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Freitag, 20. Oktober 2017

Zum 1. Mal auf der Frankfurter Buchmesse

Die Liebe zum Lesen begleitet mich schon seit meiner Kindheit und frühen Jugend. Trotzdem habe ich noch keine Buchmesse besucht. Doch das hat sich dieses Jahr geändert, als Katrin mich spontan gefragt hat, ob ich nicht Lust hätte, sie und ihre Mutter am 15. Oktober zur Frankfurter Buchmesse zu begleiten. Während sie schon zum achten Mal dorthin gefahren sind, war es für mich das erste Mal. Katrin hat in ihrem Post (hier kommt ihr zum Beitrag) vor allem Vergleiche zu den früheren Buchmessen gezogen. In meinem Bericht geht es vielmehr um die Eindrücke eines Erstlings-Besuchers. Außerdem werde ich ansprechen, was ich für den nächsten Besuch gelernt habe und anders machen möchte.

Bücher und Menschen wohin man auch sieht

Bücher über Bücher!
Foto: Laura Bremer
Okay, ich glaube, das ist so ziemlich das meistgenutzte Wort, um den ersten Eindruck der Buchmesse zu beschreiben, aber es ist einfach wirklich zutreffend: Insgesamt war es überwältigend. Noch nie in meinem Leben habe ich so viele Bücher an einem einzigen Tag gesehen. Ich wusste die meiste Zeit nicht einmal, wo ich zuerst hinschauen sollte. Ich habe den Blick ständig nur nach links oder rechts geschweift, um möglichst viel zu sehen, während wir uns durch die Menschenmasse bewegt haben. Denn Stehenbleiben war nicht immer möglich. Es hat mich nicht total überrascht, dass manche der Hallen voller Menschen waren. Ich habe die letzten Buchmessen gerne über die Social Media Accounts verschiedener Verlage verfolgt und wusste, dass ich mich auf überfüllte Räume gefasst machen müsste. Ich hatte es mir allerdings noch deutlich schlimmer vorgestellt. Zwar waren überall um einen herum viele andere Besucher, aber ich hatte trotzdem nicht das Gefühl, vollkommen eingeengt zu sein. Ich wurde am Anfang auch noch etwas "verschont", denn wir haben zuerst Halle Vier, mit den Schwerpunkten Wissenschaft und Bildung, besucht. Besonders in der ersten Etage war kaum etwas los.

Viel los bei den Kinder- und Jugendbüchern
Foto: Laura Bremer
Wie voll es wirklich werden kann, habe ich erst in Halle Drei gemerkt. Da ich vor allem Jugendbücher lese, habe ich mich besonders auf die entsprechenden Verlagsstände gefreut. Dafür hatte ich mir vor dem Besuch extra die Standnummern verschiedener Verlage über die App herausgesucht (nicht die Webseite, die ist grausam, aber dazu später mehr). Letztendlich bin ich die meiste Zeit dann doch einfach durch die Halle gelaufen und habe auf gut Glück nach meinen Lieblingsverlagen Ausschau gehalten. Das hat relativ gut funktioniert. So bin ich außerdem bei einigen anderen interessanten Ständen gelandet, die ich nicht auf dem Schirm hatte: Beispielsweise dem "magellan Verlag", der einige interessante Geschichten im Programm hat, von denen ich schon gehört hatte. Am Ende des Tages habe ich aber ebenfalls festgestellt, dass ich den ein oder anderen Stand doch verpasst habe, weil ich etwas planlos durch die Halle gelaufen bin. So habe ich beispielsweise versäumt, den "Drachenmond Verlag" zu besuchen, aus dem mich auch einige Bücher interessieren. 
Die leuchtenden Buchcover sahen wirklich gut aus
Foto: Laura Bremer
Beim "Carlsen" Verlag hatte zur Zeit, als ich dort war, Jennifer L. Armentrout (Autorin der "Obsidian"-Reihe) eine Signierstunde. Dementsprechend vollgepackt war es um den Stand herum (und quer durch die Halle, wo die Schlange verlaufen ist). Das war wirklich das größte Gedränge, das ich an diesem Tag miterlebt habe. Da ich wirklich keine Lust hatte, mich länger dort aufzuhalten, bin ich erst mal weitergegangen. Dafür bin ich einfach später wieder zum Stand gekommen. Dann war es dort deutlich angenehmer und ich konnte mich genauer umschauen. Ich bin ganz froh darüber, dass ich bis jetzt noch nicht den großen Drang verspürt habe, mir Bücher signieren zu lassen. Nicht nur bei Armentrout, auch bei der Signierstunde von Thriller Autor Sebastian Fitzek sind wir an einer gigantischen Schlange vorbeigelaufen. Selbst wenn ich ein Autogramm gewollt hätte, hätte ich es mir wahrscheinlich sehr gut überlegt - gerade wenn nur ein Tag auf der Messe zur Verfügung steht und die Zeit ohnehin unheimlich schnell vergeht.
Eine meiner Lieblingsreihen
Foto: Laura Bremer
Ich habe an diesem Tag zwar unglaublich viele Bücher gesehen, aber in kaum eines einen Blick geworfen. Für mich war der Trubel dann doch zu viel, um mich in Ruhe irgendwo hinzustellen und wirklich aktiv neue Leselektüre zu suchen. Dafür fehlte dort auch oftmals einfach der Platz, weil man irgendwie immer anderen Leuten im Weg stand. Nur einige Aussteller hatten Sitzmöglichkeiten an ihrem Stand. Wirklich viele neue Bücher habe ich also nicht entdeckt, dafür war es aber auch toll, meine Lieblingsbücher bzw. Werke von meinen Lieblingsautoren auf der Messe zu sehen, genauso wie Geschichten, die noch auf meiner Wunschliste stehen. Obwohl ich mich in keine Bücher vertieft habe, sondern vor allem viel betrachtet habe, war ich erstaunt, wie schnell die Zeit trotzdem umgegangen ist. Dabei sind wir eigentlich "nur" durch zwei oder drei Hallen gelaufen. Beim nächsten Besuch möchte ich definitiv probieren, den Tag besser zu planen, besonders um mehr Veranstaltungen besuchen zu können.

Die Messe hält nicht nur Bücher bereit

Dem kann ich nur zustimmen
Foto: Laura Bremer
Neben dem riesigen Angebot an Lesestoff, bietet die Buchmesse auch witzige Aktionen (zum Beispiel Stände mit Virtual Reality Erlebnissen), Vorstellungen neuer Fernsehfilme, Diskussionen sowie viele Lesungen und Autorengespräche. Ich war doch überrascht, wie groß dieses Angebot ist. Anfangs habe ich versucht, mit dem Veranstaltungskatalog auf der Internetseite zu arbeiten, doch das war viel zu umständlich und zeitintensiv. Die Filtereinstellungen sind eher beschränkt, es kommt immer eine riesige Liste an Ergebnissen raus, durch die ich mich umständlich klicken musste. Ich war ziemlich schnell genervt davon. Die App ist viel besser, daher kann ich sie jedem empfehlen, der schnell einen Überblick über Events, Autoren und Aussteller bekommen möchte. Die einzelnen Termine sind eng getaktet und oft zur selben Zeit. (hier kommt ihr zu den Rezensionen der ersten zwei Bände) und die darin erschaffene Welt wirklich gelungen finde, hätte mich diese Veranstaltung unheimlich interessiert.
Globen gab es auf der Messe auch
Foto: Laura Bremer
Deshalb sollte man sich vorher genau überlegen, wohin man wirklich gehen will. Ich habe nicht einmal annähernd alles besucht, was auf meiner Liste stand und die war mit sieben Terminen nicht einmal unglaublich lang. Letztendlich habe ich es nur zu zwei Lesungen geschafft. Wer wirklich viel erleben möchte, muss den Tag sehr gut planen. Dabei sollte auch einberechnet werden, wie viel Zeit es kostet, um zu den jeweiligen Orten zu kommen. Ideal wäre natürlich, direkt zwei Messetage zu besuchen. So ist das Angebot außerdem größer. Ich wäre beispielsweise unheimlich gerne zu einem Gespräch von Thomas Thiemeyer und Andreas Eschbach gegangen, das am Samstag stattgefunden hat. Sie haben über die Zukunftsszenarien in ihren Romanen gesprochen. Da ich Thiemeyers "Evolution"-Trilogie
Noch vor der ersten Lesung gab es aber ein weiteres tolles Event an dem wir eher durch Zufall teilgenommen haben. Da wir viel zu früh bei der Bühne waren, wo Ursula Poznanskis aus "Aquila" (hier kommt ihr zu meiner Rezension des Jugendthrillers) lesen sollte, sind wir in einem Buch-Quiz der Universität Leipzig gelandet. Das war richtig lustig. Obwohl unser Team verloren hat, konnten wir danach am Stand der Medienwissenschaften der Uni Leipzig unser Glück erneut versuchen. Am Ende haben wir so doch noch ein Buch gewonnen. Ich habe mir "Wild" von Reinhold Messner ausgesucht, was witzigerweise sogar schon auf meiner Wunschliste stand. Somit hat sich dieses Erlebnis mehr als gelohnt.
Ursula Poznanski kurz vor Beginn der Lesung
Foto: Laura Bremer
Dirk Trost sorgte für spannend-schaurige Stimmung
Foto: Laura Bremer
Die Lesung von Ursula Poznanski wollte ich vor allem besuchen, um sie einmal live zu erleben. Obwohl ich den Roman schon kenne, war es toll, die Autorin – die übrigens wirklich sympathisch wirkt - selbst daraus vorlesen zu hören. Insgesamt hat mir diese Lesung wirklich gut gefallen. Etwas ärgerlich und störend war jedoch, dass in der Nähe ein Event eines YouTubers stattfand. Von dort haben wir in regelmäßigen Abständen schrilles Gekreische gehört. Es wäre schön gewesen, wenn etwas mehr Rücksicht auf die anderen Veranstaltungen genommen worden wäre. Die zweite Lesung war von Self-Publish-Autor Dirk Trost, der aus seinem Roman "Neuntöter für Gretsiel", dem vierten Band seiner Krimi-Reihe, vorgelesen hat. Tatsächlich kenne ich seine Bücher noch nicht, fand aber, dass die Geschichte spannend klingt, deshalb bin ich einfach hingegangen. Trost wirkte ebenfalls super sympathisch und lustig. Der Anfang des Romans hörte sich zudem vielversprechend an und hat mich definitiv neugierig gemacht. Der Autor hat zwischendrin sogar ein paar Dinge für Zuhörer erklärt, die seine Reihe noch nicht kennen, was ich super fand. Daher kann ich nur empfehlen, auch Lesungen von Autoren zu besuchen, deren Werke man noch nicht kennt. Vielleicht findet sich auf diese Weise sogar ein neues Lieblingsbuch. 
Der Tag verging so unglaublich schnell, dass zum Ende hin ein bisschen die Zeit für das diesjährige Gastland Frankreich sowie den Cosplay-Bereich fehlte. Die Halle für Frankreich sah wirklich toll aus. Mir hat besonders gut gefallen, dass es so viel fürs Auge gab, vor allem Comiczeichnungen und Bücher mit wunderschönen
Jedes Pop-up-Buch hielt eine tolle Überraschung bereit
Foto: Laura Bremer
Pop-up-Elementen. Zur Cosplay-Halle haben wir es dann noch knapp geschafft. Wir konnten einige tolle Verkleidungen sehen. Mir ist vor allem eine Gruppe aufgefallen, die sich als Bösewichte aus den DC-Comics verkleidet hatte, untere anderem Harley Quinn, Poison Ivy und der Joker. Die Halle selbst hat mich auch überrascht, da sie doch ziemlich groß war. Es gab viele Stände mit Merchandise, Cosplay-Zubehör und Comics. Daher fand ich es schade, dass uns dafür die Zeit gefehlt hat. Beim nächsten Besuch möchte ich mich dort gerne noch genauer umschauen. 

Insgesamt war dieser Tag sehr erlebnisreich, aber ebenso anstrengend. Am Ende waren wir ziemlich geschafft. Doch ich bin wirklich froh, dass ich die Frankfurter Buchmesse endlich besucht habe und kann das wirklich empfehlen. Nicht nur wegen der vielen Bücher, sondern auch wegen der tollen Events. Ich war übrigens wirklich froh, dass ich mit Katrin und ihrer Mutter zwei erfahrene Messebesucherinnen an meiner Seite hatte. Ich glaube, dass der Tag sonst noch etwas umständlicher und chaotischer geworden wäre.

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Bildergalerie

Nun folgen noch ein paar Impressionen des Tages (alle Fotos von Laura Bremer)


















Mittwoch, 18. Oktober 2017

Zum 8. Mal auf der Frankfurter Buchmesse

Lohnt sich! Nächstes Jahr ist Georgien Gastland
Foto: Frankfurter Buchmesse
Die Anfänge der Frankfurter Buchmesse reichen fast 500 Jahre zurück. Ganz solange bin ich noch nicht dabei. Ich habe 2007 im Alter von 12 Jahren das erste Mal meinen Fuß in die heiligen Hallen der Buchkunst gesetzt. Sonntag war nun schon mein achter Besuch. Die diesjährige Buchmesse hatte über 7.000 Aussteller und 280.000 Besucher - verteilt auf zehn Messehallen mit unterschiedlichen Schwerpunkten. Seit 1988 gibt es jedes Jahr ein Gastland, dessen Literatur im Vordergrund steht. In diesem Jahr war es Frankreich.
In diesem Post möchte ich euch ein bisschen etwas von meinen Erlebnissen bei der diesjährigen Buchmesse erzählen und mit meinen Erfahrungen der letzten zehn Jahre vergleichen. Voraussichtlich am Freitag erscheint Lauras Beitrag, in dem sie ihre Eindrücke als Erstlings-Besucherin schildert.

Größer, spektakulärer, vielfältiger... Bücher!

Mobiles Autohaus auf der Buchmesse 2015
Foto: Katrin Mertens
Das erste Gastland, das ich erlebt habe, war Katalonien. Die Spanier haben damals nicht nur ihre Literatur, sondern auch andere Teile ihrer Kultur präsentiert. Die Messehallen stehen im Viereck um einen großen, freien Platz. 2007 haben die Katalanen dort ihre "Castells" vorgeführt. Dabei formt eine riesige Gruppe Menschen ein Fundament, während weitere Personen in der Mitte aufeinander klettern. Diese menschlichen Pyramiden werden etliche Meter hoch und zählen zum UNESCO-Weltkulturerbe. Sie sahen spektakulär aus und so haben die Besucher auch während ihrer Mittagspause im Freien den Geist des Gastlandes erlebt. In demselben Jahr standen draußen auch gigantische Bücher und dazwischen Stühle zum Entspannen. Seitdem hat sich die Außenfläche leider stark gewandelt. Neben den obligatorischen Fressbuden, präsentieren sich dort immer mehr kommerzielle Anbieter, die überhaupt nichts mit Büchern oder Medien zu tun haben. So waren dort beispielsweise Autoanbieter vertreten, die in einem mobilen Autohaus verschiedene Wagen präsentiert haben. Diese Entwicklung finde ich sehr schade, da das eigentliche Thema Buch so immer mehr in den Hintergrund rückt.
Beim 2. Cover-Quiz haben wir dann doch gewonnen
Foto: Katrin Mertens
In den letzten Jahren habe ich mich auf der Messe vor allem durch Halle drei, wo sich Belletristik befindet, treiben lassen. Denn der Online-Veranstaltungsplan ist so kompliziert, dass ich spätestens beim dritten Besuch die Lust verloren hatte, nach Events zu suchen. Am Sonntag war Laura das erste Mal mit dabei und sie hatte gleich mehrere Lesungen herausgesucht. Zum Beispiel las Ursula Poznanski aus ihrem neuen Buch "Aquila" (hier geht es zu unserer Rezension). Das hat Spaß gemacht, aber noch toller war das Event davor. Laura wollte sich möglichst früh einen Platz sichern, wodurch wir ohne unser Wissen an einem Quiz teilgenommen haben. Leipziger Buchwissenschaftsstudenten hatten es vorbereitet. Dabei mussten wir in zwei Gruppen abwechselnd Genre (zum Beispiel "Krimi", "Kinder- und Jugendbuch" oder "Romantik") wählen und zwei Cover, bei denen Titel und Autor wegretuschiert worden waren sowie ein Zitat erraten. Leider hat unser Team verloren, obwohl wir  (um genau zu sein Laura, ich und drei andere) echt viel wussten. Das Spiel hat großen Spaß gemacht und ich wäre nie darauf aufmerksam geworden, wenn meine Co-Autorin nicht zu der Lesung gewollt hätte. Hinterher haben wir gemeinsam mit meiner Mutter noch ein einzelnes Cover-Quiz gespielt und mit vereintem Teamwork fast alles erraten und jeder ein Buch oder Hörbuch gewonnen. Ich habe mir "Die Schwester des Tänzers" von Eva Stachniak ausgesucht und freue mich jetzt schon, es anzuhören. 

Augen auf, Herz auf, mach' was!

Frankreich präsentierte sich mit Illustrationen
Foto: Katrin Mertens
Auf der Buchmesse kann man unglaublich viel tun und erleben. Die ARD bietet beispielsweise die "HörSpielBox" an, in der man seine eigene Stimme in ein Hörspiel integrieren kann - leider habe ich das bislang noch in keinem Jahr gemacht. Dafür war ich schon im ARD-Kino, wo TV-Folgen und Fernsehfilme gezeigt werden. 2013 habe ich mir dort die "Tatort"-Folge "Mord auf Langeoog" mit den Kommissaren Falke und Lorenz vor deren offizieller Erstausstrahlung angeguckt. Mit vielen Menschen auf großer Leinwand gemeinsam zu gucken, war ein tolles Erlebnis. Außerdem ist die Episode richtig toll und zählt bis heute zu meinen liebsten "Tatort"-Folgen! Immer wieder bieten auch die Gastländer verschiedene Aktionen an.
Dieses Buch lässt Fantasiegestalten lebendig werden
Foto: Katrin Mertens
Island (2011) hatte riesige Leinwände gespannt, auf denen Videos von Isländern liefen, die in ihren Wohnzimmer saßen und Bücher vorlasen. Bei Brasilien (2013) konnte man in Hängematten liegen und sich Hörbücher anhören. Indonesien (2015) konnte man riechen - überall standen riesige Bars voller Gewürze, die das Aroma des Landes wiederspiegeln sollten. Frankreich hat dieses Jahr sehr viel Wert auf Illustrationen gelegt. Überall hingen Poster mit Zeichnungen und Bildern. Außerdem lagen zahlreiche wunderschöne Aufklapp-Bücher in Glaskästen, sodass sie auch noch am letzten Messetag so gut wie heil waren (besonders die indonesischen Gewürzbars zeigten nach Hunderttausenden Besuchern schon einige Gebrauchsspuren). Durch die vielen schönen Illustrationen war die literarische Vielfalt Frankreichs auch für die Menschen greifbar, die kein Französisch sprechen.
Klares Zeichen: Bücherwürmer stehen zusammen!
Foto: Katrin Mertens
Das ist einer der Faktoren, die ich an der Buchmesse so mag: Sie ist international. Sowohl Aussteller als auch Besucher kommen aus der ganzen Welt und sie alle verbindet die Liebe zu Wörtern und Geschichten. In den letzten Jahren gab es immer wieder politische Konflikte, die irgendwie ihren Weg in die Veranstaltung gefunden haben. Dieses Jahr führte beispielsweise ein Auftritt des rechten Politikers Bernd, äh Björn Höcke zu Tumulten. Doch das sind Ausnahmen. Jedes Jahr freue ich mich darüber, wie vielfältig die Auswahl an Ausstellern ist und wie friedlich die unterschiedlichen Besucher miteinander umgehen - egal ob man wegen prämierter Weltliteratur, Mangas, Kinderbüchern, Sachliteratur, antiquarischen Büchern oder Krimis gekommen ist. Ich habe alleine dieses Jahr Nonnen, eine muslimische Kindergruppe, buddhistische Mönche, kreischende YouTube-Groupies, Busladungen älterer Herrschaften und schrill gekleidete Cosplayer gesehen - alle in friedlicher Co-Existenz.
Newt Scamander & Jacob Kowalski
Foto: Katrin Mertens
Besonders die verkleideten Fans finde ich total spannend. Während eines Uniprojekts habe ich mich intensiv mit dem Thema "Cosplay" beschäftigt und weiß, wie viel Zeit, Geld und Mühe in einigen Kostüme steckt. Im Gegensatz zur MagicCon, wo vor allem Charaktere aus Film und Fernsehen zu sehenwaren, gibt es auf der Buchmesse vor allem Manga-Figuren. In dem Bereich kenne ich mich wirklich überhaupt nicht aus, aber einige Kostüme habe ich erkannt und (mit Erlaubnis der jeweiligen Person!) fotografiert. Seit einiger Zeit sind die Comics auch nicht mehr in Halle drei bei der Belletristik und den Kinder- und Jugendbüchern zu finden, sondern haben einen eigenen Bereich, der durch Merchandise-Stände und bunt angezogene Cosplayer eher der ComicCon ähnelt. Leider konnten wir uns dort aus Zeitmangel nur ein paar Minuten umschauen.
Schreiben ist Macht: Hufflepuff-Katrin
Foto: Katrin Mertens
Ich war zwar nicht verkleidet - irgendwann möchte ich das aber wirklich gerne selbst mal ausprobieren - dafür wurde ich illustriert. An einem Stand gab es den "Illumat". Eine große bunte Kiste, in die man Wünsche stecken konnte. Nach einer Weile bekam man dann ein ganz persönliches Bild - gezeichnet von Illustratoren. Im letzten Jahr hatte ich den "Automaten" schon gesehen, damals war mir aber die Schlange zu lang. Dieses Mal war sie noch länger, aber ich habe mich trotzdem angestellt. Und es hat sich gelohnt. Auf der rechten Seite seht ihr, was aus meinem Wunsch "Ich (weiblich, blond) als Hogwartsschülerin (Hufflepuff) mit einem Stift anstatt eines Zauberstabs" geworden ist - ich habe sogar noch einen Drachen dazu bekommen! Das wird jetzt mein journalistischer Glücksbringer, denn mit einem Stift kann man so viel erschaffen.
Ob Cara auch eine Superautorin ist?
Foto: Katrin Mertens
Ein Buch habe ich mir natürlich auch gekauft! In den letzten Jahren war es meine Tradition, immer den neusten Thriller von Yrsa Sigurðardóttir mitzunehmen, doch ich habe ihr Buch "Sog", das Mitte September erschienen ist, schon gelesen (hier geht es zur Rezension). Als ich mich am Stand des Fischer Verlags durch die Menschenmassen gedrängt habe, die auf irgendeine Signierstunde warteten, fiel mein Blick auf "Mirror, Mirror", den Debüt-Roman von Supermodel und Schauspielerin Cara Delevingne. Da der Klappentext ganz spannend klang und ich, ehrlich gesagt, sehr neugierig darauf bin, wie Cara schreibt, habe ich es mir gekauft. Die Rezension folgt zeitnah hier im Blog.

Auch beim achten Mal hatte ich viel Spaß auf der Buchmesse! Das lag dieses Jahr vor allem daran, dass ich durch Laura andere Aktivitäten gemacht habe als sonst. Meine Highlights waren auf jeden Fall das Buchcover-Quiz, der "Illumat" und die schöne Präsentation des Gastlandes Frankreich. Außerdem hatten wir ein fantastisches Wetter! Bereut habe ich nur die fehlende Zeit für den Cosplay-Bereich und dass ich zu spät vom Interview mit Adele Neuhausers (die österreichische "Tatort"-Kommissarin Bibi Fellner) auf der ARD-Bühne erfahren habe. Ich hätte sie gerne live gesehen. Vielleicht ist sie ja nächstes Jahr wieder da? Ich werde es bestimmt sein!


Bald geht Lauras Post online, in dem sie unseren Messebesuch aus ihrer Sicht als Erstlings-Besucherin schildert. Folgt uns auf FacebookTwitter und Instagram, um diese und weitere Posts wie die "Mirror, Mirror"-Rezension nicht zu verpassen. Alle bisherigen Posts zum Thema "Buch" findet ihr hier.



Bildergalerie

Hier noch einige Fotos, die ich auf der Buchmesse gemacht habe, für die im eigentlichen Post aber kein Platz mehr war (alle Bilder von Katrin Mertens).

Gastland Frankreich















Cosplay

Spiderman und Baymax

"Tardis" aus "Doctor Who"