Sonntag, 10. Juni 2018

Jurassic World 2: Das gefallene Königreich - Watch.Read.Discuss. [D/E]

The following discussion of the movie "Jurassic World: Fallen Kingdom" is also available in English. Please scroll down for the English version.

Deutsch


- Der folgende Text enthält Spoiler -

Dinosaurier sind so cool!
Foto: Universal Pictures
"Jurassic World: Das gefallene Königreich" ist die Fortsetzung des Megaerfolgs "Jurassic World". Der spielte 2015 über 1,6 Milliarden US-Dollar ein und ist derzeit auf Platz 5 der erfolgreichsten Filme aller Zeiten. Wir, die "Watch.Read.Talk."-Autoren, waren begeistert von dem Film und konnten den zweiten Teil kaum erwartenIn diesem Beitrag unserer Reihe "Watch.Read.Discuss." diskutieren wir unter anderem, ob sich unsere Erwartungen erfüllt haben und wie uns der neue Super-Dino gefallen hat. 

Drei Jahre sind seit der Tragödie im Erlebnispark "Jurassic World" vergangen. Die ehemalige Parkmanagerin Claire Dearing (Bryce Dallas Howard) hat mittlerweile die "Dinosaur Protection Group" gegründet, die sich für die Rechte der Urzeitriesen einsetzt. Die Isla Nublar, auf der die verbleibenden Tiere leben, droht von einem Vulkanausbruch komplett zerstört zu werden. Claire und ihre Mitstreiter, darunter Paläo-Tierärztin Dr. Zia Rodriguez (Daniella Pineda) und IT-Fachmann Franklin Webb (Justice Smith, Letztendlich sind wir dem Universum egal), versuchen die erneute Auslöschung der Dinosaurier zu verhindern. Sir Benjamin Lockwood (James Cromwell) und seine rechte Hand Eli Mills (Rafe Spall, The Ritual) sind bereit, eine Rettungsmission zu finanzieren und den Urzeittieren ein sicheres Leben auf einer anderen Insel zu ermöglichen. Claire überredet ihren Ex-Freund und ehemaligen Velociraptor-Trainer Owen Grady (Chris Pratt, Avengers: Infinity War) mit ihr, Franklin und Zia zur Isla Nublar zurückzukehren. Vor Ort werden sie nicht nur mit gefährlichen Dinosauriern und tödlicher Lava konfrontiert, sondern auch mit einer Intrige, die sie fast das Leben kostet. Zurück auf dem Festland müssen Claire, Owen und Webbs Enkelin Maisie (Isabella Sermon) verhindern, dass die überlebenden Dinosaurier, darunter Owens trainierter Velociraptor Blue, den falschen Menschen in die Hände fallen.


Wie seid ihr auf den Film aufmerksam geworden und warum wolltet ihr ihn gucken?

Katrin: Ich fand "Jurassic World" hammergeil! Daher war es sonnenklar, dass ich am Erscheinungstag des zweiten Teils mit meinem "Jurassic Park"-Hoodie im Kino sitzen würde! Es ist übrigens ziemlich cool, dass der Film in Deutschland und vielen anderen europäischen Ländern schon zwei Wochen vor dem US-Start angelaufen ist. 

Laura: Ich habe die "Jurassic Park"-Trilogie als Kind geliebt, deswegen habe ich natürlich die neuen Filme auch im Auge behalten. Der erste Teil von "Jurassic World" hat mir gut gefallen, deshalb wollte ich auch "Das gefallene Königreich" schauen. Ich war definitiv gespannt, wie die Geschichte weitergehen wird.

Wie schlägt sich "Das gefallene Königreich" im Vergleich zu seinem Vorgänger?

Katrin: Mir hat der Film etwas weniger gefallen als der erste Teil. Das lag vor allem daran, dass die Atmosphäre nicht so intensiv war. Dadurch, dass der weltbekannte Original-Soundtrack kaum benutzt wurde, nur ein kleiner Teil der Handlung auf der Isla Nublar spielte und bis auf Claire und Owen keine anderen "Jurassic World"-Charaktere vorkamen, war die Stimmung nicht die gleiche. Trotzdem hat mir "Das gefallene Königreich" gut gefallen. Das lag vor allem daran, dass er im Gegensatz zum Vorgänger mehr dramatische Momente hatte.

Laura: Insgesamt mochte ich den ersten auch noch lieber. Trotzdem ist auch dieser Teil unterhaltsam. Der große Pluspunkt bei diesen Filmen sind einfach die Dinosaurier. Mittlerweile ist die Technik so weit, dass sie unglaublich real erscheinen und das Filmerlebnis sehr besonders machen. Ich könnte wahrscheinlich stundenlang einfach bloß Szenen sehen, in denen sie ganz normale Dinge tun. Schon allein deshalb schaue ich mir diese Filme gerne an und würde wahrscheinlich nie komplett enttäuscht das Kino verlassen. Trotzdem fand ich es schade, dass die Handlung auf der Insel so schnell vorbei war. Ich mochte das Setting sehr, weil der Park mittlerweile ziemlich zerstört ist und ein tolles "Lost Place"-Gefühl hat. Die Militärgeschichte mochte ich nicht wirklich, vor allem weil sie langweilig und nichts Außergewöhnliches ist: Die Dinos als neue "Waffe" im Krieg einzusetzen, hat mich einfach nicht interessiert. Zudem sind die Gegenspieler alle vollkommen unausgereifte und eindimensionale Charaktere, was das ganze nicht besser gemacht hat.

Wie fandet ihr die menschlichen Charaktere - sowohl die bereits bekannten als auch die neuen?

Owen, Franklin, Claire & Zia kümmern sich um Blue
Foto: Universal Pictures
Katrin: Von mir aus hätten alle menschlichen Charaktere und alle fleischfressenden Dinosaurier sterben können, wenn dafür der Brachiosaurus (Ich glaube jedenfalls, dass es einer war.) am Bootsanleger gerettet worden wäre. Ich fand es schade, dass nur zwei der "Jurassic World"-Charaktere dabei waren, zumal ich Owens Art nicht sonderlich mag (Sein Verhalten hat sich im Vergleich zum vorherigen Film aber deutlich gebessert!). Claire hat mir diesmal richtig gut gefallen, da sie sich weiterentwickelt und versucht, ihre vergangenen Fehler wiedergutzumachen. Leider durfte sie wieder nur dabeistehen, während Owen alle gerettet hat. Positiv überrascht war ich von Maisie. In den vorherigen Filmen des Franchise haben die Kinder immer kolossal genervt, aber die Kleine umgeht alle Fehler ihrer Vorgänger: Sie ist selbstständig, quengelt nicht, bringt sich nicht in Gefahr, ist nicht altklug und bleibt weitestgehend ruhig. Ich hoffe, sie ist im dritten Teil wieder mit dabei. Das Ende von "Das gefallene Königreich" ist schonmal vielversprechend in dieser Hinsicht.

Laura: Neben den Antagonisten konnten mich auch die anderen Figuren nicht wirklich überzeugen. Genauso wie Katrin mag ich Claire noch am liebsten, finde Owen aber auch in Ordnung und ihre gemeinsame Dynamik sorgt für ein paar nette Szenen. Das war's dann aber auch. Zia und Franklin sind ganz gute neue Charaktere, die den Zuschauer definitiv unterhalten. Insgesamt bleiben sie dabei aber ziemlich eindimensional. Viel mehr mochte ich Maisie - aus den gleichen Gründen wie Katrin. Bei den anderen Kindern war ich ständig genervt von ihren zahlreichen dummen Aktionen. Sie ist da mal eine sehr nette Abwechslung.

Wie sieht es bei den Dinosauriern aus? Was haltet ihr vom "Indoraptor"?

Laura: Wie ich oben schon erwähnt habe, sind die Dinosaurier insgesamt immer ein Pluspunkt. Auch dieses Mal konnten sie mich überzeugen, vor allem Blue. Aber auch der T-Rex hat wieder einen coolen Moment, als er Claire, Owen und Franklin auf der Insel vor einem anderen Saurier "rettet". Er und Blue haben wirklich Persönlichkeit. Was den "Indoraptor" angeht: Ich finde es etwas ermüdend, dass es immer ein noch "böserer" Dinosaurier sein muss. Als ob ein ganz normaler fleischfressender, aggressiver Dino nicht schon krass genug wäre. Mich konnte er nicht wirklich überzeugen, weil er vergleichsweise wenig Screentime bekommt. Der Zuschauer sieht nicht mal wirklich, wozu er fähig ist und was ihn jetzt so sehr von anderen Dinosauriern abhebt. Den "Indominus Rex" aus dem ersten Teil fand ich deutlich interessanter und unheimlicher. Er wird von Anfang an in die Geschichte eingebunden und bekommt eine wirkliche Einführung.

Katrin: Ich wünschte, die Produktion hätte den Mosasaurus als "Endgegner" genommen. Jede Szene mit ihm ist einfach nur purer Horror - besonders die unglaublich gut gemachte Aufnahme, wie er durch eine Welle taucht, auf der mehrere Surfer unterwegs sind. Das ist der Stoff, aus dem Albträume gemacht sind! Der "Indoraptor" hat mich einfach nur enttäuscht. Er sieht aus, wie ein Velociraptor mit goldener Färbung an den Seiten. Natürlich konnte er nicht so groß sein, wie der "Indominus Rex", da er sonst nicht in die Villa gepasst hätte. Aber im Gegensatz zu zahlreichen anderen Sauriern fand ich ihn schon etwas langweilig. Dass er wie ein Hund dressiert war, hat ihn auch nicht gerade furchterregender gemacht.

Welche Szene hat euch am wenigsten gefallen?

Das ist ein Dinosaurier und keine böse Hexe!
Foto: Universal Studios
Laura: Wo wir gerade schon beim "Indoraptor" sind: Seine Todesszene ist einfach komplett überzogen. Musste er wirklich in Zeitlupe durch das Glasdach stürzen und dann so brutal von einem Dinoskelett aufgespießt werden? Dann wird seine Leiche auch noch durch einen Blitz im dunklen Raum erleuchtet und dazu kommt natürlich noch dramatische Musik. Bei so viel Übertreibung konnte ich nur mit dem Kopf schütteln.

Katrin: Alle mit dem "Indoraptor" - besonders die, in der er in Maisies Zimmer ist. Es ist einfach nur lächerlich, dass er langsam die Tür aufmacht und sich durch den Raum schleicht, als sei er ein Einbrecher und kein wildes Tier. Außerdem fand ich es wirklich schade, dass keiner der Charaktere auf die Enthüllung des großen Geheimnisses (Das ich schon ziemlich früh erraten habe.) eingegangen ist.

Und welche am besten?

Katrin: Die oben bereits angesprochene Szene, in der die Menschen mit einem Boot von der Insel fliehen und ein einzelner Brachiosaurus am Anleger steht - hinter ihm Lava und Aschewolken - der ganz klägliche Laute von sich gibt, als würde er um Hilfe rufen. Ich bin bei Filmen selten emotional, aber der Moment hat mir wirklich wehgetan. Er hat mehr als alle anderen Szenen in beiden "Jurassic World"-Filmen gezeigt, dass Dinosaurier keine Spielzeuge und Killer sind, sondern Lebewesen. Claires völlig verzweifelter Blick macht die Sequenz noch trauriger und eindrücklicher. Optisch mochte ich fast jede Szene - die Kameraufnahmen sind beeindruckend und sehr kreativ!

Laura: Für mich war das ebenfalls die beste Szene! Sie zieht sich so lange, dass es für den Zuschauer fast unerträglich ist, hinzuschauen. In diesem Film habe ich deutlich mehr mit den Dinosauriern mitgefühlt als mit irgendeinem der Charaktere. Ansonsten haben mir auch alle Szenen auf der Insel mit am besten gefallen. Schade, dass diese Handlung so schnell vorbei war!

Was hättet ihr an der Geschichte verändert?

Das ist Grusel genug, es braucht keinen Indoraptor!
Foto: Universal Pictures
Katrin: Ich hätte den Mosasaurus oder zumindest einen anderen furchteinflößenden Dinosaurier in den Mittelpunkt gestellt und die Handlung größtenteils auf der Insel spielen lassen. Die freilebenden Urzeittiere und der ausbrechende Vulkan hätten als Horrorszenarien gereicht, da hätte es die alberne Auktion und die eindimensionalen menschlichen Antagonisten nicht gebraucht. Außerdem hätte ich Zia und Franklin mehr Sendezeit gegeben und deutlicher gezeigt, wie heldenhaft Claire ist.

Laura: Da ich die ganze Idee mit dem Militär sehr langweilig fand, hätte ich dem Film wahrscheinlich eine andere Art von Gegenspieler gegeben. Außerdem hätte ich es toll gefunden, wenn die Rettungsaktion mehr im Fokus gestanden hätte und nicht nur ein Vorwand gewesen wäre, um Claire und Owen auf die Insel zu locken.

Last, but not least: Was versprecht ihr euch vom dritten Teil, der im Juni 2021 erscheint?

Katrin: Dass der Film eine Erklärung dafür findet, wie drei Dutzend Dinosaurier (darunter Pflanzenfresser und sehr kleine), die sich nicht fortpflanzen können, tatsächlich eine Gefahr für die ganze Welt darstellen sollen. Außerdem hoffe ich, dass Maisie, Franklin und Zia wiederkehren und die Sendezeit gerechter zwischen den Charakteren verteilt wird. Hat mittlerweile irgendeiner eine Zeitmaschine erfunden? Ich möchte nicht 1.098 Tage warten! 

Laura: Genau das habe ich mich auch am Ende gefragt. Was mich außerdem gewundert hat: Wieso wurden nicht direkt Pläne geschmiedet, um die Dinosaurier doch noch zur sicheren Insel zu bringen? So viele können das doch wirklich nicht gewesen sein, da sie alle auf das Schiff gepasst haben. Ich hoffe daher, dass die Rettungsaktion im kommenden Teil immer noch eine Rolle spielen wird.


Habt ihr "Jurassic World: Das gefallene Königreich" schon gesehen? Wie hättet ihr geantwortet? Teilt es und in den Kommentaren mit

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English


- The following text contains spoilers -


Dinosaurs are so cool!
Photo: Universal Pictures
"Jurassic World: Fallen Kingdom" is the sequel of the mega-hit "Jurassic World". It grossed more than 1.6 billion US dollar in 2015 and is currently ranked fifth on the "Most successful movies of all time" list. We, the "Watch.Read.Talk.", authors loved the movie and couldn't wait for the second part. In today's "Watch.Read.Discuss." we discuss some questions about the movie - like if our expectations were satisfied and what we thought about the new super dino.

Three years have passed since the tragedy at the "Jurassic World" adventure park. Meanwhile former park manager Claire Dearing (Bryce Dallas Howard) has founded the "Dinosaur Protection Group" which advocates for the prehistoric animals' rights. The Isla Nublar where all the remaining species live is threatened to be destroyed by a volcanic eruption. Claire and her fellow campaigners, including paleo-veterinarian Dr. Zia Rodriguez (Daniella Pineda) and IT expert Franklin Webb (Justice Smith), try to prevent the dinosaurs' reextinction. Sir Benjamin Lockwood (James Cromwell) and his right hand Eli Mills (Rafe Spall) offer to finance a rescue mission and allow the animals to live a peaceful life on a different island. Claire convinces her ex-boyfriend and former velociraptor trainer Owen Grady (Chris Pratt) to accompany her, Franklin and Zia to Isla Nublar. On site they're not only confronted with dangerous dinosaurs and deadly lava, but also with an intrigue that almost claims their lives. Back on the mainland Claire, Owen and Webb's granddaughter Maisie (Isabella Sermon) have to stop the surviving dinosaurs, including Owen's trained velociraptor Blue, from falling into the wrongs hands.


When did you become aware of the movie and why did you want to watch it?

Katrin: I thought "Jurassic World" was awesome! Therefore it was crystal clear I would be at the movie theater opening day wearing my "Jurassic Park" hoodie! It's pretty amazing the movie was released in Germany and many other European countries two weeks earlier than in the US.

Laura: I loved the "Jurassic Park" trilogy when I was a kid, that's why I was really anticipating the new films. Since I really liked the first part of "Jurassic World" I also wanted to see "Fallen Kingdom". I was very curious how the story would go on.

How did "Fallen Kingdom" do in comparison to its predecessor?

Katrin: I liked the movie a little less than the first one. The main reason is the not-so-intense atmosphere. The original soundtrack was barely used, just a small bit of the story was actually set on Isla Nublar and except for Claire and Owen none of the other "Jurassic World" characters returned, therefore the mood wasn't the same. I still liked "Fallen Kingdom" a lot. Mainly because it had more dramatic moments than its predecessor.

Laura: Overall I also liked the first one better. Nonetheless this film is entertaining too. The great thing about these movies are the dinosaurs. The technology is so advanced that they look unbelievable realistic and this is what makes the movie experience so great. I could probably watch scenes in which they do ordinary things for hours. That's why I love to watch these films and I guess I would never leave the cinema totally disappointed. But I didn't like that the plot on the island ended so soon. I loved the setting because the park looked abandoned and had a great "lost place" feeling. The military story annoyed me, because it's boring and overdone: The idea of using dinosaurs as a "weapon" in wars just wasn't interesting. Furthermore the opponents are all completely one-dimensional and lack interesting characteristics.

What did you think of the human characters - the already known ones as well as the new ones? 

Owen, Franklin, Claire & Zia take care of Blue
Photo: Universal Pictures
Katrin: As far as I'm concerned all human characters and carnivorous dinosaurs might as well have died if the brachiosaurus (At least I think it was one.) at the pier would have lived instead. I was disappointed that only two "Jurassic World" characters returned, especially because I'm not a fan of Owen's attitude (It's way better in this movie than in the previous one!). I really liked Claire this time, because she evolved and tried to compensate for her mistakes in the past. Sadly she once again was only allowed to stand there and wait for Owen to save everyone. I was positively surprised by Maisie. In the other movies of the franchise the children were always incredibly annoying, but she avoided all of her predecessors' mistakes: She is independent, pretty calm most of the time, not whining, not putting herself in danger and not precocious. I hope she'll be in the third movie. The end of "Fallen Kingdom" is promising in this case.

Laura: The antagonists weren't the only ones who couldn't impress me. The other characters weren't very groundbreaking either. Just like Katrin I like Claire the most, but Owen is okay too. I especially enjoy their dynamics because they provide the viewer with some entertaining scenes. But that's about it. Zia and Franklin are good new characters who can entertain the viewers but overall their roles are quite one-dimensional. I liked Maisie a lot for the same reasons as Katrin. All the other children always annoyed me with their countless dumb decisions. So her character is a nice change.

What about the dinosaurs? What's your opinion on the "Indoraptor"?

Laura: As I mentioned above the dinosaurs are always a highlight. This time is no different. Blue was amazing again, but the T-Rex also had its great moment when it "rescued" Claire, Owen and Franklin from another dinosaur. Both of them have real personalities. As for the "Indoraptor": It's kinda tiring that it always has to be a dinosaur that's "more evil" than the last. As if a regular carnivorous and aggressive one wouldn't already be scary enough. I wasn't really impressed by it, mainly because it doesn't even get that much screen time. The viewer doesn't get a clear insight of what it's capable of and what exactly is setting it apart from all the other dinosaurs. The "Indominous rex" in the first part was much more interesting and terrifying. It's involved in the story from the beginning and gets a real introduction.

Katrin: I wish the production would've chosen the mosasaurus as "final enemy". Each scene with it is pure horror - especially the incredible shot of it diving through a wave with a bunch of surfers on top. It looks like a nightmare! I thought the "Indoraptor" was really disappointing. It looks like a velociraptor with a golden coloration on its side. Of course it couldn't have been as big as the "Indominus rex", because otherwise it wouldn't have fit into the villa. But in comparison to other dinosaurs it was quite boring. Being trained like a dog made it even less terrifying.

Which scene did you like the least?

That's a dinosaur and not an evil witch!
Photo: Universal Studios
Laura: Since we're already talking about the "Indoraptor": Its death scene was completely over the top. Did it really have to fall through the glass roof in slow motion and then get brutally impaled by a dinosaur skeleton? Afterwards its corpse gets illuminated by lightning and of course there has to be dramatic music. Seeing so much exaggeration I just sat there shaking my head.

Katrin: Every single one with the "Indoraptor" - especially the scene in Maisie's bedroom. It's ridiculous how the "Indoraptor" slowly opens the door and lurks through the room like a burglar and not like a wild animal. Furthermore it was a great pity that none of the characters really reacted to the revelation of the big secret (Which I guessed pretty early.).

Which scene did you like best?

Katrin: The above-mentioned scene in which the humans flee from the island with a boat and a single brachiosaurus stands at the pier - behind him lava and ash clouds - wailing miserably like it's crying for help. I rarely get emotional while watching movies, but this moment really hurt. Like no other scene in both "Jurassic World" films it shows that dinosaurs are not toys or killers, but living creatures. The completely desperate look on Claire's face makes the scene even more sad and touching. Visually I liked basically every scene - the camera shots are impressive and very creative.

Laura: For me, that was also the best scene! It goes on long enough that the viewer can barely keep his eyes on the screen. In this movie I felt much more empathy for the dinosaurs than for any other character. Additionally, I liked all the scenes on the island very much. It's a pity that this plotline ended so soon!

What would you have changed about the story?

That's enough horror, no "Indoraptor" needed!
Photo: Universal Pictures
Katrin: I would have focussed on the mosasaurus or another terrifying dinosaur and set most of the story on the island. The free-living prehistoric animals and the erupting volcano would've been enough horror scenarios. There would've been no need for the ridiculous auction and the one-dimensional human antagonists. Additionally I would've given Zia and Franklin more screen time and shown distinctly how heroic Claire is.

Laura: I would have introduced different antagonists, because I thought the whole story with the military was boring. Furthermore, I would have loved to see the rescue operation get more importance rather than it just being an excuse to get Claire and Owen to the island.

Last, but not least: What do you expect from the third movie that's going to be released in June 2021? 

Katrin: That it has a good explanation how three dozen dinosaurs (including herbivores and very small ones) which can't procreate are a threat to the entire world. Furthermore I hope Maisie, Franklin and Zia will be back and that the screen time is equally distributed among the characters. Has anyone invented a time machine yet? I don't want to wait 1,098 days!

Laura: I asked myself the same question. Another thing that confused me: Why didn't they make plans to get the dinosaurs to the safe island after all? There really couldn't have been that many dinosaurs since all of them fit on the ship. I hope that the rescue operation will still play a part in the next movie. 


Have you seen "Jurassic World: Fallen Kingdom" yet? What would have been your answers? Tell us in the comments.

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Samstag, 9. Juni 2018

Polizeiruf 110: In Flammen - Rezension

Der Mord zum Sonntag hat Tradition, deshalb sind auch wir mit Rezension und Live-Tweets (@WatchReadTalkdabei.


Sylvia Schulte (Katrin Bühring), die Oberbürgermeisterkandidatin der rechtspopulistischen PFS, wurde bei lebendigem Leib verbrannt. Der Rostocker Kripo-Chef Henning Röder (Uwe Preuss) ermahnt die Kommissare, besonders feinfühlig zu ermitteln. Bei Katrin König (Anneke Kim Sarnau) brennen jedoch schnell die Sicherungen durch, als sie auf Erik Meissner (Patrick von Blume, Tatort: Dunkle Zeit), den Ex-Mann des Opfers, trifft. Er wohnt zusammen mit seiner zweiten Ehefrau Lilli (Lisa Hagmeister) und den gemeinsamen Kindern auf einem Bauernhof, der sehr traditionell und völkisch orientiert ist. Kommissar Alexander Bukow (Charly Hübner) kann die Sorgen der ländlichen Bevölkerung im Gegensatz zu seiner Kollegin verstehen. Das ohnehin schon angeschlagene Verhältnis der beiden Polizisten leidet unter ihren unterschiedlichen Ansichten. In ihrem Kriminalfall kommen sie jedoch relativ schnell voran: Karim Jandali (Atheer Adel) hatte sich am Tatabend mit dem Opfer gestritten. Der syrische Flüchtling war nicht nur der politische Berater von Sylvia Schulte, sondern auch ihr heimlicher Geliebter. Die Ermittlung spitzt sich dramatisch zu, als die Kommissare ihren Hauptverdächtigen aus Mangel an Beweisen freilassen müssen und anschließend mit dessen Entführung erpresst werden.

Zum Saisonende nochmal ein "Best of"

Ob sich die beiden noch kriegen?
Foto: NDR
...denn "In Flammen" wirkt wie eine Zusammenfassung der letzten zehn Sonntagskrimi-Monate. In nur wenigen Wochen gab es drei Fälle, in denen die Kommissare auf einem Öko-Bauernhof mit konservativen, teils rechtsextremen Bewohnern ermitteln mussten. Neben dem deutsch-polnischen Team ereilte dieses Schicksal auch die Kollegen vom Schwarzwald-"Tatort". Erst  am vorherigen Sonntag verschlug es die Münchener Kommissare zu einer Gruppe Reichsbürger aufs Land. Aber aller guten Dinge sind vier: Zum Saisonende dürfen auch Bukow und König unter Nazis auf einem Öko-Bauernhof ermitteln oder "unser braunes Bullerbü", wie es Volker Thiesler (Josef Heynert) nennt. Dass die beiden Polizisten dabei unterschiedliche Ansichten haben, ist auch nichts Neues. Bei Lenski und Raczek sowie Berg und Tobler gab es ebenfalls jeweils einen Ermittler, der Sympathien für die Bauern entwickelt hatte und einen, der sie und ihre Ansichten abstoßend fand. In Rostock spielen die völkischen Siedler jedoch nur eine kleine Rolle. Im Fokus des Falls steht die rechtskonservative Partei, der das Mordopfer angehörte. Allerdings gab es auch hier schon einen ähnlichen Krimi in dieser Saison: Im Dezember mussten die Bundespolizisten Falke und Grosz in "Dunkle Zeit" die Fraktionsvorsitzende einer rechten Partei schützen, nachdem sie Morddrohungen erhalten hatte. Damals spielte Patrick von Blume einen engen Vertrauten der Politikerin. In "In Flammen" ist er nun als Ex-Mann des Mordopfers, ebenfalls Politikerin, zu sehen. In Rostock bleiben alle Handlungsstränge und die dazugehörigen Nebencharaktere sehr oberflächlich und klischeehaft. Sowohl die rechten Politiker als auch die heimatverbundenen Siedler entsprechen genau der Vorstellung, die der durchschnittliche Zuschauer von diesen Personengruppen haben wird. Dadurch sind deren Aktionen leicht vorhersehbar, was der Geschichte den Wind aus den Segeln nimmt. Trotz der Entführung am Ende will nie so richtig Spannung aufkommen. 
Im Rostocker Kripo-Team herrscht Eiszeit
Foto: NDR/Christine Schroeder
"In Flammen" greift außerdem die Geschehnisse aus den vorherigen Fällen mit Bukow und König auf. In der vorletzten Folge war die Kommissarin fast von einem Mann vergewaltigt worden, den sie daraufhin nicht nur kampfunfähig, sondern halbtot geprügelt hatte. In "Einer für alle, alle für Rostock" beschönigte ihr Kollege die Erlebnisse und sprach sie von jeglicher Schuld frei. In der aktuellen Episode stehen die beiden Polizisten nun auf Kriegsfuß, denn König hat in der Zwischenzeit reinen Tisch gemacht und dadurch Bukows Falschaussage entlarvt. Nun wird gegen beide intern ermittelt. Seit ihrem ersten gemeinsamen Fall fliegen zwischen den beiden Rostocker Kommissaren die Fetzen. In dieser Folge wird wieder einmal nicht-ganz-so-unterschwellig deutlich gemacht, wo der ständige Konflikt eigentlich herrührt (Bukow zu einem Verdächtigen: "Wenn man ganz langsam begreift, dass die Frau, der du vertraust, die Frau, mit der du gerne Zeit verbringst, mit der du gerne Sex hättest... Weil du ganz langsam begreifst, dass diese Frau sich gegen dich entscheidet. Und dieser Schmerz, der bohrt sich in einen rein."). Nach mittlerweile 17 Fällen werden die Zankereien langsam, aber sicher langweilig. Die unterschiedlichen Ansichten zum Thema ländliche Bevölkerung werden platt getreten, um noch mehr Drama zwischen den beiden Protagonisten zu erzeugen. Das ist schade, da es begrüßenswert ist, das Thema aus zwei Perspektiven zu beleuchten. Dem real existierenden Problem der aussterbenden Dörfer wird der Krimi nicht gerecht, genauso wenig wie den komplexen Charakteren. Ein weiteres Beispiel für einen scheinbar grundlosen Konflikt ist das Mobbing gegen Kommissar Anton Pöschel (Andreas Guenther). Seit Jahren wird er von Kollegen und Boss mies behandelt, ohne dass die Drehbuchautoren dafür ein Motiv liefern (Nicht, dass ein Grund das Mobbing entschuldigen würde!). In dieser Folge will Kripo-Chef Röder nicht, dass Pöschel ein Verhör führt, weil er "übermotiviert" sei. Stattdessen dürfen die schlecht gelaunten, streitenden und unorganisierten Bukow und König ran, die sich mehr schlecht als recht durch den Tag schleppen. Auch wenn "Pöschi" kein sympathischer Charakter ist, so ein Verhalten hat er nicht verdient. Außerdem sollte Mobbing im Fernsehen nicht als unkommentiertes Mittel zum Zweck dienen, um Konflikte zu kreieren.

Zum Saisonende die überraschendste Auflösung

Pöschel (2.v.l.) befragt Mitarbeiter des Mordopfers
Foto: NDR/Christine Schroeder
"In Flammen" wirkt in jeder Hinsicht extrem emotional und dramatisch. Als sei die anstehende interne Ermittlung nicht schon stressig genug für die beiden Protagonisten, lässt Drehbuchautor Florian Oeller auch noch eine Entführung einfließen, die sich gezielt gegen die Kommissare richtet. Während ihr Seelenleben aber in praktisch jeder Szene präsent ist, bleibt die Geschichte vieler anderer Charaktere verborgen. So verhalten sich beispielsweise Schultes Mitarbeiter Dominik Wolf (Dietmar Horcicka) und Doris Wagner (Susi Banzhaf, Sankt Maik) wirklich auffällig. Doch die eine Person wird erst gegen Ende des Krimis kurz oberflächlich interessant, während die andere ganz verschwindet. Auch Lena Schulte (Pauline Rénevier), die Tochter des Mordopfers, scheint nur zu existieren, um Sendeminuten zu füllen. Trotz der vielen Charaktere gibt es kaum echte Verdächtige. Letztendlich ist das auch egal, denn "In Flammen" präsentiert den wohl überraschendsten Täter in dieser Saison. Ich lehne mich jetzt mal weit aus dem Fenster und sage: Ich glaube nicht, dass mehr als zwanzig Zuschauer den Mörder um 21:30 Uhr enttarnt haben werden. Weshalb ich mir da so sicher bin, kann ich an dieser Stelle leider nicht begründen, da es die komplette Handlung spoilern würde. Nur soviel: Die Auflösung passt nicht zu den Ermittlungen. Doch der Rostocker "Polizeiruf" wäre nicht der Rostocker "Polizeiruf", wenn es nicht auch viele positive Aspekte gäbe - zugegeben, weniger als in den vorherigen Folgen. Das größte Lob gilt der tollen Kameraarbeit von Jan Prahl. Die wenige Spannung in diesem Krimi wird fast ausschließlich über die fantastischen Bilder getragen - wie die Spiegelung des tödlichen Feuers im Lackschuh des Mordopfers. Auch die krassen Gegensätze werden toll inszeniert: Zuerst spricht die optimistisch und selbstsicher wirkende Sylvia Schulte vor jubelnden Anhängern, in der nächsten Einstellung, nur durch einen Schnitt getrennt, winselt sie gefesselt und weinend um ihr Leben. Außerdem bezieht der Rostocker "Polizeiruf" deutlicher Stellung zu den realen, aktuellen politischen Ereignissen als die vorherigen drei Krimis zum gleichen Thema (König: "Die armen Deutschen, die sich wieder Mal als Opfer von `denen da oben´ sehen - als besorgte Bürger, die Bautzen vergessen haben und denken, dass sie heute in einer Diktatur leben, `Wir sind das Volk!´grölen.`Wir sind das Volk!´, das haben doch mutige Menschen gerufen, Bukow, oder? Heute rufen das doch keine mutigen Menschen mehr - im Gegenteil!"). In den sozialen Netzwerken wird es also wieder eine kleine, braune Gruppe geben, die sich über angebliche "Volkserziehung", "Gehirnwäsche" oder "Propaganda" echauffiert. Die Tatsache, dass Bukow gegen seine Kollegin wettert und es somit ein relativ ausgewogenes Meinungsbild gibt, werden die "besorgten Bürger" wohl beflissentlich ignorieren (Bukow: "Wissen Sie, was `der größte Mindfuck der deutschen Geschichte´ ist? Dass so schlaue Leute wie Sie sich auf einen Gaul setzen, der rot angepinselt wurde und von da oben mit einer Moralgrütze über alles und jeden herziehen, der unter Ihnen sitzt."). Unterschiedliche Meinungen und ein differenziertes Bild waren schon immer Stärken des Rostocker Teams. Das beweisen sie in dieser Folge aufs Neue.

Fazit

"In Flammen" ist eine der schwächeren Folgen mit Bukow und König. Das liegt vor allem an der repetitiven Handlung, die in einer überraschenden, aber leider auch hanebüchenen, Auflösung endet. Außerdem bleiben sämtliche Nebencharaktere blass und stereotypisch, während die private Fehde der beiden Kommissare immer weiter dramatisiert und hochgeschaukelt wird. Die schlechte Stimmung im Rostocker Revier wirkt generell immer uninspirierter und langweiliger. Dennoch lohnt sich der Fall wegen der tollen Schauspieler und der großartigen Kameraaufnahmen. Weiterhin ist es toll, wie differenziert das Thema Radikalisierung der ländlichen Bevölkerung angegangen wird, ohne dabei gezwungen oder belehrend zu wirken. "In Flammen" ist ein guter Krimi, der jedoch nicht ganz das Rostocker Durchschnittsniveau erreicht.


Damit ist die Sonntagskrimi-Saison 2017/2018 leider vorbei. Während der Sommerpause werden wie jedes Jahr Wiederholungen der aktuellen Teams gezeigt. Neue Folgen gibt es dann voraussichtlich Ende August/Anfang September. 
"Watch.Read.Talk." macht hingegen keine Sommerpause. Wir posten auch weiterhin regelmäßig neue Beiträge. Nächste Woche erscheint beispielsweise unser Rückblick auf die Sonntagskrimi-Saison, in der wir die Fälle hervorheben, die uns am besten und am wenigsten gefallen haben. Hier findet ihr unsere Top/Flop-Liste der vorherigen Sonntagskrimi-Saison (2016/2017).

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Dienstag, 5. Juni 2018

Lauras Top 50 Disney Songs [D/E]

WICHTIG: Da dieser Post 50 Videos beinhaltet, dauert es eine Minute, bis die Seite vollständig geladen ist.

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German

"Disney"-Lieder verzaubern Jung und Alt seit Jahrzehnten
Foto: Walt Disney Company
Disneyfilme begleiten mich schon seit der Kindheit und damit auch die unzähligen Songs, die darin vorkommen. Daher stelle ich euch heute meine 50 Favoriten in dieser "Watch.Read.List." vor. Anders als bei den anderen Listen werde ich hier meine Platzierungen allerdings nicht extra begründen. Außerdem kommen nur Lieder aus den Zeichentrick- und Animationsfilmen vor (mit Ausnahme von "Mary Poppins"; "PIXAR"-Filme habe ich nicht ausgeschlossen, allerdings hat es kein Lied in diese Liste geschafft) und auch nur die, in denen gesungen wird (also keine Titel wie "Fluch der Karibik" oder "Die Chroniken von Narnia"). Viele der Lieder habe ich als Kind in der deutschen Version kennengelernt, weshalb ich sie auch heute gerne auf Deutsch höre. Trotzdem habe ich für diesen Post immer die Originalversion gewählt, damit es einheitlich ist. Katrin hat ihre Top 50 bereits in einem früheren Beitrag präsentiert, den ihr hier finden könnt. 
Jetzt wünsche ich euch viel Spaß beim Hören!

English

As long as I can remember "Disney" movies have been part of my life and so are the numerous songs that appear in them. That's why I'm going to show you my 50 favorites in this "Watch.Read.List." today. Since this list is quite long I'm not gonna justify my order. Furthermore this list only contains songs from the animated movies (except for "Mary Poppins"; I would've included "PIXAR" movies too, but none of the songs have made this list) and just the ones with singing in them (so nothing like "Pirates of the Caribbean" or "Narnia"). All linked videos are the original English versions. Katrin already made a post about her top "Disney" songs, you can find it here.
Have fun!


50. Bibbidi Bobbidi Boo - Cinderella



49. Love Is An Open Door - Die Eiskönigin



48. Theme Song -  Die vielen Abenteuer von Winnie Puuh



47. Bella Notte - Susi und Strolch



46. Chim Chim Cher-ee - Mary Poppins



45. Someone's Waiting For You - Bernard und Bianca



44. One Jump Ahead - Aladdin



43. How Far I'll Go - Vaiana



42. Thomas O'Malley - Aristocats



41. Supercalifragilisticexpialidocious - Mary Poppins



40. Friend Like Me - Aladdin



39. Human Again - Die Schöne und das Biest



38. Just Around The Riverbend - Pocahontas



37. Dig A Little Deeper - Küss den Frosch



36. Hellfire - Der Glöckner von Notre Dame



35. Out There - Der Glöckner von Notre Dame



34. For The First Time In Forever - Die Eiskönigin



33. Hakuna Matata - Der König der Löwen



32. The Gospel Truth - Hercules



31. Cruella de Vil - 101 Dalmatiner



30. Bare Necessities - Das Dschungelbuch



29. Poor Unfortunate Souls - Arielle



28. Friends On The Other Side - Küss den Frosch



27. I Wanna Be Like You - Das Dschungelbuch



26. A Dream Is A Wish Your Heart Makes - Cinderella



25. Once Upon A Dream - Dornröschen



24. The Bells Of Notre Dame - Der Glöckner von Notre Dame



23. On My Way - Bärenbrüder



22. The Aristocats - Aristocats



21. Something There - Die Schöne und das Biest



20. I Just Can't Wait To Be King - Der König der Löwen



19. Go The Distance - Hercules



18.  I See The Light - Rapunzel



17. Under The Sea - Arielle



16. I Won't Say I'm In Love - Hercules



15. You'll Be In My Heart - Tarzan



14. Reflection - Mulan



13. Belle - Die Schöne und das Biest



12. Let It Go - Die Eiskönigin



11. Be Our Guest - Die Schöne und das Biest 



10. I'll Make A Man Out Of You - Mulan



9. Son Of Man - Tarzan



8. I'm Still Here - Der Schatzplanet



7. Almost There - Küss den Frosch



6. Circle Of Life - Der König der Löwen



5. A Whole New World - Aladdin



4. Tale As Old As Time/ Beauty And The Beast - Die Schöne und das Biest



3. Part Of Your World - Arielle



2. Two Worlds - Tarzan



1. Colors Of The Wind - Pocahontas




Das waren meine 50 liebsten "Disney"-Songs. Welche Lieder zählen zu euren Favoriten? Schreibt es gerne in die Kommentare!

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Those were my top 50 "Disney" songs. Which ones are your favorites? Tell me in the comments!

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Sonntag, 3. Juni 2018

Letztendlich sind wir dem Universum egal - Buch vs. Film

- Der folgende Text enthält Spoiler -

Am 31. Mai ist der Film "Letztendlich sind wir dem Universum egal" in den deutschen Kinos angelaufen, der auf dem gleichnamigen Jugendbuch von David Levithan basiert. Ich habe den Roman kurz vor dem Kinostart gelesen und werde in diesem "Buch vs. Film" beide Versionen miteinander vergleichen. 

Seit A sich erinnern kann, wacht er (da es im Deutschen kein passendes Pronomen wie das englische "they" gibt, werde ich mich in diesem Text immer auf "er" beziehen und orientiere mich dabei auch an der Inhaltsangabe des Buches) jeden Morgen in einem anderen Körper auf. Die einzigen Dinge, die er weiß: Es ist immer eine Person im gleichen Alter wie er und nie jemand, der zu weit vom letzten Körper entfernt wohnt. So hat er schon viele Leben für einen Tag gelebt. Dabei ist er immer darauf bedacht, so wenig wie möglich zu verändern oder durcheinanderzubringen. Doch dann wacht er in Justin (Justice Smith) auf und trifft auf dessen Freundin Rhiannon (Angourie Rice, Mako). Er verliebt sich sofort in sie, obwohl er weiß, wie aussichtslos die Lage ist. Jeden Tag versucht er, sie wiederzusehen, jedes Mal in einem anderen Körper. Letztendlich verrät er ihr sein Geheimnis, das er noch nie jemandem anvertraut hat. Für Rhiannon ist das anfangs zu viel zu Verarbeiten. Erst langsam versteht sie, dass sie es tatsächlich immer mit derselben Person zu tun hat, die immer in einem anderen Körper steckt. Sie merkt, dass sie Gefühle für A entwickelt, aber kann sie wirklich eine Person lieben, die jeden Tag in einer komplett anderen Person steckt? 


Perspektiventausch für die Verfilmung

Kann diese Liebe wirklich funktionieren?
Foto: Orion Pictures
Der größte Unterschied zwischen dem Roman und der Adaption ist die Erzählperspektive. Während die komplette Geschichte im Buch aus As Sicht abläuft, verfolgen die Zuschauer beim Film größtenteils Rhiannons Leben. Die einzigen Szenen, in denen A alleine zu sehen ist, sind die, in denen er morgens aufwacht und sich mit seinem jeweiligen Körper vertraut macht. Nur als er in Rhiannons Körper landet, bekommt der Zuschauer etwas mehr Einblicke in sein Leben beziehungsweise wie er ihr Leben führt. Diese Änderung hat mich überrascht. Gerade As Leben macht das Buch so besonders und einzigartig. Als Leser erlebt man ihn jeden Tag in einem anderen Körper. Seine Ansichten sind wirklich spannend zu lesen, weil er schon so viel erlebt hat und so viel kennt. Das alles genauso überzeugend auf die Leinwand zu bringen, ist sicherlich schwer. Doch ich hatte gehofft, dass sich der Film mehr auf As Leben konzentriert. Dadurch, dass der Fokus eher auf Rhiannon liegt, wirkt die Adaption mehr wie ein typischer Liebesfilm mit einem besonderen Twist in Form von A. Das ist schade. Ich muss allerdings sagen, dass mich die schauspielerische Leistung der vielen verschieden Darsteller von A durchweg überzeugen konnte. Sie alle haben es geschafft, dass man ihn in ihnen wiedererkennt. Auch deshalb ist es ärgerlich, dass der Zuschauer viel mehr vom Alltag der Sechzehnjährigen sieht, in die er sich verliebt hat. Teilweise sind da Szenen und Charaktere bei, die nicht wirklich etwas zur Geschichte beitragen und fehl am Platz wirken. So konnte ich mit Rhiannons Schwester Jolene (Debby Ryan), die extra für den Film hinzugefügt wurde, nicht wirklich etwas anfangen. Die einzigen Momente mit ihr sind die gemeinsamen Autofahrten zur Schule. Sie hört die meiste Zeit nur halb gelangweilt zu und wirkt dabei immer, als wäre sie halb betrunken. Bis zum Ende gibt es keinen einzigen Augenblick, der zeigt, wieso sie ein wichtiger Teil der Geschichte sein soll. 
Jolenes Charakter hätte auch wegfallen können
Foto: Screenshot Trailer
Während dieser im Buch nicht existente Teil Platz im Film bekommt, wird ein interessanter Teil aus dem Roman stark reduziert: Nathans (Lucas Jade Zumann) Geschichte. Nachdem A in seinem Körper war, glaubt er, der Teufel hätte Besitz von ihm ergriffen. Er lässt nicht locker, um herauszufinden, was mit ihm passiert ist und wirft damit große Wellen. Dutzende Foren und Nachrichtensender thematisieren seine Story, was A natürlich Sorgen bereitet. Diesen Vergleich zu einer dämonischen Besessenheit fand ich im Buch sehr spannend. Besonders mysteriös wird es aber, als er eine Person trifft, die angeblich genauso ist wie er selbst. Ob das letztendlich stimmt oder nicht, wird offen gelassen. Das alles gibt dem Leser aber wirklich zu denken, was genau A eigentlich sein könnte. Der Roman zeigt dadurch auch negative Aspekte auf, als A selber darüber nachdenkt, wie er sich jeden Tag ungefragt in das Leben einer Person drängt und es jederzeit drastisch verändern könnte. Das alles bleibt in der Verfilmung sehr oberflächlich. Ab der Hälfte wird das Thema quasi fallen gelassen, Nathan komplett aus der Handlung verdrängt und sich nur noch auf die Liebesgeschichte konzentriert.
Rhiannon liebt A, doch reicht das für eine feste Beziehung?
Foto: Screenshot Trailer
Eine Änderung, die mir bei dem Film allerdings gut gefallen hat, ist das Ende. Im Buch wird es schon während der Geschichte verständlich, wieso sich A schließlich gegen die Beziehung entscheidet. Immer wieder spricht er darüber, dass er die Leben, in die er schlüpft, so wenig wie möglich durcheinanderbringen möchte. Als Leser bin ich fest davon ausgegangen, dass er die Idee, einen Körper einfach nicht mehr zu verlassen und damit das Leben dieser Person zu stehlen, niemals durchziehen wird. Da der Film allerdings alle seine Gedanken zu diesem Thema fast komplett ausradiert, wäre die Entscheidung für die Zuschauer wahrscheinlich weniger nachvollziehbar gewesen. Daher fand ich es gut, dass er für ein paar Tage wirklich in Alexanders (Owen Teague) Körper bleibt und dadurch versteht, wie falsch diese Lösung ist. Die Szene, in der A in dessen Körper nach Hause kommt und die Familie auf ihn gewartet hat, um dessen Geburtstag zu feiern, war sehr eindrücklich. Erst dann realisiert A wirklich, dass er ein Leben an sich reißt, das ihm nicht gehört. 

Tiefgang des Buches fehlt im Film

A im Körper des transsexuellen Vic (Ian Alexander)
Foto: Screenshot Trailer
Das Thema der dämonischen Besessenheit bleibt nicht der einzige Aspekt, der relativ oberflächlich behandelt wird. Ärgerlich ist das vor allem dann, wenn das Potential vorhanden ist, genauer auf bestimmte Dinge einzugehen. Einmal wacht A beispielsweise im Körper eines Blinden auf. Diese Szene dauert nicht einmal eine halbe Minute und will dem Zuschauer lediglich veranschaulichen, dass die Person blind ist. Das wirkt wirklich sehr lieblos eingefügt, als wäre es nur mit in den Film gepackt worden, um zu zeigen: A kann auch in Menschen aufwachen, die mit Behinderungen leben. Schade nur, dass dann gar nicht gezeigt wird, wie A damit umgeht. Im Buch erzählt er Rhiannon von seinen Erfahrungen, die er gemacht hat, als er in Menschen gelebt hat, die blind waren.
Rhiannon ahnt nicht, dass Justin gerade nicht er selbst ist
Foto: Screenshot Trailer
Generell ist A im Buch öfter in "problematischen" Körpern, sei es in dem eines Drogenabhängigen, eines stark Übergewichtigen oder auch in dem eines "bösen" Mädchens, das von allen gefürchtet wird. Das macht seinen Charakter sehr interessant, weil man mitbekommt, wie er damit umgeht. Einerseits spricht er mit dem Leser über seine bisherigen Erfahrungen, die er bereits gemacht hat. Andererseits erlebt man dann auch noch in konkreten Situationen, wovon er zuvor gesprochen hat. Außerdem sind seine Beschreibungen, wie sich die Körper anfühlen, immer sehr anschaulich und verständlich. Dadurch glaubt man als Leser wirklich, zu verstehen, wie es ihm gerade ergeht. Diese ganzen spannenden Stellen wurden für den Film entfernt. Dadurch wirkt A als Charakter immer sehr weit weg. Der Zuschauer weiß kaum, was er denkt und wie er sich fühlt. Das alles sorgte dann dafür, dass ich in die Liebesgeschichte deutlich weniger investiert war als im Buch. Die Figuren sind dort einfach greifbarer, vor allem A. 
A ist im Buch viel interessanter
Foto: S. Fischer Verlag
Im Roman gibt es die sehr emotionale und eindrückliche Handlung, als A im Körper der depressiven, suizidgefährdeten Kelsea (Nicole Law) aufwacht. Durch die sehr bildlichen und ausführlichen Beschreibungen wird dem Leser gut verständlich gemacht, wie so eine Krankheit im Inneren einer Person aussehen kann. Diese Zeilen zu lesen war wirklich intensiv, weil ihre Gedanken so hoffnungslos und finster sind. Als A dann herausfindet, dass sie in wenigen Tagen Selbstmord begehen will, beschäftigt ihn das sehr und er sucht verzweifelt nach einem Weg, es zu verhindern. Diese Stelle hat bei mir einen starken Eindruck hinterlassen und mich wirklich berührt. Anders im Film: Dort wird die Thematik schwächer abgehandelt und die Lösung wirkt hier zu "einfach". Auch wenn es in beiden Fällen damit endet, dass A ihrem Vater alles erzählt und damit für sie Hilfe holt, wird über das Thema im Roman wirklich geredet, während das im Film so gut wie nicht passiert. Der Zuschauer erhält kaum einen Einblick, wie es in ihrem Inneren aussieht und die Szenen konnten mich nicht so sehr berühren, wie es der Roman geschafft hat. In der Adaption wirkt es daher leider einfach so als wäre diese Krankheit mit eingebaut worden, weil gerade durch die erfolgreiche "Netflix"-Serie "Tote Mädchen lügen nicht" verstärkt darüber geredet wird. Damit wird es zwar erwähnt, bleibt aber vollkommen oberflächlich. Immer dann, wenn es zu Tiefgang kommen könnte, wird das im Film schnell abgehandelt. So fragt Rhiannon A auch in einem ruhigen Moment, ob er sich mehr als Junge oder Mädchen fühlt. A antwortet nur halb im Scherz mit "Ja", dann ist die Szene auch schon vorbei. Im Buch werden Aspekte wie dieser deutlich ausführlicher behandelt, wodurch der Leser auch die Charaktere sehr viel besser versteht als der Zuschauer sie während des Films. 

Fazit

Während sich die Verfilmung zwar inhaltlich größtenteils an die Romanvorlage hält, fehlt es ihr an einigen Stellen an Tiefgang. Das Besondere an der Geschichte ist, dass der Hauptcharakter jeden Tag in einem anderen Körper aufwacht, doch der Film konzentriert sich mehr auf das Leben des Love Interests. Dadurch wirkt die Adaption an viele Stellen wie ein typischer Liebesfilm. Außerdem werden Charaktere eingefügt, die im Buch gar nicht oder kaum vorkommen, während dadurch andere interessantere Handlungen des Romans weniger Platz in der Adaption bekommen. Es kommen zwar auch ernste Themen wie Depressionen vor, doch anders als im Buch bleiben auch diese Stellen eher oberflächlich. Statt sich wirklich mit ihnen auseinanderzusetzen, scheinen sie eher nur deshalb mit eingebaut worden zu sein, damit sie vorkommen. Auch wenn der Film für sich allein stehend eine schöne Liebesgeschichte erzählt, konnte mich das Buch letztendlich viel mehr berühren.


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Freitag, 1. Juni 2018

Tatort: Freies Land - Rezension

Der Mord zum Sonntag hat Tradition, deshalb sind auch wir mit Rezension und Live-Tweets (@WatchReadTalkdabei.


Florian Berg hat sich in der Wohnung seiner Mutter Johanna (Doris Buchrucker) die Pulsadern aufgeschnitten - angeblich, denn von einer Klinge fehlt jede Spur. Erst vor Kurzem war der junge Mann nach München zurückgekehrt, nachdem er einige Zeit im "Freiland", dem selbsterklärten "Staatsgebiet" einer Reichsbürgerverbindung gelebt hatte. Für Johanna steht fest: Ludwig Schneider (Andreas Döhler), der Anführer der Gruppierung, hat ihren Sohn auf dem Gewissen. Kommissar Franz Leitmayr (Udo Wachtveitl) überredet seinen widerwilligen Kollegen Ivo Batic (Miroslav Nemec), die sechsstündige Autofahrt auf sich zu nehmen und den Freiländern einen Besuch abzustatten. Vor Ort werden die beiden nicht aufs Gelände gelassen, da die Reichsbürger sich weigern, die Autorität der Polizei anzuerkennen. Lediglich Lene (Anja Schneider) und ihre blinde Tochter Maria (Vreni Bock) begegnen den Ermittlern ein wenig freundlicher. Auch die Kollegen vor Ort (Sigi Zimmerschied & Konstantin Moreth) sind wenig kooperativ: Seit Jahren gibt es immer wieder Anzeigen gegen die Freiländer, doch nach ewigem bürokratischen Hin und Her hat der Staatsanwalt aufgegeben und lässt sie gewähren. Während Batic resigniert nach München zurückfahren will, sucht Leitmayr die Konfrontation mit den Reichsbürgern.

Der neue Trend: hinterwäldlerische Spinner 

Die Freiländer mögen keine Gäste
Foto: BR/Claussen+Putz/Hendrik Heiden
In den letzten drei Jahren gab es zahlreiche Sonntagskrimis über die Gefahren intelligenter Technologie oder rechter Gewalt. In den vergangenen Wochen kristallisiert sich ein neues Lieblingsthema heraus: rückschrittliche Freaks, die sich räumlich und mental von der Zivilisation abgesetzt haben. Ende April landete das deutsch-polnische "Polizeiruf"-Team auf dem Bauernhof einer Prepper-Familie. Mitte Mai verschlug es das Duo vom Schwarzwald-"Tatort" ebenfalls auf ein Landgut, diesmal bevölkert von rechten Nationalisten. Innerhalb von nur fünf Wochen geht es nun zum dritten Mal um einen Haufen Spinner in einer spärlich besiedelten Einöde (Leitmayr: "Ivo, wir zwei außerhalb des S-Bahn-Bereiches, wann haben wir das denn schonmal? Wer weiß, was uns da draußen erwartet? Unendliche Weiten..." Batic: "Unendliche Fahrerei!"). Die drei Fälle weisen nicht nur in Bezug auf das Thema Parallelen auf. Wie schon im "Polizeiruf" gibt es auch in "Freies Land" eine Sequenz, in der sich bewaffnete Menschen in einem Haus verbarrikadieren und in einen Schutzkeller fliehen, weil draußen ebenfalls bewaffnete Gegner warten. Den große Reden schwingenden Anführer einer suspekten Gruppierung, der die Polizei nicht anerkennt, gab es dort auch. Die Parallele zwischen dem Schwarzwald-Fall und "Freies Land" ist die rustikale Lebensweise der Siedler und ihre ausländerfeindliche Gesinnung. Es gibt auch noch zahlreiche typische Elemente, die in fast jedem Krimi vorkommen, in dem es einen Großstadt-Kommissar plötzlich auf's Land verschlägt, beispielsweise trottelige, nutzlose Dorfpolizisten und die Unterbringung in einem ranzigen Hotel mit schlechtem Essen.
Nächtlicher Würstchen-Snack an einer Hausecke
Foto: BR/Claussen+Putz/Hendrik Heiden
Obwohl, in diesem Fall ist es eher gar kein Essen. Die beiden Kommissare müssen sich mit Würstchen aus einem Automaten begnügen (So etwas soll es in einem winzigen Ort im tiefsten Bayern geben?). Die Szene, in der die Ermittler resigniert dabei zusehen, wie eine Wurst langsam in dünnflüssigem Ketchup ertränkt wird, ist eine der wenigen amüsanten in diesem "Tatort". Dafür gibt es aber einen kurzen Slapstick-Moment, der eher zu den Kollegen aus Münster und ihrem Zoo-"Tatort" aus der letzten Woche gepasst hätte: Auf der Suche nach der Klinge, mit der sich das Opfer die Pulsadern aufgeschnitten haben soll, entdeckt Leitmayr eine Schildkröte im übergelaufenen Badewannenwasser. Dieser schräge Moment wird danach nicht mehr thematisiert und die Kommissare scheinen sich nicht einmal über ihren ungewöhnlichen Fund zu wundern. Ansonsten ist die Stimmung eher trüb bis aggressiv. Batic ist von Anfang an wenig begeistert von dem Roadtrip und Leitmayrs anfänglicher Enthusiasmus verfliegt angesichts der arroganten Art der Reichsbürger (Lene: "Ich kann Ihnen sagen, was wir suchen: Gerechtigkeit und Anerkennung für alle, die von dieser sogenannten Regierung ausgebeutet werden." Leitmayr: "Glauben Sie diesen Schwachsinn eigentlich wirklich?" Lene: "Das ist kein Schwachsinn. Das ist die Wahrheit." Leitmayr: "Alternative Wahrheit vielleicht."). Auch als Zuschauer ist es schwierig, keine Hitzewallungen zu bekommen oder die Chipstüte durch das Wohnzimmer zu schmeißen, wenn Ludwig Schneider predigt, was der Personalausweis "in echt" ist ("Personalausweis - Personal, das sind Sie! Nichts anderes! Und sehen Sie Ihre Unterschrift darunter? Damit haben Sie den Allgemeinen Geschäftsbedingungen der BRD GmbH zugestimmt!"). 

Kommissare zwischen Langeweile und Wut

Lene (r.) will nicht, dass ihre Tochter befragt wird
Foto: BR/Claussen+Putz/Hendrik Heiden
Besonders unerträglich ist die Doppelmoral der Freiländer. Sie leiern Paragraphen eines Gesetzes herunter, an dessen Existenz sie nicht glauben und drohen, die Kommissare anzuzeigen - bei der Polizei, die sie nicht als Autorität anerkennen. Die Konfrontation zwischen Leitmayr und drei Freiländern ist der einzige wirklich spannende Moment in diesem "Tatort". Leider wird darauf später nicht mehr eingegangen, obwohl die Reichsbürger ein Video der Begegnung ins Internet gestellt haben. Die Frage, inwieweit sich Leitmayr für seine Reaktion verantworten muss, wäre viel interessanter gewesen, als alle Szenen, die danach noch folgen. Es ist jedoch positiv hervorzuheben, dass die Auflösung am Ende wenig vorhersehbar ist. Zum Teil erinnert sie an den ebenfalls ungewöhnlichen Tathergang im oben genannten "Polizeiruf". Erst in den Schlussminuten wird klar, wie Florian Berg wirklich gestorben ist. Allerdings funktioniert der Überraschungseffekt nur, weil die Kommissare mit den Freiländern so gut wie gar nicht über das Opfer und seinen Ausstieg gesprochen haben. Andernfalls wäre die Auflösung vermutlich deutlich früher erkennbar gewesen. In "Freies Land" ist jedoch nichts wirklich ausgereift oder offensichtlich (mit Ausnahme der "letztes Abendmahl"-Symbolik vielleicht): Batic und Leitmayr bleiben einfach unvorbereitet im Dorf, ohne das mit einem Vorgesetzten abgesprochen zu haben; die dramatischen Vorgeschichten der Reichsbürger werden nur mit einem Satz erwähnt und auch über die anderen Charaktere erfährt der Zuschauer wenig. Besonders an dieser Stelle wurde Potenzial verschenkt, da Drehbuchautor Holger Joos zwar die Neugierde auf einige Figuren weckt, diese dann aber nicht befriedigt. Besonders Ludwig und Lene scheinen viele verborgene Geheimnisse zu haben. Es wäre auch interessant gewesen, zu erfahren, was die Kinder der Reichsbürger über die Abgeschiedenheit und die Theorien denken. Ein großes Lob übrigens noch an die Castingabteilung, dass Lenes blinde Tochter Maria mit einer blinden Jungschauspielerin besetzt wurde. Viel zu oft werden die sowieso schon sehr wenigen Rollen für Menschen mit Handicap an Schauspieler ohne Handicap vergeben.

Fazit

"Freies Land" reiht sich nahtlos hinter den ausnahmslos durchschnittlichen "Tatorten" der letzten Wochen ein. Die beiden Kommissare werden aus ihrem gewohnten Umfeld gerissen und ermitteln praktisch ohne Hilfe. Das birgt viel Potenzial, das so gut wie unangetastet bleibt. Wirklich spannend oder unterhaltend wird der Fall nie, da der Zuschauer nur wenig über das Opfer und die potenziellen Täter erfährt. Stattdessen geht es vor allem um den Konflikt zwischen Polizei und Reichsbürgern, der eher künstlich dramatisiert als sachlich dargestellt wird. Letztendlich bleiben die Charaktere blass und ihre Motivation im Argen. Es gibt aber auch positive Aspekte. Dazu zählen die unvorhergesehene Auflösung, die menschlichen Reaktionen der Ermittler und die passende, trübe Atmosphäre.


Nächste Woche läuft der letzte Sonntagskrimi vor der Sommerpause - ein "Polizeiruf 110" aus Rostock. Die Kommissare Katrin König (Anneke Kim Sarnau) und Alexander Bukow (Charly Hübner) müssen in der Folge "In Flammen" den Mord an einer rechtspopulistischen Politikerin aufklären. Außerdem läuft eine interne Ermittlung gegen König.

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