Posts mit dem Label Horror werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Horror werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Donnerstag, 6. September 2018

Lauras Top 20 Serien

Wir reden auf diesem Blog über Filme, Bücher und Serien - haben aber noch nie unsere Serienfavoriten vorgestellt. Daher gibt es heute von mir eine neue "Watch.Read.List.", in der ich euch meine 20 liebsten Sendungen aufliste und kurz erzähle, wieso sie mit dabei sind. Wie bei den anderen Listen war es auch bei dieser für mich nicht immer ganz leicht, die Platzierungen zu verteilen, da es oft Kleinigkeiten sind, die eine Serie für mich "besser" oder "schlechter" als eine andere machen. Ich kann auf jeden Fall alle Plätze empfehlen. 



20. Hart of Dixie

Foto: The CW
"Hart of Dixie" habe ich immer gerne geschaut. Es gibt keine super großen Dramen und am Ende der Folgen ist alles irgendwie in Ordnung. Neben anderen Serien, in denen ständig ganz viel passiert, fand ich es angenehm, zwischendurch auch mal eine etwas weniger hektische und intensive Show zu schauen. Sie ist nur auf dem letzten Platz gelandet, weil die Charaktere teilweise etwas überzogen sind und der Fokus manchmal zu sehr auf den Liebesbeziehungen liegt und andere Themen weniger Aufmerksamkeit bekommen. 

19. Modern Family

Foto: ABC
Diese Sendung ist perfekt zum zwischendurch schauen. Ich habe sie entdeckt, als ich mich gerade für keine andere Serie begeistern konnte und habe die ersten sechs Staffeln ziemlich schnell beendet (und warte seitdem darauf, dass "Netflix" die nächste online stellt). Sie ist total unterhaltsam, aber fast komplett ohne Tiefgang. Außerdem gibt es keine aufbauende Handlung und die Figuren sind sehr eindimensional. Es ist eine leichte Sitcom, die ich gerne schaue, aber nicht total investiert darin bin, weshalb sie nicht weiter oben gelandet ist. 

18. Wynonna Earp

Foto: Syfy
An dieser Serie liebe ich vor allem die tollen Charaktere. Besonders die Protagonistin und ihre Schwester sind vielseitige und starke Figuren. Dank ihnen habe ich die Handlung trotzdem gerne verfolgt. Denn die ist leider der Schwachpunkt: Sie ist nicht durchweg richtig mitreißend und wirkt manchmal etwas wirr. Zwischendrin gibt es aber immer Folgen, die richtig gut sind. Daher ist die Geschichte etwas durchwachsen und die Serie aus diesem Gruund nur im unteren Teil der Liste gelandet. 

17. Preacher

Foto: AMC
Diese Serie hat in meinen Augen ähnliche Schwächen und Stärken wie "Wynonna". Die Figuren sind hier auch noch einmal eine Spur genialer, einfach weil sie so speziell und teilweise auch etwas verrückt sind. Die Handlung ist insgesamt ebenfalls besser aufgebaut als beim Platz 18 dieser Liste, kann sich manchmal aber auch ziemlich ziehen. Die Geschichte selber ist vollkommen abgedreht, was meistens sehr unterhaltsam ist, an einigen Stellen wird es aber dann für mich etwas zu seltsam.

16. OC California

Foto: Fox 
Mein Platz 16 ist eine der wenigen Sendungen, die ich als Jugendliche geschaut habe und heute immer noch gerne mag. Das liegt vor allem an den sympathischen, interessanten Charakteren. Insgesamt fand ich aber schon damals, dass es teilweise etwas zu viel Drama gibt. Zudem habe ich die vierte und letzte Staffel lange Zeit ignoriert, weil ich das Ende der dritten richtig blöd fand. Letztendlich war die vierte Staffel dann auch nicht so gut wie der Rest. 

15. Black Mirror

Foto: Netflix
Jede Folge dieser Sendung erzählt eine neue Geschichte. Einige davon sind richtig gut, andere haben mir nicht ganz so gut gefallen. Insgesamt finde ich die Idee der Serie aber wirklich spannend und so gut wie jede Episode schafft es, mich zu überraschen oder sogar zu schocken. Denn die Geschichten haben meistens einen abgedrehten Twist. Die Serie ist trotzdem nicht weiter oben gelandet, weil ich Sendungen mag, die fortlaufende Handlungen haben und bei denen man die Figuren richtig kennenlernt. Das ist hier nicht der Fall.

14. Vikings

Foto: History
"Vikings" ist eine richtig spannende und actionreiche Serie, die außerdem eine gut aufgebaute Handlung hat. Mir gefallen vor allem die Charaktere sehr gut, weil sie alle vielschichtig und komplex sind. Sie machen im Laufe der Staffeln alle Veränderungen durch, was sie realer erscheinen lässt. Zudem finde ich die Geschichte der Wikinger sehr interessant - auch wenn in der Serie sicher nicht alles ganz historisch akkurat ist. Dennoch hat die Serie ab und zu ein paar Längen und der Protagonist, den ich am Anfang so toll fand, wird mit der Zeit etwas anstrengend. 

13. American Gods

Foto: Starz
Bei dieser Serie finde ich vor allem die Idee richtig spannend und außergewöhnlich: Ein Krieg zwischen den alten und neuen Göttern in Amerika. Zudem sind die meisten Charaktere richtig gut. Die Handlung ist teilweise etwas abgedreht und zu Beginn verwirrend - vor allem wenn man sich mit den verschiedenen Göttermythologien nicht so gut auskennt. Außerdem fehlt es dem Protagonisten noch etwas an Persönlichkeit. Aber bis jetzt gibt es auch nur eine Staffel und ich freue mich schon darauf, wie es weitergeht. Meine Rezensionen zur ersten Staffel findet ihr hier.

12. Good Girls Revolt

Foto: Amazon Video
Diese Sendung habe ich durch Zufall entdeckt und spontan geschaut - das ist jetzt schon ein paar Jahre her und es gab leider nur eine einzige Staffel, die auch noch offen endet. Trotz dieser Aspekte ist es eine Serie, die mich positiv überrascht hat. Zum einen erzählt sie ein interessantes Thema, das auf wahren Begebenheiten beruht (Ein Gruppe von Frauen verklagte 1970 ihren Arbeitgeber "Newsweek", da sie nur als Rechercheure arbeiten und nicht dieselben Aufgaben machen durften wie ihre männlichen Kollegen.). Zusätzlich behandelt sie dabei generell die Emanzipation der Frauen in den 70er Jahren. Leider ist die Absetzung auch der Grund, warum diese "Amazon Prime Video"-Produktion nicht weiter oben gelandet ist. Die Handlung endet wirklich sehr offen und es ist ärgerlich, dass die Geschichte nie fortgesetzt wurde. 

11. Lost

Foto: ABC
"Lost" habe ich erst relativ spät für mich entdeckt - so ungefähr sechs Jahre nach der Ausstrahlung des Staffelfinales. Daher wurde ich auch immer schonmal gespoilert. Trotzdem konnte mich diese Serie von Beginn an mitreißen und ich habe letztendlich verstanden, warum so viele Leute sie so gut fanden. Die Handlung ist ausgefallen und komplex und es gibt viele interessante Charaktere. Dennoch wurde die Sendung zum Ende hin etwas zu komplex und es gab ständig mehr oder weniger verwirrende Sprünge. Das Finale hat mir dann nicht so schlecht gefallen, wie ich nach den Spoilern und der allgemein eher negativen Meinung befürchtet hatte. 

10. Agent Carter

Foto: ABC
Ich bin bekennender "Marvel"-Fan und fand Peggy Carter im ersten "Captain America"-Film bereits richtig toll. Ihre eigene Serie hat mir schon allein durch ihren genialen Charakter sehr gut gefallen. Aber auch die meisten anderen Figuren sind toll aufgebaut. Neben Peggy gibt es noch weitere starke Frauen. Die Fälle - die sich jeweils über eine Staffel ziehen - sind spannend. Allerdings hat mir die zweite nicht mehr ganz so gut gefallen wie die erste, da sie ein paar Längen hatte. Trotzdem hat es viel Spaß gemacht, die Geschichte zu verfolgen und ich finde es immer noch schade, dass schon nach der zweiten Staffel Schluss war. 

9. iZombie

Foto: The CW
Als ich vor einigen Jahren die Serie "The Walking Dead" (die ich nach vier Staffeln abgebrochen habe, weshalb sie auch nicht in meiner Liste ist) und damit das "Zombie-Genre" für mich entdeckt habe, kamen die ersten Teaser für "iZombie" heraus. Die Show hat mich natürlich sofort interessiert und ich finde die Serie auch bis heute unterhaltsam und spannend. Die meisten Figuren sind super cool, es macht daher immer Spaß, die Geschichten zu verfolgen. Zudem gefällt mir die Richtung, in die sich die Serie entwickelt sehr gut (anders als es damals bei TWD war) - hoffentlich bleibt das auch so. Sie ist "nur" auf Platz 9 gelandet, da manche Folgen die Handlung kaum voranbringen und die Charaktere nicht ganz so vielschichtig sind. 

8. Cloak & Dagger

Foto: Freeform
"Cloak & Dagger" ist die jüngste Serie in meiner Liste. Erst vor wenigen Wochen lief das Finale der ersten Staffel. Die Sendung hat mich bis jetzt wirklich überzeugt. Das liegt vor allem an den tollen Charakteren. In kaum einer anderen Geschichte habe ich Figuren kennengelernt, die so komplex und detailliert aufgebaut werden. Allerdings leidet letztendlich die Handlung etwas darunter, die zieht sich nämlich. Ich bin aber sehr optimistisch, dass das in der kommenden Staffel besser werden. Meine Rezensionen zu den Folgen findet ihr hier. 

7. Daredevil

Foto: Netflix
"Daredevil" ist eine weitere "Marvel"-Serie, die es in meine Top 10 geschafft hat. Sie ist die erste von insgesamt fünf "Marvel"-Heldensendungen, die "Netflix" produziert hat. Zu diesem Zeitpunkt kannte ich nur die Filme des "Marvel Cinematic Universe", was vor allem Action und Spaß als Hauptmerkmale hat. Daher war ich überrascht, wie düster und ernst "Daredevil" ist. Das war eine tolle Abwechslung und mich konnte auch die Handlung sofort packen und die Charaktere haben mich ebenfalls schnell überzeugt.  Die Sendung wirkt insgesamt sehr "real", weil sie nicht davor zurückscheut, die unschönen Seiten von Helden zu zeigen. Sie ist nicht weiter oben in meiner Liste, weil Staffel 2 nicht mehr ganz so gut war wie die erste. Ich freue mich aber schon sehr auf die nächste Staffel! 

6. In the Flesh

Foto: BBC Three
Ich vermute, dass "In the Flesh" die unbekannteste Serie in meiner Top 20 ist. Es geht auch hier um Zombies, allerdings ist das Konzept vollkommen anders als bei "The Walking Dead". Es geht eher in Richtung "iZombie", da auch hier die Zombies nicht die Antagonisten sind, sondern die Protagonisten der Handlung. Trotzdem unterscheidet sie sich noch einmal sehr, denn sie ist deutlich ruhiger, tiefgründiger und ergreifender. Hinzu kommen die grandiosen Charaktere, die mich alle auf ihre Art berührt haben. Leider gibt es insgesamt gerade einmal neun Folgen über zwei Staffeln. Die Serie wurde zwar nie offiziell abgesetzt, allerdings ist die Hoffnung auf eine Fortsetzung eher gering. Das ist sehr schade, weil deutlich ist, dass die Geschichte noch nicht zu Ende erzählt ist. Das vorerst unbefriedigende Ende ist der Grund, wieso es "In the Flesh" nicht in die Top 5 geschafft hat.

5. Arrow

Foto: The CW
"Arrow" ist eine der wenigen Serien, die ich zwar ab und an pausiere, aber zu denen ich immer wieder unheimlich gerne zurückkehre. Zudem schaue ich sie schon ziemlich lange. Die ersten Staffeln habe ich regelmäßig verfolgt - bis zur vierten, die ich eher schwach fand. Glücklicherweise habe ich der Sendung dann doch noch eine Chance gegeben, denn die fünfte Staffel ist wieder sehr gelungen. Die Handlung tritt zwar manchmal auf der Stelle, aber das gleicht die Serie gekonnt aus, wenn die Geschichte wieder in Fahrt kommt. Denn dann ist das Erzähltempo perfekt und die Ereignisse richtig fesselnd. Die Kampfszenen gefallen mir ebenfalls immer wirklich gut. Außerdem finde ich die Charaktere toll und vor allem die Teamdynamik der Helden ist eine der großen Stärken der Sendung. 

4. Haikyu!!

Foto: Sentai Filmworks
Diese Sendung ist die einzige Animeserie, die es in meine Top 20 geschafft hat. Generell schaue ich japanische Animationsserien ab und zu sehr gerne, aber es gibt nur wenige, die mich wirklich komplett überzeugen konnten. "Haikyu!!" ist aber richtig toll und das obwohl es grundlegend um Volleyball geht, was mich im echten Leben überhaupt nicht interessiert. Die Sendung schafft es aber, mich richtig mitfiebern zu lassen. Hinzu kommen die wundervollen Charaktere. Egal, ob das Team der Protagonisten oder ihre Gegner - jedem wird in den Episoden genug Aufmerksamkeit geschenkt, so dass man sie kennenlernt, versteht und am Ende wirklich mag. Was mich ebenfalls überrascht hat: Die Handlung kann richtig emotional werden und mich immer wieder berühren, obwohl es die meiste Zeit wirklich "nur" um Volleyballtuniere geht. Aber die Geschichte des Teams und wie sie kämpfen und langsam aufsteigen, ist einfach richtig ergreifend erzählt. Es gibt keinen richtigen Grund, warum sie nicht weiter oben gelandet ist - außer dem, dass es noch drei Serien gibt, die ich noch etwas mehr mag.

3. Supernatural

Foto: The WB
Diese Serie ist wohl die, die ich schon am längsten verfolge: 2008 habe ich mit der ersten Staffel angefangen und zehn Jahre später liebe ich die Sendung immer noch. Warum sie so weit oben gelandet ist, hat wohl auch emotionale Gründe. Die Charaktere begleiten mich jetzt schon so lange, ich kann mir nur schwer vorstellen, ihre Geschichte nicht weiterzuverfolgen. Wenn andere davon reden, dass "Harry Potter" sich so anfühlt, als würde man nach Hause kommen, ist es für mich mit Sicherheit "Supernatural". Ich finde es beeindruckend, wie die zwei Hauptdarsteller ihre Figuren über die Jahre weiter aufgebaut und ihnen so viel Wiedererkennungswert und Persönlichkeit gegeben haben. Zudem liebe ich alles, was mit Übernatürlichem zu tun hat und da ist "Supernatural" natürlich die perfekte Serie. Sollte die Sendung irgendwann 20 Staffeln haben, werde ich sicherlich immer noch dabei sein. Es gibt bei mittlerweile 13 Staffeln und da tritt die Handlung natürlich auch mal auf der Stelle. Aber es ist beeindruckend, dass sie nach so vielen Jahren insgesamt immer noch so gut ist. 

2. Gotham

Foto: Fox
In meiner Liste tauchen einige Superheldenserien auf - in "Gotham" geht es vor allem um die Antagonisten. Diese Sendung ist richtig interessant und spannend. Besonders die Idee, die Entstehungsgeschichten von den Gegnern zu behandeln, gefällt mir richtig gut. Zudem bin ich auch ein großer Batman-Fan und mag Gotham City als Handlungsort wirklich gern. Auch daher hat mich diese Serie sofort angesprochen. Tatsächlich hatte ich sie aber schon fast abgeschrieben, da mir die zweite Staffel im Vergleich zur ersten nicht so gut gefallen hat. Ähnlich wie bei "Arrow" habe ich zum Glück doch weiter geschaut. Die dritte Staffel war dann meiner Meinung nach die bisher beste. Ich war von Anfang bis Ende komplett gefesselt, die Charaktere sind grandios und haben sich toll weiterentwickelt. Ich will unbedingt wissen wie es weitergeht und hoffe, dass Netflix bald die 4. Staffel hat. Da erklärt sich wohl von selbst, wieso diese Sendung auf dem zweiten Platz gelandet ist. Nur die etwas schwächere zweite Staffel hat sie nicht auf den ersten Platz meiner Liste gebracht.

1. Jessica Jones

Foto: Netflix
Vielleicht ist es nicht so überraschend, dass mein erster Platz auch eine Comicadaption ist. "Jessica Jones" ist für mich die beste Heldenserie, die ich kenne. Die Figuren sind unheimlich interessant, realitätsnah und vielschichtig. Sie machen wirkliche Wandel durch und bleiben nicht auf einer Stelle. Außerdem ist die Protagonistin nicht die übliche Heldin: Sie hat mit etlichen Problemen zu kämpfen und will überhaupt nicht als Superheldin angesehen werden. Sie ist mürrisch und heuchelt keine Freundlichkeit vor, sondern macht den Leuten klar, was sie denkt. Ihr Charakter ist unheimlich interessant, was die Serie unter anderem so gut macht. Spannend ist auch, dass sie eigentlich eine Privatermittlerin ist. Dieser Aspekt gefällt mir sehr, weil ihre Fälle immer spannend sind. Die Handlung ist insgesamt nie langweilig. Zudem sind auch die Gegner sehr interessant, besonders in Staffel 1 ist mir der Antagonist richtig unter die Haut gegangen. Bis jetzt gibt es zwei Staffeln und beide konnten mich komplett überzeugen. Daher ist diese Serie noch knapp vor "Gotham" auf dem ersten Platz gelandet.


Das waren meine Top 20 Serien. Sind ein paar von euren Favoriten auch dabei oder tauchen sie gar nicht auf? Welche Serie ist eure Nummer eins? Schreibt es gerne in die Kommentare.

Folgt uns auf FacebookTwitter und Instagram, um weitere Posts nicht zu verpassen. Alle weiteren Beiträge zum Thema "TV" findet ihr hier.


Dienstag, 17. Juli 2018

Netflix Original Serien - Kurzrezensionen (Teil 7)

"Netflix" bringt regelmäßig neue Serien und Filme als "Netflix Originals" heraus. Darunter fallen nicht nur Eigenproduktionen, sondern auch alle Titel, für die der Streaming-Anbieter die internationalen Veröffentlichungsrechte hat. Da die Auswahl mittlerweile enorm ist und jeden Monat größer wird, gehen wir in unserer Reihe Kurzrezensionen gleich auf mehrere ein und rezensieren sie. In diesem Post stellen wir euch wieder drei Serien vor. In älteren Beiträgen haben wir bereits unter anderem über "Le Chalet", "Alias Grace" oder "Berlin Station" gesprochen. 

The Hollow

Eine Serie mit vielen Mysterien
Foto: Netflix
Drei Jugendliche wachen in einem Raum auf. Sie erinnern sich weder an ihre Vergangenheit noch an ihre Namen oder wie sie dorthin gekommen sind. Nur durch Zettel, die sie in ihren Hosentaschen finden, erfahren sie, wie sie heißen. Als ein Gas in den Raum geleitet wird, schaffen Mira, Adam und Kai es gerade noch rechtzeitig, zu entkommen. Doch damit beginnt ihre Reise erst. Ihr einziges Ziel ist es, zurück nach Hause zu kommen, wo auch immer das ein mag. Doch in der Welt, in der sie sich befinden, lauern überall tödliche Gefahren. Schon bald entdecken sie, dass jeder von ihnen eine Superkraft besitzt. Die brauchen sie auch: Die meisten der übernatürlichen Wesen, auf die sie stoßen, sind nicht freundlich gesinnt. Können sie diesem Ort jemals entkommen?
Ich habe diese Eigenproduktion spontan angefangen und nicht viel erwartet. Aber "The Hollow" ist eine wirklich unterhaltsame Animationsserie von "Netflix". Das liegt vor allem an der verrückten, geheimnisvollen Welt und der Frage, was mit den Protagonisten passiert ist und ob sie es herausfinden können. Es werden bis zur vorletzen Folge so gut wie keine Fragen beantwortet, die sich der Zuschauer, genauso wie die Figuren, über den Verlauf der Episoden stellen. Dadurch wird erst recht die Spannung gehalten und die Neugier auf die Lösung geweckt. Ich wollte jedenfalls unbedingt wissen, was es mit allem auf sich hat. Die drei Hauptcharaktere sind am Anfang etwas gewöhnungsbedürftig. Das liegt auch daran, dass sie im Vergleich zu anderen Zeichentrickhelden etwas zu unnatürlich wirken. Ihre Mimik und Gestik ist manchmal etwas irritierend, weil sie z.B. öfter leer in die Gegend starren oder manchmal sehr oft und auffällig ihre Hände benutzen, wenn sie reden. Auch ihre Dialoge hören sich etwas holprig an. Das bessert sich aber im Laufe der Staffel. Mit der Zeit werden sie auch sympathischer. Gerade zu Beginn sind besonders Adam und Kai anstrengend, weil sie sich ständig wegen der unnötigsten Sachen in die Haare kriegen. Doch mit jeder Gefahr, die sie überwinden, wachsen die Drei als Team enger zusammen und dann macht es richtig Spaß, ihre Abenteuer zu verfolgen. Hinzu kommt, dass sie keine eindimensionalen Cartoonfiguren sind. Jeder von ihnen hat glaubwürdige Tiefpunkte und Momente, in denen sie verzweifeln oder von ihren Ängsten ausgebremst werden. Das gibt der Geschichte eine gewisse Ernsthaftigkeit und verdeutlicht, dass ihre Situation schwierig ist und sie kein leichtes, lustiges Spaßabenteuer durchleben. Auch der Humor ist größtenteils gelungen. Da es sich hier aber um eine Serie handelt, die auch Kinder und Jugendliche als Zielgruppe hat, sind manche Witze etwas sehr albern und nicht wirklich lustig - zumindest aus meiner Sicht als Erwachsene. Kai übergibt sich beispielsweise in einer Episode. Da er bis dahin immer noch nicht seine Kräfte entdeckt hat, kommentiert Adam: "Maybe you're a super puker." An solchen Stellen habe ich nicht gelacht. Dafür sind aber die vielen Gegenspieler, denen sie begegnen, immer interessant, ausgefallen und teilweise auch sehr unterhaltsam. Da gibt es zum Beispiel den Tod, der überraschend komisch und sogar sympathisch wirkt. 
Ich war bis zur letzten Folge mit Spaß und Freude dabei, doch die Auflösung macht alles kaputt. Die Enttäuschung über dieses lächerliche, unkreative und peinliche Ende ist bei mir immer noch da. Die ganze Zeit habe ich herumgerätselt, was wohl hinter der ganzen Welt und den Gegnern steckt und was das Geheimnis ist. Da die Serie selbst alles sehr im Dunkeln und viel Raum für eigene Interpretationen lässt, habe ich mit einer wirklich gut durchdachten Idee gerechnet. Ich habe darauf gesetzt, dass die Serienmacher sich erkennbar Gedanken gemacht haben. Das scheint aber nicht der Fall zu sein. Ich habe mich fremdgeschämt, als ich die letzten Szenen geguckt habe. Ich habe mich ernsthaft gefragt, wieso dieses Ende gewählt wurde. Das ist alles viel zu einfach und wird der Sendung nicht gerecht. Sollte das wirklich die endgültige Lösung sein und keine Irreführung (es gibt einen ganz kurzen Moment, der andeuten könnte, dass es nicht das ist, was es zu sein scheint), würde ich mir eine zweite Staffel wahrscheinlich nicht anschauen. 

The Forest

Montfaucon birgt viele Geheimnisse
Foto: France 3
Die Jugendliche Jennifer (Isis Guillaume) begibt sich eines Abends allein in den Wald in der Nähe ihres Zuhauses, dem kleinen Dorf Montfaucon in den Ardennen. Am nächsten Morgen erscheint sie nicht in der Schule und auch ihre Eltern können sie weder finden noch erreichen. Als die Polizei sich einschaltet, verbreitet sich die Nachricht wie ein Lauffeuer in dem kleinen Ort, wo alle einander kennt. Auch die junge Lehrerin Eva Mendel (Alecis Barlier) macht sich große Sorgen um ihre Schülerin und unterstützt die Suchaktion. Sie wird dabei auch mit ihrer Vergangenheit konfrontiert, da sie in genau dem gleichen Wald als Kind ein traumatisches Erlebnis hatte. Als die Leiche von Jennifer entdeckt wird und klar ist, dass jemand aus dem Dorf der Mörder sein muss, verdächtigt bald jeder jeden. Die Polizei ermittelt noch, als zwei weitere Mädchen verschwinden, darunter auch Maya (Martha Canga Antonio), die Tochter der Polizistin Virginie Musso (Suzanne Clément). Nun beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit. Der Täter muss schnell gefunden werden, bevor er erneut tötet. 
Ich würde "The Forest" oder "La Forêt" - so lautet der französische Originaltitel ("Netflix" hat die Serie nicht produziert, sondern die internationalen Ausstrahlungsrechte) - als eine durchschnittliche Thriller-Serie bezeichnen. Die sechs Folgen sind auf jeden Fall spannend genug, dass ich sie relativ schnell beendet habe. Das große Rätsel, was mit den verschwundenen Mädchen passiert ist, bleibt bis zum Schluss offen. Dafür wird der ganze Fall auf dem Weg dahin immer größer und komplexer, als er anfangs erscheint. Dadurch wollte ich wirklich wissen, wie die Staffel am Ende ausgeht. Allerdings war ich an einigen Stellen auch wirklich genervt. Die Polizisten in diesem Dorf verhalten sich teilweise sehr unüberlegt und dumm. Der Einzige, der immer den Eindruck macht, als habe er alles im Griff, ist der Hauptkommissar Gaspard Decker (Samuel Labarthe). Der Rest wirkt insgesamt eher inkompetent. Das ist ärgerlich, weil die Serie der Handlung damit sehr auffällig Probleme anheftet, die vollkommen unnötig sind. Beispielsweise lassen sie Virginie alleine mit einem aggressiven und unberechenbaren Verdächtigen alleine. Der befindet sich in einer Zelle auf dem Polizeirevier. Da ist es komplett vorhersehbar, dass diese Situation kein gutes Ende nimmt und als Zuschauer fragt man sich einfach, wo diese Leute ihren Verstand gelassen haben. Am meisten aufgeregt hat mich aber, dass Virginie, die komplett befangen ist und mehrmals unverantwortlich und impulsiv reagiert, nicht vom Fall abgezogen wird. Es dauert mehrere Folgen und einige Ausraster ihrerseits, bis der Hauptkommissar überhaupt anspricht, dass sie sich mal in den Griff kriegen sollte, anstatt sie sofort zu suspendieren. Noch diesem Gespräch handelt sie natürlich weiterhin emotional, natürlich ohne Konsequenzen. Dieses Verhalten hat ihre Figur sehr anstrengend gemacht. Zudem gibt es einen Handlungsstrang, der viel Aufmerksamkeit bekommt, aber sehr offensichtlich eine falsche Fährte beinhaltet. Als Zuschauer hat man das längst erkannt, während die Polizei keinen anderen Anhaltspunkt sucht, sondern weiter an dem Verdächtigen festhält. Auch die Geschichte von der Lehrerin Eva und was mit ihr passiert ist, kann man sich früh zusammenreimen. Trotzdem ist die Serie insgesamt ganz gut gemacht und bekommt gerade durch den geheimnisvollen Wald und die Dorfatmosphäre etwas Mysteriöses und Unheimliches. Daher eignet sie sich auf jeden Fall als Sendung für zwischendurch, auch weil man sie schnell durchgeschaut hat. 

Superstition

Keine normalen Bestatter
Foto: Syfy
Isaac Hastings (Mario Van Peebles) kehrt nach einigen Jahren im Militär zurück zu seiner Familie. Die ist keine ganz gewöhnliche Familie, denn sie besitzen nicht nur ein einfaches Bestattungsunternehmen und den Friedhof in ihrer Stadt La Rochelle. Sie bieten darüber hinaus auch besondere Dienste für die Toten an, die von Dämonen oder anderem Übernatürlichen getötet wurden. Isaac ist vor diesem Leben einst geflohen, jetzt wird er wieder mit hineingerissen. Zudem erfährt er auch noch, dass seine damalige Freundin May Westbrook (Dementria McKinney) schwanger war, als er sie verlassen hat. Nun hat er auch eine jugendliche Tochter, Garvey (Morgana Van Peebles), die er mit aller Macht beschützen will.
Die Serie, die genauso wie "The Forest" nicht von "Netflix" selbst produziert wurde, fängt eigentlich sehr interessant und vielversprechend an: Eine Familie, die im Bestattungsgeschäft ist und sich gleichzeitig mit dem Übernatürlichen auskennt und es bekämpft. Ich als "Supernatural"-Fan habe da sofort angebissen. Leider wurde ich enttäuscht. Spätestens ab der dritten Folge wird der Plot immer uninteressanter. Es ist sehr schwierig, der Handlung aufmerksam zu folgen, weil alles sehr wirr strukturiert und kein roter Faden vorhanden ist. Die halbe Staffel ist vorbei und es ist immer noch nicht ersichtlich, auf welchen Höhepunkt die Serie hinauslaufen will. Dabei wird außerdem zu wenig erklärt und zu vieles einfach in den Raum geworfen, was für Verwirrung sorgt. Die Hälfte der Zeit wird nicht klar, ob die Ereignisse in den einzelnen Episoden jetzt eigentlich etwas mit der großen Haupthandlung zu tun haben. Manche von ihnen sind so ereignislos, dass ich mich gefragt habe, wie man damit überhaupt fast 45 Minuten füllen kann: Beispielsweise als Issac gedanklich in die Vergangenheit transportiert wird, um sich mit einem Erlebnis auseinanderzusetzen, das er nicht verarbeitet hat. So ein Plot könnte packend und mitreißend sein, allerdings ist es hier eher einschläfernd. Die Abläufe der Folgen sind langweilig, weil einfach kein Spannungsbogen existiert. Das noch viel größere Problem ist aber die allgemeine Qualität der Sendung. Die Schauspieler können ihre Figuren nicht überzeugend spielen. Sie alle wirken sehr unecht, das merkt man an zu übertriebener oder nicht vorhandener Mimik. Außerdem hört sich vieles, was sie sagen, sehr unnatürlich oder merkwürdig betont an und nicht so, wie Menschen wirklich reden würden (ich habe die Originalversion geschaut und nicht die deutsche Version). Darüber hinaus hat keine der Figuren irgendwelche herausstechenden Eigenschaften oder irgendetwas, was ihnen als Charaktere eine Persönlichkeit oder Wiedererkennungswert gibt. Sie sind so platt und uninteressant, dass ich nie mit ihnen mitgefiebert habe. Auch die Bösewichte wirken alles andere als bedrohlich. Die meiste Zeit habe ich nicht einmal verstanden, was sie überhaupt wollen oder was sie antreibt. Sie tauchen einfach auf und greifen an. Das alles führt dann dazu, dass die Geschichte überhaupt nicht packen kann. Ein weiterer Störfaktor, der die Qualität schmälert, sind dann noch die schlechten Spezialeffekte. Ich habe lange keine so neue Serie gesehen, die so unechte Effekte eingesetzt hat. Nichts davon wirkt auch nur ansatzweise glaubhaft und trägt definitiv nicht dazu bei, die düstere Stimmung, die die Sendung eigentlich erzielen will, zu unterstützen. Ich hatte das Gefühl, eine Serie aus den 90ern zu sehen. Besonders in der letzten Folge gibt es einen übermäßigen Einsatz dieser schlechten Effekte. Das alles ist wirklich schade und ärgerlich. Die Grundidee hat mir wirklich zugesagt, nur leider hapert es bei "Superstition" an der kompletten Umsetzung. 


Das waren meine "Netflix"-Kurzrezensionen. Da der Streaming-Anbieter immer wieder neue Serien und Staffeln herausbringt, wird es sicher nicht der letzte Beitrag zu diesem Thema sein. Alle Posts zum Thema "Netflix" findet ihr hier.

Folgt uns auf TwitterFacebook und Instagram, um weitere Rezensionen nicht zu verpassen. Alle Beiträge zum Thema "TV" findet ihr hier


Freitag, 6. Juli 2018

Netflix Original Filme - Kurzrezensionen (Teil 5)

"Netflix" bringt jeden Monat mehrere neue Eigenproduktionen heraus. In unserer Reihe "Kurzrezensionen" stellen wir regelmäßig drei davon vor und fassen zusammen, ob sich das Angucken lohnt. Dabei rezensieren wir sowohl Serien als auch Filme und das Querbeet durch alle Genre hindurch. Diesmal geht es wieder um Filme. In der Vergangenheit haben wir uns bereits Horrorstreifen wie "Little Evil" und Romanzen wie "When We First Met", aber auch Actionfilme wie "Spectral" und Dramen wie "Kodachrome" gewidmet. 


Tau

Die Grafik ist nicht immer so gut
Foto: Netflix
Julia (Maika Monroe) wohnt in einer dreckigen Absteige und verdient ihr Geld damit, Menschen in billigen Nachtclubs zu bestehlen. Eines Abends wird sie in ihrer Wohnung überfallen und betäubt. Als sie aufwacht, ist sie an eine Liege gefesselt, geknebelt und verkabelt. Später wird sie in einen dunklen Käfig gebracht, in dem bereits zwei andere, ebenfalls gefesselte und geknebelte, Menschen (Fiston Barek, Ivana Zivkovic) eingesperrt sind. Julia realisiert, dass sie alle drei ein Implantat in ihrem Nacken eingesetzt bekommen haben. Mit einer List gelingt es Julia, das Labor und den Käfig zu zerstören und mit ihren Mitgefangenen abzuhauen. Die beiden werden jedoch während der Flucht von einem aggressiven Roboter getötet. Bevor er auch Julia umbringen kann, wird er von ihrem Entführer (Ed Skrein) davon abgehalten. Sein Name ist Alex. Er ist Leiter eines großen Technikunternehmens und entwickelt künstliche Intelligenzen. Eine davon ist Tau, die in seinem Haus integriert ist und auch den Killer-Roboter steuert. Alex hat Julia und mehrere andere Menschen, die aufgrund ihrer niedrigen sozialen Stellung von niemandem vermisst werden, gekidnappt, um ihre Hirnaktivitäten aufzuzeichnen. Da das Labor zerstört ist, kann sich Julia nun etwas freier bewegen, wird aber weiterhin gezwungen, bestimmte Tests zu absolvieren. Bald erfährt sie, dass Alex Tau von der Außenwelt abschottet und die sehr neugierige künstliche Intelligenz so gut wie nichts weiß. Im Gegenzug für Informationen, bittet sie Tau um die Hilfe bei ihrer Flucht.

Zu Beginn ähnelt "Tau" einem Horrorfilm
Foto: Netflix
Diese Inhaltsangabe mag klingen, als hätte ich damit schon den ganzen Film verraten. Zum Teil stimmt das auch, denn es geschieht nur sehr, sehr wenig. Es gibt ein paar Sequenzen (zum Beispiel Gespräche zwischen Julia und Tau, Aufnahmen von leuchtenden, digitalen Anzeigen...) und Sätze, die immer wiederholt werden. Nur zu Beginn und gegen Ende kommt ein bisschen mehr Leben in die träge Handlung. Andererseits muss die Geschichte ausführlich erklärt werden, da sie zwar simpel klingt, aber dennoch ziemlich verstrickt ist. Denn "Taus" ganz große Schwachstelle ist das Nicht-beantworten sämtlicher aufkommender Fragen. Der Zuschauer erfährt nicht, was Alex eigentlich genau erreichen will, weshalb er seine Forschung geheim hält und was Julia so besonders für das Experiment macht. Als Tau Julia mit Fragen zur Außenwelt löchert, habe ich ihn jedenfalls sehr gut nachvollziehen können. Nichts ist nerviger, als keine Antworten zu bekommen. "Tau" hat dadurch keinerlei Substanz, da nicht klar ist, wie die Handlung oder die Charaktere einzuordnen sind. Der Science-Fiction-Streifen hat mich in dieser Hinsicht und von der Geschichte her an "The OA" erinnert - die schlechteste "Netflix"-Serie, die ich je gesehen habe
Tau (hinten) weiß nicht mehr, wem er gehorchen soll 
Foto: Netflix
So grottig ist der Ende Juni 2018 erschienene Film nicht, da die Schauspieler deutlich besser sind als bei "The OA" und er einige beachtenswerte Themen aufwirft. Es gibt unzählige Handlungen über künstliche Intelligenz. In den meisten entwickelt die Technologie ein Eigenleben und wendet sich gegen die Menschen oder wird durch einen Funktionsfehler "böse". Hier wird ein viel spannenderer Aspekt angegangen: Tau verhält sich wie ein kleines Kind. Er ist neugierig, stellt Fragen und ist sich nicht über die Folgen seines Handelns bewusst. Dadurch wächst er sowohl Julia als auch dem Zuschauer ans Herz, obwohl er noch kurz zuvor zwei Menschen getötet hat. Dieses moralische Dilemma ist spannend und ungewöhnlich, da die KI-Technologie nicht einfach verteufelt, sondern von verschiedenen Seiten beleuchtet wird. Es ist auch interessant zu sehen, wie die junge Frau versucht, völlig alltägliche Dinge, wie Bäume oder Häuser, zu erklären, sodass der völlig unwissende Tau sie verstehen kann. Dasselbe gilt für die aufgeworfenen Fragen, wie "Schuldet man den Menschen, die einen `erschaffen´ haben etwas?" oder "Was macht eine Person zu einer Person?" Besonders eindrucksvoll ist in dieser Hinsicht eine Szene, in der Tau einen Tobsuchtsanfall bekommt - wie ein kleines Kind - und immer wieder schreit, dass er eine Person sei. Es ist deutlich zu merken, wie viel Angst die künstliche Intelligenz vor der Frage nach der eigenen Existenz hat. All das ist hochspannend, verläuft sich aber vollkommen, um Platz für übertrieben blutige Actionszenen zu machen. "Tau" hat sehr großes Potenzial, das leider größtenteils verschenkt wird. Hier wäre es deutlich sinnvoller gewesen, die Geschichte in einer Serie zu verarbeiten, um genug Zeit zu haben, um Lösungsvorschläge für die gestellten Fragen zu finden und dem Zuschauer die menschlichen Charaktere näher zu bringen.


Ihr Motto ist Widersprechen 
Foto: Netflix
Lona Skinner (Sami Gayle) und Bennett Russell (Jacob Latimore) haben nur wenig gemeinsam: Sie besuchen dieselbe exklusive Schule, sind die einzigen Mitglieder des dortigen Debattierclubs und können sich nicht sonderlich leiden. Ansonsten sind die beiden grundverschieden. Bennett ist der Sohn der erfolgreichen Politikerin Julia Russell (Uzo Aduba), die ihren guten Freund Barack Obama gebeten hat, Bennett eine Empfehlung für Yale zu schreiben. Lona wächst nach dem frühen Tod ihres Vaters bei ihrer Mutter Amy (Christina Hendricks) auf und muss immer aufs Geld schauen. Durch ihren Ehrgeiz und ihre Intelligenz hat sie ein Stipendium für die Schule bekommen und hofft nun, es so auch nach Harvard zu schaffen. Um ihre Chancen für die Aufnahme an den Elite-Universitäten zu verbessern, wollen die zwei Debattierchampions eine weitere Meisterschaft gewinnen. Allerdings können sie diesmal nicht individuell antreten, sondern müssen ein Team bilden. Da beide Einzelkämpfer sind, gestaltet sich das als schwierig, zumal auch ihre Mütter mitmischen, die sich schon in der Schulzeit nicht leiden konnten. Lediglich Vertrauenslehrerin Kathy (Helen Hunt) versucht zwischen Lona und Bennett zu vermitteln.

Die Mütter wollen helfen, wissen aber nicht wie
Foto: Netflix
Ich hatte "Candy Jar" schon eine ganze Weile auf meiner Liste, habe aber lange gebraucht, um mir den Film tatsächlich anzusehen. Die Beschreibung und der Trailer ließen darauf schließen, dass es sich dabei um einen typischen, klischeehaften Teeniestreifen handelt, in dem zwei gegensätzliche Jugendliche gezwungen sind, zusammenzuarbeiten und sich dann ineinander verlieben. Die Geschichte um Lona und Bennett geht zwar grob in diese Richtung, unterscheidet sich aber dennoch stark von Streifen mit einer ähnlichen Ausgangssituation. Zum einen fehlen die ganzen typischen Charaktere, die normalerweise in einem Jugendfilm vorkommen. Es gibt keine arroganten Sportler, keine egoistische Homecoming-Königin, keine altkluge beste Freundin oder einen albernen Klassenclown. Um genau zu sein, kommen so gut wie keine Teenager vor. Zwischendurch treten zwei Zwillingsbrüder dem Debattierclub bei. Deren einzige Funktion ist es jedoch, Fragen zum wettkampfmäßigen Debattieren zu stellen, damit es der Zuschauer nicht googlen muss. Ansonsten reden Lona und Bennett nur mit dem jeweils anderen oder mit ihren erwachsenen Bezugspersonen. Eine sehr akkurate Darstellung eines "Nerds", die in Filmen normalerweise eher verzerrt wird. Aber das kommt in "Candy Jar" so gut wie gar nicht vor. Zwar überlegen die beiden Protagonisten zwischenzeitlich, ob sie eine "normale" Zeit auf der High School hatten, aber sie ändern sich deswegen nicht. Sie sind einfach arbeitswütig, ehrgeizig und auf ihre Zukunft fixiert. Das wird aber nicht als verwerflich oder falsch dargestellt und die Charaktere haben auch keinen Sinneswandel am Schluss. Stattdessen endet der Film mit einer ähnlichen Szene, wie es sie schon zu Beginn gab, die zeigt, dass Lona und Bennett mit sich selbst im Reinen sind. Ich kann mich nicht erinnern, jemals eine so realistische und wertfreie Darstellung von intelligenten Jugendlichen gesehen zu haben, die sich willentlich gegen ein "normales" Teenieleben entschieden haben.
Lona und Bennett stehen zu ihren Eigenarten
Foto: Netflix
Auch die anderen Themen des Films sind deutlich fundierter und erwachsener als in den meisten anderen dieses Genres. Das Debattierthema bei den Wettbewerben ist, ob Collegebildung umsonst oder weiterhin kostenpflichtig sein sollte. Dabei werden einige interessante Aspekte aufgeworfen, vor allem, als die Protagonisten gegen zwei Mädchen antreten, die nicht mit Fakten um sich werfen, sondern ihre eigenen Erfahrungen einbringen. Die Tatsache, dass Lona aus ärmlichen Verhältnissen stammt, wird in diesem Zusammenhang leider ein wenig vernachlässigt. Zwar erzählt ihre Mutter ständig, dass es ihnen an Geld mangelt und das Haus nicht so schön sei, aber ansonsten ist dieser Aspekt nicht wirklich bemerkbar. Hier wäre das Prinzip "Show don't tell" angebracht gewesen. Mein zweiter und tatsächlich schon letzter Kritikpunkt ist ein Logikloch: Obwohl vor jedem Debattierduell festgelegt wird, wer welche Seite vertritt, sind die beiden oben erwähnten Mädchen bis ins Finale gekommen. Es ist höchst unwahrscheinlich, dass sie kein einziges Mal für Studiengebühren argumentieren mussten. Aber wie hätten sie das bewerkstelligt, wenn sie keine Fakten, sondern nur eigene Erfahrungen mit den negativen Konsequenzen von teurer Bildung parat hatten? Mal abgesehen von diesen beiden Punkten ist "Candy Jar" ein unterhaltsamer Film. Das liegt unter anderem daran, dass nicht nur auf die üblichen Klischees, sondern auch fast vollständig auf die typische Liebesgeschichte verzichtet wird. Es gibt zwar Gefühle zwischen Lona und Bennett, doch die spielen nie eine zentrale Rolle und wirken immer angenehm unterschwellig. Stattdessen hat "Candy Jar" einige dramatische Elemente. Besonders eine Szene ist herzzerreißend und zeigt eindrücklich, wieso dem titelgebenden Süßigkeitenglas so viel Bedeutung beigemessen wird. Mehr kann ich leider nicht verraten, ohne eine wichtige Wendung zu spoilern. Denn die kommt wirklich überraschend - im Gegensatz zu der am Ende. Ich habe mir bereits am Anfang gedacht, dass das Universitäten-Szenario so aufgelöst werden würde. Alles in allem ist "Candy Jar" ein wirklich sehenswerter Film!


Set It Up

Lauter langweilige Charaktere
Foto: Netflix
Die 25-jährige Harper (Zoey Deutch) arbeitet als persönliche Assistentin für Kirsten (Lucy Liu), die Chefredakteurin eines Online-Sportmagazins. Von morgens bis abends muss sie die Launen ihrer Chefin ertragen und häuft Berge an Überstunden an. Eines Nachts begegnet sie ihrem männlichen Pendant Charlie (Glen Powell). Der 28-Jährige ist Assistent des Risikokapital-Anlegers Rick (Taye Diggs) und muss ein ähnliches Arbeitsklima wie Harper ertragen. Beide machen ihren Job nur, um später von der Stellung und den Kontakten ihres jeweiligen Bosses zu profitieren. Im Spaß schlägt Charlie vor, dass sie Kirsten und Rick verkuppeln könnten, da diese dann weniger Zeit im Büro verbringen würden. Nach einer Weile willigt Harper ein und die zwei schmieden allerhand Pläne, damit sich ihre Chefs ineinander verlieben. Dazu zählen ein gemeinsames Feststecken im Aufzug, ein Kisscam-Kuss bei einem Baseball-Spiel und zahlreiche Geschenke, die Harper und Charlie für ihren jeweiligen Boss aussuchen. Schließlich beginnen Rick und Kirsten tatsächlich eine Beziehung, wodurch ihre Assistenten mehr Freizeit haben. Eine Weile lang sind alle vier zufrieden, doch dann häufen sich die Probleme.

Rick und Kirsten haben absolut keine Chemie
Foto: Netflix
Romantische Komödien gehören zu den Genre, die ich am wenigsten mag. Sie sind mir zu albern, zu absehbar und zu eintönig. Der ähnlich gelagerte "Netflix"-Film "When We First Met" hat mich jedoch gut unterhalten und zu "Set It Up" hatte ich einige positive Kommentare gelesen, daher habe ich ihn mir angesehen. Im Gegensatz zu "Candy Jar", von dem ich mir wenig versprochen hatte und angenehm überrascht wurde, hat mich der neue Streifen extrem enttäuscht. Die Geschichte ist so langweilig, dass ich mehrere Anläufe gebraucht habe, um den Film überhaupt zu Ende zu gucken. Er ist klischeehaft und vorhersehbar wie fast alle romantischen Komödien, hat aber auch sonst keinerlei interessante Wendungen oder frische Ideen, die der Handlung irgendwie Schwung verleihen. Eine Stunde und 45 Minuten Laufzeit wäre mehr als genug gewesen, um irgendein Alleinstellungsmerkmal zu finden, mit dem sich die Geschichte von ähnlichen abgehoben hätte. Stattdessen passiert nicht viel mehr als das, was bereits im knapp über zwei Minuten langen Trailer zu sehen ist. Letztendlich dreht sich "Set It Up" überhaupt nicht um das titelgebende Verkuppeln, sondern um Charlies und Harpers fruchtlose Versuche, die große Liebe und einen Sinn in ihrem Leben zu finden. 
Harper und Charlie sind ganz nett, mehr auch nicht
Foto: Netflix
Das wäre noch tragbar, wenn zumindest die Charaktere charmant und sympathisch wären. Das ist aber nicht der Fall. Die beiden Assistenten sind das wandelnde Klischee eines hart arbeitenden Millenials, der Karriere machen möchte, aber durch einen ignoranten Boss daran gehindert wird. Diese Chefs haben natürlich keinen Funken Menschlichkeit in sich und werden regelmäßig körperlich wie verbal ausfallend. Dazu kommen noch der beste Freund (Pete Davidson) des Protagonisten und die beste Freundin (Meredith Hagner) der Protagonistin, die nichts weiter tun, als treudoof zu sein, außer es geht darum, die Verliebtheit ihres Gegenübers zu erkennen. Natürlich darf auch die obligatorische gefühlskalte, egoistische Freundin (Joan Smalls) des Hauptcharakters nicht fehlen, die nur auf dessen Geld und Ansehen aus ist. Harper und Charlie agieren relativ geschmeidig miteinander und wirken besonders in einer Szene, in der sie sich eine Pizza teilen, erfrischend realistisch. Alle anderen Figuren und ihre Beziehungen untereinander wirken nur steif und erzwungen. Die vermeintliche große Liebe zwischen Kirsten und Rick ist für den Zuschauer beispielsweise überhaupt nicht nachvollziehbar, da die beiden kaum gemeinsam zu sehen sind. Charaktere und Handlungen erscheinen so herzlos zusammengewürfelt, dass der Film einfach keinen Spaß macht. Es fehlt ihm schlicht und ergreifend an Seele und Substanz.


Das waren meine "Netflix"-Kurzrezensionen. Da der Streaming-Anbieter immer wieder neue Serien und Staffeln herausbringt, wird es sicher nicht der letzte Beitrag zu diesem Thema sein. Alle Posts zum Thema "Netflix" findet ihr hier.

Folgt uns auf Facebook, Twitter und Instagram, um den nächsten Teil nicht zu verpassen. Alle bisherigen Posts zum Thema "TV" findet ihr hier.


Sonntag, 10. Juni 2018

Jurassic World 2: Das gefallene Königreich - Watch.Read.Discuss. [D/E]

The following discussion of the movie "Jurassic World: Fallen Kingdom" is also available in English. Please scroll down for the English version.

Deutsch


- Der folgende Text enthält Spoiler -

Dinosaurier sind so cool!
Foto: Universal Pictures
"Jurassic World: Das gefallene Königreich" ist die Fortsetzung des Megaerfolgs "Jurassic World". Der spielte 2015 über 1,6 Milliarden US-Dollar ein und ist derzeit auf Platz 5 der erfolgreichsten Filme aller Zeiten. Wir, die "Watch.Read.Talk."-Autoren, waren begeistert von dem Film und konnten den zweiten Teil kaum erwartenIn diesem Beitrag unserer Reihe "Watch.Read.Discuss." diskutieren wir unter anderem, ob sich unsere Erwartungen erfüllt haben und wie uns der neue Super-Dino gefallen hat. 

Drei Jahre sind seit der Tragödie im Erlebnispark "Jurassic World" vergangen. Die ehemalige Parkmanagerin Claire Dearing (Bryce Dallas Howard) hat mittlerweile die "Dinosaur Protection Group" gegründet, die sich für die Rechte der Urzeitriesen einsetzt. Die Isla Nublar, auf der die verbleibenden Tiere leben, droht von einem Vulkanausbruch komplett zerstört zu werden. Claire und ihre Mitstreiter, darunter Paläo-Tierärztin Dr. Zia Rodriguez (Daniella Pineda) und IT-Fachmann Franklin Webb (Justice Smith, Letztendlich sind wir dem Universum egal), versuchen die erneute Auslöschung der Dinosaurier zu verhindern. Sir Benjamin Lockwood (James Cromwell) und seine rechte Hand Eli Mills (Rafe Spall, The Ritual) sind bereit, eine Rettungsmission zu finanzieren und den Urzeittieren ein sicheres Leben auf einer anderen Insel zu ermöglichen. Claire überredet ihren Ex-Freund und ehemaligen Velociraptor-Trainer Owen Grady (Chris Pratt, Avengers: Infinity War) mit ihr, Franklin und Zia zur Isla Nublar zurückzukehren. Vor Ort werden sie nicht nur mit gefährlichen Dinosauriern und tödlicher Lava konfrontiert, sondern auch mit einer Intrige, die sie fast das Leben kostet. Zurück auf dem Festland müssen Claire, Owen und Webbs Enkelin Maisie (Isabella Sermon) verhindern, dass die überlebenden Dinosaurier, darunter Owens trainierter Velociraptor Blue, den falschen Menschen in die Hände fallen.


Wie seid ihr auf den Film aufmerksam geworden und warum wolltet ihr ihn gucken?

Katrin: Ich fand "Jurassic World" hammergeil! Daher war es sonnenklar, dass ich am Erscheinungstag des zweiten Teils mit meinem "Jurassic Park"-Hoodie im Kino sitzen würde! Es ist übrigens ziemlich cool, dass der Film in Deutschland und vielen anderen europäischen Ländern schon zwei Wochen vor dem US-Start angelaufen ist. 

Laura: Ich habe die "Jurassic Park"-Trilogie als Kind geliebt, deswegen habe ich natürlich die neuen Filme auch im Auge behalten. Der erste Teil von "Jurassic World" hat mir gut gefallen, deshalb wollte ich auch "Das gefallene Königreich" schauen. Ich war definitiv gespannt, wie die Geschichte weitergehen wird.

Wie schlägt sich "Das gefallene Königreich" im Vergleich zu seinem Vorgänger?

Katrin: Mir hat der Film etwas weniger gefallen als der erste Teil. Das lag vor allem daran, dass die Atmosphäre nicht so intensiv war. Dadurch, dass der weltbekannte Original-Soundtrack kaum benutzt wurde, nur ein kleiner Teil der Handlung auf der Isla Nublar spielte und bis auf Claire und Owen keine anderen "Jurassic World"-Charaktere vorkamen, war die Stimmung nicht die gleiche. Trotzdem hat mir "Das gefallene Königreich" gut gefallen. Das lag vor allem daran, dass er im Gegensatz zum Vorgänger mehr dramatische Momente hatte.

Laura: Insgesamt mochte ich den ersten auch noch lieber. Trotzdem ist auch dieser Teil unterhaltsam. Der große Pluspunkt bei diesen Filmen sind einfach die Dinosaurier. Mittlerweile ist die Technik so weit, dass sie unglaublich real erscheinen und das Filmerlebnis sehr besonders machen. Ich könnte wahrscheinlich stundenlang einfach bloß Szenen sehen, in denen sie ganz normale Dinge tun. Schon allein deshalb schaue ich mir diese Filme gerne an und würde wahrscheinlich nie komplett enttäuscht das Kino verlassen. Trotzdem fand ich es schade, dass die Handlung auf der Insel so schnell vorbei war. Ich mochte das Setting sehr, weil der Park mittlerweile ziemlich zerstört ist und ein tolles "Lost Place"-Gefühl hat. Die Militärgeschichte mochte ich nicht wirklich, vor allem weil sie langweilig und nichts Außergewöhnliches ist: Die Dinos als neue "Waffe" im Krieg einzusetzen, hat mich einfach nicht interessiert. Zudem sind die Gegenspieler alle vollkommen unausgereifte und eindimensionale Charaktere, was das ganze nicht besser gemacht hat.

Wie fandet ihr die menschlichen Charaktere - sowohl die bereits bekannten als auch die neuen?

Owen, Franklin, Claire & Zia kümmern sich um Blue
Foto: Universal Pictures
Katrin: Von mir aus hätten alle menschlichen Charaktere und alle fleischfressenden Dinosaurier sterben können, wenn dafür der Brachiosaurus (Ich glaube jedenfalls, dass es einer war.) am Bootsanleger gerettet worden wäre. Ich fand es schade, dass nur zwei der "Jurassic World"-Charaktere dabei waren, zumal ich Owens Art nicht sonderlich mag (Sein Verhalten hat sich im Vergleich zum vorherigen Film aber deutlich gebessert!). Claire hat mir diesmal richtig gut gefallen, da sie sich weiterentwickelt und versucht, ihre vergangenen Fehler wiedergutzumachen. Leider durfte sie wieder nur dabeistehen, während Owen alle gerettet hat. Positiv überrascht war ich von Maisie. In den vorherigen Filmen des Franchise haben die Kinder immer kolossal genervt, aber die Kleine umgeht alle Fehler ihrer Vorgänger: Sie ist selbstständig, quengelt nicht, bringt sich nicht in Gefahr, ist nicht altklug und bleibt weitestgehend ruhig. Ich hoffe, sie ist im dritten Teil wieder mit dabei. Das Ende von "Das gefallene Königreich" ist schonmal vielversprechend in dieser Hinsicht.

Laura: Neben den Antagonisten konnten mich auch die anderen Figuren nicht wirklich überzeugen. Genauso wie Katrin mag ich Claire noch am liebsten, finde Owen aber auch in Ordnung und ihre gemeinsame Dynamik sorgt für ein paar nette Szenen. Das war's dann aber auch. Zia und Franklin sind ganz gute neue Charaktere, die den Zuschauer definitiv unterhalten. Insgesamt bleiben sie dabei aber ziemlich eindimensional. Viel mehr mochte ich Maisie - aus den gleichen Gründen wie Katrin. Bei den anderen Kindern war ich ständig genervt von ihren zahlreichen dummen Aktionen. Sie ist da mal eine sehr nette Abwechslung.

Wie sieht es bei den Dinosauriern aus? Was haltet ihr vom "Indoraptor"?

Laura: Wie ich oben schon erwähnt habe, sind die Dinosaurier insgesamt immer ein Pluspunkt. Auch dieses Mal konnten sie mich überzeugen, vor allem Blue. Aber auch der T-Rex hat wieder einen coolen Moment, als er Claire, Owen und Franklin auf der Insel vor einem anderen Saurier "rettet". Er und Blue haben wirklich Persönlichkeit. Was den "Indoraptor" angeht: Ich finde es etwas ermüdend, dass es immer ein noch "böserer" Dinosaurier sein muss. Als ob ein ganz normaler fleischfressender, aggressiver Dino nicht schon krass genug wäre. Mich konnte er nicht wirklich überzeugen, weil er vergleichsweise wenig Screentime bekommt. Der Zuschauer sieht nicht mal wirklich, wozu er fähig ist und was ihn jetzt so sehr von anderen Dinosauriern abhebt. Den "Indominus Rex" aus dem ersten Teil fand ich deutlich interessanter und unheimlicher. Er wird von Anfang an in die Geschichte eingebunden und bekommt eine wirkliche Einführung.

Katrin: Ich wünschte, die Produktion hätte den Mosasaurus als "Endgegner" genommen. Jede Szene mit ihm ist einfach nur purer Horror - besonders die unglaublich gut gemachte Aufnahme, wie er durch eine Welle taucht, auf der mehrere Surfer unterwegs sind. Das ist der Stoff, aus dem Albträume gemacht sind! Der "Indoraptor" hat mich einfach nur enttäuscht. Er sieht aus, wie ein Velociraptor mit goldener Färbung an den Seiten. Natürlich konnte er nicht so groß sein, wie der "Indominus Rex", da er sonst nicht in die Villa gepasst hätte. Aber im Gegensatz zu zahlreichen anderen Sauriern fand ich ihn schon etwas langweilig. Dass er wie ein Hund dressiert war, hat ihn auch nicht gerade furchterregender gemacht.

Welche Szene hat euch am wenigsten gefallen?

Das ist ein Dinosaurier und keine böse Hexe!
Foto: Universal Studios
Laura: Wo wir gerade schon beim "Indoraptor" sind: Seine Todesszene ist einfach komplett überzogen. Musste er wirklich in Zeitlupe durch das Glasdach stürzen und dann so brutal von einem Dinoskelett aufgespießt werden? Dann wird seine Leiche auch noch durch einen Blitz im dunklen Raum erleuchtet und dazu kommt natürlich noch dramatische Musik. Bei so viel Übertreibung konnte ich nur mit dem Kopf schütteln.

Katrin: Alle mit dem "Indoraptor" - besonders die, in der er in Maisies Zimmer ist. Es ist einfach nur lächerlich, dass er langsam die Tür aufmacht und sich durch den Raum schleicht, als sei er ein Einbrecher und kein wildes Tier. Außerdem fand ich es wirklich schade, dass keiner der Charaktere auf die Enthüllung des großen Geheimnisses (Das ich schon ziemlich früh erraten habe.) eingegangen ist.

Und welche am besten?

Katrin: Die oben bereits angesprochene Szene, in der die Menschen mit einem Boot von der Insel fliehen und ein einzelner Brachiosaurus am Anleger steht - hinter ihm Lava und Aschewolken - der ganz klägliche Laute von sich gibt, als würde er um Hilfe rufen. Ich bin bei Filmen selten emotional, aber der Moment hat mir wirklich wehgetan. Er hat mehr als alle anderen Szenen in beiden "Jurassic World"-Filmen gezeigt, dass Dinosaurier keine Spielzeuge und Killer sind, sondern Lebewesen. Claires völlig verzweifelter Blick macht die Sequenz noch trauriger und eindrücklicher. Optisch mochte ich fast jede Szene - die Kameraufnahmen sind beeindruckend und sehr kreativ!

Laura: Für mich war das ebenfalls die beste Szene! Sie zieht sich so lange, dass es für den Zuschauer fast unerträglich ist, hinzuschauen. In diesem Film habe ich deutlich mehr mit den Dinosauriern mitgefühlt als mit irgendeinem der Charaktere. Ansonsten haben mir auch alle Szenen auf der Insel mit am besten gefallen. Schade, dass diese Handlung so schnell vorbei war!

Was hättet ihr an der Geschichte verändert?

Das ist Grusel genug, es braucht keinen Indoraptor!
Foto: Universal Pictures
Katrin: Ich hätte den Mosasaurus oder zumindest einen anderen furchteinflößenden Dinosaurier in den Mittelpunkt gestellt und die Handlung größtenteils auf der Insel spielen lassen. Die freilebenden Urzeittiere und der ausbrechende Vulkan hätten als Horrorszenarien gereicht, da hätte es die alberne Auktion und die eindimensionalen menschlichen Antagonisten nicht gebraucht. Außerdem hätte ich Zia und Franklin mehr Sendezeit gegeben und deutlicher gezeigt, wie heldenhaft Claire ist.

Laura: Da ich die ganze Idee mit dem Militär sehr langweilig fand, hätte ich dem Film wahrscheinlich eine andere Art von Gegenspieler gegeben. Außerdem hätte ich es toll gefunden, wenn die Rettungsaktion mehr im Fokus gestanden hätte und nicht nur ein Vorwand gewesen wäre, um Claire und Owen auf die Insel zu locken.

Last, but not least: Was versprecht ihr euch vom dritten Teil, der im Juni 2021 erscheint?

Katrin: Dass der Film eine Erklärung dafür findet, wie drei Dutzend Dinosaurier (darunter Pflanzenfresser und sehr kleine), die sich nicht fortpflanzen können, tatsächlich eine Gefahr für die ganze Welt darstellen sollen. Außerdem hoffe ich, dass Maisie, Franklin und Zia wiederkehren und die Sendezeit gerechter zwischen den Charakteren verteilt wird. Hat mittlerweile irgendeiner eine Zeitmaschine erfunden? Ich möchte nicht 1.098 Tage warten! 

Laura: Genau das habe ich mich auch am Ende gefragt. Was mich außerdem gewundert hat: Wieso wurden nicht direkt Pläne geschmiedet, um die Dinosaurier doch noch zur sicheren Insel zu bringen? So viele können das doch wirklich nicht gewesen sein, da sie alle auf das Schiff gepasst haben. Ich hoffe daher, dass die Rettungsaktion im kommenden Teil immer noch eine Rolle spielen wird.


Habt ihr "Jurassic World: Das gefallene Königreich" schon gesehen? Wie hättet ihr geantwortet? Teilt es und in den Kommentaren mit

Folt uns auf Facebook, Twitter und Instagram, um weitere Rezensionen nicht zu verpassen. Alle bisherigen Posts zum Thema "Film" findet ihr hier.



_____________________________________________________________________________________________



English


- The following text contains spoilers -


Dinosaurs are so cool!
Photo: Universal Pictures
"Jurassic World: Fallen Kingdom" is the sequel of the mega-hit "Jurassic World". It grossed more than 1.6 billion US dollar in 2015 and is currently ranked fifth on the "Most successful movies of all time" list. We, the "Watch.Read.Talk.", authors loved the movie and couldn't wait for the second part. In today's "Watch.Read.Discuss." we discuss some questions about the movie - like if our expectations were satisfied and what we thought about the new super dino.

Three years have passed since the tragedy at the "Jurassic World" adventure park. Meanwhile former park manager Claire Dearing (Bryce Dallas Howard) has founded the "Dinosaur Protection Group" which advocates for the prehistoric animals' rights. The Isla Nublar where all the remaining species live is threatened to be destroyed by a volcanic eruption. Claire and her fellow campaigners, including paleo-veterinarian Dr. Zia Rodriguez (Daniella Pineda) and IT expert Franklin Webb (Justice Smith), try to prevent the dinosaurs' reextinction. Sir Benjamin Lockwood (James Cromwell) and his right hand Eli Mills (Rafe Spall) offer to finance a rescue mission and allow the animals to live a peaceful life on a different island. Claire convinces her ex-boyfriend and former velociraptor trainer Owen Grady (Chris Pratt) to accompany her, Franklin and Zia to Isla Nublar. On site they're not only confronted with dangerous dinosaurs and deadly lava, but also with an intrigue that almost claims their lives. Back on the mainland Claire, Owen and Webb's granddaughter Maisie (Isabella Sermon) have to stop the surviving dinosaurs, including Owen's trained velociraptor Blue, from falling into the wrongs hands.


When did you become aware of the movie and why did you want to watch it?

Katrin: I thought "Jurassic World" was awesome! Therefore it was crystal clear I would be at the movie theater opening day wearing my "Jurassic Park" hoodie! It's pretty amazing the movie was released in Germany and many other European countries two weeks earlier than in the US.

Laura: I loved the "Jurassic Park" trilogy when I was a kid, that's why I was really anticipating the new films. Since I really liked the first part of "Jurassic World" I also wanted to see "Fallen Kingdom". I was very curious how the story would go on.

How did "Fallen Kingdom" do in comparison to its predecessor?

Katrin: I liked the movie a little less than the first one. The main reason is the not-so-intense atmosphere. The original soundtrack was barely used, just a small bit of the story was actually set on Isla Nublar and except for Claire and Owen none of the other "Jurassic World" characters returned, therefore the mood wasn't the same. I still liked "Fallen Kingdom" a lot. Mainly because it had more dramatic moments than its predecessor.

Laura: Overall I also liked the first one better. Nonetheless this film is entertaining too. The great thing about these movies are the dinosaurs. The technology is so advanced that they look unbelievable realistic and this is what makes the movie experience so great. I could probably watch scenes in which they do ordinary things for hours. That's why I love to watch these films and I guess I would never leave the cinema totally disappointed. But I didn't like that the plot on the island ended so soon. I loved the setting because the park looked abandoned and had a great "lost place" feeling. The military story annoyed me, because it's boring and overdone: The idea of using dinosaurs as a "weapon" in wars just wasn't interesting. Furthermore the opponents are all completely one-dimensional and lack interesting characteristics.

What did you think of the human characters - the already known ones as well as the new ones? 

Owen, Franklin, Claire & Zia take care of Blue
Photo: Universal Pictures
Katrin: As far as I'm concerned all human characters and carnivorous dinosaurs might as well have died if the brachiosaurus (At least I think it was one.) at the pier would have lived instead. I was disappointed that only two "Jurassic World" characters returned, especially because I'm not a fan of Owen's attitude (It's way better in this movie than in the previous one!). I really liked Claire this time, because she evolved and tried to compensate for her mistakes in the past. Sadly she once again was only allowed to stand there and wait for Owen to save everyone. I was positively surprised by Maisie. In the other movies of the franchise the children were always incredibly annoying, but she avoided all of her predecessors' mistakes: She is independent, pretty calm most of the time, not whining, not putting herself in danger and not precocious. I hope she'll be in the third movie. The end of "Fallen Kingdom" is promising in this case.

Laura: The antagonists weren't the only ones who couldn't impress me. The other characters weren't very groundbreaking either. Just like Katrin I like Claire the most, but Owen is okay too. I especially enjoy their dynamics because they provide the viewer with some entertaining scenes. But that's about it. Zia and Franklin are good new characters who can entertain the viewers but overall their roles are quite one-dimensional. I liked Maisie a lot for the same reasons as Katrin. All the other children always annoyed me with their countless dumb decisions. So her character is a nice change.

What about the dinosaurs? What's your opinion on the "Indoraptor"?

Laura: As I mentioned above the dinosaurs are always a highlight. This time is no different. Blue was amazing again, but the T-Rex also had its great moment when it "rescued" Claire, Owen and Franklin from another dinosaur. Both of them have real personalities. As for the "Indoraptor": It's kinda tiring that it always has to be a dinosaur that's "more evil" than the last. As if a regular carnivorous and aggressive one wouldn't already be scary enough. I wasn't really impressed by it, mainly because it doesn't even get that much screen time. The viewer doesn't get a clear insight of what it's capable of and what exactly is setting it apart from all the other dinosaurs. The "Indominous rex" in the first part was much more interesting and terrifying. It's involved in the story from the beginning and gets a real introduction.

Katrin: I wish the production would've chosen the mosasaurus as "final enemy". Each scene with it is pure horror - especially the incredible shot of it diving through a wave with a bunch of surfers on top. It looks like a nightmare! I thought the "Indoraptor" was really disappointing. It looks like a velociraptor with a golden coloration on its side. Of course it couldn't have been as big as the "Indominus rex", because otherwise it wouldn't have fit into the villa. But in comparison to other dinosaurs it was quite boring. Being trained like a dog made it even less terrifying.

Which scene did you like the least?

That's a dinosaur and not an evil witch!
Photo: Universal Studios
Laura: Since we're already talking about the "Indoraptor": Its death scene was completely over the top. Did it really have to fall through the glass roof in slow motion and then get brutally impaled by a dinosaur skeleton? Afterwards its corpse gets illuminated by lightning and of course there has to be dramatic music. Seeing so much exaggeration I just sat there shaking my head.

Katrin: Every single one with the "Indoraptor" - especially the scene in Maisie's bedroom. It's ridiculous how the "Indoraptor" slowly opens the door and lurks through the room like a burglar and not like a wild animal. Furthermore it was a great pity that none of the characters really reacted to the revelation of the big secret (Which I guessed pretty early.).

Which scene did you like best?

Katrin: The above-mentioned scene in which the humans flee from the island with a boat and a single brachiosaurus stands at the pier - behind him lava and ash clouds - wailing miserably like it's crying for help. I rarely get emotional while watching movies, but this moment really hurt. Like no other scene in both "Jurassic World" films it shows that dinosaurs are not toys or killers, but living creatures. The completely desperate look on Claire's face makes the scene even more sad and touching. Visually I liked basically every scene - the camera shots are impressive and very creative.

Laura: For me, that was also the best scene! It goes on long enough that the viewer can barely keep his eyes on the screen. In this movie I felt much more empathy for the dinosaurs than for any other character. Additionally, I liked all the scenes on the island very much. It's a pity that this plotline ended so soon!

What would you have changed about the story?

That's enough horror, no "Indoraptor" needed!
Photo: Universal Pictures
Katrin: I would have focussed on the mosasaurus or another terrifying dinosaur and set most of the story on the island. The free-living prehistoric animals and the erupting volcano would've been enough horror scenarios. There would've been no need for the ridiculous auction and the one-dimensional human antagonists. Additionally I would've given Zia and Franklin more screen time and shown distinctly how heroic Claire is.

Laura: I would have introduced different antagonists, because I thought the whole story with the military was boring. Furthermore, I would have loved to see the rescue operation get more importance rather than it just being an excuse to get Claire and Owen to the island.

Last, but not least: What do you expect from the third movie that's going to be released in June 2021? 

Katrin: That it has a good explanation how three dozen dinosaurs (including herbivores and very small ones) which can't procreate are a threat to the entire world. Furthermore I hope Maisie, Franklin and Zia will be back and that the screen time is equally distributed among the characters. Has anyone invented a time machine yet? I don't want to wait 1,098 days!

Laura: I asked myself the same question. Another thing that confused me: Why didn't they make plans to get the dinosaurs to the safe island after all? There really couldn't have been that many dinosaurs since all of them fit on the ship. I hope that the rescue operation will still play a part in the next movie. 


Have you seen "Jurassic World: Fallen Kingdom" yet? What would have been your answers? Tell us in the comments.

Follow us on Facebook, Twitter and Instagram to be notified about new stuff. Click here for all our English posts.