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Donnerstag, 6. September 2018

Lauras Top 20 Serien

Wir reden auf diesem Blog über Filme, Bücher und Serien - haben aber noch nie unsere Serienfavoriten vorgestellt. Daher gibt es heute von mir eine neue "Watch.Read.List.", in der ich euch meine 20 liebsten Sendungen aufliste und kurz erzähle, wieso sie mit dabei sind. Wie bei den anderen Listen war es auch bei dieser für mich nicht immer ganz leicht, die Platzierungen zu verteilen, da es oft Kleinigkeiten sind, die eine Serie für mich "besser" oder "schlechter" als eine andere machen. Ich kann auf jeden Fall alle Plätze empfehlen. 



20. Hart of Dixie

Foto: The CW
"Hart of Dixie" habe ich immer gerne geschaut. Es gibt keine super großen Dramen und am Ende der Folgen ist alles irgendwie in Ordnung. Neben anderen Serien, in denen ständig ganz viel passiert, fand ich es angenehm, zwischendurch auch mal eine etwas weniger hektische und intensive Show zu schauen. Sie ist nur auf dem letzten Platz gelandet, weil die Charaktere teilweise etwas überzogen sind und der Fokus manchmal zu sehr auf den Liebesbeziehungen liegt und andere Themen weniger Aufmerksamkeit bekommen. 

19. Modern Family

Foto: ABC
Diese Sendung ist perfekt zum zwischendurch schauen. Ich habe sie entdeckt, als ich mich gerade für keine andere Serie begeistern konnte und habe die ersten sechs Staffeln ziemlich schnell beendet (und warte seitdem darauf, dass "Netflix" die nächste online stellt). Sie ist total unterhaltsam, aber fast komplett ohne Tiefgang. Außerdem gibt es keine aufbauende Handlung und die Figuren sind sehr eindimensional. Es ist eine leichte Sitcom, die ich gerne schaue, aber nicht total investiert darin bin, weshalb sie nicht weiter oben gelandet ist. 

18. Wynonna Earp

Foto: Syfy
An dieser Serie liebe ich vor allem die tollen Charaktere. Besonders die Protagonistin und ihre Schwester sind vielseitige und starke Figuren. Dank ihnen habe ich die Handlung trotzdem gerne verfolgt. Denn die ist leider der Schwachpunkt: Sie ist nicht durchweg richtig mitreißend und wirkt manchmal etwas wirr. Zwischendrin gibt es aber immer Folgen, die richtig gut sind. Daher ist die Geschichte etwas durchwachsen und die Serie aus diesem Gruund nur im unteren Teil der Liste gelandet. 

17. Preacher

Foto: AMC
Diese Serie hat in meinen Augen ähnliche Schwächen und Stärken wie "Wynonna". Die Figuren sind hier auch noch einmal eine Spur genialer, einfach weil sie so speziell und teilweise auch etwas verrückt sind. Die Handlung ist insgesamt ebenfalls besser aufgebaut als beim Platz 18 dieser Liste, kann sich manchmal aber auch ziemlich ziehen. Die Geschichte selber ist vollkommen abgedreht, was meistens sehr unterhaltsam ist, an einigen Stellen wird es aber dann für mich etwas zu seltsam.

16. OC California

Foto: Fox 
Mein Platz 16 ist eine der wenigen Sendungen, die ich als Jugendliche geschaut habe und heute immer noch gerne mag. Das liegt vor allem an den sympathischen, interessanten Charakteren. Insgesamt fand ich aber schon damals, dass es teilweise etwas zu viel Drama gibt. Zudem habe ich die vierte und letzte Staffel lange Zeit ignoriert, weil ich das Ende der dritten richtig blöd fand. Letztendlich war die vierte Staffel dann auch nicht so gut wie der Rest. 

15. Black Mirror

Foto: Netflix
Jede Folge dieser Sendung erzählt eine neue Geschichte. Einige davon sind richtig gut, andere haben mir nicht ganz so gut gefallen. Insgesamt finde ich die Idee der Serie aber wirklich spannend und so gut wie jede Episode schafft es, mich zu überraschen oder sogar zu schocken. Denn die Geschichten haben meistens einen abgedrehten Twist. Die Serie ist trotzdem nicht weiter oben gelandet, weil ich Sendungen mag, die fortlaufende Handlungen haben und bei denen man die Figuren richtig kennenlernt. Das ist hier nicht der Fall.

14. Vikings

Foto: History
"Vikings" ist eine richtig spannende und actionreiche Serie, die außerdem eine gut aufgebaute Handlung hat. Mir gefallen vor allem die Charaktere sehr gut, weil sie alle vielschichtig und komplex sind. Sie machen im Laufe der Staffeln alle Veränderungen durch, was sie realer erscheinen lässt. Zudem finde ich die Geschichte der Wikinger sehr interessant - auch wenn in der Serie sicher nicht alles ganz historisch akkurat ist. Dennoch hat die Serie ab und zu ein paar Längen und der Protagonist, den ich am Anfang so toll fand, wird mit der Zeit etwas anstrengend. 

13. American Gods

Foto: Starz
Bei dieser Serie finde ich vor allem die Idee richtig spannend und außergewöhnlich: Ein Krieg zwischen den alten und neuen Göttern in Amerika. Zudem sind die meisten Charaktere richtig gut. Die Handlung ist teilweise etwas abgedreht und zu Beginn verwirrend - vor allem wenn man sich mit den verschiedenen Göttermythologien nicht so gut auskennt. Außerdem fehlt es dem Protagonisten noch etwas an Persönlichkeit. Aber bis jetzt gibt es auch nur eine Staffel und ich freue mich schon darauf, wie es weitergeht. Meine Rezensionen zur ersten Staffel findet ihr hier.

12. Good Girls Revolt

Foto: Amazon Video
Diese Sendung habe ich durch Zufall entdeckt und spontan geschaut - das ist jetzt schon ein paar Jahre her und es gab leider nur eine einzige Staffel, die auch noch offen endet. Trotz dieser Aspekte ist es eine Serie, die mich positiv überrascht hat. Zum einen erzählt sie ein interessantes Thema, das auf wahren Begebenheiten beruht (Ein Gruppe von Frauen verklagte 1970 ihren Arbeitgeber "Newsweek", da sie nur als Rechercheure arbeiten und nicht dieselben Aufgaben machen durften wie ihre männlichen Kollegen.). Zusätzlich behandelt sie dabei generell die Emanzipation der Frauen in den 70er Jahren. Leider ist die Absetzung auch der Grund, warum diese "Amazon Prime Video"-Produktion nicht weiter oben gelandet ist. Die Handlung endet wirklich sehr offen und es ist ärgerlich, dass die Geschichte nie fortgesetzt wurde. 

11. Lost

Foto: ABC
"Lost" habe ich erst relativ spät für mich entdeckt - so ungefähr sechs Jahre nach der Ausstrahlung des Staffelfinales. Daher wurde ich auch immer schonmal gespoilert. Trotzdem konnte mich diese Serie von Beginn an mitreißen und ich habe letztendlich verstanden, warum so viele Leute sie so gut fanden. Die Handlung ist ausgefallen und komplex und es gibt viele interessante Charaktere. Dennoch wurde die Sendung zum Ende hin etwas zu komplex und es gab ständig mehr oder weniger verwirrende Sprünge. Das Finale hat mir dann nicht so schlecht gefallen, wie ich nach den Spoilern und der allgemein eher negativen Meinung befürchtet hatte. 

10. Agent Carter

Foto: ABC
Ich bin bekennender "Marvel"-Fan und fand Peggy Carter im ersten "Captain America"-Film bereits richtig toll. Ihre eigene Serie hat mir schon allein durch ihren genialen Charakter sehr gut gefallen. Aber auch die meisten anderen Figuren sind toll aufgebaut. Neben Peggy gibt es noch weitere starke Frauen. Die Fälle - die sich jeweils über eine Staffel ziehen - sind spannend. Allerdings hat mir die zweite nicht mehr ganz so gut gefallen wie die erste, da sie ein paar Längen hatte. Trotzdem hat es viel Spaß gemacht, die Geschichte zu verfolgen und ich finde es immer noch schade, dass schon nach der zweiten Staffel Schluss war. 

9. iZombie

Foto: The CW
Als ich vor einigen Jahren die Serie "The Walking Dead" (die ich nach vier Staffeln abgebrochen habe, weshalb sie auch nicht in meiner Liste ist) und damit das "Zombie-Genre" für mich entdeckt habe, kamen die ersten Teaser für "iZombie" heraus. Die Show hat mich natürlich sofort interessiert und ich finde die Serie auch bis heute unterhaltsam und spannend. Die meisten Figuren sind super cool, es macht daher immer Spaß, die Geschichten zu verfolgen. Zudem gefällt mir die Richtung, in die sich die Serie entwickelt sehr gut (anders als es damals bei TWD war) - hoffentlich bleibt das auch so. Sie ist "nur" auf Platz 9 gelandet, da manche Folgen die Handlung kaum voranbringen und die Charaktere nicht ganz so vielschichtig sind. 

8. Cloak & Dagger

Foto: Freeform
"Cloak & Dagger" ist die jüngste Serie in meiner Liste. Erst vor wenigen Wochen lief das Finale der ersten Staffel. Die Sendung hat mich bis jetzt wirklich überzeugt. Das liegt vor allem an den tollen Charakteren. In kaum einer anderen Geschichte habe ich Figuren kennengelernt, die so komplex und detailliert aufgebaut werden. Allerdings leidet letztendlich die Handlung etwas darunter, die zieht sich nämlich. Ich bin aber sehr optimistisch, dass das in der kommenden Staffel besser werden. Meine Rezensionen zu den Folgen findet ihr hier. 

7. Daredevil

Foto: Netflix
"Daredevil" ist eine weitere "Marvel"-Serie, die es in meine Top 10 geschafft hat. Sie ist die erste von insgesamt fünf "Marvel"-Heldensendungen, die "Netflix" produziert hat. Zu diesem Zeitpunkt kannte ich nur die Filme des "Marvel Cinematic Universe", was vor allem Action und Spaß als Hauptmerkmale hat. Daher war ich überrascht, wie düster und ernst "Daredevil" ist. Das war eine tolle Abwechslung und mich konnte auch die Handlung sofort packen und die Charaktere haben mich ebenfalls schnell überzeugt.  Die Sendung wirkt insgesamt sehr "real", weil sie nicht davor zurückscheut, die unschönen Seiten von Helden zu zeigen. Sie ist nicht weiter oben in meiner Liste, weil Staffel 2 nicht mehr ganz so gut war wie die erste. Ich freue mich aber schon sehr auf die nächste Staffel! 

6. In the Flesh

Foto: BBC Three
Ich vermute, dass "In the Flesh" die unbekannteste Serie in meiner Top 20 ist. Es geht auch hier um Zombies, allerdings ist das Konzept vollkommen anders als bei "The Walking Dead". Es geht eher in Richtung "iZombie", da auch hier die Zombies nicht die Antagonisten sind, sondern die Protagonisten der Handlung. Trotzdem unterscheidet sie sich noch einmal sehr, denn sie ist deutlich ruhiger, tiefgründiger und ergreifender. Hinzu kommen die grandiosen Charaktere, die mich alle auf ihre Art berührt haben. Leider gibt es insgesamt gerade einmal neun Folgen über zwei Staffeln. Die Serie wurde zwar nie offiziell abgesetzt, allerdings ist die Hoffnung auf eine Fortsetzung eher gering. Das ist sehr schade, weil deutlich ist, dass die Geschichte noch nicht zu Ende erzählt ist. Das vorerst unbefriedigende Ende ist der Grund, wieso es "In the Flesh" nicht in die Top 5 geschafft hat.

5. Arrow

Foto: The CW
"Arrow" ist eine der wenigen Serien, die ich zwar ab und an pausiere, aber zu denen ich immer wieder unheimlich gerne zurückkehre. Zudem schaue ich sie schon ziemlich lange. Die ersten Staffeln habe ich regelmäßig verfolgt - bis zur vierten, die ich eher schwach fand. Glücklicherweise habe ich der Sendung dann doch noch eine Chance gegeben, denn die fünfte Staffel ist wieder sehr gelungen. Die Handlung tritt zwar manchmal auf der Stelle, aber das gleicht die Serie gekonnt aus, wenn die Geschichte wieder in Fahrt kommt. Denn dann ist das Erzähltempo perfekt und die Ereignisse richtig fesselnd. Die Kampfszenen gefallen mir ebenfalls immer wirklich gut. Außerdem finde ich die Charaktere toll und vor allem die Teamdynamik der Helden ist eine der großen Stärken der Sendung. 

4. Haikyu!!

Foto: Sentai Filmworks
Diese Sendung ist die einzige Animeserie, die es in meine Top 20 geschafft hat. Generell schaue ich japanische Animationsserien ab und zu sehr gerne, aber es gibt nur wenige, die mich wirklich komplett überzeugen konnten. "Haikyu!!" ist aber richtig toll und das obwohl es grundlegend um Volleyball geht, was mich im echten Leben überhaupt nicht interessiert. Die Sendung schafft es aber, mich richtig mitfiebern zu lassen. Hinzu kommen die wundervollen Charaktere. Egal, ob das Team der Protagonisten oder ihre Gegner - jedem wird in den Episoden genug Aufmerksamkeit geschenkt, so dass man sie kennenlernt, versteht und am Ende wirklich mag. Was mich ebenfalls überrascht hat: Die Handlung kann richtig emotional werden und mich immer wieder berühren, obwohl es die meiste Zeit wirklich "nur" um Volleyballtuniere geht. Aber die Geschichte des Teams und wie sie kämpfen und langsam aufsteigen, ist einfach richtig ergreifend erzählt. Es gibt keinen richtigen Grund, warum sie nicht weiter oben gelandet ist - außer dem, dass es noch drei Serien gibt, die ich noch etwas mehr mag.

3. Supernatural

Foto: The WB
Diese Serie ist wohl die, die ich schon am längsten verfolge: 2008 habe ich mit der ersten Staffel angefangen und zehn Jahre später liebe ich die Sendung immer noch. Warum sie so weit oben gelandet ist, hat wohl auch emotionale Gründe. Die Charaktere begleiten mich jetzt schon so lange, ich kann mir nur schwer vorstellen, ihre Geschichte nicht weiterzuverfolgen. Wenn andere davon reden, dass "Harry Potter" sich so anfühlt, als würde man nach Hause kommen, ist es für mich mit Sicherheit "Supernatural". Ich finde es beeindruckend, wie die zwei Hauptdarsteller ihre Figuren über die Jahre weiter aufgebaut und ihnen so viel Wiedererkennungswert und Persönlichkeit gegeben haben. Zudem liebe ich alles, was mit Übernatürlichem zu tun hat und da ist "Supernatural" natürlich die perfekte Serie. Sollte die Sendung irgendwann 20 Staffeln haben, werde ich sicherlich immer noch dabei sein. Es gibt bei mittlerweile 13 Staffeln und da tritt die Handlung natürlich auch mal auf der Stelle. Aber es ist beeindruckend, dass sie nach so vielen Jahren insgesamt immer noch so gut ist. 

2. Gotham

Foto: Fox
In meiner Liste tauchen einige Superheldenserien auf - in "Gotham" geht es vor allem um die Antagonisten. Diese Sendung ist richtig interessant und spannend. Besonders die Idee, die Entstehungsgeschichten von den Gegnern zu behandeln, gefällt mir richtig gut. Zudem bin ich auch ein großer Batman-Fan und mag Gotham City als Handlungsort wirklich gern. Auch daher hat mich diese Serie sofort angesprochen. Tatsächlich hatte ich sie aber schon fast abgeschrieben, da mir die zweite Staffel im Vergleich zur ersten nicht so gut gefallen hat. Ähnlich wie bei "Arrow" habe ich zum Glück doch weiter geschaut. Die dritte Staffel war dann meiner Meinung nach die bisher beste. Ich war von Anfang bis Ende komplett gefesselt, die Charaktere sind grandios und haben sich toll weiterentwickelt. Ich will unbedingt wissen wie es weitergeht und hoffe, dass Netflix bald die 4. Staffel hat. Da erklärt sich wohl von selbst, wieso diese Sendung auf dem zweiten Platz gelandet ist. Nur die etwas schwächere zweite Staffel hat sie nicht auf den ersten Platz meiner Liste gebracht.

1. Jessica Jones

Foto: Netflix
Vielleicht ist es nicht so überraschend, dass mein erster Platz auch eine Comicadaption ist. "Jessica Jones" ist für mich die beste Heldenserie, die ich kenne. Die Figuren sind unheimlich interessant, realitätsnah und vielschichtig. Sie machen wirkliche Wandel durch und bleiben nicht auf einer Stelle. Außerdem ist die Protagonistin nicht die übliche Heldin: Sie hat mit etlichen Problemen zu kämpfen und will überhaupt nicht als Superheldin angesehen werden. Sie ist mürrisch und heuchelt keine Freundlichkeit vor, sondern macht den Leuten klar, was sie denkt. Ihr Charakter ist unheimlich interessant, was die Serie unter anderem so gut macht. Spannend ist auch, dass sie eigentlich eine Privatermittlerin ist. Dieser Aspekt gefällt mir sehr, weil ihre Fälle immer spannend sind. Die Handlung ist insgesamt nie langweilig. Zudem sind auch die Gegner sehr interessant, besonders in Staffel 1 ist mir der Antagonist richtig unter die Haut gegangen. Bis jetzt gibt es zwei Staffeln und beide konnten mich komplett überzeugen. Daher ist diese Serie noch knapp vor "Gotham" auf dem ersten Platz gelandet.


Das waren meine Top 20 Serien. Sind ein paar von euren Favoriten auch dabei oder tauchen sie gar nicht auf? Welche Serie ist eure Nummer eins? Schreibt es gerne in die Kommentare.

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Donnerstag, 12. Juli 2018

Lauras Top 10 Buchreihen

Bücher begleiten mich schon seit meiner Kindheit und seitdem habe ich nicht nur jede Menge Einzelbände gelesen, sondern auch einige Buchreihen. Daher stelle ich euch in der heutigen "Watch.Read.List." meine zehn Favoriten vor. Es gibt viele Reihen, die ich begonnen habe, aber entweder nach dem ersten Teil abgebrochen, irgendwo mittendrin beendet oder noch nicht komplett gelesen habe. All diese habe ich natürlich nicht mit einbezogen. Es war nicht leicht, die Zehn für mich Besten in eine Rangfolge zu bringen. Oftmals sind es nur Kleinigkeiten, die über einen Platz entschieden haben und ich kann jede der erwähnten Reihen wirklich empfehlen. 
Falls ihr manche der Reihen nicht kennt, klickt einfach auf die Titel, dann gelangt ihr zur Inhaltsbeschreibung. 


10. Der magische Zirkel (Lisa J. Smith) 

Foto: Random House
Diese Geschichte gehört zu einer der ersten, die ich als Teenager gelesen habe und die mir noch sehr prägnant im Gedächtnis geblieben ist. Andere Romane aus dieser Zeit habe ich vollkommen vergessen. Mir hat bei dieser Reihe die Mischung aus ganz normalem Schulalltag und den Erlebnissen des geheimen Zirkels sehr gefallen. Die ganze Stimmung hat etwas Mystisches. Ich mochte diese Reihe auch deutlich lieber als die "Tagebuch eines Vampirs"-Reihe der Autorin. Mittlerweile wurden bzw. werden nachträglich neue Bände  der Hexengeschichte veröffentlicht. Die habe ich nie gelesen, weil die Trilogie, die in den 90ern herausgebracht wurde, für mich sehr gut abgeschlossen ist und auch eigentlich nie weitergeführt werden sollte. Würde ich sie heute noch mal lesen, würde sie mir vielleicht nicht mehr ganz so gut gefallen wie damals, aber als Jugendliche war es für mich eine wirklich tolle, unterhaltsame Reihe.

9. Das Tal (Krystyna Kuhn)

Foto: Arena Verlag
Ich mag die mysteriöse, bedrohliche Stimmung in dieser Reihe unglaublich gerne. Auch die meisten der Hauptcharaktere sind mir sympathisch. Da jeder über die acht Bände mal im Vordergrund steht, hat man wirklich das Gefühl, sie alle gut kennenzulernen. Jeder von ihnen trägt ein dunkles Geheimnis mit sich herum, das erst im Laufe der Zeit offenbart wird, was auch den Figuren etwas Mysteriöses gibt. Die meist lebensbedrohlichen Situationen, in die die Jugendlichen im Tal geraten, sind immer sehr spannend und mitreißend erzählt. Der Schreibstil ist locker und flüssig, sodass ich sogar an einem Tag gleich zwei Teile hintereinander verschlungen habe, weil ich mich nicht von der Geschichte losreißen konnte. Warum diese Reihe nur auf Platz neun gelandet ist, liegt an dem Finale und der Auflösung, was denn nun das große Geheimnis ist, das das Tal und das College umgibt. Da habe ich definitiv mehr erwartet und war enttäuscht, weil es sehr zusammengewürfelt wirkt und nicht zu einhundert Prozent stimmig und schlüssig erscheint. 

8. Die Erben der Nacht (Ulrike Schweikert)

Foto: Random House
Im Vergleich zu den größtenteils romantischen Vampirgeschichten, wie "Twilight" oder "Tagebuch eines Vampirs", hat die Reihe von Ulrike Schweikert eine ganz andere Stimmung, die mir sehr gut gefällt. Beim Lesen kommt das Gefühl auf, eine Abenteuergeschichte zu erleben. Es macht einfach Spaß, die jungen Vampire auf ihrem Weg zu begleiten. Dadurch, dass jeder der fünf Bände ein Schuljahr repräsentiert und sie immer neue Fähigkeiten erlernen, ist eine deutliche Entwicklung erkennbar und es wird nie langweilig oder eintönig. Ich finde besonders die verschiedenen Settings sehr faszinierend. Mit jedem Band lernt der Leser eine andere Stadt im 19. Jahrhundert kennen, z.B. Rom, Wien oder London. Mir hat es unheimlich gut gefallen, diese Orte in der Vergangenheit zu "besuchen". Ein Highlight sind zudem die "Gastauftritte" berühmter Persönlichkeiten. So begleitet der Leser unter anderem Bram Stoker oder Oscar Wilde. Die Idee, sie Teil dieser fiktiven Geschichte werden zu lassen, finde ich genial. Ebenfalls positiv ist, dass die Reihe nie den roten Faden verliert. Insgesamt gibt es aber Reihen, die mich noch etwas mehr begeistern konnten. 

7. Skulduggery Pleasant (Derek Landy)

Foto: Loewe Verlag
Obwohl es diese diese Reihe, die mittlerweile bereits zehn Teile umfasst, schon relativ lange gibt, habe ich sie erst sehr spät für mich entdeckt. Ich bin aber letztendlich wirklich froh, dass ich sie noch gelesen habe! Die Geschichte ist definitiv etwas Besonderes und sticht aus der großen Masse an Kinder- und Jugendbüchern heraus. Wobei ich finde, dass diese Romane nicht nur für diese Altersgruppe gemacht sind. Ich war schon über 18 Jahre alt, als ich damit begonnen habe und ich liebe den cleveren Humor, die temporeichen Abenteuer, die abgedrehten und zugleich liebenswerten Charaktere sowie die fantasievolle Idee hinter "Skulduggery Pleasant". Der Grund, warum diese Reihe "nur" auf dem siebten Platz ist: Es gibt zwar auch ein paar emotionalere Momente und die Figuren sind mir über die Zeit ans Herz gewachsen, aber im Vergleich zu anderen Reihen hat mich Derek Landys Geschichte nicht ganz so sehr berührt. Trotzdem ist es eine spannende, witzige und unterhaltsame Geschichte, die genau deshalb in meiner "Top 10" nicht fehlen darf.

6. Die Sieben Königreiche (Kristin Cashore)

Foto: Carlsen Verlag
Diese Reihe mag ich vor allem wegen der vielen tollen Charaktere, die man während der Trilogie kennenlernt. In jedem der drei Bände gibt es unterschiedliche Protagonisten und alle von ihnen sind sehr liebenswerte und vielschichtige Persönlichkeiten. Nach Beenden des ersten Teils war ich skeptisch, ob die Figuren der kommenden Bände mit denen aus "Die Beschenkte" mithalten können. Doch letztendlich haben sie mir ebenso gut gefallen. Alle von ihnen sind wirklich sympathisch und haben einen Wiedererkennungswert. Darüber hinaus liebe ich die geheimnisvolle, komplexe Welt, die Cashore erschaffen hat. Erst nachdem man alle drei Teile gelesen hat, wird wirklich deutlich, wie gut und sorgfältig die Königreiche und ihre historische Geschichte entwickelt wurden. Diese Trilogie ist nicht weiter oben in der Liste, weil die jeweiligen Handlungen zwar schon spannend sind, aber mich teilweise nicht zu einhundert Prozent begeistern konnten. Manche Stellen sind einfach etwas zu lang gezogen. 

5. Legend (Marie Lu)

Foto: Loewe Verlag
Diese dystopische Trilogie überzeugt vor allem durch die dreidimensionalen, sympathischen Hauptcharaktere. Außerdem erzählt sie eine aufregende, mitreißende Geschichte über eine Revolution. Was mir dabei besonders gut gefällt: Die Handlungen und Entscheidungen der Figuren sind durchdacht und strategisch. Sie rennen nicht einfach blindlings in Kämpfe, sondern gehen wirklich bedacht und clever vor, was die ganze Geschichte sehr rund und stimmig macht. Positiv ist für mich auch die Beziehung zwischen den Protagonisten. Diese Liebesgeschichte ist eine der wenigen aus Jugendbüchern, die ich absolut gelungen finde. Sie ist bedeutend, ohne sich dabei unangenehm in den Vordergrund zu drängen oder den Fokus von den wirklich wichtigen Problemen zu lenken. Beide Figuren stehen für sich und sind nicht vom anderen abhängig, doch als Team sind sie noch besser. Trotzdem ist nicht alles perfekt, aber es gibt nie unnötiges Drama. Wenn es Streit und Auseinandersetzungen gibt, sind die sehr verständlich und keiner der beiden reagiert über. Allerdings sind da immer noch ein paar Reihen, die mir einen Hauch besser gefallen haben; besonders eine aus dem Dystopie-Genre mag ich noch mehr.

4. Die Jette-Thriller (Monika Feth)

Foto: Random House
Diese Reihe begleitet mich schon sehr lange! Ich habe den ersten Teil damals mit 14 gelesen und seitdem bin ich ein großer Fan dieser Thriller. Ein großer Pluspunkt sind hier die Charaktere, die man während der Zeit kennenlernt. Als Leser sieht man dabei zu, wie sie älter werden (im ersten Teil sind sie gerade mit der Schule fertig) und sich verändern. Außerdem kommen immer neue Figuren hinzu. Sie alle wirken immer sehr greifbar und wie reale Personen. Auch der Kommissar, der ebenfalls Kapitel aus seiner Sicht bekommt, ist eine sehr dreidimensionale Figur, die mit jedem Band interessanter wird. Zudem gefällt mir, dass die Autorin sich in diesen Geschichten auch mit ernsten Themen auseinandersetzt, zum Beispiel psychischen Krankheiten - sowohl bei Tätern als auch bei manchen der Hauptfiguren. Mittlerweile ist es einfach ein sehr vertrautes Gefühl, diese Bücher zu lesen. Das Einzige, was mich ab und zu stört: Auch nach vielen durchlebten (lebens-)gefährlichen Situationen (So viel Unglück wie die Protagonisten muss man erst einmal haben ...), begeben sich die jungen Leute immer wieder aufs Neue in bedrohliche Lagen. Einerseits trägt das natürlich zur Spannung bei, aber manchmal ist es wiklich nervig. Diese Reihe ist außerdem nur auf Platz vier gelandet, weil es zwei der mittlerweile sechs Teile gibt, die ich nicht ganz so überzeugend finde. Der schlechteste ist dabei für mich "Der Bilderwächter", weil er sehr schleppend verläuft und erst spät für Nervenkitzel sorgt.

Es gibt übrigens eine neuere Reihe (bis jetzt sind drei Teile erschienen, der erste Band lautet "Teufelsengel"), die so etwas wie ein Spin-Off ist und die ich auch empfehlen kann.

3. Riley Blackthorne - Die Dämonenfängerin (Jana Oliver)

Foto: S. Fischer Verlag
Riley ist eine meiner liebsten weiblichen Hauptcharaktere überhaupt! Sie muss so viel Schlechtes durchleben und kommt dabei immer wieder an ihre Grenzen, aber kämpft sich trotzdem immer wieder durch. Sie wirkt sehr echt und glaubwürdig. Mir war sie von Anfang an sympathisch und ich bin ihr gerne durch die Geschichte gefolgt. Ich liebe außerdem die Idee der Reihe. Ich bin ein Fan der Serie "Supernatural" und kann mich für alles, was mit Übernatürlichem und Dämonen zu tun hat, begeistern. Besonders der Aspekt, dass die Menschen in der Zukunft von der Existenz der Dämonen wissen und man in die Lehre gehen kann, um sie zu fangen, gefällt mir sehr gut. Der gesamte Aufbau der Geschichte und die Welt wirken sehr strukturiert und schlüssig. Neben Riley gibt es außerdem noch weitere tolle Charaktere, beispielsweise ihr bester Freund, der zur Abwechslung mal nicht heimlich in die Heldin verliebt ist und deren Freundschaft wirklich glaubwürdig dargestellt wird. Daneben gibt es auch noch Beck, der zwar oft das Klischee "Harte Schale, weicher Kern" bedient, aber trotzdem ein sehr liebenswürdiger, tiefgründiger Charakter ist. Obwohl ich Beck sehr gerne mag, war mir das Drama zwischen ihm und Riley manchmal allerdings etwas zu viel und übertrieben. Das ist aber auch der einzige Störfaktor. Ich war wirklich traurig, als ich die Reihe beendet habe. Am liebsten hätte ich noch vier weitere Teile! 

2. Das Verbotene Eden (Thomas Thiemeyer)

Foto: Droemer Knaur Verlag
Diese Trilogie erzählt eine sehr spannende, ergreifende Geschichte. Zuerst einmal finde ich das Zukunftsszenario sehr ausgefallen und interessant. Nicht nur die Idee, dass Männer und Frauen getrennt leben, auch das Setting der stark zerstörten Version der Erde ist wirklich gelungen. Hinzu kommen die tollen Figuren, die ich alle sofort in Herz geschlossen habe. In jedem Band geht es um ein anderes Paar, was die Reihe sehr abwechslungsreich macht. Die Sechs könnten nicht unterschiedlicher sein und haben alle sehr einprägsame Merkmale, die sie auszeichnen. Warum mich diese Reihe aber besonders überzeugt hat: Die Liebesgeschichten nehmen einen großen Teil der Handlung ein, aber sie alle sind so wundervoll und glaubhaft erzählt, dass sie nie überzogen, kitschig oder nervtötend wirken. Während des letzten Teils musste ich mehrere Male fast weinen, weil mich die Geschichte so berührt hat. Es gibt wirklich nichts, was mich gestört hat. Daher ist es wirklich eine rein emotionale Entscheidung, warum dieser Reihe auf dem zweiten Platz gelandet ist, weil es noch eine andere Trilogie gibt, die mich ein kleines bisschen mehr gefangen nehmen konnte.

Ich habe übrigens auch die "Evolution"-Trilogie des Autors gelesen, die es zwar nicht in die Liste geschafft hat, aber trotzdem wirklich gut ist! Meine Rezensionen dazu findet ihr hier. 


1. Die Tribute von Panem (Suzanne Collins)

Foto: Oetinger Verlag
Ich habe den ersten Teil als Hörbuch gehört und die Geschichte hat mich so begeistert und berührt, dass ich sofort wissen musste, wie es weitergeht. Deshalb habe mir dann noch am selben Tag die englischen Ausgaben von Band 2 und 3 bestellt. Innerhalb von zwei Tagen hatte ich sie beide durchgesuchtet. Die Geschichte hat mich nicht losgelassen und auch hier bin ich sehr emotional mit den Charakteren verbunden gewesen. Während dieser drei Bände habe ich beinahe alles empfunden: Trauer, Wut, Angst, Freude, Anspannung. Es gibt einige Stellen, die mich so aufgewühlt haben, dass ich das Buch kurz zur Seite legen musste und andere, die mich zu Tränen gerührt haben. Suzanne Collins hat eine bedrückend düsterere und überzeugende Zukunftsversion erschaffen, die mich auch noch lange nach Beenden der Trilogie beschäftigt hat - das schaffen nicht viele Bücher! Erst vor Kurzem habe ich die Reihe erneut gelesen und sie konnte mich wieder genauso fesseln - auch deshalb ist sie ganz knapp auf dem ersten Platz gelandet.


Das waren meine Top 10 Buchreihen. Welche mögt ihr am liebsten? War euer Favorit vielleicht auch in meiner Liste dabei? Schreibt es gerne in die Kommentare


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Sonntag, 3. Juni 2018

Letztendlich sind wir dem Universum egal - Buch vs. Film

- Der folgende Text enthält Spoiler -

Am 31. Mai ist der Film "Letztendlich sind wir dem Universum egal" in den deutschen Kinos angelaufen, der auf dem gleichnamigen Jugendbuch von David Levithan basiert. Ich habe den Roman kurz vor dem Kinostart gelesen und werde in diesem "Buch vs. Film" beide Versionen miteinander vergleichen. 

Seit A sich erinnern kann, wacht er (da es im Deutschen kein passendes Pronomen wie das englische "they" gibt, werde ich mich in diesem Text immer auf "er" beziehen und orientiere mich dabei auch an der Inhaltsangabe des Buches) jeden Morgen in einem anderen Körper auf. Die einzigen Dinge, die er weiß: Es ist immer eine Person im gleichen Alter wie er und nie jemand, der zu weit vom letzten Körper entfernt wohnt. So hat er schon viele Leben für einen Tag gelebt. Dabei ist er immer darauf bedacht, so wenig wie möglich zu verändern oder durcheinanderzubringen. Doch dann wacht er in Justin (Justice Smith) auf und trifft auf dessen Freundin Rhiannon (Angourie Rice, Mako). Er verliebt sich sofort in sie, obwohl er weiß, wie aussichtslos die Lage ist. Jeden Tag versucht er, sie wiederzusehen, jedes Mal in einem anderen Körper. Letztendlich verrät er ihr sein Geheimnis, das er noch nie jemandem anvertraut hat. Für Rhiannon ist das anfangs zu viel zu Verarbeiten. Erst langsam versteht sie, dass sie es tatsächlich immer mit derselben Person zu tun hat, die immer in einem anderen Körper steckt. Sie merkt, dass sie Gefühle für A entwickelt, aber kann sie wirklich eine Person lieben, die jeden Tag in einer komplett anderen Person steckt? 


Perspektiventausch für die Verfilmung

Kann diese Liebe wirklich funktionieren?
Foto: Orion Pictures
Der größte Unterschied zwischen dem Roman und der Adaption ist die Erzählperspektive. Während die komplette Geschichte im Buch aus As Sicht abläuft, verfolgen die Zuschauer beim Film größtenteils Rhiannons Leben. Die einzigen Szenen, in denen A alleine zu sehen ist, sind die, in denen er morgens aufwacht und sich mit seinem jeweiligen Körper vertraut macht. Nur als er in Rhiannons Körper landet, bekommt der Zuschauer etwas mehr Einblicke in sein Leben beziehungsweise wie er ihr Leben führt. Diese Änderung hat mich überrascht. Gerade As Leben macht das Buch so besonders und einzigartig. Als Leser erlebt man ihn jeden Tag in einem anderen Körper. Seine Ansichten sind wirklich spannend zu lesen, weil er schon so viel erlebt hat und so viel kennt. Das alles genauso überzeugend auf die Leinwand zu bringen, ist sicherlich schwer. Doch ich hatte gehofft, dass sich der Film mehr auf As Leben konzentriert. Dadurch, dass der Fokus eher auf Rhiannon liegt, wirkt die Adaption mehr wie ein typischer Liebesfilm mit einem besonderen Twist in Form von A. Das ist schade. Ich muss allerdings sagen, dass mich die schauspielerische Leistung der vielen verschieden Darsteller von A durchweg überzeugen konnte. Sie alle haben es geschafft, dass man ihn in ihnen wiedererkennt. Auch deshalb ist es ärgerlich, dass der Zuschauer viel mehr vom Alltag der Sechzehnjährigen sieht, in die er sich verliebt hat. Teilweise sind da Szenen und Charaktere bei, die nicht wirklich etwas zur Geschichte beitragen und fehl am Platz wirken. So konnte ich mit Rhiannons Schwester Jolene (Debby Ryan), die extra für den Film hinzugefügt wurde, nicht wirklich etwas anfangen. Die einzigen Momente mit ihr sind die gemeinsamen Autofahrten zur Schule. Sie hört die meiste Zeit nur halb gelangweilt zu und wirkt dabei immer, als wäre sie halb betrunken. Bis zum Ende gibt es keinen einzigen Augenblick, der zeigt, wieso sie ein wichtiger Teil der Geschichte sein soll. 
Jolenes Charakter hätte auch wegfallen können
Foto: Screenshot Trailer
Während dieser im Buch nicht existente Teil Platz im Film bekommt, wird ein interessanter Teil aus dem Roman stark reduziert: Nathans (Lucas Jade Zumann) Geschichte. Nachdem A in seinem Körper war, glaubt er, der Teufel hätte Besitz von ihm ergriffen. Er lässt nicht locker, um herauszufinden, was mit ihm passiert ist und wirft damit große Wellen. Dutzende Foren und Nachrichtensender thematisieren seine Story, was A natürlich Sorgen bereitet. Diesen Vergleich zu einer dämonischen Besessenheit fand ich im Buch sehr spannend. Besonders mysteriös wird es aber, als er eine Person trifft, die angeblich genauso ist wie er selbst. Ob das letztendlich stimmt oder nicht, wird offen gelassen. Das alles gibt dem Leser aber wirklich zu denken, was genau A eigentlich sein könnte. Der Roman zeigt dadurch auch negative Aspekte auf, als A selber darüber nachdenkt, wie er sich jeden Tag ungefragt in das Leben einer Person drängt und es jederzeit drastisch verändern könnte. Das alles bleibt in der Verfilmung sehr oberflächlich. Ab der Hälfte wird das Thema quasi fallen gelassen, Nathan komplett aus der Handlung verdrängt und sich nur noch auf die Liebesgeschichte konzentriert.
Rhiannon liebt A, doch reicht das für eine feste Beziehung?
Foto: Screenshot Trailer
Eine Änderung, die mir bei dem Film allerdings gut gefallen hat, ist das Ende. Im Buch wird es schon während der Geschichte verständlich, wieso sich A schließlich gegen die Beziehung entscheidet. Immer wieder spricht er darüber, dass er die Leben, in die er schlüpft, so wenig wie möglich durcheinanderbringen möchte. Als Leser bin ich fest davon ausgegangen, dass er die Idee, einen Körper einfach nicht mehr zu verlassen und damit das Leben dieser Person zu stehlen, niemals durchziehen wird. Da der Film allerdings alle seine Gedanken zu diesem Thema fast komplett ausradiert, wäre die Entscheidung für die Zuschauer wahrscheinlich weniger nachvollziehbar gewesen. Daher fand ich es gut, dass er für ein paar Tage wirklich in Alexanders (Owen Teague) Körper bleibt und dadurch versteht, wie falsch diese Lösung ist. Die Szene, in der A in dessen Körper nach Hause kommt und die Familie auf ihn gewartet hat, um dessen Geburtstag zu feiern, war sehr eindrücklich. Erst dann realisiert A wirklich, dass er ein Leben an sich reißt, das ihm nicht gehört. 

Tiefgang des Buches fehlt im Film

A im Körper des transsexuellen Vic (Ian Alexander)
Foto: Screenshot Trailer
Das Thema der dämonischen Besessenheit bleibt nicht der einzige Aspekt, der relativ oberflächlich behandelt wird. Ärgerlich ist das vor allem dann, wenn das Potential vorhanden ist, genauer auf bestimmte Dinge einzugehen. Einmal wacht A beispielsweise im Körper eines Blinden auf. Diese Szene dauert nicht einmal eine halbe Minute und will dem Zuschauer lediglich veranschaulichen, dass die Person blind ist. Das wirkt wirklich sehr lieblos eingefügt, als wäre es nur mit in den Film gepackt worden, um zu zeigen: A kann auch in Menschen aufwachen, die mit Behinderungen leben. Schade nur, dass dann gar nicht gezeigt wird, wie A damit umgeht. Im Buch erzählt er Rhiannon von seinen Erfahrungen, die er gemacht hat, als er in Menschen gelebt hat, die blind waren.
Rhiannon ahnt nicht, dass Justin gerade nicht er selbst ist
Foto: Screenshot Trailer
Generell ist A im Buch öfter in "problematischen" Körpern, sei es in dem eines Drogenabhängigen, eines stark Übergewichtigen oder auch in dem eines "bösen" Mädchens, das von allen gefürchtet wird. Das macht seinen Charakter sehr interessant, weil man mitbekommt, wie er damit umgeht. Einerseits spricht er mit dem Leser über seine bisherigen Erfahrungen, die er bereits gemacht hat. Andererseits erlebt man dann auch noch in konkreten Situationen, wovon er zuvor gesprochen hat. Außerdem sind seine Beschreibungen, wie sich die Körper anfühlen, immer sehr anschaulich und verständlich. Dadurch glaubt man als Leser wirklich, zu verstehen, wie es ihm gerade ergeht. Diese ganzen spannenden Stellen wurden für den Film entfernt. Dadurch wirkt A als Charakter immer sehr weit weg. Der Zuschauer weiß kaum, was er denkt und wie er sich fühlt. Das alles sorgte dann dafür, dass ich in die Liebesgeschichte deutlich weniger investiert war als im Buch. Die Figuren sind dort einfach greifbarer, vor allem A. 
A ist im Buch viel interessanter
Foto: S. Fischer Verlag
Im Roman gibt es die sehr emotionale und eindrückliche Handlung, als A im Körper der depressiven, suizidgefährdeten Kelsea (Nicole Law) aufwacht. Durch die sehr bildlichen und ausführlichen Beschreibungen wird dem Leser gut verständlich gemacht, wie so eine Krankheit im Inneren einer Person aussehen kann. Diese Zeilen zu lesen war wirklich intensiv, weil ihre Gedanken so hoffnungslos und finster sind. Als A dann herausfindet, dass sie in wenigen Tagen Selbstmord begehen will, beschäftigt ihn das sehr und er sucht verzweifelt nach einem Weg, es zu verhindern. Diese Stelle hat bei mir einen starken Eindruck hinterlassen und mich wirklich berührt. Anders im Film: Dort wird die Thematik schwächer abgehandelt und die Lösung wirkt hier zu "einfach". Auch wenn es in beiden Fällen damit endet, dass A ihrem Vater alles erzählt und damit für sie Hilfe holt, wird über das Thema im Roman wirklich geredet, während das im Film so gut wie nicht passiert. Der Zuschauer erhält kaum einen Einblick, wie es in ihrem Inneren aussieht und die Szenen konnten mich nicht so sehr berühren, wie es der Roman geschafft hat. In der Adaption wirkt es daher leider einfach so als wäre diese Krankheit mit eingebaut worden, weil gerade durch die erfolgreiche "Netflix"-Serie "Tote Mädchen lügen nicht" verstärkt darüber geredet wird. Damit wird es zwar erwähnt, bleibt aber vollkommen oberflächlich. Immer dann, wenn es zu Tiefgang kommen könnte, wird das im Film schnell abgehandelt. So fragt Rhiannon A auch in einem ruhigen Moment, ob er sich mehr als Junge oder Mädchen fühlt. A antwortet nur halb im Scherz mit "Ja", dann ist die Szene auch schon vorbei. Im Buch werden Aspekte wie dieser deutlich ausführlicher behandelt, wodurch der Leser auch die Charaktere sehr viel besser versteht als der Zuschauer sie während des Films. 

Fazit

Während sich die Verfilmung zwar inhaltlich größtenteils an die Romanvorlage hält, fehlt es ihr an einigen Stellen an Tiefgang. Das Besondere an der Geschichte ist, dass der Hauptcharakter jeden Tag in einem anderen Körper aufwacht, doch der Film konzentriert sich mehr auf das Leben des Love Interests. Dadurch wirkt die Adaption an viele Stellen wie ein typischer Liebesfilm. Außerdem werden Charaktere eingefügt, die im Buch gar nicht oder kaum vorkommen, während dadurch andere interessantere Handlungen des Romans weniger Platz in der Adaption bekommen. Es kommen zwar auch ernste Themen wie Depressionen vor, doch anders als im Buch bleiben auch diese Stellen eher oberflächlich. Statt sich wirklich mit ihnen auseinanderzusetzen, scheinen sie eher nur deshalb mit eingebaut worden zu sein, damit sie vorkommen. Auch wenn der Film für sich allein stehend eine schöne Liebesgeschichte erzählt, konnte mich das Buch letztendlich viel mehr berühren.


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Donnerstag, 3. Mai 2018

Scythe - Der Zorn der Gerechten (Neal Shusterman) - Rezension

"Scythe - Der Zorn der Gerechten" ist der zweite Band von Neal Shustermans Jugendbuch-Trilogie. Der Roman ist beim Fischer Verlag erschienen und hat 544 Seiten.

Citra hat die Ausbildung zum Scythe abgeschlossen. Während sie noch damit beschäftigt ist, die "beste" Art des Tötens zu finden, gibt es Aufruhr unter den Scythe. Immer mehr von ihnen schließen sich der Neuen Ordnung an und töten ohne Regeln. Rowan, der nicht zum Scythe auserwählt wurde und geflohen ist, macht im Untergrund Jagd auf die Scythe der Neuen Ordnung. Citra gefällt das überhaupt nicht, weil er dadurch selbst zum Mörder wird. Als ein Anschlag auf sie verübt wird, ist Rowan der erste, der verdächtigt wird. Doch Citra ist sich sicher, dass er nichts damit zu tun hat und macht sich mit Scythe Curie auf die Suche nach dem wahren Täter.


Neue Konflikte sorgen für Spannung

Klappt Citras Kampf für Gerechtigkeit?
Foto: S. Fischer Verlag
Der zweite Teil spielt ungefähr ein Jahr nach den Ereignissen des Vorgängerbandes (hier kommt ihr zur Rezension). Die Handlung kommt erst langsam in Fahrt, weil der Leser erst mal erfährt, wie sich das Leben der Charaktere verändert hat. Ich fand es daher etwas schwierig, von Beginn an komplett in die Geschichte zurückzufinden. Ich habe erst vor Kurzem den dritten Teil von Thomas Thiemeyers "Evolution"-Trilogie gelesen. Dort knüpft das Finale direkt an den zweiten Teil an und das hat mir den Einstieg sehr erleichtert. Doch spätestens nach dem ersten Viertel konnte "Der Zorn der Gerechten" packen. Ab da baut sich langsam der Konflikt auf und es wird deutlicher, was den Protagonisten bevorsteht. Durch mehrere Perspektiven und Ereignisstränge bekommt der Leser einen guten Einblick in die Situationen aller Beteiligten. Auch wenn der Beginn etwas schleppend verläuft, verleiht Shusterman der Handlung aber immerhin durch genügend Erklärungen eine sehr gute Struktur. Der rote Faden ist immer vorhanden und es gibt keine Unstimmigkeiten. Das macht die ganze Geschichte rund. Als Leser kann man wirklich in das Geschehen eintauchen, ohne dabei auf unlogische Stellen zu stoßen, die den Lesefluss unterbrechen könnten. Außerdem wurden bereits jetzt Elemente eingeführt, von denen ich glaube, dass sie im Finale noch eine größere Rolle spielen werden. So gibt es eine Figur, die über die meiste Zeit damit beschäftigt ist, nach etwas zu suchen. Dieses "Etwas" wird wohl im dritten Teil noch von Bedeutung sein. Auch dadurch erscheint die gesamte Reihe bis jetzt sehr gut durchdacht und stimmig.
Die Geschichte tritt zudem nicht auf der Stelle, was ein weiterer Pluspunkt ist. Im ersten Band liegt der Fokus auf der Ausbildung zum Scythe. Die Protagonisten müssen sich damit auseinandersetzen, Menschen zu töten. Beide lernen auf unterschiedliche Weisen damit klarzukommen. In diesem Teil stehen andere Aspekte im Mittelpunkt. An das Töten haben sie sich mittlerweile "gewöhnt", daher spielt diese Problematik nur noch hin und wieder eine Rolle. Nun geht es darum, dass das Scythetum sich in einem Wandel befindet, der schon in "Die Hüter des Todes" angedeutet wird. Es haben sich zwei Fronten mit sehr unterschiedlichen Vorstellungen vom Töten gebildet. Rowan und Citra werden in die Machtkämpfe hineingezogen und vor allem Letztere muss dabei helfen, einen schlimmen Ausgang zu verhindern. Die Geschichte entwickelt sich dadurch weiter und bekommt neue Elemente. Mir gefällt es sehr gut, dass der Autor einen anderen Fokus setzt, dabei aber nicht die Problematiken des Vorgängerbandes komplett ausradiert. Shusterman geht außerdem darauf ein, wie sehr die Ausbildung zum Scythe das Leben der Protagonisten beeinflusst hat ("'Komm uns bald wieder besuchen, Schatz", sagte Citras Mutter. 'Das ist immer noch dein Zuhause.' Aber das war es nicht mehr, und sie wussten es alle."). Obwohl deutlich zu erkennen ist, dass dieser Teil auch dazu dient, das Finale aufzubauen, wirkt er trotzdem nicht wie ein Füllband, der sich nur im Kreis dreht. Die Charaktere müssen sich neuen Herausforderungen stellen. Sowohl die Hauptfiguren als auch die Gegenspieler handeln dabei immer sehr durchdacht und mit Verstand, was die Ereignisse spannend und interessant macht. Gerade zum Ende hin wird es besonders aufregend. Es kommt zu mehreren Wendungen und einem unglaublich gemeinen Cliffhanger, der ungeheuer neugierig auf den nächsten Band macht.

Ein Charakter wird greifbarer, ein anderer bleibt undurchschaubar

Schon im ersten Band mochte ich den Humor unheimlich gerne. Es geht oft um ernste Themen und ständig stirbt jemand, doch es gibt immer wieder Momente, die die düstere Stimmung auflockern. Der Humor ist sehr subtil und wird nie im Übermaß genutzt. Es sind meistens kurze Augenblicke, wie ein Dialog oder ein Kommentar ([Citra, nachdem Scythe Curie jemanden beleidigt hat] "Marie! Ich habe ihm schon den Arm gebrochen, wir müssen ihn nicht auch noch beleidigen." [...] "Er wird meinen Arm in Gips legen." "In was?" "Voodoo!", sagte Marie. "Ein antikes Heilritual. Sie gipsen den Arm ein und lassen ihn monatelang so."). Auch in diesem Band kann der Leser an der ein oder anderen Stelle kurz mal schmunzeln oder auflachen. Vor allem die Szenen von Citra und Scythe Curie haben mir super gefallen. Sie arbeiten toll als Team zusammen und es ist wirklich zu erkennen, wie nahe sie sich stehen. Letztere mochte ich schon im ersten Band gerne, weil sie dort bereits sehr vielschichtig und interessant war, während die Hauptfiguren Rowan und Citra noch etwas blass wirkten. Daher habe ich mich wirklich gefreut, dass der Leser Citra jetzt viel besser kennenlernt. Ihre Persönlichkeit wird toll ausgebaut. Ich finde, es ist wirklich erkennbar, dass sie sich seit den Ereignissen vor einem Jahr verändert hat. Scythe Curie bleibt weiterhin mein Lieblingscharakter und ich finde es toll, dass sie und Citra in diesem Band viel Aufmerksamkeit bekommen. Es ist allerdings immer noch schwierig, einen wirklichen Zugang zu Rowan zu finden. Zwar habe ich den Eindruck, dass er insgesamt weniger oft in diesem Teil vorkommt, doch dann könnten seine Szenen wenigstens eindrücklicher sein. Leider agiert er oft sehr passiv oder verhält sich klischeehaft ("'Wenn du etwas zu sagen hast, sprich.' [...] Doch Rowan nutzte die Gelegenheit lieber, um ihm ins Gesicht zu spucken, was ihm einen brutalen Rückschlag des Mannes einbrachte."). Er gerät in gefährliche Situationen und zeigt überhaupt keinen Willen, sich selbst zu retten. Außerdem bleiben seine Gedanken und Gefühle sehr undurchschaubar. Es ist schwer zu erkennen, was ihn antreibt. Das sorgt auch dafür, dass die Liebesgeschichte zwischen ihm und Citra unstimmig bleibt. Ich fand sie schon im ersten Band unnötig, weil sie nichts zur Geschichte beiträgt. In diesem Band bleibt das leider so. Es wird immer noch nicht klar, was sie am jeweils anderen so gut finden. Zum Glück spielt die Romanze aber so gut wie keine Rolle und stört daher wenigstens nicht.
Es gibt allerdings eine interessante Neuerung: Statt der Tagebucheinträge der Scythe im ersten Teil, tauchen nun zwischen den Kapiteln die "Gedanken" des Thunderhead auf. Der Thunderhead ist eine körperlose künstliche Intelligenz, die alles auf der Erde kontrolliert. Seine Existenz und Aufgaben wurden schon im ersten Band vorgestellt, aber er blieb etwas sehr Vages. Es ist daher sehr spannend, diese kurzen Abschnitte zu lesen, in denen er über die Scythe, die Menschen oder andere Themen "nachdenkt". Denn mit der Zeit und den Vorkommnissen verändert sich auch seine Sichtweise langsam, was interessant ist, weil er eigentlich ein neutrales Oberhaupt zu sein scheint. Doch das, was auf der Erde passiert, hat sogar auf ihn einen Einfluss. Immer wieder blitzt auf, dass er eine eigene Meinung zu haben scheint. Er ist dieses Mal ein wirklicher Bestandteil der Handlung, ohne dass er ein Charakter aus Fleisch und Blut ist oder mit den Figuren agiert. Er zieht quasi aus der Entfernung den ein oder anderen Faden, obwohl es für ihn verboten ist. Das macht ihn zu einer außergewöhnlichen Ergänzung der Geschichte. 

Fazit

"Scythe - Der Zorn der Gerechten" ist ein gelungener zweiter Band von Neal Shustermans Jugendbuch-Trilogie. Er erzählt die Geschichte gut durchdacht weiter und führt neue Konflikte und Elemente ein, ohne dabei die alten zu vergessen. Die Geschichte bereitet das Finale vor, wird aber nicht zu einem Füllband. Positiv ist ebenfalls, dass einige Charaktere deutlich vielschichtiger werden. Leider bleiben andere immer noch etwas zu blass, um alle ihre Handlungen wirklich nachvollziehen zu können. Das Ende hat eine sehr gemeine Wendung, die sehr neugierig auf den letzten Teil macht.


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Freitag, 27. April 2018

Avengers: Infinity War - Rezension

Seit dem 26. April läuft "Avengers: Infinity War" in den deutschen Kinos. Auf diesen Film habe ich als großer "Marvel"-Fan schon sehnsüchtig gewartet. Nachdem über die letzten zehn Jahre viele Superhelden im "Marvel Cinematic Universe" vorgestellt wurden, gibt es nun endlich das große Finale. 
Ich bin sofort am Donnerstag ins Kino gegangen und erzähle euch heute, ob der Film meine hohen Erwartungen erfüllen konnte. 

Nach den Ereignissen in "The First Avenger: Civil War" stehen die Superhelden auf zwei unterschiedlichen Seiten. Während die Gruppe um Tony Stark (Robert Downey jr.) für die Vereinten Nationen arbeitet, hat sich das Team um Steve Rogers (Chris Evans) zurückgezogen und agiert aus dem Untergrund. Das sind schlechte Voraussetzungen angesichts der großen Bedrohung, die auf sie zukommt. Der Titan Thanos (Josh Brolin) hat ein grausames Ziel: Er will mithilfe der sechs Infinity Steine allmächtig werden und das gesamte Universum mit einem Fingerschnippen zerstören. Für so einen starken Gegner braucht es mehr als nur ein paar Helden. Die Avengers, die Guardians of the Galaxy, Doctor Strange (Benedict Cumberbatch), Black Panther (Chadwick Boseman) und noch mehr schließen sich zusammen. Sie alle wollen verhindern, dass Thanos seinen Plan in die Tat umsetzen kann. Der ist schon auf dem Weg zur Erde, denn dort befinden sich gleich zwei der mächtigen Steine. 


Superheld trifft auf Superheld trifft auf Superheld 

Können die Helden Thanos besiegen?
Foto: Walt Disney Studios
Das fasst den dritten "Avengers"-Film wohl ziemlich gut zusammen. Nach rund zehn Jahren, in denen die unterschiedlichsten Figuren eingeführt wurden, kommt es in "Infinity War" endlich dazu, dass sie alle zusammenkommen. Dieses gigantische Helden-Spektakel ist richtig gut gelungen. Ich hatte wirklich Zweifel, ob so viele Charaktere den Film überladen könnten. Doch das ist nicht passiert. Keine der Figuren wirkt zu blass, da sie alle immer noch genug Aufmerksamkeit bekommen und ihre Persönlichkeiten nicht verloren gehen. Egal, an welchen Superhelden ich denke, mir fällt mindestens eine tolle Szene ein, in der er eine Rolle gespielt hat. Das funktioniert vor allem, weil es mehrere Handlungsstränge gibt, die parallel ablaufen. Somit kommt es nicht zu vollkommen unübersichtlichen Mega-Kämpfen, bei denen der Zuschauer irgendwann gar nicht mehr weiß, wer eigentlich dabei ist. Die Anzahl hält sich immer in einem guten Rahmen. Die aufgeteilten Handlungen sorgen ebenfalls dafür, dass der Film sehr temporeich ist und durchgängig spannend. Es gibt nicht eine langweilige Stelle und die Zeit vergeht wie im Flug. Ein Pluspunkt bei diesem großen Zusammentreffen sind außerdem die genialen Interaktionen. Schon bei "Captain America: Civil War" (der es übrigens in meine "Top 10 Marvel Filme" geschafft hat) kann der Zuschauer das verfolgen, doch im dritten Avengers wird es noch mal auf ein höheres Level gesetzt. Es gibt geniale Wortwechsel und die einzelnen Figuren verlieren dabei nicht ihren Wiedererkennungswert. Sie reagieren genau so aufeinander, wie ich es mir vorgestellt habe und wie es zu ihrer Persönlichkeit passt. Ich fand die Dialoge zwischen Tony Stark und Peter Quill mit am besten: Quill schwafelt wie immer viel herum und Stark ist davon schnell genervt und gibt kontra. Aber das ist nur eine der vielen unterhaltsamen Szenen zwischen allen möglichen Superhelden. 
Peter Quill (Chris Pratt, l.) redet, Tony Stark ist genervt
Foto: Screenshot Trailer
Neben den Interaktionen sind auch die Einführungen der unterschiedlichen Charaktere sehr gelungen. So gibt es einige Szenen, die schon andeuten, welche Figuren in der kommenden Szene auftauchen. Besonders als Fan weiß man dann schon, auf wen man sich freuen kann. Das ist richtig gut gemacht! Insgesamt war die Aufregung und Freude bei meinem Kinobesuch wirklich im ganzen Saal spürbar. Ich bin seit 2013 "Marvel"-Fan und kenne alle Filme. Dieses Ereignis, die Figuren endlich zusammen zu sehen, ist etwas sehr besonderes und durch die tolle Umsetzung wird der Zuschauer komplett mitgerissen. Bei mir im Kino wurde außerdem ziemlich oft laut gelacht, weil "Marvel" in diesem Film wieder mit gelungenem Humor glänzt. Zum Vergleich: "Thor: Tag der Entscheidung" versucht eher angestrengt lustig zu sein, was mich leider nicht überzeugen konnte. Neben lustigen gibt es aber auch einige emotionale Momente. Die sind mir echt nahegegangen. Das liegt wohl auch daran, dass ich viele der Protagonisten durch die anderen Filme schon so gut kenne. Daher hat ihr Schicksal mich erst recht getroffen. Ich finde es sehr bemerkenswert, wie "Infinity War"es schafft, das Gleichgewicht zwischen den Emotionen zu halten, ohne dass der Film entweder zu albern oder zu dramatisch wirkt.

Wie bedrohlich ist Thanos?

Thanos holt sich die Infinity Steine, ganz egal wie
Foto: Screenshot Trailer
Wie in jedem Superheldenfilm gibt es natürlich auch hier einen Gegner: Thanos. Der ist schon bekannt, weil er in mehreren früheren Filmen kurze Auftritte hat. Und wo ein Gegner ist, gibt es selbstverständlich auch Kämpfe. Diese Szenen sind optisch alle spektakulär, so wie man es vom MCU gewohnt ist. Und das ist auch gut so, denn der Film besteht quasi zu 80 Prozent daraus. Doch obwohl der Zuschauer oft von Kampf zu Kampf springt, wird es nicht ermüdend. Das liegt daran, dass keiner von ihnen bedeutungslos ist. Jede Auseinandersetzung ist wichtig und vor allem durch den Gegner alles andere als harmlos. Wenn ich diesen Bösewicht mit den anderen vergleiche, steht Thanos auf der Liste jedenfalls ziemlich weit oben. Er ist eine große Bedrohung. Das gibt dem ganzen Film eine ganze Menge Spannung und dem Zuschauer einige angstvolle Momente. Die Kämpfe zwischen ihm und den verschiedenen Superhelden sind teilweise nur schwer mit anzusehen, weil er ihnen wirklich stark zusetzt. Ich hatte noch nie so viel Angst um die Charaktere wie in diesem Film. Das hängt vor allem damit zusammen, dass Thanos als Gegner so verdammt gut ist. Der Zuschauer lernt ihn kennen und versteht seine Gründe und was ihn zu seinem grausamen Ziel, die Hälfte des Universums auszulöschen, treibt. Er glaubt fest daran, dass er etwas Gutes tut. Außerdem gibt es sogar kurze emotionale Momente, in denen er Schwächen durchscheinen lässt. Wenn ein Bösewicht Gefühle zeigt, macht ihn das noch deutlich interessanter als jemand, der nur eine kalte und böse Seite zu haben scheint. Dadurch wird er so real und wirkt nicht wie ein überzeichneter Bösewicht. Er ist als Charakter wirklich glaubwürdig und vielschichtig. Er ist auch nicht der Standardgegner, der ständig große Töne spuckt oder die Helden mit albernen Sprüchen provoziert. Es gibt Szenen, in denen er vollkommen entspannt mit einigen von ihnen spricht. Er strahlt eine Ruhe und Bestimmtheit aus, die unheimlich ist. Als Zuschauer erkennt man einfach, dass er sich von nichts aufhalten lässt. Das alles macht ihn zu einem furchterregenden Gegenspieler. Im Gegensatz zu ihm bleiben seine Handlanger eher blass und austauschbar. Das fällt aber kaum ins Gewicht, weil Thanos so beeindruckend ist.
Steve Rogers vs. Thanos
Foto: Screenshot Trailer
Noch in keinem anderen "Marvel"-Film wurde so sehr klargemacht, wie ernst die Lage ist. Die Bedrohung ist größer als jemals zuvor. Zum ersten Mal schwebt ununterbrochen die Angst mit, dass jederzeit jemand sterben könnte. Nichts und niemand ist sicher, vor allem nicht der Sieg der Helden. Das bringt dem Film viel Nervenkitzel. Es war unglaublich schwierig, ruhig auf dem Kinositz zu bleiben, weil es immer wieder nervenaufreibende Szenen gibt. Wie zu erwarten, gibt es natürlich noch kein Happy End, schließlich kommt ja noch ein vierter "Avengers"-Teil. Ich werde hier nicht spoilern, nur so viel: Das Ende ist zwar krass, aber hatte dennoch keine so große Wirkung auf mich, wie ich vor meinem Kinobesuch befürchtet habe. Um ehrlich zu sein, bin ich mir nicht sicher, was ich überhaupt vom Schluss halten soll. Ich habe ihn so definitiv nicht erwartet, war also überrascht. Gleichzeitig hat er mich aber auch nicht wirklich tief geschockt. Eines schafft der Cliffhanger aber auf jeden Fall: Ich möchte am liebsten jetzt sofort wissen, wie es weitergeht. Bis 2019 zu warten, wird eine verdammt lange Zeit... 

Fazit

"Avengers: Infinity War" zeigt genau das große Superhelden-Spektakel, das ich mir erhofft habe. Das Zusammenkommen der verschiedenen Charaktere wird toll umgesetzt. Die vielen Figuren und Handlungsstränge bringen Spannung, Tempo und Abwechslung. Durch die Aufteilung der Helden auf unterschiedliche Geschehen, kommt es nicht zu einem unübersichtlichen Durcheinander. Trotz ständiger Kämpfe kommt keine Langeweile auf, was vor allem am starken Gegenspieler liegt. Mit Thanos hat der Film einen der besten "Marvel"-Antagonisten. Er sorgt dafür, dass die enorme Bedrohung immer präsent ist und der Zuschauer ununterbrochen Angst um die Protagonisten hat. Das Ende lässt mich zwar etwas zwiegespalten zurück, macht aber unheimlich neugierig auf den nächsten Teil. 


Habt ihr den Film schon gesehen? Konnte er eure Erwartungen erfüllen und freut ihr euch auch schon auf die Fortsetzung? Schreibt es gerne in die Kommentare!

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