Sonntag, 10. Dezember 2017

Tatort: Dein Name sei Harbinger - Rezension

Der Mord zum Sonntag hat Tradition, deshalb sind auch wir mit Rezension und Live-Tweets (@WatchReadTalk) dabei.


Den Berliner Kommissaren Nina Rubin (Meret Becker) und Robert Karow (Mark Waschke, Dark) bietet sich ein gruseliges Bild am Tatort: Der Tote wurde in einem gestohlenen Transporter bis zur Unkenntlichkeit verbrannt. Doch er ist nicht das einzige Opfer. Die Leichen von drei weiteren jungen Menschen wurden auf dieselbe Art und Weise entsorgt. Ihre Gemeinsamkeit: Sie alle sind durch In-vitro-Fertilisation in der Reproduktionsklink Wohlleben entstanden. Mittlerweile wird die von Dr. Stefan Wohlleben (Trystan Pütter) geleitet. Vorher haben seine Mütter Geschäftsführerin Dr. Irene Wohlleben (Almut Zilcher) und und Laborchefin Hanneke Tietzsche (Eleonore Weisgerber) Paaren den Kinderwunsch erfüllt. Sie haben auch eine Idee, wer für die Morde verantwortlich sein könnte: Der psychisch labile Werner Lothar (Christoph Bach), der bereits im Alter von 16 Jahren einen Anschlag auf die beiden Wissenschaftlerinnen geplant hatte. Karow versucht in einer gewagten Undercover-Aktion das Vertrauen des Verdächtigen zu gewinnen. Der beobachtet schon sein nächstes Ziel: Anna Feil (Carolyn Genzkow), die ehemalige Hospitantin und jetzige Kommissaranwärterin des Berliner Präsidiums.

Krude und doch unterhaltsam

Mega unauffällig: Karow (l.) & Rubin
Foto: rbb
Ab der allerersten Sekunde geht es in diesem "Tatort" rund. Der Anfang ist so hektisch und abrupt geschnitten, dass die Bilder vor den Augen verschwimmen. Ganz so actionreich ist der restliche Krimi nicht, doch es gibt einige spannende Momente. Karows spontaner Undercover-Einsatz beginnt damit, dass er ohne mit der Wimper zu zucken vor den Augen des Verdächtigen auf seine Kollegin Rubin schießt. Sie trägt natürlich eine schusssichere Weste, weshalb es nicht so aufregend ist. Was hingegen beunruhigt: Die Panik der Passanten in der U-Bahnstation Alexanderplatz. Ob zwei Polizisten eine derartige Aktion im richtigen Leben tatsächlich genehmigt bekommen hätten? Sicher nicht! Aber das Berliner Team hat auch in seinen vergangenen Fällen mehr auf krude Geschichten und Action gesetzt als auf einen logischen Kriminalfall. "Dein Name sei Harbinger" ist jedoch der erste "Tatort" von Rubin und Karow, den ich mochte. Die Handlung ist nicht schlüssig und das Mordmotiv albern und konstruiert, aber darüber konnte ich hinwegsehen, denn die Geschichte unterhält. Besonders eine Szene hat mir richtig gut gefallen: Anna Feil erfährt zu Beginn des "Tatort", dass ihr Vater verstorben ist. Als sie mir ihrer Mutter skypt, klingelt Werner Lothar als vermeintlicher Handwerker an der Tür. Die trauernde Kommissarsanwärterin lässt ihn herein und kehrt zum Videoanruf zurück. Währenddessen schleicht er durch die Wohnung und durchwühlt ihre Sachen. Der Höhepunkt: Annas Mutter fragt ihre Tochter unsicher, wer da hinter ihr stehe... Diese Szene fand ich wirklich gruselig, da sie so realistisch ist und ein unangenehmes Gefühl hinterlässt. Krimi-Traditionalisten müssen zusätzlich stark sein, denn bei "Dein Name sei Harbinger" handelt es sich, wie bei den meisten Sonntagskrimis der letzten Wochen, nicht um einen klassischen Whodunit. Die kurze Szene, in der Lothar die Kommissarsanwärterin von hinten beobachtet, wird auch aus seiner Perspektive gezeigt. Spätestens da wird klar, dass er kein "normales" Motiv hat: Er glaubt zu sehen, wie Annas Kopfhörerkabel in ihrer Haut verschwindet.
Romy mag Werner trotz seiner schrägen Art
Foto: rbb/Gordon Muehle
Nach Zombies und Geistern behandelt der "Tatort" nun zum dritten Mal innerhalb von sechs Wochen ein übernatürliches beziehungsweise verschwörungstheoretisches Thema. In Werners Welt sind die Retortenkinder "Replikanten", die aus dem Verkehr gezogen werden müssen oder so, denn was genau er vorhat, wird nicht erklärt. Dasselbe gilt für Romy (Luise Aschenbrenner), die er vor ihrem übergriffigen Freund gerettet hat (Werner: "Du musst nicht bei ihm bleiben." Romy: "Was meinst denn du?" Werner: "Du hast die freie Wahl und entscheidest dich für Selbstunterdrückung."). Um nicht zu spoilern nur so viel: Sie ist ebenfalls nicht die Person, für die der Zuschauer sie zuerst hält. Wer oder was genau sie ist und welchen Zweck sie erfüllen sollte, bleibt offen. Erklärungen sind in diesem "Tatort" Mangelware. Alles passiert irgendwie, doch auf die Fragen "Wie?" oder "Wieso?" geben die Drehbuchautoren Michael Comtesse und Matthias Tuchmann selten Antworten (Letzerem wurde "Dein Name sei Harbinger" gewidmet, nachdem er im November 2016 im Alter von 42 Jahren verstorben ist.). Das Thema Reproduktionsmedizin spielt dabei eine deutlich kleinere Rolle, als die Inhaltsangabe verspricht. Die meisten Informationen bekommt Rubin in einer einzigen Szene ("Watt haben Sie da veranstaltet in Ihrer Klinik?"), allerdings auch eher auf emotionaler als auf sachlicher Ebene.

Zwei psychische Wracks und eine einsame Heldin

Anna Feil muss in diesem Fall sehr viel verkraften
Foto: rbb/Gordon Muehle
Anstelle sich auf die eigentliche Thematik zu konzentrieren, dreht sich der Krimi vor allem um die Protagonisten. Da Werner Lothar schnell als Hauptverdächtiger feststeht, gibt es nur wenig Befragungen oder bodenständige Spurensuche. Der Zuschauer folgt dem psychisch labilen Mann durch "seine Welt", die Tunnel unter Berlin. Dennoch gibt Lothar wenig über sich preis, was ihn zu einem interessanten Charakter macht. Sein Gegenspieler ist Karow, der sich mit einem übermenschlichen Elan in die Ermittlungen stürzt und einen unüberlegten Alleingang nach dem anderen einlegt. Die exzentrische Rubin hält sich dieses Mal ein wenig zurück. Während die zerrüttete Beziehung zu ihrem Mann und ihren Söhnen in den letzten Folgen omnipräsent war, beschränkt sich diese Nebenhandlung nun hauptsächlich auf eine Szene. Darin eröffnet die Kommissarin ihrem perplexen älteren Sprössling, dass sie ihn zu seinem Vater nach Bayern abschiebt. Dabei verzieht sie keine Miene und nimmt ihn nicht einmal in den Arm. Muttergefühle zeigt sie nur, als sie Anna weinend auf der Toilette findet. Obwohl, einen sonderlich guten Job macht sie auch dabei nicht. Abends lässt sie die trauernde und betrunkene junge Kollegin einfach alleine auf der Straße stehen, nachdem sie ihr einen ungelenken Kuss auf die Stirn gedrückt hat. Genau wie Karow legt Rubin jedoch in ermittlungstechnischen Dingen ein unglaubwürdiges Talent an den Tag. Sie errät beispielsweise die Verbindung zwischen den Toten nur, weil einer von ihnen eine etwas ältere Mutter hat. Mit solchen Fähigkeiten sollte sie zum FBI (Bei "Blindspot" wird vermutlich gerade eine Stelle frei.)! Am meisten mochte ich jedoch Anna, die in dieser Folge endlich einmal mehr darf, als nur recherchieren. Es wirkt ein wenig überladen, dass sie persönlich in den Fall verwickelt und ihr Vater gestorben ist, aber durch ihre souveräne Art fällt beides nicht sehr ins Gewicht. Tatsächlich ermittelt sie deutlich rationaler als die beiden älteren Kollegen und lässt sich nicht, wie es im Sonntagskrimi so oft der Fall ist, durch eigene Probleme die Sicht vernebeln. Hoffentlich ist sie ab nun ein vollwertiges Mitglied des Teams, denn eine geerdete Kollegin brauchen Rubin und Karow dringend!


Fazit

"Dein Name sei Harbinger" ist bislang der beste "Tatort" des Berliner Teams. Die beiden Kommissare sind zwar auch weiterhin furchtbar unsympathische, vereinnahmende Charaktere, doch in dieser Folge stehen sie nicht so präsent im Vordergrund wie in den vorherigen. Das liegt vor allem am interessanten Hauptverdächtigen und der zur Kommissaranwärterin beförderten Anna Feil. Die einzige Szene, in der die beiden aufeinandertreffen, ist intensiv und verursacht Gänsehaut. Der Rest der Handlung kann dabei nicht ganz mithalten. Die Geschichte ist unterhaltend, jedoch weder glaubwürdig noch schlüssig oder sonderlich spannend. Karows Undercover-Aktion rutscht sogar ins Lächerliche ab. Das eigentliche Thema Reproduktionsmedizin kommt nur am Rande vor und beweist ein weiteres Mal, dass es beim Berliner "Tatort" eher um exzentrische Charaktere und blutige Showdowns als um plausible Geschichten und packende Themen geht. In "Dein Name sei Harbinger" ist das jedoch kein Nachteil.


Vor zwei Wochen ermittelten die Bundespolizisten Thorsten Falke (Wotan Wilke Möhring) und Julia Grosz (Franziska Weisz) im viel diskutierten "Tatort: Böser Boden". Nächsten Sonntag sind die beiden erneut an der Reihe. In "Dunkle Zeit" müssen sie die Fraktionsvorsitzende einer rechten Partei schützen. Doch ihr Mann kommt bei einer Explosion ums Leben.

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Samstag, 9. Dezember 2017

Blindspot: Staffel 3, Folge 6 - Kurzrezension [D/E]

The following review of the "Blindspot" episode "Adoring Suspect" (S03E06) is also available in English. Please scroll down for the English version.

Deutsch


- Der folgende Text enthält Spoiler -

Worum geht es?

Roman (Luke Mitchell) erpresst Kurt Weller (Sullivan Stapleton) noch immer und gibt ihm einen Hinweis, wie das nächste Tattoo entschlüsselt werden kann. Es deutet auf eine russische Filmproduktionsfirma, unter deren Deckmantel Terroranschläge geplant werden. Einer soll demnächst in New York City stattfinden, wo gerade ein neuer Cop-Streifen gedreht wird. Weller schleust sich als FBI-Berater am Set ein und verhindert in letzter Sekunde, dass Hollywood-Star Keith Rhodes (Malcolm David Kelley) durch einen fingierten Unfall stirbt. Während Kurt Unterstützung von Jane Doe (Jaimie Alexander) und Rich Dotcom (Ennis Esmer) bekommt, suchen Tasha Zapata (Audrey Esparza) und Patterson (Ashley Johnson, Spooked) weiterhin nach Beweisen, dass FBI-Direktorin Eleanor Hirst (Mary Stuart Masterson) korrupt ist und Stuarts Mörder deckt.

Meine Meinung in vier Punkten

1. Die Ermittlungen am Filmset

Kurt (l.) zeigt Keith, wie ein FBI-Agent ernst guckt
Foto: NBC
Während die letzte "Blindspot"-Folge "This Profound Legacy" und auch die davor eher ernst und düster waren, kehrt in "Adoring Suspect" ein wenig Leichtigkeit zurück. Obwohl das Team einen Terroranschlag verhindern muss (Mal was ganz Neues!), konzentriert sich die Haupthandlung vor allem auf den lässigen Filmstar Keith und seine Begeisterung für das FBI. Seine kindliche Naivität ("You guys put your lifes on the line for like a tenth of what I make.") ist erfrischend und lockt selbst die in letzter Zeit eher miesepetrigen Protagonisten aus der Reserve. Später findet ein Kampf am Set statt, in den Requisiten und Pyrotechnik eingebaut werden. Das war für mich eine nette Abwechslung. In praktisch jeder der 50 "Blindspot"-Folgen gab es bislang Faustkämpfe, ein paar neue Tricks waren da schon lange überfällig. Zwar wirken die russischen Terroristen relativ harmlos im Vergleich zu den Antagonisten der letzten Wochen, doch durch das interessante Setting und den sympathischen Keith, hat mich das wenig gestört.

2. Langsam kommen die Charaktere wieder in Fahrt!

Was mich hingegen schon die gesamte dritte Staffel über nervt, sind die Veränderungen der Protagonisten. Natürlich ist es normal, dass sie nach zwei Jahren nicht mehr dieselben Personen wie vorher sind, doch dass sie grundsätzliche Wesenszüge verloren haben sollen, ist für mich unvorstellbar. Edgar Reades (Rob Brown) Kaltherzigkeit, Pattersons Zickereien, Tashas unpraktische, sexy Kleidung... nur einige Beispiele für seltsame und bislang ungeklärte Veränderungen im Vergleich zu den letzten beiden Staffeln. In "Adoring Suspect" gibt es immerhin kleine Lichtblicke, dass das Team sich langsam wieder fängt. Eine Szene hat mir dabei besonders gefallen: Um einen Tresor mit Sprachsteuerung zu knacken, arbeitet der Großteil der Protagonisten zusammen. Während Weller und Patterson die Codewörter herausfinden, müssen Jane und Rich den Besitzer des Safes unauffällig dazu bringen, sie laut auszusprechen. Natürlich ist es ziemlich unglaubwürdig, dass er nicht bemerkt, was sie vorhaben. Denn die Wörter "Excalibur", "Poodle Skirt" sowie "Butterscotch" kommen nicht wirklich häufig in einer Konversation vor und er weiß ja, dass so sein Code lautet. Es macht aber großen Spaß, dabei zuzusehen, wie Rich mit vollem Körpereinsatz versucht, ihm Scharade-mäßig die drei Begriffe zu entlocken. Pech hat allerdings - wieder einmal - Tasha: Ihre Rolle in der Mission ist es, ein treudoofes Mädchen zu spielen, das versehentlich beim Aussteigen aus ihrem Auto den Wagen des Filmproduzenten zerkratzt hat. Derweil war Roman mir ausnahmsweise mal ein bisschen sympathisch. Denn als Weller ihm an den Kopf wirft, Jane würde von der Wahrheit über ihre Tochter zerstört werden, entgegnet er trocken: "Destroy her or her love for you?" In your face, selfish Kurt!


3. Rich Dotcom

In den ersten beiden Staffeln haben mich der Hacker und seine flapsige Art genervt. In den letzten Folgen habe ich mich über seine Anwesenheit jedoch gefreut, da er Schwung in das verkrampfte Team bringt (Rich: "I'm terrified that there's a little Dicky Dotcom out there, that I don't know about." Jane: "Because of the child support?" Rich: "No, because a soothsayer once told me that I'd be murdered by someone with baby hands."). Seine "Happy End"-Rede an Jane hätte es aber wirklich nicht gebraucht, da sie sehr gestelzt und rührselig klang. Meiner Meinung nach sollte Rich sowieso wieder mehr hinterlistiger Krimineller und weniger kuscheliger Teddybär mit Glückskekssprüchen sein. 

4. Alle auf Hirst

Es wäre wirklich langweilig, wenn sie "böse" wäre
Foto: NBC
Wie ich schon in der Rezension zur letzten Folge geschrieben habe, finde ich es schade und ärgerlich, dass nun offenbar die FBI-Direktorin als nächster Maulwurf auserkoren wurde. Ich mag sie und langsam wird es wirklich langweilig, dass es sich beim schwarzen Schaf in den eigenen Reihen immer um die Person handelt, die als letztes zum Team gestoßen ist. Ich hoffe jedoch noch immer auf eine Wendung. Patterson ist die einzige Hauptperson, der ich derzeit traue. Allen anderen würde ich einen Verrat oder tödliche Geheimnisse locker zutrauen, es wäre ja bei keinem von ihnen das erste Mal. Jane und Kurt glauben Tasha und Pattersons Theorie in meinen Augen ein bisschen zu voreilig und bauen sogar sofort eine geheime Zentrale in ihrem Apartment (Super Versteck!). Außerdem beschließen die Agentinnen, die Tattoos noch einmal zu scannen (Jane: "Is that neccessary? I mean as much as I love getting naked and spun around while millions of lasers and cameras scan my body..."), um auszuschließen, dass Hirst die Datenbank manipuliert hat. Dafür benötigen sie das Plättchen, das die frischen Tattoos aufleuchten lässt. Doch das wird vom FBI verwahrt und würde bei den Metalldetektoren am Eingang anschlagen. Ich glaube nicht, dass ein Security-Wachmann einem FBI-Agenten beim Verlassen des Gebäudes ein Stückchen Metall abnehmen würde, aber bei "Blindspot" ist ja nichts einfach. Außer die Charaktere brauchen den leichten Weg. So taucht Reade am Ende der Folge bei Jane und Weller im Apartment auf und hat das Plättchen bei sich - obwohl er vorher sogar gesagt hat, er wisse nicht, was Tasha und Patterson vorhaben. Praktisch, dass er selbst auf die Idee mit dem erneuten Scan und dem Metallstück gekommen ist!

Fazit

Im Gegensatz zu den letzten "Blindspot"-Folgen hat mir "Adoring Suspect" ganz gut gefallen, auch wenn sie noch nicht ganz auf dem Niveau der vorherigen Staffeln ist. Die Episode ist erfrischend und hat ein paar kleine Elemente, die es so noch nicht gegeben hat. Außerdem liegt der Fokus zum ersten Mal seit Langem wieder auf dem ganzen Team und nicht auf einer dramatischen Geschichte, in die ein oder zwei Protagonisten verwickelt sind. Es gibt zwar viele Logiklöcher und Unstimmigkeiten, da die Folge jedoch abwechslungsreich und unterhaltend ist, haben sie mich dieses Mal nicht so sehr gestört. Ich befürchte jedoch, dass sich in den kommenden Episoden wieder Janes Tochter und die vermeintlich korrupte Hirst in den Vordergrund drängen und die positiven Tendenz von "Adoring Suspect" zunichte machen.


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English


- The following text contains spoilers -

What was it about?

Roman (Luke Mitchell) is still blackmailing Kurt Weller (Sullivan Stapleton) and gives him a clue how to solve the next tattoo. It leads to a Russian film production company, which is a cover for a terror organization. One attack is supposed to hit New York City, where a new cop movie is being shot. Weller poses as a FBI consultant in order to get onto the set and manages to save Hollywood star Keith Rhodes (Malcolm David Kelley) who nearly dies in a fake accident. While Jane Doe (Jaimie Alexander) and Rich Dotcom (Ennis Esmer) are helping Kurt, Tasha Zapata (Audrey Esparza) and Patterson (Ashley Johnson, Spooked) are looking for evidence that FBI Director Eleanor Hirst (Mary Stuart Masterson) is corrupt and covering up for Stuart's murderer.

My opinion in four points

1. The investigation at a movie set

Kurt (l.) shows Keith how to stare like an FBI-Agent
Photo: NBC
Last week's episode "This Profound Legacy" as well as the ones before were very serious and gloomy, but in "Adoring Suspect" some lightness is coming back. Even though the team has to stop a terror attack (Something totally new!) the main story revolves around the easygoing movie star Keith and his enthusiasm for the FBI. His childlike naivety ("You guys put your lifes on the line for like a tenth of what I make.") is refreshing and even brings the lately very grumpy protagonists out of their shells. There's a fight on set including props and pyrotechnics, which is also a welcome change. There has been a fistfight in basically every single one of the 50 "Blindspot" episodes, so some new tricks were really long overdue. Admittedly the Russian terrorists seemed pretty harmless in comparison to the past weeks' antagonists, but due to the interesting setting and the likeable Keith I didn't care much.

2. The characters start to get going again! 

The protagonists' changes have bugged me since the beginning of the third season. Of course after two years they're not the same people as before, but I just can't believe that they have lost basic characteristic traits. Edgar Reade's (Rob Brown) coldheartedness, Patterson's bitching, Tasha's impractical, sexy clothes... those are just some examples for weird and unexplained changes in comparison to the first two seasons. But in "Adoring Suspect" there are at least small rays of hope that the team is recovering itself. I especially liked one scene: Most of the protagonists have to work together in order to crack a safe with a voice command. While Weller and Patterson figure out the codewords, Jane and Rich have to get the owner to say them without raising his suspicion. Sure it's very implausible he didn't notice it, because the words "Excalibur", "poodle skirt" and "butterscotch" are not likely to come up in a conversation and he knows that's his code. However it's very entertaining to watch Rich use his best charade skills in order to hear those terms from him. Tasha is the one with the bad luck again: Her part in the mission is to play a naive girl, who accidentally scratched the movie producer's car by getting out of her own. Meanwhile I kind of liked Roman for once. Because after Weller tells him that it would destroy Jane to know the truth about her daughter he simply says: "Destroy her or her love for you?" In your face, selfish Kurt!

3. Rich Dotcom

In the first two seasons I was annoyed by the hacker and his flippant behavior. However in the last episodes I was glad he was there, because he warms up the uptight team (Rich: "I'm terrified that there's a little Dicky Dotcom out there, that I don't know about." Jane: "Because of the child support?" Rich: "No, because a soothsayer once told me that I'd be murdered by someone with baby hands."). Just the "happy end" speech he gave Jane was unnecessary, because it sounded very stilted and sappy. In my opinion Rich should be more sneaky criminal again and less cuddly teddy bear with fortune cookie philosophies.

4. Everyone against Hirst

It would be so boring if she was "evil" 
Photo: NBC
As I wrote in the review of last week's episode, I think it's sad and annoying that the FBI Director seems to be the mole. I like her and it gets old that the black sheep is always the person who joined the team last, but I still hope there's going to be a twist. Patterson is currently the only main character I fully trust. I think everyone else is capable of being a traitor or having a deadly secret, it wouldn't be the first time for any of them. In my opinion Jane and Kurt believe Tasha and Patterson's theory a little too hasty and immediately build a secret headquarters in their apartment (Great hideout!). Furthermore the agents decide to scan the tattoos again (Jane: "Is that neccessary? I mean as much as I love getting naked and spun around while millions of lasers and cameras scan my body...") to make sure that Hirst didn't manipulate the database. Therefore they need the small plate which makes the fresh tattoos light up. But it's in the FBI's possession and would trigger the metal detectors in the lobby. I personally don't think a security guard would take away a tiny peace of metal from an FBI agent leaving the building, but nothing in "Blindspot" is ever simple. Except if the characters need the easy way - like Reade just showing up at Jane and Weller's apartment with the small plate in the end, even though he actually sad he didn't know what Tasha and Patterson were planning. How convenient he got the same idea with the second scan and the piece of metal!

Conclusion

In contrast to the last "Blindspot" episodes I really liked "Adoring Suspect", even though it's not quite as good as the first two seasons. It's refreshing and has small elements, which haven't been used yet. For the first time in forever the focus is on the entire team and not just on a dramatic story involving one or two protagonists. There are some plot holes and discrepancies, but the episode is diverse and entertaining, so I didn't mind that much. Yet I fear that the next episodes will concentrate on Jane's daughter and the supposedly corrupt Hirst, reversing the positive impact of "Adoring Suspect".


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Freitag, 8. Dezember 2017

Dark (Serie) - Watch.Read.Discuss. [D/E]

The following discussion of the "Netflix" TV show "Dark" is also available in English. Please scroll down for the English version.

Deutsch


- Der folgende Text enthält Spoiler -


Als große "Netflix"-Fans (hier geht es zu all unseren Posts) waren wir ziemlich gespannt auf die erste deutsche Original Serie. Unsere nationalen Filmproduktionen können ja Krimis und Historiendramen ziemlich gut, aber Mystery...  Wir hatten jedenfalls große Bedenken, ob "Dark" das hohe Niveau von Sendungen wie "Stranger Things" (hier geht es zur Rezension der zweiten Staffel) halten können würde. Dieser Post ist Teil unserer Reihe "Watch.Read.Discuss.", in der wir Autoren dasselbe Format diskutieren. In der Vergangenheit haben wir bereits unter anderem über "The Mist", eine anderes "Netflix Original" sowie die Filme "Doctor Strange" und "Wonder Woman" gesprochen (hier findet ihr alle Beiträge).

Das Design ist ziemlich cool!
Foto: Netflix
"Dark" spielt in der deutschen Kleinstadt Winden, die von einem dichten Wald umgeben ist. Innerhalb kurzer Zeit verschwinden im Jahr 2019 zwei Jungen, Erik Obendorf (Paul Radom) und Mikkel Nielsen (Daan Lennard Liebrenz). Mikkels Vater Ulrich (Oliver Masucci) ist Polizist und leitet mit seiner Kollegin Charlotte Doppler (Karoline Eichhorn) schnell eine umfangreiche Suche ein. Für ihn ist es nicht das erste Mal, dass ein Familienmitglied nicht mehr nach Hause kommt. Im Jahr 1986 ist sein kleiner Bruder Mads ebenfalls verschwunden und innerhalb der letzten 33 Jahren nicht gefunden worden. Währenddessen stößt der 16-jährige Jonas Kahnwald (Louis Hofmann) auf einige Hinweise, die nahelegen, dass in Winden ein Loch im Raum-Zeit-Kontinuum existiert, das Zeitreisen ermöglicht. Was hat der mysteriöse und scheinbar nicht alternde Pfarrer Noah (der Berliner "Tatort"-Kommissar Mark Waschke) damit zu tun?
Es gibt in der Serie mehrere Dutzend Charaktere, deren Geschichte in drei verschiedenen Jahrzehnten erzählt wird. Dementsprechend viele Nebenhandlungen gibt es zusätzlich zum Vermisstenfall. Dazu zählen unter anderem die persönlichen Verwicklungen der Figuren, der Rachefeldzug von Mikkels Vater und das wenig vertrauenerweckende Atomkraftwerk in Winden.

Hinweis: Da "Dark" einen Zeitraum von 66 Jahren abdeckt, werden viele Rollen von zwei oder sogar drei verschiedenen Schauspielern verkörpert. Zugunsten der einfachen Lesbarkeit nennen wir deshalb diejenigen, die eine Rolle in der Gegenwart (2019) darstellen.


Wie seid ihr auf die Serie aufmerksam geworden und warum wolltet ihr sie gucken?

Katrin: Ich habe Anfang des Jahres zum ersten Mal von "Dark" gehört und war wirklich neugierig, wie die erste deutsche Serie aussehen würde. Ich finde es klasse, dass "Netflix" international denkt und in so vielen verschiedenen Ländern produziert, jeweils mit lokalen Schauspielern, Regisseuren und Crewmitgliedern. Besonders die brasilianische Serie "3%" (hier geht es zur Rezension) hat mir richtig, richtig gut gefallen. Daher war ich wirklich gespannt auf "Dark".

Laura: Katrin hatte mir den Trailer zu "Dark" geschickt. Als ich ihn mir angesehen habe, war ich überrascht: Ich konnte kaum glauben, dass diese Serie wirklich eine deutsche Produktion sein sollte, weil alles so ansprechend wirkte und das, obwohl es eine Mystery-Serie ist. Daher wollte ich sie auf jeden Fall schauen, hatte aber trotzdem Angst, dass der Trailer letztendlich mehr hermacht als die eigentliche Sendung.

Wurden eure Erwartungen erfüllt?

Mikkel muss sich alleine im Jahr 1986 zurechtfinden
Foto: Neflix
Laura: Ich habe bewusst möglichst wenig erwartet, da ich in der Vergangenheit schon öfter von Serien oder Filmen enttäuscht wurde, deren Trailer ziemlich cool aussahen. Trotzdem war ich schon etwas ernüchtert, wie wenig mir "Dark" letztendlich zugesagt hat. An sich finde ich nicht, dass die Serie schlecht produziert ist, sie macht optisch einiges her (bis auf ein paar Szenen mit schwachen Spezialeffekten). Außerdem finde ich auch die grundlegende Idee mit den Zeitsprüngen nicht schlecht. Doch die Handlung war einfach ziemlich verworren und es wurde teilweise wirklich anstrengend, ihr zu folgen. Noch dazu gab es keinen Charakter, der mich wirklich ansprechen oder mitreißen konnte. Jetzt ist es ungefähr fünf Tage her, seit ich die Serie beendet habe und ganz ehrlich: An einige Handlungen erinnere ich mich kaum noch, weil da vieles vorkommt, was die Geschichte nicht oder nur wenig vorantreibt.

Katrin: Schlicht und ergreifend: NEIN. Ich hatte, ehrlich gesagt, nicht wirklich hohe Erwartungen an die Serie. Seit "The OA" (hier geht es zur Rezension) glaube ich nicht mehr daran, dass "Netflix" nur eine mysteriöse Geschichte braucht, um etwas großartiges zu erschaffen. Außerdem bin ich überhaupt kein Freund von Zeitreise-Handlungen, da sie in 99% der Fälle völliger Quatsch sind (Stichwort: Wenn man etwas in der Vergangenheit ändert, verändert sich die Gegenwart aus der man kommt - nein, natürlich nicht, denn alles, was in der Vergangenheit geschieht, ist in der Gegenwart schon geschehen, dementsprechend kann man rein gar nichts verändern!). Allerdings hat es "Dark" nicht einmal geschafft, meine durchschnittlich hohen Erwartungen zu erfüllen. Konfuse Geschichte, lieblose Charaktere, ein schrecklich nervtötender Soundtrack und generell keine erkennbare Seele oder Herzblut - mir hat die Serie nicht gefallen, obwohl ich sie wirklich mögen wollte.

Merkt man "Dark" an, dass es eine deutsche Produktion ist? 

Laura: Ich war erstaunt, dass das bei "Dark" tatsächlich nicht der Fall ist. Ich hatte beim Schauen nicht das Gefühl, eine deutsche Serie zu verfolgen. Sie ist in dieser Hinsicht ziemlich "neutral": Weder die Charaktere noch die Handlungsorte lassen die Geschichte "deutsch" erscheinen. Der fiktive Ort Winden hätte definitiv auch woanders liegen können.

Katrin: Erst einmal finde ich es falsch, dass online immer über "das deutsche Fernsehen" gesprochen wird. Es gibt so eine Vielfalt verschiedener Formate, die alle von unterschiedlicher Qualität sind. Daher ist es billig und nicht richtig, alle über einen Kamm zu scheren. Tatsächlich könnte "Dark" praktisch überall spielen. Es gibt nichts in der Serie, dass sie irgendwie in Deutschland verankern würde. Wenn man die Sprache weglässt, könnte sie in jedem Land in der nördlichen Hemisphäre spielen. 

Viele Zuschauer beschweren sich über die unübersichtliche Geschichte und die vielen Charaktere, die alle irgendwie verwandt sind und zum Teil in drei verschiedenen Jahrzehnten gezeigt werden. Was haltet ihr davon?

Das soll irgendetwas über das Zeitreisen erklären
Foto: Netflix
Laura: Es überrascht mich nicht, dass sich viele darüber beschweren. Gerade in den ersten drei, vier Folgen war es unheimlich schwierig, nicht den Überblick zu verlieren und gleichzeitig noch der Handlung zu folgen. Die Idee, Fotos einzelner Charaktere aus den verschiedenen Jahren zu zeigen, war quasi unsere Rettung. Wenn eine Geschichte so ein "Hilfsmittel" braucht, spricht das allerdings nicht zwingend für sie. Sollten Charaktere nicht eigentlich allein durch ihre Persönlichkeit sowie die Handlung einprägsam werden? Abgesehen davon war es selbst mit diesen Fotos immer noch unübersichtlich, weil die Anzahl der Figuren zu groß war und darüber hinaus auch kaum welche einen starken Eindruck hinterlassen haben.

Katrin: Ich bin ein Fan von komplexen Geschichten wie "Inception", "Now You See Me", "Who Am I" oder "The Prestige", bei denen man noch Stunden nach dem Abspann über das Gesehene nachgrübelt. "Dark" ist hingegen nicht intelligent vielschichtig aufgebaut, sondern einfach nur unübersichtlich und unnötig kompliziert. Die vielen Charaktere und die Zeitsprünge tragen nicht dazu bei, dass die Handlung spannender wird. Die ganze Sendung wirkt einfach nur furchtbar überladen, vor allem da es Dutzende Charaktere gibt, von denen nur eine Handvoll tatsächlich relevant für die Geschichte ist. Bis auf Jonas hätte man beispielsweise alle Teenager der Gegenwart streichen können, ohne die Haupthandlung um Mikkels Verschwinden in irgendeiner Weise zu verändern.

Welche Szene hat euch am wenigsten gefallen?

Laura: So ziemlich alle Szenen, in denen die Charaktere mit ausdruckslosem oder verwirrtem Gesichtsausdruck in der Gegend herumgestanden haben. Das war so oft der Fall, dass es wirklich irgendwann genervt hat.

Katrin: Da ich fast die komplette Handlung schlecht fand, ist es schwierig, eine Stelle zu benennen, die mich besonders gestört hat. Generell waren in meinen Augen fast alle Szenen von geringer Qualität, in denen starke Emotionen gezeigt werden sollten. In "Dark" spielen viele Schauspieler mit, die mich in andere Produktionen total überzeugt haben, doch hier sind alle irgendwie blutleer und gefühlskalt. Lediglich die Wut kommt meistens überzeugend rüber. Alle anderen Emotionen, wie Freude, Kummer oder Liebe, wirken unecht und linkisch. Am wenigsten hat mir das Ende gefallen. Dass ein paar Fragen für eine eventuelle zweite Staffel offen gelassen werden, ist verständlich. Doch wenigstens ein paar Antworten hätte es innerhalb von zehn Folgen geben müssen! Die einzigen beiden Auflösungen, dass Mikkel Jonas' Vater ist und dass es sich beim mysteriösen Unbekannten um den Jonas aus der Zukunft handelt, waren so offensichtlich, dass ich sie schon mehrere Folgen vorher erraten habe. Ich habe mich auch darüber aufgeregt, dass niemand in Winden die zeitreisenden Charaktere erkannt hat! Wie hat Jonas' Mutter Hannah (Maja Schöne) beispielsweise nicht bemerkt, dass der Sohn ihrer Affäre exakt so aussieht wie ihr Ehemann im selben Alter?!?!?!?!?

Und welche am besten?

Katrin: Der Vorspann sieht hammergeil aus! Musik und Bilder passen perfekt zusammen und sorgen für mehr Spannung und düstere Stimmung als die Folgen selbst!

Laura: Ja, der Vorspann ist auf jeden Fall richtig gut gemacht! Ansonsten mochte ich auch die Szene, in der sich eine Art Zeittor geöffnet hat: Jonas Kahnwald und Helge Doppler (Hermann Beyer) tauschen dabei die Plätze und damit auch die Jahre. Das war ganz cool gemacht und außerdem einzigartig, weil so ein Ereignis nur dieses eine Mal zu sehen ist. 

Was hättet ihr an der Geschichte verändert?

Drei, deren Namen man sich nicht merken muss
Foto: Netflix
Katrin: Ich hätte versucht, der ganzen Handlung mehr Seele zu geben. Ob Charaktere, Bilder oder Geschichte, alles wirkt sehr kühl und distanziert. Serien wie "Stranger Things" begeistern, weil sich die Figuren dem Zuschauer öffnen und vertraut werden. Durch die Vielzahl an Protagonisten und deren Verschlossenheit, habe ich mich immer so gefühlt, als würde ich Tiere im Zoo anschauen und nicht in eine Geschichte "hineingezogen" werden. Außerdem hätte ich als Serienmacher die Zahl der Charaktere deutlich gesenkt und völlig irrelevante Nebenhandlungen, wie die eckige Liebesgeschichte zwischen Magnus Nielsen (Moritz Jahn, Tatort: Der Fall Holdt) und Franziska Doppler (Gina Alice Stiebitz), weggelassen. Die dadurch gesparte Zeit hätte ich genutzt, um wenigstens ein paar zentrale Fragen zu beantworten.

Laura: Ich bin da ganz bei Katrin. Besonders den Charakteren hätte ich etwas mehr Persönlichkeit gegeben. Dadurch wäre es nicht nur einfacher, sie sich einzuprägen, sie würden die gesamte Geschichte auch lebendiger machen. Außerdem hätte ich wenigstens ein paar sinnvolle Erklärungen oder irgendwelche Regeln für das Zeitreisen gegeben und nicht einfach alles vollkommen offen gelassen. 

Last, but not least: Was versprecht ihr euch von einer zweiten Staffel?

Katrin: ANTWORTEN! Und dass der Zuschauer die Protagonisten immerhin ein bisschen kennenlernt!

Laura: Antworten möchte ich auch haben! Außerdem hoffe ich, dass die Figuren interessanter und vielschichtiger werden, damit ich wenigstens mit irgendjemandem mitfiebern kann. 


Habt ihr "Dark" schon gesehen? Wie hättet ihr geantwortet? Teilt es uns in den Kommentaren mit. 

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English


-The following text contains spoilers -

As huge "Netflix" fans (find all our posts here) we were really looking forward to the first German Original Series. Our national film productions are pretty good at whodunits and historical dramas, but mystery... We had some concerns if "Dark" would be able to compete with great shows like "Stranger Things". This post is part of our segment "Watch.Read.Discuss.", in which we authors discuss the same media. In the past we talked about "The Mist", another "Netflix Original" as well as other tv shows and movies like "Doctor Strange and "Wonder Woman" (find all posts here).

The design is pretty cool!
Photo: Netflix
"Dark" is set in the small German town Winden, which is surrounded by a thick forest. In 2019 two boys, Erik Obendorf (Paul Radom) and Mikkel Nielsen (Daan Lennard Liebrenz), disappear within a short amount of time. Mikkel's father Ulrich (Oliver Masucci) is a policeman and teams up with his colleague Charlotte Doppler (Karoline Eichhorn) to find his son. It's not the first time that one of his family members is missing. In 1986 his younger brother Mads disappeared too and hasn't been found in the last 33 years. Meanwhile 16-year-old Jonas Kahnwald (Louis Hofmann) finds evidence that there has to be a hole in the space-time continuum somewhere in Winden, which makes time travel possible. And what role does the mysterious and seemingly not aging pastor Noah (Mark Waschke) play?
There are a couple of dozen characters, whose stories are told in three different decades within the series. Consequently there are countless subplots next to the missing kids case - for example the protagonists' personal problems, the vendetta of Mikkel's father and the not very confidence-inspiring nuclear power plant in Winden.

Please note: "Dark" covers a time frame of 66 years, so many roles are played by two or even three different actors. For a better readability we only state the person, who plays a role in the present (2019).


When did you become aware of the series and why did you want to watch it?

Katrin: I first heard about "Dark" in the beginning of this year and I was really curious what the first German series would look like. It's great that "Netflix" thinks internationally and has productions in many different countries, all of them with local actors, directors and crew members. I especially really liked the Brazilian series "3%". So I was really looking forward to the "Dark" premiere.

Laura: Katrin sent me the "Dark" trailer. I was really surprised after watching it. I couldn't believe this series was actually supposed to be a German production, because everything looked very appealing and it's a mystery show. That's why I definitely wanted to watch it, but I was still scared the trailer would be more impressive than the actual program.

Did the show live up to your expectations?

Mikkel has to cope with being alone in year 1986
Photo: Netflix
Laura: I purposely kept my expectations low, because I've often been disappointed by TV shows and movies with really cool trailers. Nevertheless I was frustrated how little "Dark" actually appealed to me. I don't think the production was bad, because the design looks really good (except for some scenes with weak special effects). I also thought the time travel storyline was okay. However the plot was incredibly muddled and eventually it became difficult to follow it. In addition there wasn't a single appealing or sweeping character. Five days have passed since I finished the series and in all honesty: I can't remember some of the subplots, because there are so many that don't contribute anything to the story.

Katrin: Plain and simple: NO. Honestly my expectations weren't that high. Since "The OA" I stopped believing "Netflix" only needed a mysterious storyline to create something great. Additionally I really don't like time travel plots, because in 99% of the cases they're total bullshit (Keyword: If you change something in the past, your present will change too - no, of course not, because everything that happens in the past, has already happened in the present, therefore you can't change anything!). Sadly "Dark" didn't even meet my averagely high expectations. Muddled story, loveless characters, a terribly annoying soundtrack and no noticeable soul or lifeblood - I really didn't like the show, even though I really wanted to.

Is it noticeable that "Dark" is a German production?

Laura: I was surprised that it wasn't. I didn't have the feeling I was watching a German series. It is pretty "neutral" in that regard: Neither the characters nor the locations make it look "German". The fictional place Winden could also be located in another country.

Katrin: First of all I think it's wrong that everyone talks about "the German TV" online. There's such a huge variety of different program formats all of different quality. Therefore it's cheap and not right to paint them all with the same brush. Actually "Dark" could be set basically in any country. There's nothing in the show, that specifically places it in Germany. Without the language aspect it could be set anywhere in the northern hemisphere. 

Many viewers complained about the confusing story and the many characters, who are all somehow related and shown in three different decades. Your opinions on that?

That should explain something about time travel
Photo: Netflix
Laura: I'm not surprised so many people are complaining. Especially in the first three or four episodes it's really difficult to keep track and pay attention at the same time. Our lifesaver were the scenes in which pictures of the characters in different decades were shown. But if a story needs such "tools" it's not really a good sign. Shouldn't the characters be remembered by their personality and storyline? Even with the photos it was still very confusing, because there are so many characters and only a few of them leave an impression.

Katrin: I'm a huge fan of complex stories like "Inception", "Now You See Me", "Who Am I" or "The Prestige", which keep someone thinking even long after the closing credits. Whereas "Dark" isn't intelligently multilayered, just confusing and unnecessarily complicated. The huge amount of characters and the time leaps don't make the story more thrilling. The entire show just seems incredibly cluttered, especially because there are dozens of protagonists, but only a handful is actually relevant to the plot. For instance all of the present's teenagers - except for Jonas - could have been cut without changing the main plot, the disappearance of Mikkel.

Which scene did you like the least?

Laura: Basically every scene in which a character just stands somewhere with a blank or confused look on his face. This happens so often, that it really started to annoy me.

Katrin: Because I thought the entire story was bad, it's hard to name a scene, I particularly didn't like. In my opinion most sequences, in which deep emotions were supposed to be shown, sucked. There are a lot of actors in "Dark" that I've seen and liked in other productions, but somehow everyone here seems bloodless and unfeeling. Anger is the only emotion that comes across. Everything else like joy, sadness or love seems artificial and awkward. I liked the ending least. It's understandable that some questions don't get resolved in case there's going to be a second season. But there should have been at least some answers within ten episodes! The only resolutions, that Mikkel is Jonas' father and the mysterious stranger will be Jonas in the future, were so obvious that I guessed them many episodes earlier. It also really bugged me how no one in Winden recognized the time travelling characters! How did Jonas' mother Hannah (Maja Schöne) miss that her affair's son looks exactly like her husband when he was his age?!?!?!?!?

Which scene did you like best?

Katrin: The opening titles look really awesome! Music and imagery fit together perfectly and create way more suspense and gloomy atmosphere than the episodes themselves! 

Laura: Yes, the intro looks great! I also liked the scene, in which some kind of time gate is opened: Jonas Kahnwald and Helge Doppler (Hermann Beyer) switch places and thereby also years. That was very well done and also unique, because it's the only time something like this is shown.

What would you have changed about the story?

Three whose names you don't have to remember
Photo: Netflix
Katrin: I would have tried to put more soul into the plot. Whether chararacters, imagery or story everything seems cold and distanced. TV shows like "Stranger Things" are great, because the protagonists open up to the viewers. The mass of characters and their reticence made me feel like I was watching animals in a zoo instead of being "sucked into" a story. As a creator I would have also reduced the number of characters significantly and cut totally irrelevant subplots like the awkward love story between Magnus Nielsen (Moritz Jahn) and Franziska Doppler (Gina Alice Stiebitz). Then I would have used the saved time to answer at least some of the central questions. 

Laura: I agree with Katrin. I would have given the characters more personality. In this way it would have been easier to remember them and made the story more lively. Furthermore I would have provided some rational explanations or rules for time travel and not left everything open.

Last, but not least: What do you expect from a second season?

Katrin: ANSWERS! And the viewers finally learning a bit about the characters!

Laura: I want answers too! I also hope they'll make the characters more interesting and multilayered, so I can root for at least one person.


Have you seen "Dark" yet? What would have been your answers? Tell us in the comments.

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Donnerstag, 7. Dezember 2017

Blindspot: Staffel 3, Folge 5 - Kurzrezension [D/E]

The following review of the "Blindspot" episode "This Profound Legacy" (S03E05) is also available in English. Please scroll down for the English version.

Deutsch


- Der folgende Text enthält Spoiler -

Worum geht es?

In der letzten Folge "Gunplay Ricochet" bekam Jane Doe (Jaimie Alexander) Dokumente zugespielt, die belegen sollten, dass sie im Alter von 16 Jahren eine Tochter geboren und danach zur Adoption freigegeben hat. Doch die Hoffnung der FBI-Agentin, es könne sich um einen Schwindel handeln, wird enttäuscht. Nach einigen Recherchen bestätigt Patterson (Ashley Johnson, Spooked), dass es sich bei den Urkunden nicht um Fälschungen handelt. Viel Zeit bleibt Jane nicht, um diese Information zu verdauen. Ein Tattoo deutet auf die Nummer eines Paketes, das nach jahrelanger Lagerung nun verschickt werden soll. Beim Versuch das Päckchen zu finden, werden Jane und Kurt Weller (Sullivan Stapleton) von Brandstiftern überrascht. Sie können den Inhalt, DNA-Spuren zahlreicher Vergewaltigungen, jedoch retten. Einer der Fälle stellt sich dabei als besonders brisant heraus. Das Team um Assistant Director Edgar Reade (Rob Brown) muss sich beeilen, um eine internationale Krise zu verhindern.

Meine Meinung in drei Punkten

1. Der scheinbar unbedeutende Fall der Woche 

v.l.: Kurt und Jane wollen Vanya irgendwie helfen
Foto: NBC
In der ersten "Blindspot"-Staffel bildete die wöchentliche Kriminalermittllung die Rahmenhandlung und alles andere lief nebenher. Mittlerweile sind die Tattoos und die damit verbundenen Verbrechen kaum noch von Bedeutung. Ihre einzige Daseinsberechtigung scheint zu sein, dass es ansonsten keinen Grund gäbe, das Team weiter zusammenarbeiten zu lassen. Im Trailer zu "This Profound Legacy" wurde damit geworben: "Wie viele Opfer kann Jane retten?" Denn ein "abscheuliches Raubtier" habe seit Jahrzehnten Frauen im Visier. Es deutete also alles darauf hin, dass sich in einer Folge ausnahmsweise wieder um die Opfer drehen würde, doch das ist leider nicht der Fall. Die FBI-Agenten zeigen sich kurz schockiert darüber, dass DNA-Spuren von Vergewaltigungsopfern aus Kostengründen zum Teil seit 20 Jahren auf eine Untersuchung warten. Danach geraten sie wieder in Vergessenheit und es geht ausschließlich um den 20-Jährigen Vanya (Alex Ozerov), der das Ergebnis einer Vergewaltigung ist. Anstelle sich aber auf den menschlichen Aspekt zu konzentrieren - wie es in der ersten "Blindspot"-Staffel sicher der Fall gewesen wäre - spinnen die Drehbuchautoren eine krude Geschichte zusammen: Der Sex-Täter ist der verstorbene König eines fiktiven Landes und sein Sohn soll nun ermordet werden, da er Anspruch auf den Thron hat. Die ganze Handlung ist gehetzt und da so gut wie gar nicht auf die Charaktere eingegangen wird, konnte ich beim besten Willen nicht nachvollziehen, weshalb Vanya plötzlich einen Sinneswandel hatte und doch König werden wollte. Wer seinen Onkel, der den Mord am Thronfolger in Auftrag gegeben hatte, plötzlich umgebracht hat, wurde ebenfalls unter den Tisch fallen gelassen. 

2. Patterson und Tashas Spurensuche

Jane und Weller bearbeiten den Fall der Woche praktisch alleine. Schon die ganze Staffel lang, scheint es, als seien die beiden die einzigen Agenten im Außendienst, die das FBI hat. Selbst Reade und Tasha Zapata (Audrey Esparza) bleiben nun meistens im Büro. Letztere unterstützt Patterson in deren Suche nach dem Mörder von Stuart. Dabei stellen die beiden fest, dass er entweder einer ihrer Kollegen ist oder dass zumindest jemanden beim FBI gibt, der den Täter deckt. Schnell fällt der Verdacht auf Reade (Zapata: "Reade is family!" Patterson: "So was Borden."), doch "Blindspot" wäre nicht "Blindspot", wenn es nicht noch eine Wendung gäbe. Ein total unglaubwürdiger biometrischer PC-Signaturen-Test ergibt, dass FBI-Direktorin Eleanor Hirst (Mary Stuart Masterson) Reades Login-Daten verwendet hat. Ich hoffe wirklich, dass es sich dabei nicht um die endgültige Auflösung handelt, denn erst einmal finde ich sie sehr sympathisch und kompetent. Auf der anderen Seite wäre es wieder einmal ein sehr einfacher Ausweg der "Blindspot"-Autoren, die Person zum Maulwurf zu machen, die als letzte zum Team hinzugestoßen ist. Bis auf Reade scheinen alle Hauptcharaktere den Blick für das große Ganze verloren zu haben. So muss er seine Geheimniskrämer-Kolleginnen daran erinnern, dass es der ultimative Plan von Janes Bruder Roman (Luke Mitchell) ist, das Team durch die neuen Tattoos zu entzweien. Ich habe also noch Hoffnung, dass nicht Hirst hinter dem Mord an Stuart steckt.

3. Janes Tochter und die nächste "schockierende" Wendung

Hoffentlich ist Avery böse - das wäre cool!
Foto: NBC
Der Großteil der Handlung dreht sich um die Entdeckung, dass Jane eine etwa 18-jährige Tochter haben muss. Diese Enthüllung kam zwar erst am Ende der letzten Episode, ich habe dennoch das Gefühl, ich müsste das Thema schon seit Hunderten von Sendeminuten ertragen. Erst einmal ärgert es mich weiterhin, dass trotz gründlicher Untersuchungen in der Pilotfolge niemand festgestellt haben soll, dass Jane ein Kind zur Welt gebracht hat. Patterson bringt den unglaublich intelligenten Satz, es gäbe Schwangerschaftstests, aber keine Geburtstest. Natürlich ist es möglich, festzustellen, ob eine Frau ein Kind auf natürlichem Wege oder per Kaiserschnitt zur Welt gebracht hat! Völlig unstimmige Handlungslücken wie diese zeigen, dass sich die "Blindspot"-Macher scheinbar immer wieder umentscheiden, wie die Geschichte weitergehen soll. Ich kann mir jedenfalls beim besten Willen nicht vorstellen, dass Janes Mutterschaft seit der ersten Folge geplant war! Ansonsten hätte damals bestimmt nicht im Drehbuch gestanden, dass sie sich über die sehr persönlichen Untersuchungen beschwert. Jedenfalls ist die "schockierende" Wendung am Ende, dass Weller seine Stieftochter Avery (Kristina Reyes) bereits vor sechs Monaten zufällig in Berlin getroffen hat, als er auf der Suche nach Jane war. Wow, wie spannend. Mich interessiert es wirklich überhaupt nicht, warum Kurt das verheimlicht hat und ich hoffe, dass sich diese nervige Geschichte möglichst schnell aufklärt. Avery scheint jedenfalls nach ihrer Mutter, ihrem Onkel Roman und Patterson der nächste Charakter zu sein, der über unglaubliches Insiderwissen und tolle Sprachkenntnisse (Immerhin konnte man ihr Deutsch verstehen!) verfügt. 

Fazit

"This Profound Legacy" setzt den Durchschnitt-mit-Tendenz-nach-unten-Trend der dritten "Blindspot"-Staffel fort. Der spannende Fall der Woche eröffnet viele Möglichkeiten, die nicht genutzt werden. Stattdessen wird eine weit hergeholte Geschichte gesponnen, bei der Jane und Weller wieder einmal alleine gegen zahlenmäßig deutlich überlegene Gegner kämpfen müssen. Währenddessen scheint Assistant Director Reade keine andere Aufgabe zu haben, als "Wizardville" auf dem Handy zu spielen und sich auffällig unauffällig zu verhalten. Alle Charaktere sind sichtlich aus dem Tritt geraten - als würden sie zwischen ihrer Persönlichkeit aus den ersten beiden Staffeln und irgendetwas neuem, unausgegorenem festhängen (Beispielsweise läuft Tasha völlig untypisch in engem Cocktailkleid und High-Heels durchs Büro!). Die neue Haupthandlung um Jane, ihre Tochter und Kurts Geheimniskrämerei weist zahlreiche Logiklücken auf und schafft es beim besten Willen nicht, mich in irgendeiner Weise zu packen.


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English


- The following text contains spoilers -

What was it about?

During the last episode "Gunplay Ricochet Jane Doe (Jaimie Alexander) got ahold of some documents, which stated she had a daughter at age 16 and gave her up for adoption. The FBI agent hopes that it's another scam, but no. After some research Patterson (Ashley Johnson, Spooked) confirms that the certificates are real. Jane doesn't have much time to process the new information. A tattoo points to a parcel, which is supposed to be sent soon after being in a storage for years. While trying to find the package, Jane and Kurt Weller (Sullivan Stapleton) run into a group of arsonists. They still manage to save the content, a bunch of DNA evidence from different rapes. One of the cases turns out to be very politically charged. Assistant Director Edgar Reade's (Rob Brown) team has to hurry in order to prevent an international crisis.

My opinion in three points

1. The seemingly irrelevant case of the week

f.l.: Kurt and Jane try to help Vanya somehow
Photo: NBC
During the first "Blindspot" season the weekly criminal investigation was the backbone and everything else just ran alongside. Now the tattoos and the associated crimes are not very relevant anymore. Their sole purpose seems to be to create an excuse for the team to keep working together. The "This Profound Legacy" trailer said: "How many victims can Jane save? Because a "heinous predator" had been targeting women for decades. Everything pointed to this episode finally focussing on the victims again, but that was sadly not the case. The FBI agents are shocked for a second, that the DNA samples from rape victims havent't been examined in 20 years. After that they are never spoken of again and the plot only revolves around 20-year-old Vanya (Alex Ozerov), who's the result of a rape. Instead of focussing on the human aspect - which would have probably been the case in the first "Blindspot" season - the writers make up a pretty crude story: The sex offender is the dead king of a fictional country and now his son is supposed to be killed, because he would be the rightful heir to the throne. The entire plot seems rushed and because the characters stay unexplored, I couldn't comprehend why Vanya suddenly had a change of heart and decided to become king. It's also swept under the table who killed his uncle, the man who ordered the successor's assassination.

2. Patterson and Tasha's search for traces

Jane and Weller are basically the only ones working on the case of the week. During this entire season it seemed like they're the only field agents in the FBI. Even Reade and Tasha Zapata (Audrey Esparza) mostly stay in the office now. The latter is helping Patterson with her search for Stuart's murderer. They find out that he is probably one of their coworkers or at least someone at the FBI is covering up for him. They soon suspect Reade (Zapata: "Reade is family!" Patterson: "So was Borden."), but "Blindspot" wouldn't be "Blindspot" if there wasn't some kind of twist. A totally implausible biometric computer signature test reveals that FBI Director Eleanor Hirst (Mary Stuart Masterson) used Reade's login. I really hope that's not the final solution! First of all I really like her, because she's sympathetic and competent. On the other hand it would be another really easy way out for the "Blindspot" authors: The mole being the person, who was the last to join the team. Except for Reade all the main characters seem to have lost their ability to see the big picture. He has to remind his mystery-monger-colleagues that Jane's brother Roman (Luke Mitchell) is planning to divide the team by using the new tattoos. So I still have a little hope Hirst isn't behind Stuart's murder.

3. Jane's daughter and the next "shocking" twist

Hopefully Avery is evil - that'd be cool!
Photo: NBC
Most of the plot revolves around the discovery that Jane has an approximately 18-year-old daughter. This reveal happened at the end of the last episode, but for me it feels like I have suffered through hours of this topic already. Most of all I'm still angry about the fact nobody found out Jane gave birth during the thorough examinations in the pilot. Patterson says the incredibly intelligent sentence, that there are pregnancy tests, but no birth tests. Of course it's possible to determine if a woman had a child naturally or via C-section. Totally inconsistent plot holes like this show that the "Blindspot" creators seem to often change their minds. I really can't believe that Jane's maternity has been planned since the first episode! Otherwise they wouldn't have written in the script that she complains about the very personal examinations. The "shocking" twist at the end is: Weller actually knows his stepdaughter Avery (Kristina Reyes). They coincidentally met in Berlin while he was looking for Jane. Wow, how exciting. I really don't care why Kurt kept this a secret and I hope this story gets resolved soon. Anyway Avery seems to be the next character after her mother, her uncle Roman and Patterson who has incredible inside knowledge and great language skills (It was possible to understand her German!).

Conclusion

"This Profound Legacy" fits perfectly into the rest of the third "Blindspot" season: Mediocre-with-a-downwards-trend. The interesting case of the week opens up new possibilities without taking them. Instead a farfetched story is made up, in which Jane and Weller once again have to fight alone against an opponent who totally outnumbers them. Meanwhile Assistant Director Reade seems to have no purpose except for playing "Wizardville" on his cell phone and trying too hard to not look suspicious. All characters have broken their stride - as if they're stuck between their personality from the first two seasons and something new, half-assed (For example: Tasha wears a cocktail dress and high heels to work - absolutely uncharacteristically for her!) The new main storyline about Jane, her daughter and Kurt's secretiveness has numerous plot holes and really fails to excite my curiosity.


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Sonntag, 3. Dezember 2017

Polizeiruf 110: Das Beste für mein Kind - Rezension

Der Mord zum Sonntag hat Tradition, deshalb sind auch wir mit Rezension und Live-Tweets (@WatchReadTalk) dabei.


Das deutsch-polnische Ermittler-Duo Olga Lenski (Maria Simon) und Adam Raczek (Lucas Gregorowicz) wird in ein Krankenhaus gerufen. Von dort ist der sechs Monate alte Leon Hallmann entführt worden. Seine verzweifelten Eltern Sabine (Katharina Heyer) und Robert (Tobias Oertel) warten darauf, dass sich der Kidnapper meldet, doch schon vier Stunden später wird der Säugling wohlbehalten vor einer polnischen Klinik abgelegt. Bald wird der mutmaßliche Entführer tot aufgefunden. Die Kommissare vermuten, dass beide Verbrechen miteinander zu tun haben, vor allem, nachdem sie herausfinden, dass es sich bei den Hallmanns nicht um Leons leibliche Eltern handelt. Raczek hat derweil Stress zu Hause. Seine Frau Lydia (Julia-Maria Köhler) möchte nicht mehr nur Mutter sein, sondern wieder arbeiten gehen. Er will jedoch, dass alles so bleibt wie bisher.


Reden, ohne etwas zu sagen

In diesem "Polizeiruf" wird sehr viel geredet!
Foto: rbb/Andrea Hansen
Olga Lenski und Adam Raczek gehören zu den unauffälligsten Sonntagskrimi-Teams. Sie wagen keine Experimente und bewegen sich meistens im guten Mittelmaß - Katastrophen waren noch nicht dabei, Meisterwerke aber auch nicht. Bei "Das Beste für mein Kind" ist es ebenfalls nicht anders. Der Fall ist ziemlich unspektakulär. Bereits in der 14. Sendeminute liegt der kleine Leon wieder in den Armen seiner glücklichen Eltern. Die restlichen 74 drehen sich dann um den Mord am Entführer und die Frage, zu wem der Säugling nun eigentlich gehört - seinen leiblichen Eltern oder dem Paar, das sich seit sechs Monaten um ihn kümmert. Spannend ist das nicht. Außer den Hallmanns, Leons Mutter Anna Kowalska (Agnieszka Grochowska) und deren Ehemann Bartosz Kowalski (Piotr Stramowski) wird niemand anderes verdächtigt. Da die vier weitestgehend mit den Kommissaren kooperieren, bestehen die Ermittlungen vor allem aus langen Verhören und dem Austausch von Kalendersprüchen (Lenski: "Es gibt kein richtiges Leben im falschen." Raczek: "Menschen machen Fehler." Lenski: "Man hat immer eine Wahl. Immer... hat man die."). Die Nebenhandlung um Raczek und seine Frau ist sogar noch langweiliger. Bislang wurde Lydia nur erwähnt, nun lernen die Zuschauer sie kennen. Naja, fast, denn viel Dialog hat sie nicht. Nach einer kurzen Diskussion in den ersten Minuten dieses "Polizeirufs", sperrt sie ihren Mann kurzerhand aus dem gemeinsamen Haus aus und tritt dann erst gegen Ende des Films wieder auf.
Adam und Lydia streiten und verzeihen sich wortlos
Foto: rbb/Andrea Hansen
Die ganze Geschichte wirkt hölzern und inspirationslos. Lydia sperrt Adam aus, obwohl er nur wenige Sekunden Zeit hatte, um auf ihre Idee, wieder arbeiten zu gehen, zu antworten. Danach verzeiht sie ihm, ohne diesen Plan noch einmal angesprochen zu haben. Das ist einfach nur unlogisch und lässt die ganze Handlung sinnlos erscheinen, da sie keinerlei Einfluss auf irgendetwas hat und dementsprechend auch einfach hätte gestrichen werden können. Um Kommissar Raczek privat zu zeigen, hätten die Drehbuchautoren Elke Rössler und Jakob Ziemnicki, der auch Regie geführt hat, ihm die Chance geben müssen, vernünftig mit seiner Frau zu sprechen. So erfahren die Zuschauer nichts über die Motive beider Seiten. Die weiblichen Charaktere werden in diesem "Polizeiruf" sowieso nicht sehr vielschichtig dargestellt. Lenski hat deutlich weniger zu tun als ihr Kollege und sitzt meistens nur dabei, während er die polnischen Verdächtigen befragt, obwohl die, wie immer in diesem "Polizeiruf", irgendwann plötzlich alle Deutsch verstehen. Außerdem muss sie es sich gefallen lassen, dass ihr Vorgesetzter Karol Pawlak (Robert Gonera) mutmaßt: "Ich hatte Angst, dass Frau Lenski die Sache zu nah geht - als Mutter." Leons leibliche Mutter Anna wird darauf reduziert, die ganze Zeit mit großen Augen traurig zu gucken und zwischendurch eine kleine Träne zu verdrücken. Adoptivmama Sabine hat einen Wutanfall nach dem anderen. Außer Schreien und Weinen darf sie nur Sätze sagen wie: "Wissen Sie, man fühlt sich so machtlos. Wenn man als Frau kein Kind bekommen kann, dann denkt man immer, der Fehler ist bei einem selbst." Das klingt sehr theoretisch und generalisierend. In Sabines richtige Gefühlswelt erhalten die Zuschauer kaum Einblicke.

Hauptsache ein Kreisverkehr!

Die Ermittlungen laufen eher schleppend
Foto: rbb/Andrea Hansen
Das einseitige und stereotype Verhalten der Charaktere ist nicht der einzige unlogische Punkt in "Das Beste für mein Kind". Scheinbar waren noch nicht genug winterliche Sonntagskrimis sendebereit, denn es wird schon nach wenigen Minuten gesagt, dass Sommerferien seien. Also passt es eher weniger, diesen "Polizeiruf" am ersten Advent zu senden. Mich persönlich stören diese Entscheidungen der ARD-Programmplanung weniger, was mich jedoch ziemlich geärgert hat, ist das Ende. Wie schon letzte Woche im "Tatort: Böser Boden" wird auch dieses Mal kaum Zeit mit der letztendlichen Identifizierung des Mörders verbracht. Zwar wird er, im Gegensatz zum Falke-Krimi, noch von den Kommissaren verhaftet, das letztendliche Motiv bleibt allerdings im Dunkeln. Zwar kann sich der Zuschauer einige verschiedene Gründe ausmalen, doch es wird nichts bestätigt. Dasselbe gilt für die unschuldigen Verdächtigen. Einer von ihnen steigt gegen Ende theatralisch in sein Auto und fährt auf Nimmerwiedersehen davon. Was diese Sequenz genau sollte oder zu bedeuten hatte, wird ebenso wenig erklärt, wie der Verbleib des kleinen Leons oder die Frage, ob Lydia Raczek wieder arbeiten gehen wird. Es wirkt, als sei der "Polizeiruf" zu kurz gewesen und man hätte noch schnell irgendwelche inhaltslosen Schnittbilder hinzugefügt, anstelle sich mit dem Ende mehr Mühe zu geben. Das wohl offensichtlichste Indiz: Die immer wiederkehrenden Luftaufnahmen eines Kreisverkehrs.

Fazit

"Das Beste für mein Kind" ist ein spannungsloser und unaufgeregter "Polizeiruf", der wohl eher Krimi-Traditionalisten anspricht. Die Geschichte ist wenig stringent und endet in einem öden Showdown, bei dem nicht ganz klar wird, was den Mörder zu seiner Tat getrieben hat. Die meisten Charaktere bleiben sehr oberflächlich, was sich vor allem durch hölzerne Dialoge und wenig nachvollziehbare Entscheidungen zeigt. Da der Zuschauer kaum ehrliche Einblicke in die Gedankenwelt der Figuren erhält, wirken sie seelenlos und langweilig. Dennoch ist dieser Krimi kein Reinfall, da er im Gegensatz zu denen der vorherigen Wochen auch ohne Klamauk, völlig überdrehte Handlung und billige Schock-Effekte auskommt. Die Kommissare sind ein gutes Team und tun ihr Bestes, um gegen das öde und löchrige Drehbuch anzukommen.


Nächste Woche sind die Berliner Ermittler Nina Rubin (Meret Becker) und Robert Karow (Mark Waschke) in "Dein Name sei Harbinger" einem Serienmörder auf der Spur. Der einzige Zusammenhang zwischen den Opfern: Sie wurden alle per In-Vitro-Fertilisation in einer Kinderwunsch-Klinik gezeugt.

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