Dienstag, 15. Mai 2018

Katrins Top 5 der spaßigsten Europa-Park-Attraktionen

Ende April ist "Watch.Read.Talk." ein Jahr alt geworden. Um dieses Jubiläum zu feiern, sind Laura und ich in den "Europa-Park" gefahren und haben dort zwei tolle Tage verbracht. Laura hat euch vor einigen Tagen schon ihre "Top 5 der rasantesten Attraktionen" vorgestellt. Ich bin - was Freizeitparks angeht - nicht wirklich ein Adrenalinjunkie, sondern habe lieber Spaß. Daher geht es in diesem Post um die spaßigsten Fahrgeschäfte (Wir haben auch zwei Shows angesehen, aber die waren nicht ansatzweise Top-5-würdig.). Letztes Jahr haben wir bereits unsere rasantesten beziehungsweise spaßigsten Attraktionen im niederländischen Freizeitpark "Efteling" aufgelistet (klickt hier um zu den Beiträgen zu gelangen).

5. ARTHUR

Der kurze Ausflug nach draußen
Foto: Europa-Park
Diese Fahrt ist thematisch an die Filmreihe "Arthur und die Minimoys" angelehnt. In der familienfreundlichen Achterbahn schweben die Gäste durch die Welt der Minimoys und über den toll dekorierten Eingangsbereich, bevor es für eine rasantere Fahrt nach draußen geht. Ich mag Indoor-Achterbahnen sehr, vor allem wenn man über die Köpfe der wartenden Menschen hinwegzischt (wie zum Beispiel auch bei "Winjas Fear & Force" im "Phantasialand"). Die Abfahrt draußen macht sogar noch mehr Spaß. Außerdem ist die Bahn auch organisatorisch super geregelt. Bei jedem Freizeitparkbesuch rege ich mich mindestens einmal darüber auf, dass man Taschen nur schlecht verstauen kann oder horrende Preise für Schließfächer zahlen muss. Bei dieser Attraktion braucht man nur seine Eintrittskarte zu scannen, um einen kostenlosen Locker zugewiesen zu bekommen. Beim Verlassen kann man seine Sache dann auf der anderen Seite wieder abholen - so kommen sich die wartenden und die bereits gefahrenen Gäste nicht in die Quere. Trotz der schönen Gestaltung, dem praktischen Verstausystem und der tollen Mischung aus Spaß und Action, hat es "ARTHUR" jedoch nur auf Platz 5 geschafft. Das liegt an der fehlenden Geschichte. Die Figuren in der Bahn sprechen so leise, dass man kaum nachvollziehen kann, worum es geht und die dargestellten Szenen ergeben nicht wirklich eine stringente Erzählung. Am Ende bleiben die Wagen dann vor dem Bösewicht stehen und ein Knopf auf dem Haltebügel leuchtet auf. Was genau man machen soll und ob das Drücken des Buttons irgendeine Wirkung hat, wird nicht aufgeklärt.

4. Kolumbusjolle

Die Schiffchen lassen sich manuell herumwirbeln
Foto: Europa-Park
Auf den ersten Blick mag diese Attraktion, die leider relativ versteckt im Themenbereich "Spanien" liegt, wie ein normales Karussell aussehen. Für mich ist "Kolumbusjolle" jedoch ein absolutes Highlight und empfehlenswert für alle Altersgruppen. Zum einen sieht die Attraktion toll aus - süße Piratenschiffchen, eine mittelalterliche Stadt, ein stark gewellter Boden und eine schier endlose Sternenzelt-Kuppel. Zum anderen hat die Fahrt einen hohen Spaßfaktor. Die Schiffchen sausen ziemlich schnell über die Bodenwellen, sodass man die Fliehkraft deutlich spürt. Außerdem kann man sein Boot mit dem Steuerrad manuell drehen. Das macht einen Heidenspaß, denn sie bewegen sich nicht so schwerfällig wie zum Beispiel "drehende Tassen", sondern reagieren augenblicklich. So kann man sich hektisch hin und her drehen, aber auch einfach seit- oder rückwärts fahren. Besonders amüsant ist es auch, die anderen Fahrgäste zu beobachten, denn viele realisieren nicht, dass sie die Schiffchen manuell steuern müssen. Die irritierten Blicke, wenn alle anderen herumwirbeln und sie selbst stur geradeaus fahren, sind echt witzig. "Kolumbusjolle" sollte man bei einem Parkbesuch auf keinen Fall verpassen!

3. Monorail-Bahn

Toller Ausblick und einfach eine schöne Fahrt
Foto: Europa-Park
Der "Europa-Park" bietet drei Verkehrsmittel, die gehfaule Besucher über das Gelände bringen: den EP-Express, der wie eine S-Bahn aussieht und auf Schienen in mehreren Metern Höhe fährt; die Panoramabahn, eine ebenerdige Miniatur-Dampflokomotive, die gemächlich durch die Gegend zockelt und die Monorail-Bahn. Mit den beiden Erstgenannten fahre ich eher ungern. Der Express bringt einen am schnellsten von A nach B, allerdings ist er geschlossen, wodurch es unangenehm warm und stickig ist und man zudem nicht viel sieht. Die Panoramabahn ist zwar unglaublich süß, aber sie ist auch furchtbar langsam und das Ein- und Aussteigen dauert aufgrund der winzigen Waggons sehr lange, wenn denn überhaupt ein Platz freiwerden sollte. Die Monorail-Bahn schwebt wie der Express auf Schienen über den Park, ist aber offen. Daher ist sie nicht nur als Fortbewegungsmittel klasse, sondern auch als eigene Attraktion. Man hat einen tollen Ausblick, fährt eine schöne Strecke durch den Park und da nur zwei Haltestellen existieren, gibt es auch kein ständiges Ein- und Aussteigen. Die Bahn eignet sich für eine kurze Rundfahrt zu Beginn des "Europa-Park"-Besuchs, genauso wie zur Entspannung nach einem anstrengenden Tag. Als Laura und ich gegen Ende unseres zweiten Tags müde wurden und uns die Temperaturen von rund 30 Grad zu schaffen machten, haben wir anderthalb Runden auf der "Monorail-Bahn" gedreht, den Ausblick genossen und ein paar schöne Fotos gemacht.

2. Schweizer Bobbahn

Das Fehlen von Schienen ist der besondere Kick!
Foto: Europa-Park
Normalerweise bin ich kein Fan der Bobbahnen in Freizeitparks, da sie meist sehr ruckelig fahren und es für zwei Erwachsene relativ unbequem ist, hintereinander in einem der Schlitten zu sitzen. Die Bahn im "Europa-Park" ist jedoch eine Ausnahme. Wie die meisten anderen Freizeitpark-Bobbahnen hat auch sie keine Schienen und fährt stattdessen in einer Rinne aus dünnen Stahlrohren. Das rappelt aber überraschenderweise nicht ansatzweise so stark, wie in den meisten anderen Attraktionen dieser Art. Das Fahrterlebnis ist wirklich einmalig. Da man sehr locker in den Schlitten sitzt, hebt es einen (besonders im vordersten Waggon) bei der ersten Abfahrt leicht aus dem Sitz. Allerdings hat man dabei nicht dieses unangenehme "Magen fällt"-Gefühl, wie bei vielen anderen Achterbahnen. Es fühlt sich mehr wie Fliegen an - das Gefühl wird noch dadurch verstärkt, dass bei der Bobbahn deutlich weniger Metall und Plastik um einen herum ist, als bei den meisten anderen Achterbahnen. Durch die nicht vorhandenen Schienen ist zudem jede Fahrt anders, da sich der Zug je nach Gewicht weniger oder mehr in die Kurven legt. Das Schweizer Bergdorf, das um die Attraktion gebaut wurde, ist zudem echt hübsch.

1. Fjord-Rafting

Ein Riesenspaß für alle Altersgruppen!
Foto: Europa-Park
Auch in meiner "Top 5 der spaßigsten Efteling-Attraktionen"-Liste hatte es Rafting auf Platz 1 geschafft, denn mal ehrlich: Es gibt einfach keine spaßigere und tollere Freizeitpark-Attraktion als runde Boote, die durch Wildwasser rauschen. Der Kanal ist im "Europa-Park" leider schmaler als in "Efteling", sodass es nicht möglich ist, andere Boote zu überholen oder irgendwo hängen zu bleiben. Dennoch ist die Bahn ein Heidenspaß! Das liegt natürlich vor allem an der freudigen Panik, furchtbar nass zu werden. Das Wasser spritzt, plötzlich kommt von irgendwoher eine Fontäne oder eine Stromschnelle: Wer bei dieser Fahrt nicht kreischt und wie ein Irrer lacht, der wird wohl an keiner Attraktion im "Europa-Park" Spaß haben. Dazu kommt noch die schöne Gestaltung - der Wartebereich ist zwar karg, doch der Wasserkanal wird gesäumt von bunten Häuschen, wie sie für Skandinavien typisch sind. Nach der Fahrt kann man sich außerdem aussuchen, ob man über einen normalen Holzsteg zurückläuft, über eine Hängebrücke hüpft oder sich auf einem Floß stehend selbst an einem Tau wieder an Land zieht. 


Welche Attraktionen findet ihr im "Europa-Park" am spaßigsten? Schreibt es gerne in die Kommentare.

Folgt uns auf FacebookTwitter und Instagram, um weitere Posts nicht zu verpassen.


Sonntag, 13. Mai 2018

Blindspot: Staffel 3, Folge 21 - Kurzrezension [D/E]

The following review of the "Blindspot" episode "Defection" (S03E21) is also available in English. Please scroll down for the English version.

Deutsch


- Der folgende Text enthält Spoiler -

Worum geht es?

Seit den Ereignissen der vorherigen Folge "Let It Go" sind nur wenige Stunden vergangen. Das FBI-Team weiß, dass Roman (Luke Mitchell) noch am selben Tag einen großen Anschlag verüben wird. Sie wissen allerdings nicht, wo. Jane Doe (Jaimie Alexander) erinnert sich, dass Roman ihrer Adoptivmutter Shepherd (Michelle Hurd) vor vielen Jahren einen ähnlichen Plan vorgeschlagen hatte. CIA-Chef Jake Keaton (Chad Donella) bringt die Terroristin für ein Verhör zum FBI. Tatsächlich verrät sie ihrer Tochter, wo Roman die nötigen explosiven Chemikalien klauen wird. Den Diebstahl kann das Team zwar nicht verhindern, doch Patterson (Ashley Johnson, Spooked) und Rich Dotcom (Ennis Esmer) finden heraus, dass der Anschlagsort das Gebäude der Vereinigten Nationen ist und wie die Bombe hineingeschmuggelt wurde. FBI Assistant Director Reade (Rob Brown) und Tasha Zapata (Audrey Esparza) können sie entschärfen. Patterson hat jedoch das Gefühl, dass der Einsatz zu einfach war...


Meine Meinung in drei Punkten

1. Endlich ein spannender Fall mit Wendungen!

In diesem Fall müssen die Agenten wirklich fallen
Foto: NBC
Seit Wochen reiht sich bei "Blindspot" ein langweiliger, schnell vergessener und viel zu leicht gelöster Fall an den nächsten. In dieser Folge spielt die Thrillerhandlung jedoch wieder die Hauptrolle und ist nicht ganz so vorhersehbar und öde wie die meisten in dieser Staffel. Das liegt vor allem an dem vielschichtigen Plan. Er gibt Patterson seit Langem wieder die Chance, zu zeigen, dass sie mehr kann als nur auf Touchscreens herumzutippen. Außerdem hat sie ein Talent dafür, sich in Roman und Hank Crawford hineinzuversetzen (Patterson: "These men's nuances have nuances and I'm supposed to believe that when they team up, their grand plan is to set off one bomb, delivered imprecisely, to kill a large, but random assortment of UN workers?"). Ich hoffe, dass die Charaktere in der vor wenigen Tagen angekündigten vierten Staffel wieder logischer nachdenken - nicht, wie in den letzten Folgen, praktisch blind und mit großer Naivität durch ihre Einsätze tapsen. Weiterhin beschränkt sich der Showdown in "Defection" mal nicht nur auf einen langwierigen Schusswechsel - der Sprung der Charaktere in einen Müllcontainer ist sogar ganz witzig. Die beiden Staatsoberhäupter (Obi Abili und Zainab Jah) zweier fiktiver Länder sind zudem interessante Nebencharaktere, die Crawfords Machenschaften von einer anderen Seite beleuchten und sich weiterentwickeln, anders als die Episodencharaktere der letzten Wochen.

2. Shepherd ist ein trauriges Häufchen Elend!

Die zweite ist meine liebste Staffel. Das liegt unter anderem an Shepherd als manipulativer, hochintelligenter, und hinterhältiger Antagonistin. Selten habe ich im TV einen Gegenspieler gesehen, der so rational handelt und sogar einen halbwegs nachvollziehbaren Grund für seine Taten hat. Ihre Übermacht und Grausamkeit war einfach nur unheimlich. Außerdem fand ich es toll, dass es nie eine Rolle gespielt hat, dass Shepherd eine Frau ist. Weibliche Antagonisten müssen ja sonst häufig "sexy" sein oder in letzter Sekunde doch noch ein schlechtes Gewissen bekommen und sich tränenreich entschuldigen. Letzteres ist nun leider eingetreten. In "Defection" ist nichts mehr von dem bösen Genie zu sehen. Stattdessen sitzt Jane vor einem traurigen Jammerlappen, der trotz Aufenthalts in einem CIA-Geheimgefängnis gefärbte Haare und perfekt sitzendes Make-up hat. Mit weinerlicher Stimme bittet Shepherd ihre Tochter um Vergebung und bereut es zutiefst, ihre Kinder gegeneinander aufgehetzt zu haben ("I wanted you to love me as much as you loved each other. (...) My two children are trying to kill each other. It's all my fault. Remi... Jane... don't make the same mistake I did. Don't destroy the thing you love."). Da ich Roman noch nie für einen überzeugenden Bösewicht gehalten habe, war ich umso enttäuschter wie lasch und gebrochen Shepherd war. Vor allem da die erste Szene der Folge zeigt, wie kaltherzig, berechnend und streng sie die Geschwister erzogen hat. Diese Shepherd hätte ich gerne wiedergesehen - nicht eine jammernde Frau, die über die Liebe philosophiert. Das passt nicht zu ihr und nimmt der Serie den einzigen glaubwürdigen, bitterbösen Antagonisten.

3. Spielt Zapata ein doppeltes Spiel?

Was könnten Tasha und Keaton im Schilde führen?
Foto: NBC
In der ersten Staffel mochte ich Tasha überhaupt nicht und erst nach einigen Folgen in der zweiten Staffel habe ich sie zu schätzen gelernt. Mittlerweile ist sie mein Lieblingscharakter. Jane, Kurt Weller (Sullivan Stapleton), Patterson und Reade bleiben meistens ihrer Linie treu und lassen sich leicht in die Karten sehen. Bei Zapata ist das anders: Sie ist undurchschaubar und für die ein oder andere Überraschung gut. Spätestens seit sie bei der CIA arbeitet und dem FBI-Team Bordens Überleben verschwiegen hat, sollte klar sein, dass sie nicht hundertprozentig ehrlich ist. In "Defection" entdeckt Patterson auf einem Überwachungsvideo, wie Zapata das Handy eines der Staatsoberhäupter stiehlt. Bereits da wirkt die Geschichte seltsam: Tasha ist CIA-Agentin und hat für FBI und NYPD gearbeitet. Es ist unglaubwürdig, dass sie bei einem Diebstahl so blöd ist und direkt in eine Überwachungskamera guckt. Mit ihren Fähigkeiten hätte sie wer-weiß-was machen und es problemlos vertuschen können. Als Reade und Patterson sie mit dem Beweis konfrontieren, erzählt Zapata ihnen, dass sie von Keaton den Auftrag bekommen habe, das Telefon zu holen. Der behauptet jedoch - in sehr verletzender Wortwahl - dass sie auf eigene Faust gehandelt habe ("A world leader's phone would fetch a lot on the black market. You off the wagon again, placing bets you can't cover? (...) Do you have any idea the chance I took on you? Bringing a hot-headed FBI amateur into the big leagues? Because this is on my head now. You just became my mistake."). Das Team glaubt Zapata zwar und versucht sie nach ihrer Kündigung durch Keaton wieder aufzubauen, aber ich glaube, da steckt noch viel mehr dahinter. Abgesehen davon, dass sie sich viel zu leicht hat ertappen lassen, wirkt die Interaktion zwischen ihr und Keaton irgendwie seltsam, wie auswendig gelernt. Außerdem hat mich die Situation wieder an die Szene aus Folge 17 erinnert, in der sich Tasha mit Blake Crawford (Tori Anderson) unterhalten hat. Weder der Zuschauer noch das FBI-Team hat etwas davon mitbekommen, weil Zapatas Funkgerät plötzlich kaputt war - was sich Patterson nicht erklären konnte. Meine Vermutung ist, dass sich Zapata im Auftrag der CIA als Maulwurf bei Crawford einschleichen soll. Da sich die "Blindspot"-Autoren aber fast nie mit komplizierteren Handlungen aufhalten und ungeklärte Rätsel gerne vergessen, wird in dieser Hinsicht vermutlich nichts geschehen. Für Zapata gab es trotz Kündigung und Gesichtsverlust immerhin noch ein kleines Happy End: Sie und Reade haben (zumindest vorerst) zueinandergefunden.

Fazit

"Defection" ist im Vergleich zum Rest der dritten Staffel eine wirklich gute Folge. Sie ist kurzweilig, nicht komplett vorhersehbar und wirkt ungezwungener. Außerdem überwiegt hier kein Aspekt, alles geht nahtlos ineinander über. Es ist eine gute Mischung zwischen Haupt- und Nebenhandlungen, Action und Humor sowie den verschiedenen Charakteren. Zudem tragen diesmal alle Teammitglieder etwas zur Geschichte bei und verzichten auf unnötiges Drama. Dafür ist der kurze Auftritt der ehemaligen Antagonistin an Unglaubwürdigkeit, Melodramatik und Rührseligkeit kaum zu übertreffen. Das ist der einzige große Kritikpunkt in dieser Folge. 


Hinweis: Nächste Woche läuft das Finale der dritten Staffel. Ich werde es auf jeden Fall rezensieren, allerdings mit ein paar Tagen Verspätung - voraussichtlich am Dienstag, den 22. Mai. Das ist aus zeitlichen Gründen unvermeidbar, tut mir sehr leid. 

Hier findet ihre alle Beiträge zum Thema "Blindspot".
Folgt uns auf FacebookTwitter und Instagram, um weitere Rezensionen nicht zu verpassen.
Alle bisherigen Posts zum Thema "TV" findet ihr hier.


_____________________________________________________________________________________________


English


- The following text contains spoilers -

What was it about?

Only a few hours have passed since the events of the previous episode "Let It Go". The FBI team knows that Roman (Luke Mitchell) is planning an attack later that day, but they don't know where. Jane Doe (Jaimie Alexander) remembers that Roman once showed their adoptive mother Shepherd (Michelle Hurd) a similar plan. CIA boss Jake Keaton (Chad Donella) brings the terrorist to the FBI for an interrogation. She actually tells her daughter where Roman is going to steal the explosive chemicals from. The team can't prevent the theft, but Patterson (Ashley Johnson, Spooked) and Rich Dotcom (Ennis Esmer) find out that the target is the UN building and how the bomb got in. FBI Assistant Director Reade (Rob Brown) and Tasha Zapata (Audrey Esparza) manage to defuse it. However Patterson feels like the operation was too easy...


My opinion in three points

1. Finally a thrilling case with twists!

Not an easy case for Zapata and Reade
Photo: NBC
For weeks "Blindspot" only had boring, easy to forget and way too simple cases. In this episode the thriller story finally gains center stage again and is not as predictable and dull as most episodes this season. The main reason is the multilayered plan, which gives Patterson the first chance in ages to prove that she is capable of more than tapping on touchscreens. She also seems to have a gift for putting herself in Roman's and Hank Crawford's shoes (Patterson: "These men's nuances have nuances and I'm supposed to believe that when they team up, their grand plan is to set off one bomb, delivered imprecisely, to kill a large, but random assortment of UN workers?"). A few days ago the renewal was announced. I hope that in season four the characters will think more logically again and not be as blind and naive as in the last few episodes. Furthermore the showdown in "Defection" is not restricted to a lengthy shootout - the characters' jump into a dumpster is almost funny. Also the heads of state (Obi Abili und Zainab Jah) of two fictional countries are interesting secondary characters, because they show Crawford's scheming from a different perspective and are developing unlike most guest characters during the last few weeks.

2. Shepherd is a sad picture of misery!

Season two is my favorite. One of the reasons is Shepherd, a manipulative, highly intelligent and devious antagonist. There aren't many TV opponents who act rationally and have somewhat relatable motives for their actions. Her superiority and cruelty was just scary. Additionally I liked how it never mattered that Shepherd was a woman. Female antagonists often have to be "sexy" or get a guilty conscience last minute and apologize tearfully. The latter has sadly happened now. There's not much left of the evil mastermind in "Defection". Instead Jane sits in front of a sorrowful whiner, who still has dyed hair and perfect makeup despite being held at a CIA black site. With a weepy voice Shepherd begs her daughter for forgiveness and says how much she regrets setting her children against each other ("I wanted you to love me as much as you loved each other. (...) My two children are trying to kill each other. It's all my fault. Remi... Jane... don't make the same mistake I did. Don't destroy the thing you love."). I never thought Roman was a convincing bad guy, so I was even more disappointed about Shepherd being lax and broken. Especially because the episode's first scene shows how coldhearted, strict and calculating she was while raising the siblings. I would've loved to see that Shepherd again - not a whiny woman philosophizing about love. That's totally out of character and ruins the show's only believable, wicked antagonist.

3. Is Zapata playing a double game?

What are Tasha and Keaton up to?
Photo: NBC
During the first season I didn't like Tasha at all and it took me a few episodes of season two until I came to appreciate her. Now she is my favorite character. Jane, Kurt Weller (Sullivan Stapleton), Patterson and Reade usually stay true to their principles and it's easy to look at their cards. Zapata's different: She's inscrutable and often has a surprise in store. Ever since she started working for the CIA and didn't tell the FBI team about Borden's survival it's definitely clear she isn't one-hundred percent honest. In "Defection" Patterson spots Zapata on a surveillance video stealing the phone of one of the heads of state. From then on the story starts to feel odd: Tasha is a CIA agent who has also worked for the FBI and the NYPD. It's implausible she was stupid enough to look directly into a camera while stealing something. With her skills she should be able to do who knows what and cover it up easily. When Reade and Patterson confront her with the evidence, Zapata says Keaton told her to get the phone. He on the other hand claims - in a very hurtful choice of words - that she did it on her own account ("A world leader's phone would fetch a lot on the black market. You off the wagon again, placing bets you can't cover? (...) Do you have any idea the chance I took on you? Bringing a hot-headed FBI amateur into the big leagues? Because this is on my head now. You just became my mistake."). Even though the team believes Zapata and tries to cheer her up after Keaton fired her, I believe there's more to that story. Apart from her being easily caught on camera, the interaction between her and Keaton feels weird, almost memorized. I was also reminded of the scene in episode 17 where Tasha talked to Blake Crawford (Tori Anderson). Neither the viewers nor the FBI team heard it, because Zapata's radio device conveniently broke - Patterson didn't have an explanation for it. My guess is that Zapata is supposed to become a mole for the CIA and creep into Crawford's business. But since the "Blindspot" writers rarely stick with complex plots and often forget about unsolved mysteries I think nothing like that will happen. At least Zapata had a little happy end after being fired and losing her face: She and Reade got together (at least for now).

Conclusion

In comparison to the rest of the third season "Defection" is a pretty good episode. It's entertaining, not totally predictable and feels less forced. Furthermore there's no dominant aspect. Eyerything fits together smoothly - a great mix between main and sub plots, action and humor as well as the different characters. In addition all the team members contribute something to the story and abstain from unnecessary drama. Instead the former antagonist's short appearance is incredibly implausible, melodramatic and sappy. That's the episode's only, but really big point of criticism.


Please note: The season finale airs next week. I will definitely review it, but a few days later - probably on Tuesday, the 22nd of May. That's inevitable due to time-wise reasons, I'm very sorry.

You can find all posts about "Blindspot" here.
Follow us on FacebookTwitter and Instagram to be notified about new stuff.


Samstag, 12. Mai 2018

Lauras Top 5 der rasantesten Europa-Park-Attraktionen

Katrin und ich haben Mitte April zum zweiten Mal den "Europa-Park" im baden-württembergischen Rust besucht. Unser erster Besuch war im Sommer 2013. Da ist gut fünf Jahre her! Da wir beide den Park damals wirklich toll fanden, war es höchste Zeit, nochmal vorbeizuschauen. Freizeitparkbesuche gehören zu unseren Hobbies, daher haben wir schon einige besucht, darunter auch "Efteling" in den Niederlanden. Wir haben bereits über unsere jeweiligen Top 5 Attraktionen in diesem Park geschrieben. Im heutigen Post über den "Europa-Park" stelle ich euch wieder meine liebsten rasantesten Attraktionen vor, während Katrin in ihrer kommenden "Watch.Read.List." ihre spaßigsten Fahrten präsentieren wird.


5. Poseidon (Wasserachterbahn)

Das Ende der spaßigen Fahrt
Foto: Laura Bremer
Ich habe erst bei meiner Recherche für diesen Post herausgefunden, dass diese Wasserachterbahn bereits 18 Jahre alt ist! Das hätte ich nicht erwartet, weil sie immer noch einen sehr modernen Eindruck macht. Ich finde die Thematisierung der Attraktion ganz gelungen und sie passt zum Themenbereich Griechenland genauso wie zum Namen der Fahrt. Ich mag vor allem die Station, aus der die Boote heraus- und am Ende wieder hineinfahren. Sie erinnert an einen alten griechischen Tempel und sieht einfach sehr stimmig aus. Ich bin ein Fan von Attraktionen, die eine Mischung aus Achter- und Wasserbahn sind. Daher musste diese Fahrt unbedingt in meine Liste, auch wenn die Höchstgeschwindigkeit "nur" bei 70 Stundenkilometern liegt. Anders als beim "Fliegenden Holländer", ebenfalls eine tolle Wasserachterbahn im niederländischen Park "Efteling", hat "Poseidon" eine deutlich längere Fahrtzeit. Außerdem sind die Abfahrten viel intensiver und steiler, besonders die letzte. Insgesamt bietet diese Bahn eine schöne und temporeiche Fahrt, bei der man auch ziemlich nass werden kann. 

4. Silver Star (Hyper Coaster)

Ganz schön hoch
Foto: Laura Bremer
2002 wurde dieser Hyper Coaster (darunter fallen alle Achterbahnen, deren Höhe zwischen 61 und 91 Meter liegt) eröffnet und wird von “Mercedes Benz“ gesponsert - daher auch der "kreative" Name Silver Star. Sie ist mit 73 Metern die höchste Achterbahn Deutschlands und kommt außerdem auf Geschwindigkeiten von bis zu 130 Kilometern pro Stunde. Der größte Pluspunkt bei dieser Bahn ist für mich definitiv die Höhe. Die Abfahrt aus fast 70 Metern ist schon ziemlich spektakulär. Auch die Geschwindigkeit lässt den Adrenalinspiegel schnell ansteigen und die Airtime-Momente sind richtig intensiv. Das hier ist definitiv eine Thrill-Attraktion. Warum "Silver Star" nur auf dem vierten Platz gelandet ist, liegt daran, dass die Fahrt im Vergleich zu anderen keinen so großen Spaßfaktor mit sich bringt. Der Streckenverlauf ist relativ unspektakulär und bietet nur wenig Elemente. Außerdem ist so gut wie keine Gestaltung vorhanden - die Bahn selber steht komplett nackt da. Dass die Besucher in der Warteschlange eine “Mercedes Benz“-Ausstellung sehen, möchte ich nicht wirklich als Thematisierung bezeichnen. Für mich sind besonders der Spaßfaktor und eine abwechslungsreiche Streckenführung wichtiger als purer Thrill, daher liegen immer noch drei andere Attraktionen vor diesem Hyper Coaster.

3. Euro Mir (Spinning Coaster)

Die Spiegeltürme sehen bei Sonnenschein richtig schön aus
Foto: Laura Bremer
Dieser Spinning Coaster ist noch älter als Platz fünf meiner Liste. Die Achterbahn, bei der sich die Waggons während der Fahrt um sich selbst drehen, feierte 1997 ihre Eröffnung. Auch wenn "Euro Mir" eine Höchstgeschwindigkeit von gerade mal 80 Stundenkilometern hat, kommt hier durch die Drehungen und den tollen Streckenverlauf sehr viel Spaß auf. Besonders wenn man rückwärts fährt, kann man ganz schon durchgeschüttelt werden. Ein bisschen antiklimaktisch ist allerdings die Auffahrt. Die Fahrtzeit dauert insgesamt über vier Minuten - ganz schön lange, könnte man meinen. Die meiste Zeit geht allerdings dafür drauf, an den höchsten Punkt zu gelangen. Bis dahin fahren die Besucher eine ganze Weile gemächlich nach oben, während sie von Technomusik beschallt werden (wer sich das Lied anhören will, hier gibt's einen YouTube Link). Alles danach ist aber fantastisch. Ein Highlight sind auf jeden Fall die gigantischen Spiegeltürme, um die die Strecke verläuft. Die sehen nicht nur optisch von außen richtig toll aus, es ist auch lustig, sich selbst darin zu sehen, während man fährt. 

2. Wodan (Holzachterbahn)

Auch optisch ein Hingucker
Foto: Laura Bremer
Im Jahr 2012 eröffnete der "Europa-Park" im Themenbereich Island die Holzachterbahn "Wodan". Als Besucher sieht man vor allem beim Eingang eine schöne Thematisierung. Dort steht ein gigantischer Torbogen, der im nordischen Stil designt ist und von zwei Wikingerfiguren "bewacht" wird. Das wirkt ziemlich beeindruckend. Die normale Warteschlange ist wohl auch thematisiert und führt die Besucher durch die nordische Mythologie. Da ich aber bei beiden Besuchen die Single-Rider-Line gewählt habe, kann ich nicht beurteilen, wie detailreich alles hergerichtet ist. Diese Attraktion ist neben "Colossos" im "Heide Park" und "Joris en de Draak" in "Efteling" mein liebster Wooden Coaster, wobei ich zugeben muss, dass die Fahrt etwas ruckeliger war, als ich es noch 2013 empfunden habe. Das kann aber auch daran liegen, dass ich fünf Jahre jünger war. Trotzdem macht diese Achterbahn immer noch richtig viel Spaß. Es wird dabei ziemlich rasant, weil die Höchstgeschwindigkeit bei rund 100 Stundenkilometern liegt. Dieses Tempo merkt man besonders bei den Richtungswechseln und Airtime-Momenten. Außerdem dauert die Fahrt auch relativ lange, was das Fahrerlebnis noch besser macht. 

1. Blue Fire (Launch Coaster)

Der Looping ist nur eines von vielen coolen Elementen
Foto: Laura Bremer
Mein erster Platz befindet sich genauso wie "Wodan" im isländischen Themenbereich des Parks und wurde 2009 eröffnet. Ähnlich wie bei "Silver Star" ist die Namensgebung auch hier sehr "kreativ" gewählt. Denn diese Bahn wird von dem Erdgasförderungsunternehmen "Gazprom" gesponsert und heißt deshalb "blaues Feuer" - eben wie eine Gasflamme. Die Thematisierung ist zwar auch eher schwach, dafür steht der Coaster wenigstens nicht komplett nackt in der Gegend herum. Es wurde viel Grün gepflanzt und die Besucher fahren an großen Felsen vorbei und sogar durch manche hindurch. Ich mag zwar Holzachterbahnen schon richtig gerne, aber Launch Coaster können mich noch mehr begeistern. Schon bei unserem ersten Besuch 2013 war diese Attraktion mein absolutes Highlight und auch nach fünf Jahren ist sie mein Favorit, wenn es um Geschwindigkeit und Spaß geht. Genauso wie "Wodan" liegt die Höchstgeschwindigkeit bei 100 Stundenkilometern, aber der Spaßfaktor ist nochmal deutlich größer. Das liegt vor allem an den vielen abwechslungsreichen und intensiven Elementen, zum Beispiel der gigantische, über 30 Meter hohe Looping oder die Heartline-Roll zum Schluss (bei der die Fahrgäste einmal komplett um die Herzlinie (der gedachte Weg, den das Herz eines Passagiers während einer Achterbahnfahrt zurücklegt) gedreht werden). Hinzu kommt, dass die Fahrtzeit relativ lange ist und nicht nach Gefühl 30 Sekunden wieder vorbei ist. Mir macht diese Fahrt einfach richtig viel Spaß und ich verlasse sie immer mit einem Lächeln im Gesicht. 


Das waren meine Top 5 der rasantesten "Europa-Park"-Attraktionen. Habt ihr diesen Freizeitpark auch schon mal besucht? Was sind eure Favoriten, wenn es um Geschwindigkeit geht? Schreibt es gerne in die Kommentare.

Folgt uns auf FacebookInstagram und Twitter, um auch kommende Posts nicht zu verpassen.


Donnerstag, 10. Mai 2018

Tatort: Sonnenwende - Rezension

Der Mord zum Sonntag hat Tradition, deshalb sind auch wir mit Rezension und Live-Tweets (@WatchReadTalkdabei.


Die Schülerin Sonnhild Böttger (Gro Swantje Kohlhof) bricht im Unterricht zusammen. Kurze Zeit später ist sie tot - an Diabetes gestorben. Die Ermittler aus dem Schwarzwald sollen herausfinden, ob eine falsche Behandlung die Ursache war. Kommissar Friedemann Berg (Hans-Jochen Wagner) kennt Sonnhilds Vater Volkmar (Nicki von Tempelhoff) aus der Schulzeit und ist begeistert, wie traditionell und prinzipientreu die Familie auf ihrem Bauernhof lebt. Kurz darauf bestätigt Rechtsmedizinerin Dr. Andrea Brunner (Christina Große, Das Leben danach), dass Sonnhild nicht infolge einer falschen Behandlung gestorben ist. Friedemann freut sich, dass sein alter Freund nun in Ruhe mit seiner Frau Almut (Alexandra Schalaudek) und dem Rest der Familie trauern kann. Kommissarin Franziska Tobler (Eva Löbau) setzt jedoch alles daran, die Ermittlungen fortzusetzen. In ihren Augen stimmt etwas auf dem Hof nicht: Besonders Sonnhilds Verlobter Torsten Schmidt (David Zimmerschied) und ihre jüngere Schwester Mechthild (Janina Fautz, Allein gegen die Zeit) verhalten sich seltsam. Gegen den Willen ihres Kollegen durchleuchtet Franziska das Leben der Böttgers und deckt Beunruhigendes auf.

Die Namen sollten Hinweis genug sein

Die "Franz" und der "Frieda" (v.l.)
Foto: SWR
...wenn man frühzeitig erraten möchte, was genau auf dem Bauernhof nicht stimmt. In dieser Hinsicht streut Drehbuchautor Patrick Brunken so viele Hinweise ein, dass die Auflösung mehr Bestätigung als Enthüllung ist: Die Böttgers sind Nationalisten, die bei der Ernte gerne Lieder aus dem Dritten Reich singen und es in Ordnung finden, wenn ihre kleine Tochter Elfrun in der Schule Bilder malt, auf denen Wikinger Flüchtlinge ertränken wollen (Tobler: "Und die Eltern, was sagen die dazu?" Lehrerin Eisele (Ursula Renneke): "Die sagen, Elfrun sei von Flüchtlingen begrapscht worden und das sei ihre Art das zu verarbeiten. Elfrun selbst durften wir dazu aber nicht befragen."). Zum Teil klingen die inbrünstigen Reden über "Artglauben", "Umvolkung" und "Volkstod" ein wenig zu klischeehaft. Im Zusammenspiel mit der kargen Umgebung und den eigenbrötlerischen Charakteren erzeugen sie jedoch eine herrlich bedrohliche Stimmung. Zum ersten Mal seit vielen Wochen hat der Sonntagskrimi das Potenzial, dem Zuschauer einen Schauer über den Rücken zu jagen. Das liegt nicht nur an den Verdächtigen, sondern auch am Kommissar. Berg stimmt mit einigen Aussagen der Böttgers überein - zum Schrecken seiner Kollegin. In ihrem überdurchschnittlich guten ersten Fall "Goldbach" waren die beiden eine problemlos funktionierende Einheit. In der zweiten Folge fliegen nun kurzzeitig die Fetzen. Was bei vielen anderen Teams unnötiges, sperriges Drama ist, fügt sich hier nahtlos in die Krimihandlung ein. Denn der Konflikt der Ermittler wirkt nicht konstruiert, sondern ehrlich: Berg ist selbst auf einem Bauernhof groß geworden und versucht verzweifelt, diesen am Laufen zu halten. Tobler hingegen kommt aus der Stadt und kann sein Engagement nicht so richtig verstehen. Ihre unterschiedlichen Sichtweisen sind nachvollziehbar und werden relativ wertfrei dargestellt. Nachdem sich die beiden ordentlich die Meinung gesagt haben, beenden sie ihren Streit auch schnell wieder. Ihre Beziehung zueinander erscheint natürlich, ungezwungen und realitätsnah - Qualitäten, die vielen anderen Teams fehlen: Sie unterstützen sich so gut es geht (Tobler: "Erntest du nicht auch bald wieder deine kleinen Knubbeldinger?" Berg: "Zibärtle." Tobler: "Ja, brauchst du da wieder Hilfe?") und nennen sich liebevoll "Franz" und "Frieda".

Den Staatsschutz einfach wegdenken!

Tobler (l.) traut der Böttger-Sippe nicht wirklich
Foto: SWR
Während die Gesinnung der Böttgers schnell offensichtlich ist, bleibt lange im Dunklen, ob es tatsächlich einen Mordfall gibt und wenn ja, was mit Sonnhild geschehen ist. Ein interessanter Ansatz, durch den die Handlung größtenteils spannend bleibt und viele Möglichkeiten offen hält. Leider belässt es Drehbuchautor Brunken nicht bei einem kontroversen Familiendrama. Zu Beginn des "Tatorts" hört Tobler Radionachrichten, in denen über einen Mordprozess berichtet wird. In Fernsehkrimis ist es praktisch eine ungeschriebene Regel, dass sämtliche thematisierten Todesfälle irgendetwas mit dem Fall zu tun haben müssen. So wird es vermutlich kaum jemanden überraschen, dass der Gerichtsprozess später noch eine wichtige Rolle spielt. An dieser Stelle verstrickt sich "Sonnenwende" im ambitionierten Versuch, die Machenschaften des Staatsschutzes zu integrieren. Statt auf einem düsteren Bauernhof im Niemandsland, sitzt Tobler dann im 08/15-Büro des Staatsschutzmitarbeiters Harald Schaffel (Jörg Witte). Dieser plötzliche Umbruch tut weder der Stimmung, noch der Spannungskurve gut. Zudem wird die Geschichte dadurch nur unnötig verkompliziert und gestreckt.
Was haben Mechthild und Torsten zu verbergen?
Foto: SWR
Die Stärke des zweiten Schwarzwald-"Tatorts" sind seine Figuren. Einerseits die Kommissare, deren realistische, bodenständige Art vor allem in der letzten Szene des Krimis verdeutlicht wird. Andererseits werden ihnen starke Episodencharaktere zur Seite gestellt. Sonnhilds Mutter Almut ist die einzige, die recht blass bleibt und meist auf traurige Blicke und Tränen reduziert wird. Mechthild, Volkmar und Torsten sind interessanter und vor allem komplexer, denn sie haben zwei Gesichter: Auf der einen Seite sind sie die bienenfleißigen, bescheidenden Öko-Fans, die an die Prepper-Familie aus dem "Polizeiruf 110: Demokratie stirbt in Finsternis" vor zwei Wochen erinnern. Auf der anderen Seite können sie mit freundlich lächelndem Blick über die Überlegenheit des deutschen Erbguts fantasieren oder für ihren Lebensstil völlig untypische Geheimnisse verbergen. Mit Dr. Andrea Brunner gibt es zudem einen Charakter, der für eine Überraschung gut ist. Normalerweise sind die Rechtsmediziner in Krimis nur schmückendes Beiwerk neben den Kommissaren, doch Brunner ist letztendlich ein wichtiges Puzzlestück. Ihre Position bleibt zwar bis zum Ende recht nebulös, doch die ungewöhnliche Wendung ist begrüßenswert.

Fazit

"Sonnenwende" hält das leicht überdurchschnittliche Niveau seines Vorgängers. Die Protagonisten sind weiterhin realistische Charaktere, die nachvollziehbar handeln und gut in ihr Umfeld passen. Auch die Nebenfiguren sind in diesem Krimi größtenteils gelungen. Durch ihre Schwankungen zwischen gastfreundlichen Öko-Fans und hasserfüllten Nationalisten sind sie unberechenbar und damit wirklich spannend. Die generell sehr düstere, rustikale Atmosphäre des "Tatorts" trägt ebenfalls zum Nervenkitzel bei. Leider verliert sich dieser Effekt im Laufe des Films, wenn plötzlich weit weniger glaubwürdige Aspekte dazukommen. Diese krassen Unterschiede zwischen den verschiedenen Schauplätzen sind hinderlich für Stimmung und Handlung. Die Auflösung ist jedoch wieder ein Lichtblick, weil erst dann der genaue Tathergang rekonstruiert wird. Wer genau der Mörder war, ist da fast nur noch eine Randnotiz.


Nächste Woche Sonntag wird der Münchener "Tatort: Aus der Tiefe der Zeit" von 2013 wiederholt. 
An Pfingstmontag gibt es dann eine neue Erstausstrahlung. In "Wer jetzt alleine ist" müssen die Dresdner Kommissarinnen den Mörder einer 22-Jährigen finden, die auf einem Datingportal zahlreiche Männer um ihr Geld betrogen haben soll. Aus Mangel an Beweisen verabreden sich Henni Sieland (Alwara Höfels) und Karin Gorniak (Karin Hanczewski) mit den beiden Hauptverdächtigen. Dabei bringen sie sich in Lebensgefahr.

Folgt uns auf FacebookTwitter und Instagram, um diese und weitere Rezensionen nicht zu verpassen.
Alle bisherigen Posts zum Thema "TV" findet ihr hier.


Dienstag, 8. Mai 2018

The Rain (Serie) - Watch.Read.Discuss. [D/E]

The following discussion of the "Netflix" TV show "The Rain" is also available in English. Please scroll down for the English version.

Deutsch


- Der folgende Text enthält Spoiler -


Im September haben wir die wenigen Stärken und vielen Schwächen der damals frisch erschienenen "Netflix"-Serie "The Mist" diskutiert (klickt hier um zum Post zu gelangen). Vor wenigen Tagen hat der Streaming-Anbieter eine weitere Sendung über tödliche Wetterveränderungen veröffentlicht: "The Rain". Es ist gleichzeitig auch das erste dänische "Netflix Original". Also mehr als genug Gründe für eine neue Ausgabe unserer Reihe "Watch.Read.Discuss.", in der wir Autoren einige Fragen zum selben Medium diskutieren (hier kommt ihr zu allen vorherigen Teilen - zum Beispiel über "Ku'damm 59", "Dark" oder "Greatest Showman").

Einer nerviger als der andere...
Foto: Netflix
Das Leben der pubertierenden Simone (Alba August) verändert sich schlagartig, als ihr Vater Frederik (Lars Simonsen) sie kurz vor einer wichtigen Prüfung aus der Schule zerrt. Im Auto warten bereits ihre Mutter Ellen (Iben Hjejle) und ihr kleiner Bruder Rasmus (Bertil De Lorenzi). Hektisch flieht die Familie und schlägt sich schließlich zu Fuß bis zu einem unterirdischen Bunker durch. Frederik berichtet seiner Tochter, dass sich ein tödlicher und hochgradig ansteckender Virus im derzeit fallenden Regen befindet. Er werde fortgehen und nach einem Heilmittel suchen. Solange müsse sie auf ihren Bruder aufpassen, da er der Schlüssel zur Rettung sei. Noch am selben Tag stirbt Ellen, als sie beim Kampf gegen einen Eindringling in Berührung mit dem Regen kommt. Die beiden Kinder bleiben alleine zurück und warten auf die Rückkehr ihres Vaters. Nach über fünf Jahren neigen sich die Vorräte im Bunker dem Ende zu und die Geschwister entscheiden, ihr unfreiwilliges Zuhause zu verlassen. Wenig später werden sie von einigen Überlebenden überfallen. Da Simone weiß, wo weitere Nahrungsvorräte zu finden sind, entschließt sich Anführer Martin (Mikkel Boe Følsgaard) dazu, sie und Rasmus (jetzt: Lucas Lynggaard Tønnesen) mitzunehmen. Die Gruppe, zu der noch Patrick (Lukas Løkken), Lea (Jessica Dinnage), Jean (Sonny Lindberg) und Beatrice (Angela Bundalovic) gehören, macht sich auf die Suche nach Lebensmitteln und Antworten.


Wie seid ihr auf die Serie aufmerksam geworden und warum wolltet ihr sie gucken?

Katrin: Für "The Rain" wurde online exzessiv Werbung gemacht. Kaum war der Teasertrailer veröffentlicht, wurde er mir schon in sämtlichen sozialen Netzwerken angezeigt - da gab es kein Entkommen. Die Ausschnitte sahen vielversprechend aus und die Handlung klang trotz des ausgelutschten "eine Gruppe Teenager muss in einer dystopischen Welt überleben"-Konzepts ganz interessant. 

Laura: Ich habe den Trailer schon vor einer Weile gesehen, die Serie dann aber erst mal wieder vergessen. Kurz vor dem Start habe ich ihn durch Zufall nochmal gesehen und ziemlich spontan entschieden, die Sendung zu schauen. Mich hat die Idee mit dem Regen als Bedrohung interessiert. Ich war vor allem neugierig darauf, wie genau sie umgesetzt wurde.

Wurden eure Erwartungen erfüllt?

Ein Leben im Bunker stand bei Simone nicht auf dem Plan
Foto: Netflix
Katrin: "The Mist" ging in eine sehr ähnliche Richtung und die Serie hat mich weitestgehend enttäuscht, daher bin ich praktisch ohne Erwartungen an "The Rain" herangegangen. Ich habe mich später trotzdem geärgert und der verschwendeten Zeit hinterhergetrauert. Wenn Laura und ich nicht diesen Post geplant hätten, hätte ich die Sendung garantiert abgebrochen. Ich habe zwar schon häufig Formate rezensiert, die mir nicht gefallen haben, doch dieses hier hat mich noch zusätzlich furchtbar gelangweilt und aufgeregt.

Laura: Ich habe damit gerechnet, dass der Regen mehr im Fokus stehen würde. Stattdessen spielt er gar keine so große Rolle. Er ist quasi nach der ersten Folge der harmloseste "Gegner". Es geht vielmehr um das Überleben an sich, weil es kaum Essen gibt und eine organisierte Gruppe jeden umbringt, der infiziert sein könnte. Eben ein typisches Endzeit-Szenario. Auch nicht sehr viel außergewöhnlicher ist die klassische Suche nach einem Familienmitglied, hier dem Vater von Simone und Rasmus. Ich dachte, die Serie würde etwas ausgefallener sein, dreht sich aber eher um bekannte Ideen. 

Hebt sich "The Rain" von anderen Serien ab, die ihr gesehen habt?

Katrin: Nein, überhaupt nicht. Es gibt Dutzende Filme und Serien über Dystopien, in denen eine Gruppe Jugendlicher ums Überleben kämpft und nebenher mit mehr oder weniger typischen Problemen des Älterwerdens konfrontiert wird. "The Rain" unterscheidet sich in keinster Weise von ihnen. Die meisten Erwachsenen sind sofort qualvoll gestorben, doch die Teenies schaffen es seit Jahren alleine zu überleben; ein übermächtiger Konzern, der für den Untergang der Welt verantwortlich ist und auch noch nach der großen Katastrophe normal weitermacht; eine starke und gutherzige Protagonistin, die sich in den mysteriösen, introvertierten Anführer der Rebellen verliebt... all das war schon in unzähligen anderen Formaten zu sehen. Die ganze Serie wirkt wie ein liebloser Versuch, den längst abgeflauten Trend, der mit "The Hunger Games" gestartet ist, aufzuwärmen. Mit einigen unvorhersehbaren Wendungen, vielschichtigen Charakteren und innovativen Ideen hätte daraus vielleicht noch eine passable Sendung werden können, doch es gibt nichts dergleichen.

Laura: Ich finde auch nicht, dass die Sendung irgendetwas Neues zu bieten hat. Tatsächlich wurde ich an einigen Stellen sogar an eine spezielle Serie erinnert: "The Walking Dead". Besonders als sich herausstellt, dass die "netten" Menschen in Wahrheit Kannibalen sind. Mir war schon bei der Begrüßung klar, dass mit denen etwas nicht stimmt. Warum? Weil ich sofort an die populäre Zombie-Sendung denken musste. Da treffen die Protagonisten ebenfalls ständig auf vermeintlich gute Menschen, die am Ende doch die Bösen sind. An sich muss die Ähnlichkeit nichts Schlechtes sein. Allerdings tut der dänischen Serie der Vergleich mit "The Walking Dead" überhaupt nicht gut, weil sie nicht mithalten kann. Das liegt vor allem daran, dass die Charaktere einfach nicht interessant und komplex genug sind. Eine Geschichte, in der es oft darum geht, dass die Figuren durch die Gegend laufen und sonst nichts passiert, braucht vielschichtige Protagonisten. Sonst langweilt sich der Zuschauer irgendwann. Leider bleiben die Personen hier alle viel zu blass. Die einzigen Konflikte in der Gruppe sind Liebesdramen, Eifersucht und Meinungsverschiedenheiten und die werden alle nicht besonders mitreißend erzählt. Zwischendurch gibt es dann diese beinahe absurden Szenen, in denen alle vollkommen überdreht herumhüpfen, als hätten sie den Spaß ihres Lebens. Das ist ein zu krasser Gegensatz zu der sonst sehr düsteren Stimmung und will für mich einfach nicht passen. "The Walking Dead" ist da hundertmal besser. Leider kann die Serie daher für mich nichts Besonderes bieten und hebt sich auch nicht von anderen Sendungen ab. 

Was hat euch noch an den Charakteren gestört?

Wer möchte das Alter der Charaktere erraten?
Foto: Netflix
Laura: Der Zuschauer hat keine Ahnung, wie alt sie sein sollen. Das hat mich ständig irritiert. Vor allem die Liebesgeschichte zwischen Rasmus und Beatrice fand ich die ganze Zeit ziemlich merkwürdig. Die Rückblenden machen teilweise auch keinen Sinn. Lea und Patrick sehen nach sechs Jahren immer noch genauso aus. Wie kann das sein? Simone hat einen anderen Haarschnitt, das war es dann aber auch. Ich habe mich andauernd gefragt, wieso nicht drei Jahre zwischen der Katastrophe und der Gegenwart vergangen sein können. Dann wären zumindest die scheinbar nicht alternden Figuren etwas glaubwürdiger.

Katrin: Genau wie Laura hat es mich kolossal gestört, dass der Zuschauer nicht erfährt, wie alt die Weggefährten von Simone und Rasmus sind. Lea ginge als 14 durch, während Martin schon Ende 30 sein könnte. Ihre Vorgeschichten lassen zwar auf ihr ungefähres Alter schließen, doch die Schauspieler passen vom Aussehen her nicht dazu. Besonders die Beziehung zwischen dem 15- oder 16-jährigen Rasmus und der deutlich älter wirkenden Beatrice erscheint in dieser Hinsicht sehr komisch. Außerdem sind alle Figuren unglaublich einseitig und klischeehaft. Die Gruppe besteht aus - wie sollte es anders sein - einem vermeintlich starken Anführer, einem aufbrausenden Kiffer, einer hübschen Verführerin, einem planlosen Trottel und einem gottesfürchtigen Mauerblümchen, das alle beschützen wollen. Mit Ausnahme von Letztgenannter, die zwischendurch auch für sie eher untypische Entscheidungen trifft, handeln alle Charaktere genauso, wie es ihr oberflächliches Rollenprofil vorgibt. Das ist langweilig, vorhersehbar und einfallslos. Genauso wie ihre unglaublich tragischen Vorgeschichten, die zwar zu Beginn der Folgen gezeigt, danach aber nicht mehr thematisiert werden und die Figuren kaum in der Gegenwart beeinflussen.

Welche Szene hat euch am wenigsten gefallen?

Katrin: Absolut jede, in der der jugendliche Rasmus vorkommt. Er trifft eine saudumme Entscheidung nach der anderen, motzt herum und bringt die Gruppe ständig in Gefahr, ohne dafür irgendwelche Konsequenzen tragen zu müssen. Schade, denn den zehnjährigen Rasmus fand ich klasse! Außerdem die komplette Folge, in der die Protagonisten kurz einer Kannibalen-Sekte beitreten. Die Sequenz ist  einfach nur seltsam und zeigt nachdrücklich, wie unglaublich dumm und naiv die Teenager sind. Müsste ich eine bestimmte Szene wählen, dann die, in der Rasmus um Beatrice trauert und jeden Lebenswillen verliert. Mehr Melodramatik geht kaum noch - "Die Leiden des jungen Werthers" lassen grüßen.

Laura: Als Simone das erste Mal nach sechs Jahren den Bunker verlässt. Es ist stockdunkel und sie rennt wer weiß wohin, schafft es aber trotzdem wieder ohne Probleme zum Bunker zurück. Was ist das bitte für ein krasser Orientierungssinn? Generell ist es nicht logisch, dass sie die Lage aller Bunker im Kopf haben soll und außerdem genau weiß, wie sie dort hinkommt. Das hat mich die ganze Zeit ziemlich genervt. Eigentlich hätte das ein Aspekt sein müssen, der die Figuren vor Hindernisse stellt, ist es aber nicht, einfach weil Simone es kann. Es scheint fast so, als hätten die Serienmacher keine Lust darauf gehabt, sich mit diesem Problem auseinanderzusetzen. Denn einem Charakter ohne jegliche Erklärung einen so außergewöhnlichen Orientierungssinn zu geben, ist eine ziemlich einfache, aber auch unglaubwürdige Lösung.

Und welche am besten?

Katrin: Die Szenen zwischen Simone und dem kleinen Rasmus zu Beginn der Serie. Die Chemie zwischen den beiden ist klasse, genauso wie die schauspielerische Leistung. Es gibt viele anrührende, stimmige Momente, wie die gemeinsame Trauer um ihre Mutter oder eine spontane Tanzparty zur Aufmunterung. Außerdem ist es interessant zu sehen, wie Simone, die gerade noch Schulprojekte und ein Date im Kopf hatte, sich mit der Situation arrangieren muss, plötzlich allein verantwortlich für ihren kleinen Bruder zu sein.

Laura: Mich konnte keine so richtig begeistern. Ganz gut fand ich aber die Szenen, in denen Martin misstrauisch wird und bei der Sekte herumspioniert. Wenigstens eine Person, die merkt hat, wie merkwürdig die Menschen dort sind! Außerdem ist er nicht so dumm, dass er von einem der Bewohner gefunden und niedergeschlagen wird. Das habe ich schon fast kommen sehen, aber zum Glück ist es nicht passiert.

Was hättet ihr an der Geschichte verändert?

Simone muss viel Schlimmes mitansehen
Foto: Netflix
Katrin: Auf jeden Fall hätte ich mir ein Alleinstellungsmerkmal überlegt, mit der ich die Sendung von den vielen ähnlichen Erzählungen abgegrenzt hätte. Zudem hätte ich die Charaktere und die Handlung weniger klischeehaft gestaltet und auf viele übertrieben melodramatische und schräge Momente verzichtet. Außerdem hätte ich das isolierte Leben im Bunker länger beleuchtet und dafür die Probleme innerhalb der Gruppe drastisch reduziert.

Laura: Den Verlauf der Geschichte finde ich gar nicht so schlecht, abgesehen von der komischen Romanze zwischen Rasmus und Beatrice. Der hätte ich weniger Screentime gegeben. Ansonsten hätte ich wahrscheinlich nichts verändert. Es geht mir mehr darum, wie die Geschichte umgesetzt wurde. Für mich kam erst in den letzten zwei Folgen etwas Spannung auf. Ich war allerdings auch dann weit davon entfernt, richtig mitzufiebern. Wenn die Charaktere interessanter gewesen und die Konflikte spannender gestaltet worden wären, hätte das der ganzen Serie viel gegeben.

Last, but not least: Was versprecht ihr euch von einer zweiten Staffel?

Katrin: Da "The Mist" nach nur einer Staffel gecancelt wurde, kann ich mir nicht vorstellen, dass "The Rain" fortgesetzt wird. Beide Serien richten sich an ein sehr ähnliches Publikum und Letztere hat zudem den Nachteil, das sie für den internationalen Markt übersetzt beziehungsweise untertitelt werden muss. Falls es weitere Folgen geben sollte, würde ich auf eine spannendere, abwechslungsreichere und innovativere Handlung hoffen. Aber ehrlich gesagt: Ich glaube nicht, dass ich mir eine zweite Staffel überhaupt anschauen würde.

Laura: Ich bin mir auch nicht sicher, ob ich einer möglichen Fortsetzung eine Chance geben würde. Es wäre toll, wenn sie etwas Neues bieten würde und nicht nach demselben Schema abläuft wie die erste Staffel. Außerdem sollten die Charaktere weiter ausgearbeitet und vor allem die Gruppendynamik verbessert werden.


Habt ihr "The Rain" schon gesehen? Wie hättet ihr geantwortet? Teilt es uns in den Kommentaren mit. 

Folgt uns auf FacebookTwitter und Instagram, um weitere Rezensionen nicht zu verpassen. Alle bisherigen Posts zum Thema "TV" findet ihr hier.


_____________________________________________________________________________________________

English


-The following text contains spoilers -


In September we discussed the few strenghts and many weaknesses of the "Netflix" show "The Mist" (you can find the post here). A few days ago the streaming service published another series about deadly weather changes: "The Rain". It's also the first Danish "Netflix Original". So more than enough reasons for another issue of our series "Watch.Read.Discuss.", in which we authors discuss some questions about the same medium (click here to see all the other parts - for example about "Dark" or "Greatest Showman").

One more annoying than the other...
Photo: Netflix
The life of teenager Simone (Alba August) changes drastically when her father Frederik (Lars Simonsen) drags her out of school right before an important exam. Her mother Ellen (Iben Hjejle) and her little brother Rasmus (Bertil De Lorenzi) are already waiting in the car. The family flees in a rush and eventually finds its way to an underground bunker. Frederik tells his daughter that a deadly and highly contagious virus is carried by the currenty falling rain. He is going to leave and search for a cure. Until he returns she has to take care of her brother, because apparenty he is the key to saving humanity. Ellen dies the same day as she comes in contact with the rain while fighting an intruder. The children are left alone, waiting for their father to come back. After more than five years the supplies in the bunker are nearly gone and the siblings decide to leave their unintentional home. Shortly after they get attacked by some survivors. Since Simone knows where to find more food supplies, the leader Martin (Mikkel Boe Følsgaard) decides to take her and Rasmus (now: Lucas Lynggaard Tønnesen) with them. The group, that also includes Patrick (Lukas Løkken), Lea (Jessica Dinnage), Jean (Sonny Lindberg) and Beatrice (Angela Bundalovic), starts their search for food and answers.


When did you become aware of the series and why did you want to watch it?

Katrin: "The Rain" was heavily advertised. The moment the teaser trailer got released, it was all over my social media - there was no escape. It looked promising and the plot seemed to be kind of interesting despite the overused "a group of teenagers has to survive in a dystopian world" concept.

Laura: I watched the trailer some time ago, but forgot about the series. Shortly before the release I saw it again and decided rather spontaneously to give it a try. I especially liked the idea of rain as a deadly threat. I was curios how the series had implemented it. 

Did the show live up to your expectations?

A life in a bunker wasn't part of Simone's plans
Photo: Netflix
Katrin: "The Mist" went into a quite similiar direction and I was pretty disappointed by the series. That's why I basically had no expectations for "The Rain". It managed to bother me and I mourned the wasted time. If Laura and I hadn't planned this post, I definitely would have quit the series. Although I review formats I didn't like quite often, I got exceptionally bored and angry watching this one.

Laura: I expected the rain to be the center of the show. Instead its role is very small and it quickly becomes the most harmless "opponent". The story is more about the basic survival since food is rare and there is an organised group that kills everyone who might be infected with the virus. It's a typical apocalyptic scenario. Then there's the classic search for a family member - in this case the father of Simone and Rasmus - which isn't very exceptional either. I thought the series would be a bit more unusual, but it's mainly made up of overused ideas.

Does "The Rain" stand out from other shows that you've watched?

Katrin: No, not at all! There a dozens of dystopian movies and shows, where a group of teenagers has to fight for survival and deal with more or less typical coming of age problems at the same time. "The Rain" isn't different from those in any way. Most adults immediately died in a painful way, but the teenagers managed to survive alone for years; a powerful corporation is responsible for the apocalypse and continues to operate normally even after the great catastrophe; a strong and kind-hearted protagonist falls in love with the mysterious, introverted leader of the rebels... all of that was already shown in other media. The whole series seems like a half-hearted attempt to warm up the already fading trend, which started with "The Hunger Games". Some unpredictable twists, complex characters and innovative ideas could've made it into an okay show. Sadly, there isn't any of that.

Laura: I also don't think that the series has some new aspects. In fact I was reminded of a certain show while watching some scenes: "The Walking Dead". Especially when the "good" people turn out to be cannibals. I already knew that something was up when they welcomed the group of teenagers. Why? Because my thoughts immediately went to the popular zombie series. There the protagonists also meet alleged good people who are the bad guys in the end. This similarity doesn't have to be a bad thing. But the comparison with "The Walking Dead" doesn't do the Danish show any good, because it can't keep up with it. The main problem: The characters are neither interesting nor complex. A story that often has the characters just walking around with not much more happening needs complex protagonists. Otherwise the viewers will get bored at some point. Unfortunatley the characters in "The Rain" stay one-dimensional. The only conflicts within the group are love dramas, jealousy and random disagreements and none of these are told in a thrilling way. Then there are some almost absurd scenes in which everyone is hyped and jumping aroung as if they're having the time of their lives. In comparison to the otherwise dark mood this contrast is way too extreme and just doesn't seem to fit in my eyes. "The Walking Dead" is a hundred times better. Therefore the series isn't special and doesn't stand out from other shows.

What else bothered you about the characters?

Who wants to guess the characters' ages?
Photo: Netflix
Laura: The viewer has no clue about the characters' ages. This was constantly irritating me. Especially the love story between Rasmus and Beatrice was kind of strange in my eyes. Some of the flashbacks don't make much sense either. Lea and Patrick look exactly the same after six years. How's that even possible? Simone's got a new haircut, but that's about it. All the time I was asking myself why they didn't make the difference between the catastrophe and present day shorter, maybe like three years. At least the seemingly not aging characters would be a little more believable.

Katrin: Like Laura, it bothered me immensely that the viewer doesn't know how old Simone's and Rasmus' companions are. Lea could be 14 while Martin could be in his late 30s. Their backstories hint their age but the actors' appearances don't fit. Especially the relationship between 15- or 16-year-old Rasmus and Beatrice, who looks much older, seems really weird in this regard. Furthermore all characters are incredibly one-sided and stereotypical. The group consists of  - how could it be different - a supposedly strong leader, a short-tempered pothead, a pretty seducer, a clueless idiot and a religious wallflower, who everyone wants to protect. Every character acts exactly like their superficial character profile tells them to, with exception of the latter who makes rather untypical decisions sometimes. This is boring, predictable and uninspired. Just as their unbelievably tragic backstories that are shown at the beginning of each episode but never addressed after that and don't really affect the present.

Which scene did you like the least?

Katrin: Every scene in which the adolescent Rasmus appears. He makes one stupid decision after the other, complains nonstop and constantly endangers the group without having to face any consequences. That's a pity, because I thought ten-year-old Rasmus was great! Furthermore the entire episode in which the protagonists briefly join a cannibalistic sect. The sequence is just weird and shows how unbelievably dumb and naive the teenagers are. If I have to choose one specific scene it would be the one in which Rasmus mourns Beatrice while losing all his will to live. Could it be more melodramatic - like straight from "The Sorrows of Young Werther".

Laura: When Simone leaves the bunker for the first time after six years. It's completely dark and she runs to god knows where, but is still able to return without any problems. What kind of crazy sense of direction is this? It also doesn't make sense that she has the location of every other bunker saved in her mind und knows exactly how to get there. This was bugging me the whole time. It should have been an aspect that challenges the characters. Instead it's no problem at all, just because Simone can do it. It seems like the showrunners didn't want to deal with this problem. To give one character such an extraordinary sense of orientation without any explanation is a simple but implausible solution.

Which scene did you like best?

Katrin: The scenes between Simone and young Rasmus at the beginning of the series. They have great chemistry and the acting is amazing. There are a lot of touching, harmonious moments - for example the joint mourning for their mother or a spontaneous dance party to cheer them up. Furthermore it's interesting to see how Simone, who just had school projects and a date on her mind, has to deal with suddenly being responsible for her little brother all by herself.

Laura: There wasn't one that could really excite me. But I quite liked the scenes in which Martin gets suspicious of the sect and wants to find out what's going on. At least one person who notices how weird those people are! Besides he isn't stupid enough to get caught and knocked out by one of the residents. I almost saw it coming, but luckily it didn't happen.

What would you have changed about the story?

Simone has to witness some terrible things
Photo: Netflix
Katrin: I definitely would've thought about a unique feature to distinguish the show from all the similar stories. Furthermore I would've made the characters and the plot less stereotypical and cut many unreasonably melodramatic and weird moments. In addition I would have shown more of the life in the bunker and reduced the problems within the group drastically. 

Laura: I think the course of the story isn't even that bad, except for the weird romance between Beatrice and Rasmus. I would 've given this part less screentime, otherwise I probably wouldn't have changed anything. It's more about the way the story got carried out. I only felt some suspense in the last two episodes. I was still far away from rooting for the characters though. If the figures were more interesting and the conflicts more thrilling the series would've been a lot better.

Last, but not least: What do you expect from a second season?

Katrin: Since "The Mist" was cancelled after one season, I doubt that "The Rain" will be continued. Both shows have a similiar target audience and the last one has the disadvantage of needing translations for the international market. If there were more episodes to come I would hope for a more exciting, varied and innovative plot. But to be honest: I don't think I would even watch a second season.

Laura: I'm also not sure if I would give a possible second season a chance. It would be great if it could offer something new and doesn't follow the same scheme as the first one. Additionally, the characters should be more elaborate. Especially the group dynamic should be improved.


Have you seen "The Rain" yet? What would have been your answers? Tell us in the comments.

Follow us on FacebookTwitter and Instagram to be notified about new stuff. Click here for all our English posts.