Dienstag, 15. August 2017

Power Rangers (Film) - Rezension

Seit 1993 gibt es die Fernsehserie "Power Rangers". In mittlerweile 24 Staffeln beschützen jugendliche Superhelden in farbenfrohen Kampfanzügen die Welt vor Aliens und Monstern. Im Jahr 2017 kam der dritte Film des Franchises heraus. Allerdings stellt er keine Ergänzung zur Serie dar, sondern lässt die Charaktere der ersten Staffel "Mighty Morphin Power Rangers" mit jungen Schauspielern und einer anderen Geschichte neu aufleben.
Ich habe die Serie in meiner Kindheit nie wirklich verfolgt, nur ab und zu eine Folge gesehen, wenn nichts anderes im Fernsehen lief. Dabei hatte ich vor allem Spaß an den schlecht animierten Kampfszenen und den "Bösen", die sich immer durch peinliche Kostüme und sinnlose Pläne auszeichneten. Dementsprechend wenig hat mich der "Power Rangers"-Kinofilm interessiert. Durch Zufall habe ich dann doch den Trailer gesehen und gemerkt, dass die Verfilmung nicht wirklich etwas mit der Serie zu hat, sondern tatsächlich ziemlich cool und abenteuerlich aussieht. 

Die fünf Highschoolschüler Jason, Kimberly, Billy, Trini und Zack haben praktisch nichts gemeinsam. Der polizeibekannte Jason (Dacre Montgomery, roter Ranger) war Star der Footballmannschaft, bevor er den Sport durch eine Knieverletzung aufgeben musste. Die ehemalige Cheerleaderin Kimberly (Naomi Scott, pinkfarbener Ranger) ist aus ihrem Freundeskreis ausgeschlossen worden, nachdem sie das private Foto eines anderen Mädchens weitergeleitet hat. Autist Billy (RJ Cyler, blauer Ranger) ist regelmäßig das Ziel von Mobbing. Trini (Becky G, gelber Ranger) hat aufgrund mehrerer Umzüge keine Freunde und fühlt sich von ihrer "perfekten" Familie unverstanden. Außenseiter Zack (Ludi Lin, schwarzer Ranger) schwänzt häufig die Schule, um seine schwerkranke Mutter zu pflegen. Durch einen Zufall treffen die Teenager abends in einem alten Bergwerk aufeinander und entdecken dort fünf bunte Münzen, die ihnen Superkräfte verleihen. Bei der Suche nach Antworten, treffen die Schüler auf Roboter Alpha 5 und seinen Meister Zordon. Die beiden eröffnen den Jugendlichen, dass sie nun "Power Rangers" sind und die Welt vor der bösen, abtrünnigen Rangerin Rita Repulsa (Elizabeth Banks) beschützen müssen.

Metall statt Plastik, Action statt Animation

Die Anzüge ähneln den "Transformers"
Foto: Lionsgate
Serie und Film haben bis auf die Namen der Hauptcharaktere, ihre Kampfanzüge und Zords (große Kampfroboter) praktisch keine Gemeinsamkeiten. Die Sendung wurde unter anderem vom Disney Channel produziert und ausgestrahlt, mittlerweile läuft sie bei Nickelodeon - dementsprechend jung ist die Zielgruppe. Der Film richtet sich an ältere Zuschauer. Anstelle einer bunten, comicartigen Welt, dominieren hier triste Landschaften und gedeckte Farben. Selbst die Anzüge der "Power Rangers" sind nicht ansatzweise so farbenfroh wie in der Serie. Um genau zu sein, spielen die sowieso eine untergeordnete Rolle. Erst nach 86 Minuten, bei einer Laufzeit von 121 Minuten inklusive Abspann, verwandelt sich die Gruppe zum ersten Mal in die "Power Rangers". Am Ende gibt es auch nur eine kurze Nahkampfsequenz, danach wird ausschließlich mit den Zords gekämpft. Diese Szenen sehen jedoch ziemlich cool aus und wirken wie der Showdown eines "normalen" Superheldenfilms. Von den Plastik-Zords, die in einer einfachen Kulisse aufeinander geschmissen werden, fehlt hier jede Spur. Auf der einen Seite ist das ein bisschen schade, da der unglaublich billig-peinliche Look ein Markenzeichen der "Mighty Morphin Power Rangers" ist. Anderseits hat der Film so Potenzial, der Beginn eines neuen Franchises zu sein, das vielleicht ein bisschen weniger Charme, dafür deutlich mehr Action, Handlung und Spannung hat. 

Tragen unwissentlich schon alle "ihre" Farben
Foto: Lionsgate
Die fünf Hauptcharaktere sind eine große Stärke der neuen Verfilmung. Im Gegensatz zur Serie verschwinden sie nicht die meiste Zeit unter ihren anonymen Masken und leben nicht gemeinsam in einer Art Trainingscamp. Jeder von ihnen hat eine ausgeprägte Persönlichkeit und muss neben der neuen Aufgabe als "Power Ranger" auch alltägliche Probleme bewältigen. Dabei ist es angenehm, dass darauf verzichtet wurde, sie von Anfang an als "Helden" darzustellen. Die fünf sind eher unbegabt, sodass Alt-Ranger Zordon sogar erwägt, selbst zu kämpfen. Außerdem sind sie auf den ersten Blick eher unsympathisch: Zu Beginn mochte ich nur Billy. Zwar verändern sich die Teenager im Laufe des Films (Überraschung!), dennoch müssen sie sich mit ihren früheren Taten weiterhin auseinandersetzen - besonders Kimberly, die mit ihrer Cybermobbingattacke einer Freundin absichtlich und langfristig geschadet hat. Dafür ist sie scheinbar eine ausgezeichnete Friseurin: Innerhalb von wenigen Minuten zaubert sie sich mit einer Bastelschere auf der Schultoilette einen schicken, neuen Haarschnitt. Das ist definitiv unglaubwürdiger als Superhelden und Kampfroboter!
Billy ist der erste autistische Superheld
Foto: Lionsgate
Die fünf "Power Rangers" stellen zudem gleich mehrere Neuheiten dar: Mit Billy gibt es den ersten autistischen und mit Trini den ersten homosexuellen Superhelden. Da dieses Genre seit Jahren die Kinos dominiert (lest hier unsere Diskussionsbeiträge zu "Wonder Woman" und "Doctor Strange"), waren diese Charaktere mehr als überfällig. Besonders in einem Film, der eher jüngere Generationen anspricht, ist es toll so unterschiedliche Figuren zu haben. Vor allem, da sie nicht anhand ihrer Besonderheiten definiert werden, sondern anhand ihrer Entwicklungen und späteren Heldentaten. Naomi Scott, die Kimberly spielt, wurde im Juli als "Jasmin" für die Live-Action-Neuverfilmung von "Aladdin" vorgestellt. Gute Nachrichten, Mädels: Es ist möglich, gleichzeitig "Disney"-Prinzessin und "Power Ranger" zu sein. 

Was für ein Zufall!

Etwas sagt mir, dass Rita (r.) der grüne Ranger war
Foto: Lionsgate
Während die fünf Hauptcharaktere spannend und vielseitig sind, trifft das leider auf niemand anderen zu. Über Zordon und Roboter Alpha 5 erfährt man nur wenig. Sie geben auch nicht viel über die Geschichte der "Power Rangers" preis. Um genau zu sein, sind sie nur an einer einzigen Stelle eine tatsächliche Hilfe, ansonsten hätte man die Figuren getrost weglassen können, da sie nicht viel zur Handlung beitragen. Dasselbe gilt für alle Schüler an der Angel Grove High School, die Eltern der Protagonisten (von denen mehrere nur in den "Deleted Scenes" vorkommen) und absolut jede andere Person. Jason, Kimberly, Billy, Trini und Zack stehen deutlich im Fokus, dabei haben sie kaum Kontakt mit irgendjemandem außerhalb ihrer Gruppe. Das ist wirklich schade, da man sie so fast nur von einer Seite kennenlernt. Es gibt eine Szene, in der Kimberly mit ihren früheren Freunden spricht. Da sie im Zusammenspiel mit den anderen Rangers meist nett und hilfsbereit wirkt, wäre es hier beispielsweise interessant zu sehen, wie ihr "früheres Ich" aussah, das andere scheinbar grundlos gemobbt hat. Dasselbe gilt für Jason, der in der Anfangssequenz in eine Vefolgungsjagd mit der Polizei verwickelt ist und sich kurze Zeit später schützend vor Billy stellt, mit dem er scheinbar vorher nie Kontakt hatte. Leider gibt es viele solcher Logiklöcher in der Handlung. Einige werden in den "Deleted Scenes" aufgeklärt. Bei einigen Szenen, ist es wirklich eine Schande, dass sie herausgeschnitten wurden, da ohne sie die Geschichte nicht plausibel ist.
65 Millionen Jahre, das erklärt das Aussehen der Zords
Foto: Lionsgate
Antagonistin Rita hat mir von allen Figuren am wenigsten gefallen. Sie wirkt nicht sonderlich gruselig oder beunruhigend, außerdem erfährt man nichts über ihre Vorgeschichte als "Power Ranger". Die einzige Szene, in der ich sie tatsächlich als Bösewicht wahrgenommen habe, ist die, in der sie Trini nachts in ihrem Zimmer attackiert. Ansonsten scheint sie auch nur dem Standard-Repertoire eines Bösewichts zu folgen: "Zordon would never forgive me if I killed all of you... or at least one of you!" (Spoiler im nächsten Satz!) Daraufhin tötet sie einen der Ranger und lässt die anderen vier mit Informationen über ihren Plan unbeschadet zurück. Sie ist übrigens vor 65 MILLIONEN JAHREN(!) verschwunden, taucht aber genau zu dem Zeitpunkt wieder auf, an dem fünf potenzielle neue Helden die "Power Ranger"-Münzen finden. Die Tatsache, dass fünf Gleichaltrige - aber sonst niemand anders - in derselben Nacht fast unabhängig voneinander in einem abgelegenen Sperrgebiet herumlungern, ist ebenfalls ein sehr großer Zufall. Der Soundtrack wirkt auch ein bisschen deplatziert. Unter anderem wird das Kampftraining der Teenager mit "HandClap" unterlegt - demselben eingängigem Popsong, der auch in einem Minion-Trailer für den Film "Ich - Einfach Unverbesserlich 3" verwendet wird. Rhythmus und Stimmung des Lieds passen so gar nicht zum Kämpfen. Die Melodien, die von Brian Tyler extra für den Film komponiert wurden, erinnern sehr an den Soundtrack der "Netflix"-Serie "Stranger Things" (Dacre Montgomery, der den roten Ranger spielt, wird übrigens in der zweiten Staffel zu sehen sein.).

Fazit

"Power Rangers" ist ein unterhaltsamer Film, der für sich stehend gut funktioniert. Die fünf Hauptcharaktere sind vielschichtig und überzeugen bei der Gratwanderung zwischen normalen Teenagern und Superhelden. Es gibt viele coole Actionszenen und Effekte, die die Welt lebendig werden lassen. Allerdings ist die Handlung ziemlich löchrig, wenn man nur die Kinoversion sieht, da viele essentiell wichtige Momente herausgeschnitten wurden. Deshalb würde ich jedem empfehlen, die fehlenden Sequenzen auf DVD/BluRay oder YouTube anzugucken. Dennoch ist der Film spannend und definitiv für ältere Altersgruppen geeignet. Fans der Serie könnten jedoch enttäuscht sein, da er nur wenige Elemente aus der Serie aufgreift. 


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Wer den Unterschied zwischen der ersten Staffel der "Power Rangers" und dem Film deutlich sehen möchte, hier sind zum Vergleich das Intro der Serie und der Kinotrailer:

"Mighty Morphin Power Rangers", 1993



"Power Rangers", 2017



Sonntag, 13. August 2017

Murder Park (Jonas Winner) - Rezension

Der Grund, warum ich mir den Roman "Murder Park" von Jonas Winner gekauft habe, ist recht einfach: Ich bin ein Fan von Freizeitparks (auch auf unserem Blog findet ihr Beiträge zum Thema), daher hat mich diese Geschichte interessiert. Vor allem durch das toll gestaltete Cover wurde meine Neugier geweckt. 
Der Thriller ist im Juni 2017 bei "Heyne" erschienen und umfasst 416 Seiten. 

Der Serienmörder Jeff Bohner hat vor 20 Jahren im Vergnügungspark "Zodiac Island" drei Frauen grausam getötet. Daraufhin wurde der Park geschlossen. Nun wird dort der "Murder Park" eröffnet. Eine Mischung aus Spaß und Schrecken soll den künftigen Besuchern ein einzigartiges Erlebnis bieten. Eine Gruppe von zwölf Personen wird vor der Eröffnung für ein Wochenende eingeladen. Doch aus dem Spiel wird schnell ein Überlebenskampf, als die ersten von ihnen ermordet werden. Es gibt kein Entkommen von der Insel, denn die nächste Fähre kommt erst in drei Tagen.

Irgendetwas zwischen Serienmördermuseum und Single-Börse

Wer ist der Mörder im Murder Park?
Foto: Random House
Die Idee hinter "Murder Park" klingt im Klappentext noch vielversprechend: „Eine Vergnügungsstätte, die mit unseren Ängsten spielt“, heißt es. Als dann das wahre Konzept präsentiert wird, war ich nicht mehr so überzeugt. Denn eigentlich soll es eine Verkupplungsstätte für Singles werden. Ihnen wird vorgespielt, dass ein Täter herumrennt und Menschen umbringt. Anscheinend soll dieses Szenario grandios für ein Date funktionieren. Daneben bietet der "Murder Park" aber auch eine beunruhigende Ausstellung über bekannte Serienmörder, allen voran natürlich Jeff Bohner. Zusätzlich soll es immer noch Freizeitparkattraktionen wie in "Zodiac Island" geben. Zum Zeitpunkt der Handlung befinden sich die aber noch im Aufbau. Worum genau es sich dabei handelt, bleibt größtenteils unklar. Man soll also verstört, aber gleichzeitig in romantische Stimmung versetzt werden und wer Lust hat, kann zwischendurch Riesenrad fahren. Ich hätte mir gewünscht, dass das Thema klarer definiert gewesen wäre. Es hat mir jedenfalls Kopfzerbrechen bereitet, warum er so ein zusammengewürfelter Ort ist, der drei Dinge gleichzeitig sein will. 
Hinzu kommen die wenigen Beschreibungen der Umgebung. Der Park könnte wirklich ein beliebiger Ort sein, da viele Teile der Handlung entweder einfach irgendwo auf der Insel stattfinden oder im und um das Hotel der Teilnehmer. Ein Titel wie "Murder Hotel" oder "Murder Island" hätte letztendlich genauso gut gepasst. Meine Erwartung war, dass auch Elemente eines klassischen Vergnügungsparks eine Rolle in der Geschichte spielen. Doch das ist hier leider nicht der Fall. Erst zum Ende hin wird ein altes Fahrgeschäfte als Kulisse für eine Verfolgungsjagd genutzt. Das hat mir wirklich gut gefallen. Daher finde ich es schade, dass der Autor nicht an weiteren Stellen damit gearbeitet hat.

Viele Charaktere, wenig Persönlichkeit

Die Figuren in diesem Roman sind insgesamt uninteressant und austauschbar. Gerade am Anfang habe ich mir die Namen der zwölf Teilnehmer kaum merken können, bis auf den 24-jährigen Reporter Paul Greenblatt. Er bleibt allerdings auch nur im Gedächtnis, weil die Geschichte aus seiner Sicht erzählt wird und nicht weil er ein spannender oder sympathischer Charakter ist. Dann gibt es noch die Fernsehjournalistin Lizzie Hillstrom, die als Love Interest von Paul etwas stärker im Fokus steht als der Rest der Gruppe. Die meisten Personen sind so vage beschrieben, dass ich niemanden wirklich vor Augen hatte. Da war ich fast froh, als die ersten ermordet wurden. Diese Distanz zu den Figuren führte dazu, dass mir die Todesszenen, so grausam manche von ihnen in ihren Details beschrieben wurden, nicht nahegegangen sind. Selbst die späteren Morde haben mich nicht berührt, denn obwohl ich die Charaktere schon länger begleiten konnte, habe ich sie trotzdem nicht kennengelernt. Es gab keine Person, um die ich Angst hatte. Die meiste Zeit habe ich nicht einmal mit dem Protagonisten mitgefiebert. Damit mich eine Geschichte so richtig mitreißt, muss es wenigstens eine Figur geben, die wirklich greifbar ist. Und die konnte ich in "Murder Park" leider nicht finden.
Das einzige, was ihnen mehr Leben einhaucht, sind die eingeschobenen Interviews, die vier Wochen zuvor entstanden sind. Jeder der Teilnehmer wird von dem Psychiater Sheldon Lazarus, der sich auch unter den zwölf Besuchern befindet, zu sehr speziellen Ereignissen ihres Lebens befragt. Dabei erfährt man einiges über die Vergangenheit der Teilnehmer und es wird schell klar, dass alle von ihnen einen Bezug zu "Zodiac Island" haben. Weil jeder ein eigenes Interview bekommen hat, werden alle Charaktere einmal in den Mittelpunkt gestellt und wirken dabei sehr viel interessanter. Allerdings werden die Ereignisse damit immer wieder unterbrochen. Da diese ohnehin schon schleppend vorangehen, verliert die Geschichte durch sie weiter an Tempo und Spannung.

Wo bleibt der Nervenkitzel?

"Murder Park" wird zwar als Thriller bezeichnet, doch so richtig gepackt wurde ich nicht. Der Schreibstil liest sich flüssig und man stolpert über keine Wörter, doch trotzdem konnte er mich nicht richtig an die Geschichte fesseln. Es gibt durchaus aufregende Momente, es wurde aber nie so mitreißend, dass ich unbedingt weiterlesen wollte. Das liegt auch an den vielen Szenen, die nur aus Diskussionen bestehen. Besonders im Mittelteil des Buches wird ständig geredet. Als allen langsam klar wird, wie ernst die Situation auf der Insel ist und jeder das nächste Opfer sein kann, gibt es immer wieder ausführliche Szenen, in denen nur wild herumgestritten wird. Manche der Todesszenen sind im Vergleich deutlich kürzer und passieren dadurch fast nebenbei. Die Gespräche wurden zudem irgendwann ermüdend, weil sie sich immer wieder im Kreis gedreht haben. Anfangs rätselt man noch mit: Hat Jeff Bohner nach einem bestimmten Prinzip gemordet? Wird das nun von jemandem fortgeführt? Ist es sogar möglich, dass der Serienmörder damals gar nicht hingerichtet wurde und noch am Leben ist? Könnte er einer der Teilnehmer sein? Doch auf diese Spekulationen wird viel zu oft eingegangen, ohne die Handlung voranzutreiben. Denn es kommen kaum neue Erkenntnisse ans Licht, da die gleichen Vermutungen immer nur wiederholt werden, indem Paul einfach mit verschiedenen Personen darüber spricht. Doch dadurch kommt es nicht zur Aufklärung der Situation, denn der Protagonist tappt bis zum Schluss im Dunkeln.
Das Ende war dann kurz gesagt enttäuschend. Es gibt zwar eine überraschende Auflösung, die gleichzeitig aber vollkommen absurd erscheint. Sie lässt einige der vorherigen Ereignisse unglaubwürdig und unlogisch erscheinen. Vor allem das Verhalten der Charaktere macht mit dem Wissen, das man zum Schluss über sie hat, nicht immer Sinn. Dadurch sind die Figuren einem dann ferner als je zuvor. Ich konnte jedenfalls nur schwer nachvollziehen, was ihre Motivation in dieser Geschichte gewesen ist. Denn was dem Leser hier präsentiert wird, ist wirklich fragwürdig.
Allerdings hat mir der Showdown zum Schluss durch die Wendungen doch noch gut gefallen. Die Geschichte gewinnt dort wirklich an Fahrt und war für mich zumindest hinsichtlich der Spannung die überzeugendste Stelle. So konnte mich "Murder Park" wenigstens am Ende fesseln. Es wäre toll gewesen, wenn ich dieses Lesegefühl auch schon vorher gehabt hätte. 

Fazit

Leider konnte mich "Murder Park" insgesamt nicht überzeugen. Die grundlegende Idee eines Freizeitparks mit Horrorfaktor hat mir gefallen, doch sie war nicht wirklich gut umgesetzt. Durch die austauschbaren Charaktere haben war ich emotional kaum investiert und habe wenig mitgefiebert. Erst zum Schluss wurde ich wirklich gepackt. Leider war die Auflösung dann eher unglaubwürdig, so dass ich das Buch nach der letzte Seite sehr unbefriedigt zugeklappt habe. Wer wie ich hofft, eine aufregende Jagd quer durch einen verlassenen Vergnügungspark zu bekommen, wird hier enttäuscht.


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Freitag, 11. August 2017

Katrins Top 5 der spaßigsten Efteling-Attraktionen

Laura hat euch gestern ihre Top 5 der rasantesten "Efteling"-Attraktionen vorgestellt (hier kommt ihr zum Post). Für mich ist Spaß wichtiger als Nervenkitzel. Da sich der niederländische Freizeitpark vor allem an Familien richtet, gibt es vergleichsweise viele amüsante Angebote. Meine fünf Höhepunkte präsentiere ich euch in diesem Post.

5. Villa Volta

Die "Villa Volta" von außen - sogar ohne Regen
Foto: Laura Bremer
Die "Villa Volta" ist ein "Mad House", bei dem die Besucher in einer Art breiter Schiffsschaukel Platz nehmen und das Gefühl haben, sie würden sich um 360° Grad drehen. Es gibt auch zwei Pre-Shows, in denen die Geschichte der Räuberbande Bokkenrijders und der verfluchten Villa erzählt wird - allerdings ausschließlich in Niederländisch. Witzig ist hierbei, dass an einer Stelle "Hochmut kommt vor dem Fall" gesagt wird. Die Parkbesucher, die an dieser Stelle irritiert den Kopf heben, sind mit ziemlicher Sicherheit Deutsche. 
Die "Villa Volta" war mein erstes "Mad House" und hat mich bei unserem ersten "Efteling"-Besuch total beeindruckt. Die Illusion des sich drehenden Raumes ist toll gemacht und liebevoll gestaltet. Leider war der "Wow"-Faktor beim zweiten Mal fast weg, da mir nun bewusst war, wie die Attraktion funktioniert. Was die "Villa Volta" dennoch unterhaltsam und vor allem witzig macht, sind die Gesichter der anderen Parkgäste. Bei diesem Besuch saß uns ein Teenie-Mädchen gegenüber, die von der Villa total überwältigt war. Die ganze Fahrt über stand ihr Mund weit offen und sie hat sich mit großen Augen umgesehen. Ihre völlig "geflashte" Mimik war wirklich amüsant und hat mich an meinen ersten Besuch erinnert: Ich war so unsicher, ob wir vielleicht doch auf dem Kopf stehen, dass ich meine Haare vors Gesicht gehalten habe, um zu testen, in welche Richtung sie fallen. :D

4. Droomvlucht

Der Elfenkönig winkt den Besuchern zu 
Foto: Efteling
Bei "Droomvlucht" (deutsch: Traumflug) handelt es sich um eine Themenfahrt im Dunkeln. Dabei schweben die Besucher in kleinen Gondeln durch eine Märchenwelt - vorbei an Elfen, Einhörnern und anderen Fabelwesen. Bei bislang jedem unserer "Efteling"-Besuche haben wir "Droomvlucht" als erstes besucht, denn laut Aussage des Parks ist es die beliebteste und meistbesuchte Attraktion. Da der Wartebereich aus einer riesigen Halle und einem großen Außenbereich besteht, glaube ich das sofort. Vor allem, wenn man später am Tag dort vorbeigeht. Dann stehen gut und gerne 80 Kinderwagen vor "Droomvlucht". Kein Wunder, es ist eine der wenigen Fahrten, die die ganze Familie problemlos nutzen kann. 
Generell ist sie nicht sehr aufregend. Man schwebt an zahlreichen Fabelwelten vorbei, in denen Animatronics herumfliegen, singen oder tanzen. Doch die Kulissen sind liebevoll gestaltet und für eine über 20 Jahre alte Bahn (mit größerem Umbau im Jahr 2013) noch recht gut in Schuss. Einige Figuren sehen jedoch ein bisschen creepy aus, besonders die "Singenden", die sich mit aufgerissenen Mündern hin und her wiegen. Das stellen wir jedes Mal aufs neue amüsiert fest. Eine Besonderheit im Vergleich zu anderen Themenfahrten ist die Abfahrt am Ende. Mit überraschend zügiger Geschwindigkeit saust man im Kreis hinunter und umrundet dabei die letzte Fabelwelt. Das macht großen Spaß und ist definitiv immer einen Besuch wert. 

3. Symbolica

 Blick vom Palast-Balkon aufs Königreich 
Foto: Efteling
"Symbolica" ist eine neue Themenfahrt, die den Beinamen "Palast der Fantasie" trägt. Sie wurde Anfang Juli 2017 eröffnet und war bei unserem Besuch dementsprechend hoch frequentiert. Die längste Wartezeit betrug 100 Minuten. Wir mussten am Ende des Tages etwa 40 Minuten anstehen. Bei "Symbolica" wird man vom König Pardulfus zu einer Audienz eingeladen, doch Parkmaskottchen Pardoes ermöglicht den Besuchern stattdessen eine wundersame Führung durch den Palast. Nein, eigentlich sind es drei verschiedene. In der Warteschlange muss man sich zwischen der "Musiktour", der "Schätzetour" und der "Heldentour" entscheiden. Der Großteil der Fahrt ist identisch, doch je nachdem, welche man gewählt hat, werden andere Räume angefahren, mit denen man interaktiv agieren kann.
Das magische Observatorium 
Foto: Efteling
Da wir zu dritt in "Efteling" waren, haben wir uns aufgeteilt und jeder eine andere Tour genommen. Ich war bei der "Musiktour". Die Fahrt ist mit unglaublicher Liebe zum Detail gestaltet. Überall bewegt sich etwas und man hat wirklich das Gefühl, die Welt sei lebendig. Das rührt auch daher, dass sich die Wagen scheinbar von Geisterhand bewegen. Es gibt keine Schienen oder ähnliches, so weiß man nie, in welchen Gang oder Raum man als nächstes gefahren wird. In den größeren Hallen gondeln die verschiedenen Wagen bunt durcheinander. Das sieht wirklich toll aus. Leider waren wir alle von der Thematisierung der Touren enttäuscht. Interaktiv agieren kann nur die vordere der beiden Reihen und die Effekte sind sehr limitiert. Beworben wird die Attraktion mit "Dabei erzählt jede Route ein komplett eigenständiges Abenteuer auf der Reise durch den Palast der Fantasie." Was genau die Geschichte sein sollte, konnten wir uns bei keiner der Touren erklären. Die Räume wirken sehr beliebig. Dennoch ist "Symbolica" wirklich zu empfehlen, da es großen Spaß macht, durch die magische Welt zu gondeln, die einfach fantastisch aussieht. Die bunten Lichteffekte, die vielen Details, cleveren Perspektiven und das Fehlen ratternder Räder und Schienen lässt alles sehr real und lebendig wirken.

2. Raveleijn

Ein Reiter "kämpft" gegen den Drachen
Foto: Katrin Mertens
"Raveleijn" ist die einzige größere Show, die in "Efteling" zu den regulären Parkzeiten stattfindet. Es wird die Geschichte der fünf Woudenberg Kinder erzählt, die im Wald ein geheimes Reich finden, in dem der böse Graf Olaf herrscht. Eine Legende besagt, dass eines Tages fünf Reiter kommen und die Regentschaft des Tyrannen beenden werden. Die Kinder merken, dass sie die Auserwählten sind und stellen sich dem Kampf. In der Show werden Schwertkämpfe und Reit-Kunststücke gezeigt. Dabei kommen auch viele verschiedene Spezialeffekte zum Einsatz. Fehlende Niederländischkenntnisse spielen bei "Raveleijn" keine große Rolle. Es gibt wenig Text, dafür viel Action. Neben den Schauspielern und Stuntdarstellern, wirken auch mehrere Pferde und Raben mit. Die Szenen mit den Tieren sind toll, besonders die Vögel, die frei umher fliegen und genau zu wissen scheinen, wer von ihnen wann auf welchem Arm landen soll. Die Kämpfe hingegen sind eher witzig als spannend. Denn die Waffen sehen unecht aus und die Bewegungen wirken unkoordiniert. Außerdem ergibt die Geschichte überhaupt keinen Sinn. Einige der Reiter verschwinden backstage, die anderen vollführen einige Kunststücke auf den Rücken ihrer Pferde und fuchteln mit ihren Schwertern herum. Hinterher sind Graf Olaf und sein monströser fünfköpfiger Drache besieht, obwohl keiner tatsächlich aktiv gegen sie gekämpft hat. Zwar bietet "Raveleijn" nicht unbedingt qualitative Unterhaltung, aber wir schauen uns die Show dennoch jedes Mal gerne an. Es macht großen Spaß sich über die Kampfszenen zu amüsieren und einen Sinn in der Geschichte zu suchen. Außerdem sehen die Kulissen und die Effekte (zum Beispiel der riesige Animatronic-Drache und das Auftauchen/Verschwinden von Graf Olaf in seinem See) toll aus!

1. Piraña

Absolut klasse und ein Mordsspaß!
Foto: Efteling
"Piraña" ist eine Wildwasser-Raftingbahn, die im südamerikanischen Stil gehalten ist. Zu sechst sitzt man in runden Booten, die durch einen Kanal schwimmen. Auch auf Lauras Liste hat es die Attraktion geschafft - klickt hier, um ihre ausführliche Beschreibung zu lesen.
"Piraña" ist für mich mit weitem Abstand die lustigste Fahrt in "Efteling", da man nie weiß, was passieren wird. So waren wir beispielsweise nur zu dritt in einem Boot und damit sehr leicht. Aus diesem Grund sind wir, im Gegensatz zu den vollbesetzten Flößen vor und hinter uns, nicht kurz vor dem ersten Wasserfall abgeprallt, sondern direkt in den Wasserschwall hinein gefahren. Durch die unglaubliche Breite des Kanals ermöglicht er ein ganz anderes Fahrterlebnis als andere Raftingbahnen. So besteht auch die Möglichkeit, dass sich Boote überholen oder festfahren. Bei unserem zweiten Besuch in "Efteling" haben wir beispielsweise ein ebenfalls sehr leichtes Floß, ein Erwachsener und zwei Kinder, gesehen, das abgetrieben war und festhing. Anstelle einen Stau zu verursachen, sind wir daran vorbei geschwommen und konnten der festsitzenden Familie zuwinken. Außerdem macht es einen gigantischen Spaß nie zu wissen, wie nass man die Attraktion verlassen wird. Wir haben die ganze Zeit durchgelacht und vergeblich gehofft, dass wir wenigstens nicht unter den Wasserfällen landen. Wer sich nach der Fahrt die unterwegs geschossenen Bilder anguckt, wird definitiv feststellen, dass auf "Piraña" fast ausschließlich lachende und vor Freude kreischende Gesichter zu sehen sind. Diese Fahrt auf keinen Fall auslassen!


Welche Attraktionen findet ihr in "Efteling" am spaßigsten? Schreibt es gerne in die Kommentare.

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Donnerstag, 10. August 2017

Lauras Top 5 der rasantesten Efteling-Attraktionen

Am 8. August haben wir (Katrin und ich) dem niederländischen Freizeitpark "Efteling" zum dritten Mal einen Besuch abgestattet. Auch wenn es fast den ganzen Tag geregnet hat, war dieser Tag in der "Welt voller Wunder" erlebnisreich und spaßig. Seit mittlerweile 65 Jahren begeistert "Efteling" große und kleine Besucher. Ob ruhige Themenfahrten, Familienattraktionen oder schnelle Achterbahnen - der Park bietet von allem etwas. Darüber hinaus besticht er durch tolle Thematisierungen und viel Natur. 
Wir haben trotz des Regens einen Großteil des Parkangebots nutzen können und berichten euch in diesem sowie dem nächsten Post von unseren persönlichen Highlights. Ich werde in diesem Beitrag auf meine Top 5 der rasantesten Attraktionen eingehen, während Katrin ihre spaßigsten fünf vorstellen wird.

5. Piraña (Rapid River)

Achtung, hier wird man garantiert nass!
Foto: Efteling
Obwohl diese Wasserattraktion 1983 eröffnet wurde und somit schon über 30 Jahre alt ist, überzeugt sie auf einer Strecke von 350 Metern dennoch mit einem richtig gelungenen Rafting-Erlebnis. An einigen Stellen kann es durch Stromschnellen auch mal etwas temporeicher werden. Natürlich bietet eine Fahrt durchs Wasser keine Geschwindigkeiten einer Achterbahn, aber dafür kann die Anlage durch ihre Unberechenbarkeit bestechen. Wenn das Boot vollbesetzt ist, wird die Fahrt schneller als mit weniger Personen. Es kann sich während der Reise durch den reißenden Fluss außerdem vollkommen willkürlich im Wasser bewegen. Wenn es dabei noch besonders stark von den Wellen getroffen wird, kann es schon mal richtig abenteuerlich werden, wenn das Boot dabei so richtig ins Schwanken kommt. Das schnelle Tempo merkt man auch, wenn man gegen Felsen oder andere Hindernisse stößt und beim Aufprall halb vom Sitz rutscht. Aufregend ist es zudem, weil man hier wirklich nass werden kann. Anders als bei Log Flumes (Wasserfahrten in einem Boot, das aussieht wie ein Baustamm) weiß man nie, wann der nächste Wasserschwall im Boot landet. Rapid River gehören mit zu meinen Favoriten in Freizeitparks, deshalb hat es "Piraña" auch noch in meine Top 5 geschafft.

4. De Vliegende Hollander (Wasserachterbahn)

Ein Boot ist kurz vor der Abfahrt
Foto: Laura Bremer
2007 hat der niederländische Freizeitpark mit dem "Fliegenden Holländer" eine neue Wasserattraktion eröffnet. Der Name bezieht sich dabei auf das Geisterschiff, auf das man sich begibt. Ein detailreicher Wartebereich lässt die Zeit etwas schneller vergehen und stimmt einen außerdem auf die Fahrt ein. Attraktionen, die schon beim Betreten des Gebäudes toll gestaltet ist, bekommen von mir immer Pluspunkte. Die Station ist genauso toll gestaltet wie der restliche Innenraum, so dass man sich wirklich fühlt, als wäre man in einem alten niederländischen Hafen. 
Die Fahrt beginnt im Gebäude und ist noch recht gemütlich, hat aber gleichzeitig eine schön düstere Stimmung, erschaffen durch Dunkelheit, Nebel sowie Soundeffekte. Bei unseren letzten Besuchen war außerdem eine gigantische Projektion eines alten Schiffes zu sehen, auf das man zuzusteuern schien. Dieser Effekt hat mir super gefallen, dieses Mal hat er leider gefehlt. Erst mit dem Verlassen des Indoor-Bereiches nimmt das Boot Tempo auf, da ab dort der Achterbahn-Teil beginnt. Sowohl die Abfahrt aus dem Turm als auch die gesamte restliche Strecke bieten Geschwindigkeit und Spaß, der Adrenalinpegel bleibt dabei aber noch recht weit unten. Zudem ist das rasante Abenteuer auf Schienen schnell vorbei. Nachdem man wieder im Wasser gelandet ist, schunkelt man langsam zurück zur Station. Nass wurden wir hier übrigens nicht, abgesehen vom Regen, der an diesem Tag ein treuer Begleiter war.

3. Vogel Rok (Dunkelachterbahn)

Vogel Roch taucht auch im Inneren auf
Foto: Efteling
Seit 1998 entführt diese Attraktion die Besucher in die Welt von Tausendundeine Nacht. Der Name bezieht sich auf Sindbads Abenteuer mit dem Vogel Roch (so heißt er im Deutschen), der in gigantischer Form über dem Eingang steht. Dadurch fällt das Gebäude schon von weitem auf und sieht ziemlich imposant aus. Besonders die absolute Dunkelheit macht diese Fahrt zu einem rasanten Erlebnis, da man nicht weiß, wie die Schienen verlaufen. Bei unserem ersten Besuch wurden wir von dieser Bahn hinsichtlich der Geschwindigkeit sehr überrascht. Bis dahin kannten wir nur die Dunkelachterbahn "Temple of the Night Hawk" im "Phantasialand", die dagegen schon fast gemütlich fährt. Auch bei unserem jetzigen "Efteling"-Besuch hat die Attraktion im Dunkeln mit ihrer Schnelligkeit überzeugt. "Vogel Rok" beinhaltet außerdem kleine Überraschungsmomente, beispielsweise ein Schlangenmaul, das hell erleuchtet wird, während man hindurchrast. Wir erschrecken uns an dieser Stelle immer noch. Ich finde es schön, dass der Park hier noch etwas Thematisierung eingebaut und nicht einfach alles im Dunkeln gelassen hat.

2. Baron 1898 (Dive Coaster)

Der Dive Coaster fotografiert aus "Pagode"
Foto: Laura Bremer
Diese Attraktion ist die neuste Achterbahn des Parks und wurde 2015 eröffnet. Der Besucher soll sich im Auftrag des Baron Gustave Hooghmoed auf die Suche nach Gold begeben. Die alte Miene, die von Hooghmoed "Baron 1898" genannt wurde, wird allerdings von Geistern, den weißen Frauen, heimgesucht, die das Gold bewachen. Auf dem Weg in die Miene greifen sie an und lassen den Besucher in die Tiefe stürzen.
"Baron 1898" ist definitiv eine atemberaubende Fahrt, die den Fahrgästen einen Adrenalinkick gibt. Für mich war es wahrscheinlich nochmal intensiver, da es mein erster Dive Coaster (Achterbahn mit mindestens einer fast vertikalen Abfahrt) war. Diese Attraktion unterscheidet sich sehr von anderen Achterbahnen, die ich gefahren bin. Dabei sorgt vor allem der spektakuläre Drop in einem Winkel von fast 90 Grad für Nervenkitzel. Kurz vor dem Fall ertönt noch eine Glocke, die das gesamte Thema toll abrundet. Diesen unheilvollen Klang haben wir schon im Laufe des Tages immer wieder gehört. Zwar befindet sich die höchste Stelle der Strecke in "nur" 30 Metern Höhe, doch der Fall ist fast 40 Meter tief, da man in einen Schacht unter der Erde hinabstürzt. Auch die weiteren Elemente der Fahrt bringen Spaß mit hoher Geschwindigkeit. Leider ist dieses Abenteuer ziemlich schnell wieder vorbei. Die Pre-Show, die schön zur Stimmung der Bahn passt (und der man auch als nicht niederländisch-sprechender Besucher ganz gut folgen kann), hat länger gedauert als die Fahrtzeit von "Baron 1898". Beliebt ist diese Attraktion auf jeden Fall, denn ich konnte beobachten, wie sich einige Leute begeistert für eine nächste Runde angestellt haben. Da es schon recht spät war, als ich diesen Coaster gefahren bin, gab es kaum Wartezeiten. Wenn ich nicht schon so k.o. gewesen wäre, hätte ich mich den anderen Personen sicherlich angeschlossen.

1. Joris en de Draak (Racing-Holzachterbahn)

 Die Achterbahn liegt am See vom "Fliegenden Holländer"
Foto: Laura Bremer
Diese Attraktion, die auf Deutsch "Georg und der Drache" heißt, steht für mich ganz klar an der Spitze dieser Top 5. Zwar erreicht sie nicht die maximale Geschwindigkeit von "Baron 1898", doch die Fahrt dauert länger und sie hat sich für mich noch rasanter angefühlt als der Dive Coaster. Das Besondere an dieser Attraktion: Es ist eine Racing-Achterbahn, bei der die Besucher in zwei Zügen gegeneinander antreten. Die Gewinner werden nach dem Rennen mit Applaus begrüßt, die Verlierer mit mitleidigen Buhrufen
Hier erwartet die Besucher eine wilde Fahrt mit schnellen Wendungen sowie tollen Airtime-Momenten (der Augenblick, in dem man aus dem Sitz gehoben wird). Holzachterbahnen fahre ich generell sehr gerne in Parks (außer die Höllenfahrt von "Bandit" im Movie Park) und "Joris en de Draak" gehört neben "Wodan" (Europa Park) und "Colossos" (Heide Park) zu meinen Favoriten. Obwohl wir an diesem Tag das Pech hatten, uns genau dann anzustellen, als die Züge für gut 20 Minuten nicht gefahren sind, haben wir dennoch ausgeharrt. Da es im Wartebereich kaum Thematisierungen gibt, hat sich das schon ziemlich gezogen. Es gab zwar zusätzlich eine englische Durchsage mit Informationen, warum die Bahn stillsteht, wir konnten sie aber beim besten Willen nicht verstehen. Jeder um uns herum hat einfach weitergeredet. Das Warten hat sich aber definitiv gelohnt. Ein kleines Highlight war dabei auch noch, dass wir das Rennen gewonnen haben und die Stimmung in unserem Zug richtig gut war. Die Fahrt war für mich die beste des Tages und hat noch einmal bestätigt, warum "Joris en de Draak" zu meinen Favoriten zählt. 


Das waren meine Top 5 der rasantesten "Efteling"-Attraktionen. Ich hoffe es hat euch gefallen. Schreibt mir gerne in die Kommentare, welche Bahnen eure Favoriten sind, wenn es um Geschwindigkeit geht. Schaut auf jeden Fall bei Katrins Top 5 Post vorbei, der morgen online geht.

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Montag, 7. August 2017

Engelsschlaf (Catherine Shepherd) - Rezension

Vor Kurzem bin ich auf der Suche nach einem Krimi auf das neu erschienene Buch "Engelsschlaf" von Catherine Shepherd aufmerksam geworden. Da es sich als zweiter Teil einer Reihe entpuppte, habe ich zuerst den Vorgänger "Krähenmutter" gelesen (hier gelangt ihr zur Kritik). Dort haben mich vor allem die unausgereiften Charaktere und die teils sehr platte Schreibweise gestört. Ich war dementsprechend gespannt zu sehen, inwieweit sich der Stil in "Engelsschlaf" verbessern würde
Das Buch ist Ende Juni 2017 im Kafel Verlag erschienen und 330 Seiten lang.

Ein anonymer Anrufer meldet eine leblose Frau in einem Berliner Park. Der alarmierte Notarzt kann keine Vitalfunktionen mehr feststellen und erklärt sie für tot. Doch kurze Zeit später regt sich das Opfer. Sie bleibt nicht die einzige Scheintote. Mehrere Frauen werden mit kaum messbaren Lebenszeichen, aber sorgsam zugedeckt, dazu körperlich fast unversehrt, an verschiedenen Orten gefunden. Ermittlerin Laura Kern und ihr Partner Max Hartung suchen verzweifelt nach Hinweisen oder einem Motiv. Als ein Opfer tatsächlich stirbt, wird ihnen bewusst, dass der Täter nun nichts mehr zu verlieren hat. Die nächste Frau befindet sich schon in seiner Gewalt...

Ein Krimi (fast) ohne Leiche

Ich habe es als E-Book gelesen
Foto: Kafel Verlag
"Engelsschlaf" ist mir unter der Vielzahl der neu erschienenen Thriller vor allem wegen der ungewöhnlichen Ausgangssituation aufgefallen: Ein Täter, der wahllos Frauen entführt und sie wenige Tage später wieder freilässt. Bis auf kleinere Blessuren haben sie keine körperlichen Schäden, sind nicht vergewaltigt worden und können bereits nach kurzer Zeit das Krankenhaus vollständig genesen verlassen. Dieses Szenario fand ich spannend, da es neben der Suche nach dem Täter noch ein weiteres Rätsel zu lösen gilt: Warum werden die Frauen entführt und was passiert in dieser Zeit mit ihnen? Da die Kommissare mit den Opfern selbst sprechen können, wird ihre Todesangst greifbarer. Obwohl sie körperlich unversehrt sind, werden sie nie mehr dieselben sein. Erkenntnisse wie diese werden in "Engelsschlaf" deutlich subtiler dargestellt als im Vorgänger. Während sie dem Leser in "Krähenmutter" alle Fakten fertig analysiert vorgesetzt hat, geht Autorin Catherine Shepherd im zweiten Teil der Laura-Kern-Reihe deutlich nuancierter vor. Durch die Schilderungen der handelnden Personen entsteht ein eigenes Bild im Kopf, was deutlich angenehmer ist, als ein fertiges akzeptieren zu müssen.
Einige Formulierungen sollen den Leser jedoch so offensichtlich auf ein Detail aufmerksam machen, dass man die Zusammenhänge sehr früh erahnen kann. Schon nach dem Fund der zweiten Scheintoten war mir klar, was die Opfer miteinander verbindet. Entsprechende Hinweise gibt es danach noch dutzendfach, was die Spannung leider mindert. Ebenso wie die Tatsache, dass sich die Ermittler zu Beginn der Handlung auf Victor Frantzen, den Ex-Freund des ersten Opfers, als Täter einschießen. Das ist in keiner Weise nachvollziehbar: Ein richtiges Motiv hat er nicht und die Kommissare können keinen stichhaltigen Beweis liefern. Ihr einziger Anhaltspunkt: Laura Kerns Bauchgefühl. Es ist kein großer Spoiler, dass Frantzen letztendlich nicht der Täter ist. Er wird von Laura Kern verfolgt, kann sie aber abhängen. Das ist sein letzter Auftritt. Danach rücken andere Hinweise in den Fokus und Frantzen ist vergessen. Weshalb er jedoch ein gekauftes Alibi hatte und abgehauen ist, wird nicht aufgeklärt. Seine letzte namentliche Erwähnung lautet: "Victor Frantzen hatten sie trotz der Fahndung nach seinem Wagen nicht ausfindig machen können." Klaffende Löcher in der Handlung sind ärgerlich, besonders wenn der Erzählstrang vorher eine zentrale Rolle gespielt hat und nun einfach unter den Tisch gekehrt wird. Dasselbe gilt für eine äußerst seltsame Anmerkung im Epilog (Achtung Spoiler im Rest dieses Absatzes!), die besagt, dass Laura Kern zwei Menschen bezahlt hat, um die Beerdigung des toten Entführers zu besuchen. Kurze, zusammenhangslose Informationen wie diese, die weder Sinn ergeben, noch erklärt werden, gibt es leider einige.

Die Narben verheilen langsam

Wie bereits im ersten Band, wird auch in "Engelsschlaf" die Sicht des Täters geschildert. So steht das Motiv schnell fest. Er hat eine außergewöhnliche Vorgeschichte und ist nicht der klassische böse, kaltherzige Psychopath. Daher bereichert seine Perspektive die Geschichte trotz der Vorhersehbarkeit. Der atypische Entführer ist in meinen Augen die Stärke des Krimis ("'Ich habe etwas Ungewöhnliches in ihrem [das tatsächlich tote Opfer; Anm. d. Red.] Hals gefunden.' 'Was?' Lauras Nerven vibrierten vor Anspannung. 'Einen Zettel, auf dem nur ein Satz geschrieben steht: Es tut mir leid.'"). Da der Täter am Ende nichts mehr zu verlieren hat, ist der Showdown durchaus spannend.  

In "Krähenmutter" haben mich vor allem die platten Hauptcharaktere gestört. Im zweiten Teil spielen sie und ihre privaten Angelegenheiten eine spürbar kleinere Rolle, wodurch die Geschichte deutlich an Dynamik gewinnt. Die Beschreibungen der Figuren fallen nun knapper aus und basieren auf mehr als nur stereotypischen Adjektiven. Lauras Kollegen Max Hartung und Taylor Field sind immer noch sehr attraktiv, dennoch wird nicht mehr bei jeder sich bietenden Gelegenheit darauf eingegangen. Nur Laura Kerns traumatische Vorgeschichte ist noch immer prominent platziert. Sie fasst sich zwar gefühlt ein paar Dutzend mal weniger an die Narben, dennoch wirken ihre inneren Monologe genauso melodramatisch wie im ersten Teil ("Träumen mochten Menschen, die nur gute Seiten im Leben kannten. Laura hingegen hatte schon im Alter von elf Jahren gelernt, dass es auch das Böse gab. Damals färbten sich ihre rosaroten Mädchenträume für immer schwarz. Die Krallen der Finsternis griffen noch heute nach ihr, sie hatten Spuren auf Lauras Körper und in ihrer Seele hinterlassen.") Da ihr Kollege und Liebhaber Taylor Field ebenfalls von Narben gezeichnet ist, werden die traumatischen Lebensgeschichten der Ermittler wohl auch in zukünftigen Bänden eine Rolle spielen. 

Fazit

"Engelsschlaf", der zweite Teil der Laura-Kern-Krimis, hat mir deutlich besser gefallen als sein Vorgänger. Die Figuren werden dezenter charakterisiert und ihre persönlichen Probleme weniger in den Vordergrund geschoben. Der Fall wirkt besser durchdacht und ist spannender. Sowohl das Verbrechen als auch der Täter sind ungewöhnlich, was dem Krimi eine gewisse Originalität verleiht. Dennoch gibt es, wie bereits im ersten Buch, viele Logiklöcher und Unstimmigkeiten in den Ermittlungen, sodass es teils schwer fällt den haltlosen Schlussfolgerungen der Polizisten zu folgen. Besonders, da die Handlung recht vorhersehbar ist und viele Leser wohl deutlich schneller auf die Lösung kommen werden als die Kommissare. Trotz dieser negativen Aspekte, ist "Engelsschlaf" eine deutliche Steigerung im Vergleich zum ersten Band. Außerdem hat er meine Neugierde auf einen dritten Teil geweckt, da ich wirklich gerne wissen will, weshalb Victor Frantzen ein falsches Alibi hatte und geflohen ist.


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Freitag, 4. August 2017

50. Post Special - inklusive Gewinnspiel [D/E]

The following article in celebration of our 50th post is also available in English. Please scroll down for the English version.

Deutsch

Seit dem 21. April 2017 ist unser Blog online. Wir sind noch immer mit Feuereifer dabei und freuen uns, dass in diesen knapp vier Monaten schon 49 Beiträge zusammengekommen sind. Das ist unser 50. Post und anlässlich dieses Meilensteins gibt es heute etwas Besonderes: Einige wissenswerte Fakten über "Watch.Read.Talk." und uns Autoren. Am Ende haben wir noch ein kleines Gewinnspiel für euch.
Wir hoffen es gefällt euch und auf die nächsten 50! :)

10 Fakten über "Watch.Read.Talk."

  • Die Geschichte unseres Blogs: Katrin hatte gerade ihr Journalismusstudium beendet und nach einer Möglichkeit gesucht, weiterhin regelmäßig zu schreiben. Jessi brachte die Idee eines Blogs ins Spiel und mit Laura fanden wir jemanden, der sich mit dem Bau von Websites auskennt. Sie war auch diejenige, die auf den Namen "Watch.Read.Talk." kam. Uns alle verbindet unsere Leidenschaft für Medien und Nerd-Kultur. 
  • Wir sind alle 22 Jahre alt. Lernt uns hier ein bisschen besser kennen. 
  • Wir sind alle mehr (Katrin sitzt hier in einem "Fantastic Beats"-Shirt) oder weniger große "Harry Potter"-Fans. Natürlich haben wir daher alle den "Pottermore"-Test gemacht: Laura ist in Slytherin, Jessi in Ravenclaw und Katrin in Hufflepuff.
  • Bislang sind 32 Posts zum Thema "TV", neun zu "Film" und sechs zu "Buch" erschienen. Dazu kommen noch zwei unabhängige Beiträge - einer zu Musicals und einer zur MagicCon
  • Einige unserer Posts gibt es zusätzlich auch auf Englisch, da knapp 40% der Aufrufe von außerhalb Deutschlands kommen. Ihr findet sie hier.
  • Unsere nächsten beiden Posts werden übrigens ein Erlebnisbericht aus dem niederländischen Freizeitpark "Efteling" und eine Buchrezension zu "Engelsschlaf" von Catherine Shepherd sein.
  • Wir erwarten einige Neuerscheinungen schon sehnsüchtig. 
    • Bei Filmen: "Jurassic World 2", "Disney's Coco", "Justice League", "Thor: Tag der Entscheidung", "Es", "Star Wars: Der letzte Jedi", "Fantastic Beasts And Where To Find Them 2" und "Pitch Perfect 3". 
    • Bei Serien: "Blindspot" (Staffel 3), "Stranger Things" (Staffel 2), "Marvel's The Defenders", "3%" (Staffel 2) und die neue "Tatort"/"Polizeiruf 110"-Saison. 
    • Bei Büchern: "Aquila" von Ursula Poznanski, "Origin" von Dan Brown, "Gwendys Wunschkasten" von Stephen King, "Das Lied der Krähen" von Leigh Bardugo und "Born Scared" von Kevin Brooks.
  • Übrigens: Das hier ist die erste Ausgabe unserer neuen Reihe "Watch.Read.List.", in dem wir euch Themen kurz und prägnant in Listenform vorstellen.
  • Alle unsere Seiten und Posts haben eine Kommentar-Funktion. Wir freuen uns über euer Feedback! :) Auch bei Facebook, Twitter und Instagram.

Jetzt seid ihr gefragt! 

Wir möchten die Welt der Bücher, Filme und Serien gemeinsam mit euch erkunden. Aus diesem Grund wollen wir wissen: Was sollen wir uns ansehen oder lesen? Schlagt uns eure Lieblingstitel vor und vielleicht werden sie das Thema eines zukünftigen Posts.
Als kleines Dankeschön verlosen wir unter allen Teilnehmern einen Amazon-Gutschein im Wert von 10€. Für alle anderen besteht dennoch die Chance, dass wir ihren Vorschlag in einem Beitrag thematisieren. 
Kommentiert euren Titel bis Freitag, den 18. August 2017 auf unserem Gewinnspiel-Post bei Facebook (hier gelangt ihr direkt zum Post). Der Gewinner wird von uns per Direktnachricht angeschrieben und muss sich innerhalb von vier Tagen zurückmelden. Den Amazon-Gutschein erhält er anschließend per E-Mail. Mitmachen kann jeder, der seinen Wohnsitz in Deutschland hat und über 18 Jahre alt ist. 


Wir setzen uns jetzt an den 51. Post. Euch noch einen tollen Tag! :)


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English

Our blog has been online since the 21st of April 2017. We're still writing eagerly and we're happy about every one of the 49 articles that have been published within the last four months. This is our 50th post and in celebration of our little milestone we have something special today: Some interesting facts about "Watch.Read.Talk." and us authors.
We hope you like them. Here's to the next 50! :)

10 facts about "Watch.Read.Talk."

  • This is the story of our blog: Katrin just majored in journalism and was looking for a way to write regularly. Jessi had the idea to start a blog and with Laura we found someone who is familiar with creating websites. She was also the one to come up with the name "Watch.Read.Talk.". Our passion for media and nerd culture connects us all. 
  • We're all 22 years old. Find out more about us here
  • We're all big (Katrin is sitting here wearing a "Fantastic Beats"-Shirt) or mediocre "Harry Potter" fans. So of course we all took the "Pottermore" sorting test: Laura is a Slytherin, Jessi a Ravenclaw and Katrin a Hufflepuff. 
  • Up to now we have published 32 posts about "TV", nine about "movies" and six about "books". In addition there are two independent articles - one about Musicals and one about MagicCon
  • Some of our posts are also available in English, because about 40% of our clicks come from outside of Germany. You can find them here
  • Our next two posts will be an experience report about our trip to the Dutch theme park "Efteling" as well as book review - "Engelsschlaf" by Catherine Shepherd. 
  • We're very exciting about some new releases. 
    • Movies: "Jurassic World 2", "Disney's Coco", "Justice League", "Thor: Ragnarok", "It", "Star Wars: The Last Jedi", "Fantastic Beasts And Where To Find Them 2" and "Pitch Perfect 3". 
    • TV shows: "Blindspot" (Season 3), "Stranger Things" (Season 2), "Marvel's The Defenders", "3%" (Season 2) and the new "Tatort"/"Polizeiruf 110" season. 
    • Books: "Aquila" by Ursula Poznanski, "Origin" by Dan Brown, "Gwendys Button Box" by Stephen King, "Six of Crows" by Leigh Bardugo and "Born Scared" by Kevin Brooks. 
  • By the way: This is our first "Watch.Read.List.", a new series where we use lists to introduce different topics in a short and succinct way. 
  • You can write comments beneath all our pages and posts. We would love to hear your feedback! :) Also on Facebook, Twitter and Instagram.


It's your turn!

Let us explore the world of books, movies and television together! Therefore we would like to know: What do you want us to watch or read? Recommend your favorite and maybe it will be the topic of one of our future posts.
For our readers residing in Germany we have a small contest. Due to online regulations we are not allowed to let non-residents enter. We are very sorry about that. :(
You're still welcome to submit your favorite books, movies and tv shows. We might review them.


We'll work on our 51st post now. Have a great day! :)


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Dienstag, 1. August 2017

Krähenmutter (Catherine Shepherd) - Rezension

Auf der Suche nach einem frischen Krimi, hat die Neuerscheinung "Engelsschlaf" von Catherine Shepherd meine Neugierde geweckt (hier gelangt ihr zur Kritik). Da es aber das zweite Buch einer Serie ist, habe ich zuerst den Vorgänger "Krähenmutter" gelesen. 
Der Piper Verlag, wo das Buch Ende 2016 erschien, bezeichnet "Krähenmutter" als "Thriller". Ich persönlich würde es jedoch als klassischen Krimi einstufen. Mit einer Gesamtlänge von 287 Seiten eignet es sich perfekt für einen verregneten Nachmittag.

Am helllichten Tag wird der sechs Monate alte Sohn eines Unternehmers in einem Supermarkt entführt. Ermittlerin Laura Kern, spezialisiert auf Entführungen und Geiselnahmen, steht mit ihrem Team vor einem Rätsel: Es gibt weder eine Lösegeldforderung, noch irgendeine andere heiße Spur. Nur wenige Tage später verschwindet ein kleines Mädchen aus demselben Supermarkt. Was ist mit Henri und Emma geschehen? 

Dämonen der Vergangenheit

Das Cover ist "ertastbar"
Foto: Piper Verlag
Bei einem Großteil der Krimis, die ich in den vergangenen Monaten gelesen habe, war der leitende Ermittler auf irgendeine Art und Weise persönlich mit dem Fall verbunden, meistens durch ein Ereignis in seiner Kindheit (erst neulich bei meiner letzten Buchrezension "Die Bestimmung des Bösen" von Julia Corbin). In "Krähenmutter" ist das nicht anders. Kommissarin Laura Kern wurde als Elfjährige entführt und von einem "bösen Mann" gefangen gehalten. Sie konnte durch ein enges Rohr nach draußen fliehen, wurde dabei aber verletzt. Die Operationsnarben trägt sie bis heute. Dieser Umstand wird im Buch mehrere Dutzend Mal behandelt und driftet dabei öfters in die Melodramatik ab: "(...) während Laura unter ihrer Bluse ihre Vergangenheit verbarg. Jene Stunden, in denen sie um ihr Leben gefürchtet hatte. Die ihr jegliches Vertrauen in die Menschen genommen hatten. Laura hatte das Böse gesehen, die Gier, die Mordlust. Sie hatte ihrem Peiniger in die Augen geblickt - und hinter seiner Maske das Grauen gefunden." Die Narben, sowie Lauras Albträume sind regelmäßig Thema, sie tragen jedoch nichts Nennenswertes zu "Krähenmutter" bei. Zwar ist Kern durch ihre Erfahrungen empfindsam und vorsichtig, doch nicht so auffallend, dass es sie von anderen Ermittlern abheben würde. Lauras Leben weist außerdem viele Löcher auf, wodurch es wenig nachvollziehbar ist. So erfährt der Leser beispielsweise, dass ihr Ermittlungspartner Max Hartung von ihrer Vorgeschichte weiß. Inwieweit andere Kollegen oder Bekannte sie kennen, bleibt im Dunkeln. Weiterhin lernt man nichts über Lauras Entführung, außer wie sie durchgeführt wurde und wie das Mädchen entkommen ist. Über den Täter; seinen Verbleib; seine weiteren Opfer; Lauras Familie; ihre Kindheitsfreundin, die den Mann ebenfalls hätte identifizieren können plus viele weitere Details wird kein Wort verloren. Das ist schade, da man so schlecht einen Bezug zur Protagonistin aufbauen kann. Die dutzendfache Erwähnung ihrer Narben und ihrer Einsamkeit ist nicht genug, um sich mit ihr zu identifizieren oder Sympathie aufzubauen. Meistens ist die Kommissarin eher hektisch und ungehalten ("Wie konnte er es wagen, sich so dreist aufzuführen? Sie war hier, um zu helfen, und nicht, um sich von `Mister Wichtig´ niedermachen zu lassen."). Die anderen Charaktere bleiben ebenfalls einseitig. Lauras Partner Max ist attraktiv, hat eine nervige Ehefrau und kann Zeugen mit viel Geduld Informationen entlocken. Taylor Field, ein plötzlich auftauchender Beamte der Mordermittlung, ist Halb-Amerikaner, neugierig, außerdem ebenfalls gutaussehend. Mehr erfährt man über die drei zentralen Figuren nicht.
Diese wenigen Informationen, die man erhält, sind sehr direkt formuliert. So schreibt Autorin Catherine Shepherd über ihre Protagonistin beispielsweise: "Auch wenn Laura selbst es nicht wahrnahm - sie war eine Schönheit." oder "Sie war außergewöhnlich einfühlsam (...)." Ich finde diesen Schreibstil etwas platt. Es wäre deutlich spannender und fantasievoller, wenn sich der Leser durch Schilderungen und Beobachtungen von Lauras Umwelt selbst ein Bild von ihr machen könnte. So bekommt man leider bereits die fertige Analyse vorgesetzt. Zwar bleibt die Geschichte auf diese Weise sehr kurz und kompakt, aber auch farblos. 

Spurlos verschwunden

Abschnitte werden durch Krähenfüße unterteilt
Foto: Katrin Mertens
In den meisten Krimis wird in einem Mordfall ermittelt, daher fand ich es interessant, dass "Krähenmutter" eine andere Richtung einschlägt und ein Serienentführer anstelle eines Serienkillers gesucht wird. Auch die Wahl der Opfer ist ungewöhnlich. Da es sich um Babys handelt, zwischen denen nicht die geringste Verbindung besteht, bleiben den Kommissaren nicht die üblichen Verdächtigen wie der Liebhaber, der gehörnte Ehemann oder die beruflichen Feinde. Dementsprechend unterscheidet sich die Handlung angenehm von den Standard-Ermittlungen der meisten Krimis. Dabei fällt es nicht ins Gewicht, dass man früh weiß, was mit den Babys passiert ist. Denn parallel zum Polizei-Geschehen wird auch die Situation der ungewöhnlichen Entführer geschildert. Dadurch ist zwar kein Nervenkitzel vorhanden, aus diesem Grund würde ich das Buch nicht als "Thriller" bezeichnen, es ist aber dennoch interessant, einen ganz anderen Täter-Typ kennenzulernen. Hier liegt die Stärke des Buches: Shepherd hat ihren Fokus nicht darauf gelegt, ein möglichst abartiges Verbrechen und einen völlig psychopathischen Täter zu erfinden, sondern ein deutlich realistischeres Bild gezeichnet. Infolgedessen ist es seltsam, dass die Kommissare das offensichtlichste Motiv bei einer Kleinkindentführung erst sehr spät in Betracht ziehen. Sie haben bis dahin nicht einmal über diese Möglichkeit gesprochen, sondern sie immer irgendwie umgangen. Das wirkt leider, als wäre hier künstlich Zeit geschunden worden. Es ist einfach unlogisch, dass einem Team professioneller Ermittler die plausibelste, realistischste Erklärung nicht einmal kurz in den Sinn kommt, deutlich komplexeren Ideen dafür bis ins kleinste Detail nachgegangen wird.
Das Ende ist leider ähnlich diffus. Bis kurz vor Ende tappen die Kommissare im Dunkeln, dann werden Täter, Motiv und weitere Einzelheiten auf einen Schlag aufgeklärt - nicht nur bei den Entführungen, sondern auch noch bei dem Mordfall, den Taylor Field bearbeitet. Dass beide Ermittlungen irgendwie zusammenhängen, kann man sich früh denken. Die letztendliche Auflösung ist jedoch sehr banal und hanebüchen. Die Umstände sind derart unpräzise, dass Kommissarin Kern ihren Kollegen (und dem Leser) auf den letzten Seiten noch einmal ausführlich erklärt, was eigentlich geschehen ist. Dabei fasst sie auch die Verhöre mit dem Täter und andere Ermittlungsschritte zusammen, die scheinbar nicht mehr ins Buch gepasst haben. Der cleveren und einfallsreichen Ausgangssituation wird das Finale leider nicht gerecht.

Fazit

"Krähenmutter" ist der Auftakt einer neuen Buchreihe, was man den Hauptfiguren deutlich anmerkt. Sie wirken noch recht unausgereift - blass, einseitig und auf eine grobe Beschreibung aus Adjektiven festgelegt. Ihre Besonderheiten werden zwar angesprochen, aber zu wenig mit der eigentlichen Handlung verwoben. Dasselbe gilt für den Fall. Obwohl ihm eine vielversprechende, unverbrauchte Idee zugrunde liegt, wirken die Ermittlungen umständlich konstruiert und das Ende zu überstürzt. Weiterhin fehlen sowohl Laura Kerns Vorgeschichte als auch der Krimihandlung wichtige Fakten, um sie plausibel nachvollziehen zu können. Ich rechne damit, dass einige offene Fragen im zweiten Teil der Reihe beantwortet werden. Hoffentlich sind die Hauptcharaktere dann facettenreicher und freier gestaltet.


Hier gelangt ihr zu meiner Rezension von "Engelsschlaf", dem zweiten Buch der Laura-Kern-Krimireihe.

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