etwas unnötig fand ich hingegen, dass gleich mehrere Liebesgeschichten hinzukamen, die aber insgesamt sehr flach geblieben sind. Die Handlung hätte auch ohne sie auskommen können, ohne dass der Handlung etwas Wichtiges genommen worden wäre. 
Leider bleiben die menschlichen Gegner eher eindimensional und sind nicht besonders ausgefallen. Diese Personen zeichnet vor allem die starke Überzeugung ihres gesellschaftlichen Konstrukts sowie ihrer Gesetze aus. Nichts scheint ihre Ansichten ändern zu können. Sie sind stur, festgefahren und verurteilen alles, was gegen das eigene Weltbild geht oder dieses bedroht.  Das alles sind für mich nicht wirklich innovative Merkmale. Darüber hinaus erfährt man kaum, was die Figuren antreibt, daher sind sie eher blass geblieben.

Fazit

"Der Turm der Gefangenen" bietet eine spannende, handlungsreiche Fortsetzung der Geschichte. Die Charaktere werden insgesamt greifbarer als im ersten Band. Außerdem gibt es einige neue Figuren, die der Handlung mehr Dynamik geben. Ebenso muss die Gruppe dieses Mal hauptsächlich gegen menschliche Gegner sowie Gefahren ankommen, wodurch die Geschichte einen anderen Schwerpunkt bekommt und sich nicht wie ein Füllband liest. Die bestehenden Elemente aus Teil eins werden aber immer noch behandelt. Die Welt wird dadurch insgesamt noch eingängiger. Etwas schade ist es, dass die menschlichen Gegenspieler eher blass bleiben und die Geschichte außerdem ein paar eher unnötige Liebesgeschichten bekommt, die der Handlung nicht viel geben. Insgesamt konnte mich dieses Buch aber überzeugen. Ich bin schon gespannt, wie die Reise im letzten Teil weitergeht.

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Donnerstag, 25. Mai 2017

Evolution - Die Stadt der Überlebenden (Thomas Thiemeyer) - Rezension

"Evolution: Die Stadt der Überlebenden" ist der erste Teil der "Evolution"-Trilogie von Thomas Thiemeyer. Der Roman  ist im Juli 2016 erschienen und hat 348 Seiten. Nach "Das verbotene Eden" präsentiert er damit seine neue Jugendbuch-Reihe.

Ich habe schon die "Eden"-Geschichte von Thiemeyer gelesen, die mir sehr gut gefallen hat und zu meinen Lieblingsreihen zählt. Daher hat auch diese neue Trilogie vom Autor mein Interesse geweckt.

Zum Inhalt

Eine Welt ohne Zivilisation
Foto: Arena Verlag
Ein Flugzeug auf dem Weg von Deutschland in die USA muss vor dem eigentlichen Ziel eine Notlandung am "Denver Airport" machen. Mit an Bord ist eine Gruppe von Austauschschülern, darunter auch Jem und Lucie, die sich am Flughafen kennengelernt haben. Nach der Landung wird allen schnell klar: Irgendetwas stimmt nicht. Sie Sie scheinen in einer fremden Welt gelandet zu sein. Von der Zivilisation ist nicht mehr viel übrig und die Natur hat sich unerbittlich alles zurückerobert. Der Flughafen erinnert an ein Gewächshaus. Auch von Menschen fehlt jede Spur. Die einzigen Lebewesen scheinen Tiere zu sein. Allerdings sind sie viel zutraulicher und scheinen sich vor der Gruppe überhaupt nicht zu fürchten. Einige von ihnen greifen sogar an. Die Austauschschüler wollen sich diesem Schicksal nicht tatenlos ergeben. Sie machen sich auf die Suche nach Antworten und finden etwas heraus, das ihnen Hoffnung gibt: Es soll Überlebende in einer verschollenen Stadt geben. Doch um diese zu erreichen, müssen sie vor allem eins: Überleben. Und das ist schwieriger als gedacht. 


Meine Meinung

Idee

Die Idee hinter "Evolution" ist spannend und gut umgesetzt. Man findet auf der einen Seite einfache Elemente, die das Grundgerüst der Geschichte bilden: Eine Welt, die voller Gefahren lauert; eine abenteuerliche Reise; der Kampf ums Überleben genauso wie das Duell Mensch gegen Tier. Diese Komponenten werden aber mit ausgefallenen, spannenden Aspekten verknüpft. Sie machen die Geschichte zu etwas ganz besonderem. Einerseits kann man in der verlassenen Welt Überreste von fortschrittlicher Technologie finden, wie man sie sich zur heutigen Zeit nur erträumt. Das Flugzeug ist quasi in einer fernen Zukunft gelandet. Außerdem wird hier die Evolution thematisiert und wie diese begünstigt wurde und Lebewesen verändert hat. Das ist toll, weil man hier wirklich überrascht wird. Eine Mischung, wie man sie in diesem Buch findet, habe ich in noch keinem anderen gelesen.

Protagonisten

Die Geschichte wird mit wenigen Ausnahmen aus zwei verschiedenen Perspektiven erzählt: Der von Jem und der von Lucie. Beide sind 15 Jahre alt und Teil der Gruppe von Austauschschülern. 
Jem ist ein problembehafteter Jugendlicher, der gerne auch mal temperamentvoll wird und seinen Kopf durchsetzen will. Das hat mir gefallen. Man braucht nicht immer einen Charakter, der ausschließlich korrekt handelt und die Unschuld in Person ist. Er kann trotzdem eine sympathische Figur sein, der man gerne durch die Geschichte folgt. 
"Es hieß doch ausdrücklich, ihr sollt warten." 
Jem reckte sein Kinn vor. "Befehle sind nicht so mein Ding. Schon gar nicht von Typen wie dir. Und jetzt geh zur Seite."
Was allerdings beim Lesen gestört hat: Teilweise kommen ihm zu gute Ideen und Lösungen für einen 15-jährigen. Sogar in den brenzligsten Situationen braucht er nur wenige Augenblicke, schon hat er eine Idee, auf die niemand sonst kommt. Da sich das während der Geschichte mehrmals so abspielt, wirkt es etwas abwegig. Trotzdem ist Jem ein starker Charakter, dessen Sicht auf die Dinge interessant zu lesen ist. Er ist mutig, schlau und sorgt sich um das Wohl der anderen. Durch seine Hintergrundgeschichte versteht man ihn und warum er sich so verhält. Das macht ihn als Figur sehr greifbar und vielschichtig. 
Lucie ist ebenfalls ein interessanter Charakter, was vor allem damit zusammenhängt, dass sie die Welt auf eine besondere Art wahrnimmt. Denn sie ist Synästhetikerin und assoziiert mit Personen, Namen oder Buchstaben bestimmte Farben. "Synästhesie ist das Resultat einer spezifischen Vernetzung im Gehirn, die relativ selten vorkommt. [...] Synästhesie beruht auf einem zusätzlichen Kanal der Wahrnehmung. Manche Synästhetiker können Buchstaben fühlen oder Worte schmecken. Andere können Töne in bunten Farben sehen ("Farbenhören")." - Deutsche Synästhesie-Gesellschaft e.V.
"Es ist nicht so, dass das Wort jetzt irgendwie grün eingefärbt über deinem Kopf tanzen würde. Es ist mehr so, dass Name und Farbe für mich dasselbe sind. Das gilt übrigens auch für einzelne Buchstaben." - Lucie
Die Geschehnisse aus ihrer Perspektive zu lesen, ist mal etwas anderes. Darüber hinaus ist sie ein sehr liebenswürdiger Charakter. Allerdings neigt sie, anders als Jem, dazu, passiver zu handeln. Oftmals stimmt sie ihm einfach zu und folgt ihm. Anders als bei dem männlichen Protagonisten erfährt man auch nicht viel von ihrem Charakter und ihrer Vergangenheit, was etwas schade ist. Vielleicht ändert sich das aber noch in den Folgebänden der Trilogie.

Weitere Charaktere

Der Rest der "Hauptgruppe" besteht aus zu vielen Charakteren, da man öfter den Überblick verliert und mit den Namen durcheinander kommt. Das liegt vor allem daran, dass die meisten der Figuren recht blass bleiben. Die Gruppe setzt sich eigentlich nur aus acht Jugendlichen zusammen, aber wirklich gut vorstellen konnte ich mir nur Jem, Lucie und den aufbrausenden Marek, der bis auf diesen Charakterzug auch eher eindimensional wirkt. Die anderen bleiben nach dem Beenden des Buches kaum im Gedächtnis. Aber vielleicht sind sie in den zwei weiteren Teilen noch besser ausgearbeitet und greifbarer. 
Neben den Jugendlichen sind aber noch über 200 weitere Fluggäste in der postapokalyptischen Welt gelandet. Hier habe ich mich auch gefragt, wie realistisch es ist, dass bei Hunderten Erwachsenen gerade mal ein paar etwas unternehmen. Der Rest hält sich zurück und ergibt sich quasi einfach dem Schicksal. Stattdessen übernehmen die Jugendlichen den größten Teil der Verantwortung und scheinen deutlich kompetenter zu sein. Auch die Überlebensfähigkeiten sind bei den jungen Leuten höher. Ich musste hier an die Serie "The 100" denken, in der diese Aufteilung ganz ähnlich ausfällt. Natürlich ist das gewählte Szenario schon fernab jeder Realität und wie sich Leute unter den gegebenen Umständen verhalten, kann sehr unterschiedlich sein. Dennoch war dieser Aspekt für mich nicht ganz überzeugend.

Stimmung und Spannung

Dass Thiemeyer Talent dazu hat, tolle Welten zu erschaffen, hat er für mich schon in "Das verbotene Eden" bewiesen. Und auch in seiner neuen Trilogie kreiert er eine interessante Version Amerikas. Durch seine detailreichen Beschreibungen hat man alles bildlich vor Augen und fühlt sich, als würde man selbst mit Jem, Lucie und Co. durch die verlassene Landschaft streifen. 
Eine von Menschen verlassene Erde finde ich als Handlungsort sehr spannend. Wie sich die Natur letztendlich alles zurückholt, wenn der Mensch verschwunden ist, hat für mich etwas Faszinierendes an sich. Thiemeyer fängt dieses Bild perfekt ein und behandelt die Thematik der Endlichkeit der Menschheit und dem, was sie erschaffen haben, sehr gut. 
"Wohin Jem auch blickte, herrschte Zerstörung. Kaum ein Stein, der auf dem anderen stand. Nur hin und wieder sah er einige verfallene Gebäude, umgeben von riesigen Wasserflächen und ausufernden Schilfregionen."
Das Cover ist dazu sehr passend gewählt. Es sieht nicht nur toll aus, es gibt einem schon einen guten Eindruck von der Welt, in die man beim Lesen eintaucht.
Neben diesem Aspekt wird der Geschichte auch etwas unbehagliches, fast unheimliches gegeben, denn die Evolution hat bestimmte Tiere mit neuen Fähigkeiten ausgestattet. Die Idee dahinter ist spannend und beunruhigend zugleich und hat dem Buch noch etwas Besonderes gegeben.
Der Einstieg der Geschichte zieht sich etwas. Die Charaktere werden am Anfang des Buches vorgestellt und das nimmt doch viel Zeit in Anspruch, in der ansonsten nicht wirklich etwas passiert. Es dauert gut 50 Seiten, bis der Roman an Fahrt aufnimmt. Bei einer Gesamtanzahl von 350 Seiten ist das recht viel. Ab da steigt die Spannung aber kontinuierlich und es bleibt bis zum Schluss durchgehend aufregend. Der erste Teil endet auch an der genau richtigen Stelle: Die Reise der Gruppe ist für den Moment abgeschlossen und es gibt Antworten auf einige wichtige Fragen. Auf der anderen Seite wird Platz gemacht für einen neuen Handlungsverlauf, denn es tauchen neue Charaktere auf und es gibt einen neuen Handlungsort für den nächsten Teil. Dadurch wird die Neugier auf die Fortsetzungen geweckt.

Fazit

"Evolution: Die Stadt der Überlebenden" bietet eine spannende Geschichte mit einer innovativen Idee, die aus der Masse an Jugendbüchern heraus sticht. Die Welt nimmt einen gefangen und überzeugt durch viele Details, eine tolle Stimmung und einigen Überraschungen. Allerdings verhalten sich die Charaktere teilweise so unrealistisch, dass es beim Lesen negativ auffällt. Dieses Buch bietet insgesamt einen tollen Auftakt zur Reihe und macht Lust auf mehr. Ich möchte die Reihe weiterlesen und herausfinden, wie sich die Charaktere und ihre Geschichte noch entwickeln. Daher eine klare Leseempfehlung. 


Hier kommt ihr zur den Rezensionen von Teil 2 und 3.

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