Posts mit dem Label Familie werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Familie werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Mittwoch, 29. August 2018

Kinderserien der 2000er Teil 9 (Realserien) - Watch.Read.Discuss.

In unserem neunten Teil der Reihe "Kinderserien der 2000er" werfen wir erneut einen Blick auf verschiedene Realserien, die wir in unserer Kindheit angeschaut haben. Dieses Mal geht es nur um "Nickelodeon"-Sendungen. Die vorherigen Beiträge, in denen wir über Sendungen wie "Disneys Große Pause", "Powerpuff Girls" oder "H2O - Plötzlich Meerjungfrau" diskutieren, findet ihr hier. Dieser Post gehört zur Rubrik "Watch.Read.Discuss.", bei der wir Autoren uns mit demselben Thema beschäftigen. 
Klickt auf die Titel, um euch die Intros anzuschauen.


Katrin

Jane (l.) ist eine Nervensäge!!!
Foto: Family Channel
"Highschool Halleluja" (Originaltitel: "Wingin' It") ist eine Serie des kanadischen Senders "Family Channel" und wurde in Deutschland auf "Nickelodeon" gezeigt. Sie handelt vom fünfzehnjährigen Pechvogel Carl Montclaire (Dylan Everett), der in der Schule für seine ständigen Missgeschicke verspottet wird. Sein Leben ändert sich schlagartig, als ihm der EiA (Engel in Ausbildung) Porter Jackson (Demetrius Joyette) zur Seite gestellt wird. Der muss Carl zum beliebtesten Schüler an der Bennett High School machen, um sich seine Flügel zu verdienen. Vertrauenslehrer Dr. Cassabi (Wayne Thomas Yorke) entpuppt sich ebenfalls als Engel, der ein wachsames Auge auf den jungen Flügelanwärter hat. Das ist auch bitter nötig, denn Porters unausgereifte magische Kräfte und sein endloser Enthusiasmus sorgen regelmäßig für Chaos und bringen alle Beteiligten in Schwierigkeiten.
"Highschool Halleluja" ist eine Serie, die ich immer gerne geguckt habe, ohne ein großer Fan zu sein. Das Konzept hat mir von Anfang an gefallen, da es zwar um Engel geht und die auch regelmäßig im "Himmel" gezeigt werden, die Sendung aber nicht religiös ist. Die Schutzengel wollen den Menschen das Leben erleichtern und ihnen helfen, aber sie treten nie als "kirchliche Vertreter" auf. Es wird auch nie darüber gesprochen, wo die Wesen eigentlich herkommen und was genau der Himmel ist. Die Engel werden zudem nicht als weise, unfehlbar und brav dargestellt, sondern sind genauso emotional, impulsiv und voreilig wie die Menschen - allerdings mit magischen Fähigkeiten. In meinen Augen ist die Serie in der zweiten Staffel noch um einiges besser geworden, als mit Denise (Kendra Timmins) ein zweiter EiA an die Bennett High kam. Ihr Enthusiasmus, ihr Charme, ihre Dusseligkeit und ihre Lebensfreude haben die von Porter noch locker getoppt. Außerdem stimmte die Chemie zwischen den beiden EiAs und Carl. Was die Sendung für mich getrübt hat, sind die anderen Charaktere - allen voran Carls beste Freundin, die Nachwuchsjournalistin Jane Casey (Brittany Adams). Sie ist altklug, nervig und ändert ständig ihre Meinung. Dabei trägt sie nichts als Drama zur Geschichte bei und bremst die Handlung damit konsequent aus. Die anderen Schüler - darunter der eigenartige Außenseiter Alex Horatio P. Rodriguez (Brian Alexander White), die beliebte und nicht sehr intelligente Brittany Hanson (Hannah Lochner) sowie der mobbende Sportler Serge Delvecchio (Sebastian Hearn) - entsprechen den typischen High School-Klischees und haben keinerlei interessante Charakterzüge. Obwohl sie kaum Einfluss auf die Handlung und nur kleine Rollen haben, gehören sie trotzdem zu den rund zehn Leuten, die im Vorspann namentlich genannt werden. "Highschool Halleluja" wäre jedenfalls noch um Längen besser gewesen, wenn sich die Geschichte auf Carl, Porter und Denise beschränkt hätte.


Troop - Die Monsterjäger

Sieht aus wie T-Rex, ist es aber nicht  
Foto: Nickelodeon
Diese Serie, die im Original "The Troop" heißt, dreht sich um den Comics liebenden, durchschnittlichen High School Schüler Jake Collins (Nicholas Purcell), der eines Tages von seinem Lehrer Mr. Stockley (John Marshall Jones) für eine geheime Organisation angeworben wird. Die "Troop" ist eine Vereinigung, die sich der Jagd auf Monster verschrieben hat. Da Erwachsene beim Anblick der Kreaturen vor Angst erstarren, werden Teenager als Monsterjäger eingesetzt. Eine der vielen Zentralen ist unter Jakes High School. Zum Team gehören neben ihm auch der hochintelligente Einzelgänger Felix Garcia (David Del Rio) und die vielbeschäftigte Cheerleaderin Hayley Steele (Gage Golightly, Step Sisters). Gemeinsam beschützen die drei ihren Bezirk, indem sie Monster aufspüren und einfangen.
"Troop" gehört nicht zu den Sendungen, die ich unter keinen Umständen verpassen wollte. Dennoch habe ich die Abenteuer der Monsterjäger immer gerne verfolgt. Mir hat besonders gefallen, dass die drei Protagonisten nicht so extrem stereotypisch waren, wie in vielen anderen Kinder und Teenieserien. Zwar musste beispielsweise Felix immer den Klugscheißer raushängen lassen, aber die Persönlichkeiten der Charaktere wurden nicht nur auf ein Attribut heruntergebrochen. Die Vielschichtigkeit hat sich übrigens nicht nur in den menschlichen Figuren, sondern auch bei den Kreaturen gezeigt. In Bezug auf Gruselfaktor, Boshaftigkeit und Fähigkeiten waren sie verschieden. Es gab zum Beispiel auch menschenähnliche Monster oder welche, die den Jägern geholfen haben - wie das knuddelige, süße Wesen, dessen Schrei das Gedächtnis von Zeugen gelöscht hat, sodass sie sich nicht an die Geschehnisse erinnern konnten. Allerdings hat mich bei der Serie immer gestört, wie "talentiert" und "weise" die Teenager dargestellt wurden. Ich fand es beispielsweise total albern, dass alle Erwachsenen (Selbst die, die in ihrer Schulzeit selbst Monsterjäger waren!!!) beim Anblick der Kreaturen vor Angst erstarrt sind, während drei pubertierende Jugendliche mit kreativen Lösungen regelmäßig die Stadt gerettet haben


Laura

Unfabulous

Viel Teenie-Drama, aber immerhin glaubhaft
Foto: Nickelodeon
Die 12-jährige Addie Singer (Emma Roberts) ist zusammen mit ihren besten Freunden Geena (Malese Jow) und Zach (Jordan Calloway) vor Kurzem in die siebte Klasse gekommen. Wie alle Teenager muss auch sie sich mit ganz alltäglichen Problemen herumschlagen: Egal ob Pickel am Schulfototag, peinliche Erlebnisse im Unterricht oder Stress mit ihren Eltern (Molly Hagan und Markus Flanagan) und ihrem älteren Bruder Ben (Brandon Kelly). In Sachen Liebe beschäftigt sie vor allem ihr Schwarm Jake (Raja Fenske), der sie nur als Kumpel sieht. Statt einfach bloß Tagebuch zu führen, um all die Gefühle und Erlebnisse zu verarbeiten, singt Addie lieber Songs. Die schreibt sie selbst und lässt sich die Melodien dazu auf der Gitarre einfallen. 
Diese Serie habe ich ziemlich regelmäßig verfolgt, weil sie wirklich unterhaltsam war. Außerdem konnte ich sie immer gut nebenbei schauen, weil die Handlung nicht vollkommen abgedreht oder verwirrend war. Im Grunde ist diese "Nickelodeon"-Sendung eine gute und halbwegs realistische Darstellung von den Problemen eines Teenagers. Aus heutiger Sicht finde ich diese ganzen Dramen vollkommen überzogen, aber damals konnte ich mich in einigen Folgen in den Figuren wiederfinden. Addie war zwar nie eine meiner absoluten Lieblingsfiguren einer Teenie-Sendung, aber es hat trotzdem immer Spaß gemacht, ihr Leben zu verfolgen. Ihre besten Freunde Geena und Zach mochte ich ganz gerne und sie alle drei haben ein gutes Team abgegeben. Sie waren damals eine glaubwürdige Freundesgruppe. Sie haben sich nicht ständig super gut verstanden, haben auch mal gestritten oder sich über die anderen lustig gemacht - wie es Freunde eben machen. An Addies Eltern kann ich mich kaum erinnern. Ihr älterer Bruder hingegen war die meiste Zeit richtig nervtötend und auch hin und wieder gemein - was aber als Zuschauer teilweise sehr unterhaltsam war. Die Sache mit den Songs fand ich früher echt lustig und ich finde die Idee auch heute noch kreativer als das übliche Tagebuchschreiben. Ich würde die Serie heute definitiv nicht mehr schauen, weil sie wirklich für eine bestimmte Zielgruppe gemacht wurde und man sich als Nicht-Teeanger einfach mit nichts identifizieren kann. Aus damaliger Sicht hat sie mich aber gut unterhalten.

Katrin: "Unfabulous" war eine der wenigen 2000er Realserien, die ich wirklich nicht mochte und bei der ich regelmäßig aus- oder umgeschaltet habe. Der Grund dafür war das übermäßige Drama in jeder Folge. Addies Probleme waren zwar halbwegs realistisch, aber sie wurden IMMER zu einer absoluten Katastrophe aufgebauscht. Jeder normale Jugendliche hätte dieselben Probleme schnell gelöst oder vergessen, bei "Unfabulous" ging nichts ohne Weltuntergangsstimmung - einfach nur nervig und langweilig. Außerdem hatte die Show kein wirkliches Konzept. Ein Protagonist, der mit seinem weiblichen und seinem männlichen besten Freund die Schule überstehen muss: Das gibt es hundertfach, aber bei "Unfabulous" bleibt es dabei. Es gibt kein Alleinstellungsmerkmal - wenn man mal von Addies furchtbar schlechten Liedern absieht.


Big Time Rush

Die Gruppe "pausiert" seit 2014
Foto: Nickelodeon
Die vier Freunde Kendall (Kendall Schmidt), James (James Maslow), Logan (Logan Henderson) und Carlos (Carlos PenaVega) leben komplett normale Leben als Teenager in Minnesota. Bis der Musikproduzent Gustavo Rocque (Stephen Kramer Glickman) Kendall durch Zufall beim Singen eines albernen Songs hört. Spontan bietet er ihm an, zu einem Vorsingen zu kommen. Der Jugendliche ist davon überhaupt nicht begeistert, lässt sich aber überreden. Er will allerdings nur kommen, wenn James, Logan und Carlos die gleiche Chance erhalten. Letztendlich kann Kendall Gustavo  nicht nur beim Vorsingen von sich überzeugen, er kann ihn sogar überreden, die anderen drei ebenfalls unter Vertrag zu nehmen. Sie werden zur Boy-Band "Big Time Rush", ziehen nach L.A. und müssen sich im Musik-Business behaupten. Währenddessen sind sie immer noch die chaotische Bande aus Minnesota, die sich ständig in Schlamassel bringt, womit sie Gustavo und seiner Assistentin Kelly (Tanya Chisholm) tagtäglich auf die Nerven gehen.
"Big Time Rush" war für mich eine pure Unterhaltungsshow. Es geht fast ausschließlich um dumme und alberne Situationen und zwischendrin gibt es paar Songs. Zusätzlich sieht der Zuschauer die Erlebnisse von Kendalls kleiner Schwester Katie, die viel zu clever und durchdacht für ein Kind ist. Diese Szenen fand ich zwar lustig, aber ansonsten eher uninteressant. Hinzu kommt dann noch in jeder Folge mindestens ein Wutanfall von Gustavo, der nach dem zehnten Mal auch nicht mehr sehr witzig ist. Tiefgang gibt es so gut wie gar nicht und die Romanzen sind oftmals auch eher oberflächlich und nicht wirklich glaubhaft. Die vollkommen platte Beziehung zwischen Kendall und Jo fand ich immer unglaublich langweilig. Trotzdem konnte mich das Konzept dieser Serie über eine Band, die es wirklich gibt, überzeugen. Das hat mich selbst überrascht: Die "Jonas Brothers", die ebenfalls eine echte Band mit eigener Sendung waren, habe ich mit Ausnahme von "Camp Rock" nie verfolgt. Auch "Hannah Montana" konnte mich nie umhauen. Das war bei BTR anders. Die Geschichte um die chaotischen Freunde fand ich toll. Das lag wohl vor allem an der guten Chemie zwischen den Jungs. Der Humor ist wie bei anderen "Nickelodeon"-Sendungen oft etwas zu überzogen, aber das hat mir nie etwas ausgemacht. Außerdem mochte ich die meisten Lieder, die in der Serie vorkamen. Manche Songs gefallen mir heute noch, zum Beispiel das Titellied "Big Time Rush", "Stuck" oder "Worldwide". Insgesamt war diese Sendung wirklich witzig und unterhaltsam und die Gruppe hatte wirklich Potenzial, groß rauszukommen. Es ist daher echt schade, dass es seit 2014 still um sie geworden ist. Sie wurde zwar nicht aufgelöst, aber dass es irgendwann noch ein Comeback geben wird, finde ich ziemlich unwahrscheinlich.

Katrin: Obwohl ich die Charaktere manchmal echt nervig fand (Ich stimme Laura in ihrer Meinung über Kendall und Jo absolut zu!), mochte ich "Big Time Rush" wirklich gerne. Eine der wenigen Serien mit guten Songs, guter Laune und ohne den Anspruch, den jungen Zuschauern gezwungenermaßen etwas beibringen zu müssen. Dass es die Band nur noch auf dem Papier gibt, finde ich auch sehr schade. Laura und ich waren zwar keine Hardcore-Fans, aber ein Konzert haben wir trotzdem besucht. War cool. ;)


Welche Serien habt ihr in eurer Kindheit gerne geguckt? Teilt es uns in den Kommentaren mit. Wir planen weitere Diskussionsbeiträge zum Thema Kindersendungen (alle bisherigen Posts dazu gibt es hier), vielleicht wird euer Favorit in einem zukünftigen Post thematisiert.

Folgt uns auf FacebookTwitter und Instagram, um weitere Posts nicht zu verpassen. Alle weiteren Beiträge zum Thema "TV" findet ihr hier.


Dienstag, 24. Juli 2018

Hotel Transsilvanien 3 - Rezension

Um die Woche schön ausklingen zu lassen, bin ich Freitag spontan nach der Arbeit ins Kino gegangen. Nachmittags lief allerdings nur ein einziger Film: "Hotel Transsilvanien 3 - Ein Monster Urlaub". Die ersten beiden Teile fand ich ganz nett, sie haben mir aber nicht gut genug gefallen, um es unter meine "Top 15 Nicht-Disney-Animationsfilme" zu schaffen. Auf Lauras korrespondierender Liste war zumindest der erste Film vertreten. Da der dritte Teil gerade erst herausgekommen war, hatte ich weder den Trailer gesehen noch Meinungen dazu gehört, dementsprechend habe ich mir den Streifen völlig "ahnungslos" angeguckt.

Seit Jahrhunderten versucht die Familie Van Helsing Monster auszurotten, scheitert jedoch kolossal bei jedem Versuch. Nachdem Dracula ihn im Jahre 1897 zum wiederholten Male besiegt hatte, schwor ihm der hartnäckige Abraham Van Helsing Rache. In der Gegenwart entscheidet sich der Vampir  - viele Jahrzehnte nach dem Tod seiner Frau - wieder zu daten. Seine Tochter Mavis deutet sein Verhalten jedoch als Überarbeitung und bucht für die ganze Familie eine Kreuzfahrt. Gemeinsam mit ihrem menschlichen Ehemann Johnny, dem gemeinsamen Sohn Dennis, ihrem Großvater Vlad und Draculas zahlreichen Monsterfreunden, sowie deren Familien, machen sie sich auf die Reise in die wiederentdeckte Stadt Atlantis. Auf dem Schiff lernen sie die menschliche Kapitänin Ericka kennen, in die sich Dracula sofort unsterblich verliebt. Was der Vampir allerdings nicht weiß: Seine Angebetete ist die Urenkelin von Abraham Van Helsing und plant, die einzige Waffe zu stehlen, die es möglich macht, ein Monster zu besiegen.

Hauptsache Ekel und Verletzungen

Das sind noch nicht alle Charaktere
Foto: Sony Pictures Animation
Leider gibt es immer weniger Familienfilme (alles aus dem Hause "Disney" ausgenommen), deren Witze charmant oder clever sind. Stattdessen verlassen sich "Sony Animation", "Dreamworks" und "Illumination" vor allem auf Fäkalhumor, Slapstick-Einlagen und das ach so lustige jemand-fällt-irgendwo-runter-oder-tut-sich-sonstwie-weh. Das ist übrigens nicht nur eine Entwicklung bei animierten Streifen, sondern auch bei Realfilmen (Hat jemand das Trauerspiel "Liliane Susewind" gesehen?). Im dritten Teil der "Hotel Transsilvanien"-Reihe gibt es ebenfalls einen ganzen Haufen schaler Witze. Dennis' gigantischer Hund Piesel (Ja, so heißt der wirklich!) sabbert beispielsweise extrem und verteilt den zähen Schleim mit schöner Regelmäßigkeit in der Umgebung. Außerdem wird akustisch dargestellt, dass Vampire beim Verzehr von Knoblauch zwar nicht sterben, dafür aber Blähungen kriegen. Mit Blobby, einem Monster, das aussieht wie grüner Wackelpudding, gibt es sogar einen Charakter, der ausschließlich für Running Gags genutzt wird. Gefühlte zwei Dutzend Mal wird er "getötet", überlebt aber dank seiner gelatineartigen Form. Insgesamt werden die Furzwitze und der Slapstick allerdings nicht so extrem überstrapaziert wie beispielsweise in den "Shrek"- oder "Ich - einfach unverbesserlich"-Filmen. Stattdessen gibt es sogar einige  ganz amüsante Momente. Dazu zählen die zahlreichen Anspielungen auf das "Traumschiff" (Ich frage mich, wie die Dialoge im Original lauten.) und Tinder sowie das völlig ausgelaugte Werwolf-Paar, das seine mehrere Dutzend Kinder im "Kids Club" abgibt und seine freie Zeit nutzt, um ein bisschen durchzudrehen.
Auf diesem Bild sitzt Vlad glücklicherweise
Foto: Sony Pictures Animation
Diese wenigen, ehrlich lustigen Szenen täuschen jedoch nicht über die zahlreichen Schwachstellen des Films hinweg. Es gibt zahlreiche eher fragwürdige Momente, die nicht einmal amüsant sein sollen. In einer Geschichte über Monster treten viele schräge, teils eklige Gestalten auf: klar. Allerdings kann ich mir gut vorstellen, dass Abraham Van Helsing einigen Kindern Albträume bereiten wird. Der Vampirjäger hat nämlich seinen alternden Körper durch eine rundliche Maschine mit Rädern ersetzt, auf der sein echter Kopf thront. Es sieht dementsprechend sehr seltsam und unnatürlich aus, wenn er sich bewegt. Sein völlig irrer, diabolischer Blick fördert das gruselige Bild nur noch. Ein ebenso schauriger Anblick ist der Bierbauch und die zu enge Badehose von Vampir-Großvater Vlad, der ständig von drei vollbusigen Hexen verfolgt wird, die ihm unverhohlen auf den Hintern glotzen. Lustig ist das nicht und auch sonst wirken viele Szenen, als wären sie nur produziert worden, um die normale Laufzeit eines Animationsfilms von rund 100 Minuten zu erreichen. Außerdem gibt es extrem viele Charaktere. Da wäre einmal die Vampir-Familie: Dracula, Vlad, Mavis, Johnny, Dennis und Piesel. Dazu kommen Draculas Monster-Kumpel Frankenstein, Griffin, Wayne, Murray und Blobby. Die meisten von ihnen haben noch eine Ehefrau oder Freundin dabei, Wayne zusätzlich noch eine ganze Schar von Kindern - Blobby erschafft sich im Laufe des Films einen eigenen Sprössling aus seinem Erbrochenem. Dann gibt es noch die beiden Van Helsings, eine singende Krake, die Halb-Mensch-halb-Fisch-Mitarbeiter auf dem Kreuzfahrtschiff und zahlreiche andere Charaktere, die kurz auftauchen und keine wirkliche Funktion haben. Zum einen springt die Handlung so ständig zwischen den verschiedenen Schauplätzen. Zum anderen bleibt nicht genug Zeit, um die Figuren sinnvoll weiterzuentwickeln. Die Liebesgeschichte zwischen Dracula und Ericka wird beispielsweise in wenigen Szenen abgehandelt, wodurch der Zuschauer nicht wirklich nachvollziehen kann, wann und wieso sie seine Gefühle plötzlich erwidert. Andere Charaktere, wie zum Beispiel Vlad, kommen zwar im Film vor, tragen aber rein gar nichts zur Geschichte bei und verschwinden für große Teile der Handlung. 

Der Ohrwurm aller Ohrwürmer

Akkurate Darstellung, wie sich das Filmende anfühlt
Foto: Sony Animation Studios
Pünktlich zum großen Finale sind die meisten Figuren plötzlich wieder da. Obwohl sie dann auch nicht wirklich etwas zu tun haben, außer zu schreien und panisch umher zu rennen. Wie in den meisten Animationsfilmen, die nicht von "Disney" produziert wurden, besteht der Höhepunkt aus einem völlig irren, komplizierten Plan des Antagonisten. In diesem Fall (Spoiler!) ist die geheime Waffe, die Atlantis dem Untergang geweiht hat, ein Musikstück. Die aggressive Tonfolge lässt den Riesenkraken, der unter der Stadt wohnt, böse werden, woraufhin er alles um sich herum zerstört. Aus einem nicht näher erklärten Grund ist das der einzige Weg, um Monster zu töten. Van Helsings Hauptziel ist allerdings Dracula - der sich jederzeit in eine Fledermaus verwandeln und wegfliegen könnte. Ja, der Plan macht überhaupt keinen Sinn. Ganz amüsant ist allerdings der "Kampf" zwischen den Helden und dem Antagonisten. Denn überraschenderweise rettet nicht Dracula die Monster, sondern sein - in diesem Film nur spärlich vertretener - menschlicher Schwiegersohn. Das Finale besteht hauptsächlich aus einem DJ-Battle. Witzig ist dabei die Musikwahl auf Johnnys Seite. Zwar wählt er einige coole Gute-Laune-Songs, aber ich bezweifele, ob die "Hotel Transsilvanien"-Zielgruppe den Beach Boys"-Hit "Good Vibrations" von 1966 kennt. Das Lied, was den Helden letztendlich den Sieg beschert, wird hingegen absolut jeder kennen! Ich verrate mal nicht, um welchen Ohrwurm es geht, aber man bekommt wirklich große Lust, im Kino aufzuspringen und zu tanzen. Das wäre eigentlich ein tolles Ende für den Film. Allerdings kommen danach noch ein paar Szenen, die aufgrund ihrer Schmalzigkeit wirklich nicht notwendig gewesen wären.

Fazit

"Hotel Transsilvanien 3 - Ein Monster Urlaub" ist ein mittelmäßiger Animationsfilm. Was ihm an Herz und ehrlichem Humor fehlt, versucht er mit Slapstick-Einlagen und Klamauk wieder wettzumachen. Das gelingt allerdings nicht. Viele Witze sind zu albern für Erwachsene und gleichzeitig zu verquer, um für Kinder lustig zu sein. Zwar gibt es einige amüsante Szenen, doch die gehen in der Vielzahl der Slapstick-Momente unter. Dasselbe gilt für die Dutzenden Charaktere, die sich gegenseitig im Weg stehen, da es einfach zu viele von ihnen gibt. So findet praktisch keine stringente Entwicklung statt, was für die Nachvollziehbarkeit der Geschichte aber definitiv notwendig gewesen wäre. So hat der dritte Teil der "Hotel Transsilvanien"-Reihe zwar einige nette Einfälle, ist unter dem Strich aber ziemlich nichtssagend und reiht sich damit nahtlos hinter den Fortsetzungen anderer Nicht-"Disney"-Animationsfilme ein.


Folgt uns auf FacebookTwitter und Instagram, um weitere Rezensionen nicht zu verpassen. 
Alle bisherigen Posts zum Thema "Film" findet ihr hier


Donnerstag, 19. Juli 2018

Filme unserer Kindheit (Disney Channel Original Movies) - Watch.Read.Discuss.

Es macht großen Spaß, für unsere "Watch.Read.Discuss."-Reihe "Kinderserien der 2000er" regelmäßig in Erinnerungen zu schwelgen. Euch, unseren Lesern, scheint es genauso zu gehen, denn die Posts zu diesem Thema landen regelmäßig in unserer Top-Liste der am meisten geklicktesten Beiträge des Monats (hier findet ihr sie alle). Aus diesen Gründen haben wir uns entschlossen, nicht nur über die Serien zu reden, die unsere Kindheit und Jugend geprägt haben, sondern auch über Filme. In dieser ersten Ausgabe sprechen wir über "Disney Channel Original Movies" (DCOM), also Fernsehfilme, die vom "Disney Channel" produziert wurden.
Klickt auf die Titel, um euch die Trailer anzuschauen.


Katrin

Movie Star - Küssen bis zum Happy End

Leider ein eher unbekannter Film
Foto: Disney Channel
Der High-School-Schüler Josh Rosen (Matt Prokop) liebt Filme und träumt von einer Karriere als Regisseur. Für ein Filmfestival soll er eine Dokumentation zum Thema Beliebtheit drehen. Als Protagonistin wählt er Dylan Schoenfield (Sarah Hyland), das beliebteste Mädchen der Schule. Die kandidiert gerade für den Titel der "Blossom Queen" und sieht in Joshs Film einen Vorteil gegenüber ihren Konkurrentinnen. Dylans divenhaftes Verhalten führt jedoch dazu, dass sich die beiden schnell zerstreiten und der Film zu scheitern droht. Josh startet einen zweiten Versuch und freundet sich nach und nach mit der versnobten Tochter aus gutem Hause an. Während Dylan ihm hilft, bei seinem Schwarm Amy (Sasha Pieterse) zu landen, versucht sich der aufstrebende Regisseur in seine Protagonistin hineinzudenken und sie möglichst lebensnah darzustellen. Schließlich verstehen sich die beiden so gut, dass sich ihre jeweiligen Freunde von ihnen abwenden. Doch die Dokumentation steht noch zwischen ihnen. 
Obwohl ich kein Fan von Filmen bin, bei denen eine Liebesgeschichte im Vordergrund steht, ist dieser einer meiner liebsten "Disney Channel Original Movies" - auch wenn der deutsche Titel furchtbar ist (im Original heißt er deutlich schlichter: "Geek Charming"). Der Hauptgrund ist die herrlich schräge Art der Hauptcharaktere. Sie werden übertrieben stereotypisch und albern dargestellt - je weiter der Film jedoch voranschreitet, desto nachvollziehbarer werden sie. Außerdem mag ich den Ansatz, dass sich nicht - wie in den meisten anderen Filmen - eine Hauptfigur durch den Einfluss einer anderen verändert. Stattdessen machen beide Hauptcharaktere eine Entwicklung durch, wodurch sie in ihrem Freundeskreis zu Außenseitern werden. Außerdem mag ich die Tatsache, dass Dylan weder als "böse", arrogante Zicke noch als armes Mädchen mit einer traurigen Vorgeschichte abgestempelt wird. Sie hat gewisse Charakterzüge aus beiden Sparten, aber je nachdem in welcher Stimmung und mit wem sie zusammen ist, scheinen andere Eigenschaften durch. Dasselbe gilt für Josh: Er ist einerseits ein Nerd, anderseits aber auch noch zu cool für die anderen Nerds, wodurch er nicht wirklich irgendwo dazu gehört. Die Eltern der beiden sind ebenfalls klasse. So ist Dylans alleinerziehender Vater Alan Schoenfield (Andrew Airlie) zwar ein vielbeschäftigter, steinreicher Businessmann, entspricht aber überhaupt nicht dem Klischee. Er ist freundlich, gut gelaunt, macht gerne Witze und findet Josh sofort sympathisch. Genau wie dessen fertige Popularitäts-Doku zeigt auch "Movie Star", dass in jedem Menschen mehr steckt, als der erste Blick vermuten lässt. Ein relativ typisches Fazit für einen "Disney"-Film und dennoch verpackt dieser die Botschaft deutlich witziger und unterhaltsamer als die meisten anderen. Die echte Liebesgeschichte zwischen den beiden Hauptdarstellern hatte jedoch leider kein gutes Ende

Radio Rebel - Unüberhörbar

Unlogisch, unlogischer, Radio Rebel
Foto: Disney Channel
Tara Adams (Debby Ryan, Letztendlich sind wir dem Universum egal) ist eine extrem schüchterne 17-Jährige, die in der Schule so gut wie kein Wort herausbringt. Kaum ist der Unterricht allerdings zu Ende, startet sie ihren erfolgreichen Podcast "Radio Rebel". Ihre Mitschüler lieben die coole Moderatorin, wissen aber nicht, dass es sich dabei um Tara handelt. Als ihr Stiefvater Rob (Martin Cummins), der Besitzer eines großen Radiosenders, "Radio Rebel" hört und herausfindet, wer sich hinter dem Alias verbirgt, gibt er seiner Stieftochter eine eigene Sendung. Gemeinsam mit der DJane Cami Q (Mercedes de la Zerda) organisiert Tara eine wilde Tanzparty an ihrer High School. Die wütende Direktorin Moreno (Nancy Robertson) verkündet daraufhin, dass der Prom abgesagt wird, sollte sich "Radio Rebel" nicht zu erkennen geben. Viele Schüler sind sauer und rufen in der Sendung an, um ihrem Ärger Luft zu machen. Also entschließt sich Tara, in Zusammenarbeit mit dem Radiosender einen eigenen Abschlussball zu veranstalten. Doch die arrogante Stacy (Merritt Patterson) ahnt mittlerweile, wer hinter "Radio Rebel" steckt und erpresst Tara.
Diesen Film habe ich einmal angesehen und werde es vermutlich kein zweites Mal tun. "Radio Rebel" ist einer dieser Teenie-Streifen, die so wirken, als habe jemand eine Idee gehabt und die mit kleinem Budget, einem halbfertigen Drehbuch und einem altbekannten "Nummer sicher"-Star verfilmt. Die Handlung, die aber tatsächlich auf einem Buch basiert, ist ziemlich uninspiriert und hat keinerlei nennenswerte Höhepunkte oder Überraschungsmomente. Dazu kommen stereotypische, langweilige Charaktere, wie sie in absolut jedem Teenager-Format vorkommen. Im Gegensatz zu "Movie Star" nimmt der Film sich und seine klischeehaften Figuren jedoch nicht selbst auf die Schippe, sondern meint alles total ernst. Da liegt die große Schwachstelle. Ich konnte weder die Geschichte noch die Charaktere oder das ganze Szenario irgendwie ernst nehmen. Tara ist alles, nur keine Revolutionärin und alle ihre Probleme wirken ziemlich hausgemacht. Außerdem war es auch schon 2012, im Erscheinungsjahr des Films, nicht mehr sonderlich realistisch, dass Jugendliche regelmäßig Podcasts oder gar Radiosendungen hören. Alles in allem ist "Radio Rebel" ziemlich inhaltslos, langweilig und lebensfern.

Laura: Ich habe von diesem Film nur mal die ersten zehn, zwanzig Minuten gesehen und dann abgeschaltet. Mir ist dieser übertrieben unglaubwürdige Widerspruch in Taras Charakter zu sehr auf die Nerven gegangen. Dass sie in der Schule nicht einmal ein Wort sagen kann und in ihrer Radioshow das Selbstbewusstsein in Person ist, war für mich überhaupt nicht realistisch!

Laura

Camp Rock

Meistens eher Pop und weniger Rock
Foto: Disney Channel
Mitchie Torres' (Demi Lovato) Leidenschaft ist das Singen und sie möchte im Sommer unbedingt zum "Camp Rock" - einem Sommerprogramm für musikbegeisterte Jugendliche. Als ihre Mutter (Maria Canals-Barrera) einen Job als Köchin im Camp angeboten bekommt, kann Mitchie mitfahren. Doch ihr ist es peinlich, dass sie es sich eigentlich nicht leisten kann. Daher verheimlicht sie es und behauptet sogar, dass sie eine reiche Mutter habe, um vor Tess Tyler (Meaghan Martin) anzugeben. Daraufhin wird sie Teil der angesagten Clique und darf zusammen mit Ella (Anna Maria Perez de Taglé) und Peggy (Jasmine Richards) im Background singen, während Tess im Mittelpunkt steht. Im Camp ist auch der Popstar Shane Gray (Joe Jonas), der dort lernen soll, seine Arroganz in den Griff zu bekommen. Eines Tages hört er durch Zufall Mitchie singen, ohne sie dabei zu sehen. Als er sie dann persönlich trifft, hat er keine Ahnung, dass sie die Stimme ist, die ihn so verzaubert hat.
Ich mochte den ersten Teil von "Camp Rock" sehr gerne und habe ihn immer geschaut, wenn er gerade im Fernsehen kam. Damals fand ich die meisten Lieder richtig toll und konnte sie natürlich alle mitsingen. Auch wenn ich mir die meisten heute nicht mehr anhören würde (vor allem nicht das schnulzige "Gotta Find You" oder das nichtssagende "Too Cool"), mag ich "Play My Music" immer noch, weil es wirklich gute Laune macht. Die Handlung war für mich schon als Kind sehr vorhersehbar, es ist halt der bekannte Ablauf: Schüchternes Mädchen wird vor eine Herausforderung gestellt, läuft erst davor weg, bevor sie sich doch traut und dabei eine Transformation durchlebt und sich selber akzeptiert, so wie sie ist. Daneben darf natürlich nicht die Oberzicke fehlen, die mit aller Macht versucht, ihr das Leben schwer zu machen. Auch wenn das nichts Neues ist, hat mir der Film früher  trotzdem gut gefallen. Das lag auch an dem Setting. Das Camp am See mit nichts als Natur rundherum fand ich damals richtig schön. Die Love Story ist passend zum Rest der Handlung auch nichts besonders Ausgefallenes. Ich finde es bis heute komisch, warum Shane so lange nicht erkannt hat, dass Mitchie das Mädchen ist, dessen Stimme er gehört hat. Das nötige Drama gibt es dann, weil die Protagonistin bezüglich ihrer Mutter lügt. Das fand ich damals auch nicht in Ordnung, habe aber verstanden, warum sie es tut - obwohl sie die Lüge unnötig groß aufbauscht. Die Reaktion der anderen auf die Wahrheit habe ich dagegen als vollkommen übertrieben und kindisch empfunden. Der einzige Teil, der mich bei der ganzen Geschichte überrascht hat, ist das Ende. Peggy gewinnt den Wettbewerb. Schön, dass die Filmmacher den Fokus nicht komplett auf die Hauptfigur gesetzt haben. Mit ihrem Song "Here I Am" hat sie den Sieg auch wirklich verdient, denn die Botschaft dahinter ist sehr berührend und stark!

Katrin: Ich habe "Camp Rock" zwar ein paar Mal geguckt, war aber nie ein sonderlich großer Fan des Films. Für mich war er immer nur ein "Gewollt-aber-nicht-gekonnt-High-School-Musical". Der Hauptgrund waren die Charaktere. Mit Ausnahme von Mitchies Mutter und ihrer Camp-Freundin Caitlyn (Alyson Stoner) waren sie alle unglaublich unsympathisch und dumm. Dazu kamen noch die inhaltslosen Songs (auch wenn man die gut bei "Disney: Sing It" mitsingen konnte!) und die völlig lieblose Handlung. Den zweiten Teil habe ich mir jedenfalls noch nie angesehen.

Lemonade Mouth - Die Geschichte einer Band

Eine ziemlich coole Band
Foto: Disney Channel
Olivia (Bridgit Mendler), Mohini "Mo" (Naomi Scott, Power Rangers), Charlie (Blake Michael), Stella (Hayley Kiyoko) und Wen (Adam Hicks) gehen alle auf die gleiche High School, haben aber nichts miteinander zu tun. Doch dann landen sie am selben Tag beim Nachsitzen. Als die Musiklehrerin Miss Reznick (Tisha Campbell-Martin) sie kurz unbeaufsichtigt lässt, entwickeln die Fünf spontan einen Song. Als Miss Reznick das mitbekommt, ist sie begeistert und schlägt ihnen vor, eine Band zu gründen. Als "Lemonade Mouth" wollen sie beim Musikwettbewerb "Rising Star" mitmachen. Bis dahin müssen sie aber noch einige Hürden überwinden und als Band richtig zusammenwachsen. 
Die Charaktere sind für einen Teenagerfilm überraschend wenig klischeebehaftet. Eigentlich wirken sie alle angenehm "unaufgeregt" und einfach wie normale Jugendliche. Sie waren mir schon beim ersten Mal Schauen sehr sympathisch. Außerdem hat jeder von ihnen ein Problem, das sie belastet. Dank ihrer Freundschaft, die sich im Laufe des Films aufbaut, können sie diese aber überwinden, was eine schöne Botschaft ist. Auch wenn es teilweise um Liebesbeziehungen geht, steht bei "Lemonade Mouth" der Zusammenhalt der Band im Vordergrund und das ist richtig erfrischend. Besonders als sie zusammen den Song "More Than a Band" singen, wird wirklich deutlich, wie wichtig sie einander sind. Im Gegensatz zu "Camp Rock" hat hier wirklich jedes Lied eine Bedeutung und alle fügen sich schön in die Geschichte ein und wirken nie unpassend oder erzwungen. Dazu kommt, dass die meisten Songs einen rockigen und kraftvollen Ton anschlagen. Das Lied "Determinate" hat mich damals umgehauen! Im Vergleich zu "High School Musical" oder "Camp Rock" war das eine tolle Abwechslung. Die ganze Geschichte, wie sie letztendlich zu einer Band werden, ist spannend und humorvoll erzählt. Doch es gibt bei diesem Film auch vorhersehbare Momente. Der Klassischste ist wohl der, als ihre Band scheinbar zerbricht. Das sorgt natürlich nur für kurzzeitige Dramatik, denn dass es nicht so zu Ende gehen wird, weiß man durch den Anfang des Films. Dem Zuschauer wird zu Beginn gezeigt, dass "Lemonade Mouth" groß rausgekommen ist und der Film beschreibt den Weg dahin. Ich hätte es damals aber besser gefunden, wenn man nicht schon so früh sieht, wie es letztendlich ausgeht. Einerseits ist das ein "Disney Channel"-Film - also geht am Ende natürlich alles gut aus - dafür brauche ich keine "Versicherung" bevor die Geschichte überhaupt losgeht. Andererseits hätte ich es viel überraschender gefunden, erst am Ende zu wissen, WIE groß sie tatsächlich herauskommen.

Katrin: "Lemonade Mouth" habe ich vor wenigen Jahren zufällig zum ersten Mal geguckt und mich gefragt, warum mir der Film vorher nicht aufgefallen ist. Die Lieder sind ganz cool, die meisten Charaktere unterhaltsam und auch die Geschichte hat Pep. Letztere ist für einen Film aus dem Hause "Disney" auch an einigen Stellen überraschend anders. So kommen nicht alle Hauptcharaktere mit der Person zusammen, in die sie verliebt sind und es gibt auch eine Handvoll ernster Momente.


Welche "Disney Channel Original Movies" habt ihr in eurer Kindheit und Jugend gerne geguckt? Teilt es uns in den Kommentaren mit. Wir planen weitere Diskussionsbeiträge zu diesem Thema, vielleicht kommt euer Favorit in einem zukünftigen Post vor.

Folgt uns auf FacebookTwitter und Instagram, um weitere Posts nicht zu verpassen. Alle weiteren Beiträge zum Thema "TV" findet ihr hier.


Mittwoch, 4. April 2018

Kinderserien der 2000er Teil 8 (Zeichentrick) - Watch.Read.Discuss.

In unserem achten Teil der Reihe "Kinderserien der 2000er" werfen wir erneut einen Blick auf verschiedene Zeichentrickserien, die wir in unserer Kindheit angeschaut haben. Die vorherigen Beiträge, in denen wir über Sendungen wie "Disneys Große Pause", "Powerpuff Girls" oder "H2O - Plötzlich Meerjungfrau" diskutieren, findet ihr hier. Dieser Post gehört zur Rubrik "Watch.Read.Discuss.", bei der wir Autoren uns mit demselben Thema beschäftigen. 
Klickt auf die Titel, um euch die Intros anzuschauen.


Laura

Mickys Clubhaus

Die Bösen wollen auch in den Club
Foto: Buena Vista Television
In dieser "Disney"-Serie, die damals auf "Super RTL" lief, kommen die unterschiedlichsten Charaktere aus allen möglichen Filmen in Micky Maus' Club zusammen. Sei es Arielle, Schneewittchen oder Hercules, sie alle sind Besucher des Clubs, in dem abends Disney-Cartoons gezeigt werden. Eigentlich geht es aber um die Bewohner von Entenhausen, wie Minnie Maus, Daisy und Donald Duck, Goofy und weitere. Sie alle arbeiten in Mickys Club und richten ständig Chaos an, das sie wieder beseitigen müssen, ohne dass es den Gästen auffällt. 
Das Aufeinandertreffen der Disney-Charaktere fand ich immer besonders witzig. Die Figuren außerhalb ihrer eigenen Filme zu sehen und wie sie mit anderen interagieren, war für mich echt unterhaltsam, weil sie sich teilweise so anders verhalten, aber dabei trotzdem nicht ihren Wiedererkennungswert verlieren. Außerdem tauchen nicht nur die Guten auf, sondern auch die Bösewichte. Dabei sind teilweise richtig geniale Szenen herausgekommen. Die Kurzfilme fand ich meistens zwar ganz witzig, aber mir haben die Ereignisse im Club viel besser gefallen. Manchmal waren die kurzen Filme für mich sogar richtig störend, weil ich lieber sehen wollte, wie die Geschichte im Club weitergeht. Diese Serie hat einen tollen Humor und besonders die Charaktere aus Entenhausen haben die besten Dialoge und lustigsten Szenen. Einige dieser Figuren, die in ihren eigenen Filmen eher eindimensional wirken, werden in dieser Sendung interessanter und unterhaltsamer. Obwohl ich die kurzen Cartoons nie so mochte, fand ich den Kontrast toll, wenn teilweise richtig alte Disney Cartoons gezeigt wurden und der Zuschauer danach wieder die moderne Serie erlebt hat. Außerdem zählt das Intro zu meinen Favoriten, weil es so schwungvoll und eingängig ist. 

Katrin: Mir ging es genauso. Ich war auch kein Fan der öden Kurzfilme, mochte aber die Episoden im Clubhaus. Allerdings hatte ich einen anderen Eindruck von den Gästen als Laura. In meinen Augen waren alle, mit Ausnahme der Entenhausener, recht blass und austauschbar. Deshalb habe ich die Serie auch nur sporadisch geguckt.


Oggy und die Kakerlaken

Die Kakerlaken sind wirklich nervtötend
Foto: Screenshot
Die Handlung dieser Serie ist schnell erklärt: Kater Oggy muss sich in jeder der achtminütigen Folgen mit den drei Kakerlaken Joey, Dee-Dee und Marky herumschlagen, die ihm Tag und Nacht böse Streiche spielen. In einigen Episoden tauchen außerdem Oggys Vetter Jack, seine Schwester Monika oder sein Nachbar, eine Bulldogge namens Bob, auf.
Diese Sendung ist rückblickend eindeutig eine dieser komischen Serien, bei denen ich mich frage, wieso ich sie überhaupt geschaut habe. Ich mochte sie nicht mal wirklich, als ich jünger war, aber trotzdem habe ich sie regelmäßig auf "Super RTL" gesehen. An einzelne Folgen kann ich mich definitiv nicht im Detail erinnern. Das Konzept ist ja auch bei jeder Folge gleich und die Laufzeit kurz, also gibt es wahrscheinlich kaum eine Episode, die wirklich heraussticht. Die Idee der Serie ist auch nicht unglaublich ausgefallen. Letztendlich ist es eine Geschichte wie Tom und Jerry, nur merkwürdiger. Definitiv merkwürdiger. Der Handlungsort ist Oggys perfektes Haus in der perfekten Wohnhaussiedlung, wo alles gleich aussieht. Das fand ich immer etwas komisch. Die Charaktere hingegen sind ziemlich ... auffällig. Zwar kann ich mich an kein konkretes Beispiel erinnern, aber ich weiß noch, dass die Streiche der Kakerlaken teilweise richtig krass und gemein waren. Das fand ich dann oft nicht lustig. Manchmal wird auch Bob ungewollt zum Opfer der hinterhältigen Insekten, gibt aber Oggy dafür die Schuld und verprügelt ihn. Das fand ich irgendwann ziemlich ermüdend und auch nicht wirklich lustig. Zwei Dinge, an die ich mich allerdings sehr gut erinnern kann: das Intro, das eine Melodie aus Katzenschreien ist und das unheimlich nervige Gelächter der Kakerlaken.


Katrin

Avatar - Der Herr der Elemente

Avatar Aang (2.v.r.) ist eine furchtbare Nervensäge
Foto: Nickelodeon
In dieser Serie geht es um vier Nationen - die Luftnomaden, die Wasserstämme, das Erdkönigreich und die Feuernation. In jeder von ihnen gibt es Menschen, die das jeweilige Element beherrschen und "bändigen" können. Nur der Avatar kann das Kämpfen mit allen vier Elementen erlernen. Als die Feuernation dem Rest der Welt den Krieg erklärte, verschwand der Avatar. 100 Jahre später finden die Geschwister Katara und Sokka vom südlichen Wasserstamm den zwölfjährigen Aang in einem Eisberg. Sie realisieren, dass er der mächtige Bändiger ist und als einziger den Krieg beenden kann. 
Ich habe "Avatar - Der Herr der Elemente" lange Zeit überhaupt nicht gemocht und sofort umgeschaltet, sobald die Serie kam. Irgendwann habe ich dann doch Gefallen an ihr gefunden und versucht, die ganze Geschichte zu verfolgen. Das war leider gar nicht so einfach, da "Nickelodeon" viele Sendungen nicht linear sendet, sondern bunt gewürfelt irgendwelche Folgen zeigt. Dass ich "Avatar" letztendlich geguckt habe, lag vor allem an der Animation. Jede der Nationen und deren Bewohner sehen anders aus - sie haben ihre ganz eigene Farbgebung und Architektur. Selbst die Bewegungen beim Bändigen unterscheiden sich. Der Zuschauer merkt wirklich, wie viel Zeit das Produktionsteam damit verbracht hat, vier kleine Welten zu schaffen und diese zu vereinen. Die Charaktere haben von dieser Kreativität leider deutlich weniger abbekommen. Sie sind der Hauptgrund, weshalb ich die Serie zwar geguckt, aber dennoch nicht wirklich gemocht habe. Avatar Aang ist ein nerviges, wehleidiges Kind, das mir in jeder Folge schon nach der ersten Szene auf die Nerven ging. Sokka ist der typische "Comic Relief"-Charakter, der nur ans Essen denkt und dumme Fehler macht. Lediglich Katara; Zuko, der verstoßene Kronzprinz der Feuernation und sein weiser Onkel Iroh sind vielschichtig und interessant.


Jim Knopf

Für eine Lokomotive ist Platz, aber nicht für Jim?
Foto: KiKA
Auf der kleinen, beschaulichen Insel Lummerland leben vier Menschen: König Alfons der Viertel-vor-Zwölfte, Herr Ärmel, Frau Waas und Lokomotivführer Lukas. Eines Tages wird ein Paket mit der Post geliefert, in dem sich ein Baby befindet. Die Bewohner adoptieren den kleinen Jungen und geben ihm den Namen "Jim Knopf". Als er älter wird, stellen die Lummerländer fest, dass ihre Insel zu klein für fünf Personen ist. Daraufhin verlassen Jim und sein bester Freund Lukas in dessen Lokomotive Emma ihre Heimat. Auf ihrer Reise kommen sie unter anderem nach Kummerland, wo der böse Drache Frau Mahlzahn die Prinzessin von Mandala, Li Si, gefangen hält.
Das Buch "Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer" wurde von Michael Ende geschrieben und 1960 veröffentlicht. Die wohl bekannteste Version ist die der "Augsburger Puppenkiste". Ich liebe die Stücke des Marionettentheaters und denke auch sofort daran, sobald ich "Jim Knopf" höre. Als Kind habe ich jedoch auch die "KiKA"-Zeichentrickserie gerne angeschaut, in der die Geschichte noch etwas detaillierter erzählt wurde - in insgesamt 52 Folgen. Ich kann mich nur noch grob an die Handlung erinnern und hätte nicht gedacht, dass es so viele waren. In Erinnerung sind mir allerdings, wie schon bei "Avatar", die nervigen Charaktere geblieben. Allen voran das sprechende, neunmalkluge Kleinkind Ping Pong (die asiatischen Figuren hatten leider alle so bescheuerte Namen). Immerhin gab es mit Jim und Lukas zwei entspannte, unkonventionelle Protagonisten, deren Freundschaft nichts erschüttern konnte. Wer wollte nicht in einer fliegenden und schwimmenden Lokomotive auf Weltreise gehen?

Laura: Mir geht es ähnlich: Ich kann mich an die Ereignisse in dieser Serie auch nur sehr wenig erinnern. Vor allem die Hauptcharaktere sind mir im Gedächtnis geblieben, die anderen hingegen kaum. Lukas und Jim mochte ich jedenfalls immer sehr gerne und da ich die Sendung regelmäßig verfolgt habe, fand ich die Handlung wohl interessant genug, um weiterzuschauen. 



Welche Serien habt ihr in eurer Kindheit gerne geguckt? Teilt es uns in den Kommentaren mit. Wir planen weitere Diskussionsbeiträge zum Thema Kindersendungen (alle bisherigen Posts dazu gibt es hier), vielleicht wird euer Favorit in einem zukünftigen Post thematisiert.

Folgt uns auf FacebookTwitter und Instagram, um weitere Posts nicht zu verpassen. Alle weiteren Beiträge zum Thema "TV" findet ihr hier.


Mittwoch, 7. März 2018

Katrins Top 15 Musicals

Ich habe mittlerweile 50 verschiedene Musicals in mehreren Ländern auf drei verschiedenen Kontinenten angesehen. Darunter waren einige Reinfälle, viele gute Stücke und einige grandiose , die ich mir immer wieder ansehe. In diesem Post stelle ich euch meine Top 15 vor.
Zur Info: Zu meinen 50 Musicals zähle ich nur diejenigen, die ich live im Theater angeschaut habe - Videoaufnahmen, Kinoübertragungen und Co. also nicht. Tolle Produktionen wie "Newsies", "Dear Evan Hansen" und "Rent", die in meinem "Top 50 Musical Songs"-Post gleich mehrmals vorkommen, finden sich hier nicht, da ich ich sie leider noch nicht gesehen habe. 



15. If/Then

Foto: Fox Theatricals
Ich schaue mir ein Musical an, wenn mir die Handlung, die Musik oder die Stimmung zusagt. "If/Then" ist eins der wenigen Stücke, bei denen die Besetzung der entscheidende Punkt war. Die Hauptrolle wurde nämlich von Indina Menzel, einer der bekanntesten, internationalen Musicaldarstellerinnen, gespielt. Wer sich in der Broadway-Welt nicht auskennt, wird ihre Stimme vermutlich trotzdem schon einmal gehört haben: Sie spricht Elsa in der englischen Originalversion von "Die Eiskönigin". Letztendlich hat mir am Stück aber vor allem die kreative Geschichte gefallen. Sie ist in zwei Handlungsstränge aufgeteilt und zeigt, wie eine einzige Entscheidung den Rest des Lebens beeinflussen kann. Dabei behandelt das Musical viele ernste Themen, wie Krieg und Abtreibung. Beide Geschichten haben ihr eigenes Produktionsdesign, sodass der Zuschauer anhand der Farbgebung erkennen kann, um welche es sich handelt. Interessant ist hinterher auch die Diskussion, welchen Weg man selbst gehen würde und welche Abzweigungen man vielleicht schon verpasst hat. Es gibt jedoch auch Abstriche: Ich kann mich beispielsweise überhaupt nicht an die Musik oder die meisten Nebencharaktere erinnern.


14. Thoroughly Modern Millie

Foto: La Jolla Playhouse
Dieses Musical konnte mich vor allem durch seine witzige, schräge Geschichte fesseln. Das Stück nimmt sich selbst nicht ernst und das ist seine große Stärke. Handlung und Charaktere, Moral - alles ist herrlich überdreht und mit Klischees überladen. "Thoroughly Modern Millie" schlägt zwar auch ein paar leise Töne an, es ist aber vor allem ein lautes, buntes und verrücktes Gute-Laune-Stück. Damit passt es auch perfekt zu seinem Setting. Durch das tolle, detaillierte Bühnenbild und die Kostüme wird das New York der 1920er lebendig. Wie bei "If/Then" mangelt es jedoch auch diesem Musical an ergreifender oder eingängiger Musik. Außerdem passt die Nebenhandlung um den Slavenhändlerring nicht zum humorvollen Rest der Geschichte.


13. Rebecca

Foto: Stage Entertainment
"Rebecca" ist eins der wenigen Stücke mit einer überzeugend gruseligen und düsteren Stimmung. In allem - Charaktere, Beleuchtung und Requisiten - liegt etwas Mysteriöses, Beunruhigendes. Die Handlung ist spannend und hebt sich damit klar von den meisten anderen Musicals ab, die eher in Richtung Drama, Romantik oder Humor gehen. Im emotionalen Bereich schwächelt "Rebecca" dafür. Sowohl die Liebesgeschichte als auch die dramatischen Szenen wirken erzwungen und wenig glaubhaft. Die Charaktere sind zudem sehr hölzern und unsympathisch. Allerdings habe ich sowieso kaum auf sie geachtet, denn die Kulissen sind weltklasse - ganz besonders die brennende Treppe am Ende. Beim Soundtrack bin ich hingegen zwiegespalten: Es gibt ein paar schöne Lieder und zwei fantastische, gewaltige Balladen. Der Rest kann übersprungen werden. Der Soundtrack enthält 48(!) Tracks - die meisten sind weniger als drei Minuten lang und hätten nicht gesungen werden müssen.


12. Aida

Foto: Disney Theatrical Productions
"Aida" war das erste Musical, das ich je besucht habe. Damals war ich zehn Jahre alt und kann mich nur noch bruchstückhaft an die Aufführung erinnern. Ich werde aber niemals vergessen, wie überwältigt ich von der Musik, dem Bühnenbild und der Atmosphäre war. Die Geschichte ist unglaublich fesselnd und berührend - besonders die letzten Augenblicke. Sie zeigen, dass ein Ende irgendwo auch ein neuer Anfang ist, selbst das Lebensende. Die tragischen Momenten werden zudem toll in Szene gesetzt, sodass sie lange im Gedächtnis bleiben. Dazu kommt die tolle Musik der beiden Musical-Legenden Elton John und Tim Rice, die unter anderem zusammen am Soundtrack des "Disney"-Films "Der König der Löwen" mitgearbeitet haben. 


11. Ghost

Foto: Stage Entertainment
"Ghost" war mein 50. Musical. Ehrlich gesagt hatte ich nicht allzu viel erwartet, da ich mit Romanzen wenig anfangen kann und den gleichnamigen Film nicht kannte. Ich wurde jedoch positiv überrascht. Die Musik ist ziemlich eintönig und uninspiriert, ansonsten ist das Stück toll. Vor allem das Produktionsdesign hat mich begeistert. Die Kulissen bestehen nur aus wenigen Requisiten, dennoch fühlen sie sich realistisch an, da Licht und Projektionen geschickt atmosphärisch eingesetzt werden. Durch die Technik sieht sogar die Magie der Geister unglaublich echt aus. Trotz dieser übernatürlichen Elemente ist das Musical angenehm bodenständig. Die Charaktere haben einen trockenen Humor, realistische Motive und sprechen nicht so unnatürlich schwülstig wie viele Broadway-Figuren (hier geht es zu meiner kompletten Rezension).


10. Billy Elliot

Foto: Universal Pictures
Gleichzeitig singen, schauspielern und perfekt Ballett tanzen - was viele Erwachsene niemals schaffen würden, sieht in "Billy Elliot" bei Elf- und Zwölfjährigen kinderleicht aus. Vor allem die Vorgänge hinter den Kulissen sind bei diesem Musical spannend. Es ist unglaublich, was die junge Darsteller leisten, vor allem wenn man bedenkt, dass sich am Westend und Broadway meistens vier von ihnen die Hauptrolle teilen (zum Vergleich: der deutlich kleinere Part des jungen "Tarzan" wird im gleichnamigen Musical in Oberhausen derzeit von acht Jungen gespielt). Die Tanzszenen, sowohl der Erwachsenen, als auch der Kinder, sehen fantastisch aus. Außerdem fängt das Stück die Emotionen der Charaktere und die Stimmung sehr gut ein. An einigen Stellen ist die Handlung jedoch ein wenig zu schräg, was nicht zur bodenständigen Handlung passt.


9. Tarzan

Foto: Disney Theatrical Productions
"Tarzan" ist das erste Musical auf dieser Liste, bei dem ich am Soundtrack nichts auszusetzen habe. Allerdings sind die Lieder, die bereits im "Disney"-Film vorkommen, deutlich eingängiger und emotionaler als die, die extra für die Bühne geschrieben wurden. Man hat als Zuschauer das Gefühl, bei diesem Stück nicht nur zuzusehen, sondern ein Teil der Geschichte zu sein, da die Charaktere durch die Gänge laufen und über dem Publikum schweben. Die kleinen Stunts sehen toll aus und erwecken den Eindruck eines 360 Grad-Erlebnisses. Ansonsten ist das Bühnenbild sehr spärlich, fast ein bisschen lieblos. Vor allem, wenn man es mit den Kulissen anderer "Disney"-Musicals wie "Der König der Löwen" oder "Mary Poppins" (hier geht es zu unserer Rezension) vergleicht.


8. Das Phantom der Oper

Foto: Stage Entertainment
"Das Phantom der Oper" habe ich mittlerweile schon mehrmals gesehen. Ich mag besonders die Zwiespältigkeit der Geschichte. Keiner der Charaktere ist "gut" oder "böse". Sie alle sind vielschichtig aufgebaut und haben sowohl positive als auch negative Eigenschaften - ich finde jedoch alle Figuren herzlich unsympathisch. Dafür liebe ich die ersten Momente der Show, wenn der Leuchter während der Ouvertüre an die Decke wandert und das Theater in der Zeit zurückreist. Die Kulissen und die Kostüme - ganz besonders während der "Maskenball"-Szene - sind fantastisch. Der Soundtrack ist ebenfalls grandios, wenn auch für meinen Geschmack viel zu opernlastig - immerhin ist es ein Musical.


7. Sister Act

Foto: The Shubert Organization
Bei diesem Musical ist es schwierig, keine gute Laune zu bekommen. Die Energie und die Fröhlichkeit sind einfach ansteckend. Dazu kommt eine große Portion Humor, der auch von Show zu Show ein wenig geändert wird, um möglichst frisch und tagesaktuell zu bleiben. Die tolle Musik aus dem gleichnamigen Film kommt leider nicht vor. Die Musicalsongs sind zwar auch cool, aber sehr poplastig. Da es aber immer noch um einen Nonnenchor geht, wären ein paar leisere oder kirchlich angehauchte Lieder passender gewesen. Dafür finde ich die Figurenentwicklung in der Show nachvollziehbarer als im Whoopi-Goldberg-Streifen, da das Publikum mehr über die Bösewichte und die anderen Nonnen erfährt. Außerdem ist der Einfall echt klasse, den Papst am Ende vom Dirigenten spielen zu lassen.


6. Bodyguard

Foto: Stage Entertainment
Genau wie "Ghost" habe ich auch "Bodyguard" aus reiner Neugierde und ohne den Film zu kennen angeschaut, aber keine großen Erwartungen gehabt. Ich war hinterher wirklich froh, dieses Musical nicht verpasst zu haben. Der Soundtrack ist einfach klasse: Keine "Überbrückungslieder" oder Sprachgesang, stattdessen lauter Power-Songs von Whitney Houston - darunter auch die weltbekannten Lieder "I Will Always Love You", "One Moment In Time" und "I'm Every Woman". Ich finde außerdem die Tatsache richtig gut, nur zwei Charaktere singen zu lassen und auch nur wenn es "logisch ist" (Die Figuren singen nicht einfach in jeder x-beliebigen Situation, wie in 95% der Musicals, sondern ausschließlich, wenn es in der Geschichte Sinn ergibt, also beispielsweise bei Proben oder Auftritten.). Dadurch wirkt die Handlung realistischer und bodenständiger, da Dialoge nicht von Gesang unterbrochen werden. Den gleichnamigen Film habe ich übrigens nicht gesehen. Laut der Inhaltsangabe unterscheidet er sich in zwei sehr wichtigen Punkten von der Bühnenversion - deren Handlung finde ich deutlich schlüssiger.


5. Ich war noch niemals in New York

Foto: Stage Entertainment
Um es gleich klarzustellen: Nein, ich mag die Lieder von Udo Jürgens nicht. Dass es "Ich war noch niemals in New York" trotzdem in meine Top 5 geschafft hat, spricht also definitiv für das Musical. Es hat einfach einen unglaublich witzigen Humor und viele kreative Einfälle, wie die geniale Navi-Irrfahrt. Das Stück nimmt sich nicht sonderlich ernst, sondern will einfach nur gute Laune versprühen, sodass ich Lust hatte mitzusingen, obwohl mir die meisten Songs überhaupt nicht gefallen. Ich bin auch kein Fan von Liebesgeschichten, mag die in diesem Musical aber, weil sie nicht süßlich ist, sondern sehr amüsant und bissig. Außerdem hat das Musical eine der beeindruckendsten Kulissen - ein riesiges, zweistöckiges Kreuzfahrtschiff, das von allen Seiten anders aussieht. 


4. Rocky

Foto: Stage Entertainment
Ich kenne niemanden, dem "Rocky" nicht gefallen hat, selbst die Musicalhasser in meinem Umfeld fanden das Stück fantastisch. Das liegt vor allem an dem komplett ungewöhnlichen Konzept. Die Handlung des Films (wieder einer, den ich nicht geguckt habe...) klingt so gar nicht nach Musical und dennoch funktioniert es unglaublich gut. Das große Highlight ist der Boxkampf am Ende - für mich die visuell beste Szene, die ich je auf einer Bühne gesehen habe! Die Schläge und Verletzungen sehen echt aus, der Ring ist direkt im Zuschauerraum und die Szene wird live auf einem großen Bildschirm gezeigt - wie bei einem echten Kampf. Die Idee alleine ist schon grandios und die Umsetzung einfach fantastisch. Doch auch sonst hat das Stück einiges zu bieten - sympathische Charaktere, detailverliebte Kulissen, tolle Effekte und einige wirklich schöne Songs. Kein Wunder, dass "Rocky" das einzige deutsche Musical ist, das es an den Broadway geschafft hat. 


3. We Will Rock You

Foto: Queen Theatrical Productions
"We Will Rock You" ist das Bühnenstück, das mich mit Abstand am meisten positiv überrascht hat. Ich habe es vor vielen Jahren zum ersten Mal gesehen, als ich im Urlaub Lust auf ein Musical hatte und in der Stadt gerade nichts anderes lief. Ich habe das Theater als großer WWRY- und Queen-Fan verlassen. Die Musik ist klasse, auch weil sie größtenteils im Original belassen wurde (zum Vergleich: Beim Abba-Musical "Mamma Mia" wurden die Texte ins Deutsche übersetzt.). Besonders bei den Welthits "We Will Rock You", "We Are The Champions" und "Bohemian Rhapsody" hält es das Publikum nicht auf den Stühlen, sodass sich das Stück ein wenig wie ein Konzert anfühlt. Die Geschichte ist herrlich schräg unangepasst, genau wie die Charaktere. Außerdem ändern sich ganze Dialoge regelmäßig, da sich das Stück an die Stadt, in der es gespielt wird und die aktuelle Popkultur anpasst. Alles in allem ist "We Will Rock You" einfach nur cool, kreativ und verrückt.


2. Wicked

Foto: Stage Entertainment
Ich habe die Show mittlerweile mehrmals in London und einmal in Sydney angesehen, in der deutschen Version bislang noch nicht. Das ist aber auch nicht schlimm, denn ich liebe die Songs einfach. In meiner "Top 50 Musical Songs"-Liste ist "Wicked" das am häufigsten vertretene Stück mit insgesamt vier Lieder - darunter Platz 2 und 3. Die Musik ist abwechslungsreich, dynamisch und voller Emotionen - genau wie die Geschichte. Es ist eines der wenigen Stücke, in denen es um starke Frauen geht und behandelt auch ernste Themen wie Mobbing, Zwei-Klassen-Gesellschaft und Rassismus. Dennoch kommen auch Humor und Magie nicht zu kurz. Die Welt von Oz sieht einfach toll aus und wird durch die fantastische Musik, die sympathischen Charaktere und die tolle Geschichte lebendig.


1. Der König der Löwen

Foto: Stage Entertainment
"Der König der Löwen" ist einfach ein Phänomen, mit dem kein anderes Musical mithalten kann. Es ist das einzige Stück, das mich jemals zum Weinen gebracht hat. Jedes Mal aufs Neue steigen mir Tränen in die Augen, wenn die ersten Töne von "Der ewige Kreis" gespielt werden und die Sonne über der Savanne aufgeht. Fast noch schöner ist es, zu sehen, wie die anderen Zuschauer um einen herum mit feuchten Augen und staunendem Blick den vorbeilaufenden Elefanten hinterher sehen. Es ist einer der ganz wenigen Fälle, in denen Menschen in Tierkostümen nicht komisch aussehen. Das Produktionsdesign ist unglaublich schön und detailreich. Farben, Materialien und Muster sind harmonisch aufeinander abgestimmt und lassen eine einzigartige Welt entstehen. Die Musik passt ebenfalls dazu. Die Songs, die extra für das Musical geschrieben wurden, haben denselben Charme wie die des Films und orientieren sich noch stärker an afrikanischen Rhythmen, wodurch sich "Der König der Löwen" deutlich vom Pop-Einheitsbrei der meisten anderen Stücke abhebt. Dieses Musical hat eine Magie, die man nur nachvollziehen kann, wenn man es selbst live gesehen hat.


Das waren meine Top 15 Musicals. Was sind eure Favoriten? Schreibt es gerne in die Kommentare

Folgt uns auf FacebookTwitter und Instagram, um weitere Rezensionen nicht zu verpassen. 
Alle bisherigen Posts zum Thema "Musical" findet ihr hier.


Mittwoch, 21. Februar 2018

Kinderserien der 2000er Teil 7 (Realserien) - Watch.Read.Discuss.

In unserem siebten Teil der Reihe "Kinderserien der 2000er" werden wir erneut einen Blick auf verschiedene Realserien werfen, die wir in unserer Kindheit angeschaut haben. Die vorherigen Beiträge, in denen wir über Sendungen wie "Disneys Große Pause", "Powerpuff Girls" oder "H2O - Plötzlich Meerjungfrau" diskutieren, findet ihr hier. Dieser Post gehört zur Rubrik "Watch.Read.Discuss.", bei der wir Autoren uns mit demselben Thema beschäftigen. 
Klickt auf die Titel, um euch die Intros anzuschauen.


Katrin

Zoey 101

Zoey selbst mochte ich nie
Foto: Nickelodeon
Im Fokus der Nickelodeon-Serie steht die "Pacific Coast Academy", kurz PCA, ein Internat in Kalifornien: Kaum Unterricht, tolle Zimmer, weitläufiges Areal, direkt am Strand und viele coole Aktivitäten - der Traum aller 2000er-Teenies. Zoey Brooks (Jamie Lynn Spears) ist eins der ersten Mädchen, die auf der vormals reinen Jungenschule angemeldet werden. Ihr Bruder Dustin (Paul Butcher) ist dort bereits Schüler und gar nicht glücklich darüber, dass seine große Schwester ihn vor seinen Kumpels bloßstellt. Zoey schließt schnell Freundschaft mit Dana Cruz (Kristin Herrera), Nicole Bristow (Alexa Nikolas), Chase Matthews (Sean Flynn), Michael Barret (Christopher Massey), Logan Reese (Matthew Underwood) und Quinn Pensky (Erin Sanders) - später kommen noch Lola Martinez (Victoria Justice) und James Garret (Austin Butler) dazu. Sie haben nicht viel gemeinsam, halten aber stets zusammen, wenn es um Schulstress, Liebeleien, Probleme oder Kummer geht.
"Zoey 101" war eine der Serien, die praktisch jeder geguckt hat. Sie zählt nicht zu meinen allerliebsten, aber ich habe sie wirklich gerne verfolgt. Dabei fand ich die meisten der PCA-Schüler unglaublich nervig. Ich kann Charaktere nicht leiden, deren Haupteigenschaft es ist, alles perfekt zu machen und alle anderen "auf den richtigen Weg zu führen". Zoey ist der Inbegriff dessen: Sie wird in mehrere Sportteams geholt, obwohl sie vorher nie trainiert hat; alle Mädchen wollen ihre Freundinnen sein; alle Jungs wollen sie daten; die Erwachsenen auf dem Campus wenden sich regelmäßig hilfesuchend an sie und sie macht alle Probleme zu ihren eigenen. So viel Perfektion ist langweilig und unglaubwürdig. Der einzige Charakter, der sie in diesen Punkten noch übertrifft, ist Chase. Seine einzige Funktion in der Serie ist es, bis über beide Ohren verliebt in Zoey zu sein. Dabei haben die beiden null Chemie und wirken auch sonst sehr blutleer. Cool fand ich hingegen Quinn, die sich mit ihrer Leidenschaft für die MINT-Fächer und ihrer "Mir-ist-egal-was-die-anderen-denken"-Einstellung deutlich von anderen weiblichen Figuren in Teenie-Sendungen abhebt. Die Probleme der PCA-Schüler spielen zwar manchmal in einer eigenen Liga (In einer Folge werden die Hauptcharaktere von einem Geist verfolgt und in einer anderen gibt es einen Wettbewerb, bei dem die Kinder einen Flug im Privatjet gewinnen können.), aber sind in den meisten Fällen nachvollziehbar, sodass man sich als Zuschauer mit den Figuren identifizieren kann.

Laura: "Zoey 101" habe ich damals super gerne geschaut. Ich fand das Setting auch immer richtig cool. Wer würde denn nicht an so einer coolen Schule unterrichtet werden? Allerdings ging es mir bei den Charakteren ähnlich wie Katrin. Zoey zählte nie zu meinen Lieblingsfiguren und die Liebesgeschichte mit ihr und Chase hat sich definitiv zu oft im Kreis gedreht, ohne sich ansatzweise weiterzuentwickeln. Deshalb war ich davon irgendwann nur noch genervt. Ansonsten haben mir die meisten anderen Charaktere aber gefallen. Außerdem mochte ich den Humor der Serie, auch wenn er manchmal etwas übertrieben war. 


Die Pfefferkörner

Das Original: Cem, Jana, Vivi, Fiete & Natascha (v.l.)
Foto: NDR/KiKA
Ende Dezember 1999 wurde die erste Folge der populären KiKA-Sendung ausgestrahlt. Es geht um eine Gruppe junger Detektive, die regelmäßig in Kriminalfälle verwickelt werden und diese selbstständig aufklären. In den ersten Episoden bestanden "Die Pfefferkörner" aus Anführer Fiete Overbeck (Julian Paeth), seiner kleinen Schwester Vivi (Aglaja Brix), seiner Freundin Natascha (Vijnessa Ferkic) sowie den späteren Stiefgeschwistern Jana Holstein-Coutré (Anna-Elena Herzog) und Cem Gülec (İhsan Ay). Mittlerweile ermitteln Mia Goldman (Marleen Quentin), ihre Schwester Alice (Emilia Flint), Johannes von Wied–Litzow (Luke Matt Röntgen), Bennet Jansen (Ruben Storck) und Lisha Schulze (Emma Roth) in der vierzehnten Staffel. Sie sind die neunte Generation Junior-Detektive und wurden zum ersten Mal nicht in der Serie, sondern in einem dazugehörigen Kinofilm vorgestellt.
Beim Recherchieren ist mir bewusst geworden, dass die aktuellen "Pfefferkörner" noch gar nicht geboren waren, als die erste Folge ausgestrahlt wurde - zum Teil waren sie erst bei der fünften Staffel auf der Welt. Einerseits fühle ich mich bei dem Gedanken wirklich alt, andererseits ist es cool, dass sich die Serie so lange gehalten hat und noch immer Millionen von Kindern begeistert. Einer der Gründe dafür ist, dass sich die Geschichten weiterentwickeln. Die Sendung hat immer Themen angesprochen, mit denen viele junge Zuschauer sonst nicht oder selten in Berührung gekommen sind - schon gar nicht im KiKA-Programm. In meiner Generation gab es zum Beispiel eine Folge, in der Fietes Eltern ihn und Natascha im Bett erwischt haben, in einer anderen wurde nach Pflegeeltern für ein verwaistes Mädchen gesucht. 2017 gab es Themen wie das Mobbing einer Transgender-Schülerin und die Situation von unbegleiteten Minderjährigen in Flüchtlingsheimen. Ich finde es klasse, dass sich die Sendung über all die Jahre hinweg an der Lebenssituation der Zuschauer orientiert hat und immer realistisch geblieben ist. Zwar wurden nie so krasse Szenarien angesprochen wie bei der anderen KiKA-Reihe "Krimi.de", aber "Die Pfefferkörner" richten sich auch an eine etwas jüngere Zielgruppe. Ich habe die Serie jedenfalls geliebt, da ich mich gut mit den Hauptcharakteren identifizieren konnte und es immer toll fand, wie sie aus ihrer eigenen Motivation, Kraft und Intelligenz heraus Fälle gelöst haben.

Laura: Diese Sendung habe ich damals richtig gerne geschaut und mir persönlich hat sie auch immer besser gefallen als "Krimi.de". Das lag wahrscheinlich daran, dass ich die Charaktere sehr sympathisch fand und die Fälle immer spannend. Ich kann mich jedenfalls noch daran erinnern, dass ich keine Folge verpassen wollte. Als es doch mal passiert ist, war ich ziemlich traurig - damals gab es schließlich noch nicht die Möglichkeit, die Episoden einfach so im Internet anzuschauen. 


Laura

Clarissa

Clarissa ist bekannt für ihren bunten Kleidungsstil
Foto: Nickelodeon
In dieser Sendung geht es um das Leben der 14-jährigen Clarissa Darling (Melissa Joan Hart). Hauptthemen sind die üblichen Probleme eines Teenagers, aber auch die Verrücktheiten von Clarissas Familie. Dabei spielt sich die Handlung die meiste Zeit nur innerhalb von ihrem Zuhause ab, wo sie auch regelmäßig Besuch von ihrem besten Freund Sam (Sean O'Neal) bekommt. Die Serie lief zwar in Deutschland erstmals 1995 auf Nickelodeon, doch ich habe sie auf Super RTL gesehen, wo sie in den 2000ern ausgestrahlt wurde. Deshalb taucht sie hier in unserem Post auf. 
Clarissa mochte ich sehr gerne, weil sie cool und lässig war. Ihre Figur war sehr nahbar, weil sie weder abgehoben noch vollkommen überdreht war. Außerdem hat sie die Zuschauer immer direkt angesprochen und ihre Gedanken und Gefühle mit ihnen geteilt. Dabei hatte sie auch noch einen tollen Humor mit viel Ironie. Sie war außerdem ein Fan von Videospielen und hat auf ihrem Computer sogar selber welche programmiert. Das fand ich richtig cool und rückblickend war die Serie da doch echt fortschrittlich. Vielleicht hat sie sogar bei manchen Mädchen Interesse an Informatik geweckt? Ich mochte außerdem die leicht schrägen Einfälle der Serie, zum Beispiel, dass Sam statt der Haustür eine Leiter nimmt, um Clarissa in ihrem Zimmer zu besuchen. Oder ihr ausgefallenes Haustier: Ein Alligator namens Elvis, den die Zuschauer nur gehört, nie gesehen haben. Es wurde zwar über Probleme des Erwachsenwerdens, gesprochen, aber es gab kein typisches Teenie-Drama, das man aus vielen anderen Sendungen kennt, was mir ebenfalls positiv im Gedächtnis geblieben ist. Ich konnte mich bei der Sendung meist super entspannen. Außer wenn Ferguson (Jason Zimbler), Clarissas schrecklicher kleiner Bruder, auftauchte und Chaos stiftete. Ich habe zwar keine kleinen Geschwister, aber trotzdem sehr mit der Protagonistin mitgefühlt. Was den Unterhaltungswert angeht, kann diese Serie mit jüngeren Nickelodeon-Serien wie "Drake & Josh" oder "iCarly" locker mithalten. Das finde ich schon bemerkenswert, wenn man bedenkt, dass die Sendung vor fast 30 (!!) Jahren ihre Premiere feierte. 


Wie erziehe ich meine Eltern?

Der Hund war immer super!
Foto: MDR
In dieser Serie geht es um die zwei Kinder Felix Wolkenfuß (Maximilian Seidel) und Johanna "Johnny" Freytag (Sina Tkotsch), deren Wege sich auf sehr chaotische Weise kreuzen: Felix' Vater (Heinrich Schafmeister), ein Psychiater, und Johnnys Mutter (Amina Gusner), eine Zahnärztin, haben ohne es zu wissen dieselbe Doppelhaushälfte gekauft. Nun müssen sich die Familien irgendwie mit der Situation arrangieren. Damit ist das Chaos schon vorprogrammiert. In dieser Serie sind die Rollen quasi vertauscht. Während sich die Eltern kindisch und albern benehmen, sind die Kinder deutlich vernünftiger und versuchen immer, den Frieden im Haus aufrechtzuerhalten. Unterstützung bekommen sie von der manchmal etwas verwirrten Nachbarin Asta Engel-Butz (Ursula Staack). Außerdem gibt es noch Hund Rollo, dessen unterhaltsame Gedanken die Zuschauer über eine Stimme aus dem Off mitbekommen. 
Ich weiß noch, dass ich die Serie regelmäßig geschaut habe, aber trotzdem sind mir keine der Folgen wirklich im Gedächtnis geblieben. Es war für mich eine typische Sendung für zwischendurch, die weder superdramatisch noch vollkommen langweilig war. Die Episoden folgten auch keinem roten Faden, sondern waren in sich abgeschlossen. Ich weiß aber noch, dass mich vor allem die Eltern hin und wieder genervt haben. Der Rollentausch wurde teilweise etwas überstrapaziert. Das Verhalten des Psychologen und der Zahnärztin war manchmal so drüber, dass ich mich ernsthaft gefragt habe, wie sie überhaupt noch Patienten haben können. Frau Engel-Butz hat für den ein oder anderen witzigen Moment gesorgt, war aber durch ihre übertriebene Neugier auch etwas anstrengend. Die Kinder waren zwar deutlich angenehmer, aber ihr rationales Handeln und ihre Vernunft haben sie als Charaktere auch nicht wirklich interessant gemacht. Ich konnte mich nie wirklich mit ihnen identifizieren. Insgesamt fand ich die Idee, den Spieß mal umzudrehen, aber ganz lustig und auch der Humor war in Ordnung. Das Intro fand ich allerdings immer etwas nervig. 

Katrin: "Wie erziehe ich meine Eltern?" ist mir nicht wirklich im Gedächtnis geblieben. Ich habe zwar ein paar Folgen geguckt, aber eigentlich erinnere ich mich nur an das Intro, das ich, genau wie Laura, furchtbar nervig fand und... gab es da nicht so einen Spiegel im Bad, durch den die beiden Familien miteinander geredet haben?


Welche Serien habt ihr in eurer Kindheit gerne geguckt? Teilt es uns in den Kommentaren mit. Wir planen weitere Diskussionsbeiträge zum Thema Kindersendungen (alle bisherigen Posts dazu gibt es hier), vielleicht wird euer Favorit in einem zukünftigen Post thematisiert.

Folgt uns auf FacebookTwitter und Instagram, um weitere Posts nicht zu verpassen. Alle weiteren Beiträge zum Thema "TV" findet ihr hier.