Mittwoch, 11. April 2018

Hard Sun - Rezension

"Hard Sun" ist eine Serie, die vom britischen TV-Sender BBC und dem Streaming-Anbieter Hulu produziert wurde. Ab dem 16.04. werden die drei anderthalbstündigen Folgen im ZDF gezeigt - wahlweise in deutscher Synchronisation oder mit englischer Original-Tonspur. Wer nicht so lange warten will, kann die ganze Sendung schon jetzt in der ZDF-Mediathek anschauen.

Detective Inspector Elaine Renko (Agyness Deyn) hat einen Mordanschlag durch ihren Sohn Daniel (Jojo Macari) nur knapp überlebt. Nach ihrer Genesung tritt sie eine freigewordene Stelle in einem Londoner Polizeirevier an. Undercover soll sie herauszufinden, ob ihr neuer Chef Charlie Hicks (Jim Sturgess) etwas mit dem Mord an ihrem Vorgänger zu tun hat. Bei einer Ermittlung gelangen die beiden ungleichen Detectives in den Besitz eines USB-Sticks, der Beweise für den nahenden Weltuntergang enthält. Die Regierung will eine Massenpanik verhindern und die Dokumente geheim halten. Renko und Hicks geraten in den Fokus der mysteriösen Geheimdienst-Agentin Grace Morrigan (Nikki Amuka-Bird), die ihre Familien als Druckmittel einsetzt, um die beiden Polizisten zur Kooperation zu zwingen. Elaine schlägt ihren Kollegen, der seiner schwangeren Frau zuliebe auf das Angebot eingehen will, nieder und spielt die Dokumente dem Journalisten Will Benedetti (Ukweli Roach, Blindspot) zu. Die Veröffentlichung ruft zahlreiche Verschwörungstheoretiker auf den Plan, die, mit Blick auf das nahende Ende, anfangen zu morden.

Im Zweifelsfall einfach draufhauen

Renko und Hicks prügeln sich gerne
Foto: BBC/Hulu
Wer denkt, dass der Dortmunder "Tatort"-Kommissar Faber durchgeknallt ist, der sollte sich wirklich "Hard Sun" ansehen. Ich habe in den letzten Jahren sicher über hundert verschiedene Krimis geguckt und da waren einige verrückte, ungesetzliche und "kaputte" Ermittler dabei - von Linden und Holder bei "The Killing" bis hin zu Bukow und König im Rostocker "Polizeiruf 110". Gegen Renko und Hicks wirken jedoch alle harm- und problemlos. Die Ausgangssituation: Elaine wurde als junger Teenager vergewaltigt und musste im Alter von 14 Jahren das Kind ihres Vergewaltigers zur Welt bringen. Viele Jahre später sticht ihr Sohn sie erst nieder und steckt dann ihr Haus in Brand. Ihr Chef hat vermutlich seinen Kollegen erschossen und schläft nun mit dessen Ehefrau, während seine eigene schwanger zu Hause sitzt. Im Laufe der Serie begehen die beiden Polizisten eine Vielzahl von Straftaten und die wenigsten davon zum Wohle der Allgemeinheit. Außerdem verprügeln sich die beiden gern gegenseitig - diese Szenen sind sehr brutal und blutig, definitiv nichts für schwache Nerven. Es wundert mich nicht, dass Agyness Deyn Jim Sturgess versehentlich die Nase beim Dreh gebrochen hat. Während andere Ermittler zum Kämpfen ihre Hände und zum Bedrohen eines Kriminellen Pistolen verwenden, benutzen Renko und Hicks in allen Situationen ihre Schlagstöcke. Es hat schon etwas Komödiantisches, wie sie die mit einem lauten Schnappgeräusch wo-auch-immer herziehen (am Hosenbund müsste man sie ja irgendwie sehen) und dabei böse gucken. Sie wirken mehr wie Schläger eines rustikalen, skrupellosen Gangsterbosses, weniger wie Polizisten. Zwischendurch gibt es dann kurze Momente, in denen die beiden plötzlich dicke Freunde sind. Zum einen ist das wenig glaubwürdig, zum anderen bekommen sie in diesen Szenen sehr kitschige Sprüche in den Mund gelegt (Renko: "Man hat doch alles, was man liebt, jetzt hier. Das ist alles, was zählt." Hicks: "Wenn überhaupt, dann gibt es nur einen einzigen Menschen auf dem ganzen Planeten, mit dem ich darüber reden kann und das bist du. Ab jetzt werde ich auf dieser Erde alle anlügen - außer dir."). Aber immerhin sind diese Sequenzen noch deutlich ertragbarer als die, in denen die beiden Detectives melodramatisch herumbrüllen bis sie schließlich einen tränenreichen Nervenzusammenbruch haben. Einen guten Job machen sie dabei auch nicht wirklich. Die meiste Ermittlungsarbeit wird von ihren Kollegen Mishal Ali (Varada Sethu), Keith Greener (Owain Arthur), Herbie Sarafian (Joplin Sibtain) und George Mooney (Adrian Rawlins) erledigt. Alles, was den beiden Protagonisten fehlt, haben die vier: Menschlichkeit, Moral, Humor, Ahnung von ihrem Job und ein halbwegs normales Privatleben. Leider werden sie nur oberflächlich charakterisiert und spielen in der Handlung kaum eine Rolle.

"Wie lange hat die Welt noch?" "Fünf Jahre."

Auf Kunstblut gab es scheinbar Mengenrabatt
Foto: ZDF/Mark Johnson
...sinnieren Renko und Hicks während der ersten Folge. Als ich von der Serie gehört habe, war mir nicht bewusst, dass sie in Richtung Science Fiction geht. Dementsprechend verwirrt war ich, als sich das Projekt "Hard Sun" als Weltuntergang entpuppte - scheinbar ein "natürlicher". Prinzipiell mag ich die Idee, einen vermeintlich normalen Polizei-Thriller mit einem Endzeit-Szenario zu verbinden. Allerdings passt hier einfach nichts zusammen. Dafür, dass ein Weltuntergang eine ziemlich große Sache ist, spielt er eine beunruhigend geringe Rolle. Zwar wurde die Veröffentlichung der Dokumente als "größter Medienskandal seit den Hitler-Tagebüchern" abgetan, doch es scheint kein Wissenschaftler oder Hobby-Forscher auf die Idee zu kommen, ein paar Nachforschungen anzustellen. Die wenigen Charaktere, die eingeweiht sind, schlagen sich auch eher mit ihren alltäglichen Problemen herum, nur um zwischendurch kurz innezuhalten, melancholisch in die Ferne zu sehen und an das bevorstehende Ende zu denken (Will Benedetti: "Ich stelle mir vor, dass in fünf Jahren alles weg ist. Shakespeare, die Sex Pistols und Mozart, Twitter, Carrie Grant, die Teletubbies - alles weg! [zu Renko] Niemand wird je wieder Ihren Lieblingssong singen - nie wieder!"). Die Morde, die Renko und Hicks in den einzelnen Folgen untersuchen, wurden fast alle von Verschwörungstheoretikern begangen, die an den Weltuntergang glauben. Ansonsten gibt es zwischen den Ermittlungen und dem eigentlichen Kernthema der Serie kaum einen Schnittpunkt. Die Fälle selbst sind auch nur mäßig spannend, was vor allem daran liegt, dass sie durch die vielen Nebenschauplätze verwässert und künstlich in die Länge gezogen werden. Statt Nervenkitzel gibt es eher einen Ekelfaktor, da kaum eine Szene ohne Blut auskommt. Die Tatorte sehen größtenteils so aus, als hätte sich jemand mit einem 10-Liter-Eimer Kunstblut in der Hand schnell im Kreis gedreht. Dazu kommen noch massive Logiklöcher. Da es sehr viele gibt, nenne ich an dieser Stelle nur das, was mich am meisten geärgert hat: Der britische Geheimdienst tut alles, um Renko und Hicks dazu zu bringen, den USB-Stick mit den "Hard Sun"-Dokumenten rauszurücken. Es kommt aber keine der beiden Seiten auf die Idee, dass die Dateien locker auf ein zweites oder mehrere andere Speichermedien gezogen werden könnten. Hätte Renko heimlich eine Sicherheitskopie gemacht und den Original-Stick zurückgegeben, wäre das Problem gelöst gewesen... 
Folter und Erpressung sind hier schon völlig normal
Foto: ZDF/Robert Viglasky
Im Kern scheint die Serie vor allem einen Denkanstoß zum Thema Moral und Recht geben zu wollen. So verfolgen die Detectives einen Mörder, der gezielt Menschen tötet, die anderen helfen. Ein anderer hat es auf potenzielle Selbstmörder abgesehen. Die Frage der Moral schwingt immer mit, doch wirklich angesprochen wird sie leider nicht. Schade, hier ist viel Potenzial verschenkt worden. Besonders der Fall mit den Selbstmördern ist in dieser Hinsicht hochinteressant und birgt viel Diskussionspotenzial. Über die beiden Protagonisten muss hingegen nicht mehr gesprochen werden. Es besteht wohl kein Zweifel daran, dass sie viel zu oft viel zu weit gehen: Verbrechen vertuschen oder sie anderen anhängen, extreme Gewalt anwenden und Tote in Kauf nehmen - fast immer um sich selbst oder die Familie zu schützen. Renko und Hicks möchte man wirklich nicht vor der Tür stehen haben, wenn man Hilfe benötigt und die Polizei alarmiert hat. Zwar versucht die Serie, den Ermittlern durch ihre tragischen Familiengeschichten ein bisschen Menschlichkeit zurückzugeben, doch das gelingt nicht (Renko: "Ich kann dir alles wegnehmen, alle Menschen, die du liebst. Ich kann dafür sorgen, dass sie dich hassen. Dann hast du niemanden mehr." Hicks: "Dann erfahre ich ja, wie es dir so geht."). Letztendlich bleibt die Frage, wer hier eigentlich gut und wer böse ist.

Fazit 

"Hard Sun" ist eine wirrer Thriller, in dem Kriminalfälle, Science-Fiction-Elemente, tragische Familiendramen, Actionszenen und literweise Kunstblut unkoordiniert zusammengemischt wurden. Die beiden Protagonisten alleine sorgen schon für genug Probleme, um die gesamte Laufzeit der Serie zu füllen. Dennoch werden unzählige weitere Charaktere und Nebenschauplätze in die drei anderthalbstündigen Episoden gequetscht. Sympathisch und nachvollziehbar sind dabei leider nur die Figuren, die kaum zu sehen sind. Die Hauptpersonen sind nicht nur verrückt, sondern auch völlig untauglich für ihre Jobs. Auf diesen Aspekt sowie die Frage nach der Moral gehen die Macher zu wenig ein. Statt inhaltlicher Diskussion gibt es massenweise kitschige Dialoge, die so gar nicht zu den Charakteren und der Stimmung der Sendung passen wollen. "Hard Sun" mangelt es leider an allem, was eine gute Serie für mich ausmacht.


Habt ihr "Hard Sun" schon gesehen? Wenn ja: Was haltet ihr davon?

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Montag, 9. April 2018

Ready Player One - Buch vs. Film

- Der folgende Text enthält Spoiler - 

Am 5. April ist der Film "Ready Player One" in den deutsche Kinos erschienen, der auf dem gleichnamigen Roman von Ernest Cline basiert. Ich habe das Buch aus dem Jahr 2010 kurz vor dem Kinostart gelesen und werde in diesem "Buch vs. Film" beide Versionen miteinander vergleichen. 

Im Jahr 2045 ist die Erde ein ziemlich trostloser Ort. Viele Menschen flüchten daher in die virtuelle Welt, die OASIS. Dessen Erfinder James Halliday (Mark Rylance) starb fünf Jahre zuvor. Vor seinem Tod hat er in der OASIS mehrere Schlüssel versteckt. Löst man die Aufgaben, erwartet den glücklichen Gewinner ein goldenes Ei, Hallidays "Easter Egg". In seinem Testament hat er veranlasst, dass die Person, die das Ei findet, sein gesamtes Vermögen erhält und außerdem Eigentümer seiner virtuellen Welt wird. Nicht nur leidenschaftliche Gamer nehmen am Rennen um das Ei teil. Die IOI (Innovative Online Industries), ein globales Firmenkonglomerat und größter Internetanbieter der Welt, will den Wettbewerb mit allen Mitteln gewinnen, um die OASIS und alle Nutzer kommerziell auszubeuten. Nach fünf erfolglosen Jahren gelingt es dem 18-jährigen Wade Watts (Tye Sheridan), als erste Person den Schlüssel zu bekommen. Als sein Avatar Parzival erlangt er nun nicht nur in der virtuellen Welt Berühmtheit, sondern wird auch von der IOI in der echten Welt verfolgt. Doch er ist nicht allein, da die Schlüssel nicht einzigartig sind, sondern nach jedem Fund wieder an der gleiichen Stelle auftauchen. Vier weitere Spieler teilen bald Wades Schicksal: sein Online-Freund Aech (Lena Waithe), die Brüder Daito (Win Morisaki) und Shoto (Philip Zhao) sowie Art3mis (Olivia Cooke), in deren virtuelle Persönlichkeit Wade schon lange verknallt ist. Sie alle wollen verhindern, dass der arrogante und gefährliche IOI-Vorsitzende Nolan Sorrento (Ben Mendelsohn) das Ei vor ihnen findet.


Eine knifflige Suche wird zum flachen Actionkampf

Der Film überzeugt vor allem optisch
Foto: Warner Bros. Pictures
Die virtuelle Realität der OASIS können sich Leser bereits im Buch durch die detailreichen Beschreibungen gut bildlich vorstellen. Da ein Großteil der Handlung an diesem Ort spielt, war ich wirklich gespannt darauf, wie er für den Film visualisiert wurde. Ich wurde definitiv nicht enttäuscht. Alles ist optisch toll umgesetzt. Die OASIS wird grandios zum Leben erweckt. Es wird veranschaulicht, wie viele unterschiedliche Welten in ihr existieren und dass jeder so aussehen kann, wie er will. Als Zuschauer taucht man wirklich in dieses kleine Universum ein und es macht Spaß, es zu erkunden. Die verschiedenen Avatare sehen ebenfalls klasse aus. Aber auch die Realität wird ansprechend übernommen. Die Kulisse passt perfekt zu der Atmosphäre einer heruntergekommenen Erde. In der ersten Szene wird Wades Zuhause in den "Stacks" gezeigt. Dieser Ort, an dem sich gigantische Türme von aufeinandergestapelten Wohnwagen befinden, klingt schon im Buch interessant. Auf der Leinwand wirkt er wirklich sehr beeindruckend. Das alles konnte mich während des Films beeindrucken. Neben der Optik kommt allerdings noch ein weitaus wichtigerer Aspekt hinzu: der Inhalt. Leider konnte der mich nicht wirklich überzeugen. Jeder, der das Buch gelesen hat, wird beim Film schnell merken, dass er anders ist. Sehr anders. Ich habe den Roman einen Tag vor meinem Kinobesuch beendet. Die Geschichte hatte ich also noch gut im Gedächtnis. Aber selbst Leser, die früher zum Original gegriffen haben, werden wohl die Veränderungen bemerken. Für mich wirkt es so, als wäre nur die Grundidee eines virtuellen Wettbewerbs genommen worden, um daraus einen reinen Actionfilm zu machen. Die Suche nach den drei Schlüsseln und das Meistern der Aufgaben ist reine Nebensache und hat im Gegensatz zum Buch auch kaum noch etwas mit der Popkultur der 80er Jahre zu tun. Im Roman erwacht dieses Jahrzehnt regelrecht zum Leben. Als Leser kann man die Liebe (und teilweise auch leichte Obsession) dazu auf jeder Seite spüren. Im Film ist von alldem kaum etwas zu merken. Keine einzige der Aufgaben, die Wade im Roman löst, wurde für die Adaption übernommen. Dass nicht alle vorkommen können, macht Sinn. Dafür sind sie zu komplex und langwierig und die Laufzeit des Films soll ja nicht fünf Stunden sein. Aber ich finde es schade, dass nicht mal eine der Aufgaben eingebaut wurde. 
Wade in der Realität, während sein Avatar Abenteuer erlebt
Foto: Warner Bros. Pictures
Insgesamt wirkt das ganze Spiel weniger anspruchsvoll. Im Buch vergehen Monate zwischen Wades Fund des ersten Schlüssels und dem Ende des Wettkampfs. Im Film scheint alles in wenigen Stunden, vielleicht Tagen zu passieren. Das macht den Sieg deutlich unspektakulärer. Das liegt aber wohl auch daran, dass die Rätsel relativ simpel gestaltet sind, während sie im Buch viel Wissen und Können verlangen. In einem Teil des Spiels muss Wade in die Rolle des Protagonisten aus dem Film "WarGames" schlüpfen und jede Szene exakt nachspielen. In einer anderen Aufgabe geht es darum, den Highscore von "Pac-Man" zu knacken, was fast unmöglich ist. Für so etwas muss man wirklich ein echter Nerd sein. In der Adaption landet die Gruppe beispielsweise in einer Simulation des Horrorfilms "Shining", wo ein Schlüssel versteckt liegt. Statt Wissen über den Film anzuwenden, kämpfen sie gegen Zombies, die im Original nicht mal vorkommen und tanzen am Ende mit einer virtuellen Version von Kira (Perdita Weeks), Hallidays Schwarm aus Jugendzeiten. Der Zuschauer erfährt übrigens fast gar nichts über diese Frau und es wird nicht verständlich, wieso sie eine so große Rolle im Spiel bekommen hat. Noch komischer ist aber das abgedrehte Autorennen um den ersten Schlüssel. In fünf Jahren hat es keiner geschafft, das Rennen zu beenden. Die Lösung: Man muss beim Start rückwärts fahren. Dadurch gelangt man auf eine unterirdische Fahrbahn ganz ohne Hindernisse. Es ist extrem unglaubwürdig, dass auf diese Idee in FÜNF JAHREN niemand gekommen ist! Mal abgesehen davon, dass dafür kein Wissen über irgendetwas gebraucht wird. Nachdem es also Jahre gedauert hat, um das erste Rätsel zu lösen, soll der Zuschauer ernsthaft glauben, dass alle anderen Aufgaben innerhalb kürzester Zeit machbar sind? Das ergibt nicht wirklich Sinn. 

Charaktere begeistern im Buch, aber enttäuschen im Film

Wades Alter Ego Parzival
Foto: Warner Bros. Pictures
Die Glaubwürdigkeit der Hauptpersonen ist im gesamten Film ein Problem für mich. Im Roman brennen die Figuren für die Popkultur und vergöttern Halliday und sein Lebenswerk. Das ist teilweise etwas übertrieben und manchmal war ich definitiv genervt, wenn Wade den Lesern sein endloses Wissen präsentiert hat. Aber gerade das macht diese Charaktere so glaubwürdig! Ich habe ihnen zu hundert Prozent geglaubt, dass sie Nerds und perfekt für die Suche nach dem Ei sind. Es macht Sinn, dass sie letztendlich so weit kommen. Im Film hingegen sind die Figuren nicht wirklich herausragend. Besonders Aech, Daito und Shoto bleiben sehr eindimensional. Ich finde es schwierig, sie als leidenschaftliche Geeks wahrzunehmen, weil sie eher wie typische Charaktere in einem Actionfilm wirken und kaum Persönlichkeit haben. So ist Aech beispielsweise nur dafür da, hier und da ein paar coole Sprüche rauszuhauen.
Samantha (alias Art3mis) ist genau bis zu dem Zeitpunkt interessant, als sie und Wade in der realen Welt aufeinandertreffen. Als ihr Avatar erscheint sie sehr stark, clever und geheimnisvoll. In der Realität sieht der Zuschauer davon nicht mehr wirklich viel und sie wird schnell in die Rolle des Love Interests gedrängt. Die Liebesgeschichte finde ich in beiden Versionen nicht wirklich gut gelungen, weil die zwei einfach keine Chemie haben. Im Film entwickelt sich die Beziehung allerdings viel zu schnell und wird dadurch noch unglaubwürdiger. Was mich aber besonders stört, ist die merkwürdige "Rebellion", der die junge Gamerin angehört. Sie spielt für ungefähr fünf Minuten eine Rolle, nur um dann nie wieder erwähnt zu werden. Beim ersten Zusammentreffen mit der IOI werden alle gefasst. Was auch immer mit ihnen passiert, der Zuschauer erfährt es nicht und hat sie sicher nach zehn Minuten bereits vergessen. Was ist das bitte für eine Rebellion? So etwas existiert im Buch überhaupt nicht. Die Charaktere bleiben für sich und sträuben sich sogar, als Team zu spielen. In der Verfilmung werden sie quasi ab der ersten Sekunde zu Freunden und meistern die Aufgaben als Team. Diese Änderung ist die einzige, die ich nachvollziehen kann. Es wäre wahrscheinlich weniger interessant gewesen, über ein Drittel des Films nur Wade als handelnde Figur zu sehen, so wie es im Buch der Fall ist. Trotzdem finde ich es etwas unglaubwürdig, wie schnell diese eigentlich sozial eher unangepassten Nerds sich bei der ersten Gelegenheit zusammentun. 
Samantha und Wade treffen in der echten Welt aufeinander
Foto: Warner Bros. Pictures
Im Roman punktet Wade durch sein kluges Handeln. Nach der verheerenden Explosion, durch die Sorrento ihn umbringen wollte, legt er sich eine neue Identität an. Er lässt IOI weiter im Glauben, er sei tatsächlich gestorben. Im Film wird er kurze Zeit nach der Explosion von Sorrento entdeckt. Sein Verhalten wirkt einfach sehr viel unüberlegter. Leider fehlt ein bestimmter Teil, der mir im Original so ziemlich am besten gefallen hat, weil er zeigt, wie durchdacht Wade gegen IOI vorgeht, komplett. Das Unternehmen ist die einzige bekannte Autorität und hat enormen weltweiten Einfluss. Menschen, die sich verschuldet haben, werden festgenommen, als Zwangsarbeiter eingesetzt und rund um die Uhr überwacht. Sie werden bis zu ihrem Lebensende ausgebeutet. Im Roman lässt Wade sich mit Absicht von der IOI festnehmen. Er schafft es, belastendes Material zu sammeln und wieder zu fliehen. Erstens fand ich diese Wendung richtig gut, weil sie nochmal viel Spannung erzeugt. Außerdem wird dadurch veranschaulicht, wie böse IOI und wie dystopisch die Welt wirklich ist. Der Film lässt diesen gesamten Handlungsstrang aus. Der dystopische Aspekt ist zwar immer noch erkennbar, als das Unternehmen Samantha festnimmt, wird aber deutlich oberflächiger behandelt.
Immerhin gibt es zum Schluss noch eine Übereinstimmung. Wie in der Vorlage geht es um die Botschaft, dass keine noch so gute virtuelle Realität das echte Leben ersetzen kann. Im Gegensatz zum Roman geht der Film sogar noch einen Schritt weiter und gibt einen kurzen Ausblick darauf, was nach Wades Sieg geschieht. Samantha und er sorgen unter anderem dafür, dass die OASIS zweimal pro Woche "geschlossen" ist, damit die Menschen wieder mehr in der Realität leben. So etwas fehlt im Buch, da es kurz nach dem Finden des Eis endet. Doch auch das kann die Adaption für mich nicht mehr retten. 

Fazit

Die Verfilmung von "Ready Player One" nimmt zwar die Grundidee des Romans, ändert aber quasi alle Elemente, die die Geschichte ausmachen. Statt die Popkultur zum Leben zu erwecken, wird sie vielmehr als platte Kulisse für einen Actionfilm genommen. Die Suche nach dem Ei hat kaum noch etwas mit Wissen über Filme, Serien und Spiele der 80er Jahre zu tun. Auch die Charaktere unterscheiden sich stark von ihren Vorbildern aus dem Buch. Es sind keine antisozialen Nerds mehr, sondern Teamspieler, denen ich das Nerdsein nicht wirklich glauben kann. Zwar kann die Adaption optisch überzeugen, doch wenn es um den Inhalt geht, greife ich lieber wieder zum Original. 


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Samstag, 7. April 2018

Tatort: Unter Kriegern - Rezension

Der Mord zum Sonntag hat Tradition, deshalb sind auch wir mit Rezension und Live-Tweets (@WatchReadTalkdabei.


Im Keller des Hessischen Sportleistungszentrums wird die Leiche von Malte Rahmani (Ilyes Raoul Moutaoukkil) gefunden. Jemand hat den Elfjährigen in einem Eisenkessel eingesperrt, wo er qualvoll verdurstet ist. Die Frankfurter Kommissare Anna Janneke (Margarita Broich) und Paul Brix (Wolfram Koch) erfahren, dass sich Malte regelmäßig mit Vereinshausmeister Sven Brunner (Stefan Konarske, bis 2017 "Tatort"-Kommissar in Dortmund) getroffen hat. Der beteuert jedoch seine Unschuld. Joachim Voss (Golo Euler, Tatort: Hardcore), der Leiter des Zentrums, gerät ebenfalls in den Fokus der Ermittlungen. Er verlangt viel von den jungen Sportlern - ganz besonders von seinem zwölfjährigen Stiefsohn Felix (Juri Winkler). Zu Hause lässt Joachim seinen Frust an Ehefrau Meike (Lina Beckmann) aus und auch Felix drangsaliert seine Mutter, wo er nur kann. Die Ermittler blicken in einen familiären Abgrund.

Klugscheißer sind voll im Trend

Erinnert an einen Horrorfilm
Foto: HR
"Wie schwer ist so eine Programmplanung eigentlich?", mag sich der ein oder andere Zuschauer fragen, wenn wieder einmal nur wenige Wochen zwischen zwei Fällen desselben "Tatort"-Teams liegen oder sich drei Folgen in einem Monat mit der gleichen Thematik beschäftigen. "Unter Kriegern" ist so ein Beispiel. Vor sechs Tagen geriet in "Zeit der Frösche" ein altkluge Sprüche aufsagender Dreizehnjähriger unter Mordverdacht. Dieses Mal ist es ein Zwölfjähriger, der in den Fall verwickelt ist und nicht altersgemäß spricht ("Das ist pädagogisch kontraproduktiv. Das wird mein Vater bei der nächsten Elternversammlung zur Sprache bringen müssen. So geht das nämlich nicht."). Eine andere unglückliche Platzierung ist das Casting von Stefan Konarske. Sein Ausstieg aus dem Dortmunder "Tatort" liegt gerade einmal ein Jahr zurück und wird den meisten Zuschauern daher noch gut in Erinnerung sein. Wäre sein Charakter in "Unter Kriegern" so außergewöhnlich, dass Konarske besonders gut gepasst hätte, könnte ich die Entscheidung nachvollziehen. Doch Hausmeister Sven Brunner ist das klassische TV-Beispiel eines geläuterten Ex-Kriminellen, der sich darüber aufregt, dass die Ermittler ihn wegen seiner Vorgeschichte als Erstes verdächtigen. Also eine Rolle, die auch von einem anderen Darsteller hätte verkörpert werden können. Der missverstandene, ehemalige Straftäter und das frühreife, nervige Kind sind nicht die einzigen schablonenhaften Charaktere. Das beste Beispiel ist der cholerische Joachim Voss, dessen Verhalten nicht einfach daher rührt, dass er Spaß an Sadismus hat, sondern die stereotypische Folge eines Kindheitstraumas ist. Die Angst und den Hass seiner Figur stellt Golo Euler sehr anschaulich dar. Auch die anderen Schauspieler zeigen durchweg solide Leistungen. Es ist dennoch schwierig, sich in einige Charaktere hineinzuversetzen. So tauchen an einer Stelle im "Tatort" kompromittierende Bilder auf, bei denen der Zuschauer zwar erfährt, wann sie geschossen wurden, aber nicht aus welcher Motivation heraus. Das kann nur gemutmaßt werden. Dasselbe gilt für die Schlussminute, in der eine wild entschlossene, scheinbar furchtlose Figur plötzlich und ohne klar erkennbaren Grund von ihrer Mission ablässt. Beide Beispiele kann ich leider nicht präzisieren, ohne die Handlung massiv zu spoilern.

Ein Hoch auf die entspanntesten Krimi-Ermittler!

Fanny, Brix und Janneke (v.l.) sind locker befreundet
Foto: HR/Bettina Müller
Dabei wäre das nicht einmal tragisch, denn der Mordfall spielt nur eine untergeordnete Rolle. Im Zentrum der Geschichte stehen Familie Voss und ihre Beziehungen untereinander. Eine ähnliche Konstellation gab es bereits vor drei Wochen im Kölner "Tatort: Mitgehangen". Im Vergleich dazu ist "Unter Kriegern" eine deutliche Verbesserung. Die Figuren agieren zwar undurchsichtig und klischeehaft, doch die Konfrontationen sind prickelnd (Meike zu ihrem Sohn: "Du bist ein Monster, eine Missgeburt! Ich hätte dich wegmachen lassen sollen!"). Die Konflikte nehmen einen Großteil der Handlung ein und geben ihr die Spannung, die beim Mordfall nicht so recht aufkommen will. Dabei gibt es mehrmals kleine Rückblicke, die zeigen, wie das elfjährige Opfer verzweifelt versucht, sich mit bloßen Händen aus seiner dunklen Todesfalle zu befreien. Die Szenen sind herzzerreißend und berühren mehr als all die Ängste und der Hass der anderen Charaktere. Kein Wunder also, dass Kommissarin Janneke am Tatort mit den Tränen ringt. Für mich gehören die Frankfurter zu den Top 5 der aktuellen Sonntagskrimi-Teams. Das liegt vor allem daran, dass sich die Ermittler nicht in den Vordergrund drängen. An fast allen anderen Standorten sind die Marotten oder Beziehungen der Kommissare omnipräsent und müssen in jeder Folge zwanghaft thematisiert werden. Janneke und Brix sind hingegen herrlich unaufgeregt und rund, ohne dabei langweilig zu wirken. Beispielsweise ist Annas kurzer Gefühlsausbruch zu Beginn ein einmaliges Ereignis. Bei den meisten anderen Teams hätte sie sich wohl als dauer-betroffenes, emotionales Wrack durch die restlichen 80 Minuten geschleppt. Es gibt lediglich eine kleine Neuigkeit aus dem Privatleben der Protagonisten: Brix und seine Vermieterin Fanny (Zazie de Paris) sind auf der Suche nach einer neuen Bleibe, nachdem ihr Haus im letzten Fall "Fürchte dich" erst von Geistern heimgesucht wurde und dann abgebrannt ist. Ansonsten treten die Kommissare in diesem "Tatort" anstandslos in den Hintergrund und überlassen den Nebencharakteren und deren Gefühlen die Bühne.
Fosco Cariddi (2.v.l.) hat keinerlei Funktion
Foto: Foto: HR/Bettina Müller
Die nervtötende Ausnahme ist zum wiederholten Mal Kommissariatsleiter Fosco Cariddi (Bruno Cathomas). Er hat bislang noch nie etwas Produktives zu einem Fall beigetragen, die Ermittler in irgendeiner Weise unterstützt oder zurechtgewiesen. Er taucht meist nur wenige Minuten auf, um mit verklärtem Blick Bücher zu rezitieren - dieses Mal ist es die Bibel. Für den Fall interessiert er sich in "Unter Kriegern" gar nicht. Denn zu Beginn der Folge wird er von einem Unbekannten verletzt und setzt danach alles daran, den Übeltäter zu finden. Diese wenige Minuten lange Nebenhandlung wirkt nicht nur ablenkend und völlig unpassend, sondern gipfelt auch noch in einer sinnlosen Auflösung. Es scheint, als sei Drehbuchautor Volker Einrauch gezwungen worden, den nutzlosen Chef einzubauen und die inhaltslose Schläger-Geschichte war seine künstlerische Rache. Cariddi ist jedoch nicht der einzige Charakter, der ein seltsames Verhalten an den Tag legt. In einer Szene schneidet sich Meike Voss mit einem Messer absichtlich in die Hand und schmiert das Blut dann ihrem Sohn ins Gesicht. Dessen Mitschülerin Louisa Berents (Josefine Keller) trifft derweil die unglaublich kluge Entscheidung, alleine durch ein Feld zu laufen (Das nicht weit entfernt von einer Siedlung liegt!), obwohl sie seit Tagen Drohanrufe bekommt. Wie bereits oben angesprochen: Leider kann der Zuschauer den meisten Figuren in diesem Krimi nur vor den Kopf schauen.

Fazit

"Unter Kriegern" gehört nicht zu den guten Folgen des Frankfurter Teams, ist im "Tatort"-Gesamtvergleich aber dennoch ein solider Fall. Die Ermittler halten sich angenehm im Hintergrund und lenken weder durch private Probleme noch ihre eigenen Gefühle von der Handlung ab. Die hat zwar eine vielversprechende Ausgangssituation, ist aber letztendlich aufgrund von vielen Logikschwächen und einem stereotypen Ablauf nur mäßig spannend. Das interessante Familiendrama kann diese Schwächen zum Teil ausgleichen, da es deutlich aufregender und lebendiger gestaltet wird als in den letzten "Tatorten" mit ähnlichem Szenario. Leider bleiben die Charaktere dabei weitestgehend undurchsichtig, sodass ihre Motivationen nicht immer nachvollziehbar sind. Wirklich schlecht ist in diesem Krimi aber nur die Mini-Nebenhandlung um den Kommissariatsleiter.


In der nächsten Woche muss das fünfköpfige Nürnberger Team in "Ich töte niemand" einen grausamen Doppelmord aufklären. Kurz darauf stirbt ein Kollege des Betrugsdezernats, der vergeblich versucht hatte, Kommissarin Paula Ringelhahn (Dagmar Manzel) vor der Tat zu erreichen. Ein Indiz lässt vermuten, dass es zwischen den Todesfällen eine Verbindung gibt.

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Mittwoch, 4. April 2018

Kinderserien der 2000er Teil 8 (Zeichentrick) - Watch.Read.Discuss.

In unserem achten Teil der Reihe "Kinderserien der 2000er" werfen wir erneut einen Blick auf verschiedene Zeichentrickserien, die wir in unserer Kindheit angeschaut haben. Die vorherigen Beiträge, in denen wir über Sendungen wie "Disneys Große Pause", "Powerpuff Girls" oder "H2O - Plötzlich Meerjungfrau" diskutieren, findet ihr hier. Dieser Post gehört zur Rubrik "Watch.Read.Discuss.", bei der wir Autoren uns mit demselben Thema beschäftigen. 
Klickt auf die Titel, um euch die Intros anzuschauen.


Laura

Mickys Clubhaus

Die Bösen wollen auch in den Club
Foto: Buena Vista Television
In dieser "Disney"-Serie, die damals auf "Super RTL" lief, kommen die unterschiedlichsten Charaktere aus allen möglichen Filmen in Micky Maus' Club zusammen. Sei es Arielle, Schneewittchen oder Hercules, sie alle sind Besucher des Clubs, in dem abends Disney-Cartoons gezeigt werden. Eigentlich geht es aber um die Bewohner von Entenhausen, wie Minnie Maus, Daisy und Donald Duck, Goofy und weitere. Sie alle arbeiten in Mickys Club und richten ständig Chaos an, das sie wieder beseitigen müssen, ohne dass es den Gästen auffällt. 
Das Aufeinandertreffen der Disney-Charaktere fand ich immer besonders witzig. Die Figuren außerhalb ihrer eigenen Filme zu sehen und wie sie mit anderen interagieren, war für mich echt unterhaltsam, weil sie sich teilweise so anders verhalten, aber dabei trotzdem nicht ihren Wiedererkennungswert verlieren. Außerdem tauchen nicht nur die Guten auf, sondern auch die Bösewichte. Dabei sind teilweise richtig geniale Szenen herausgekommen. Die Kurzfilme fand ich meistens zwar ganz witzig, aber mir haben die Ereignisse im Club viel besser gefallen. Manchmal waren die kurzen Filme für mich sogar richtig störend, weil ich lieber sehen wollte, wie die Geschichte im Club weitergeht. Diese Serie hat einen tollen Humor und besonders die Charaktere aus Entenhausen haben die besten Dialoge und lustigsten Szenen. Einige dieser Figuren, die in ihren eigenen Filmen eher eindimensional wirken, werden in dieser Sendung interessanter und unterhaltsamer. Obwohl ich die kurzen Cartoons nie so mochte, fand ich den Kontrast toll, wenn teilweise richtig alte Disney Cartoons gezeigt wurden und der Zuschauer danach wieder die moderne Serie erlebt hat. Außerdem zählt das Intro zu meinen Favoriten, weil es so schwungvoll und eingängig ist. 

Katrin: Mir ging es genauso. Ich war auch kein Fan der öden Kurzfilme, mochte aber die Episoden im Clubhaus. Allerdings hatte ich einen anderen Eindruck von den Gästen als Laura. In meinen Augen waren alle, mit Ausnahme der Entenhausener, recht blass und austauschbar. Deshalb habe ich die Serie auch nur sporadisch geguckt.


Oggy und die Kakerlaken

Die Kakerlaken sind wirklich nervtötend
Foto: Screenshot
Die Handlung dieser Serie ist schnell erklärt: Kater Oggy muss sich in jeder der achtminütigen Folgen mit den drei Kakerlaken Joey, Dee-Dee und Marky herumschlagen, die ihm Tag und Nacht böse Streiche spielen. In einigen Episoden tauchen außerdem Oggys Vetter Jack, seine Schwester Monika oder sein Nachbar, eine Bulldogge namens Bob, auf.
Diese Sendung ist rückblickend eindeutig eine dieser komischen Serien, bei denen ich mich frage, wieso ich sie überhaupt geschaut habe. Ich mochte sie nicht mal wirklich, als ich jünger war, aber trotzdem habe ich sie regelmäßig auf "Super RTL" gesehen. An einzelne Folgen kann ich mich definitiv nicht im Detail erinnern. Das Konzept ist ja auch bei jeder Folge gleich und die Laufzeit kurz, also gibt es wahrscheinlich kaum eine Episode, die wirklich heraussticht. Die Idee der Serie ist auch nicht unglaublich ausgefallen. Letztendlich ist es eine Geschichte wie Tom und Jerry, nur merkwürdiger. Definitiv merkwürdiger. Der Handlungsort ist Oggys perfektes Haus in der perfekten Wohnhaussiedlung, wo alles gleich aussieht. Das fand ich immer etwas komisch. Die Charaktere hingegen sind ziemlich ... auffällig. Zwar kann ich mich an kein konkretes Beispiel erinnern, aber ich weiß noch, dass die Streiche der Kakerlaken teilweise richtig krass und gemein waren. Das fand ich dann oft nicht lustig. Manchmal wird auch Bob ungewollt zum Opfer der hinterhältigen Insekten, gibt aber Oggy dafür die Schuld und verprügelt ihn. Das fand ich irgendwann ziemlich ermüdend und auch nicht wirklich lustig. Zwei Dinge, an die ich mich allerdings sehr gut erinnern kann: das Intro, das eine Melodie aus Katzenschreien ist und das unheimlich nervige Gelächter der Kakerlaken.


Katrin

Avatar - Der Herr der Elemente

Avatar Aang (2.v.r.) ist eine furchtbare Nervensäge
Foto: Nickelodeon
In dieser Serie geht es um vier Nationen - die Luftnomaden, die Wasserstämme, das Erdkönigreich und die Feuernation. In jeder von ihnen gibt es Menschen, die das jeweilige Element beherrschen und "bändigen" können. Nur der Avatar kann das Kämpfen mit allen vier Elementen erlernen. Als die Feuernation dem Rest der Welt den Krieg erklärte, verschwand der Avatar. 100 Jahre später finden die Geschwister Katara und Sokka vom südlichen Wasserstamm den zwölfjährigen Aang in einem Eisberg. Sie realisieren, dass er der mächtige Bändiger ist und als einziger den Krieg beenden kann. 
Ich habe "Avatar - Der Herr der Elemente" lange Zeit überhaupt nicht gemocht und sofort umgeschaltet, sobald die Serie kam. Irgendwann habe ich dann doch Gefallen an ihr gefunden und versucht, die ganze Geschichte zu verfolgen. Das war leider gar nicht so einfach, da "Nickelodeon" viele Sendungen nicht linear sendet, sondern bunt gewürfelt irgendwelche Folgen zeigt. Dass ich "Avatar" letztendlich geguckt habe, lag vor allem an der Animation. Jede der Nationen und deren Bewohner sehen anders aus - sie haben ihre ganz eigene Farbgebung und Architektur. Selbst die Bewegungen beim Bändigen unterscheiden sich. Der Zuschauer merkt wirklich, wie viel Zeit das Produktionsteam damit verbracht hat, vier kleine Welten zu schaffen und diese zu vereinen. Die Charaktere haben von dieser Kreativität leider deutlich weniger abbekommen. Sie sind der Hauptgrund, weshalb ich die Serie zwar geguckt, aber dennoch nicht wirklich gemocht habe. Avatar Aang ist ein nerviges, wehleidiges Kind, das mir in jeder Folge schon nach der ersten Szene auf die Nerven ging. Sokka ist der typische "Comic Relief"-Charakter, der nur ans Essen denkt und dumme Fehler macht. Lediglich Katara; Zuko, der verstoßene Kronzprinz der Feuernation und sein weiser Onkel Iroh sind vielschichtig und interessant.


Jim Knopf

Für eine Lokomotive ist Platz, aber nicht für Jim?
Foto: KiKA
Auf der kleinen, beschaulichen Insel Lummerland leben vier Menschen: König Alfons der Viertel-vor-Zwölfte, Herr Ärmel, Frau Waas und Lokomotivführer Lukas. Eines Tages wird ein Paket mit der Post geliefert, in dem sich ein Baby befindet. Die Bewohner adoptieren den kleinen Jungen und geben ihm den Namen "Jim Knopf". Als er älter wird, stellen die Lummerländer fest, dass ihre Insel zu klein für fünf Personen ist. Daraufhin verlassen Jim und sein bester Freund Lukas in dessen Lokomotive Emma ihre Heimat. Auf ihrer Reise kommen sie unter anderem nach Kummerland, wo der böse Drache Frau Mahlzahn die Prinzessin von Mandala, Li Si, gefangen hält.
Das Buch "Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer" wurde von Michael Ende geschrieben und 1960 veröffentlicht. Die wohl bekannteste Version ist die der "Augsburger Puppenkiste". Ich liebe die Stücke des Marionettentheaters und denke auch sofort daran, sobald ich "Jim Knopf" höre. Als Kind habe ich jedoch auch die "KiKA"-Zeichentrickserie gerne angeschaut, in der die Geschichte noch etwas detaillierter erzählt wurde - in insgesamt 52 Folgen. Ich kann mich nur noch grob an die Handlung erinnern und hätte nicht gedacht, dass es so viele waren. In Erinnerung sind mir allerdings, wie schon bei "Avatar", die nervigen Charaktere geblieben. Allen voran das sprechende, neunmalkluge Kleinkind Ping Pong (die asiatischen Figuren hatten leider alle so bescheuerte Namen). Immerhin gab es mit Jim und Lukas zwei entspannte, unkonventionelle Protagonisten, deren Freundschaft nichts erschüttern konnte. Wer wollte nicht in einer fliegenden und schwimmenden Lokomotive auf Weltreise gehen?

Laura: Mir geht es ähnlich: Ich kann mich an die Ereignisse in dieser Serie auch nur sehr wenig erinnern. Vor allem die Hauptcharaktere sind mir im Gedächtnis geblieben, die anderen hingegen kaum. Lukas und Jim mochte ich jedenfalls immer sehr gerne und da ich die Sendung regelmäßig verfolgt habe, fand ich die Handlung wohl interessant genug, um weiterzuschauen. 



Welche Serien habt ihr in eurer Kindheit gerne geguckt? Teilt es uns in den Kommentaren mit. Wir planen weitere Diskussionsbeiträge zum Thema Kindersendungen (alle bisherigen Posts dazu gibt es hier), vielleicht wird euer Favorit in einem zukünftigen Post thematisiert.

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Sonntag, 1. April 2018

Tatort: Zeit der Frösche - Rezension

Der Mord zum Sonntag hat Tradition, deshalb sind auch wir mit Rezension und Live-Tweets (@WatchReadTalkdabei.


Kommissarin Ellen Berlinger (Heike Makatsch) ist nach dem Tod ihrer Mutter mit ihrer kleinen Tochter Greta (Suzan Majewska) von Freiburg nach Mainz gezogen. Dort wohnt Ellens Cousine Maja Ginori (Jule Böwe), die sie von nun an beim Babysitten unterstützen soll. Beim Angeln mit Majas dreizehnjährigem Sohn Jonas (Luis August Kurecki) bekommt die Kommissarin einen Anruf ihres neuen Kollegen Martin Rascher (Sebastian Blomberg): Ein Mann hat gestanden, für eine ungeklärte Mordserie an Teenagern verantwortlich zu sein. Das Verhör zeigt jedoch schnell, dass er nichts mit der Sache zu tun hat. Als ein blutdurchtränkter Kapuzenpullover in Teenagergröße gefunden wird, befürchtet Rascher, dass es ein neues Opfer des Serienkillers gibt. Kurze Zeit später wird die sechzehnjährige Marie Blixen (Aniya Wendel) als vermisst gemeldet. Sie ist nach einer Schulparty verschwunden, wo sie sich mit Jonas gestritten hatte. Ellen erkennt, dass der blutige Hoodie ihrem Neffen gehört. Hat er Marie etwas angetan oder ist er selbst Opfer eines Verbrechens geworden?

Neues, unsympathisches Wrack im Revier

Berlinger ist im Dauerstress
Foto: SWR
Am Ostermontag 2016 ermittelte Heike Makatsch als Kommissarin Ellen Berlinger in einem einmaligen Event-"Tatort" aus Freiburg. Wie aber bereits ihre Kollegen aus Weimar gezeigt haben, bleibt es selten bei einem einmaligen Event. Allerdings sind diesmal ganze zwei Jahre bis zum zweiten Fall vergangen. Damals hatte sich die schwangere Berlinger in ihre Heimatstadt Freiburg versetzen lassen, damit ihre Mutter sie nach der Geburt bei der Kinderbetreuung unterstützen konnte. Dort traf die Kommissarin auch zum ersten Mal auf ihre fünfzehnjährige Tochter, die sie vor 14 Jahren bei ihrer Mutter zurückgelassen hatte. Die zweite Folge beginnt ähnlich: Ellens Mutter ist gestorben, daher hat sie sich nach Mainz versetzen lassen, um die Hilfe ihrer Cousine in Anspruch zu nehmen. Die ältere Tochter wird zwar kurz erwähnt, allerdings erst in der Mitte des Krimis. Die kleine Greta ist auch nicht mehr als ein Requisit, das ihre Mutter irgendjemandem in den Arm drückt, bevor sie schnell zu einem Einsatz rennt. Nach Nina Rubin aus dem Berliner "Tatort", Charlotte Lindholm aus Hannover und Olga Lenski vom deutsch-polnischen "Polizeiruf 110"  reiht sich nun also die nächste TV-Kommissarin in die lange Liste der gestressten Single-"Rabenmütter" ein. Berlinger bringt die üblichen Merkmale mit - hektisch nach einer Kinderbetreuung suchen, Sprösslinge zu spät abholen und dieselben genervt anzubrüllen. Sie geht allerdings sogar noch einen Schritt weiter: Während sie ein Date mit Gretas Kindergärtner Bassi Mahler (Lucas Prisor) hat, wird sie zu einem nächtlichen Einsatz bestellt. Als er gehen möchte, schnauzt sie ihn an, dass sie ihre Tochter doch nicht alleine lassen könnte und knallt ihm die Tür von außen vor der Nase zu. Das ist sogar noch ganz nett im Gegensatz zu einem späteren Gespräch, bei dem sie ihm fürs Babysitten mit den Worten: "Ein Kind ist tot, das andere Kind ist verschwunden und du stiehlst mir hier meine Zeit!" dankt. In "Zeit der Frösche" gibt es nicht einen Moment, in dem die Kommissarin nicht extrem geladen, zickig, gestresst oder unfair ist. Am traurigen Höhepunkt ihrer emotionalen Instabilität hält sie den Kopf eines Verdächtigen unter fließendes Wasser, um ein Geständnis zu erpressen (Rascher: "Nochmal sowas und ich werde dich melden. Wir müssen die sein, die so einen Scheiß nicht machen."). Ich habe prinzipiell nichts gegen "kaputte" oder emotionale Ermittler, da sie den meist eher öden Kriminalfällen ein bisschen Pep geben. Berlinger ist jedoch einfach nur anstrengend und nervig, da sie 88 Minuten lang unter Strom steht, eine irrationale Entscheidung nach der anderen trifft und nicht eine sympathische Charaktereigenschaft besitzt.

Hier ist jeder ein bisschen irre

Kummer und Wut, äh Rascher und Berlinger
Foto: SWR/Julia Terjung
Ellens erster Fall war eine Solomission. In Mainz steht ihr nun Kollege Martin Rascher zur Seite. Anscheinend auch nur er, denn die beiden sind die einzigen Polizisten, die im Fall des Serienkillers ermitteln. Nicht einmal den obligatorischen Paragraphenreiter-Chef gibt es in der Heimatstadt des ZDF. Vermutlich, weil sich sowieso niemand gegen die aggressive Berlinger durchsetzen könnte. Rascher versucht es gar nicht erst. Er wirkt den ganzen Fall über wie ein lebender Toter. Mit hängenden Schultern und Mundwinkeln schleppt er sich durch das dunkle Polizeirevier und philosophiert ("Ich hab' mal gehört, dass Frösche komplett abschalten, wenn es kalt wird. Sie legen sich still und warten, bis es Frühling wird. Manchmal wünschte ich, ich könnte das auch."). Wirklich feinfühlig und professionell ist jedoch auch er nicht. So zeigt er einem Angehörigen des Mörders in den Schlussminuten Bilder vom Tatort und der Leiche. Auch die anderen Figuren sind alles andere als herkömmlich. Mit Jonas, dem dreizehnjährigen Sohn von Ellens Cousine, gibt es einen ungewöhnlichen Hauptverdächtigen. Er belehrt über Liebeshormone, während er einen fangfrischen Fisch erschlägt. Die Klassenkameraden finden ihn seltsam, seine Mutter nennt ihn "besonders". Obwohl er viele Anzeichen von Autismus - Inselbegabung, hohe Intelligenz, Scheu vor Körperkontakt - zeigt, wird die Diagnose nie beim Namen genannt. Generell erfährt der Zuschauer wenig über den Jungen und überhaupt nichts über sein Seelenleben. Stattdessen lässt Drehbuchautor Marco Wiersch den talentierten Jungschauspieler Luis August Kurecki einen altklugen Satz nach dem anderen aufsagen ("Ich weiß, dass das Hormon Oxytocin die Menschen für die Liebe bereit macht. Wenn sie dann jemanden treffen, der die in der Kindheit erlernten Trigger auslöst, verlieben sie sich und produzieren noch mehr von dem Hormon."). Die anderen Verdächtigen bleiben noch blasser und sind nach dem Fall schnell vergessen.
Jonas (vorne) gibt älteren Schülern Nachhilfe
Foto: SWR/Julia Terjung
Doch auch der Mord ist nicht sonderlich einprägsam. Schnell realisieren Ermittler und Zuschauer, dass der blutige Hoodie nicht zu einem weiteren Opfer des Serienkillers gehört. Von da an entspinnt sich ein eher durchschnittlicher Fall, der trotz allerhand falscher Spuren und Ablenkungen nicht so recht in Fahrt kommt. Wirklich interessant ist nur das falsche Geständnis, das Berlinger zu Beginn der Folge auseinandernimmt. Ihre Fragetechnik ist clever und es macht Spaß, dem Wortgefecht zwischen ihr und dem Verdächtigen zuzusehen (Mann: "Ich gestehe, das muss doch reichen." Berlinger: "Ne, das reicht nicht.") Leider erfährt der Zuschauer nie, wer der Mann ist und weshalb er sich unschuldig zu einem Mord bekannt hat. Das spielt im Verlauf des Krimis aber auch keine Rolle mehr, wie so viele andere angerissene Nebenhandlungen. Die wohl seltsamste: Der schmierige Sergio Cammareri (Roberto Guerra) bedrängt Ellens Cousine Maja und scheint Schutzgeld von ihr und ihrem Mann Enzo (Jan Messutat) zu verlangen. Das hat rein gar nichts mit dem Fall zu tun und gerät später in Vergessenheit. Alles in allem bleibt nur wenig Zeit für den eigentlichen Mordfall, der durch einen überlangen Rückblick zu Beginn der Folge angekündigt wird. Doch das ist nicht schlimm: Geübte Krimigucker werden die falschen Fährten früh erkennen und ahnen, worauf der "Tatort" hinausläuft. Nur das Motiv kann tatsächlich überraschen - weil es sehr konstruiert ist.

Fazit

"Zeit der Frösche" schwächelt gleich an mehreren Stellen. Es gelingt dem zweiten Fall nicht, erzählerisch an seinen Vorgänger anzuschließen. Die Vorgeschichte der Kommissarin wirkt recycelt, da es dieselbe Ausgangssituation wie vor zwei Jahren ist. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass der erste Fall eines neuen "Tatort"-Teams meist auch einer ihrer schlechtesten ist. Die Mainzer starten jedoch mit unausgeglichenen, unsympathischen Charakteren, die wenig Lust auf weitere Folgen machen. Durch ihre hausgemachten Probleme und ihre irrationale Art wirkt die Protagonistin wie ein Störfaktor in ihrer eigenen Ermittlung. Der Kriminalfall ist nur mäßig spannend und wird durch zahlreiche ablenkende Spuren und Nebenhandlungen noch zusätzlich ausgebremst. Da keine der Geschichten am Rand vertieft wird, wirft die Folge mehr Fragen auf, als sie beantwortet. Auch der letztendliche Tathergang wirkt an den Haaren herbeigezogen und konstruiert. "Zeit der Frösche" ist alles andere als ein gelungener Einstieg.


Nächste Woche kehrt der "Tatort" wieder zu seinem normalen Sendeplatz zurück. Die Frankfurter Kommissare Paul Brix (Wolfram Koch) und Anna Janneke (Margarita Broich) suchen in "Unter Kriegern" den Mörder eines kleinen Jungen, dessen Leiche in einem streng leistungsorientierten Sportzentrum gefunden wurde.

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Samstag, 31. März 2018

Blindspot: Staffel 3, Folge 17 - Kurzrezension [D/E]

The following review of the "Blindspot" episode "Mum's The Word" (S03E17) is also available in English. Please scroll down for the English version.

Deutsch


- Der folgende Text enthält Spoiler -

Worum geht es?

In der vorherigen Folge "Artful Dodge" hat Roman (Luke Mitchell) dem FBI offenbart, dass sie Hank Crawford (David Morse) bei der Wohltätigkeitsgala von dessen Tochter Blake (Tori Anderson) überführen können. Durch Jane Does (Jaimie Alexander) Tochter Avery (Kristina Reyes) bekommt das Team Zutritt zu der Top-Secret-Veranstaltung. Jane, Avery, Tasha Zapata (Audrey Esparza) und Kurt Weller (Sullivan Stapleton) treffen vor Ort auf Roman. Er bietet ihnen an, das Verhandlungszimmer seines Bosses mit Kameras auszustatten, sodass das FBI Beweise für Crawfords Geschäfte mit Jean-Paul Bruyere (Bruce Davison) sammeln kann. Es kommt jedoch anders, als geplant...


Meine Meinung in drei Punkten

1. Endlich wieder ein konsequenter Fall

Jane & Roman begegnen sich erstmals nach Monaten
Foto: NBC
Erstmals seit mehreren Wochen verzichtet "Blindspot" darauf, ein halbes Dutzend Geschichten in eine Folge zu pressen. Stattdessen gibt es eine stringente Haupthandlung, in der alle Charaktere vorkommen. So wirkt die Episode nicht ansatzweise so hektisch, chaotisch und vollgestopft wie die letzten. Das Aufeinandertreffen der verschiedenen Figuren ist spannend und gibt einen guten Einblick in deren Seelenleben. Besonders die Szenen mit Jane und Roman sind stark, da sich beide auf einem schmalen Grat zwischen professioneller Distanz, Hass, Misstrauen und Resignation bewegen. Zum ersten Mal trägt auch Avery etwas Sinnvolles zur Handlung bei. Zuerst war sie nur das Mittel zum Zweck, um Zwietracht zwischen Jane und Weller zu säen, später durfte sie dann lediglich den beleidigten Teenager raushängen lassen. In "Mum's The Word' bekommt der Charakter endlich eine nützliche Funktion. Avery trägt alle Informationen ihres verstorbenen Vaters über Crawford zusammen, ist der Schlüssel des FBI-Teams zur Gala und stellt die richtigen Fragen (Jane: "These new tattoos, pitting us against each other, exposing Hirst, this was all to catch one man?" Avery: "What the hell did he do to you?" Roman: "Crawford's ruined countless lives, killed innocent people and he's just getting started."). Der Fall an sich ist definitiv einer der besten in dieser Staffel. Leider ist der Ausgang sehr unglaubwürdig. Roman, der seit über zwei Jahren plant, Crawford hinter Gitter zu bringen, entscheidet sich spontan um. Die 180-Grad-Wendung ist einfach nicht glaubhaft und völlig untypisch für den Charakter. 

2. Blakes Rolle in der Serie

Ein weiterer Charakter sticht in dieser Episode ebenfalls heraus: Zapata. Zu Beginn bekommt sie einen Anruf von ihrem CIA-Boss, über den Inhalt des Gesprächs erfährt der Zuschauer nichts. Bei der Gala gibt sie an, Probleme mit ihrem Funkgerät zu haben, was sich Patterson (Ashley Johnson, Spooked) nicht erklären kann. Schließlich trifft Tasha Blake auf der Damentoilette und beginnt ein Gespräch mit ihr. Genau zu diesem Zeitpunkt fällt ihr Signal komplett aus, sodass weder das Team noch der Zuschauer mitbekommen, worüber die beiden Frauen reden. Danach wirft Blake sich Roman an den Hals und versichert ihm mehrmals, wie wichtig er für sie ist und dass er zur Familie gehört. Jane hatte ihm kurz zuvor an den Kopf geworfen, wie gerne sie sich gegen ihn und für ihr neues Leben entschieden hatte - das Gespräch hat Zapata über ihr Funkgerät mitbekommen. Ich vermute seit Wochen, dass Blake viel mehr weiß, als alle, insbesondere Roman, anehmen. Die Begegnung mit Tasha ist ein deutliches Zeichen, dass Crawfords Tochter noch eine wichtige Rolle spielen wird. Ich kann mir gut vorstellen, dass sie heimlich mit der CIA zusammenarbeitet und gemeinsam mit Zapata ein eigenes Spiel spielt.

3. Viele seltsame und alberne Momente

Das soll Kurt Weller sein?!? Wow, tolle Tarnung....
Foto: NBC
Romans unglaubwürdiger Sinneswandel ist nicht die einzige Logikschwäche in "Mum's The Word". Die wohl offensichtlichste ist Kurts "Verkleidung". Da Crawford Roman bereits vor einigen Wochen gebeten hat, das FBI-Team zu töten, weiß er, wie sie aussehen. Daher müssen sich Jane, Weller und Zapata verkleiden, um bei der Party nicht aufzufallen. Die beiden Frauen sind schon ziemlich leicht zu erkennen, da sie nur Perücken und auffälliges Make-up tragen. Kurts Tarnung besteht aus einer Brille - das ist alles. Dümmer geht es ja wohl nicht mehr! Crawford wundert sich auch erst am Ende der Folge darüber, dass die FBI-Agenten noch nicht tot sind. Hätte ihn das nicht schon viel früher misstrauisch machen sollen? Anstrengend ist zudem das Verhalten von Patterson, die Zapata die kalte Schulter zeigt, weil sie ihr nicht von Bordens Überleben erzählt hat. Privat wäre das ja noch nachvollziehbar, aber sie informiert Tasha absichtlich nicht über Teammeetings. So ein unprofessionelles und kindisches Benehmen ist nicht nur nervig, sondern auch untypisch für Patterson. Zapata hat außerdem noch die Aufgabe, mit Assistant Director Edgar Reade (Rob Brown) ein Pärchen zu mimen, um Informationen von Hochzeitsplanerin Vanessa Baker (Jeanine Bartel) zu bekommen. Da Tasha ihm erst in der letzten Folge ihre Liebe gestanden hat, wirkt das ganze Szenario konstruiert (Blake wählt eine Hochzeitsplanerin, um ihre Gala zu veranstalten?) und klischeehaft (Vanessa: "Have you chosen your best man yet?" Reade: "I have, my best friend who also happens to be a woman." Vanessa: "Well, that's a mistake. I've done a lot of these. Trust me, pick a guy otherwise it gets real complicated."). Generell wirken die Emotionen in dieser Folge sehr gestellt und unehrlich - sei es der "Wir sind eine Familie"-Moment zwischen den Crawfords und Roman oder die Liebeserklärung zwischen Blake und Roman. In dieser Hinsicht gab es nur eine Szene, die ich überzeugend und berührend fand - als Jane Tasha aufzumuntern versucht ("I've been in your shoes. Forced to lie to the people I care about the most, but at the end of the day, we're family. Families forgive.").

Fazit

"Mum's The Word" ist eine der besten "Blindspot"-Folgen der letzten Wochen. Es gibt keine überflüssigen Nebengeschichten, die von der Handlung ablenken. Die Episode fühlt sich so deutlich gelassener und verständlicher an. Das liegt auch an den Charakteren, die sich beim Drama größtenteils zurückhalten und zusammen an einem Plan arbeiten. Außerdem wird auf die üblichen Klischee-Faktoren, wie eine Bombenentschärfung und Faustkämpfe, verzichtet. Dafür gibt es zahlreiche Szenen, die wenig Sinn ergeben oder emotional völlig übertrieben wirken. Das Ende der Folge ist zwar unglaubwürdig und schlecht gemacht, dennoch hat mich "Mum's The Word" neugieriger gemacht als die letzten Episoden, da sie einige interessante Fragen, bezüglich Tasha und Blake, aufwirft. 


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English


- The following text contains spoilers -

What was it about?

During the last episode "Artful Dodge" Roman (Luke Mitchell) revealed that the FBI would be able to convict Hank Crawford (David Morse) at his daughter Blake's (Tori Anderson) charity gala. Jane Doe's (Jaimie Alexander) daughter Avery (Kristina Reyes) manages to smuggle the team into the top secret event. Jane, Avery, Tasha Zapata (Audrey Esparza) and Kurt Weller (Sullivan Stapleton) run into Roman there. He offers to let them put cameras into his boss's negotiation room in order to gather evidence for Crawford's deal with Jean-Paul Bruyere (Bruce Davison). But it turns out differently than planned...


My opinion in three points

1. Finally a consistent case of the week

Jane & Roman see each other after several months
Photo: NBC
For the first time in a couple of weeks "Blindspot" doesn't squeeze half a dozen stories into one episode. Instead there's a consistent main plot, which involves all characters. Therefore the epsiode doesn't feel as rushed, chaotic and crammed as the last ones. The characters meeting each other is exciting and gives a good inside into their inner life. Especially the scenes with Jane and Roman are great, because they walk a fine line between professional distance, hate, distrust and resignation. For the first time ever Avery also contributes something useful to the plot. At the beginning she was only a means to breed discord between Jane and Weller, later she was simply a sulky teenager. In "Mum's The Word" the character finally has a meaningful purpose. Avery gathers all the information about Crawford her deceased father had, is the FBI's key into the gala and asks the right questions (Jane: "These new tattoos, pitting us against each other, exposing Hirst, this was all to catch one man?" Avery: "What the hell did he do to you?" Roman: "Crawford's ruined countless lives, killed innocent people and he's just getting started."). The case is definitely one of the best during this season. Sadly its outcome is very implausible. Roman spontaneously changes his mind after planning to put Crawford behind bars for over two years. The one-eighty turn is not believable and totally out of character.

2. Blake's role in the series

Another character stands out in this episode: Zapata. Initially she gets a call from her CIA boss, but the viewer doesn't know what it's about. At the gala she claims to have problems with her radio set, which Patterson (Ashley Johnson, Spooked) thinks is odd. Tasha then meets Blake in the women's restroom and starts to talk to her. At the very moment her signal is cut, so neither the team nor the viewer hears what the two are talking about. Afterwards Blake throws herself at Roman and assures him how important he is to her and that he's part of the family. Jane told him earlier how happily she chose her new life over him - a conversation Zapata heard via her radio set. I have suspected for weeks that Blake knows more than everyone, especially Roman, thinks. Her encounter with Tasha is an obvious sign that Crawford's daughter will play an important role in the future. I can imagine that she's secretly working with the CIA and teaming up with Zapata to play their own game.

3. Many weird and silly moments 

That's Kurt Weller?!? Wow, great disguise....
Photo: NBC
Roman's implausible change of heart isn't the only plot hole in "Mum's The Word". The most obvious one is Kurt's "costume". A few weeks ago Crawford asked Roman to kill the FBI team, so he knows what they look like. Therefore Jane, Weller and Zapata have to disguise themselves in order to not attract attention. The two women are already pretty easy to recognize, because they only wear wigs and noticeable makeup. Kurt's disguise is a pair of glasses - that's all. Could it be any more stupid? Also it takes Crawford until the end of the episode to question why the FBI agents aren't dead yet. Shouldn't he have been suspicious way earlier? Moreover it's tiring to watch Patterson give Zapata the cold shoulder, because she didn't tell her Borden survived. If she did it outside of work it would be somehow understandable, but she purposely doesn't inform Tasha about team meetings. Such unprofessional and immature behavior is annoying and out of character. In addition Zapata has to pretend to be in a relationship with Assistant Director Edgar Reade (Rob Brown) in order to get information from wedding planer Vanessa Baker (Jeanine Bartel). After Tasha confessing her love for him during the last episode, this scenario feels very artificial (Blake chooses a wedding planer to arrange her gala?) and cliché (Vanessa: "Have you chosen your best man yet?" Reade: "I have, my best friend who also happens to be a woman." Vanessa: "Well, that's a mistake. I've done a lot of these. Trust me, pick a guy otherwise it gets real complicated."). In general all the emotions in this episode seem posed and dishonest - like the "We are family" moment between the Crawfords and Roman and the declaration of love between Blake and Roman. In this regard there's only one scene I thought was convincing and touching - when Jane tries to cheer Tasha up ("I've been in your shoes. Forced to lie to the people I care about the most, but at the end of the day, we're family. Families forgive.").

Conclusion

"Mum's The Word" is one of the best "Blindspot" episodes within the last few weeks. There are no unnecessary subplots, which distract from the main story. Therefore the episode feels significantly more chill and reasonable. It's also an advantage that all characters are working on the same plan and mostly withhold their drama. Furthermore the plot goes without the usual cliché factors like bomb disposal and fistfight. But instead there are several scenes which don't make sense or are emotionally over the top. The end of the case might be implausible and generally bad, still "Mum's The Word" got me way more excited than the last episodes, because it introduces thrilling questions.


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Mittwoch, 28. März 2018

Lauras Top 10 Marvel Filme

Der 26. April ist wohl bei vielen "Marvel"-Fans schon fett im Kalender markiert, denn dann ist es endlich soweit: Das Finale, das über einen Zeitraum von zehn Jahren im "Marvel Cinematic Universe" aufgebaut wurde, beginnt in "Avengers: Infinity War". Von 2008 bis 2018 sind stolze 18 Filme erschienen. Aus diesem Anlass habe ich auf die gesamte Filmreihe des MCU zurückgeblickt und euch heute eine "Watch.Read.List." meiner zehn Favoriten zusammengestellt. Es war nicht leicht, sie in eine Rangordnung zu sortieren, weil ich alle in der Liste wirklich mag. Daher sind es meistens wirklich Kleinigkeiten, die über den Platz entschieden haben. 
Was wohl aus den ersten Sätzen schon klar wurde: Hier geht es nur um das MCU und keine anderen Comicverfilmungen, wie die "X-Men"-Reihe oder "The Amazing Spiderman". 



10. Captain America: The First Avenger

Foto: Paramount Pictures
Steve Rogers alias Captain America ist mein Lieblingscharakter im MCU. Das ist wohl der Grund, warum seine Origin Story es noch knapp in diese Liste geschafft hat. Neben Steve finde ich auch die weiteren Hauptfiguren, Bucky Barnes und Peggy Carter, klasse. Die gemeinsamen Szenen zwischen Steve und Bucky sowie Steve und Peggy sind der Hauptgrund, warum ich diesen Film immer noch so gerne anschaue. Die Geschichte um Captain Americas Ursprung wird gut erzählt, trotzdem kann mich die Handlung insgesamt nicht so sehr packen wie bei anderen Marvel Filmen. Auch der Bösewicht ist mir etwas zu klischeehaft. Er schockt vor allem durch sein Aussehen, das war's dann aber auch. Im Vergleich zu anderen Origin Stories aus dem MCU kann "Captain America: The First Avenger" also nicht ganz mithalten.


9. Thor

Foto: Paramount Pictures
Diese Origin Story gefällt mir insgesamt etwas besser als Captain America. Die Handlung ist spannender und Thor als Hauptfigur so außergewöhnlich, dass er einen bleibenden Eindruck hinterlassen hat. Nicht nur, weil er ein Gott ist, sondern auch sein ganzes Verhalten, seine Sprechweise, einfach alles. Hinzu kommen die anderen Charaktere, die alle toll miteinander harmonieren und jeder für sich durch seine Besonderheiten im Gedächtnis bleibt. Vor allem Darcy mit ihren genialen Sprüchen finde ich super. Das Einzige, was mich nie so wirklich mitreißen kann, ist die Liebesgeschichte zwischen Thor und Jane. Die ist irgendwie zu oberflächlich für mich und ich kann bei den beiden keine Chemie erkennen. Die Handlung ist temporeich und ohne wirkliche Längen, allerdings gibt es im gesamten MCU noch Geschichten, die mir besser gefallen. 


8.  Captain America: Civil War

Foto: Walt Disney Studios
Auf "Civil War" war ich unheimlich gespannt und hatte Angst, wie weit das Team durch den Konflikt auseinanderbrechen würde. Der Film ist in dieser Hinsicht schon schmerzhaft anzusehen. Wie genau es allerdings dazu kommt, dass sie auf zwei verschiedenen Seiten stehen, ist etwas weit hergeholt und wird nicht genau genug behandelt. Die Geschichte um den Gegner Helmut Zemo ist etwas konstruiert. Wie er seinen Plan so perfekt umsetzen kann, hat viel mit Zufall zu tun und wie andere Personen sich verhalten. Das kann mich auch nicht so ganz überzeugen. Der Grund, der den Kampf zwischen Tony und Steve am Ende auslöst, finde ich ebenfalls etwas dramatisiert. Dafür gefällt es mir gut, wie neue Charaktere wie Peter Parker und T'challa eingeführt werden. Auch das erste Aufeinandertreffen von einigen Figuren, die sich vorher noch nicht kannten, finde ich gelungen. Es gibt schon einmal einen guten Vorgeschmack auf "Infinity War", wo alle Superhelden des MCU zusammenkommen werden. Auch die Geschichte von Bucky wird toll weitererzählt und seine Vergangenheit gut aufgearbeitet. Ich habe trotz all dieser Elemente nicht das Gefühl, dass der Film überladen ist. 


7. Guardians of the Galaxy

Foto: Walt Disney Studios
Ich hatte keine Erwartungen, als ich den Film im Kino gesehen habe, und wurde letztendlich sehr positiv überrascht. "Guardians of the Galaxy" bietet eine spannende Geschichte mit einer coolen Kulisse und sehr speziellen Charakteren, die aber richtig sympathisch sind. Für mich sind die Figuren der Kern des Films, weil sie mir deutlich besser in Erinnerung geblieben sind als die Handlung, die nicht wirklich ausgefallen ist. Auch Ronan, der Bösewicht, ist leider im Gegensatz zu den auffälligen Protagonisten langweilig. Ich mag diesen ersten Teil daher vor allem wegen der Geschichte um das Team und wie es zusammenkommt. Die meiste Zeit macht die Geschichte einfach nur Spaß, doch an einigen Stellen wurde ich überrascht, weil er den Zuschauer auch auf emotionaler Ebene erreichen kann. Der Humor ist insgesamt wirklich gut, allerdings sind manche der Witze dann doch etwas flach, besonders wenn man sich den Film mehrmals anschaut. 


6. Spider-Man: Homecoming

Foto: Sony Pictures
Spider-Man ist einer meiner absoluten Lieblingssuperhelden. Ich habe schon als Kind gerne die Zeichentrickserien geschaut und später auch die Verfilmungen mit Tobey Maguire und Andrew Garfield. Daher habe ich mich sehr gefreut, als verkündet wurde, dass Peter Parker endlich auch Teil des MCU wird. Tom Holland ist eine tolle Besetzung für die freundliche Spinne aus der Nachbarschaft. Er schafft es, sowohl Peter Parker als auch Spider-Man überzeugend darzustellen.  Er konnte mich schon in "Captain America: Civil War" begeistern und sein eigener Film hat mir richtig gut gefallen. Vor allem seine Charakterentwicklung ist toll. Für mich ist der etwas schwache Spannungsbogen ein kleines Manko. Im Kino ist mir das nicht so aufgefallen, doch beim erneuten Schauen merke ich, dass der Film hier und da ein paar Längen hat und die Handlung mich nicht über die gesamte Laufzeit so packen kann wie andere.


5. Iron Man 3

Foto: Walt Disney Studios
Dieser Film war einer der ersten aus dem MCU, den ich im Kino gesehen habe. Er konnte mich schon da überzeugen und seitdem habe ich ihn mir noch viele Male angeschaut. Ich mag ihn immer noch genauso gerne wie beim ersten Mal. Mir hat diese Geschichte um Tony Stark besser gefallen als die im zweiten Teil, der es ganz knapp nicht in meine Liste geschafft hat. Ich liebe den Film vor allem, weil er dem Zuschauer noch einmal zeigt, dass Tony viel mehr ist als seine Iron Man Anzüge. Er landet im Nirgendwo mit so gut wie Nichts und schafft es trotzdem, aus dieser Situation das Beste zu machen. Außerdem behandelt dieser Teil auch Tonys Trauma, das er in "Avengers" erlitten hat, anstatt es einfach beiseite zu schieben. Ich mochte ihn schon vorher, aber besonders nach diesem Film wurde er mir noch sympathischer. Die ganze Geschichte mit dem falschen Terroristen und dem verbitterten Feind, der es sich zum Lebensziel gemacht hat, Tony zu besiegen, fand ich dann aber an manchen Stellen leider etwas überzogen. 


4. Black Panther

Foto: Walt Disney Studios
Viele der Titel auf dieser Liste habe ich schon Dutzende Male gesehen, "Black Panther" erst einmal und trotzdem konnte er mich bereits da richtig überzeugen. Schon seit dem dritten "Captain America" finde ich T'challa als Charakter sehr interessant und er wurde mir während des Films immer sympathischer. Nachdem ich "Black Panther" geschaut habe, ist er in meiner Liste von Lieblingscharakteren dann noch weiter gestiegen. Ich mag seine Art, zu handeln und mit Problemen umzugehen in dieser Geschichte sehr gerne. Er geht die Dinge ruhig und bedacht an. Deshalb ist es auf eine gewisse Weise sehr "angenehm", in auf seinem Weg zu begleiten, weil ich nie die Angst hatte, dass er etwas vollkommen Dummes macht. Ich finde es gut, dass er sich im Film als König von Wakanda richtig beweisen muss, weil man dabei erst erkennt, welche Eigenschaften er dafür mitbringt. Dadurch wird seine Figur sehr gut ausgebaut und greifbar. Die anderen Charaktere sind ebenfalls alle super und haben eine tolle Chemie miteinander. T'challas Gegenspieler hat mir auch gut gefallen. Im Gegensatz zu anderen Gegnern wirkt seine Agenda nachvollziehbar und nicht unglaubwürdig. Auch hier fühlt sich die Handlung allerdings an manchen Stellen etwas zu lang an, aber nicht ganz so stark wie bei "Spider-Man". 


3. Iron Man

Foto: Paramount Pictures
Obwohl ich erst 2013 das "Marvel"-Filmuniversum für mich entdeckt habe, war dieser Titel von 2006 der erste, den ich mir angeschaut habe. Ich finde bis heute, dass es die beste Origin Story unter den "Marvel"-Helden ist. Das liegt wahrscheinlich auch daran, dass sie ziemlich krass ist. Die ganze Geschichte ist an vielen Stellen sehr realistisch, was sie so einprägsam macht. Wie Tony Stark sich aus seiner grausamen Lage befreit, kann mich bis heute mitreißen. Er ist der erste Held aus dem MCU, den ich kennengelernt habe und ich mochte ihn auf Anhieb. Er zählt noch immer zu meinen Lieblingscharakteren und dieser Film hat einen großen Teil dazu beigetragen, weil er die Figur nicht nur toll vorstellt, sondern sie auch von Beginn an sehr gut ausarbeitet. Dadurch wird sein Charakter sehr nahbar. Die ganze Geschichte kann mich immer noch von Anfang bis Ende packen. Ein Pluspunkt ist der verdammt gute Soundtrack mit Liedern von AC/DC. 


2. The Avengers

Foto: Walt Disney Studios
Das erste Zusammenkommen der Superhelden bleibt für mich einfach immer noch etwas ganz Besonderes. Plötzlich haben Thor und Iron Man oder Captain America und Black Widow miteinander interagiert. Ich weiß noch, wie cool ich es fand, als ich das zum ersten Mal gesehen habe. Der Film setzt vor allem auf Tempo und Action und das funktioniert hier richtig gut. Die Handlung hat nicht eine langweilige Stelle, es passiert immer irgendetwas Spannendes, Emotionales oder Lustiges. Mit Loki präsentiert diese Geschichte außerdem einen der besten Bösewichte aus dem gesamten MCU. Er bekommt einen grandiosen Auftritt, der unter allen immer noch heraussticht, obwohl im MCU mittlerweile viele weitere Gegner hinzugekommen sind. Selbst nach dem zehnten Mal kann der Film immer noch dieses epische Gefühl transportieren, das ich hatte, als ich ihn zum ersten Mal gesehen habe. Besonders in den gemeinsamen Kampfszenen der Avengers, die mit einem gelungenen Soundtrack unterlegt sind. Das macht diesen Titel bis heute so fantastisch für mich. 


1. Captain America: The Return of the First Avenger

Foto: Walt Disney Studios
Diese Fortsetzung war einer der wenigen "Marvel"-Filme, die ich nicht im Kino gesehen habe. Als ich ihn dann endlich schauen konnte, habe ich mich sehr geärgert, dass ich diese Geschichte nicht auf der großen Leinwand erlebt habe. Was bei "Avengers" etwas fehlt, ist eine gute Ausarbeitung der Charaktere. Sie sind teilweise etwas eindimensional, besonders diejenigen, die der Zuschauer noch nicht so gut kennt. Die Charaktere sind einer der großen Pluspunkte vom zweiten "Captain America". Der Film nimmt sich genug Zeit, die Hauptfiguren sorgfältig auszuarbeiten und jedem genug Screentime zu geben, damit der Zuschauer sie wirklich kennenlernt. Vor allem bei Natasha Romanoff alias Black Widow ist das großartig gelungen. Sie wird in diesem Film so viel greifbarer und vielschichtiger. Auch Bucky Barnes' Geschichte wird toll in die Handlung eingebaut und seine Rolle im Film wirkt sehr durchdacht und nicht konstruiert. Außerdem wird ein neuer Charakter vorgestellt: Sam Wilson aka Falcon bekommt eine gute Einführung. Er, Steve und Natasha funktionieren zudem perfekt als Team. Auch hier gibt es actionreiche Kämpfe, wie in vielen "Marvel"-Filmen. Doch es gibt ebenfalls Szenen mit weniger Action, die aber trotzdem nicht langweilig sind. An vielen Stellen ist "The Return of the First Avenger" ein Politthriller, was ihn von anderen Filmen des MCU deutlich unterscheidet. Er zeigt sehr gut, dass nicht jeder Superheldenfilm Dutzende Kampfszenen und Aliens oder andere übernatürliche Gegner haben muss, um die Spannung zu halten und den Zuschauer zu unterhalten. Zu der Spannung kommt auch noch der emotionale Aspekt. Die Geschichte von Steve Rogers und seinem besten Freund Bucky Barnes ist traurig und sehr ergreifend. Im Vergleich zu vielen anderen MCU-Filmen ist "The Return of the First Avenger" ein eher ernster Film, der weniger Humor hat, dafür aber an genau den richtigen Stellen. Für mich passt hier einfach alles.



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